Energiewende kostet 2016 laut Institut der deutschen Wirtschaft rund 31 Milliarden Euro

Allmählich hat es wohl auch der Letzte gemerkt, dass die stümperhaft geplante Energiewende so nicht weitergehen kann. Die Wirtschaftswoche fand am 12. Mai 2016 klare Worte:

Energiewende: Warum die Ökostromförderung endlich enden muss
Die Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse braucht neue Spielregeln, sie kostet Verbraucher und Wirtschaft jährlich Milliarden. Wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) reformiert werden soll, was das für Verbraucher und Erzeuger bedeutet. [...]  Insgesamt müssen Verbraucher und Wirtschaft derzeit pro Jahr bis zu 24 Milliarden Euro per Umlagen für den Ausbau der grünen Stromerzeugung aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse bezahlen. Dabei ist schon heute an guten Standorten die Stromerzeugung mit Windanlagen an Land auch ohne Förderung günstiger als Strom aus Kohle- oder aus Kernkraftwerken. Windturbinen werden immer effizienter, Windparks können aus der Ferne gesteuert werden. Zwischen 2010 und 2014 sind die Kosten für die Erzeugung von Windstrom um ein Drittel gesunken. Wenn der Staat nun also die öffentliche Förderung der Erneuerbaren zurückschrauben will, dann ist das überfällig. Viele Jahre schon profitieren Unternehmen wie Enercon vom süßen Gift staatlicher Subventionen. Ihr Geschäft ist längst marktreif.

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Ein Blick auf die Stromrechnung reicht, um das Problem zu erkennen. Die Welt erklärte es am 27. April 2016:

Strom ist teuer wie nie – Wie es dazu kam
Es schien, als könnten die Strompreise endlich sinken: Doch in Wahrheit zahlen Deutschlands Verbraucher derzeit so viel wie noch nie. Stromkunden werden sogar noch stärker belastet als Autofahrer.
Ein Jahr lang konnten die Deutschen auf sinkende oder wenigstens stabile Strompreise hoffen. Doch spätestens jetzt haben sie Gewissheit, dass sich diese Erwartung nicht erfüllen wird. Ganz im Gegenteil: Eine aktuelle Analyse des Preisvergleich-Portals TopTarif offenbart, dass Verbraucher für ihren Strom derzeit so viel bezahlen wie noch nie. Das Preisniveau der Grundversorgung in Deutschland erreichte im April sein Allzeithoch. Verbraucher, die ihren Strom im Standardtarif vom örtlichen Versorger kaufen, müssen aktuell durchschnittlich 30,27 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zahlen, vor einem Jahr kostete der Strom noch deutlich weniger als 30 Cent. Eine vierköpfige Musterfamilie mit einem Verbrauch von 4000 kWh zahlt demnach im April im Schnitt 1211 Euro im Jahr für Strom, wie die Daten von Toptarif zeigen. Vor einem Jahr waren es noch weniger als 1200 Euro, vor fünf Jahren waren es nur gut 1000 Euro.

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Hier die vollständige Pressemitteilung von TopTarif vom 26. April 2016:

Strompreise in der Grundversorgung klettern auf Rekordhoch

Das durchschnittliche Preisniveau der Grundversorgung in Deutschland erreichte im April sein Allzeithoch. Nachdem Verbraucher sich noch im letzten Jahr über kurzzeitige Entlastungen freuen konnten, stiegen die Preise der Grundversorgungstarife in den letzten sechs Monaten wieder um durchschnittlich 1,3 Prozent auf das jetzige Rekordniveau von 30,27 Cent pro Kilowattstunde (kWh) – so hoch wie noch nie. Eine Musterfamilie mit einem Verbrauch von 4.000 kWh zahlt demnach im April 1.211 Euro im Jahr für Strom. Das zeigt eine Datenerhebung des Vergleichsportals TopTarif (www.toptarif.de). Trotz dieser Preisentwicklung bezieht noch immer ein Drittel der Verbraucher Strom im Grundversorgungstarif ihres örtlichen Versorgers.

Grundversorger sind 57 Prozent teurer als günstigster Anbieter

Grundversorger gewährleisten, dass jeder Haushalt in Deutschland gesetzlich garantiert mit Energie versorgt wird: „Deshalb ist der Grundversorgungstarif in der Regel automatisch teurer als ein alternativer Anbieter. Verbraucher, die zum günstigsten Anbieter wechseln, sparen im April durchschnittlich mehr als 30 Prozent. Das sind bei einer kleinen Familie über 400 Euro im Jahr“, erklärt Klaus Hufnagel, Geschäftsführer des Vergleichsportals TopTarif.

Worauf Verbraucher beim Wechsel achten sollten

Ein Wechsel zu einem neuen Anbieter ist unproblematisch. Verbraucher sollten bei der Wahl aber neben dem Preis darauf achten, dass der Tarif fair ist – also kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen enthält und eine Preisgarantie, die vor kurzfristigen Preisanpassungen schützt. Marktüblich ist, dass viele Stromanbieter ihren Neukunden einen einmaligen Bonus auszahlen, der bis zu 25 Prozent der Gesamtkosten des ersten Jahres ausmacht. Wer sich noch in der Grundversorgung befindet, muss sich nicht um die Kündigung kümmern. Denn die übernimmt der neue Versorger. Stromleitungen und Zähler bleiben im Besitz des örtlichen Netzbetreibers, der auch nach wie vor dafür zuständig ist. Außer der Stromrechnung ändert sich also nichts. Unsichere Verbraucher können sich weitergehend über den potenziellen neuen Anbieter informieren. Denn oft sind sogenannte Discounter zum Beispiel gar keine unerfahrenen Unternehmen am Markt, sondern gehören zu großen etablierten Energiekonzernen. Der Preis allein sollte dennoch nicht das alles entscheidende Kriterium bei der Wahl des neuen Anbieters sein. Wichtig ist, die eigenen Bedürfnisse beim Wechsel zu berücksichtigen: So finden umweltbewusste Verbraucher zum Beispiel eine Vielzahl an Ökostromtarifen.
TopTarif.de ist eines der führenden deutschen Vergleichsportale im Internet für den einfachen und bequemen Tarifvergleich.

Wo bleibt das ganze Geld? Die Wirtschaftswoche verriet es am 28. April 2016:

Windräder stehen still – und kosten Hunderte Millionen Euro
Weil das Stromnetzes überlastet ist, müssen immer mehr Windräder abgeregelt werden. Das kostet die Netzbetreiber Hunderte Millionen Euro. Wegen des Booms der erneuerbaren Energien müssen immer mehr Windräder abgeregelt werden. Grund dafür ist die Überlastung des Stromnetzes. Die Netzbetreiber müssen Windräder abregeln, wenn ihr Strom das Netz zu verstopfen droht. Ursprünglich war dies als Notmaßnahme gedacht. Die Wind- und Solarparkparkbetreiber werden jedoch für den nicht produzierten Strom vergütet.

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Anstatt die unkontrollierten Geldabflüsse endlich zu stoppen, schmeißt man munter weiter mit Euros um sich, wie die FAZ am 27. April 2016 erläuterte:

Neue Subvention „Die Prämie für E-Autos ist ein schwerer Fehler“
Die Regierung hat die 4000-Euro-Kaufprämie für Elektro-Autos beschlossen. Automanager und Betriebsräte sind glücklich. Doch viel mehr Freunde hat die Prämie nicht. [...] Die Umweltschutzorganisation BUND moniert das „Milliardengeschenk“ an die Branche. Besonders problematisch sei die Prämie für Plug-in-Hybride, die “meist nur auf dem Papier sparsam und sauber” seien. Harsche Kritik kam auch von namhaften Ökonomen: „Die Prämie für E-Autos halte ich für einen schweren Fehler”, sagte  Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die 600 Millionen Steuergelder wären besser in der Erforschung und Entwicklung neuer Umwelttechnologien angelegt. 

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Was kostet der ganze Spaß eigentlich? Finanznachrichten.de weiß es:

Energiewende kostet 2016 laut IW rund 31 Milliarden Euro
[...] Das sind rund drei Milliarden oder elf Prozent mehr als 2015. Ein Grund seien die immer größeren Kosten zur Stabilisierung des Stromnetzes. Außerdem verursache der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien zusätzliche Belastungen.

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Visionen, Aktionen und Realität. Ruhrkultour beschrieb am 27. April 2016 ein einprägsames Beispiel, wie eine Energiewende scheitern kann:

El Hierro – Das bittere Ende eines Energiewende-Märchens
“Seit dem 27. Juni 2014 wird die elektrische Energie der Insel vollständig von Windkraft erzeugt”, heißt es im Nachschlagewerk Wikipedia, unter Berufung auf einen Artikel aus der Zeitschrift GEO*, der allerdings vom August 2013 stammt. Titel: “El Hierro wird Ökomodell”. Die Realität hat den Traum schon längst  beendet, genau besehen, bereits vor den ersten Baumaßnahmen des Projekts. [...]  „Im Jahre 2015 wurde der Wunschtraum, 100 % Strom aus Erneuerbarer Energie zu beziehen, am 9. August für etwas mehr als 2 Stunden erreicht. In der ersten Jahreshälfte konnten die sauberen Energiequellen zu 30 % genutzt werden. In den Monaten Juli und August lagen die Mittelwerte zwischen 49 und 55 %. Die fehlende Energie musste das alte Schwerölkraftwerk beisteuern, das man eigentlich stilllegen wollte“, so der Blog lapalma1.net.

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Angesichts der Energiewenden-Misere überrascht es nicht, dass die EU mittlerweile plant, die Zügel etwas zu lockern. Ofimagazine.com meldete am 13. Mai 2016, dass die EU nach 2020 wohl die verpflichtende Beimischung von Biotreibstoffen im Transportwesen wegfallen lassen könnte:

EU confirms the green transport target will be scrapped post-2020
Current laws in the EU, which require member states to use at least 10% of renewable energy in the transport sector, are to be scrapped after 2020, EurActiv reported on 4 May. A revision of the current Renewable Energy Directive (RED) will be tabled by the European Commission (EC) at the end of the year, with the aim being to push wind and solar energy. Marie Donnelly, director for renewables at the EC commented, “we will look specifically at the challenges and opportunities of renewable fuels including biofuels”. The 10% renewable fuel target for the transport sector would be dropped in a new post-2020 directive, Donnelly said.

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Mittlerweile erwägt auch die dänische Regierung, die Subventionen für die Erneuerbaren Energien stark zurückzufahren.

Bedenklich ist die wachsende Gewaltbereitschaft von Klimaaktivisten. Vor kurzem stürmten Aktivisten das große Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe. Roland Tichy schrieb dazu am 16. Mai 2016:

Energiepolitik: Erfolgreicher Angriff auf Kraftwerk
Erstmals wurde die Stromerzeugung durch brutale Angriffe von Demonstranten gefährdet und musste herabgefahren werden. Es gab aber auch Gegendemonstrationen. Die Grünen wiederum freuen sich, dass das Energieversorgung bald insgesamt blockiert werden könnte. [...] Nach Polizeiangaben waren rund 1.600 Aktivisten aus ganz Europa in die Lausitz gekommen. Das Bündnis „Ende Gelände“ zog eine rundum positive Bilanz nach den Protesten. „Das Aktionswochenende hat alle unsere Erwartungen übertroffen“, hieß es seitens des Bündnisses. Für Diskussionen dürfte in den kommenden Tagen noch der äußerst passive Polizeieinsatz sorgen. „Die Beamten hatten den Besetzern das gesamte Wochenende nahezu freies Geleit gelassen. Was immer sie besetzen wollten – sie konnten gemütlich hineinlaufen“, freute sich die taz .

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Machen hier Aktivisten und Politik bereits gemeinsame Sache?  Toleriert oder sogar selbst bestellt? Es würde jedenfalls ins Bild passen.