Neue Studie in den Geophysical Research Letters: Kälterekorde 2013/14 lassen Wasserspiegel der Great Lakes in Nordamerika nach oben schnellen

Seit den späten 1990er Jahen ging der Wasserstand der Great Lakes in Nordamerika stark zurück. Mutmaßungen wurden laut, dass wohl der Klimawandel dahinter stecken müsste. Nun sind die Seespiegel in den letzten Jahren aber wieder stark gestiegen. War es vielleicht doch nicht der Klimawandel, der den Seen das Wasser entzog? (Siehe auch unseren Beitrag “Steigender oder fallender Wasserstand der Great Lakes: Schuld hat stets der Klimawandel“).

Anfang Mai 2015 erschien in den Geophysical Research Letters eine neue Untersuchung von Gronewold und Kollegen, in der nach den Gründen der Wasserpegeländerungen im Lake Michigan geforscht wird. Die Autoren stellen zunächst fest, dass der Winter 2013/2014 alle Kälterekorde der jüngeren Geschichte gebrochen hat. Selten hat es eine solch langandauernde Kälte und derart große Schneemengen gegeben. Dies hat zu einem Rückgang des Wärmeinhalts (“heat content”) des Seewassers geführt, was wiederum den Anstieg des Wasserpegels verursacht hat. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Wasserspiegel in den Great Lakes in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Im Folgenden die Kurzfassung der Arbeit:

Impacts of extreme 2013–2014 winter conditions on Lake Michigan’s fall heat content, surface temperature, and evaporation
Since the late 1990s, the Laurentian Great Lakes have experienced persistent low water levels and above average over-lake evaporation rates. During the winter of 2013–2014, the lakes endured the most persistent, lowest temperatures and highest ice cover in recent history, fostering speculation that over-lake evaporation rates might decrease and that water levels might rise. To address this speculation, we examined interseasonal relationships in Lake Michigan’s thermal regime. We find pronounced relationships between winter conditions and subsequent fall heat content, modest relationships with fall surface temperature, but essentially no correlation with fall evaporation rates. Our findings suggest that the extreme winter conditions of 2013–2014 may have induced a shift in Lake Michigan’s thermal regime and that this shift coincides with a recent (and ongoing) rise in Great Lakes water levels. If the shift persists, it could (assuming precipitation rates remain relatively constant) represent a return to thermal and hydrologic conditions not observed on Lake Michigan in over 15 years.

Bei all dieser Zyklik, stellt sich die Frage, was eigentlich der letztendliche Antrieb für diese Klimadynamik ist. Frühere Studien haben hier bereits hochinteressante Vorarbeit geleistet: Im Verdacht steht die schwankende Sonnenaktivität. Siehe unseren Beitrag “Wasserstand der Großen Seen in Nordamerika schwankte die letzten 70 Jahre im 12-Jahrestakt: Steckt die Sonne dahinter?“.

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Nachhaltigkeit und Klimawandel, eine schöne Kombination. Pressetext.com berichtete am 16. April 2015 über eine rührende Studie aus Oxford, die ganz dem Zeitgeist folgte:

Klimawandel verändert Musikgeschmack nachhaltig
Schönes und schlechtes Wetter beeinflussen Gestaltung von Liedtexten

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