Konfliktforscherin verwehrt sich gegen simplistische Erklärmuster von Klimawandel und Konflikten

Spannender Artikel von Axel Bojanwoski am 14. Mai 2017 bei Spiegel Online:

Das Geheimnis des roten Sonnenflecks
In Europa scheint die Sonne stärker in den vergangenen Jahren – Messungen der Sonnenstrahlung offenbaren eine rote Zone, die bis nach Deutschland reicht. Was geht vor? [...] Sofort ins Auge springt ein knallroter Fleck über Bayern, Österreich, Nordostitalien und Tschechien [wo die Sonnenstrahlung zugenommen hat]. Doch auch der Großteil des übrigen Europa ist orange oder gelb, nur der Nordosten, Nordwesten und Südosten sind blau – dort ist die Sonnenstrahlung schwächer geworden. Veränderte Bewölkung kann nicht die Ursache sein, denn nur Messdaten unter blauem, wolkenlosem Himmel wurden ausgewertet. Und an der Sonne selbst kann es auch nicht liegen, sie scheint gleichmäßig auf die Erde. [...] Die Zunahme der Sonnenstrahlung sei also Folge geringerer Luftverschmutzung, berichtete Blanka Bartók nun auf der Jahrestagung der European Geosciences Union (EGU) in Wien, wo sie ihre Karte präsentierte.

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Eine Konfliktforscherin der University of Sussex verwehrt sich vehement gegen simplistische Modelle, dass eine Klimaerwärmung automatisch eine Zunahme von Konflikten bedeutet. Die GWPF fasste ihren Vortrag zusammen und zitiert Clionadh Raleigh:

There is a cottage industry that has emerged to promote [the climate conflict relationship] and others very similar to it, and those people and institutions …will find evidence or will…I hesitate to use the word “manipulate”…they will provide evidence as they see fit. There’s plenty of evidence that many of these presumed relationships are nonsense, but they are routinely used by the military or development organisations or by government…”

[...]

…the 150 different militia groups that have emerged in Libya or the 1000 that have emerged within Syria are not doing it because it didn’t rain 10 years ago. That’s not why they’re fighting… It did disturb me, the way [climate] caught on as the main lens through which people wanted to understand violence…especially the narrative about Syria is quite disturbing”

[...]

In very recent years, natural scientists have picked up on [the climate conflict] discussion. I would go so far as to say that their arguments are out and out environmental determinism: temperature goes up, violence goes up. It’s horrific…to imply that about people who are leading very difficult lives…to imply that they are somehow naturally violent is appalling.”

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Alina Schadwinkel wollte am 12. Mai 2017 auf Zeit Online der Klimaskepsis mit Fakten den Boden entziehen. Wir schauen in die Argumente hinein:

Mit Fakten gegen jeden Zweifel
Die globale Erwärmung ist größtenteils menschengemacht, der Klimawandel real. Und das lässt sich auch belegen. Sieben Fakten, die selbst Skeptiker überzeugen sollten.

[...]

Nach derzeitigem Wissen ist aber nur etwa ein Zehntel der heutigen Erderwärmung auf die Sonne zurückzuführen, anderslautende Behauptungen halten einer Prüfung nicht stand (siehe etwa Nature Geoscience: Huber & Knutti, 2011 / Journal of Geophysical Research: Benestad & Schmidt, 2009). Stattdessen sprechen alle Auswertungen dafür: Die aktuelle globale Erwärmung ist zum größten Teil menschengemacht.

Fakt ist aber auch, dass die heutigen Klimamodelle die Warmphasen der letzten 10.000 Jahre nicht korrekt nachvollziehen können. Steht übrigens schwarz auf weiß im letzten IPCC-Bericht. Warum wird dies hier nicht erwähnt? Die Modelle halten eine näheren Prüfung also nicht stand. Was nun?

Bei Punkt 2 geht es um den CO2-Anstieg. Der ist unbestritten. Aber wieviel Erwärmung bringt er? Das Stichwort Klimasensitivität fehlt hier.  Bei Punkt 3 geht es um die Attribution. CO2 steigt an, Temperatur steigt an, also ist der Fall klar: CO2 ist der wichtigste Klimatreiber. Unerwähnt bleibt, dass die Sonne in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine ihrer stärksten Intensitäten der letzten 10.000 Jahre erreicht hat. Nur Zufall? Wenn die Attribution so einfach wäre… Punkt 4: Die Eismassen schmelzen. Stimmt. Aber geschmolzen sind sie immer wieder, z.B. zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) vor 1000 Jahren. Weshalb bleibt dies hier unerwähnt? Dann ein bemerkenswerter Absatz:

Fehler und Manipulationen der Vergangenheit haben die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung angekratzt. Zwei Fälle haben für besondere Aufmerksamkeit gesorgt. Erstens die “Hockeyschläger-Kurve”. Die Grafik zeigt eine Rekonstruktion von Temperaturen über die letzten ein- bis zweitausend Jahre. In ihrer ersten Fassung von 1998 hatte sie tatsächlich statistische Schwächen. Doch eine überarbeitete Fassung – und viele andere Berechnungen – bestätigen die Grundaussage: Temperaturdaten lassen darauf schließen, dass es niemals in den vergangenen tausend Jahren so warm war wie heute.

Es ist schön, das die Hockeystick-Fehler endlich eingeräumt werden. Das wurde auch Zeit. Allerdings ist die Schlussfolgerung etwas wackelig. Derzeit ist noch unklar, ob die moderne Wärmeperiode oder MWP die Nase vorne hatte… Eines ist jedoch bereits Konsens: Während des holozänen thermischen Maximums vor 6000 Jahren war es schon einmal für längere Zeit wärmer als heute. Hätte man erwähnen können. Gut dann das Ende:

Sicherlich sind noch zahlreiche Detailfragen zu beantworten. Kein Forscher behauptet, die Klimaveränderungen seien vollkommen verstanden. Im Gegenteil: In der Gedankenwelt der Naturwissenschaft ist eine Erkenntnis nie final, sondern immer ein Zustand in einem Prozess.