Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in der Kritik: Neue Klimaprojekte ignorieren wissenschaftliche Fakten

Anfang Dezember 2014 trafen sich im peruanischen Lima tausende von Klimareisenden, um sich die Schönheiten der Stadt anzuschauen. Außerdem erzählte man sich bei Sekt und Häppchen schaurige Klimageschichten und gruselte sich dabei köstlich. Kurz nach der Konferenz veröffentlichte die UNO nun die offizielle Teilnehmerliste. Das pdf gibt es hier. In der zweihundertsechundfünfzigseitigen Liste gibt es so einiges zu entdecken. Waren alle 11.185 Dienstreisen wirklich notwendig? Wer hat wohl ernsthaft mitdiskutiert, wer wollte nur auf Kosten von Steuerzahlern und Spendern Spaß haben?

Auf den Seiten 58 bis 60 findet sich die Liste der 64 deutschen Teilnehmer staatlicher Organisationen. Es verwundert nicht, dass das Umweltministerium eine Riesentruppe schickte. Aber mussten wirklich gleich 7 Bundestagsabgeordnete hinfliegen? Dazu kommen noch viele weitere Deutsche, die sich in den Universitäts- und NGO-Rubriken verstecken. Der WWF reiste mit unzähligen internationalen Teilnehmern an. Waren die 7 Teilnehmer des World Council of Churches wirklich unverzichtbar? Stöbern sie einfach einmal in dem Verzeichnis. Wenn man bedenkt, dass die Konferenz weitgehend ergebnislos verlief, kommen einem beim Anblick der Mammutliste schon komische Gedanken.

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Im Fachmagazin Weather, Climate, and Society veröffentlichten Coffel & Horton kürzlich eine neue Spielart der Klimakatastrophe. Durch die Erwärmung würden an einigen Flughäfen bald keine Jets mehr abheben können, da die Luft sie nicht mehr trügen. Das passt gut, denn an besonders heißen Tagen ist das Reisen sowieso unerträglich. Da bleibt man lieber zuhause im schattigen Garten bei einem kühlen Gläschen Bier. Weiterer Nutzen: Auf diese Weise werden große Mengen an CO2-Emissionen vermieden. Jetzt warten wir auf die Nachfolgearbeit, dass die Klimaerwärmung schon bald die Autoreifen und Schornsteine der Kohlekraftwerke platzen lässt. Wir sind gespannt.

Hier die Kurzfassung der Coffel & Horton-Studie:

Climate change and the impact of extreme temperatures on aviation
Temperature and airport elevation significantly influence the maximum allowable takeoff weight of an aircraft by changing the surface air density and thus the lift produced at a given speed (Anderson 1999). For a given runway length, airport elevation, and aircraft type there is a temperature threshold above which the airplane cannot take off at its maximum weight and thus must be weight restricted. The number of summer days necessitating weight restriction has increased since 1980 along with the observed increase in surface temperature. Climate change is projected to increase mean temperatures at all airports and significantly increase the frequency and severity of extreme heat events at some (Scherer and Diffenbaugh 2013; Donat et al. 2013; IPCC 2012). These changes will negatively affect aircraft performance, leading to increased weight restrictions especially at airports with short runways and little room to expand. For a Boeing 737-800 aircraft, we find that the number of weight restriction days between May and September will increase by 50-200% at four major airports in the United States by 2050-2070 under the RCP8.5 emissions scenario (Moss et al. 2010). These performance reductions may have a negative economic effect on the airline industry. Increased weight restrictions have previously been identified as potential impacts of climate change (National Research Council 2008; US Global Change Research Program 2009), but this study is the first to quantify the effect of higher temperatures on commercial aviation. Planning for changes in extreme heat events will help the aviation industry to reduce its vulnerability to this aspect of climate change.

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Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat wieder BMZ-Klimageld zu verbraten. Diesmal geht es um Algerien, wie man auf der GIZ-Webseite erfährt:

Umsetzung des nationalen Klimaplans Algeriens
Algerien ist zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen. Dies gilt vor allem für den Norden des Landes. Dort konzentriert sich auf einem schmalen Küstenstreifen der Großteil der Bevölkerung, der landwirtschaftlichen Produktionsflächen und der Industrie. Die durchschnittliche Temperatur und die Anzahl extremer Wetterereignisse, wie Dürren, Starkregen und Stürme, nehmen zu. Verbunden mit einer größeren Variabilität der Niederschläge sowie einem ansteigenden Meeresspiegel erhöht sich das Risiko, dass Siedlungs- und landwirtschaftliche Nutzflächen verloren gehen. Gleichzeitig verstärken diese Folgen des Klimawandels die negativen Effekte der zunehmender Umweltzerstörung, beispielsweise durch übernutzte Weideflächen oder verschmutzte Gewässer.
Algerien hat mehrere klimarelevante Strategien und Programme erlassen. Dennoch wird das Thema Klima noch nicht ausreichend in den einzelnen Sektoren, wie in der Landwirtschaft, politisch berücksichtigt. In den verantwortlichen Sektorministerien und ihren nachgeordneten Institutionen auf regionaler und lokaler Ebene verfügen die Mitarbeitenden bisher über ein unzureichendes Fachwissen. Zudem fehlt es an Instrumenten und Ansätzen, die dafür sorgen, dass ein nachhaltiges Ressourcenmanagement und Maßnahmen zur Klimaanpassung sowohl in den jeweiligen Sektorpolitiken und -plänen als auch in der lokalen Entwicklungsplanung systematisch integriert werden. Die Zivilbevölkerung ist bislang aufgrund der bisherigen Subventionspolitik, insbesondere im Energiebereich, nur wenig für diese Themen sensibilisiert.

Schreiten wir zum Faktencheck. Die Anzahl extremer Wetterereignisse wie Dürren, Starkregen und Stürme, nehmen zu, heißt es. Stimmt dies? Im südlich der Sahara gelegenen Sahel ist das Gegenteil der Fall (siehe “Klimamodelle des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie geben Grund zur Hoffnung: Große Teile des Sahels werden bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ergrünen” und “Satellitenbildauswertung der Universität Bayreuth: Vegetationsdichte im westafrikanischen Sahel hat in den letzten 30 Jahren zugenommen“). Und wie sieht es an der algerischen Mittelmeerküste aus? Die Experten sehen hier eher eine starke natürliche Zyklik am Werke. Siehe:

 

Und der Starkregen? Keine Zunahme in der weiteren Region! Siehe:

 

Und die Stürme? Dazu lesen wir Nissen et al. aus dem Oktober 2014 (Auszug aus der Kurzfassung):

Mediterranean cyclones and windstorms in a changing climate
[...] All model simulations show a reduction in the total number of cyclones crossing the Mediterranean region under climate change conditions. Exceptions are Morocco and the Levant region, where the models predict an increase in the number of cyclones.

Modellierungen finden keine Zunahme der Stürme an der Küsten Algeriens. Könnte das Desinteresse der Algerier am Klimawandel vielleicht daran liegen, dass sich das Extremwetter überhaupt nicht geändert hat? Ist es der GIZ eigentlich vollkommen egal, dass ihre pseudowissenschaftliche Projektbegründung voller Fehler steckt?

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Al Gores Climate Reality Projekt geht es alles andere als gut. Das Interesse an der Klimaalarm-Organisation hat merklich abgenommen, die Spenden sind dramatisch zurückgegangen. Kurz vor dem Jahreswechsel 2014/15 hat Gore nun mit einem anonymen Spender aufgewartet, der bis zur Silvesternacht eintreffende Zahlungen anderer Geldgeber verdoppeln würde. Den Namen des Gönners wollte Gore jedoch partout nicht verraten. Der Klimarealist James Taylor vom Heartland Institut kritisierte die nichttransparente Aktion und fragt sich, aus welchen dunklen Kanälen das Geld wohl stammen könnte. Das Climate Reality Projekt sollte Spenden aus undurchsichtigen Quellen ablehnen. Handelt es sich um Investoren in Solarfarmen und Windkraftanlagen, die von der Klimaangst profitieren?