Norwegens klimapolitische Doppelmoral

Wie werden Historiker die deutsche Energiewende später einschätzen? Historischer Irrtum, naiver Aktionismus oder überfälliger Schritt der Vernunft? Nach allmählicher Hurra-Phase dämmert es den meisten nun doch langsam, was hier für ein Spiel gespielt wird. So lief am 1. August 2016 in der ARD die kritische Doku “Der Kampf um die Windräder“. Auszug aus der Information zum Film von der ARD-Webseite:

Fast 26.000 Windräder stehen schon in Deutschland. Während immer mehr Windkraftanlagen gebaut werden und die Branche boomt, explodieren die Kosten für die Bürger: Rund acht Milliarden Euro an Subventionen müssen sie dieses Jahr über die EEG-Umlage allein für die Windkraft zahlen. Dabei macht der Strom aus Windkraft immer noch einen nur geringen Bruchteil im Energiemix Deutschlands aus.

Auch deshalb beginnt bei den Bürgern, die Stimmung zu kippen. Zunehmend formiert sich Widerstand gegen den vermeintlichen Hauruck-Ausbau. Anwohner klagen über die Zerstörung der Landschaft, über Gefahren für die Tierwelt, über Licht- und Lärmbelästigung. Trotzdem wird weiter ausgebaut, teilweise bis dicht an die Wohnbebauung oder sogar mitten in Naturparks. Denn nicht nur die Windkraftindustrie, auch andere wollen von den Subventionen profitieren. “Report Mainz”-Recherchen zeigen, dass Lokalpolitiker Flächen für Windräder ausweisen, um sich eine goldene Nase zu verdienen.

Ganzen Text auf der ARD-Webseite lesen.

Den Film kann man sich online bei der ARD anschauen, oder auf Youtube:

 

Angesichts der großen Zahl von Windkraftanlagen, bleiben Unfälle nicht aus. So ging neulich in Diepholz ein Windrad in Flammen auf. Für die Investoren sicher bitter, aber vermutlich zahlt da die Versicherung.

Interessanter Artikel von Jakob Schlandt am 22. August 2016 im Hamburger Abendblatt:

Energiewende absurd: Wenn das Windrad einfach ausgeknipst wird
Der Wind weht, aber das Rad steht: An windreichen Tagen ist das neuerdings ein häufiges Bild in Norddeutschland. Ganze Windparks werden abgeschaltet, genau dann, wenn sie eigentlich auf vollen Touren produzieren könnten. Der Grund sind nicht etwa Wartungsarbeiten oder technische Probleme – sondern überlastete Stromnetze. Die Anlagen sind schlicht vom Stromnetzbetreiber als Notmaßnahme ausgeknipst worden. Dokumentiert wird das in einem kürzlich veröffentlichten Papier der Bundesnetzagentur zum Thema Stabilität des Stromnetzes. Die Analyse der Energie-Aufsichtsbehörde aus Bonn ist Sprengstoff für die Energiewende. Die Netzagentur berichtet, dass die Zahl der Windräder, die wegen Überlastung des Stromnetzes ausgeschaltet werden müssen, jüngst drastisch angestiegen ist.

Weiterlesen im Hamburger Abendblatt

Weiter mit der Solarenenergie. Die heißen Kollektoren mutieren hier zu regelrechten Todesfallen für Vögel und Insekten. WUWT berichtete über Aufnahmen des US amerikanischen geologischen Dienstes, die den “Grillvorgang” in erschreckenderweise dokumentieren.

Überhaupt haben es die Solarfirmen mittlerweile schwer. Eine Vielzahl der Unternehmen ist nach Rückgang der Anfangssubventionen nun insolvent. Auch andere Erneuerbare Energiefirmen sind am Ende. Alfred Brandenberger hat die Fälle zusammengestellt:

Die Kosten müssen runter! Das American Institute of Physics stellte am 25. Juli 2016 in einer Pressemitteilung eine neuartige kostendämpfende Solarzellengeneration vor.

Bei den Biotreibstoffen herrscht bereits Katerstimmung. Die vormals unterstützdenden Umweltverbände kämpfen mittlerweile aktiv gegen die Monokulturen an, da nun klar ist, dass Biotreibstoffe meist gar keinen Klimanutzen haben, stattdessen aber wertvolle Landschaften zerstören und Ökosysteme gefährden. Ein spätes böses Erwachen. Hätte man doch lieber gleich zu Beginn mitgedacht und gegengehalten.

Aus Norwegen berichten deutsche Zeitungen immer stolz über den großen Anteil an Elektroautos. Die Neue Zürcher Zeitung traute sich am 12. August 2016, auch einmal über einige Seltsamkeiten aus dem Nordland zu berichten:

Norwegens umweltpolitische Doppelmoral: Das Klima der anderen
[...] Mit diesem «Ausstieg aus der Kohle» will die norwegische Politik unterstreichen, dass sie es ernst meint mit dem Klimaschutz. Traditionell nimmt man im Norden diesbezüglich eine Vorreiterrolle für sich in Anspruch (siehe Zusatztext). Nur hat die Sache einen Schönheitsfehler: Das Geld aus dem «Ölfonds», das Oslo als Hebel zur Durchsetzung dieser Ziele nutzt, stammt seinerseits aus der Förderung von Energieträgern auf Kohlenstoffbasis. Zwar geht es nicht um Braun- und Steinkohle, die beim Fonds nun auf dem Index stehen; immerhin aber um die ebenfalls fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas. Kein westeuropäisches Land holt mehr davon aus dem Boden als Norwegen.

Ganzen Beitrag in der Neuen Zürcher Zeitung lesen.

Holger Douglas am 27. August 2016 auf Tichys Einblick:

Planung für den Blackout: Energiewende: »Kaskade« lässt Städte erzittern
2003 mussten die Netzführung nur zwei Mal im Jahr eingreifen, um das Stromnetz stabil zu halten. Mit der »Energiewende« erhöhte sich die Zahl auf 290 im Jahr 2010, und 2011 waren es sogar 1.024 Eingriffe. Unser Stromnetz ist gefährlich instabil geworden.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

Dazu passt dann auch, dass uns die Bundesregierung zur Vorratshaltung auffordert. Die Deutschen Wirtschaftsnachichten meldeten am 21. August 2016:

Bundesregierung: Bürger sollen Lebensmittel und Bargeld bunkern
Die Bundesregierung fordert die Bürger auf, einen Lebensmittelvorrat für zehn Tage anzulegen. Dies soll für den Krisen-Fall dienen, von dem man nicht weiß, ob es sich um den Ausbruch eines Krieges oder einen Finanz-Crash handelt. Die Bundesregierung sorgt sich auch um die eigene Sicherheit.

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Zum Schluß noch eine gute Nachricht. Das Argonne National Laboratory hat einen Weg gefunden, wie man CO2 in Treibstoff verwandeln kann. Hier die erfreuliche Pressemitteilung vom 29. Juli 2016:

A new leaf: Scientists turn carbon dioxide back into fuel

As scientists and policymakers around the world try to combat the increasing rate of climate change, they have focused on the chief culprit: carbon dioxide.

Produced by the burning of fossil fuels in power plants and car engines, carbon dioxide continues to accumulate in the atmosphere, warming the planet. But trees and other plants do slowly capture carbon dioxide from the atmosphere, converting it to sugars that store energy. In a new study from the U.S. Department of Energy’s Argonne National Laboratory and the University of Illinois at Chicago, researchers have found a similar way to convert carbon dioxide into a usable energy source using sunlight.

One of the chief challenges of sequestering carbon dioxide is that it is relatively chemically unreactive. “On its own, it is quite difficult to convert carbon dioxide into something else,” said Argonne chemist Larry Curtiss, an author of the study. To make carbon dioxide into something that could be a usable fuel, Curtiss and his colleagues needed to find a catalyst — a particular compound that could make carbon dioxide react more readily. When converting carbon dioxide from the atmosphere into a sugar, plants use an organic catalyst called an enzyme; the researchers used a metal compound called tungsten diselenide, which they fashioned into nanosized flakes to maximize the surface area and to expose its reactive edges.

Although the reaction to transform carbon dioxide into carbon monoxide is different from anything found in nature, it requires the same basic inputs as photosynthesis.

While plants use their catalysts to make sugar, the Argonne researchers used theirs to convert carbon dioxide to carbon monoxide. Although carbon monoxide is also a greenhouse gas, it is much more reactive than carbon dioxide and scientists already have ways of converting carbon monoxide into usable fuel, such as methanol. “Making fuel from carbon monoxide means travelling ‘downhill’ energetically, while trying to create it directly from carbon dioxide means needing to go ‘uphill,’” said Argonne physicist Peter Zapol, another author of the study.

Although the reaction to transform carbon dioxide into carbon monoxide is different from anything found in nature, it requires the same basic inputs as photosynthesis. “In photosynthesis, trees need energy from light, water and carbon dioxide in order to make their fuel; in our experiment, the ingredients are the same, but the product is different,” said Curtiss.

The setup for the reaction is sufficiently similar to nature that the research team was able to construct an “artificial leaf” that could complete the entire three-step reaction pathway. In the first step, incoming photons — packets of light — are converted to pairs of negatively-charged electrons and corresponding positively charged “holes” that then separate from each other. In the second step, the holes react with water molecules, creating protons and oxygen molecules. Finally, the protons, electrons and carbon dioxide all react together to create carbon monoxide and water.

“We burn so many different kinds of hydrocarbons — like coal, oil or gasoline — that finding an economical way to make chemical fuels more reusable with the help of sunlight might have a big impact,” Zapol said. Towards this goal, the study also showed that the reaction occurs with minimal lost energy — the reaction is very efficient. “The less efficient a reaction is, the higher the energy cost to recycle carbon dioxide, so having an efficient reaction is crucial,” Zapol said. According to Curtiss, the tungsten diselenide catalyst is also quite durable, lasting for more than 100 hours — a high bar for catalysts to meet.

The study, “Nanostructured transition metal dichalcogenide electrocatalysts for CO2 reduction in ionic liquid,” is published in today’s issue of Science. Much of the experimental work was performed at the University of Illinois at Chicago, while the computational work was performed at Argonne.