Fritz Vahrenholt: Eingeständnis von Fehlern in der Energiepolitik hätte unabsehbare Folgen für das derzeitige politische Establishment

Am 6. September 2016 erschien von Geopolitical Intelligence Services (GIS) ein neuer Report zur deutschen Energiewende. Autor des Beitrags ist Fritz Vahrenholt. Hier einige Auszüge:

Deutschlands Energiepolitik benötigt eine Korrektur

Mit seinem derzeitigen Dekarbonisierungs-Plan zielt Berlin darauf ab, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieabgabe in Deutschland bis 2050 auf 80 Prozent zu erhöhen. Kein anderes Land der Welt fährt einen solch radikalen Kurs, der mit Sicherheit dazu führen wird, dass die Strompreise explodieren und auf ein bisher noch nie gesehenes Niveau ansteigen.

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Die Akteure in der Solar-, Wind- und Biogasbranche sind zu den Nutznießern der Freigiebigkeit der Regierung geworden, und zwar in Form von zweistelligen Renditen auf ihre Investitionen aufgrund der staatlich garantierten Festpreise für die Energie, die sie erzeugen werden – und das mehr als 20 Jahre lang. Diese Erträge werden von den Stromverbrauchern finanziert, auch den Unterprivilegierten, die sich diese Kosten nicht leisten können.

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Wenn ein Hochgeschwindigkeitszug einen Bahnhof verlässt, wenn ein Stahlwerk befeuert wird oder die Lichter in einem Stadion angehen, wird durch den Frequenzabfall im Stromnetz automatisch ein Kraftwerks-Generator aktiviert. Solar und Windkraft können solche sekundären Reserven nicht zuverlässig liefern. Es hat nichts mit ihrer Liebe zur Kohle zu tun, dass die Deutsche Energieagentur und die vier Netzbetreiber die Kohlekraftwerke in Betrieb lassen. Sie wissen, dass ohne diese Einrichtungen das Stromnetz zusammenbrechen könnte. Die technische Realität ist so, dass ein Minimum von 20 Prozent der Stromnachfrage durch herkömmliche Dampfturbinen-Generatoren erzeugt werden muss, um das System sicher zu halten.

Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung anerkennt, dass es keinen Sinn macht, noch mehr Windkraftanlagen, etwa in die Ostseeregion zwischen Rostock und Stralsund, hinzuzufügen. Während der dort häufigen Perioden mit hohem Windaufkommen füllt sich das örtliche Netz schnell mit Strom und für jede Windturbine, die an das System angeschlossen wird, müsste eine andere heruntergefahren werden – während man ihre Betreiber selbstverständlich weiterbezahlt.

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Die politischen Entscheidungsträger versuchen, den aktuellen Kurs in die wirtschaftliche Katastrophe fortzusetzen. Die Angst vor einer CO2-induzierten Klimakatastrophe ist spürbar. Politisch würde eine ernsthafte Abkehr von der Energiewende als undenkbar angesehen werden: Das liefe auf das Eingeständnis eines strategischen Fehlers hinaus, mit unabsehbaren Folgen für das derzeitige politische Establishment.

Ganzen Artikel auf Geopolitical Intelligence Services lesen.

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Spiegel Online-Autor Axel Bojanowski fiel ja dem einen oder anderen Klima-Angstschürer schon lange negativ auf. Mit einem neuen Artikel dürfte sich die Ablehnung weiter steigern. In einem neuen Artikel vom 3. September 2016 setzt sich Bojanowski mit der “Atmosfear”, der übertriebenen Angst vor der irdischen Atmosphäre, auseinander. Die bei allen möglichen Ereignissen auf Hochtouren laufende PR- Maschine der Klimawandelideologie wird ein wenig entzaubert. Bojanowski schreibt:

Ähnliche Fälle gab es häufiger. Ob WaldbrändeKriege, angeblich versinkende Inseln - oft stellte sich bei genauerer Prüfung heraus, dass die Ursachen komplex sind. Gelegentlich ist es ein Freispruch aus Mangel an Beweisen in Sachen Klimawandel – die vielen anderen Einflüsse auszuschließen, erweist sich eben meist als schwierig.

Dem Beitrag angehängt ist eine Karte mit Orten, an denen der Klimawandel schon spürbar sein soll. Sicherlich ein Zugeständnis, denn selbst da bemüht sich Bojanowski um mehr Sachlichkeit. Zum “tauenden Permafrostboden” merkt er an, dass auch unabhängig vom Klimawandel die Erwärmung durch warme Häuser in den Städten eine Ursache ist. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft überall in der Berichterstattung eine dringend notwendige Versachlichung erfolgt und Medien zukünftig weniger von Angstverbreitern vereinnahmt werden können.

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Bleiben wir bei Spiegel Online (SPON). Zwei Tage nach Bojanowski erschien dort ein Interview des SPON-Redakteurs Christoph Seidler mit dem Glaziologen Matthias Huss:

Gletscher in der Schweiz Juchhu, ein richtig mieser Sommer
Schnee bis Mitte Juni – für die Schweizer Alpengletscher war der maue Sommer ein Segen. [...] Am Eigergletscher sind in der vergangenen Woche ganze 20.000 Kubikmeter Eis abgebrochen, nachdem sich der Eisfluss zuvor massiv beschleunigt hatte. Der große Rums vom Eigergletscher ist also für sich genommen kein beunruhigendes Zeichen. Doch vielen Alpengletschern geht es seit Jahrzehnten schlecht.

Alarm! Die Gletscher der Schweizer Alpen schrumpfen! Zum Glück ist bereits klar, wer die Verantwortung dafür trägt:

Schuld ist die vom Menschen verursachte Erderwärmung.

Temperaturveränderungen als Zyklus und (auch) natürlichen Ursprungs ? Nein Danke ! Nur was „vom Menschen“ gemacht ist, gilt als akzeptabel gefährlich. Doch zunächst einmal schleichen sich bei SPIEGEL-online zum Thema Gletscherschwund auch noch etwas zurückhaltende Worte ein:

„Umso verblüffender waren die Signale, die Schweizer Glaziologen in diesem Sommer aussandten. Die große Schmelze, so schien es, könnte diesmal ausbleiben.“

Der von SPIEGEL-online befragte Fachmann der ETH kann diese Einschränkung nicht leugnen, leider:

„Wir sind mit viel Winterschnee in den Sommer gestartet, vor allem im Westen der Schweiz. Auf einigen Gletschern ist noch bis Mitte Juni Schnee dazugekommen, das ist außergewöhnlich. Deswegen haben wir das Maximum der Schneehöhe relativ spät im Jahr erreicht. [...] Einige Gletscher, vor allem im Berner Oberland und in der Westschweiz, werden dieses Jahr nicht so viel Masse verlieren wie zum Beispiel letztes Jahr. Es ist auch möglich, dass wir landesweit unter den mittleren Eisverlusten der vergangenen zehn Jahre liegen.“

Nicht einmal ein Gewinn an Masse wird gänzlich ausgeschlossen! Toll, also ich find das gut! Aber für Herrn Huss scheint das dann doch zu optimistisch formuliert zu sein und er schränkt auch gleich ein:

Viele Gletscherzungen in der Schweiz sind längst aus dem Gleichgewicht. Wie die allermeisten Gletscher weltweit schwinden sie im Zuge der Erderwärmung – weil der Mensch so viele fossile Rohstoffe verbrennt.

Wenn wir so viel Klarheit schon haben, wieso forschen die von der ETH dann eigentlich noch? Das Geld könnte man doch sparen! Okay, es geht um die Dokumentation des Elends … . Natürlich stellt SPIEGEL-online die unvermeidliche Frage nach Lösungsmöglichkeiten. Herr Huss:

Man muss sich fragen, wie viel man investieren will, damit ein Gletscher in einem Jahr ein bisschen weniger abschmilzt. Man darf der Öffentlichkeit aber nicht vormachen, dass sich das Problem mit ein paar Schneekanonen lösen lässt.

Wäre ja auch ein teurer Spass! Zum Glück aber hat Herr Huss tatsächlich dann die ultimative Idee, wie man das Übel an der Wurzel packen und ausmerzen kann:

Wir müssen unsere Konsumgewohnheiten grundsätzlich verändern.

Da haben wir es! Jubel! Und wir dachten schon, es wäre kompliziert … . Arm in Arm mit allen Menschen dieser Welt, vor allem jenen, die ohnehin schon hungern, sparen wir am Konsum … und „schaffen das“!

Mit Dank an Dr. Hans-J. Dammschneider für die Kommentierung des SPON-Beitrags

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An dieser Stelle der Hinweis auf unser Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP). Auf der Onlinekarte sind im Bereich der Alpen etliche Studien vermerkt, die während dieser natürlichen Warmphase vor 1000 Jahren einen deutlichen Rückgang der Alpengletscher dokumentiert haben. Wie funktionierts, wenn sich das CO2 im gleichen Zeitabschnitt konstant auf niedrigem vorindustriellen Niveau befunden hat? Im Interview keine Silbe zu diesem Phänomen, der Achillesferse des alarmistischen Konstrukts.

Kurze Projektstatusmeldung für alle Förderer und Leser: Momentan werden die letzten europäischen Datenpunkte im Bereich von Island und Spitzbergen eingearbeitet. Global gesehen befinden sich nun bereits 770 Datenpunkte auf der Karte. Komplettiert werden müssen immer noch Nordamerika und Südamerika, sowie der Bereich China, Korea, Japan. Erst dann soll mit den systematischen regionalen Synthesen und Manuskripten begonnen werden. Laut Google-Statistik wurde die Online-Karte bereits knapp 25.000 mal angeklickt. Vielleicht nutzen andere Forscher diesen Datenschatz bereits eifrig? Man möchte es hoffen.

Screenshot Stand 7. September 2016