Vorindustrielle Temperatur-Achterbahn auf dem Tibet Plateau: Die Sonne wars !

Vor wenigen Monaten veröffentlichte Liu Yu von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zusammen mit zwei chinesischen und einem schwedischen Kollegen eine neue Studie zur Klimageschichte der letzten zweieinhalb Jahrtausende auf dem Tibet Plateau. Anhand von Baumringen konnten Liu und sein Team die detaillierte Temperaturentwicklung für diese Region rekonstruieren. Sie fanden ausgeprägte Temperaturschwankungen, wobei sich Kälte- und Wärmeperioden zeitgleich zur Entwicklung in Europa und anderen Teilen der Erde ereigneten. In der Temperaturkurve deutlich auszumachen sind die Römische Wärmeperiode, Mittelalterliche Wärmeperiode, Kleine Eiszeit und die Moderne Wärmeperiode (siehe Abbildung unten). Die Kälteperiode der Völkerwanderungszeit vor 1600 Jahren ist ebenfalls zu erkennen, wird jedoch von kurzen aber starken Wärmeschüben unterbrochen. Hierbei traten zum Teil Erwärmungsraten auf, die deutlich über denjenigen der letzten 100 Jahrzehnte liegen.

Die Temperatur schwankte während der untersuchten 2500 Jahre um etwa ein Grad und verlief weitgehend synchron zur Entwicklung der Sonnenaktivität. Die Forscher führten an ihrem Datensatz Frequenzanalysen durch und fanden eine ganze Reihe von primären solaren Zyklen, die in den Bereich der Eddy, Suess/de Vries und Gleissberg-Perioden-Bereich fallen. Im Kontext der Klimageschichte der Vergangenheit zeigt sich, dass die Erwärmung der letzten 150 Jahre noch vollständig im Rahmen der natürlichen Klimavariabilität liegt und vom Zeitpunkt und Erwärmungsbetrag dem zu erwartenden natürlichen Muster entspricht. Eine starke Erwärmungswirkung des CO2 wie es vom IPCC postuliert wird, kann aus den Tibet-Daten nicht bestätigt werden.

Abbildung: Temperaturentwicklung des zentral-östlichen Tibet-Plateaus nach Liu et al (2011). Text in der Kurve wurde ergänzt. Die dünnen Linien oben und unten stellen den Fehlerbereich dar.

 

Auf Basis der beobachteten Zyklizitäten und der dokumentierten signifikanten Klimawirkung der Sonnenaktivitätsänderungen, erstellten Liu und seine Kollegen auch eine Temperaturprognose für die kommenden 150 Jahre. Zunächst ist in den kommenden Jahrzehnten mit einer Abkühlung zu rechnen, da die Sonne voraussichtlich in eine solare Flaute eintritt. Im letzten Drittel des jetzigen Jahrhunderts zieht die Temperatur wieder an, um dann nach einigen Jahrzehnten wieder abzusinken (siehe Abbildung unten).

Rechnet man noch einen moderaten CO2-Erwärmungseffekt von etwa 1,0-1,5°C pro CO2-Verdopplung dazu, käme man auf eine ähnliche Vorhersage wie in unserem Buch „Die kalte Sonne“.

 

 

Abbildung: Temperaturprognose von Liu et al. (2011) auf Basis der der beobachteten natürlichen Solar-Zyklizitäten. Rechnet man noch einen moderaten CO2-Erwärmungseffekt dazu, käme man auf eine ähnliche Prognose wie in „Die kalte Sonne“.

 

Auch diese Studie zeigt wieder eindruckvoll, dass es sich bei der Mittelalterlichen Wärmeperiode keineswegs um ein lokales nordatlantisches Phänomen handelt, sondern in weiten Teilen der Erde anzutreffen ist. So spielte noch 2007 Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) die zahlreichen weltweiten Hinweise auf die Mittelalterliche Wärmeperiode und die Kleine Eiszeit herunter: „Dass lokal und regional wesentlich größere Klimaschwankungen auftreten als in der globalen Mitteltemperatur, ist für jeden Klimatologen klar […]. Diese mitteln sich jedoch global heraus […].“

Frage an den Weltklimarat: Wie konnte die Sonne das schaffen, wenn sie laut der gängigen IPCC-Theorie kaum eine Klimawirkung besitzt? Wie möchte der Weltklimarat dieses Paradoxon lösen? Wie konnte es passieren, dass im gerade neu entstehenden IPCC-Bericht die Klimawirkung der Sonne noch weiter reduziert wurde anstatt angehoben zu werden? (siehe unser Blog-Artikel “Der neue IPCC-Klimabericht: Die Sonne noch weiter degradiert”).

 

Kurzfassung und pdf der Arbeit
Bericht zu dieser Publikation auf JoNova (Kopie auf WUWT)
Homepage des schwedischen Co-Autors der Studie, Prof. Hans W. Linderholm (Universität Göteborg)
Mit Dank an Ludwig Rudolf