UNICEF fordert, dass sich Klimakonferenzen auch mit akuten Luftverschmutzungsproblemen beschäftigen

Der Filz geht weiter: Politiker, Forscher und Versicherungskonzerne machen beim Klimawandel gemeinsame Sache und schüren zur Freude der Versicherungsbosse kräftig den Klimaalarm. So geschehen beispielsweise im Oktober 2016 als sich der frühere deutsche Bundesumweltministers Klaus Töpfer von der Österreichischen Hagelversicherung in Wien zum 4. Nachhaltigkeitsfrühstück einladen ließ.  Nach getaner Arbeit (“Der Klimawandel ist die größte Bedrohung der Zukunft“) hauten die nachhaltigen Frühstücker kräftig rein und ließen es sich schmecken. Hoffentlich war keine Leberwurst dabei, denn wie wir von Arnold Schwarzenegger wissen schädigt diese das Weltklima.

Es wäre toll, wenn die Hagelversicherung dann zum 5. Nachhaltigkeitsfrühstück auch die Autoren der Kalten Sonne einladen könnte. Thema wäre dann die Nachhaltigkeit der Wissenschaft.

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Der Klimawandel als größte Bedrohung der Zukunft? Wie wäre es, wenn wir uns zunächst mit ähnlicher Intensität um die aktuellen Problem der Erde kümmern könnten? Zu anstrengend und real für unsere Damen und Herren Aktivisten? Hier ein Denkanstoß aus der Tagesschau vom 31. Oktober 2016:

Bericht des UN-Kinderhilfswerks: 300 Millionen Kinder atmen giftige Luft
Sie sind den Emissionen ausgesetzt, die die Erwachsenen produzieren: Rund 300 Millionen Kinder weltweit müssen extrem verschmutzte Luft einatmen. Das UN-Kinderhilfswerk warnt: Die verschmutze Luft sei mit verantwortlich für den Tod von jährlich 600.000 Kindern.

Fast alle Kinder dieser Welt – nämlich rund zwei Milliarden – atmen täglich Luft ein, die nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation als verschmutzt gilt. Doch rund 300 Millionen jungen Menschen bleibt nur eine von Giftstoffen durchsetzte Luft zum atmen, die den Richtwert um mindestens das Sechsfache überschreitet. Das berichtet das UN-Kinderhilfswerk UNICEF.

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Hier die dazugehörige UNICEF-Pressemitteilung in voller Länge. Die Nutzung der Klimakonferenzen zur Lösung der akuten Luftverschmutzungsprobleme ist ein ausgezeichneter Vorschlag!

Neuer UNICEF-Report: 300 Millionen Kinder leiden unter starker Luftverschmutzung

Laut einem neuen UNICEF-Report lebt fast jedes siebte Kind auf der Welt  300 Millionen  in Gebieten mit stark verunreinigter Luft. Die Luftverschmutzung in diesen Gebieten ist sechsmal höher als internationale Richtlinien erlauben.

Der Report „Clear the Air for Children“ bezieht sich auf Satellitenbilder, die erstmals festhalten, wie viele Kinder in welchen Gebieten einer Luftverschmutzung ausgesetzt sind, welche die globalen Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten.

„Luftverschmutzung ist eine der Hauptursachen für den Tod von circa 600.000 Kindern unter fünf Jahren jedes Jahr und bedroht täglich das Leben und die Zukunft weiterer Millionen Menschen“, betont der UNICEF-Direktor Anthony Lake. „Schadstoffe schaden nicht nur die sich entwickelnden Lungen von Kindern, sondern können auch die Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen und einen permanenten Schaden am Gehirn verursachen – und somit auch die Zukunft der Kinder gefährden. Keine Gesellschaft kann es sich leisten die Luftverschmutzung zu ignorieren.“

Die Satellitenbilder bestätigen, dass in etwa zwei Milliarden Kinder in Gebieten wohnen, in denen die Verschmutzung der Außenluft die minimalen Richtlinien der WHO überschreitet. Dies bedeutet, dass nur ein geringer Prozentsatz an Kindern weltweit saubere Luft einatmet. Gründe dafür sind Faktoren wie Kraftfahrzeugemissionen, die starke Nutzung von fossilen Brennstoffen und die weltweite Abfallverbrennung. In Südasien leben die meisten Kinder in Gebieten mit verunreinigter Luft (620 Millionen), gefolgt von 520 Millionen in Afrika und 450 Millionen in der Ostasien/Pazifik-Region.

Die Studie untersucht auch das hohe Ausmaß an Luftverschmutzung in Innenräumen, die üblicherweise durch Brennstoffe wie Kohle und Holz zum Kochen und Heizen verursacht wird. Besonders betroffen davon sind Kinder aus einkommensschwachen und ländlichen Regionen.

Außen- und Innenluftverschmutzung sind direkt mit Atemwegserkrankungen wie Lungenentzündung verbunden, die beinahe zehn Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verursachen. Dadurch stellt Luftverschmutzung eine der Hauptgefahren für die Gesundheit von Kindern dar.

Kinder reagieren empfindlicher auf Luftverschmutzung als Erwachsene, weil sich die Lunge, das Gehirn und das Immunsystem noch im Wachstum befinden und die Atemwege durchdringlicher sind. Kinder atmen auch schneller als Erwachsene, wodurch sie in Relation auf ihr Körpergewicht mehr Luft einatmen. Die am meisten benachteiligten Kinder, die ohnehin schon häufiger unter Gesundheitsproblemen und mangelhafter Gesundheitsversorgung leiden, sind am stärksten von Krankheiten durch Luftverschmutzung ausgesetzt.

Die nächste Weltklimakonferenz, die zwischen dem 07. – 18. November in Marrakesch stattfindet, soll an das Pariser Klimaschutzabkommen vom letzten Jahr anschließen, wie auch Lösungen für die Folgen des Klimawandels erzielen. In diesem Zusammenhang fordert UNICEF die führenden PolitikerInnen weltweit dazu auf, vier Maßnahmen zum Schutz der Kinder in ihren Ländern zu berücksichtigen:

  1. Reduzierung der Umweltverschmutzung, um die internationalen Richtlinien der WHO zur Luftqualität zu erzielen.
  2. Den Zugang zur Gesundheitsversorgung von Kindern erhöhen.
  3. Die direkte Umweltbelastung und Luftverschmutzung durch Fabriken auf Kinder verringern.
  4. Mehr Beobachtung und Datenerhebung zur Luftverschmutzung und deren Auswirkungen auf Kinder.

„Wir schützen unsere Kinder, indem wir die Qualität unserer Luft schützen. Beides ist von zentraler Bedeutung“, so Lake.

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Michael Krüger am 20. Oktober 2016 im ScienceSkepticalBlog über eine neue Runde im Golfstromstreit mit Stefan Rahmstorf:

Das Golfstromsystem. Rahmstorf vs. Krüger. Und er versiegt doch!

Was ist wieder los im Nordatlantik mit dem Golfstromsystem? Das fragt gerade mal wieder der Klimaforscher Stefan Rahmstorf in seinem Blog, der KlimaLounge.

Die These: Der grönländische Eisschild schmilzt infolge der globalen Erwärmung, dadurch wird das Meerwasser verdünnt und süßer. Hinzu kommen vermehrte Niederschläge infolge der globalen Erwärmung. Die Dichte des Meerwassers nimmt ab, es wird also leichter. Damit sinkt es im Nordatlantik weniger stark ab und das ozeanische Förderband befördert als Folge weniger warmes Oberflächenwasser über den Golfstrom und Nordatlantikstrom nach Norden. Der Nordatlantik kühlt daraufhin ab. So lautet zumindest die These von Stefan Rahmstorf.

Im Jahr 1999 hat der deutsche Klima-Forscher am PIK, Stefan Rahmstorf, den mit einer Million Dollar dotierten “Jahrhundertpreis” der amerikanischen James-S-McDonnel-Stiftung für seine Arbeit zur Berechnung des Klimawandels durch die Veränderungen des Golfstroms erhalten. Rahmstorf hatte postuliert, dass schon eine recht kleine Erwärmung der globalen Temperaturen zwangsläufig zu einem geänderten Fluss oder gar zum Umkippen der “Klimamaschine Golfstrom” führt.

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