Weltwoche: Gezielte Indiskretionen gehören zu PR-Strategie des IPCC

Am 9. September 2014 meldeten wir an dieser Stelle “Stell Dir vor es ist Klimagipfel – und keiner geht hin“. Die höchsten Repräsentanten Deutschlands, Indiens und Chinas boykottierten den kürzlichen Klimagipfel in New York. Am 18. September 2014 griff dann auch die Washington Times das Thema auf:

Boycotting the U.N. climate summit
Awareness grows that faulty science would keep millions in the dark
Indian Prime Minister Narendra Modi has sensibly declined to attend yet another climate summit — this time called by Ban Ki-moon for Tuesday in New York under the auspices of the United Nations— which profits handsomely from much-exaggerated climate scares. [...] The spiritual yet down-to-earth Mr. Modi knows that 300 million Indians still have no electricity. His priority is to turn on the lights all over India. In Bihar, four homes in five are still lit by kerosene. Electric power is the quickest, surest, cheapest way to lift people out of poverty, disease, subsistence agriculture and childhood death — thereby stabilizing India’s population, which may soon overtake China’s.

Weiterlesen in der Washington Times (Teil 1, Teil 2).

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In der Weltwoche erschien am 4. September 2014 der Artikel “Die Hilfshypothese” über Prediger der Klimaapokalypse von Markus Schär. Abonnenten können den Artikel auf weltwoche.ch lesen. Der Beitrag ist zudem auch auf EIKE für Nichtabonnenten verfügbar:

Die Hilfshypothese

Von Markus Schär

Immer lauter warnen Klimaforscher vor der Katastrophe, allen voran jene aus der Schweiz. Denn nächstes Jahr soll sich die Staatengemeinschaft mit einem strengen Abkommen dazu verpflichten, das Klima zu schützen. Trotz des Alarms will jedoch kaum mehr jemand mitmachen. Wie ein Prediger droht er mit der Apokalypse. Der weltbekannte Klimaforscher kündet von verheerenden Dürren und zerstörerischen Unwettern, vom Aussterben der Arten und vom Abschmelzen allen Eises in Grönland, was dazu führe, dass die wichtigsten Städte der Welt im anschwellenden Meer versänken.

Thomas Stocker, Professor für Klimaphysik an der Uni Bern, tritt am Donnerstag, 4. September, zwischen 13.30 und 14.40 Uhr am Swiss Energy and Climate Summit auf: Gemeinsam mit zwei Kollegen präsentiert er gemäss Programmheft «erstmals Auszüge aus dem im Oktober zu erwartenden Synthese­bericht [des Uno-Klimarates IPCC, Anm. der Red.]». Den Entwurf zu diesem Bericht kann derzeit nur ein kleiner Kreis von Experten einsehen, das Referat lag der Weltwoche nicht vor. Doch sein Inhalt und auch seine Tonlage lassen sich risikolos voraussagen.

Die Synthese fasst eigentlich nur die drei Berichte zusammen, die der Klimarat veröffentlicht hat, seit Thomas Stocker als Vorsitzender im September 2013 in Stockholm den ersten Teil zu den physikalischen Grundlagen des Klimawandels vorstellte. Die wissenschaft­lichen Erkenntnisse liegen alle vor, sorgfältig nach Unsicherheiten untersucht, auf Widersprüche abgeklopft und nach Bedeutung gewichtet, aber auf Drängen von Stocker auch bereits zu simplen Alarmbotschaften zugespitzt – obwohl viele Fragen offener sind denn je.So glaubt das IPCC: Der Klimawandel seit 1950 ist mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 95 Prozent, und nicht wie bisher nur von 90 Prozent, menschengemacht.

Schon bei den drei Teilberichten rüttelten vereinfachende Zusammenfassungen die Politiker auf. Trotzdem braucht es nochmals eine Synthese. Vom 1. bis zum 12. Dezember findet in ­Lima die nächste grosse Klimakonferenz statt, eine entscheidende: Die Delegationen samt Regierungschefs müssen die Konferenz von Paris im nächsten Jahr vorbereiten, an der alle Staaten ein Abkommen schliessen sollen, das sie zur Begrenzung ihres CO2-Ausstosses verpflichtet – die Chance, dass es zustande kommt, strebt aber gegen null. Der Entwurf des Synthese­berichts liegt derzeit zur Begutachtung bei den Regierungen. Ende Oktober feilschen die Spitzen des IPCC in Kopenhagen darum, Anfang Dezember stellen sie ihn in Lima den Politikern vor. Da sind dramatische Botschaften gefragt, um die Weltöffentlichkeit zu erwecken.

Gezielte Indiskretionen

Zur PR-Strategie gehören auch gezielte Indiskretionen. So verfügt die New York Times, stets verlässlich, wenn es um Klima-Alarmismus geht, bereits über den vertraulichen Entwurf. «In schonungsloserer und eindrücklicherer Sprache als die Berichte, auf denen die Synthese beruht, betont der Entwurf die Dringlichkeit der Risiken, zu denen der anhaltende Ausstoss von Treibhausgasen führt», schreibt das Weltblatt. So warne der Bericht, die globale Temperatur nähere sich bereits dem Punkt, da sich der Verlust des gewaltigen Eisschildes über Grönland nicht mehr verhindern lasse: «Das Abschmelzen würde zwar Jahrhunderte dauern, aber es liesse sich nicht mehr aufhalten und könnte, zusammen mit anderem Schmelzwasser, zu einem Anstieg des Meeresspiegels um sieben Meter führen, also zur Überschwemmung der wichtigsten Weltstädte.»

Die Autoren der Synthese, zu denen wie immer auch Umweltaktivisten gehören, müssen mit einer Apokalypse drohen, die kein Zeitgenosse erleben wird. Denn sie haben ein Pro­blem: Ohne den Alarm der Forscher käme niemand auf die Idee, dass sich das Klima gefährlich wandelt. Die Erde heizt sich seit bald zwei Jahrzehnten kaum mehr auf, und diese «Erwärmungspause» könnte gemäss neusten Studien dreissig Jahre dauern. Die gemessenen Temperaturen liegen deshalb seit geraumer Zeit unter allen, die das IPCC in den letzten zwanzig Jahren voraussagte; zahllose Forscher mit millionenteuren Modellen haben sich blamiert.

Schon bisher zeigten die Chinesen, die Inder oder die Brasilianer keinerlei Willen, die Warnungen des Klimarates ernst zu nehmen, also ihren CO2-Ausstoss einzuschränken. Jetzt wehren sich auch die Australier, die Kanadier oder die Japaner gegen Massnahmen, und selbst in der vorbildlichen EU warnen immer lautere Stimmen vor deren wirtschaftlich verheerenden Folgen.

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