Klimaforscher Mojib Latif spendet sein Preisgeld des Deutschen Umweltpreises für Entwicklungsprojekte in Ruanda und Nepal

Die Deutsche Welle (DW) hält im Internet ein Video mit dem Titel “Das große Gletscher-Schmelzen” vom 27. Februar 2016 bereit. Vor großartigem Matterhorn-Panorama kommen diverse Glaziologen zu Wort. Ab ca. Minute 3:17 wird ein Temperaturanstieg von 3 bis 4°C in den Alpen bis zum Ende des Jahrhunderts prognostiziert – und zwar in allen Jahreszeiten. Das Ganze natürlich auf Basis von einer völlig überhöhten und mittlerweile veralteten CO2-Klimasensitivität. Kurz vor Schluss erfahren wir außerdem, dass bis dahin “ein Großteil der Gletscher, wie wir sie kennen, nicht mehr existieren” wird. Dies sei sicher und “nicht mehr zu verhindern”.

Der echte “Knaller” der Sendung versteckt sich jedoch bei Minute 1:55. Dort behauptet der Filmkommentar Ungeheuerliches:

“Weltweit verlieren die Gletscher schneller an Eis als jemals zuvor”

Als jemals zuvor? Offensichtlich fehlt es bei den Filmemachern am paläoklimatologischen Rüstzeug. In den letzten 10.000 Jahren hat es in der Welt – und auch in den Alpen – immer wieder charakteristische Warmphasen gegeben, zuletzt vor tausend Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode. Vor 5000 Jahren (mittelholozänes Klimaoptimum) waren die Alpengletscher sogar fast vollständig abgeschmolzen. Die im Film getätigte Behauptung entspricht absolut nicht dem wissenschaftlichen Kenntnisstand. Überhaupt verliert die Sendung keine Silbe zur vorindustriellen Klimaentwicklung der Alpen, was die aktuelle Gletscherschmelze bedrohlicher erscheinen lässt als sie in Wirklichkeit ist. Um Antwort wird gebeten.

Hier die unbequemen Fakten:

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Unerwartetes Fairplay in der taz am 7. März 2016:

Der Klimawandel als Kriegstreiber: Scharmützel um den „Klimakrieg“
Der Klimawandel sei mitverantwortlich für den Krieg in Syrien, behaupten Politiker und Militärs. Wissenschaftler widersprechen.
Hat der Krieg in Syrien etwas mit dem Klimawandel zu tun? Für viele Medien und die US-Regierung heißt die Anwort: ja.[...] Wissenschaftler des “Deutschen Klimakonsortiums“ (DKK) dagegen warnen vor Schnellschüssen. Klimawandel sei bei Konflikten „nur ein Treiber unter vielen“, heißt es in einer Erklärung des DKK (pdf-Datei), in dem sich deutsche Forscher und Institute zusammengeschlossen haben. „Unsere Daten erlauben keine solchen Rückschlüsse“, sagt Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, zu den Behauptungen, die Dürre in Syrien sei Folge des Klimawandels.

Weiterlesen in der taz.

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Schöne Geste von Mojib Latif. Der Klimaretter meldete am 8. März 2016:

Latif spendet Preisgeld für Klimaschutz
Der Klimaforscher Mojib Latif spendet sein Preisgeld des Deutschen Umweltpreises in Höhe von 240.000 Euro an Klimaschutzprojekte in Ruanda und Nepal. Das gaben die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Organisation Atmosfair zum Start der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin bekannt. Latif war im vergangenen November mit dem hoch dotierten Preis ausgezeichnet worden. [...]  In Ruanda sollen damit 2.300 effiziente Öfen gekauft werden, die vor Ort produziert werden. In Nepal soll Latifs Preisgeld nach den Erdbeben im April und Mai vergangenen Jahres für die Reparatur und den Neubau von 800 Kleinbiogasanlagen sowie für Dämmstoffe und Photovoltaik-Anlagen eingesetzt werden.

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Die Entwicklungshilfeplattform devex beklagte am 7. März 2016 den großen Schaden, der die Klimaerwärmung bereits in der Mongolei angerichtet hätte:

For Mongolians, climate change is as personal as it gets

Was war passiert? In den letzten Sommern sind Millionen von Nutztieren im Zuge von Kälteeinbrüchen verendet. Die Entwicklungshelfer interpretieren die Kälte als Folge der globalen Klimaerwärmung. Logisch, was denn sonst. Devex:

The effects of climate change have been severe in Mongolia, bordered by Russia to the north and China to the south. In 2009 and 2010 alone, around 8.5 million livestock died — consisting mostly of goats, sheep, cows and horses — as a result of extreme weather conditions known as a “dzud,” a summer drought followed by a heavy snowfall. The phenomenon is unique to the East Asian nation, exacerbated by the fact that around one-third of the country’s work force depends on animal husbandry and livestock herding to earn a living. And this year, dzud is once again threatening livelihoods. Since November 2015, large parts of the country have been experiencing very low temperatures of up to  minus 40 degree Celsius, followed by heavy snowfall that has covered around 90 percent of Mongolia’s territory. This has resulted in sharp reductions in plant life used for livestock feed and rendering pastures — and even basic services such as transportation — largely inaccessible.

Mit Dank an WUWT.