Fische durch Klimawandel immer kleiner? Universität Oslo deckt schwere Berechnugsfehler von IPCC-Autor auf

Im Oktober 2012 berichteten die Medien über ein besorgniserregendes Resultat aus der Klimawandelforschung. Die Welt titelte:

Klimawandel macht Fische im Ozean kleiner

Steigt die Temperatur in der Atmosphäre, werden auch die Meere wärmer. Das macht Fischen zu schaffen: Sie stellen das Wachstum ein. Laut Prognose könnten die Größe um ein Viertel abnehmen.

Die weltweiten Fischbestände sind einer neuen Studie zufolge nicht nur durch massive Überfischung, sondern auch durch den Klimawandel bedroht. Die mit der Erderwärmung steigenden Wassertemperaturen zögen Wachstumsprobleme bei den Fischen nach sich, ergab die in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlichte Untersuchung. Die Wissenschaftler um Daniel Pauly von der kanadischen University of British Columbia simulierten die Auswirkung des Klimawandels auf die Meere und ihre Bewohner in Computermodellen.

Schockierende Nachrichten, die auch den letzten Zweifler an der Gefährlichkeit des CO2 überzeugen sollten. Der sorglose Umgang mit dem Treibhausgas führt uns direkt nach Lilliputhausen. Da ist der Schritt zum schrumpfenden Menschen als Folge der Klimaerwärmung nicht weit. Schockierend. Dazu muss man allerdings wissen, dass Daniel Pauly auch als Autor des 5. Klimazustandsberichts (AR5) des IPCC tätig war. Kann ausgeschlossen werden, dass Pauly seine Computermodelle etwas nachgeschärft hatte, um möglichst dramatische Ergebnisse zu erzielen, die er dann direkt in den IPCC-Bericht einarbeiten konnte? Eine neutrale Überprüfung wäre hier auf jeden Fall angezeigt.

Genau dies hat zum Glück eine Forschergruppe der Universität Oslo getan. Sjannie Lefevre und Göran Nilsson nahmen Paulys Computermodellierungen unter die Lupe und entdeckten gleich mehrere schwere fehlerhafte Annahmen im Gleichungsgewirr. Sowohl bei geometrischen Zusammenhängen zur Oberfläche von Fischen als auch bei der Sauerstoffaufnahme erlaubten sich Pauly und Kollegen schwere Schnitzer. Das Fazit der Norweger: Die Modelle sind falsch, die medial weit verbreiteten Schlussfolgerungen unbelegt. Den beiden Norwegern gebührt Dank für diese wichtige Aufklärungsarbeit. Es gibt Hoffnung, dass Fehler in der Klimawandeldiskussion über kurz oder lang keinen Bestand haben können. Hier die Pressemitteilung der Universiät Oslo vom 17. Februar 2017:

Some widely publicised papers suggesting that fishes and fish catches will be smaller in the future are based on false assumptions

Some models show that fish will have a smaller size in the future due to climate changes. Three researchers are now pointing out that these models are built on false assumptions.

Two physiologists, Sjannie Lefevre and Göran E. Nilsson, from the Department of Biosciences, the University of Oslo, have together with a colleague, David J. McKenzie at the University of Montpellier, published a paper in Global Change Biology this week showing that some highly cited and publicised modelling studies are based on erroneous physiological principles and facts. These models are suggesting that fishes will become smaller in the warmer climate expected in the future. The authors behind these modelling studies may be prominent fisheries biologists and modellers, but unfortunately some fundamental assumptions made in the models are simply incorrect, says Sjannie Lefevre. For once, they got the geometrical principles guiding the surface area of fish gills completely wrong, and they also make the unfounded assumption that the capacity of fish to take up oxygen from the water limits their ability to grow. It is troublesome that these inaccurate assumptions have been allowed to go unnoticed by fish physiologists, but they are partly hidden in the formulas used and in some obscure statements made in these papers. Lefevre, McKenzie and Nilsson say that they do not deny the possibility that fishes may become smaller in the warmer future, although there is currently not much firm evidence for this, but any such predictions must be based on verified mechanisms and experimental evidence.

Publikation: Lefevre, S., McKenzie, D. J. and Nilsson, G. E. (2017), Models projecting the fate of fish populations under climate change need to be based on valid physiological mechanisms. Glob Change Biol. Accepted Author Manuscript. doi:10.1111/gcb.13652, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/gcb.13652/full

Bisher griff keine einzige deutschsprachige Zeitung die norwegische Kritik auf. Während die Medien über das spektakuläre Fischschrumpfen damals eifrig berichteten, blieben sie nun stumm. Schweigen im Walde.

 

Die vernachlässigten guten Seiten des Klimawandels: Mehr Krill, mehr Grün, weniger Wintertote

Der El Nino 2015/16 ist vorbei und die globalen Temperaturen haben sich wieder normalisiert. Der Blick auf die Satellitentemperaturen (RSS) macht es deutlich (letzter berücksichtiger Monat ist Oktober 2016):

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung (RSS). Graphik: Woodfortrees.

 

Auf dem Höhepunkt des El Nino veranstalteten Anhänger des Klimakatastrophengedankens eine große Feier und schrieben einfrig Artikel mit Spitzentemperaturen, um sie in Wikipedia für die kommenden Jahre als warnendes Beispiel unterzubringen. Denn eines war klar, nach dem El Nino wird es kälter. Nach der Ebbe kommt Flut, nach dem Tag kommt die Nacht – und nach einem El Nino kühlt es ab. Nun ist es aber dieses Mal noch etwas extremer, denn es scheint sich ein La Nina zusammenzubrauen, das berichtete das Climate Prediction Center der NOAA am 10. November 2016:

Synopsis:  La Niña conditions are present and slightly favored to persist (~55% chance) through winter 2016-17.

La Niña conditions were observed during October, with negative sea surface temperature (SST) anomalies in early November stretching across most of the eastern and central equatorial Pacific Ocean [Fig. 1]. With the exception of the Niño1+2 region, the Niño region indices remained negative over the last month, with the latest weekly value of the Niño-3.4 index at -0.8°C [Fig. 2]. The upper-ocean heat content also remained below average during October [Fig. 3], reflecting below-average temperatures at depth [Fig. 4]. Convection was suppressed over the central tropical Pacific and enhanced over Indonesia [Fig. 5]. The lower-level easterly winds were weakly enhanced near and west of the International Date Line, and anomalously westerly upper-level winds were mainly west of the International Date Line. Overall, the ocean and atmosphere system reflected weak La Niña conditions.

Weiterlesen bei der NOAA (Eintrag 10. Nov. 2016).

Die Talfahrt der Temperaturen geht also weiter. Nun ist auch der erhoffte neue Jahres-Hitzerekord für die Zeit ab Beginn der systematischen Messungen in Gefahr. Warten wir es ab.

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Ein Forscherteam um Joan Ballester hatte im Juli 2016 in Nature Climate Change ein erfreuliches Ergebnis zu vermelden: Wärmere Winter im Zuge des Klimawandels lassen die Sterberate in Europa spürbar sinken. Endlich einmal ein positives Resultat des Klimawandels:

European seasonal mortality and influenza incidence due to winter temperature variability
Recent studies have vividly emphasized the lack of consensus on the degree of vulnerability (see ref. 1) of European societies to current and future winter temperatures. Here we consider several climate factors, influenza incidence and daily numbers of deaths to characterize the relationship between winter temperature and mortality in a very large ensemble of European regions representing more than 400 million people. Analyses highlight the strong association between the year-to-year fluctuations in winter mean temperature and mortality, with higher seasonal cases during harsh winters, in all of the countries except the United Kingdom, the Netherlands and Belgium. This spatial distribution contrasts with the well-documented latitudinal orientation of the dependency between daily temperature and mortality within the season. A theoretical framework is proposed to reconcile the apparent contradictions between recent studies, offering an interpretation to regional differences in the vulnerability to daily, seasonal and long-term winter temperature variability. Despite the lack of a strong year-to-year association between winter mean values in some countries, it can be concluded that warmer winters will contribute to the decrease in winter mortality everywhere in Europe.

Bereits im Januar 2016 hatte ntv über die ermutigenden Ergebnisse aus dem Forschungsgebiet berichtet:

“Der Winter ist der wahre Killer”Kälte ist tödlicher als Hitze
Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sehnt man sich schon mal nach heißen Sommertagen. Selbst 35 Grad im Schatten scheinen erträglicher zu sein als die aktuelle Kälte. Die Forschung bestätigt: Kälte zieht mehr Todesfälle nach sich als Hitze.

Weiterlesen bei ntv

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Früher musten wir hier im Blog kräftig über die Fachzeitschrift Nature Climate Change schimpfen. Einziger Programmpunkt war Klimaalarm. Das scheint sich nun geändert zu haben, wie der obige Artikel zeigt. Ein weiteres schönes Beipiel ist ein Paper von Jiafu Mao und Kollegen zum unerwarteten Ergrünen der Erde in den vergangenen 30 Jahren. Eine tolle Entwicklung, mehr Grün bedeutet mehr Leben. Im Juni 2016 veröffentlichten die Autoren in Nature Climate Change eine Ursachenanalyse. Das Ergebnis ist erfreulich: Das Ergrünen der Erde geht auf den erhöhten CO2-Gehalt der Atmosphäre zurück. Das böse klimatische Schadgas zeigt damit endlich auch seine schöne Seite als Förderer des Lebens. Hier der Abstract der Studie:

Human-induced greening of the northern extratropical land surface
Significant land greening in the northern extratropical latitudes (NEL) has been documented through satellite observations during the past three decades1, 2, 3, 4, 5. This enhanced vegetation growth has broad implications for surface energy, water and carbon budgets, and ecosystem services across multiple scales6, 7, 8. Discernible human impacts on the Earth’s climate system have been revealed by using statistical frameworks of detection–attribution9, 10, 11. These impacts, however, were not previously identified on the NEL greening signal, owing to the lack of long-term observational records, possible bias of satellite data, different algorithms used to calculate vegetation greenness, and the lack of suitable simulations from coupled Earth system models (ESMs). Here we have overcome these challenges to attribute recent changes in NEL vegetation activity. We used two 30-year-long remote-sensing-based leaf area index (LAI) data sets12, 13, simulations from 19 coupled ESMs with interactive vegetation, and a formal detection and attribution algorithm14, 15. Our findings reveal that the observed greening record is consistent with an assumption of anthropogenic forcings, where greenhouse gases play a dominant role, but is not consistent with simulations that include only natural forcings and internal climate variability. These results provide the first clear evidence of a discernible human fingerprint on physiological vegetation changes other than phenology and range shifts11.

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Gute Nachrichten auch in den Geophysical Research Letters am 15. Oktober 2016. Eine Forschergruppe um J. Melbourne-Thomas untersuchte den Einfluss des antarktischen Meereises auf die Lebensbedingungen für den wichtigen Krill. Unerwarteterweise fanden die Wissenschaftler, dass sich der Lebensraum des Krill bei schrumpfendem Meereis vergrößert. Eine antarktische Meereissschmelze kommt dem Krill also zugute.

Under ice habitats for Antarctic krill larvae: Could less mean more under climate warming?
Overwintering of larvae underneath Antarctic pack ice is a critical stage in the life cycle of Antarctic krill. However, there are no circumpolar assessments of available habitat for larval krill, making it difficult to evaluate how climate change may impact this life stage. We use outputs from a circumpolar sea ice model, together with a set of simple assumptions regarding key habitat features, to identify possible regions of larval krill habitat around Antarctica during winter. We assume that the location and suitability of habitat is determined by both food availability and three-dimensional complexity of the sea ice. A comparison of the combined area of these regions under current conditions with a warm climate scenario indicates that while total areal sea ice extent decreases, there is a consistently larger area of potential larval krill habitat under warm conditions. These findings suggest that decreases in sea ice extent may not necessarily be detrimental for krill populations.

Die Studie widerspricht damit einer früherer Untersuchung, über die der Klimaretter 2013 eifrig berichtet hatte:

Lebensräume für Krill schrumpfen
Mit der zunehmenden globalen Erwärmung könnte der Lebensraum von Krill erheblich kleiner werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des British Antarctic Survey and Plymouth Marine Laboratory. Demnach könnte der Lebensraum der kleinen Krebstiere um 20 Prozent, stellenweise sogar um bis zu 55 Prozent schrumpfen.

Selbstredend, dass der Klimaretter nicht über die neue Studie berichtete, sowie auch der Rest der deutschsprachigen Presse. Schweigen im Walde.

 

Gute Nachrichten: Säuregehalt der Atmosphäre wieder auf vorindustriellem Niveau

Dringende Leseempfehlung zu Mathias Binswangers Artikel “Was die Wissenschaft weiss und was sie glaubt” in der Neuen Zürcher Zeitung vom 15. September 2016. Auszug:

Im Normalfall stellen wir uns Wissenschaft und Religion als gegensätzliche Welterklärungen vor. In der Wissenschaft geht es um objektives Wissen und in der Religion um subjektiven Glauben. Das ist aber eine äusserst naive Vorstellung. Auch in der Wissenschaft spielt der Glaube eine zentrale Rolle, und nicht selten wird am Glauben an bestimmte Theorien oder Paradigmen wider besseres Wissen festgehalten. Man «weiss» das, was man wissen möchte und woran man glaubt. [...]

Selbst ein heute so wichtiges Thema wie die Frage nach der Erderwärmung durch Treibhausgase lässt sich durch empirisch gestützte Untersuchungen letztlich nicht entscheiden. Gemäss dem letzten Klimareport des IPCC ist es «zu 95 Prozent sicher», dass die Erderwärmung überwiegend menschengemacht ist. Grundlage dieser Schlussfolgerung sind computergestützte Klimamodelle, welche die zukünftige Erderwärmung abschätzen. Nur leider sind die Ergebnisse je nach Modell und verwendeten Daten völlig unterschiedlich. Die Voraussagen variieren zwischen 0 und 10 Grad, und als wahrscheinlich gelten jetzt 1,5 Grad. Doch dann geht die Fragerei weiter. Sind diese 1,5 Grad tatsächlich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, oder sind sie das Resultat natürlicher Klimaschwankungen? Für alle Hypothesen gibt es entsprechende Daten und damit wissenschaftliche Belege.

Die immer «exakter» und «raffinierter» werdenden Methoden dienen so am Schluss dazu, jeder vorgefassten Meinung einen passenden «Beweis» zu liefern. Denn je mehr Daten analysiert werden und je umfangreicher die Modelle werden, umso breiter ist auch die Angebotspalette an unterschiedlichen, aber allesamt «empirisch gestützten» Resultaten. Sowohl der Klimaschützer als auch der Klimaskeptiker finden heute ihnen genehme Forschungsergebnisse, die ihr «Wissen» bestätigen. Und so bestimmt am Schluss wie bei der Religion der Glaube, was wirklich gilt.

Ganzen Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung lesen.

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Gute Nachrichten der Universität Kopenhagen am 19. September 2016. Der Säuregehalt in der Atmosphäre ist mittlerweile wieder auf das vorindustrielle Niveau abgesunken. Die Säureverunreinigung durch anthropogene Quellen ist damit vorerst als Problem gelöst. Hier die Pressemitteilung:

Acidity in atmosphere minimised to preindustrial levels

New research shows that human pollution of the atmosphere with acid is now almost back to the level that it was before the pollution started with industrialisation in the 1930s. The results come from studies of the Greenland ice sheet and are published in the scientific journal, Environmental Science and Technology.

The Greenland ice sheet is a unique archive of the climate and atmospheric composition far back in time. The ice sheet is made up of snow that falls and never melts, but rather remains year after year and is gradually compressed into ice. By drilling ice cores down through the kilometre-thick ice sheet, the researchers can analyse every single annual layer, which can tell us about past climate change and concentration of greenhouse gases and pollutants in the atmosphere. 

Acid in the atmosphere can come from large volcanic eruptions and manmade emissions from industry. You can measure acidity in the ice by simply passing an instrument that can measure conductivity over the ice core. If there is a high level of acidity, the measurement turns out and it works great for measuring the climate of the past all the way back to the last interglacial period 125,000 years ago. But if you want to measure atmospheric acidity for the last 100 years, it is more difficult as the annual layers are located in the uppermost 60 metres and there the ice is more porous as it has not yet been compressed into hard ice.

Measures pollution from year to year

But the last 100 years are interesting for climate researchers as it is the period where we have had massive pollution of the atmosphere from industrialisation, vehicle use and people’s energy consuming lifestyles.

“We have therefore developed a new method that can directly measure the acidity of the ice using a spectrometer. We have an ice rod that is cut along the length of the ice core. This ice core rod is slowly melted and the meltwater runs into a laboratory where they take a lot of chemical measurements. With our new method you can also measure the acidity, that is to say, we measure the pH value and this is seen when the water changes colour after the addition of a pH dye. We can directly see the fluctuations from year to year,” explains Helle Astrid Kjær, postdoc in the Centre for Ice and Climate at the Niels Bohr Institute, University of Copenhagen.

For many years, there has been a quest to solve the problem of measuring acidity in the porous annual layers of the ice and now scientists from the Niels Bohr Institute have succeeded. The method is a Continuous Flow Analyses or CFA method and it was originally invented in Switzerland, but Helle Astrid Kjær has spearheaded the further development of the system so it can also measure acid.

Distinguishes between natural and manmade sources

In addition to being able to measure the pH value more accurately using the new method, the CFA system can also distinguish whether the emissions come from volcanic eruptions, large forest fires or industry. The researchers can therefore filter out both volcanic eruptions and forest fires in the assessment of industrial pollution and the new results are revolutionary.

“We can see that the acid pollution in the atmosphere from industry has fallen dramatically since manmade acid pollution took off in the 1930s and peaked in the 1960s and 70s. In the 1970s, both Europe and the United States adopted the ‘The clean air act amendments’, which required filters in factories, thus reducing acid emissions and this is what we can now see the results of. The pollution of acid in the atmosphere is now almost down to the level it was before the pollution really took off in the 1930s, explains Helle Astrid Kjær.  

The new pH method has already been used on ice cores from Greenland and Antarctica by research teams from New Zealand, the United States and Denmark.

Link zum Paper hier.

Wie hat die deutschprachige Presse auf diese gute Nachricht reagiert? Das erschreckende Resultat: Gar nicht. Offenbar sind die erfreulichen Ergebnisse zu unbequem, als dass sie der Öffentlichkeit zugemutet werden könnten. Schweigen im Walde.

 

Royal Holloway University of London: Wiederanstieg der Methanemissionen 2007 hat natürliche Gründe

Am 19. September 2016 berichtete die Washington Post über einen Fall, der nachdenklich stimmt. Zwei Wissenschaftler hatten unter einem Pseudonym einen klimawissenschaftlichen Fachartikel eingereicht, der den Begutachtungsprozess glatt durchlief. Da der Artikel nicht vollständig mit der offiziellen klimawissenschaftlichen Denkweise kompatibel war, hatten die Autoren Bedenken, dass Reviewer das Manuskript vorschnell ablehnen könnten, insbesondere, weil die Autoren bereits in einem vorangegangenen Paper eine große Diskussion in der Blogosphäre ausgelöst hatten. Mit einem Pseudonym dachten die Autoren, dass sie Vorverurteilungen aus dem Weg gehen könnten, in der Hoffnung, dass allein der Inhalt zählt.

Letztendlich brachte das Pseudonym nun richtig Ärger. Was in der Unterhaltungsliteratur akzeptiert ist, darf es in der Wissenschaft nicht geben. Das Paper wurde nach Bekanntwerden der Pseudonyme vom Verlag zurückgezogen. Dabei hatten es die Autoren den Lesern ziemlich leicht gemacht. Sie haben ihren Namen einfach rückwärts geschrieben.

Was lernen wir daraus? Natürlich war es falsch, Pseudonyme zu verwenden. Genauso falsch ist es allerdings, dass im Begutachtungsprozess persönliche Abneigungen zu einer Ablehnung führen. Wenn bekannte Klimaskeptiker publizieren, ist das Risiko hoch, dass Reviewer aus dem Establishment Gründe finden, ein möglicherweise fachlich gutes Manuskript abzulehnen. Eine Lösung wäre das Double-Blind-Review-Verfahren, wo die Namen der Autoren vor den Reviewern geheim gehalten werden. Die Zeitschrift Nature scheint ein solches Verfahren anzubieten. Während ein Teil des Problems damit gelöst wäre, bleibt die Gefahr, dass politisch unbequeme Resultate weiterhin abgelehnt werden, auch wenn sie fachlich solide sind.

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In einer Pressemitteilung der Royal Holloway University of London vom 27. September 2016 erklärte eine Wissenschaftlergruppe um Euan Nisbet, dass der Wiederanstieg der Methanemissionen seit 2007 wohl vor allem auf natürliche Quellen und weniger auf Aktivitäten in Öl, Gas und Kohle zurückgeht. Besonders in den Tropen sind die Methanemissionen in die Höhe geschnellt, vermutlich im Zuge natürlicher zyklischer Prozesse. Hier die Pressemitteilung:

Wetlands and agriculture, not fossil fuels could be causing a global rise in methane

Research published today in the American Geophysical Union’s journal Global Biogeochemical Cycles shows that recent rises in levels of methane in our atmosphere is being driven by biological sources, such as swamp gas, cow burps, or rice fields, rather than fossil fuel emissions.

Atmospheric methane is a major greenhouse gas that traps heat in our atmosphere, contributing to global warming.  Its levels have been growing strongly since 2007, and in 2014 the growth rate of methane in the atmosphere was double that of previous years, largely driven by biological sources as opposed to fossil fuel emissions.

Conventional wisdom refuted

The study, led by researchers at Royal Holloway, University of London shows that methane emissions have been increasing, particularly in the tropics. Researchers discovered that biological sources, such as methane emissions from swamps, make up the majority of increase.  “Our results go against conventional thinking that the recent increase in atmospheric methane must be caused by increased emissions from natural gas, oil, and coal production. Our analysis of methane’s isotopic composition clearly points to increased emissions from microbial sources, such as wetlands or agriculture” said lead author Euan Nisbet from Royal Holloway, University of London’s Department of Earth Sciences.

Methane growth rate doubles

Professor Nisbet says “Atmospheric methane is one of the most potent greenhouses gases. Methane increased through most of the 20th century, driven largely by leaks from the gas and coal industries.” He continued, “At the beginning of this century it appeared that the amount of methane in the air was stabilising, but since 2007 the levels of methane have started growing again. The year 2014 was extreme, with the growth rate doubling, and large increases seen across the globe.”

 Tropics identified as key source

The research shows that in recent years, the increase in methane has been driven by sharp increases in the tropics, in response to changing weather patterns. It is possible that the natural processes that remove methane from the atmosphere have slowed down, but it is more likely that there’s been an increase of methane emission instead, especially from the hot wet tropics.  Professor Nisbet and his team, together with the US The National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), have been looking at measurements and samples of air taken from places like Alert in the Canadian Arctic; Ascension, a UK territory in the South Atlantic; Cape Point, South Africa. 

International collaboration leads to new conclusions

The research has been carried out by an international team of atmospheric scientists, led by Euan Nisbet, from Royal Holloway, University of London. Ed Dlugokencky, from the NOAA, Martin Manning from Victoria University, Wellington, New Zealand and a team from the University of Colorado’s Institute of Arctic and Alpine Research, led by Jim White, have been working with collaborators from the UK, France, Canada, and South Africa.

Wie nahm die deutschsprachige Presse dieses wichtige Ergebnis auf? Das erschreckende Ergebnis: Gar nicht. Schweigen im Walde.

Dank gestiegenem CO2: Bäume auf dem östlichen Tibetplateau mit kräftigem Wachstumsschub

In der Frühphase des Klimaalarmismus wurde zunächst alles und jedes dem Klimawandel angehängt. Auch Malaria gehörte dazu. Heute weiß man, dass das Klima für Malaria nur eine Nebenrolle spielt. Dies wurde im März 2016 erneut von Zhao et al. im Malaria Journal bestätigt:

Exploring the spatiotemporal drivers of malaria elimination in Europe

Background

Europe once had widespread malaria, but today it is free from endemic transmission. Changing land use, agricultural practices, housing quality, urbanization, climate change, and improved healthcare are among the many factors thought to have played a role in the declines of malaria seen, but their effects and relative contributions have rarely been quantified.

Methods

Spatial datasets on changes in climate, wealth, life expectancy, urbanization, and land use trends over the past century were combined with datasets depicting the reduction in malaria transmission across 31 European countries, and the relationships were explored. Moreover, the conditions in current malaria-eliminating countries were compared with those in Europe at the time of declining transmission and elimination to assess similarities.

Results/conclusions

Indicators relating to socio-economic improvements such as wealth, life expectancy and urbanization were strongly correlated with the decline of malaria in Europe, whereas those describing climatic and land use changes showed weaker relationships. Present-day malaria-elimination countries have now arrived at similar socio-economic indicator levels as European countries at the time malaria elimination was achieved, offering hope for achievement of sustainable elimination.

Siehe auch Besprechung auf CO2Science.org.

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An der University of Colorado in Colorado Springs begann nun eine Untersuchung gegen drei Dozenten, die allen klimaskeptisch denkenden Studenten empfahlen, ihren Kurs zum Klimawandel zu verlassen. Die Universitätsführung fand dies hochbedenklich und geht dem Fall nun nach. Man wolle die Studenten ausbilden, nicht indoktrinieren. Eigenes Denken solle gefördert, nicht unterdrückt werden, hieß es seitens der Uni. Nachzulesen in der Washington Times.

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Die Webseite Wetter-Observer.de brachte am 6. Oktober 2016 einen Beitrag zur Entwicklung der Sonnenaktivität der letzten Jahrtausende:

Studie: Sonne war von 1950 bis 2000 so stark, wie seit gut 10.000 Jahren nicht
Ein neues Paper aus dem Jahr 2016 belegt, dass die Sonnenaktivität in den letzten Jahrzehnten (etwa 1950 bis 2000) so stark war, wie noch nie in den letzten 10.000 Jahren:

Weiterlesen auf Wetter-Observer.de

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UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat nun Kraft seines Amtes die Klimadebatte für beendet erklärt. Alles wäre nun bekannt. Reuters berichtete am 4. September 2016:

“The debate over climate phenomenon is over scientifically and environmentally,” said Ban, adding that the influence of climate change deniers or skeptics has waned. “It is affecting our day-to-day life,” Ban said, at a new conference ahead of a G20 summit in the eastern Chinese city of Hangzhou. …

Schlechte Nachrichten für alle Klimaforscher. Denn wenn alles bekannt ist, dann werden ihre Dienste nun nicht mehr benötigt. Noch ist unklar, wann mit den Umschulungsmaßnahmen begonnen werden soll.

Mit Dank an WUWT

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Gute Nachrichten von der University of Oregon am 2. September 2016. Auf dem östlichen Tibetplateau hat sich das Baumwachstum in den letzten Jahren dramatisch beschleunigt, eine Folge des gestiegenen CO2-Gehalts der Atmosphäre, wie die Forscher mitteilen. Baumringuntersuchungen zeigen, dass es den Bäumen in Tibet seit 1760 nicht mehr so gut ging. Der Klimawandel kann also auch durchaus etwas Positives bewirken. Im Folgenden die vollständige Pressemitteilung der Universität Orgeon:

Researcher finds surprise growth in Tibetan forest

Word of mouth from nomadic herders led Lucas Silva into Tibetan forests and grasslands. What his team found was startling: Rapid forest growth in tune with what scientists had been expecting — but not yet seeing — from climatic changes triggered by rising levels of carbon dioxide.

Actual scientific findings to date have turned up declining growths in many forests in the face of a warming climate. Such had also been the case for Silva, who joined the UO’s Environmental Studies Program and Department of Geography in August [2016]. On the eastern Tibetan Plateau, in an area where it was thought that “climatically induced ecological thresholds had not yet been crossed,” Silva’s team found that the increasing availability of soil nutrients and water from thawing permafrost is stimulating the chemistry of the wood in a species of fir trees. “Our results confirmed the reports of local herders and showed a recent increase in tree growth that has been unprecedented since the year 1760,” Silva said. “These result demonstrate that under a specific set of conditions, forests can respond positively to human-induced changes in climate.” The findings were published in Science Advances, an online, open-access publication of the American Association for the Advancement of Science.

Nomads had reported their observations to study co-author Geng Sun of China’s Chengdu Institute of Biology in Sichuan, China. The research team traveled to the region in eastern Tibet, where they found old-growth forests, smaller patches of trees and trees isolated on the perimeter of the forests. “We wanted to take a long term view of changes in tree growth across this gradient,” Silva said. “To do so, we combined tree-ring measurements with laboratory analyses to look for changes in growth as well as chemical signals of climatic change.” Those techniques provided a window on the history of the area’s tree growth. Dramatic increases in growth have coincided with pulses of tree establishment just outside of the forest range but apparently not yet occurring on a broader regional scale, he said. Growth was rapid between the 1930s and 1960s, but even more accelerated in the last three decades.

Research involving plants grown in controlled laboratory and greenhouse conditions have shown that rising carbon dioxide levels can speed plant growth, but field studies have shown that carbon dioxide-induced growth could not counteract the negative effects of rising temperatures and drought stress in many forest ecosystems. The new findings, the researchers said, suggest that studying the synergy of soil-plant-atmosphere interactions might be the key to understanding the past and predicting future changes in forest productivity and distribution. “Our findings could have important implications for the conservation and management of many different species,” Silva said. “However, it is important to note that we sampled a very small area where forests and grasslands coexist. A comprehensive survey of changes in plant diversity throughout the region has yet to be performed.”

Other co-authors on the paper were William Horwath and Xia Zhu-Barker of the University of California, Davis, Ning Wu from Chengdu Institute of Biology in China and Qianlong Liang from Sichuan University in China. Silva earned his doctorate in 2011 from the University of Guelph in Canada. He received a grant to conduct research in Tibet and began working with Chinese collaborators during a postdoctoral stint at the University of California, Davis, where he eventually landed on the faculty in 2013.

Wie hat die deutsche Presse diese gute Nachricht aufgenommen? Eine Google-News-Suche ergibt keinen Treffer. Man zieht es vor, zu den unbequemen Ergebnissen zu schweigen. Hier bei der Kalten Sonne halten wir Sie auf dem Laufenden.

 

 

Unheimliche Serie von Rahmstorf-Pannen setzt sich weiter fort: Neue Studie kann keinen robusten Zusammenhang zwischen schrumpfendem Meereis und europäischen Kältewellen finden

Es war einmal, vor gut drei Jahren, da empörte sich der schillernde Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf in seiner Klimalounge über den Deutschen Wetterdienst (DWD). Der DWD hatte es doch tatsächlich gewagt, Rahmstorf zu widersprechen. Konkret ging es um den vermuteten Zusammenhang zwischen der Ausdehnung des arktischen Meereises und kaltem Winterwetter. Rahmstorfs simples Modell: Weniger arktisches Meereis verursache kalte europäische Winter. Dazu führte er seinerzeit ein Sammelsurium von Studien an und behauptete:

Aus meiner Sicht liefern die oben genannten Studien deutliche Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem arktischen Eisverlust infolge der globalen Erwärmung, häufigeren Winter-Hochdrucklagen insbesondere über dem atlantisch-europäischen Teil der Arktis, und damit verbundenem Einstrom von Kaltluft nach Europa. Wie wir sie in den letzten Wintern oft erlebt haben – zum Beispiel spektakulär in der ersten Februarhälfte 2012.

Dabei schlug Rahmstorf verbal wild um sich und teilte kräftig aus. Der DWD sei blamabel, in Fragen des Klimawandels inkompetent, könne nicht mal wissenschaftliche Arbeiten lesen, die Argumente platt. Ein ungewöhnlich aggressiver Diskussionsstil, den man sonst in der Wissenschaft eher selten antrift. Rahmstorf O-Ton:

Die taz zitierte gestern dagegen den Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mit der Aussage, wenn es einen direkten Zusammenhang mit der Meereisbedeckung geben würde, hätte ja der gesamte Winter in Deutschland zu kalt sein müssen. Dieses platte Argument, mit dem er die oben gezeigten Ergebnisse der Klimaforschung vom Tisch wischen möchte, halte ich für ziemlich blamabel für den DWD. Denn offenes Wasser in der Arktis setzt selbstverständlich das stochastische Wettergeschehen nicht außer Kraft; es wird immer einen Wechsel von kalten und warmen Perioden geben. In allen genannten Studien geht es um veränderte Wahrscheinlichkeiten in den vorherrschenden Wettermustern: Petoukhov und Semenov etwa schätzen, dass sich die Wahrscheinlichkeit von kalten Winterextremen verdreifachen könnte, das steht schon im Abstract. Man fragt sich, ob der DWD-Vertreter die relevanten Studien überhaupt gelesen hat – und wenn nicht, weshalb er sich berufen fühlt, sie in den Medien zu kommentieren. Leider hat es eine gewisse Tradition, dass Meteorologen, die sich mit Wettervorhersage befassen, wenig vertraut mit der Klimaforschung sind.

Drei Jahre sind seit Rahmstorfs digitalem Rumpelstielzchentanz ins Land gegangen. Die Forschung hat sich zwischenzeitlich des Themas professionell angenommen und konnte nun erste robuste Ergebnisse vorlegen. Am 11. August 2016 präsentierte eine Forschergruppe um Hans Chen von der Pennsylvania State University im Journal of Climate ein Paper, das Stefan Rahmstorf sicher eine schlaflose Nacht gebracht haben wird. Bitter: Rahmstorf lag voll daneben, er hatte den DWD offenbar ganz zu unrecht angepöbelt. In Wahrheit gibt es laut Chen et al. 2016 keinen robusten Zusammenhang zwischen dem arktischen Meereis und dem Wetter in mittleren Breiten.

Einige Zitate aus den Ergebnissen der Studie:

“ These results show that the linear relationship between Arctic  sea-ice loss and mid-latitude weather patterns is weak, suggesting that the remote atmospheric  response is small compared with the internal variability, or highly nonlinear with respect to the  sea-ice area anomalies.”

“Thus, our results do not show evidence of an unusually elongated jet stream associated with  Arctic sea-ice loss on a monthly time scale.”

“We have shown using several different  metrics that the remote atmospheric response can be non-robust due to internal dynamics alone,  and leave diagnosis of mechanisms behind this non-robustness for future studies. “

Fazit: Kalte Winter sind Wetter. Rahmstorfs Versuch der “Antropogenisierung” des Winterwetters scheiterte grandios. Es zeigt jedoch auch die kurzatmigen Versuche, einige kältere Winter zu “verklimatisieren”. Eine souveräne Wissenschaft hätte solche billig PR-Gags nicht nötig.

Im Folgenden der Abstract der neuen Studie von Chen et al. 2016:

The robustness of mid-latitude weather pattern changes due to Arctic sea-ice loss
The significance and robustness of the link between Arctic sea-ice loss and changes in mid-latitude weather patterns is investigated through a series of model simulations in Community Atmosphere Model 5.3 with systematically perturbed sea-ice cover in the Arctic. Using a large ensemble of ten sea-ice scenarios and 550 simulations, it is found that prescribed Arctic sea-ice anomalies produce statistically significant changes for certain metrics of the mid-latitude circulation but not for others. Furthermore, the significant mid-latitude circulation changes do not scale linearly with the sea-ice anomalies, and are not present in all scenarios, indicating that the remote atmospheric response to reduced Arctic sea ice can be statistically significant under certain conditions, but is generally non-robust. Shifts in the Northern Hemisphere polar jet stream and changes in the meridional extent of upper-level large-scale waves due to the sea ice perturbations are generally small and not clearly distinguished from intrinsic variability. Reduced Arctic sea ice may favor a circulation pattern that resembles the negative phase of the Arctic Oscillation, and may increase the risk of cold outbreaks in eastern Asia by almost 50 %, but this response is found in only half of the scenarios with negative sea-ice anomalies. In eastern North America the frequency of extreme cold events decreases almost linearly with decreasing sea-ice cover. Our finding of frequent significant anomalies without a robust linear response suggests interactions between variability and persistence in the coupled system, which may contribute to the lack of convergence among studies of Arctic influences on mid-latitude circulation.

Wie reagierte die deutsschprachige Presse auf die wichtige neue Veröffentlichung? Noch vor vier Jahren hatte man ausführlich über Rahmstorfs Visionen zu den Kältewellen berichtet (Zeit, Welt). Nun jedoch herrschte vielsagendes Schweigen. Keine einzige Zeitung griff das Thema auf. Man wollte sich offenbar nicht blamieren. Ein weiterer Fall für unsere Kategorie “Schweigen im Walde” (“unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen.”).

 

Siehe auch: "Hypothese gefloppt: Kalte Winter keine Folge des schrumpfenden arktischen Meeereises"

 

Klimaerwärmung senkt Denguefieber-Risiko in Nordost-Australien

Der fortschreitende Klimawandel bringt immer mehr Tropenkrankheiten nach Europa. So lautete die Warnung der Experten noch vor zehn Jahren. Mittlerweile sieht man dies jedoch deutlich differenzierter. Die Australian National University gab am 10. August 2016 per Pressemitteilung bekannt, dass ein wärmeres Klima wohl eher zu einem Rückgang der Denguefiebergefahr in vielen Gebieten führen wird, darunter Nordost-Australien:

Warmer climate could lower dengue risk

Health researchers predict that the transmission of dengue could decrease in a future warmer climate, countering previous projections that climate change would cause the potentially lethal virus to spread more easily.

Hundreds of millions of people are infected with dengue each year, with some children dying in severe cases, and this research helps to address this significant global health problem. Co-lead researcher Associate Professor David Harley from The Australian National University (ANU) said that dengue risk might decrease in the wet tropics of northeast Australia under a high-emissions scenario in 2050, due to mosquito breeding sites becoming drier and less favourable to their survival. “While climate change generally poses a major threat to humanity, it also may reduce the incidence of dengue in some areas,” said Dr Harley, an epidemiology researcher at the ANU Research School of Population Health and ANU Medical School.

The findings are also relevant to other mosquito-borne viruses including Zika because the mosquitoes that carry dengue also transmit the Zika virus. “There is significant concern in countries on the margin of the tropical areas where dengue is mainly found, that with global warming dengue and other mosquito-borne viruses such as Zika will encroach and become common,” Dr Harley said. “Previous projections have suggested that climate change will increase transmission of mosquito-borne diseases globally.  “Our work, using a mathematical model based on Queensland conditions, suggests that dengue transmission might decrease with greater warming.”

Dr Harley said the research findings did not suggest authorities could be complacent about climate change’s effect on people’s health. “Generally, health and other impacts of climate warming will be negative in Australia and elsewhere in the world,” he said. “While we could see some reduction in dengue in Far North Queensland in a future warmer climate, the disease is widespread elsewhere in the world where outcomes would be different.”  This study was funded by the National Health and Medical Research Council of Australia, and involved ANU, University of South Australia, James Cook University and Australian Red Cross Blood Service. It is published in the latest issue of Epidemiology and Infection.

Wie nahm die deutschsprachige Presse diese gute Nachricht auf? Gar nicht. Denn sie blieb einfach mausestumm. Eine weiterer Fall von Schweigem im Walde (“Unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen”).

Diesmal war es aber noch schlimmer. Die Studie wurde nicht nur verschwiegen, sondern es wurden stattdessen Artikel verbreitet, in denen vor einer Klimawandel-bedingten Ausbreitung des Denguefiebers in Europa gewarnt wird. So konnte man einen Monat nach der australischen Pressemitteilung in der Frankfurter Rundschau am 11. September 2016 lesen:

Die Klimaveränderungen lassen einige dieser Arten weiter nach Norden ziehen. Ich sehe hier nicht so sehr die Gefahr, dass die Malaria wieder nach Europa kommen könnte, sondern denke eher an Erkrankungen wie das Dengue-Fieber, Zika oder das Chikungunya-Fieber.

Zuvor konnte man sich am 26. August 2016 über den Deutschlandfunk wundern:

“Die Tigermücke ist einfach ein potenter Krankheitsüberträger für bestimmte, vor allem virale Erkrankungen. Dazu zählen Chikungunyafieber, Denguefieber, West-Nil-Fieber, und es gibt Hinweise, dass auch das Zika-Virus durch diese Mücke übertragen werden kann.” Und der Klimawandel sorgt dafür, dass die Mücke an immer mehr Stellen geeignete Lebensbedingungen findet. So wie in den vergangenen Jahren in Freiburg.

Wird es in Deutschland feuchter oder trockener? Vielleicht sollten sich die deutschen Experten einmal mit den australischen Forschern austauschen und mögliche Diskrepanzen in der Gefahren-Interpretation diskutieren.

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Spektrum der Wissenschaft nannte am 10. August 2016 Vor- und Nachteile des Kimawandels für Grönland. Ein ausgewogener, lesenswerter Beitrag. Weiter so.

 

 

 

Duke University entzieht früheren Horrorvisionen die Basis: Kraftwerke durch Klimawandel kaum beeinträchtigt

Unvorstellbar hohe Summen werden derzeit in Industrien investiert, denen eines gemein ist: Man glaubt an die überhitzten Klimaszenarien des IPCC und setzt alles auf eine Karte. Gleichzeitig werden Gelder aus anderen Zweigen abgezogen, die vermeintlich inkompatibel mit den Alarmszenarien sind.

Aber was wäre, wenn sich die aggressiven Klimaszenarien doch als falsch herausstellen? Was ist, wenn es sich um eine Blase handelt, und diese irgendwann platzt? Eine klimaskeptische Gruppe hat nun auf den Cayman Islands einen Hedge-Fond namens Cool Futures aufgelegt, der auf Gewinne durch Hedging auf die globale Abkühlung setzt. Einzelheiten hierzu gibt es auf JoNova.

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Im vergangenen Jahr (2015) versuchte eine Gruppe um den Direktor des National Centers for Environmental Information (NCEI), Tom Karl, die seit mehr als anderthalb Jahrzehnten anhaltende Erwärmungspause auszulöschen. In einem Paper schrieb sich die Karl-Gruppe die Finger wund – allerdings ohne nachhaltigen Effekt. Führende Klimawissenschaftler verurteilten anschließend das plumpe Verstecktheater:

Nun ging Karl in Ruhestand, wie die NOAA via Pressemitteilung bekanntgab. Dort spart man das peinliche Klimaalarm-Kapitel zum Glück aus. So ganz glücklich mit Karls Ausflug in den Aktivismus ist man offensichtlich nicht.

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Im Juni 2014 freute sich der Klimaretter über schlechte Nachrichten für Kohlekraftwerksbetreiber:

Klimawandel bedroht Kraftwerke
Die fossile Energiebranche trägt nicht nur mit am stärksten zur Erderwärmung bei, sie hat auch selbst immer mehr mit den Klimafolgen zu kämpfen. Das geht aus einer diese Woche veröffentlichten Studie des World Energy Council hervor. Extreme Wetterereignisse, der Anstieg des Meeresspiegels sowie höhere Temperaturen und Niederschlagsänderungen beeinträchtigen den Betrieb der Kraftwerke und des Stromnetzes, sagen die Forscher.

Beim World Energy Council handelt es sich allerdings vorrangig um eine politische Organisation. Was sagt die Wissenschaft zu dieser These? Die Forscher machten sich ans Werk und beleuchteten das Thema professionell aus allen Perspektiven. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Der World Energy Council hat offenbar maßlos übertrieben. In Wahrheit wird der Klimawandel die Kraftwerke wohl nur in geringem Ausmaß beeinflussen. Die Duke University gab dies am 15. August 2016 per Pressemitteilung bekannt:

Warming Climate Likely A ‘Minor’ Impact on Power Plant Output

Future climate warming will likely cause only minor cuts in energy output at most U.S. coal- or gas-fired power plants, a new Duke University study finds. The study — the first of its kind based on real-world data — rebuts recent modeling-based studies that warn rising temperatures will significantly lower the efficiency of power plants’ cooling systems, thereby reducing plants’ energy output. Those studies estimated that plant efficiencies could drop by as much as 1.3 percent for each 1 degree Celsius of climate warming.

“Our data suggest that drops in efficiency at plants with open-loop, or once-through, cooling systems will be a full order of magnitude smaller than this,” said Candise L. Henry, a doctoral student at Duke’s Nicholas School of the Environment. “Reductions at plants with wet-circulation, or closed-loop, systems — which can be identified by their cooling towers — may be even smaller.” “In large part, this is because plant operators are already constantly adjusting operations to optimize plant performance under changing environmental conditions,” she said. “That’s a key consideration the past studies overlooked.”

The new findings do not, however, signal an all’s clear for the power industry, the Duke researchers cautioned. “The impact of future droughts associated with global warming could still significantly affect plant operations and output by reducing the availability of water for cooling,” said Lincoln F. Pratson, Semans-Brown Professor of Earth and Ocean Sciences at Duke.

Henry and Pratson published their findings this month in the peer-reviewed journal Environmental Science & Technology. To conduct their study, they analyzed hourly temperature and humidity data recorded at National Climatic Data Center (NCDC) stations and U.S. Geological Survey river gauges near 39 U.S. coal- or natural-gas-fired power plants over a seven- to 14-year period. By correlating this data with the plants’ hourly heat input and energy output records, obtained through the EPA’s Air Markets Program Data website, they were able to extrapolate how much of each plant’s output was the result of daily and seasonal variations in temperature. “These variations exceed estimates of the average future annual increase in warming under a moderate global warming scenario,” Henry noted, “so we could actually see — based on empirical evidence — how plants’ operations are affected by temperature changes much more dramatic than what is projected to occur.”

To ensure a representative sample, the study included both closed-loop and open-loop plants from the Northeast, Mid-Atlantic, Southeast, Midwest, Deep South, Great Plains and Rocky Mountain regions. Output capacities ranged from less than 500 megawatts up to 3,000 megawatts. The cooling efficiency and energy output of every plant — regardless of location, generating capacity or fuel type — was found to be more resilient to climate warming than previous studies predicted. Plants with closed-loop cooling systems were found to be particularly resilient. “This provides additional rationale for section 316b of the EPA’s Clean Water Act, which requires most electric generators to install closed-loop recirculating systems,” said Pratson. “The EPA enacted section 316b to protect fish, shellfish and other aquatic animals from being pulled into, and harmed or killed in power plants’ cooling water-intake structures,” he noted. “Our study shows it could also provide the added benefit of helping protect the power plants themselves from the impact of climate warming.”

CITATION: “Effects of Environmental Temperature change on the Efficiency of Coal- and Natural-Gas-Fired Power Plants,” Candise L. Henry, Lincoln F. Pratson, Environmental Science & Technology, August 1, 2016; DOI: 10.1021/acs.est.6b01503

Weder der Klimaretter, noch irgend eine andere deutschsprachige Zeitung berichteten. Ein weiterer Fall von Schweigen im Walde (“unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen.”)

 

CO2 stärkt Pflanzen gegen Dürren

Pflanzen können Dürren offenbar besser wegstecken, wenn die CO2-Konzentration der Atmosphäre erhöht ist. Dies fand jetzt eine Studie der University of California in Irvine heraus. Das zusätzliche CO2 erlaubt es den Pflanzen, ökonomischer mit begrenzten Wasserressourcen umzugehen. Im Folgenden die entsprechende Pressemitteilung der University of California – Irvine vom 29. August 2016 (deutsche Übersetzung bei EIKE):

Climate change has less impact on drought than previously expected

Plants retain more moisture in high carbon dioxide conditions, keeping water on land

As a multiyear drought grinds on in the Southwestern United States, many wonder about the impact of global climate change on more frequent and longer dry spells. As humans emit more carbon dioxide into the atmosphere, how will water supply for people, farms, and forests be affected? A new study from the University of California, Irvine and the University of Washington shows that water conserved by plants under high CO2 conditions compensates for much of the effect of warmer temperatures, retaining more water on land than predicted in commonly used drought assessments. According to the study published this week in the Proceedings of the National Academy of Sciences, the implications of plants needing less water with more CO2 in the environment changes assumptions of climate change impacts on agriculture, water resources, wildfire risk, and plant growth.

The study compares current drought indices with ones that take into account changes in plant water use. Reduced precipitation will increase droughts across southern North America, southern Europe and northeastern South America. But the results show that in Central Africa and temperate Asia — including China, the Middle East, East Asia and most of Russia — water conservation by plants will largely counteract the parching due to climate change. “This study confirms that drought will intensify in many regions in the future,” said coauthor James Randerson, UCI professor of Earth system science. “It also shows that plant water needs will have an important influence on water availability, and this part of the equation has been neglected in many drought and hydrology studies.”

Recent studies have estimated that more than 70 percent of our planet will experience more drought as carbon dioxide levels quadruple from pre-industrial levels over about the next 100 years. But when researchers account for changes in plants’ water needs, this falls to 37 percent, with bigger differences concentrated in certain regions. The reason is that when Earth’s atmosphere holds more carbon dioxide, plants actually benefit from having more of the molecules they need to build their carbon-rich bodies. Plants take in carbon dioxide through tiny openings called stomata that cover their leaves. But as they draw in carbon dioxide, moisture escapes. When carbon dioxide is more plentiful, the stomata don’t need to be open for as long, and so the plants lose less water. The plants thus draw less water from the soil through their roots.

Global climate models already account for these changes in plant growth. But many estimates of future drought use today’s standard indices, like the Palmer Drought Severity Index, which only consider atmospheric variables such as future temperature, humidity and precipitation. “New satellite observations and improvements in our understanding hydrological cycle have led to significant advances in our ability to model changes in soil moisture,” said Randerson. “Unfortunately, using proxy estimates of drought stress can give us misleading results because they ignore well-established principles from plant physiology.”

Planners will need accurate long-term drought predictions to design future water supplies, anticipate ecosystem stresses, project wildfire risks and decide where to locate agricultural fields. “In some sense there’s an easy solution to this problem, which is we just have to create new metrics that take into account what the plants are doing,” said lead author Abigail Swann, a University of Washington assistant professor of atmospheric sciences. “We already have the information to do that; we just have to be more careful about ensuring that we’re considering the role of the plants.”

Is this good news for climate change? Although the drying may be less extreme than in some current estimates, droughts will certainly increase, researchers said, and other aspects of climate change could have severe effects on vegetation. “There’s a lot we don’t know, especially about hot droughts,” Swann said. The same drought at a higher temperature might have more severe impacts, she noted, or might make plants more stressed and susceptible to pests. “Even if droughts are not extremely more prevalent or frequent, they may be more deadly when they do happen,” she said.

Kurze Medienanalyse. Wer hat über die unerwartet positiven neuen Erkenntnisse berichtet? Wir googlen einige Keywords aus der Studie in der News-Sparte. Die bittere Wahrheit: Allein Pravda TV berichtete über die Studie. Keine einzige deutschsprachige Tageszeitung hielt das Thema für berichtenswert. Ein weiterer Fall für unsere Rubrik “Schweigen im Walde” (=unbequeme wissenschaftliche Resultate, die von der deutschsprachigen Presse bzw. Medien totgeschwiegen werden, da sie nicht der im Mainstream-Journlismus fest etablierten Klima-Alarmismus-Storyline entsprechen).

 

Späte Einsicht: Mojib Latif verwirft CO2-Fingerabdruck in der Stratosphäre und setzt endlich auf Ozeanzyklen

Jahrelang tingelte Mojib Latif durch die Vortragssäle des Landes und versuchte die Leute für die Klimakatastrophe zu begeistern. Einer der Höhepunkte derartiger Veranstaltungen war der von ihm wie selbstverständlich vorgetragene „Fingerabdruck“ des CO2 in der Atmosphäre, der laut Latif die enorme Klimawirkung dieses Treibhausgases belegen sollte. Einige zehner Kilometer über unseren Köpfen hätte sich die mittlere Atmosphäre abgekühlt, und das könnte nur das CO2 verursacht haben, erklärt er dem ahnungslosen Publikum, das sich davon in der Regel bereitwillig beeindrucken lässt. Bereits vor vier Jahren haben wir hier im Blog auf die Unzulässigkeit dieser Beweisführung hingewiesen:

Eine Olympiade später hat Latif nun die Kehrtwende vollzogen. Per Pressemiteilung räumen er und seine Kieler Kollegen nun endlich ein, dass die Abkühlung in der höheren Atmosphäre wohl eher Teil der 60-jährigen Ozeanzyklik (PDO) ist. Es ist schön, dass dies nun korrigiert ist, auch wenn wir nicht in der Danksagung des Papers erwähnt werden. Wäre natürlich toll gewesen. Im Folgenden die Pressemitteilung des Kieler Geomar vom 26. Juli 2016:

Mittlere Atmosphäre im Takt mit dem Ozean

Zusammenhang zwischen dekadischen Schwankungen der Temperaturen im Pazifik und an der Tropopause nachgewiesen

Ende des 20. Jahrhunderts beobachteten Wissenschaftler eine Abkühlung am Übergang zwischen Troposphäre und Stratosphäre in etwa 15 Kilometern Höhe. Sie führten diese Entwicklung in der sogenannten Tropopause auf menschliche Einflüsse zurück. Klimaforscher aus Kiel und Bergen haben jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Scientific Reports eine Studie veröffentlicht, nach der die Abkühlung auch Teil einer natürlichen, jahrzehntelangen Schwankung sein könnte, die von den Wassertemperaturen des Pazifiks gesteuert wird.

Wasser spielt nicht nur in flüssiger Form auf der Erdoberfläche eine große Rolle für unseren Planeten. Auch in der Atmosphäre beeinflusst es das Leben wie auch Wetter und Klima erheblich. Wolken und Niederschläge sind dafür ein Beispiel. Die gasförmige Form des Wassers, der Wasserdampf, spielt ebenfalls eine herausragende Rolle auf der Erde. Er ist das wichtigste Treibhausgas in der Atmosphäre, ohne ihn wäre die Erde eine Eiswüste. Für Klimaschwankungen ist der Wasserdampf in der Stratosphäre zwischen 15 und 50 Kilometern Höhe besonders wichtig. Wie viel des Gases in die Stratosphäre gelangt, hängt hauptsächlich von der Temperatur am Übergang zwischen der untersten Atmosphärenschicht, der Troposphäre und der darüber liegenden Stratosphäre ab. Diese Grenzschicht nennt man Tropopause.

Jetzt haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zusammen mit einem Kollegen aus Bergen (Norwegen) erstmals nachweisen können, dass natürliche Schwankungen der Wassertemperaturen im Pazifik, die sich in Zeiträumen von Jahrzehnten abspielen, direkt mit der Temperatur der tropischen Tropopause verknüpft sind. „Lange dachte man, menschliche Einflüsse würden bereits die Tropopausentemperatur beeinflussen. Es scheint aber, dass immer noch natürliche Schwankungen dominieren“, sagt Dr. Wuke Wang vom GEOMAR, Erstautor der Studie, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Scientific Reports erschienen ist.

Für ihre Studie nutzten die Forscher einerseits Beobachtungsdaten der Jahre 1979 bis 2013, und andererseits Klimamodelle. „So konnten wir den Untersuchungszeitraum auf beinahe 150 Jahre ausdehnen. Im Modell kann man auch sehr einfach, menschliche und natürliche Einflüsse separat betrachten und deren Einflüsse voneinander trennen“, erklärt Prof. Dr. Katja Matthes Klimaforscherin am GEOMAR und Koautorin der Studie.

Ein bereits lange bekanntes Klimaphänomen ist die sogenannte Pacific Decadal Oscillation (PDO). „Diese natürliche Schwankung lässt in Abständen von Jahrzehnten besonders hohe oder besonders niedrige Wassertemperaturen im Pazifik auftreten“, erklärt Dr. Wang. Die PDO beeinflusst das Klima und die Ökosysteme im pazifischen Raum und auch die global gemittelte Temperatur der Erde.

In den Modellsimulationen konnten die Wissenschaftler sehen, dass die Schwankungen der Wassertemperaturen auch die Windsysteme über dem tropischen und subtropischen Pazifik beeinflussen. Damit verändert sich auch der Lufttransport zwischen den unteren und den oberen Schichten der Troposphäre, was letztendlich die Temperaturen an der Grenze zur Stratosphäre mit reguliert. „Diese Zusammenhänge konnten wir jetzt erstmals nachweisen“, erläutert Dr. Wang.

Damit widerspricht die aktuelle Studie älteren Hypothesen zur Entwicklung an der tropischen Tropopause. Schon Ende des 20. Jahrhunderts hatten Wissenschaftler dort eine Abkühlung registriert, die in den 1970er Jahren begonnen hatte. Sie führten diese Beobachtung auf anthropogene Ursachen zurück, insbesondere den Anstieg der Treibhausgase. „Allerdings beruhte diese Annahme auf einer recht lückenhaften Datengrundlage und vereinfachten Klimamodellen. Unsere Studie zeigt, dass die Abkühlung der tropischen Tropopause keine Einbahnstraße sein muss, sondern auch Teil einer natürlichen Schwankung sein könnte, die sich jeweils über mehrere Jahrzehnte erstreckt“ betont Professor Matthes.

Die Erkenntnis ist auch für die allgemeine Klimaforschung von größter Bedeutung. Die Temperatur der Tropopause entscheidet über den Eintrag von Wasserdampf in die Stratosphäre. Und je mehr Wasserdampf sich dort befindet umso höher steigt die Erdoberflächentemperatur. Auch der anthropogene Klimawandel besitzt einen Einfluss auf die Temperatur der Tropopause, und dieser könnte in den kommenden Jahrzehnten deutlicher hervortreten. „Nur, wenn wir natürliche Schwankungen von menschengemachten Einflüssen gut unterscheiden können, können wir auch zuverlässige Prognosen für die weitere Klimaentwicklung abgeben“, resümiert Prof. Matthes.

Originalarbeit:

Wang, W., K. Matthes, N.-E. Omrani, and M. Latif, 2016: Decadal variability of tropical tropopause temperature and its relationship to the Pacific Decadal Oscillation. Scientific Reports, 6:29537, DOI: 10.1038/srep29537

Wie reagierte die Presse auf diese wichtige neue Erkenntnis? Die österreichische Tageszeitung Der Standard übte sich in Transparenz und mutete die Nachricht ihren Lesern zu:

Temperaturschwankungen in der Tropopause doch nicht menschlichen Ursprungs

Auch der Innovations Report berichtete:

Mittlere Atmosphäre im Takt mit dem Ozean

Ansonsten blieb es ziemlich ruhig im Zeitungswald und den Sendern. Schweigen im Walde.