Um Antwort wird gebeten: Beabsichtigt die Süddeutsche Zeitung, über kritische Studie zur arktischen Datenloch-Theorie zu berichten?

Am 16. Februar 2015 berichteten wir an dieser Stelle über eine neue Studie, in der ein fragwürdiges Arktis-Modell zur Erwärmungspause verworfen wird (siehe unseren Blogbeitrag “Durchgefallen mit Pauken und Trompeten: Arktische Datenloch-Theorie zur Erwärmungspause in der Fachwelt gescheitert“). Da die Süddeutsche Zeitung (SZ) damals ausführlich über das nun möglicherweise hinfällige Modell berichtete, fragten wir bei der SZ nach, ob sie gedenke, nun auch über die neue Arbeit zu berichten.

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Datum: 16.2.2015

Von: Sebastian Lüning (Kalte Sonne)
An: Christopher Schrader (SZ)

Sehr geehrter Herr Schrader,

Am 15. November 2013 brachten Sie in der SZ den Artikel “Klimawandel ohne Pause”, in dem Sie eine Arbeit von Cowtan & Way vorstellten, laut der es gar keine Erwärmungspause gäbe, da lediglich Daten in der Arktis fehlen würden ( http://www.sueddeutsche.de/wissen/erderwaermung-klimawandel-ohne-pause-1.1819273 ). Ich weiß nicht, ob Sie es gesehen haben, am 29. Januar 2015 erschien nun in den Geophysical Research Letters ( http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/2014GL062596/abstract?campaign=wolacceptedarticle ) eine aktuelle Studie von Gleisner et al., in der die Autoren zeigen konnten, dass es nicht möglich ist, den Hiatus mit der Arktisdatenlücke zu erklären. Da Sie das Cowtan & Way-Paper in Ihrer Zeitung ausführlich erläutert haben, wäre es im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung sicher angebracht, nun auch die Gleisner-Studie in einem Artikel vorzustellen. Wie sehen Sie die Chancen hierfür? Ihre Antwort würde ich gerne in unserem Blog www.kaltesonne.de bekanntgeben.

Mit besten Grüßen

Sebastian Lüning

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Schrader antwortete freundlicherweise bereits einige Tage später und gab aufschlußreiche Erläuterungen, die er jedoch nicht hier im Blog veröffentlicht sehen wollte. Wir respektieren diesen Wunsch. Soviel sei jedoch verraten: SZ-Leser werden wohl ohne die Gleisner-Studie auskommen müssen.

Eine Übersicht zur bisherigen hier veröffentlichten Klimakorrespondenz – alphabetisch sortiert nach Empfängerorganisation – finden Sie hier.