Mojib Latif beim Schummeln ertappt

Unser Leser Dr. Wilfried Schnelle stieß am 15. März 2018 auf ein Interview von Mojib Latif im Deutschlandfunk. Dort ging Latif anlässlich des 30. Geburtstags des IPCC seiner liebsten Beschäftigung nach und spann eifrig Klimaalarm:

30 Jahre Weltklimarat: Erreichen des 1,5-Grad-Ziels “so gut wie ausgeschlossen”
Vor 30 Jahren wurde der Weltklimarat ins Leben gerufen – der Grund: man verdächtigte den Menschen, Hauptverursacher des Klimawandels zu sein. Das gelte heute als erwiesen, sagte der Klimaforscher Mojib Latif im Dlf. Dennoch habe der IPCC eine Aufgabe zu erfüllen: die Prognosen immer genauer zu machen.

Dr. Schnelle entdeckte zwei besonders bemerkenswerte Stellen. Hier Nummer 1:

Enorme Übereinstimmung bei Computer-Simulationen

Ehring: Es gibt ja immer wieder alarmierende Meldungen über das Klima, dass zum Beispiel der Meeresspiegel schneller steigt, als man bisher gedacht hat. Hat der IPCC am Anfang die Entwicklung noch unterschätzt, oder ist es ungefähr so gekommen, wie man damals vermutet hat?

Latif: Ganz grob ist es schon ungefähr so gekommen, wie man vermutet hatte. Wenn man die ersten Computer-Simulationen hernimmt und vergleicht, was in den Jahrzehnten danach tatsächlich passiert ist, dann ist doch eine enorme Übereinstimmung zu erkennen – nicht nur was die Entwicklung der globalen Durchschnittstemperatur angeht, sondern vor allen Dingen auch, was die regionale Verteilung der Erwärmung angeht. Denn es gibt sehr starke regionale Unterschiede und die Region beispielsweise, die sich am stärksten erwärmt hat bisher, ist die Arktis. Dort verläuft die Erwärmung doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.

Das ist schon ziemlich erschreckend, was Latif da erzählt. Denn in Wirklichkeit hat sich das Klima weit schwächer erwärmt als von den IPCC-Experten prognostiziert. Die reale Temperaturkurve bewegt sich am unteren Ende des Vorhersagespektrums. Eine der Hauptursachen ist der unerwartete “Slowdown” der Erwärmung seit 1998, der bis kurz vor dem kräftigen El Nino 2016 sogar ein regelrechter Hiatus (Erwärmungsstopp) war. Wir haben über die Prognosefehlschläge an dieser Stelle immer wieder berichtet (hier, hier, hier, hier). Latif schert sich nicht um die unbequemen Fakten, erzählt tolle Geschichten von “enormen Übereinstimmungen”, die wohl vor allem nur er selber gesehen hat.

Und hier auch schon das zweite Highlight des Interviews:

Szenario Erderwärmung auf zwei oder fünf Grad

Ehring: Der IPCC betreibt ja selbst keine Wissenschaft. Wie ist die Arbeitsweise?

Latif: Der IPCC trägt zusammen, was in dem Berichtszeitraum an wissenschaftlichen Studien erschienen ist, und bewertet das dann auch. Man spricht im Englischen vom Assessment. Das heißt, dass man die Dinge zusammenträgt und bewertet. Eigentlich muss man sagen, der IPCC gibt auch immer einen Unsicherheitsbereich an. Der wird aber meistens nicht wahrgenommen, denn eine große Unbekannte bleibt natürlich. Die wird auch nie weggehen. Das ist nämlich die Frage, wie werden wir Menschen uns eigentlich in der Zukunft verhalten. Wird es so etwas wie eine globale Energiewende geben oder nicht, und wenn ja, wie schnell wird sie erfolgen. Deswegen streuen die Ergebnisse auch – nicht nur deswegen, aber vor allen Dingen deswegen -, und dann liest man hin und wieder, dass die Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts vielleicht zwei Grad beträgt oder möglicherweise fünf Grad, und dann wundern sich die Menschen, wie kann denn das eigentlich angehen. Das liegt nicht daran, dass das eine Modell zwei Grad sagt und das andere Modell fünf Grad. Das liegt einfach an den Annahmen, an dem Szenario, das wir annehmen für die zukünftige Entwicklung der Treibhausgase in der Luft.

Wieder haben wir Latif beim Mogeln ertappt. Er erweckt hier den Eindruck, als ob die für die Modellsimulationen entscheidende Größe
der CO2-Klimasensitivität genau bekannt wäre und die Unsicherheit der Temperaturprognosen vor allen Dingen bei den Emissionspfaden liegt. Großer Quatsch! Die Größe des Intervalls für die CO2-Klimasensitivität im letzten IPCC-Bericht (AR5) von 1,5 bis 4,5 °C steht dieser impliziten Annahme eindeutig entgegen. Die Unsicherheit der Erwärmungswirkung des CO2 beträgt Faktor drei! Das könnte zum Beispiel eine Spanne von 2°C bis 6°C Erwärmung locker alleine erklären. Von Latif wird dies im Interview verschwiegen. Ehring hakt nicht nach, vielleicht weil er es nicht besser weiß. Insgesamt eine bedenkliche Irreführung der Öffentlichkeit. Das Schema ist übrigens kein neues. Bereits im Online WWF-Klimakurs hat man es mit dieser Masche versucht. Und wer war bei der Erstellung des Kurses beteiligt? Dreimal dürfen Sie raten: Mojib Latif!

 

Wenn das Modell die Zukunft simulieren soll, muss es auch die Vergangenheit reproduzieren können

Im US-Bunfesstaat Oregon untersuchen Forscher jetzt, wie man den Windkraftanlagen das Vogelmorden abgewöhnen könnte. Nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit, schreddern die hohen Stahlkolosse alles was ihnen in die Rotoren fliegt. The Daily Caller berichtete:

Researchers Spend Hundreds Of Thousands To Stop Wind Turbines From Killing Eagles

Researchers in Oregon are using a federal grant of over half a million dollars to figure out how to stop wind turbines from killing thousands of birds every year.

Researchers at Oregon State University were awarded a 27-month, $625,000 grant from the Department of Energy Wind Technology Office i n May 2017 with one goal in mind: Develop a system that can prevent wind turbines from killing golden eagles and other birds. Wind energy technology — despite being touted as an environmentally-friendly source of renewable energy — is estimated to kill well over 100,000 birds every year. With new wind farms being built across the U.S., that number is only expected to rise.

Weiterlesen auf The Daily Caller

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Der Iran hat den Pariser Klimavertrag zwar 2016 unterzeichnet, jedoch nicht ratifiziert. Das mit Sanktionen belegte Land möchte von den Industrieländern für seine Bemühungen finanziell entschädigt werden. Ohne Klimaausgleichszahlungen wären die Maßnahmen gegen die nationalen Interessen. Nachzulesen in der Tehran Times (via WUWT).

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Im Pacific Standard erschien am 17. Mai 2018 ein interessanter Beitrag von Francie Diep zum Problem der Reproduzierbarkeit von Ergebnissen in den Klimawissenschaften und den noch immer recht unscharfen Zukunftsprognosen. Obwohl der Artikel dem bekennenden Klimaaktivisten Gavin Schmidt viel Raum gibt, schafft es die Autorin dennoch, einige wichtige Fragen unterzubringen. Unter anderem weist sie auf die wichtige klimahistorische Kalibrierung der Klimamodelle hin, die noch immer nicht richtig funktioniert. Zunächst müssen die Modelle für die vorindustrielle Vergangenheit klappen, erst dann besitzen sie den notwendigigen “Skill” für Zukuntsprognosen.

What a ‘Reproducibility Crisis’ Committee Found When It Looked at Climate Science
The scientific community is working to make its predictions more accurate, but there’s still a long way to go.

[...] Scientists have several ongoing strategies for improving climate change predictions. They compare results from different methods of estimating the Earth’s prehistoric climates. These methods include using present-day clues such as tree rings and deep slices of ice taken from the Arctic or Antarctic. They also share the data and computer programs used in climate studies online so other research groups can verify the findings and spot bugs. And they run past climate data on computer models built to predict the planet’s future—because if the model works for the future, then it should work for the past too.

Ganzen Beitrag im Pacific Standard lesen.

 

Donau-Eis: Alfred-Wegener-Institut schneidet offenbar klimahistorischen Kontext bewusst weg, um zu dramatisieren

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI), Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung brachte am 21. Mai 2018 per Pressemitteilung einen schönen Klimaschocker:

Klimaveränderungen: Die Donau friert seit rund 70 Jahren kaum noch zu

Wärmer werdende Winter und die vom Menschen verursachten Flusseinträge verhindern seit den 1950er Jahren eine regelmäßige Eisbildung auf Europas zweitgrößtem Fluss.

Dass man früher in nahezu jedem Winter auf der unteren Donau Schlittschuh laufen konnte, wissen heute nur noch die älteren Bewohner der Donau-Delta-Region. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts friert Europas zweitgrößter Fluss nämlich nur noch in Ausnahmefällen zu. Grund dafür sind die steigenden Winter- und Wassertemperaturen in Mittel- und Osteuropa, wie ein deutsch-rumänisches Forscherteam jetzt herausgefunden hat. Ihre Analyse erscheint jetzt im Onlinemagazin Scientific Reports.

In der rumänischen Hafenstadt Tulcea wird gründlich Eistagebuch geführt. Seit dem Jahr 1836 dokumentiert die Donau-Kommission des Ortes, wann im Winter die Donau zufriert, wie lange der Fluss über eine geschlossene Eisdecke verfügt und an welchem Tag das Eis wieder aufbricht. Bis vor rund 70 Jahren notierten die Eiswächter in nahezu jedem Winter eine Eisbedeckung. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts aber sind die Einträge in der Tabellenspalte „Eis“ selten geworden. Im Zeitraum von 1951 bis 2016 ist Europas zweitgrößter Fluss nur zehn Mal zugefroren. Rein rechnerisch entspricht dieser Wert nicht einmal jedem sechsten Winter. Dabei zeigt ein Vergleich mit Regionen weiter stromaufwärts, dass die Donau in Tulcea, dem Eingangstor in das Donau-Delta, deutlich häufiger und länger zufriert als zum Beispiel im ungarischen Budapest. Was also verhindert seit rund 70 Jahren, dass die Menschen in Tulcea auf der Donau Schlittschuh laufen können?

Dieser Frage ist nun ein deutsch-rumänisches Forscherteam nachgegangen. „Wenn Klimawissenschaftler von Eis und Erderwärmung sprechen, denken die meisten Menschen an die Gletscher Grönlands oder das Meereis auf dem Arktischen Ozean. Nur wenigen ist wirklich bewusst, dass die Menge des Wintereises auf europäischen Seen und Flüssen ein ebenso wichtiger Indikator für ein sich änderndes Klima ist“, sagt Dr. Monica Ionita, Klimaforscherin am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Sie und ihre Kollegen haben die Eisaufzeichnungen aus Tulcea und anderen Orten entlang der Donau mit lokalen und überregionalen Wetter-Datenreihen verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Klima in Mittel- und Osteuropa in den zurückliegenden Jahrzehnten deutlich verändert hat. „In Europa hat es bereits Ende der 1940er Jahre einen deutlichen Anstieg der Wintertemperatur gegeben. Seitdem sind die Wintermonate in der Regel nicht mehr kalt genug und die Donau und andere große Flüsse können nicht mehr regelmäßig und langanhaltend zufrieren“, sagt Monica Ionita.

Im Vergleich zu früher sind die Winter in Osteuropa heute im Durchschnitt bis zu 1,5 Grad wärmer als noch im Zeitraum von 1901 bis 1950. Hinzukommt, dass sich seit den 1980er Jahren auch die Wassertemperatur des Schwarzen Meeres im Winter nicht mehr ganz so weit abkühlt und seine Wärme dazu beiträgt, dass die Winter im Osten Europas und im Westen Russlands milder und feuchter werden. Ein weiterer Grund, warum die Donau nicht mehr zufriert, ist der Eintrag von Abwässern und Wärme in den Fluss. „Im Zeitraum von 1837 bis 1950 musste es im Winter minus 0,54 Grad Celsius kalt werden, damit sich in Tulcea eine Eisdecke auf der Donau bildete. Seit Beginn der 1950er Jahre aber reicht so leichter Frost nicht mehr aus. Die Lufttemperatur muss heutzutage auf minus 1,05 Grad absinken, damit die Wasseroberfläche gefriert. Der Einfluss des Menschen ist also auch hier deutlich zu erkennen“, erklärt die Wissenschaftlerin. Die Binnenschiffer auf der Donau dürfte das Ausbleiben des Wintereises wenig stören. Wo keine Eisschollen treiben, haben Flussschiffe freie Fahrt. „Die Folgen für die Pflanzen und Tiere der Donau dürften weitreichender sein, vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Luft- und Wassertemperaturen im Zuge der Erderwärmung weiter ansteigen werden“, so Monica Ionita.

Paper: M. Ionita, C.-A. Badaluta, P. Scholz and S. Chelcea: Vanishing river ice cover in the lower part of the Danube basin – signs of a changing climate, Scientific Reports, DOI 10.1038/s41598-018-26357-w

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Aufzeichnungen gibt es leider erst seit 1836. Das entspricht dem Ende der Kleinen Eiszeit, einer sehr kalten Sonderphase. Es verwundert kaum, dass es seit der Kleinen Eiszeit wärmer geworden ist, das war zu erwarten und zu erhoffen. Was wirklich verwundert, ist, dass das AWI den Begriff “Kleine Eiszeit” mit keiner Silbe erwähnt. Will man unbequeme Kontextinformationen vermeiden, die die Dramatik der Meldung mildern würden? Aber es kommt noch besser. Wir schauen in die Originalpublikation hinein. Die ist immerhin in Scientific Reports erschienen, einem Journal der Nature-Gruppe. Sind die Ergebnisse für solch ein hochkarätiges Blatt nicht etwas dürftig? Wir schauen in den Abstract:

Vanishing river ice cover in the lower part of the Danube basin – signs of a changing climate
Many of the world’s largest rivers in the extra tropics are covered with ice during the cold season, and in the Northern Hemisphere approximately 60% of the rivers experience significant seasonal effects of river ice. Here we present an observational data set of the ice cover regime for the lower part of the Danube River which spans over the period 1837–2016, and its the longest one on record over this area. The results in this study emphasize the strong impact of climate change on the occurrence of ice regime especially in the second part of the 20th century. The number of ice cover days has decreased considerably (~28days/century) mainly due to an increase in the winter mean temperature. In a long-term context, based on documentary evidences, we show that the ice cover occurrence rate was relatively small throughout the Medieval Warm Period (MWP), while the highest occurrence rates were found during the Maunder Minimum and Dalton Minimum periods. We conclude that the river ice regime can be used as a proxy for the winter temperature over the analyzed region and as an indicator of climate-change related impacts.

Potzblitz. In der Arbeit selber werden die Resultate der letzten 150 Jahre sogar in einen langfristigen Klimakontext gestellt. Während der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) gab es ebenfalls sehr wenig Eis auf der Donau. Im Übergang zur Kleinen Eiszeit ist das Eis dann sehr viel häufiger geworden. Besonders viel gab es während der solaren Minimumphasen Maunder und Dalton. Danach wurde das Eis dann wieder seltener.

Wären dies nicht wichtige Informationen gewesen, die das AWI in seiner Pressemitteilung aus unerfindlichen Gründen einfach verschwiegen hat? Eine Panne oder glatter Vorsatz? In der Folge haben viele Zeitungen die Pressemitteilung aufgegriffen und entsprechend verzerrt berichtet. In die Falle getappt sind z.B. Der Standard, Scinexx, Augsburger Allgemeine. Von Seiten der AWI-Presseabteilung scheint Sebastian Grote verantwortlich zu sein. Mit der Verkürzung der wissenschaftlichen Aussage und Dramatisierung der Ergebnisse hat sich das AWI keinen Gefallen getan und muss sich den Vorwurf des Klimaalarmismus gefallen lassen.

 

Dramatisch: Erderwärmung verändert Quaken der Frösche

Der neue NASA-Chef Jim Bridenstine ist kein Freund extremen Klimaalarms. Im NASA-eigenen GISS-Institut heißt es nun zittern: Werden sie dort weiter Klimaalarm schmieden können? In einer kürzlichen Rede stellte Bridenstine klar, dass er durchaus eine gewichtige Rolle des CO2 an der Klimaerwärmung anerkennt. Es ist gut zu sehen, dass hier jemand mit einer ausgewogenen Sichtweise Verantwortung übernimmt und die Vertreter der Extreme in die Schranken weisen wird.

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Der Korallenriff-Forscher Peter Ridd wurde von seiner Uni gefeuert, da er die Klimauntergangsszenarien nicht mittragen konnte. Nun klagt er dagegen. Hier gibt es den neuesten Stand.

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Klimaforscher werden immer kreativer. Jetzt will eine Wissenschaftlergruppe die Fließbewegung von Gletschern anhand von Eisgeräuschen bestimmen. Da können die lästigen Peilstangen getrost zuhause gelassen werden.

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Durchbruch in der zoologischen Klimaforschung: Experten konnten nun nachweisen, dass sich das Quaken der Frösche im Zuge der Erderwärmung verändert.

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Schade drum: Derzeit wird überlegt, ob aus Klimaschutzgründen Haustiere verboten werden sollten.

 

Klimaerwärmung kurbelt Waldwachstum an US-Ostküste an

Gute Nachrichten: Die Klimaerwärmung wird wohl das Waldwachstum an der US-amerikanischen Ostküste ankurbeln Pressemitteilung der Duke University vom 16. April 2018:

Warming climate could speed forest regrowth in eastern US
Faster takeover by trees could boost carbon sequestration on abandoned land

Climate change could speed the natural regrowth of forests on undeveloped or abandoned land in the eastern U.S., according to a new study.

If left to nature’s own devices, a field of weeds and grasses over time will be replaced by saplings, young trees and eventually mature forest. Earlier research has shown that this succession from field to forest can happen decades sooner in the southeastern U.S. than in the Northeast. But it wasn’t obvious why, especially since northern and southern fields are first colonized by many of the same tree species. Now, a study published Proceedings of the National Academy of Sciences points to temperature as the major factor influencing the pace at which trees take over.

The results suggest that as temperatures rise, faster-growing forests on lands that humans have left idle could play a bigger role in removing carbon dioxide from the atmosphere, say researchers from Duke University and Syracuse University. The team conducted the experiment at six sites up and down the eastern U.S., from New York to Florida. At each site, the researchers followed the early lives of four tree species that are common early arrivals in abandoned farm fields — loblolly pine, black cherry, red cedar and sweetgum. Using plastic wading pools as planters, they grew the trees from seed in plots with varying soil fertility, and with and without different mixes of early succession plants such as broomsedge and goldenrod. In each plot the researchers also measured light availability, soil moisture, nutrients and other variables known to affect plant growth. After two years, the tree seedlings grew faster at southern sites. But surprisingly, other plant species grew slower.

One possibility is that soil fertility is the main factor, said co-author Jason Fridley, associate professor of biology at Syracuse University. The thinking was that poorer southern soils produce a sparser carpet of weeds and grasses. This might in turn shade emerging tree seedlings to a lesser extent than in the north, and make it easier for them to grow up through the gaps. But statistical analyses weighing the relative effects of soil fertility and other factors revealed that temperature was the biggest driver of tree seedling growth. Part of the reason is that milder winters and earlier springs mean a longer growing season, said Justin Wright, associate professor of biology at Duke.

The results are important because average annual temperatures in the eastern U.S. are predicted to warm by five to nine degrees Fahrenheit by the end of the century. Rising temperatures could also bring more droughts, Wright cautions. But in the absence of drought stress, even minor warming will likely accelerate the transition from field to forest. This also means that northeastern meadows that normally persist for decades may become shorter-lived, Fridley said. The forests that replace them probably won’t mirror native forests, he added — especially if cold-intolerant trees that are common colonizers of southern fields find it increasingly easy to survive and take hold in the north. “Certainly in the next 100 years and maybe in the next 50 years, fields will likely transition much faster to woody vegetation,” Fridley said. “The double whammy is the trees themselves are going to change too.”

But young, rapidly growing trees can potentially absorb more carbon dioxide than weeds and grasses as they convert the heat-trapping gas to the sugar they need to grow. That means that undeveloped or abandoned land, if left undisturbed, could soon play a bigger role in offsetting human sources of carbon dioxide emissions. “Faster-growing forests on once-cultivated land aren’t going to solve the climate change problem,” Wright said. “But one of the reasons we care about these abandoned sites is they have really high potential for carbon sequestration.”

Paper: Jason Fridley and Justin Wright. Temperature Accelerates the Rate Fields Become Forests. Proceedings of the National Academy of Sciences, 2018 DOI: 10.1073/pnas.1716665115

 

Keine verlässlichen Temperaturtrends im Nordpazifik, Nordatlantik und südlichen Indik

Augenmaß statt Hysterie, das fordern immer mehr Wissenschaftler. Viel zu lange haben Medien und bestimmte Wissenschaftler gemeinsam die Alarmschiene bedient und damit Aufmerksamkeit und Geldmittel zu erzielen. Aber nicht jedes Problem muss als Drama dargestellt werden. Gibt es nicht auch einen Mittelweg, um Dinge wie vernünftige Menschen mit kühlem Kopf zu regeln? Stewart Brand übt auf AEON Kritik an der weit verbreiteten Hysterie zum angeblichen Massenaussterben:

Rethinking extinction: The idea that we are edging up to a mass extinction is not just wrong – it’s a recipe for panic and paralysis
[...] Viewing every conservation issue through the lens of extinction threat is simplistic and usually irrelevant. Worse, it introduces an emotional charge that makes the problem seem cosmic and overwhelming rather than local and solvable. It’s as if the entire field of human medicine were treated solely as a matter of death prevention. Every session with a doctor would begin: ‘Well, you’re dying. Let’s see if we can do anything to slow that down a little.’ [...] Many now assume that we are in the midst of a human-caused ‘Sixth Mass Extinction’ to rival the one that killed off the dinosaurs 66 million years ago. But we’re not. The five historic mass extinctions eliminated 70 per cent or more of all species in a relatively short time. That is not going on now. ‘If all currently threatened species were to go extinct in a few centuries and that rate continued,’ began a recent Nature magazine introduction to a survey of wildlife losses, ‘the sixth mass extinction could come in a couple of centuries or a few millennia.’ [...] The range of dates in that statement reflects profound uncertainty about the current rate of extinction. Estimates vary a hundred-fold – from 0.01 per cent to 1 per cent of species being lost per decade.

Ganzen Artikel auf auf AEON lesen.

Das gefiel den Hysterikern natürlich gar nicht. Sie bekamen in Science Platz, um weiter zu dramatisieren.

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Zwischen 1980 und 2000 ist die Basis des heutigen Klimaalarmismus gelegt worden. Damals stiegen die globalen Temperaturen um ein halbes Grad an. Nicht auszudenken, wenn es so weitergegangen wäre. Aber die Erwärmung verlangsamte sich plötzlich, stoppte sogar teilweise. Hiatus, Slowdown. Heute weiß man: Ozeanzyklen von 60 Jahren Länge modulieren die Langzeittrends. Da wäre es falsch, die Flanken der Ozeanzyklen als Langzeittrend zu interpretieren – was aber genau passiert ist. Nun gilt es den Schaden zu begrenzen. Tia et al. veröffentlichten im Februar 2018 eine Arbeit, in der sie die Temperaturtrends der Meeresoberflächen während der letzten 130 Jahre analysieren:

Investigating the Uncertainty in Global SST Trends Due to Internal Variations Using an Improved Trend Estimator
A new criterion was proposed recently to measure the influence of internal variations on secular trends in a time series. When the magnitude of the trend is greater than a theoretical threshold that scales the influence from internal variations, the sign of the estimated trend can be interpreted as the underlying long‐term change. Otherwise, the sign may depend on the period chosen. An improved least squares method is developed here to further reduce the theoretical threshold and is applied to eight sea surface temperature (SST) data sets covering the period 1881–2013 to investigate whether there are robust trends in global SSTs. It is found that the warming trends in the western boundary regions, the South Atlantic, and the tropical and southern‐most Indian Ocean are robust. However, robust trends are not found in the North Pacific, the North Atlantic, or the South Indian Ocean. The globally averaged SST and Indian Ocean Dipole indices are found to have robustly increased, whereas trends in the zonal SST gradient across the equatorial Pacific, Niño 3.4 SST, and the Atlantic Multidecadal Oscillation indices are within the uncertainty range associated with internal variations. These results indicate that great care is required when interpreting SST trends using the available records in certain regions and indices. It is worth noting that the theoretical threshold can be strongly influenced by low‐frequency oscillations, and the above conclusions are based on the assumption that trends are linear. Caution should be exercised when applying the theoretical threshold criterion to real data.

Während die Erwärmungstrends im Südatlantik und tropischen Indik robst sind, konnten die Autoren keine statistisch verlässlichen Trends im Nordpazifik, Nordatlantik und südlichen Indik finden.

 

Niederländische Studie: Stränden der Welt geht es prinzipiell gut

Süddeutsche Zeitung am 27. April 2018:

Die Energiewende verschlingt massenweise Rohstoffe
Um die globale Erderwärmung einzudämmen, werden immer mehr Windräder und Solaranlagen gebaut. Eine Studie zeigt nun, was für enorme Mengen an Rohstoffen für den Bau solcher Anlagen notwendig sind. Um wirklich “sauberen” Strom zu liefern, müssen die Hersteller die Herkunft der Rohstoffe und die Bedingungen des Abbaus besser überprüfen.

Weiterlesen bei der Süddeutschen Zeitung

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Alles wird immer schlimmer. Und am meisten Übel der Welt ist bekanntlich das CO2 Schuld. Das gilt auch für die Strände der Welt – hatte man zumindest gedacht. Ergebnisse einer niederländischen Studie fanden jetzt etwas Überraschendes: Es ist gar nicht so schlimm. Anhand von Satellitenbildern konnten Arjen Luijendijk und Kollegen feststellen, dass die Hälfte aller Strände der Erde stabil sind bzw. sogar wachsen. Zwar schrumpft ein Viertel der Strände, dafür wächst aber auch ein anderes Viertel. Der Sand bleibt in Bewegung. Von Katastrophe keine Spur. Genießen Sie Ihren Strandurlaub! Hier der Abstract von Luijendijk et al. 2018:

The State of the World’s Beaches
Coastal zones constitute one of the most heavily populated and developed land zones in the world. Despite the utility and economic benefits that coasts provide, there is no reliable global-scale assessment of historical shoreline change trends. Here, via the use of freely available optical satellite images captured since 1984, in conjunction with sophisticated image interrogation and analysis methods, we present a global-scale assessment of the occurrence of sandy beaches and rates of shoreline change therein. Applying pixel-based supervised classification, we found that 31% of the world’s ice-free shoreline are sandy. The application of an automated shoreline detection method to the sandy shorelines thus identified resulted in a global dataset of shoreline change rates for the 33 year period 1984–2016. Analysis of the satellite derived shoreline data indicates that 24% of the world’s sandy beaches are eroding at rates exceeding 0.5 m/yr, while 28% are accreting and 48% are stable. The majority of the sandy shorelines in marine protected areas are eroding, raising cause for serious concern.

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20 Jahre Hockeystick, eigentlich kein Anlass zum Feiern. Eines der größten wissenschaftlichen Täuschungsmanöver sollte lieber in der Schublade bleiben. Spätere Generationen werden die Episode als abschreckendes Beispiel vorgeführt bekommen. Großer Profiteur der Aktion war damals der frischgebackene Doktorand Michael Mann. Er wurde für seine Studien raketenhaft befördert, von Aktivistengruppen, IPCC und Politikern hofiert. Karriere durch Lieferung von Klimaalarm. Ein dunkles Kapitel. Umso seltsamer, dass Mann nun glaubt, seine Ergebnisse wären bestätigt worden. Er sollte es besser wissen. Eine Temperaturanalyse des riesigen PAGES2k-Konsortiums fand 2013 für das erste Jahrtausend nach Christus ein Wärmeniveau, das den heutigen Temperaturen entsprach. Michael Mann lebt offenbar in seiner eigenen Welt, nimmt die neuen wissenchaftlichen Entwicklungen um ihn herum vielleicht gar nicht mehr wahr. Verständlich, denn wer möchte denn schon zugeben, dass er früher ziemlich daneben lag. Dabei liegen die Fehler nicht nur bei Mann. Damals vor 20 Jahren, als er seinen ersten Hockeystick zusammenbaute, gab es einfach noch kaum belastbare Temperaturrekonstruktionen für die letzten 2000 Jahre. Er hatte eigentlich keine Chance. Kaum ein Datensatz den er damals verwendete, befindet sich heute noch in den aktuellen globalen Rekonstruktionen.

 

Gavin Schmidt setzt sich für mehr Transparenz bei Klimadaten ein

Das Begutachtungssystem der Fachzeitschriften soll die Qualität von wissenschaftlichen Artikeln sicherstellen. Aber was passiert, wenn der Reviewer gleichzeitig persönliche Interessen verfolgt, die außerhalb der qualitativen Begutachtung liegen? Im Bereich der Klimawissenschaften sind es die beiden Lager der Klimadebatte. Wenn ein Gutachter fest davon überzeugt ist, dass die gesamte Erwärmung der letzten 100 Jahre anthropogenen Ursprungs sind, dann wird er keine Manuskripte gutheißen, die etwas anderes herausfinden, vielleicht differenziertere Zuweisungen wie 50% Natur und 50% Mensch. Da der Gutachter in den meisten Fällen anonym bleibt, kann er wie ein Heckenschütze aus dem Verborgenen agieren. Allein der Editor der Zeitschrift behält hier den Überblick, darf dies aber mit niemandem teilen. In Eos erschien am 9. Mai 2018 ein Beitrag, der diese Dilemma beleuchtet und Lösungen vorschlägt. Hier weiterlesen.

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Gavin Schmidt ist Klimaaktivist und Leiter des NASA GISS-Instituts. Oft haben wir uns an dieser Stelle über ihn aufgeregt. Nun gibt es jedoch endlich Anlass für positivere Worte. Schmidt setzte sich kürzlich für einen transparenten Umgang mit Klimadaten ein. Damit unterstützte er Scott Pruitt von der US-Umweltbehörde EPA, der dem jahrelangen Gemauschel dort ein Ende bereitete. Viele Forscher waren empört. Sie wollten weiter ihre Daten im Verborgenen halten, nur die Ergebnisse publizieren und dann in Politik umgesetzt sehen. Unter Obama eine übliche Vorgehensweise. Diese Zeiten sind jetzt zum Glück vorbei. Gavin Schmidt hat sich in dieser Frage richtig entschieden.

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Der Pariser Klimavertrag erfuhr zunächst eine grandiose Unterstützung. Es hagelte Unterschriften, alle wollten dabei sein. Das ist sicher auch darin begründet, dass nur wenige wirklich handeln mussten, während der Großteil der Länder durch hohe Klimaausgleichszahlungen profitieren würden. Auf einer kürzlichen Klimakonferenz in Bonn wurde dies wieder klar. China will nun doch nicht so stark die CO2-Emissionen drosseln. Sie hätten noch vieles aufzuholen, um auf einen ähnlichen industriellen Entwicklungsstand wie der Westen zu kommen. Daher würden die Einschnitte für China doch sicher nicht so richtig gelten. Genau dies hatten bereits Beobachter nach Paris vermutet. Das Abkommen ist zahnlos, Länder können kommen und gehen, taktieren, profitieren, aber wenn es dann um das Liefern geht, hängt es dann wieder nur an ein paar Nationen. Selbst wenn Deutschland seine Pläne eins zu eins umsetzt, würde der Umwelt damit kaum geholfen, denn die CO2-Einsparungen sind im weltweiten Maßstab nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem hätte dies einen Effekt, auf den sich viele Länder sicher schon freuen: Deutschland würde in vielen Industriebereichen den Anschluss verlieren und die Führungsrolle an andere Liefernationen abgeben. Deutschland deindustralisiert sich – und alle anderen klatschen und freuen sich.

Der Deutsche Arbeitgeberverband gab im April 2018 zu bedenken:

Die South China Morning Post berichtete in einem Artikel am 1. April, dass in den nächsten zwanzig Jahren mehr als 1.600 Kohlekraftwerke moderner Bauart in 60 Ländern durch chinesische Firmen gebaut werden sollen. Auch Japan möchte an dem wachsenden Markt für asiatische Kohlekraftwerke teilhaben und nach dem Bericht weitere 400 Kohlekraftwerke bauen und exportieren.

Lesetipp Lüning & Vahrenholt 2017 (kostenloses pdf des Artikels hier) zum Pariser Klimavertrag:

Paleoclimatological Context and Reference Level of the 2°C and 1.5°C Paris Agreement Long-Term Temperature Limits
The Paris Agreement adopted in December 2015 during the COP21 conference stipulates that the increase in the global average temperature is to be kept well below 2°C above “pre-industrial levels” and that efforts are pursued to limit the temperature increase to 1.5°C above “pre-industrial levels.” In order to further increase public acceptance of these limits it is important to transparently place the target levels and their baselines in a paleoclimatic context of the past 150,000 years (Last Interglacial, LIG) and in particular of the last 10,000 years (Holocene; Present Interglacial, PIG). Intense paleoclimatological research of the past decade has firmed up that pre-industrial temperatures have been highly variable which needs to be reflected in the pre-industrial climate baseline definitions. The currently used reference level 1850–1900 represents the end of the Little Ice Age (LIA). The LIA represents the coldest phase of the last 10,000 years when mean temperatures deviated strongly negatively from the Holocene average and which therefore are hard to justify as a representative pre-industrial baseline. The temperature level reached during the interval 1940–1970 may serve as a better reference level as it appears to roughly correspond to the average pre-industrial temperature of the past two millennia. Placing the climate limits in an enlarged paleoclimatic context will help to demonstrate that the chosen climate targets are valid and represent dangerous extremes of the known natural range of Holocene temperature variability.

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Fritz Vahrenholt analysierte vor kurzem an dieser Stelle die Zusammensetzung der neuen Kohlekommission. Dabei stieß er auf eine Vielzahl von Ökoaktivisten und Grüne. Eine Gesamtübersicht zu den Mitgliedern der Kommission finden Sie auch beim Klimaretter. Dort wird das ganze Ausmaß der fraglichen Besetzung deutlich. Eingesetzt wurden die Mitglieder von der Bundesregierung. Kanzlerin Merkel hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet.

 

Zwei Studien mit überraschendem Ergebnis: Immer weniger Hitzetote, trotz Klimaerwärmung

Im Februar 2018 erschien im Fachblatt Environment International eine wichtige Studie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Todesfälle. Ein 22-köpfiges Autorenteam um Ana Vicedo-Cabrera untersuchte Trends bei Todesfällen im Zusammenhang mit Hitzewellen und Kältephasen an 305 Orten in insgesamt 10 Ländern. Das Resultat war überraschend: In fast allen Ländern gab es weniger Hitzetote. Bei den Kältetoten war das Ergebnis uneinheitlich: In einigen Ländern gab es mehr, in anderen weniger, in wiederum anderen blieb der Anteil konstant. Auszug aus dem Abstract:

Heat-related AFs [attributable mortality fractions] decreased in all countries (ranging from 0.45–1.66% to 0.15–0.93%, in the first and last 5-year periods, respectively) except in Australia, Ireland and UK. Different patterns were found for cold (where AFs ranged from 5.57–15.43% to 2.16–8.91%), showing either decreasing (Brazil, Japan, Spain, Australia and Ireland), increasing (USA), or stable trends (Canada, South Korea and UK). Heat-AF trends were mostly driven by changes in exposure-response associations due to modified susceptibility to temperature, whereas no clear patterns were observed for cold. [...]

Our findings suggest a decrease in heat-mortality impacts over the past decades, well beyond those expected from a pure adaptation to changes in temperature due to the observed warming. This indicates that there is scope for the development of public health strategies to mitigate heat-related climate change impacts. In contrast, no clear conclusions were found for cold. Further investigations should focus on identification of factors defining these changes in susceptibility.

Im Mai 2018 folgte dann noch eine Studie einer Gruppe um Daniel Oudin Åström im International Journal of Biometeorology. Die Forscher werteten Daten aus Stockholm für die letzten 100 Jahre aus und fanden ebenfalls trotz Klimaerwärmung einen Rückgang von Hitzetoten. Der Anteil der Kältetoten blieb jedoch über die Zeit stabil – trotz Temperaturanstieg im letzten Jahrhundert. Abstract:

Investigating changes in mortality attributable to heat and cold in Stockholm, Sweden
Projections of temperature-related mortality rely upon exposure-response relationships using recent data. Analyzing long historical data and trends may extend knowledge of past and present impacts that may provide additional insight and improve future scenarios. We collected daily mean temperatures and daily all-cause mortality for the period 1901–2013 for Stockholm County, Sweden, and calculated the total attributable fraction of mortality due to non-optimal temperatures and quantified the contribution of cold and heat. Total mortality attributable to non-optimal temperatures varied between periods and cold consistently had a larger impact on mortality than heat. Cold-related attributable fraction (AF) remained stable over time whereas heat-related AF decreased. AF on cold days remained stable over time, which may indicate that mortality during colder months may not decline as temperatures increase in the future. More research is needed to enhance estimates of burdens related to cold and heat in the future.

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 5/18: Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 und die Kohlekommission

Hier schreibt Fritz Vahrenholt seine monatliche Kolumne. In allgemeinverständlicher Form berichtet er über neue Entwicklungen aus den Klimawissenschaften – und natürlich von unserer lieben Sonne.

11.6.2018
Die Sonne im April 2018: Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 und die Kohlekommission

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider komme ich urlaubsbedingt erst jetzt dazu, Ihnen über den April 2018 zu berichten. Die Sonne war auch im vergangenen April sehr wenig aktiv. An 16 Tagen war die Sonne vollständig fleckenlos; die Sonnenfleckenzahl des Monats betrug weniger als ein Drittel des zu Erwartenden.

In unserem März-Bericht hatten wir die neuesten Forschungsergebnisse zur Klimaempfindlichkeit gegenüber CO2 vorgestellt. Danach ist die Klimaerwärmung bis zu 45 % geringer als uns das IPCC und der mainstream der Klimawissenschaftler glauben lässt. Das Interessante aber war die Reaktion des mainstreams darauf: die Methoden der Arbeit von Curry und Lewis werden nicht angezweifelt. Aber es könnte ja sein,- so der mainstream – dass die Erde in der Zukunft ganz anders, nämlich wärmer auf CO2 Emissionen reagiert. Das kann man eher spekulative Wissenschaft nennen, nämlich auf Modelle zu vertrauen, die in der Vergangenheit versagt haben und weder Meeresströmungen noch Wolken abbilden können.

Das Fundament des Pariser Abkommens ist also zusammengebrochen. Bis 2100 werden wir, was immer wir tun, die 2 Grad-Grenze nicht überschreiten. Was passiert nun mit der weltweiten Kohlenutzung? Außer in Europa und Kanada gibt es keinen Abschied von der Kohle. China und Indien dürfen nach dem Pariser Abkommen- wie alle Entwicklungsländer- die Kohlekraftwerkskapazitäten massiv ausweiten. In China kommen 280 000 MW hinzu in Indien 174 000 MW. Zum Vergleich: die gesamte Braunkohlenflotte Deutschlands hat eine Kapazität von 22 700 MW. 1600 Kohlekraftwerke werden weltweit in 62 Ländern gebaut, die meisten übrigens durch chinesische Kraftwerksbauer und mit Hilfe chinesischer Kredite. So etwa 15 300 MW in Pakistan, 16 000 in Bangladesh, selbst Myanmar 5100 MW. (Quelle : South China Morning Post). Insgesamt wird die Kohlekraftwerkskapazität weltweit um 43 % erweitert. Selbst Japan setzt auf Kohle, versucht allerdings mit Hilfe von CCS (Carbon Capture and storage), die CO2-Emissionen nicht weiter ansteigen zu lassen. Daher erscheinen die CO2-Verminderungsziele Japans auch eher bescheiden : 16 % bis 2030 und 25 % bis 2050. Zum Vergleich Deutschland 2030 40 % und 2050 80 bis 95 %.

Was andere Länder nicht schaffen, wollen wir mit Hilfe einer Kohlekommission erreichen, die eben nicht mit Energie-, Netz- und Technologieexperten besetzt ist, sondern mit Greenpeace, BUND und lokalen Bürgerinitiativen gegen Braunkohle. Dass allein in der Lausitz eine jährliche Wertschöpfung von 2 Milliarden € aufs Spiel gesetzt wird, werden die Wähler in diesem Raum im nächsten Jahr bei den Wahlen in Brandenburg und Sachsen nicht vergessen haben, zumal die ehemaligen Ministerpräsidenten von Brandenburg (SPD), Platzeck, und Sachsen (CDU), Tillich, der ehemalige Kanzleramtsminister Pofalla, flankiert von einer ehemaligen grünen Volkswirtin von AGORA an der Spitze der Kommission stehen. Aber was sind schon verlorene Landtagswahlen, wenn es doch um die Rettung der Welt geht ! Und dann sind ja noch die Grüne Gunda Röstel von der Stadtentwässerung Dresden und der Grüne Rainer Priggen, Vorsitzender des Lobbyverbandes Erneuerbare Energien in Nordrhein-Westfalen als Experten in der Kohlekommission. Auf die Idee auch Kritiker der alternativen Windenergie, die mittlerweile die grösste Naturzerstörung in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg verursacht hat, ist kein Politiker der Bundesregierung gekommen. Dass die Verdreifachung der Windenergiekapazität in Deutschland zu einem durchschnittlichen Abstand der Windmasten von 2,7 km führt, interessiert die Bundesregierung nicht.

Am Parlament vorbei darf nun Prof. Schellnhuber seinen Traum von der “Grossen Transformation” ausleben. In einem Gutachten für die Bundesregierung hatte der von ihm geleitete Sachverständigenrat WBGU 2011 einen ” Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation” vorgelegt. Die Kernthese des WBGU ist folgende: das gegenwärtige Wirtschaftsmodell (“fossiler industrieller Metabolismus”) sei normativ unhaltbar. Der Umbau der Weltwirtschaft müsse schnell gehen, auf Kernenergie und Kohle sei gleichzeitig und kurzfristig zu verzichten. In Deutschland solle demnach der Klimaschutz allgemeines Staatsziel werden, an dem das Handeln von Legislative, Exekutive und Judikative ausgerichtet werde. “Um Zukunftsinteressen institutionell zu verankern, empfiehlt der WBGU zu erproben, das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren um eine deliberative ‘Zukunftskammer’ zu erweitern. Um interessens- und parteipolitische Einmischung zu vermeiden, könnte die Zusammensetzung dieser Kammer beispielsweise durch Losverfahren ermittelt werden.”

Dem Losverfahren kommt die Besetzung der Kommission schon ziemlich nahe. Da es zur Zeit keine wirklich belastbare Alternative durch erneuerbare Energien weder hinsichtlich der Versorgungssicherheit noch der Wettbewerbsfähigkeit gibt, heißt Dekarbonisierung nichts anderes als  Deindustrialisierung. Die Chinesen kommen aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Nach dem Motto Frechheit siegt und Dummheit verliert, haben sie nun verlauten lassen, dass ihr massives Kohlekraftwerksprogramm aus dem mit 100 Milliarden Dollar jährlich gespeisten Pariser Green Climate Fund finanziert werden soll. Die 100 Milliarden Dollar sollen von den Industrieländern getragen werden; Deutschland hatte 2016 einen Beitrag von 8,5 Milliarden € ab 2020 in Aussicht gestellt. Trump war clever genug, rechtzeitig aus diesen Pariser Schildbürgerstreichen auszusteigen.

Es grüßt Sie kopfschüttelnd
Ihr
Fritz Vahrenholt

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Frühere Kolumnen finden Sie hier.