Ozeanzyklik statt Aerosole: Met Office Hypothese zum Nordatlantik endgültig verworfen

Im April 2012 meldetete die WAZ reißerisch:

Klima: Luftverschmutzung fördert Dürren und Wirbelstürme
Die Luftverschutzung fördert Dürren in Afrika und Wirbelstürme über dem Atlantik. Das haben jetzt britische Klimaforscher herausgefunden. Historische Klimaereignisse können damit nicht mehr natürlichen Klimaschwankungen angelastet werden. [...] “Wir müssen umdenken: Eine ganze Anzahl von historischen Klimaereignissen wie besonders starke Dürren in der Sahelzone können wir nun nicht mehr nur den natürlichen Klimaschwankungen anlasten”, schreiben Ben Booth vom Hadley Centre des britischen Meteorological Office in Exeter und seine Kollegen. Bisherige Klimamodelle, aber auch Regelungen zum Schwebstoffausstoß müssten an die neuen Erkenntnisse angepasst werden.

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Es handelte sich um eine Arbeit von Booth et al. 2012, deren Belastbarkeit aber bereits damals von den meisten Fachkollegen bezweifelt wurde (siehe unseren Blogbeitrag “Britisches Met Office schnupft Aerosol-Überdosis: Ich mach’ mir die Welt, Widdewidde wie sie mir gefällt“).

Am 6. Juni 2016 kam nun das endgültige Ende des alarmistischen Modells. Eine Forscherguppe um Jon Robson analysierte in Nature Geoscience die Klimaentwicklung im Nordatlantik und konnte die Temperaturveränderungen vollständig mit der klimasysteminternen atlantischen Ozeanzyklik erklären. Die Autoren erklären ausdrücklich, dass die Aerosol-Hypothese von Booth und Kollegen damit hinfällig ist. Die WAZ schweigt zur Arbeit. Ein neuer Fall unserer Dokumentation zum verdächtigen “Schweigen im Walde“. Hier die Kurzfassung der neuen Arbeit von Robson et al. 2016:

A reversal of climatic trends in the North Atlantic since 2005
In the mid-1990s the North Atlantic subpolar gyre warmed rapidly1, which had important climate impacts such as increased hurricane numbers2 and changes to rainfall over Africa, Europe and North America3, 4. Evidence suggests that the warming was largely due to a strengthening of the ocean circulation, particularly the Atlantic Meridional Overturning Circulation1, 5, 6, 7. Since the mid-1990s direct and indirect measurements have suggested a decline in the strength of the ocean circulation8, 9, which is expected to lead to a reduction in northward heat transport10, 11. Here we show that since 2005 a large volume of the upper North Atlantic Ocean has cooled significantly by approximately 0.45 °C or 1.5 × 1022 J, reversing the previous warming trend. By analysing observations and a state-of-the-art climate model, we show that this cooling is consistent with a reduction in the strength of the ocean circulation and heat transport, linked to record low densities in the deep Labrador Sea9. The low density in the deep Labrador Sea is primarily due to deep ocean warming since 1995, but a long-term freshening also played a role. The observed upper ocean cooling since 2005 is not consistent with the hypothesis that anthropogenic aerosols directly drive Atlantic temperatures12.