Wirtschaftswoche: “Die Zeit für eine neue Klimapolitik ist reif”

Wendezeit beim Klimawandel. Die Wirtschaftswoche sprach am 19. Oktober 2013 aus, was sich in den letzten Jahren und Monaten immer klarer herauskristallisiert hat:

Die Zeit für eine neue Klimapolitik ist reif 

von Dieter Dürand und Sven Titz

Widersprüchliche Prognosen, teurer Aktionismus, ergebnislose Gipfel – die Klimapolitik ist auf ganzer Linie gescheitert. Fünf Ansätze für einen Neuanfang.

Hungersnöte, Kriege, Artensterben – zuletzt gab es kaum noch eine Geißel der Menschheit, an der der Klimawandel nicht schuld sein sollte. Doch sobald die Forscher näher hinsehen, ergibt sich ein differenzierteres Bild, löst sich manche Behauptung in Luft auf. Hunger? Nie zogen Fischer aus dem US-Bundesstaat Maine mehr Hummer aus dem Atlantik als zurzeit. Meeresbiologen erklären das Phänomen mit wärmeren Strömungen – eine Folge der Erwärmung der Ozeane. Das Überangebot hat die Preise für die einstige Luxus-Delikatesse so stark gedrückt, dass sie nicht einmal mehr die Kosten der Fischer decken. Kriege? Weil Wasser und Nahrungsmittel knapp und immer mehr Regionen wegen Extremwetters nahezu unbewohnbar würden, warnen Klimawissenschaftler vor einer Zunahme gewalttätiger Auseinandersetzungen. Tatsächlich jedoch sinkt die Zahl internationaler Konflikte seit den Fünfzigerjahren kontinuierlich. Vor allem wegen des wachsenden Wohlstands in vielen Entwicklungsländern. So haben es Forscher der Simon-Fraser-Universität im kanadischen Vancouver analysiert.

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Nachrichtendienste sind bekanntlich immer über alles bestens informiert. Dies gilt aber offenbar nicht für den thüringischen Kindernachrichtendienst, wie folgende Meldung vom 7. September 2013 auf tlz.de zeigt:

Klimawandel: Malediven könnten im Meer versinken
[...] Die Urlauber finden es klasse, dass auf den Malediven alles so eben ist und der Sandstrand vor der Tür liegt. Für die Einheimischen ist das aber eine Bedrohung. Denn die Inseln ragen nicht sehr weit aus dem Wasser. Die Menschen sorgen sich, dass Teile ihrer Inseln schon bald im Meer versinken können. Denn durch den Klimawandel kann der Meeresspiegel weiter steigen. Deshalb ist für alle Kandidaten, die Präsident werden wollen, der Klimawandel ein wichtiges Thema. Einer ist sogar Meeresforscher.
Kindernachrichtendienst  / 07.09.13 / TLZ

Ärgerlich:  Kieler Forscher fanden nämlich kürzlich heraus, dass der Meeresspiegel in Teilen des Indischen Ozeans seit Mitte des letzten Jahrhunderts um bis zu 5 Zentimeter abgesunken ist (siehe S. 200 in „Die kalte Sonne“). Der Kindernachrichtendienst sollte dringend seine Agenten austauschen.

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Auf Donner + Doria kommentierte Ulli Kulke am 22. Oktober 2013 einen kuriosen Fall, in dem die angebliche Klimakatastrophe in fragwürdiger Weise instrumentalisiert wurde:

Pazifik-Inseln: Falsche Aufregung um Klima-Asylanten
Ganz bestimmte Fragen in der Klimadebatte sind ganz besonders umstritten. Die Argumente sind von beiden Seiten bekannt, werden wie Bälle hin und her geschoben. Zum Beispiel beim Meereis. In der Arktis hat es sich in den letzten Jahrzehnten zurückgezogen, in der Antarktis nicht, da ging es eher in die Gegenrichtung. Niemand würde ernsthaft behaupten, dass die Eisfläche rund um den Nordpol in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gewachsen sei (was davor passierte, ist weitgehend unbekannt, aber darum soll es hier nicht gehen). Die Symbole, die Reizworte sind bekannt: Eisbären, Gletscher, trockene Böden, Waldbrände, Extremwetter, aber auch Erwärmungspause, Climategate, der Flop der Hockeyschlägerkurve, falscher Alarm im Himalaja und so weiter und so weiter. Und dann kommt immer wieder der Meeresspiegelanstieg ins Spiel. Am liebsten wird er mit untergehenden Südseeinseln bebildert, und dabei taucht dann immer wieder ein Land auf, das ganz besonders gefährdet sei: Kiribati, weit abgelegen irgendwo zwischen Neuguinea und Hawaii, besonders flaches Land, Inseln, die kaum höher als zwei Meter aus dem Pazifik herausragen. Jetzt wieder, heute in der Süddeutschen Zeitung auf der Titelseite ein längerer Beitrag: Ein Mann aus Kiribati, der viele Jahre mit seiner Familie in Neuseeland lebte, wo seine drei Kinder geboren wurden, will nicht wieder zurück, obwohl seine Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist. Er beantragt für sich und seine Lieben Asyl. Die Begründung: Er könne nicht mehr in Kiribati leben, weil die Inseln untergingen.

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