Starkregen in Deutschland ohne Langzeittrend: 15 Jahre sind kein Klima

Unerwartete Einlassungen eines DWD-Mannes in der Mittelbayerischen Zeitung am 1. Dezember 2016:

Fussball Spielabsagen: Der Klimawandel schlägt zu
Meteorologe: „Erderwärmung führt zu heftigeren Gewittern.“ Die größten Gefahren für Fußballer seien aber Hitze und Blitze. [...] Kelheimer Vereine sind nach der Herbstrunde mit bis zu drei Partien im Rückstand, andernorts fehlen vier, fünf Spiele. Immer wieder macht das Wetter den Ansetzungen einen Strich durch die Rechnung. „Das sind auch die Folgen des Klimawandels“, sagt der Diplom-Meteorologe [Andreas] Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach dezidiert. [...] Stets verhagelten heftige Regenfälle die Spiele. „Auf Basis unserer Radardaten flächendeckend über Deutschland haben wir ausgewertet, dass Stark-Niederschläge in den letzten 15 Jahren häufiger auftreten. Jeder erinnert sich heuer noch an die schrecklichen Vorkommnisse in Simbach am Inn, wo Sturzbäche alles mitrissen.“ Solche Ereignisse werden als Unwetter bezeichnet: „Es regnet mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde.“ Die stärkeren Niederschläge seien Folgen der Erderwärmung. „Wir sprechen von 1 bis 1,2 Grad Celsius im Mittel, die es in den letzten hundert Jahren wärmer wurde, davon konzentriert sich der größte Anstieg auf die letzten 30 Jahre.

Was ist an der Behauptung von Andreas Friedrich dran? Zunächst einmal fällt auf, dass Friedrich eine Zeitspanne von lediglich 15 Jahren aufführt die nicht einmal das Klimawandelkriterium von mindestens 30 Jahren erfüllt. Aufgrund der enormen natürlichen Variabilität kann man an einer Datenreihe von lediglich anderthalb Jahrzehnten gar keine Aussagen zum Klimawandel tätigen. Ob Andreas Friedrich dies bewusst war als er sich äußerte? Auf der Suche nach robusteren und längeren Daten werden wir beim DWD selber fündig. In einem Bericht von 2014 stellte der DWD fest, dass es in Deutschland keinen belastbaren Trend zu verstärkten Niederschlägen gibt (Abb. 1). Auch das Umweltbundesamt kann bisher keinen robusten Trend bei den Starkregen-Ereignissen erkennen. Siehe unseren Blogbeitrag “Klimabericht des Umweltbundesamtes (UBA) zu Deutschland: Kein statistisch gesicherter Anstieg extremer Niederschläge oder von Trockenperioden“. Es ist unklar, weshalb sich der Meteorologe Friedrich gegen DWD und UBA stellt und das glatte Gegenteil behauptet.

 

Abbildung 1: Anzahl der Tage pro Jahr mit Starkniederschlag von mehr als 30 mm – Seit 1951 ist die Anzahl der Tage pro Jahr mit Starkniederschlag von mehr als 30 mm geringfügig und nicht signifikant erhöht. Quelle: DWD.

 

Zur Klärung der Diskrepanz haben wir Kontakt zu Herrn Friedrich aufgenommen. Er antwortete dankenswerterweise umgehend:

Sehr geehrter Herr Dr. Lüning,

meine Aussage in dem Beitrag der Mittelbayerischen Zeitung vom 1.12.2016: „Auf Basis unserer Radardaten flächendeckend über Deutschland haben wir ausgewertet, dass Stark-Niederschläge in den letzten 15 Jahren häufiger auftreten. Jeder erinnert sich heuer noch an die schrecklichen Vorkommnisse in Simbach am Inn, wo Sturzbäche alles mitrissen.“, bezieht sich auf neue Auswertungsergebnisse der DWD – Klimaabteilung aus dem Jahr 2016.

Die beiden von Ihnen zitierten Links beziehen sich auf ältere Berichte vor 2016.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Friedrich
Diplom-Meteorologe

Wir haben nachgehakt:

Sehr geehrter Herr Friedrich,

Danke für Ihre schnelle Rückantwort. Könnten Sie bitte noch den genauen Titel der neuen Studie nennen und mir mitteilen, ob diese öffentlich eingesehen werden kann? Mir fällt weiterhin auf, dass der genannte Zeitraum der Datenreihe von 15 Jahren viel zu kurz ist, um Aussagen über den Klimawandel zu treffen. Klima umfasst bekanntlich Daten von mindestens 30 Jahren. Es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei dem von Ihnen berichteten Trend vor allem um einen Ausdruck der natürlichen Variabilität handelt.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Lüning

Herr Friedrich antwortete am 31.1.2017:

Sehr geehrter Herr Lüning,

Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Unterlagen zur Klimapressekonferenz vom 8.3.2016 (http://www.dwd.de/DE/presse/pressekonferenzen/DE/2016/PK_08_03_2016/pressekonferenz.html?nn=509470)

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Friedrich
Diplom-Meteorologe

Da schauen wir doch gerne einmal rein. Zunächst stöbern wir in diesem Dokument vom 8. März 2016:

Klima-Pressekonferenz 2016 des Deutschen Wetterdienstes: Starkregenrisiko in Städten kann jetzt besser eingeschätzt werden

Am Ende der Seite 1 der entscheidende Satz:

Da [die radarbasierte Niederschlagsklimatologie] mit aktuell 15 Jahren aber nur einen eher kurzen Zeitraum repräsentiere, sei es aus klimatologischer Sicht noch nicht möglich zu bewerten, ob sich zum Beispiel die Häufigkeit extremer Niederschläge in diesem Zeitraum verändert habe.

 

Im dazugehörigen Redetext des Vizepräsidenten des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker, heißt es noch ausführlicher:

Die radarbasierte Niederschlagsklimatologie repräsentiert mit aktuell 15 Jahren zwar einen eher kurzen Zeitraum. Wir können deshalb aus klimatologischer Sicht noch nicht bewerten, ob sich zum Beispiel die Häufigkeit extremer Niederschläge in Deutschland in diesem Zeitraum verändert hat. Möglich ist aber, wie mit der Lupe auf Deutschland zu schauen und einzelne extreme Niederschlagsereignisse in ihrer Intensität und Ausdehnung zu erfassen.

Nun ist klar: DWD-Mann Andres Friedrich war hier auf eigene Rechnung unterwegs, abseits der offiziellen DWD-Aussagen. Der von ihm behauptete Klimatrend zu mehr Starkregen in Deutschland in den letzten 15 Jahren existiert nicht und wird in den von ihm angeführten Quellen mit keiner Silbe erwähnt. Was steck hinter der Aktion?

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Ostthüringer Zeitung am 3. Dezember 2016:

Klimawandel lässt Wälder stärker wachsen
Im Rahmen der „Noblen Gespräche“ auf dem Beutenberg-Campus in Jena wurde der Dissertationspreis des Beutenberg Campus’ verliehen.

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Die katholische Kirche hat das Ausbildungsprogramm für angehende Geistliche um einen Themenkomplex erweitert. In Zukunft soll in den Priesterseminaren auch das Thema Klimawandel gelehrt werden, wie Catholic Online im September 2016 meldete. Es gilt zu hoffen, dass dabei auch das Klima VOR der Kleinen Eiszeit behandelt wird. Es wäre schlimm, wenn der Blick in die Zeit vor dieser natürlichen Kälteanomalie als Ketzertum eingestuft und unter Strafe gestellt werden würde.

UPDATE 2.2.2017. Zu dieser Meldung erhielten wir von Leser Oliver Slota den folgende Kommentar:

Sollte die Hoffnung trügen, dann wäre immerhin der endgültige Beweis erbracht, dass der Klimaalarmismus unserer Tage tatsächlich ‘religiöse’ Züge aufweist.

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Großbritannien hat offenbar mehr als eine Viertel Milliarde Pfund an eine umstrittene Klimawandel-Organisation – den ‘Strategic Climate Fund’ – gezahlt. Auf Anfrage der Times konnte die Regierung jedoch nicht beantworten, wem die Gelder letztendlich konkret zugute gekommen sind. Wie bereits befürchtet, stellen die riesigen Klimageld-Zahlungen ein großes Transpararent-Problem dar. Wie kann Korruption ausgeschlossen werden, wenn nicht einmal klar ist, wofür die Klimazahlungen verwendet worden sind? Mehr dazu bei der GWPF.