PNAS-Studie fordert mehr Transparenz im Umgang mit Unsicherheiten

Ein Merkmal der aktuellen Klimahysterie ist es, sich fast ausschließlich auf vermutete Probleme der fernen Zukunft zu fokussieren, während aktuelle Probleme wie Umweltschutz, Frauenrechte und schlechte Staatsführung nahezu unberücksichtigt bleiben, weil nicht trendy genug. Im November 2018 fand in Ägypten eine Umweltschutzkonferenz statt, die von der Presse ziemlich ignoriert wurde. Siehe Bericht in Spiegel Online.

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Artikel von Wolfgang Meins auf Achgut am 28. November 2018:

UBA-Klimastudie: Aus weniger Hitzeopfern mehr machen

Es gibt ja diese Themen, bei denen die Bereitschaft, sich auf sie einzulassen, nur sehr zögerlich wächst. Im vorliegenden Fall erfolgte die erste gezielte Kontaktaufnahme bereits im April 2018 durch die Lektüre eines Artikels in einem Organ namens Frankfurter Rundschau: „Die psychischen Folgen des Klimawandels – Hitzewellen, Überflutungen und andere Auswirkungen steigender Temperaturen hinterlassen nicht nur sichtbare Spuren.“ Einige Monate später dann der nächste Kontakt, wiederum eher zufällig, in Gestalt eines ähnlich gelagerten Artikels von zwei Mitarbeitern aus dem Umweltbundesamt (UBA) – jetzt allerdings in einer überwiegend wissenschaftlichen Zeitschrift. 

Nach der Durchsicht war klar: gesundheitliche, physische und psychische Folgen des Klimawandels sind international mittlerweile tatsächlich ein bedeutsamer Forschungsgegenstand. Nicht nur das UBA macht sich Sorgen und Gedanken darüber, was uns in näherer oder etwas fernerer Zukunft gesundheitlich so alles erwartet. Nach Einschätzung der UBA-Autoren auf jeden Fall nichts Gutes. Damit diese Rechnung aufgehen kann, müssen die Gesundheitsapokalyptiker natürlich die hinlänglich bekannten katastrophischen Klimaperspektiven pflegen, auch wenn die wenig oder auch nichts mit der tatsächlichen Entwicklung zu tun haben, wie man zum Beispiel hier und auch hier nachlesen kann. 

Nun ist das UBA sicherlich nicht unbedingt der Hort von begnadeten Wissenschaftlern, sondern eher von denjenigen, bei denen es zu einer universitären oder ähnlich gelagerten Forschungskarriere nicht gereicht hat. Dafür dürfte man im Amt in besonderem Maße auf Haltungsakademiker treffen, die etwas bewirken wollen, indem sie beispielsweise Politik und Medien zweifelhafte Hochrechnungen zur Verfügung stellen, um Fahrverbote wegen vorzeitiger Todesfälle durch Stickoxide an unseren Straßen wissenschaftlich zu legitimieren zu versuchen.

Weiterlesen auf Achgut

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Klimaprognosen besitzen enorme, momentan nicht reduzierbare Unsicherheiten. Einige Journalisten erklärten öffentlich, dass sie ihre Leser mit diesen Unsicherheiten nicht belasten wollen, um das Projekt Energiewende nicht zu gefährden. Zu den unrühmlichen Beispielen gehört Christopher Schrader. Lieber die Bürger dumm lassen, sonst kommen die noch auf dumme Ideen, dachte man sich wohl. Aber so richtig passt dieses Konzept nicht ins 21. Jahrhundert, möchte man meinen. Am 26. November 2018 veröffentlichte Charles Manski in PNAS ein Paper zum Thema, das zu mehr Transparenz im Umgang mit Unsicherheiten aufruft:

Communicating uncertainty in policy analysis
The term “policy analysis” describes scientific evaluations of the impacts of past public policies and predictions of the outcomes of potential future policies. A prevalent practice has been to report policy analysis with incredible certitude. That is, exact predictions of policy outcomes are routine, while expressions of uncertainty are rare. However, predictions and estimates often are fragile, resting on unsupported assumptions and limited data. Therefore, the expressed certitude is not credible. This paper summarizes my work documenting incredible certitude and calling for transparent communication of uncertainty. I present a typology of practices that contribute to incredible certitude, give illustrative examples, and offer suggestions on how to communicate uncertainty.