Wer hätte das gedacht: Gletscher in Montana schmolzen in den 1930er und 40er Jahren bis zu 6 mal schneller ab als heute

Alles wird immer schlimmer, schneller und katastrophaler. Die Erde steht kurz vor dem klimatischen Superkollaps. Wir befinden uns in einer Zeit der klimatischen Extrema, wie es sie noch nie gegeben hat.

Das alles wollen uns jedenfalls die bekannten Expert weismachen. Aber wehe dem, der auf die seltsame Idee kommt, die diversen Katastrophenthesen zu überprüfen. Wenn dabei dann nicht das gewünschte Ergebnis herauskommt, ist es Pseudowissenschaft und Rosinenpickerei.

Seien wir daher heute einmal unvernüftig und überprüfen die These, dass die Gebirgsgletscher momentan so schnell schrumpfen wie noch nie zuvor. Hierzu schauen wir in die neue Ausgabe der Quaternary Science Reviews vom 15. Oktober 2012, in der Jeffrey Munroe vom Middlebury College und Kollegen einen Artikel veröffentlichten, in dem sie die Bewegungen von Gletschern im US-Bundesstaat Montana für die letzten Jahrtausende untersucht haben. Die Überraschung war groß als sie fanden, dass diese Gletscher in den 1930er und 1940er Jahren bis 6 Mal schneller abgeschmolzen sind als heute. Die Autoren schreiben:

Unsere Multi-Proxy-Studie an Sedimentkernen aus Seen unterhalb moderner Gletscher ermöglichte die Erstellung einer detaillierten Chronologie der Gletscherbewegungen im Glacier National Park. [...] Die Studie ergab, dass die höchsten Gletscher-Rückzugsraten gegen 1930 herrschten, mit etwa 125 m pro Jahr. Im Vergleich dazu lag die Rückzugsrate um 1975 bei nahe Null und 2005 gegen Ende unserer Datenreihe bei 20 m pro Jahr. [...] Die Studie zeigt, dass die alpinen Gletscher im Glacier National Park seit der Wiedervereisung vor 6500 Jahren vielfach vorrückten und wieder zurückwichen. [...] Der Rückzug nach dem Maximum der Kleinen Eiszeit stellt die intensivste Abschmelzphase der letzten 1000 Jahre dar.

Warum ging es den Gletschern in den 1930er und 1940er Jahren eigentlich so dreckig? Ein Blick auf die Temperaturkurve von Montana bringt Klarheit (Abbildung 1). Damals war es nämlich ähnlich warm oder sogar zum Teil wärmer als heute.

Abbildung 1: Temperaturentwicklung von Montana für die letzten 100 Jahre. Quelle: ClimateChangeMT.org, basierend auf Daten von NOAA.

 

 

Quelle: WUWT
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