Studie in Nature Climate Change: Malaria in Westafrika vom Klimawandel unbeeinflusst

Klimainteressierte sollten sich diese Ausstellung in Braunschweig nicht entgehen lassen, die noch bis zum 29. Januar 2017 geöffnet hat:

Die grüne Sahara – Felsbilder erzählen vom Klimawandel

Vom 26. November 2016 bis 29. Januar 2017 präsentiert das Staatliche Naturhistorische Museum Braunschweig die Sonderausstellung „Die grüne Sahara – Felsbilder erzählen vom Klimawandel“ mit Fotografien von Edgar Sommer.

In abgelegenen Felsregionen der Sahara kann man zahlreiche Felsmalereien entdecken, die von vergangenen Zeiten zeugen. Vor mehr als 10.000 Jahren war die Sahara noch eine grüne Savanne, die ideale Voraussetzungen für Mensch und Tier bot. Tiere, Menschen und auch Götterfiguren waren auch die bevorzugten Motive der Felsmaler, die aber auch spannende Einblicke in die damaligen Umweltbedingungen geben. Teilweise können sogar Parallelen zwischen den Riten, Traditionen und Arbeitsweisen der Felskünstler und heutiger afrikanischer Völker gezogen werden.

Die Ausstellung präsentiert die verschiedenen zeitlichen Perioden, die jeweils von unterschiedlichen Themen und Stilen geprägt sind. Zudem werden aktuelle Fotos der Sahara zu sehen sein, sodass sich interessante Vergleiche ziehen lassen.

Der Fotograf, Autor und Verleger Edgar Sommer lebte selbst einige Zeit in der Sahara und Westafrika und publizierte bereits mehrere Bücher zum Thema Felsbilder.

26.11.2016 – 29.01.2017, Di-So
24.12.2016 – 25.12.2016 : geschlossen
31.12.2016 – 01.01.2017 : geschlossen

Ort: Staatliches Naturhistorisches Museum

Eintritt: : Erw. 5 €, erm. 3 €, Kinder (6-17 Jahre) 2 €

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In den Frühzeiten der Klimadiskussion wurde immer wieder behauptet, der Klimawandel würde das Malaria-Risiko erhöhen. Etliche Forschugsjahre später ist die Sachlage nun gründlich von allen Seiten durchleuchtet worden. Das erfreuliche Endresultat: Alles Quatsch, nichts deutet darauf hin, dass der Klimawandel zu mehr Malaria führen könnte.Im Gegenteil, in einigen Regionen in Westafrika wird die Malariagefahr im Zuge der Klimaerwärmung sogar vermutlich zurückgehen. Das entsprechende Paper von Teresa Yamana und Kollegen erschien am 18. Juli 2016 in Nature Climate Change:

Climate change unlikely to increase malaria burden in West Africa
The impact of climate change on malaria transmission has been hotly debated. Recent conclusions have been drawn using relatively simple biological models1, 2 and statistical approaches3, 4, 5, with inconsistent predictions. Consequently, the Intergovernmental Panel on Climate Change Fifth Assessment Report (IPCC AR5) echoes this uncertainty, with no clear guidance for the impacts of climate change on malaria transmission, yet recognizing a strong association between local climate and malaria6, 7. Here, we present results from a decade-long study involving field observations and a sophisticated model simulating village-scale transmission. We drive the malaria model using select climate models that correctly reproduce historical West African climate, and project reduced malaria burden in a western sub-region and insignificant impact in an eastern sub-region. Projected impacts of climate change on malaria transmission in this region are not of serious concern.

Die deutschsprachige Presse zeigte sich trotz dieser wichtigen Resultate uninteressiert. Schweigen im Walde.

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Interessantes Editorial in Nature am 30. November 2016:

Post-publication criticism is crucial, but should be constructive
In an era of online discussion, debate must remain nuanced and courteous.

[...] As we report in a Toolbox article, psychologists discovered starting in August that someone — or something — was commenting on the quality of thousands of their published papers. The comments were left on PubPeer — a website for post-publication review that often hosts anonymous allegations of image manipulation. These can lead to retractions and even, according to at least one lawsuit, to an exciting job offer being rescinded.

Kritik sollte also ernst genommen werden, sie muss aber in einer professionellen Art und Weise geäußert werden. Das versuchen wir hier im Blog auch. Das erwähnte PubPeer können Sie sich hier anschauen. Geben Sie einfach einmal einige englischsprachige Suchbegriffe ein, dann spuckt die Online-Maschine Kritiken aus. Auch aus dem Bereich der Klimawissenschaften sind Artikel dabei.