Eklat am Rande des Lindauer Nobelpreisträger-Treffens: Fast die Hälfte aller Laureaten verweigert Unterschrift unter politisches Klimaalarm-Manifest

Ende Juni 2015 trafen sich 65 Nobelpreisträger zum alljährlichen Treffen in Lindau am Bodensee. Einge der Wissenschaftler wollten das diesjährige Treffen nutzen, um die Idee der Klimakatastrophe zu befördern und eine gruselige Hintergrundkulisse für die einige Monate später in Paris stattfindende UN-Klimakonferenz zu schaffen. Zu diesem Zwecke setzte der australische Laureat Brian Schmidt eine „Mainauer Deklaration 2015 zum Klimwandel” auf, die er von möglichst vielen Nobel-Kollegen unterschrieben haben wollte. Dies klappte nur bedingt, denn knapp die Hälfte der Versammelten Persönlichkeiten verweigerte die Unterschrift bzw. wollte nichts mit der politisch gefärbten Aktion zu tun haben. Nobelpreisträger Ivar Giaever warnte in einem Vortrag in Lindau sogar aktiv vor einer Klimapanikmache. Das gefiel Christian Endt vom Spiegel gar nicht gut und hetzte in einem emotionalen Artikel gegen den ehemaligen Spitzenforscher. Unter Hinweis auf Giaevers Altersgebrechlichkeit versucht er bereits im Enstieg des Artikels dessen Glaubwürdigkeit in Frage zu stellen. Ein Unding:

Mühsam steigt Ivar Giaever die sieben Stufen auf die Bühne des Lindauer Stadttheaters empor. Er geht gebückt, setzt behutsam einen Fuß vor den anderen. Wie die meisten anderen Nobelpreisträger, die zur jährlichen Tagung an den Bodensee gereist sind, ist Giaever ein alter Mann.

Was würde Endt wohl über Steven Hawkins schreiben? Man möchte es lieber nicht wissen. Auch der restliche Text ist gespickt mit respektlosen Phrasen wie “krude Theorien”, “besorgte-Großvater-Miene”, “Als Chiaever [sic!] fertig ist, leert sich der Saal rasch”. Endt schafft es nicht einmal Giaevers Namen richtig zu schreiben, was wenig nobelpreisverdächtig ist. Dem Spiegel-Mann missfällt der Hinweis auf den Erwärmungshiatus seit 1998 und klammert sich an die neuesten Datenmanipulationen der NOAA (siehe “NOAA in Not: Erwärmungspause der letzten 15 Jahre lässt sich nicht so einfach wegtricksen“).

Joachim Müller-Jung von der FAZ wollte genauer wissen, was den Organisator der Unterschriftenaktion, Brian Schmidt, antreibt. Im Rahmen eines Interviews stellte er ihm einige sichtlich unbequeme Fragen:

Ein Australier als Kreuzritter für Forschung und Klimapolitik: Brian Schmidt, Physik-Nobelpreisträger, erzählt, wie es zur „Mainauer Deklaration“ der 36 Laureaten kam und wie mit abtrünnigen Wissenschaftlern umzugehen ist.

MÜLLER-JUNG: Sie stützen sich explizit auf die Publikationen des Weltklimarates IPCC, der in der Vergangenheit auch schon einige Male wegen Fehler und Fehleinschätzungen in die Kritik geraten war.  

Die Antwort von Schmidt fällt wie erwartet aus: Der IPCC ist nicht 100% fehlerfrei, wäre aber höchst glaubwürdig. Müller-Jung hakt nach:

MÜLLER-JUNG: Woher nehmen Sie nun die Sicherheit, dass die Sorgen des IPCC über die Erwärmung, Meeresspiegelanstieg und Ozeanversauerung ernst zu nehmen sind?

Ein guter Punkt. Die Erwärmungsprognosen schießen wegen der Erwärmungspause weit über das Ziel hinaus, der Meeresspiegel steigt laut Pegelmessungen um magere 2 mm pro Jahr an und auch in Punkto Ozeanversauerung gab es in letzter Zeit viele entwarnende neue Resultate. Was sagt Brian Schmidt dazu? Er sagt, tja, alles ist komplex, ein System großer Komplexität, eine inakzeptable Entwicklung stünde bevor, uns drohe vielleicht die größte Krise der Menschheit. In seiner Antwort geht Schmidt mit keinem Wort auf die ihm gestellte Frage ein, versucht mit Phrasen die bedeutenden wissenschaftlichen Unsicherheiten wegzulabern. Ein hundertprozentiger Klimaaktivist, dieser Nobelpreis-Schmidt. Von der Sache selber scheint der hauptberufliche Astronom eher wenig Ahnung zu haben. Das bemerkt vermutlich auch Müller-Jung und spricht ihn direkt auf den Knackpunkt an:

MÜLLER-JUNG: Haben Sie das Papier mit Blick auf den Klimagipfel von Paris entworfen, ähnlich wie der Papst die Enzyklika?

SCHMIDT: Ja, denn dieses Jahr ist nun einmal das Jahr, in dem gehandelt werden muss.

Schellnhuber schreibt für den Papst, stellt damit eine mittelalterliche Dreieinigkeit von Obrigkeit (G7), Kirche (Umweltenzyklika) und Wissenschaft (IPCC) her. Und nun schreibt Schmidt für die Nobelpreisträger. Ehemalige Wissenschaftler auf aktivistischen Abwegen. Die letzte Frage war dann offenbar auch Müller-Jung etwas zu entblößend, schnell versucht er Schmidt eine Brücke zu bauen:

MÜLLER-JUNG: Für sie ist die Deklaration offenbar nicht nur ein politisches Dokument, sie sehen es auch als Teil einer Informationskampagne, wenn man Ihre Erklärungen dazu hört. Glauben Sie nicht, dass viele Menschen es schon regelrecht satt haben, davon zu hören?

SCHMIDT: Ich glaube, die Leute sind bereits informiert, aber sie werden schlecht und oft falsch über das Thema unterrichtet. Die meisten informieren sich heute über das Internet, und sie tun das meistens, um eigene Meinungen und Vorurteile bestätigt zu sehen. Es gibt leider sehr viele fragwürdige, widersprüchliche Informationen in diesem Netz. Die Akademien müssen da klar Stellung beziehen und für Klarheit sorgen. Viele Politiker, jedenfalls in meinem Land, verstecken sich immer noch hinter falschen Informationen.  [...]

Schmidt hat Angst vor der Wahrheit. Die Print- und TV-/Radio-Medien sind in der Regel fest im Griff der IPCC-Alarmisten, das Internet hingegen lässt sich schlecht auf Linie halten. Also muss man abweichende Blogs diskreditieren, den Autoren schlechte Absichten unterstellen und die Argumentationen pauschal verdammen. Ich bin der IPCC, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

Kurious das Ende des Interviews:

MÜLLER-JUNG: Es wäre nicht das erste Mal in der Wissenschaft, dass am Ende ein krasser Außenseiter recht behält.

SCHMIDT: Gut, wenn tatsächlich plötzlich eine Entdeckung gemacht wird, die beweist, dass die Klimaforschung falsch lag und der Klimawandel ausbleibt, dann passiert das halt. Dann bin ich der erste, der zugibt, dass wir falsch gelegen haben. Ich bin aber zu 99 Prozent sicher, dass das nicht passieren wird. [...]

Ganzes Interview auf faz.net lesen.