Wie unabhängig ist die “unabhängige Denkfabrik” adelphi wirklich?

Der ehemalige Grünen-Abgerodnete Oswald Metzger forderte am 28. Februar 2019 auf Tichys Einblick mehr Sachdiskussion und weniger Emotionen in der Klimadebatte:

Appell: Mehr Nüchternheit in der Klimawandel-Debatte!
Missionarisches Eiferertum beherrscht die Debatte nicht nur im Grünen Spektrum, sondern auch bei denen, die die den Klimawandel bestreiten oder seinen Folgen anders begegnen wollen.

Grundsätzlich eine ausgezeichnete Idee. Dazu müssen aber nun auch endlich ernsthafte Foren geschaffen werden, wo Vertreter aller Klima-Denkrichtungen an einem Runden Tisch sitzen und Fachargumente ergebnisoffen diskutieren. Anstatt diese Idee zu unterstützen, teilt der linksgüne Metzger ersteinmal nach rechts aus. Kann so ein Dialog entstehen? Kurz darauf dann der nächste Aufreger. Metzger fabuliert über die verstaubte 97-Prozentstudie, eine Hülle ohne echten Inhalt. Siehe Uli Webers Beitrag “Das siebenundneunzig Prozent-Problem: Welcher Konsens?“. Metzger weiter:

Gerade hat die adelphi-Denkfabrik in Berlin die 21 stärksten, von ihr  rechtspopulistisch genannten  Parteien Europas und ihre Positionen sowie ihr Abstimmungsverhalten bei den Themen Klima- und Energiepolitik analysiert. Sieben dieser Parteien gehören zu einer Gruppe, die von den Autoren Alexander Carius und Stella Schaller zur Gruppe der Leugner oder Skeptiker des Klimawandels gerechnet werden.

Metzger benutzt das L-Wort und disqualifiziert sich damit vollends. Den Titel seiner Kolumne tritt er mit Füßen: Gerade Metzger scheint die Nüchternheit bei diesem Thema zu fehlen. Um eines klarzustellen: Der Begriff “Leugner” hat in einer wissenschaftlichen Diskussion nichts zu suchen. Auch wenn man andere Ansichten vertritt, sollte man die Formen wahren und mit Argumenten anstatt mit Beleidigungen überzeugen. Null Punkte für Metzger. Gleichzeitig zitiert der Grüne eine Studie der Berliner “adelphi-Denkfabrik“. Bevor wir die Studienergebnisse anschauen, sollten wir uns einen Überblick verschaffen, um wen es sich bei adelphi eigentlich handelt. Ist die Gruppe mit irgendwelchen Parteien oder Aktivistengruppen verbandelt, woher bekommt sie das Geld für das riesige Team? Adelphi beschreibt sich selbst wie folgt:

adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und führende Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung. Unser Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. Unsere mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hochqualifizierte, interdisziplinäre Forschungsarbeit und bieten strategische Politikanalysen und -beratung sowie Beratungen für Unternehmen.

Alle lieben Wikipedia. Wir nicht. Trotzdem schauen wir dort, was es über die adelphi Denkfabrik zu berichten gibt. Ergebnis: Es gibt noch gar keinen Artikel über diese offenbar einflussreiche Gruppe. Es existiert lediglich ein Artikel-Rumpf ohne Inhalt. Lassen die meist im linksgrünen Spektrum angesiedelten Wikipedia-Schreiber die Hintergünde von adelphi bewusst im dunklen? Was ist hier los? Adelphi research wurde 2001 gegründet, wie man aus der Webseite der Organisation entnimmt:

adelphi research wurde 2001 in Berlin als gemeinnützige und unabhängige Institution für angewandte Umweltforschung und Politikanalyse gegründet.

Ein Consulting-Arm folgte 2002. Die Liste der Auftraggeber und Partner ist ellenlang. Darunter finden wir auch Greenpeace, WWF, Germanwatch, 350.org und PIK. Zur vierköpfigen aktuellen Geschäftsführung gehören die drei Gründer Alexander Carius,  Mikael Henzler und Walter Kahlenborn. Dazu kommt noch der CFO Ansgar Dietrich. Eine Aktivistenvergangenheit des Führungsgremiums ist zunächst nicht erkennbar. Aber weshalb bewirbt dann Greenpeace die adelphi-Studie zum Klimawandel in einer eigenen Pressemitteilung? Der Titel der adelphi-Studie lautet:

Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe

Das pdf können Sie hier herunterladen. Aus dem Impressum entnehmen wir, dass die Studie von “adelphi consult GmbH” (nicht etwa adelphi reserach) erstellt wurde, was auf eine bezahlte Auftragsarbeit hindeutet. Aber wer war der Auftraggeber, wer hat die Studie finanziert? Eine Anfrage bei adelphi ergibt, dass die Studie aus Eigenmitteln erstellt wurde und es keinen Auftraggeber gäbe. Die Presseabteilung von adelphi teilt uns auf Anfrage mit:

adelphis Arbeit ist projektfinanziert, es gibt keine projektunabhängige Förderung durch externe Körperschaften. Die Studie „Convenient Truths – Mapping climate agendas of right-wing populist parties in Europe” wurde aus Eigenmitteln finanziert. Alle Auftraggeber und Partner von adelphi finden Sie auf unserer Website. Keiner von diesen steht im Zusammenhang mit der genannten Studie. Bitte beachten Sie bei Ihrem genannten Vergleich, dass Vereine und Stiftungen andere Berichtspflichten haben als eine GmbH.

Wie passt das zusammen? Zunächst wird erklärt, es gäbe nur projektfinanzierte Arbeit, dann wiederum soll die Klimastudie aus (projektunabhängigen?) Eigenmitteln bestritten  worden sein. Es gibt Anzeichen für eine indirekte Verbandelung von adelphi mit dem Milliardär George Soros, der als Klimaaktivist bekannt ist. Hier ein Text von brandeins.de:

Der Sozialpsychologe Harald Welzer, Mitbegründer und Direktor der Futurzwei-Stiftung, ist dabei an seiner Seite. Im vergangenen Jahr hat er mit Andre Wilkens, einst Koordinator der Aktivitäten des Karl-Popper-Anhängers George Soros in Europa, und dem Geschäftsführer der Denk­fabrik Adelphi in Berlin, Alexander Carius, die Ini­tiative „Die Offene Gesellschaft“ gegründet (die-offene-gesellschaft.de).

Könnte Soros-Kapital bei adelphi eine Rolle gespielt haben? Bei den adelphi-Partnern taucht Soros jedenfalls nicht auf. Einen Jahresbericht der gemeinnützigen adelphi research gibt es nicht. Eine fragwürdige Klimastudie mit vielen ungeklärten Fragen…

 

Jugendliche Aktivisten sehnen sich nach Klimadiktatur

Umweltverschmutzung ist kein modernes Phänomen. Bereits die Römer verseuchten einige Seen so sehr mit Abwasser, dass der Sauerstoff knapp wurde und das Leben darin erstarb. Dies belegen Studien am schweizerischen Murtensee. Eos berichtete am 28. November 2018:.

Ancient Romans Polluted Their Lakes Just Like We Do Today
Sediments from a lake in Switzerland reveal that ancient Romans triggered dead zones caused by the runoff of nutrients. Sound familiar?

Weiterlesen auf Eos.

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Maren Urner und Felix Austen am 6. Dezember 2018 mit einer ungeheuerlichen Frage auf perspective-daily.de:

Sollen wir Klimaleugnern den Mund verbieten?

Der menschengemachte Klimawandel darf nicht zur Debatte stehen – denn die Zeit drängt.[...] Und das, obwohl dieser wissenschaftlich inzwischen so unumstritten ist wie die Tatsache, dass der Apfel vom Baum fällt. Wie kann es sein, dass es auch im Jahr 2018 noch salonfähig ist, den menschengemachten Klimawandel anzuzweifeln? [...] Die Motive der Leugner sind vielfältig: Sie reichen von einem falschen Verständnis wissenschaftlicher Skepsis über eine starke Angst, Privilegien im Hier und Jetzt zu verlieren, hin zu Lobbyismus, der wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgt. [...] Schulen könnten den Klimawandel auf dem Lehrplan nach oben schieben und die Parteien könnten ihn zum ständig wiederkehrenden Gesprächspunkt machen. Aber reicht das, um die Leugner zum Verstummen zu bringen und die Zweifel auszuräumen?

Ein gesetzliches Verbot der Klimaleugnung

Wahrscheinlich nicht – denn die Zeit drängt! Wie sähe es also aus, wenn wir das Leugnen des Klimawandels tatsächlich verbieten würden? Die freie Rede einzuschränken klingt erst mal nach George Orwell und sorgt vielleicht für ein beklemmendes Gefühl. Doch es gibt bereits einen Präzedenzfall für eine solche Einschränkung: Am 13. April 1994 entschied das deutsche Bundesverfassungsgericht, dass das Grundrecht der Meinungsfreiheit Grenzen hat.

Angeführt wird der Tatbestand der Leugnung des Holocaust. Weiter auf perspective-daily.de:

Wollen wir beim Klimawandel den gleichen Schritt wagen – und anders als beim Holocaust vor der kompletten Katastrophe eingreifen? Vielleicht. Vielleicht könnte ein Verbot das Schlimmste noch verhindern, wenn wir jetzt schnell handeln. Hier ist ein erster Entwurf: Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer den menschengemachten Klimawandel in einer Art, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, öffentlich oder in einer Versammlung leugnet oder verharmlost.

So funktioniert also Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Die genaue CO2-Klimasensitivität ist noch immer ziemlich ungenau bekannt, da wird sie einfach per Gesetz unter Androhung von Haft festgelegt. Eine grandiose Idee. Die Zeit drängt. Das stimmt genau. Aber sie drängt vor allem, weil sich die Hinweise häufen, dass der IPCC jahrelang maßlos übertrieben hat. Erst kürzlich hat sich das verbleibende CO2-Restbudget bis zur Erreichung des 1,5-Grad-Limits “über Nacht” verdoppelt. Einfach so. Das stärkt nicht gerade das Vetrauen in unsere Klima-Führer.

Wieviel verstehen die beiden jungen Autoren von den Klimawissenschaften eigentlich? Maren Urner hat in Neurowissenschaften studiert. Felix Austen ist immerhin Physiker, ihm fehlt aber vermutlich das Verständnis für die bewegte vorindustrielle Klimageschichte. Beide sind der Ideologie des Klimakatastrophismus verfallen und wünschen sich die weiter bestehenden Unsicherheiten einfach per Zauberspruch weg. Sie träumen von der unbefleckten und todgefährlichen Klimaapokalypse, so wie es ihnen ihre Klima-Führer erzählt haben. Toleranz gegenüber wissenschaftlich Andersdenkenden – Fehlanzeige. Mit Volldampf in die Klimadikatatur.

 

Endzeitstimmung: Jedes eingesparte Kind reduziert die CO2-Emissionen um rund 50 Tonnen im Jahr

Der Klimaalarm nimmt immer mehr die Züge einer Sekte an. Einige Anhängerinnen der Bewegung wollen nun bewusst keine Kinder mehr in die Welt setzen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Beispiel aus der Jungen Freiheit vom 5. März 2019:

Wegen Klimawandel: Frauen treten in Gebärstreik
Eine Gruppe britischer Frauen will aus Angst vor dem Klimawandel keine Kinder in die Welt setzen. „Unser Planet befindet sich derzeit am kollabieren“, sagte die Sprecherin der Gruppe „BirthStrike“, Blythe Pepino, in der BBC. Deswegen habe sie sich im vergangenen Jahr entschieden, kein Kind zur Welt zu bringen. Der Times erzählte Pepino, daß sie einen Partner habe und mit diesem eigentlich auch gerne Kinder haben würde. „Wir lieben uns und es fühlt sich so an, als ob es das richtige wäre.“ Aber nachdem sie 2018 den Bericht des Weltklimarats gelesen habe, habe sie „realisiert, wie falsch es wäre, ein Kind in eine Welt zu setzen, die am Rande der Katastrophe steht“.

Weiterlesen in der Jungen Freiheit

Makabere Rechnung: Jedes nicht gezeugte Kind bedeutet „eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr”. Auch in Deutschland gibt es Mitglieder dieser Bewegung, und die sitzen auch noch an entscheidenden Multiplikatorstellen, wie die Lehrerin Verena Brunschweiger. Focus.de am 9. März 2019:

Interview mit Verena Brunschweiger: Keine Kinder der Umwelt zuliebe!

Jetzt legt die Lehrerin nach – mit drei steilen Thesen

Verena Brunschweiger ist 38 Jahre alt, Buchautorin und bezeichnet sich als extrem umweltbewusst: Die hauptberufliche Lehrerin verzichtet auf Flugreisen, lässt so gut wie immer das Auto stehen, ernährt sich vegetarisch – und wird keine Kinder bekommen. [...] Brunschweigers kürzlich erschienenes Buch ist eine provokative Schrift, die schon jetzt hohe Wellen schlägt und die Gemüter erhitzt. Das sind die drei gewagten Thesen der 38-jährigen Pädagogin, die sich selbst als radikale Feministin sieht.

Die meisten Eltern haben aus ziemlich egoistischen Gründen Kinder. Die Kosten dafür wollen sie nun nicht mehr tragen und fordern daher, dass diejenigen, welche absichtlich oder unfreiwillig keine Kinder haben wollen oder können, ihnen einen höheren Lebensstandard ermöglichen. Man bedenke, dass es den Eltern selten wirklich um die Kinder geht, sondern schlicht und ergreifend um mehr Geld.“

[...]

Brunschweiger: „Als ich 30 wurde, habe ich angefangen, mich länger mit der Frage zu beschäftigen, mich viel eingelesen und bin dabei auf eine Studie gestoßen, in der Forscher herausgefunden haben, dass wir 58,6 Tonnen CO2 einsparen können, wenn wir nur ein Kind weniger in die Welt setzen. 58,6 Tonnen – das muss man sich mal vorstellen! Da hat es dann „Klick“ gemacht, und für mich war klar: Nee, das will ich alles ich nicht.“

Ganzen Beitrag auf Focus.de lesen.

Würden Sie Frau Brunschweiger gerne als Klassenlehrerin Ihrer Kinder haben? Passend dazu auch dieser Beitrag aus dem Bonner General-Anzeiger von 2018:

Und immer wieder geht sie unter… Christliche Sekte sagt Weltuntergang für den 23. April voraus

Es ist wie ein religiöses Ritual: Endzeitanhänger sagen in regelmäßigen Abständen den Untergang der Erde voraus. In diesem Fall soll es nach einer christlich geprägten Verschwörungstheorie der kommende 23. April sein. Es spricht viel dafür, gelassen zu bleiben.

[Am 23. April 2018] kommt es zu einer mutmaßlich verhängnisvollen Konstellation von Sonne, Mond und Jupiter, die sich an diesem Tag alle im Sternbild Jungfrau ausrichten. Wo liegt aber die Dramatik? Folgt man Vertretern einer christlich geprägten Verschwörungstheorie wie David Meade, dann wird die beschriebene Himmelskörper-Anordnung eine “biblische Entrückung” auslösen, die den Planeten X auf den Plan ruft, der dann das Ende der Welt verursachen könnte.

Weiterlesen im General-Anzeiger

 

Schwankungen der Sonnenaktivität beeinflussen Population der Adelie-Pinguine in der Ostantarktis

Im Jahr 2008 meldete Die Welt besorgt:

Klimawandel: Bestand der Adelie-Pinguine stark gesunken
Dramatische Entwicklung in der Antarktis: Die Anzahl der Adelie-Pinguine in der Region ist stark geschrumpft. Das fand ein Wissenschaftler aus Jena heraus. Grund sind steigende Temperaturen, die eine Ausweitung des Packeises im Winter verhindern – und den Pinguinen ihre Nahrungsgrundlage, den Krill, wegnehmen.

Weiterlesen auf welt.de

Zum Glück hatte man sich wohl nur verzählt, wie eine Nachzählung 2017 zeigte. Bento.de:

Forscher haben entdeckt: Es gibt VIEL mehr Pinguine als gedacht!
Bislang waren Forscher immer davon ausgegangen, dass im Osten der Antarktis um die 2,3 Millionen Adélie-Pinguine leben. Jetzt haben sie neue Satellitenbilder und Bodenzählungen ausgewertet und 3,6 Millionen zusätzliche Vögel entdeckt (Antarctica.gov). Wir addieren das kurz: Knapp sechs Millionen Adélie-Pinguine leben in der Antarktis!

Weiterlesen auf bento.de

Nach Bereinigung aller Zählfehler sollte man Trends jedoch stets in einen längerfristigen Kontext stellen, um natürliche von anthropogenen Einflüssen sauber zu trennen. Eine Forschergruppe um Yuesong Gao hat nun die Population der Adelie-Pinguine in einer Bucht der Ostantarktis für die vergangenen 1000 Jahre rekonstruiert. Dazu nahmen sie einen Sedimentkern, den sie auf Pinguinkot hin untersuchten. Die Forscher fanden eine starke Beeinflussung der Population durch die Sonnenaktivität. Immer wenn die Sonne schwächelte, brach die Population ein. Und wenn die Sonne dann wieder erstarkte, erholten sich die Pinguinkolonien wieder. Gao und Kollegen vermuten einen Einfluss der Sonnenaktivität auf die Krillbestände, die dann wiederum Auswirkungen auf die Adelie-Pinguine hat. Hier der Abstract der Studie, die am 15. Februar 2019 in Palaeo3 erschien:

Dynamics of penguin population size and food availability at Prydz Bay, East Antarctica, during the last millennium: A solar control
The paleoecology of the Adélie penguin (Pygoscelis adeliae) is controlled by multiple factors. In this study, we analyzed two millennial-scale ornithogenic sediment cores, RNL and RL, from the Vestfold Hills, East Antarctica. Using the Al-normalized phosphorus content of the bulk sediment and carbon/nitrogen fractions in penguin remains, we reconstructed relative changes in the penguin population size of each sub-colony and relative krill abundance in the summer Prydz Bay polynya. Both records are correlated to solar irradiance. At the centennial scale, the penguin population recorded in core RNL decreased from ~1120–860 yr BP, reached a peak from ~860–630 yr BP, remained at a low level from ~630–320 yr BP, and then increased with large fluctuations during the past ~400 years. These changes are all in-phase with the trend of solar irradiance. At the decadal scale, penguin population minima correspond to solar minima from ~490–400 yr BP (Spörer minimum), ~290–220 yr BP (Maunder minimum), and from ~160–120 yr BP (Dalton minimum; whereas population maxima correspond to solar maxima from ~1030–980 yr BP, ~350–290 yr BP, ~210–160 yr BP, ~120–70 yr BP. The population recorded in core RL exhibited the same changes as in RNL during the last 480 years. The reconstructed krill abundance also corresponds to these trends when data are available. This correspondence demonstrates a food-chain mechanism that is related to solar activity and light availability at the ocean surface, which influence the intensity of photosynthesis and phytoplankton productivity, and thus the abundance of krill and apex predators such as penguins. Our findings highlight the fact that despite the various climatic impacts on penguin populations, their effects on the base of the food chain are usually the direct drive.

 

Neue Studie: Ein Drittel der modernen Temperaturentwicklung Ostasiens wurde durch natürliche Antriebe verursacht

Was trieb das vorindustrielle Klima an? Könnten diese Antriebe auch heute noch wirken? Eine Forschergruppe um Jianglin Wang hat nun die Temperaturentwicklung Chinas während der letzten 1200 Jahre untersucht und vermutet eine entscheidende Beteiligung von Ozeanzyklen. Die Arbeit erschien am 5. Dezember 2018 in den Geophysical Research Letters. Die Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) in China wurde demnach von der Pazifisch Dekadischen Oszillation (PDO) verursacht. Die Kälte der Kleinen Eiszeit soll auf eine schwache Sonnenaktivität zurückzuführen sein. Und auch selbst in den letzten 160 Jahren der industriellen Phase sehen Wang und Kollegen noch immerhin einen Anteil von einem Drittel natürlicher Klimaantriebe, insbesondere die Atlantische Multidekadenoszillation (AMO) und Vulkane. Die Arbeit bestätigt Annahmen von Lüning et al. 2017 und Lüning et al. 2018, die ebenfalls Ozeanzyklen als maßgeblichen Antrieb der MWP und Kleinen Eiszeit (Little Ice Age, LIA) in Afrika und Südamerika vermuten.

Ein wichtiger Schritt nach vorne, denn damit gerät auch die pauschale IPCC-Aussage ins Wanken, dass die gesamte Erwärmung der industriellen Zeit anthropogenen Ursprungs wäre. Eine konsequente Berücksichtigung der Ozeanzyklen in vorindustrieller Zeit und die Weiterführung dieses Antriebs in den letzten 160 Jahren ist der Schlüssel zur Interpretation der modernen Klimaantriebe, der sogenannten Attribution. Aber auch die Studie von Wang und Kollegen lässt noch “Luft nach oben”. Die eingeflossenen Basistemperaturkurven ähneln abgeschwächten Hocheysticks. Betrug der Temperaturunterschied in Ostasien zwischen MWP und LIA wirklich nur ein halbes Grad? Übertrifft die moderne Wärme die MWP wirklich um ein halbes Grad? Hier sind sicherlich noch weitere Arbeiten notwendig, um die Temperaturentwicklung der letzten 1000 Jahre noch genauer zu rekonstruieren.

Hier die Kurzfassung der Studie von Wang et al. 2018:

Causes of East Asian Temperature Multidecadal Variability Since 850 CE

Abstract: The drivers of multidecadal‐ to centennial‐scale variability in East Asian temperature, apparent in temperature reconstructions, are poorly understood. Here we apply a multivariate regression analysis to distinguish the influences of large‐scale modes of internal variability (Atlantic Multidecadal Oscillation and Pacific Multidecadal Oscillation) and external natural (orbital, solar, and volcanic) and anthropogenic (greenhouse gas concentrations, aerosols, and land use changes) forcings on East Asian warm‐season temperature over the period 850–1999 CE (Common Era). We find that ~80% of the temperature change on time scales longer than 30 years can be explained including all drivers over the full‐length period. The Pacific Multidecadal Oscillation was the most important driver of multidecadal temperature variability during the Medieval Climate Anomaly (here 950–1250), while solar contribution was important during the Little Ice Age (here 1350–1850). Since 1850, two thirds of temperature change can be explained with anthropogenic forcing, whereas one third was related mainly to the Atlantic Multidecadal Oscillation and volcanic forcing.

Plain Language Summary: The Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO) and Pacific Multidecadal Oscillation (PMO) are suggested to be key components of internal temperature variability globally and in the Northern Hemisphere. However, the contribution of the AMO and PMO to temperature at regional/continental scales in preindustrial times is still unclear. Here we use a multivariate regression analysis to distinguish the AMO and PMO contributions to the East Asian temperature multidecadal (> 30 years) changes from the influence of external (orbital solar, volcanic, and anthropogenic) forcings. We find that the contribution of the AMO and PMO is of similar magnitude as solar and volcanic forcing during the period 850–1999 CE (Common Era). We apply the same approach to three subperiods and find that the PMO, solar forcing, and anthropogenic forcing contributed most during the periods 950–1250, 1350–1850, and 1850–1999, respectively.

 

Dämpfer für PIK-Alarm: Stärkere Hurrikane können nicht mit CO2-Anstieg erklärt werden

Immer wenn die Hurricansaison in der Karibik beginnt, wartet alle Welt und das PIK in Potsdam auf einen starken Sturm. Dann ist es wieder an der Zeit, den Klimawandel zu verkaufen, wie im September 2017. Damals meldeten die Potsdamer Neueste Nachrichten mit Bezug auf den PIK-Mann Anders Levermann:

Erderwärmung liefere Energie für stärkere tropische Stürme
Die Wucht der aktuellen tropischen Wirbelstürme ist nach Einschätzung von Potsdamer Klimaforschern auf den Klimawandel zurückzuführen. Das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas erhöhe die Temperatur des Planeten und liefere damit Energie für immer stärkere tropische Stürme, erklärte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). „Leider ist die Physik hier sehr klar: Hurrikans holen ihre zerstörerische Energie aus der Wärme des Ozeans.“ Die Wassertemperaturen in der Region seien überhöht. Der Klimawandel verursache zwar diese Stürme nicht, er könne jedoch „ihre Folgen übel verschlimmern“.

Wird also die Intensität von Hurricans mit dem Klimawandel stärker? Ist das heute zu detektieren, wie Levermann reichlich trivial folgert? Dem ist nicht so, sagen jetzt Forscher um Lory Trenary von der George Mason University in Fairfex Virginia. Sie untersuchten Klimamodelle und Reanalysen und fanden keinen Zusammenhang mit dem Antrieb durch Treibhausgase, insbesondere CO2. Die Langzeittrends 1958-2005 waren am Ende widersprüchlich und nicht valide. Eine Attributierung der Hurricanintensität zum Klimawandel ist bis heute nicht durchführbar. Sie erwähnen in der Einführung ihrer aktuellen Arbeit übrigens auch Levermanns Argument: “Wärmerer Ozean-stärkere Stürme!” Nach eingehender Analyse kommen sie jedoch zu dem Schluss:

“These results indicate that currently we cannot attribute changes in North Atlantic hurricane intensity to human related forcings.”

Es gab schon in der Vergangenheit unter Atmosphärenforschern Uneinigkeit über die Beeinflussung der Hurricanintensität durch anthropogenen Antrieb. Levermann scherte das auch im vergangenen Jahr nicht, denn als Forscher wird er ohne Zweifel über die verschiedenen Thesen darüber informiert gewesen sein. So bleibt als Grund für die Verbreitung der falschen Behauptung nur der Klimasirenen-Charakter des Hauses PIK und anderer. Hier der Abstract aus der Arbeit von Trenary et al., die am 4. März 2019 in den Geophysical Research Letters erschien:

Are mid‐20th century forced changes in North Atlantic hurricane potential intensity detectable?

Abstract:The impact of anthropogenic forcings on tropical North Atlantic hurricane potential intensity (PI) is evaluated in CMIP5 models for the period 1958‐2005. Eleven models are examined, but only seven models have a forced response that is distinguishable from internal variability. The use of discriminant analysis to optimize detectability does not yield a clear, common climate change signal. Of the seven models with a significant response, one has a negative linear trend while two have a positive linear trend. The trend in PI is not even consistent among reanalyses, although this difference is not statistically significant because of large uncertainties. Furthermore, estimates of PI internal variability have significantly different variances among different reanalysis products. These disagreements between models, reanalysis products, and between models and reanalyses, in conjunction with relatively large uncertainties, highlight the difficulty of detecting and attributing observed changes in North Atlantic hurricane potential intensity.

Plain Language Summary: Observed temperature has been steadily increasing over the last century and much of this warming can be attributed to greenhouse gas emissions. Theoretically, the maximum intensity (or potential intensity) a hurricane can achieve depends strongly upon sea surface temperature, with warmer temperatures producing stronger storms. From this perspective, we might expect that the warming surface temperatures are driving observable changes in hurricane intensity. To this end, we analyze climate model experiments to determine if the observed changes in North Atlantic hurricane intensity can be attributed to human related emissions over the period 1958‐2005. Of the eleven models analyzed, we find that only seven predict that hurricane potential intensity has changed in response to greenhouse gas and aerosol emissions. The change in potential intensity differs across models, with one model predicting a decreasing trend in North Atlantic hurricane potential intensity, while two models predict an increasing trend in potential intensity. Different reanalysis datasets are likewise inconsistent. These results indicate that currently we cannot attribute changes in North Atlantic hurricane intensity to human related forcings. It is possible that as greenhouse gas concentrations continue to increase, an unequivocal forced response in North Atlantic potential intensity may emerge in the future.

 

Wer hat Recht? RAHMSTORF: Der Mensch ist 100 Prozent schuld. LATIF: Etwa die Hälfte der Erwärmung ist anthropogen

Klimaklagen sind groß in Mode, jetzt auch im Pazifikraum. Neues Deutschland berichtete am 2. Dezember 2018:

Vanuatu prüft als erstes Land Klagen: Inselstaat will Verursacher des Klimawandels zahlen lassen
Der Pazifikstaat Vanuatu führt seit Jahren den Weltrisikobericht an – im negativen Sinne. Denn dort ist das Katastrophenrisiko im globalen Vergleich am höchsten. Der Klimawandel macht das Leben für die Insulaner nun noch mal härter, denn Vanuatu ist eines der anfälligsten Länder für die Auswirkungen der Erderwärmung. Der Großteil der Wirtschaft des pazifischen Inselstaates ist nämlich wetterabhängig: Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus sind durch den Klimawandel gefährdet.

Allein der Wirbelsturm »Pam«, der Vanuatu 2015 traf, hatte das Land über 60 Prozent seines jährlichen Bruttoinlandproduktes oder fast 450 Millionen US-Dollar gekostet. Neben der Gefahr intensiverer Stürme bedroht wärmeres und saureres Meerwasser die Korallenriffe des Inselstaates. Außerdem ragen viele der über 80 Inseln nur etwa einen Meter aus dem Ozean. Bei einem Anstieg des Meeresspiegels könnten etliche der rund 260 000 Bewohner ihre Heimat verlieren.

Weiterlesen in Neues Deutschland

Wie stehen die Chancen für Vanuatu für Schadensersatz vor Gericht? Vermutlich ziemlich mau:

Stürme: Schwerer Wirbelsturm verwüstet Vanuatu. Premierminister sieht es realistisch: “Stürme sind kein neues Phänomen, wir Insulaner leiden darunter seit Besiedelung Vanuatus vor 5000 Jahren”

Auswirkung der Ozeanversauerung auf Korallen: Korallen trotzen der Ozeanversauerung – seit mehr als 40 Millionen Jahren

Meerespiegelanstieg: Trotz Meeresspiegelanstieg: Fläche der Tuvaluinseln hat sich in den letzten Jahrzehnten um 3% vergrößert

Aber es stimmt schon, Inseln des Vanuatu-Archipels sind bereits früher in den Fluten versunken. Dies hatte aber weniger mit dem Klimawandel zu tun als mit vulkanischer Senkung, wie Nunn et al. 2006 dokumentierten:

Vanished Islands in Vanuatu: New research and a preliminary geohazard assessment
Oral traditions recalling the disappearances of islands in the volcanically and seismically active central part of the Vanuatu archipelago were collected from informants on Ambae, Maewo, Malakula, and Pentecost Islands. Analyses of the details of these traditions and the meanings of the names of the vanished islands suggest that they once existed. Vanished islands off north‐west Malakula, named Tolamp and Malveveng, are likely to have subsided abruptly down the slope to the interarc rift marked by the South Aoba Basin. The unnamed vanished island off the western tip of Ambae is likely to have subsided during a volcanic or seismic event. The vanished island named (Vanua) Mamata between Ambae, Maewo, and Pentecost is also likely to have slipped down the flank of the slope to the South Aoba Basin. Island disappearances of this kind are memorable expressions of the geohazards that affect areas like central Vanuatu. The novel approach adopted here is argued to be an important adjunct to more conventional approaches to geohazard assessment in such places.

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OÖ-Nachrichten am 18. Oktober 2018:

Klimawandel: “Der Mensch ist 100 Prozent schuld”

OÖN-Gespräch mit dem deutschen Klimaforscher Stefan Rahmstorf, der gestern beim o.ö. Klimagipfel zu Gast war. [...]

OÖN: Steht der Mensch wirklich zweifelsfrei als Verursacher des Klimawandels fest?

RAHMSTORF: Ja, er ist zu rund hundert Prozent für die globale Erwärmung verantwortlich. Die Sonne kommt dafür nicht in Frage, ihre Aktivität geht seit 50 Jahren leicht zurück.

Zweimal falsch.

1) Das internationale Klimakonsortium PAGES2K zeigt die aktualisierte Sichtweise zur solaren Entwicklung der letzten 400 Jahre auf seiner Webseite 2016, wobei das späte 20. Jahrhundert die intensivste solare Aktivität des gesamten Betrachtungszeitraums aufweist. Die solare Hochphase fällt dabei exakt in die Zeit der stärksten Erwärmung 1977-1998, als sich das globale Klima rasant um ein halbes Grad aufheizte. Als die Sonne in den frühen 2000er Jahren dann wieder erschlaffte, setzte die bekannte Erwärmungspause ein.

Abbildung: Entwicklung der Sonnenaktivität während der vergangenen 400 Jahre. Weiße Kurve zeigt solare Gesamtstrahlung (Total Solar Irradiance, TSI), gelbe Ausschläge markieren Sonnenflecken. Quelle: PAGES2K-Webseite, heruntergeladen im März 2016.

 

2) Die hundert Prozent anthropogen werden zwar im neuen IPCC 1,5-Gradbericht genannt. Sie sind aber in der Fachwelt hochumstritten. Siehe z. B. Schweizer Klimaszenarien CH2018: Bis zur Hälfte der beobachteten Erwärmung der letzten 50-100 Jahre hat natürliche Ursachen oder Neue Arbeit in PNAS: 40% der Erwärmung der letzten 50 Jahre ist durch Ozeanzyklen bedingt. Auch Mojib Latif widerspricht, z.B. im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) am 12. September 2012:

NOZ: Herr Latif, trägt eher die Sonne zur Erderwärmung bei oder das Treibhausgas Kohlendioxid, CO2?

LATIF: Es ist ein Mix aus beidem. Klar ist, dass der Mensch über die Hälfte des Temperaturanstiegs seit Beginn der Industrialisierung zu verantworten hat.

Zuvor hatte Latif der österreichischen Zeitung ‚Die Presse‘ (DP) am 9. Februar 2012 das Folgende gesagt:

DIE PRESSE: Zurück zur bisherigen Erwärmung, 0,8 Grad seit 100 Jahren. Für Vahrenholt kommt die Hälfte von der Sonne. Und beim IPCC kommt alles vom CO2?

LATIF: Nein, das hat der IPCC nie gesagt, er ist sehr vorsichtig und sagt, dass etwa die Hälfte der Erwärmung anthropogen ist.

DIE PRESSE: Dann sagt er das Gleiche wie Vahrenholt?

LATIF: Ja, das ist es ja, was mich wahnsinnig macht: Da wird ein Popanz aufgebaut und dann genüsslich zerrissen.

 

PNAS-Studie fordert mehr Transparenz im Umgang mit Unsicherheiten

Ein Merkmal der aktuellen Klimahysterie ist es, sich fast ausschließlich auf vermutete Probleme der fernen Zukunft zu fokussieren, während aktuelle Probleme wie Umweltschutz, Frauenrechte und schlechte Staatsführung nahezu unberücksichtigt bleiben, weil nicht trendy genug. Im November 2018 fand in Ägypten eine Umweltschutzkonferenz statt, die von der Presse ziemlich ignoriert wurde. Siehe Bericht in Spiegel Online.

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Artikel von Wolfgang Meins auf Achgut am 28. November 2018:

UBA-Klimastudie: Aus weniger Hitzeopfern mehr machen

Es gibt ja diese Themen, bei denen die Bereitschaft, sich auf sie einzulassen, nur sehr zögerlich wächst. Im vorliegenden Fall erfolgte die erste gezielte Kontaktaufnahme bereits im April 2018 durch die Lektüre eines Artikels in einem Organ namens Frankfurter Rundschau: „Die psychischen Folgen des Klimawandels – Hitzewellen, Überflutungen und andere Auswirkungen steigender Temperaturen hinterlassen nicht nur sichtbare Spuren.“ Einige Monate später dann der nächste Kontakt, wiederum eher zufällig, in Gestalt eines ähnlich gelagerten Artikels von zwei Mitarbeitern aus dem Umweltbundesamt (UBA) – jetzt allerdings in einer überwiegend wissenschaftlichen Zeitschrift. 

Nach der Durchsicht war klar: gesundheitliche, physische und psychische Folgen des Klimawandels sind international mittlerweile tatsächlich ein bedeutsamer Forschungsgegenstand. Nicht nur das UBA macht sich Sorgen und Gedanken darüber, was uns in näherer oder etwas fernerer Zukunft gesundheitlich so alles erwartet. Nach Einschätzung der UBA-Autoren auf jeden Fall nichts Gutes. Damit diese Rechnung aufgehen kann, müssen die Gesundheitsapokalyptiker natürlich die hinlänglich bekannten katastrophischen Klimaperspektiven pflegen, auch wenn die wenig oder auch nichts mit der tatsächlichen Entwicklung zu tun haben, wie man zum Beispiel hier und auch hier nachlesen kann. 

Nun ist das UBA sicherlich nicht unbedingt der Hort von begnadeten Wissenschaftlern, sondern eher von denjenigen, bei denen es zu einer universitären oder ähnlich gelagerten Forschungskarriere nicht gereicht hat. Dafür dürfte man im Amt in besonderem Maße auf Haltungsakademiker treffen, die etwas bewirken wollen, indem sie beispielsweise Politik und Medien zweifelhafte Hochrechnungen zur Verfügung stellen, um Fahrverbote wegen vorzeitiger Todesfälle durch Stickoxide an unseren Straßen wissenschaftlich zu legitimieren zu versuchen.

Weiterlesen auf Achgut

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Klimaprognosen besitzen enorme, momentan nicht reduzierbare Unsicherheiten. Einige Journalisten erklärten öffentlich, dass sie ihre Leser mit diesen Unsicherheiten nicht belasten wollen, um das Projekt Energiewende nicht zu gefährden. Zu den unrühmlichen Beispielen gehört Christopher Schrader. Lieber die Bürger dumm lassen, sonst kommen die noch auf dumme Ideen, dachte man sich wohl. Aber so richtig passt dieses Konzept nicht ins 21. Jahrhundert, möchte man meinen. Am 26. November 2018 veröffentlichte Charles Manski in PNAS ein Paper zum Thema, das zu mehr Transparenz im Umgang mit Unsicherheiten aufruft:

Communicating uncertainty in policy analysis
The term “policy analysis” describes scientific evaluations of the impacts of past public policies and predictions of the outcomes of potential future policies. A prevalent practice has been to report policy analysis with incredible certitude. That is, exact predictions of policy outcomes are routine, while expressions of uncertainty are rare. However, predictions and estimates often are fragile, resting on unsupported assumptions and limited data. Therefore, the expressed certitude is not credible. This paper summarizes my work documenting incredible certitude and calling for transparent communication of uncertainty. I present a typology of practices that contribute to incredible certitude, give illustrative examples, and offer suggestions on how to communicate uncertainty.

 

Die Privatisierung der Klimafrage ist falsch

Deutschlandfunk Kultur am 4. März 2019 mit einer Stimme der Vernunft:

„Die Privatisierung der Klimafrage ist falsch“

Ralf Fücks im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Der Klimawandel ist in vollem Gang – müssen wir nun alle die Verantwortung übernehmen, das Auto stehen lassen, nicht mehr fliegen? Falsche Frage, meint der Autor und Politiker Ralf Fücks. Moralischer Druck sei das Letzte, was hilft.

[...]

Ralf Fücks, geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne, lange Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung und davor Senator für Umwelt und Stadtentwicklung in Bremen, hält diese Debatte nicht für zielführend. Im Gegenteil: Er spricht sich ausdrücklich dagegen aus, bei der Klimafrage die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen in den Vordergrund zu stellen. [...] Fücks warnte ausdrücklich davor, zu viel moralischen Druck auf die Menschen aufzubauen. Je mehr der Druck erhöht werde – „Du darfst dies nicht, du darfst das nicht“ – desto stärker werde die gesellschaftliche Polarisierung zwischen Mahnern und denen, die trotzig am Status quo festhielten. Das führe politisch in die Sackgasse, sagte er.

Ganzen Beitrag beim Deutschlandfunk lesen.

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Der heftigste vulkanische Ausbruch der letzten 10.000 Jahre auf der Südhalbkugel ereignete sich in der Antarktis. Bisher ging man davon aus, dass sich der Ausbruch vor mehr als 8000 Jahren abspielte. Neue Forschungsergebnisse brachten nun eine faustdicke Überraschung: Der Ausbruch ist “nur” knapp 4000 Jahre her, also halb so alt. Dies ist insbesondere wichtig, da große Ausbrüche das globale Klima für einige Jahre abkühlen. Aber wenn man nicht weiß, wann die Ausbrüche stattfanden, kann man auch die klimatischen Effekte nicht korrekt einordnen. Pressemitteilung des Spanish National Research Council (CSIC) vom 26. November 2018, via ScienceDaily:

A large volcanic eruption shook Deception Island 3,980 years ago

This powerful eruption occurred in Deception Island 3,980 years ago and not 8,300 as previously thought.

A large volcanic eruption shook Deception Island, in Antarctica, 3,980 years ago, and not 8,300, as it was previously thought, according to an international study published in Scientific Reports, in which researchers from the Institute of Earth Sciences Jaume Almera have participated. This event was the largest eruption in the austral continent during the Holocene (the last 11,700 years after the last great glaciation on Earth), and was comparable in volume of ejected rock to the Tambora volcano eruption in 1815. The eruption formed the caldera of the volcano, one of the most active in Antarctica, with more than 20 eruptions registered in the last 200 years.

In the study, whose first author was Dermot Antoniades, from the University of Laval, Canada have taken part researchers from the Universities of Barcelona (UB), Salamanca (USAL), and Cambridge and Leicester (UK), CREAF, the Centre for Research, and Monitoring and Evaluation of the Sierra de Guadarrama National Park, and Centre for Hydrographic Studies (CEDEX).

According to the age published in this new study, a volcanic eruption caldera collapse type took place 3980 years ago. The emptying of the magmatic chamber, the zone of magma accumulation that fuelled the eruption, during this violent eruptive event caused a sudden pressure drop which in turn caused the collapse of the upper part of the volcano. As a result, a depression between 8 and 10 kilometres in diameter was formed, which is what today gives to Deception Island its particular horseshoe shape. The caldera collapse would have caused a seismic event of great magnitude whose trace was recorded in the sediments accumulated in the lakes’ bottom of Livingstone Island.

The lacustrine sediment cores were recovered during the Antarctic campaigns of the HOLOANTAR project, between 2012 and 2014. This fieldwork was lead and coordinated by Marc Oliva, then researcher at Instituto de Geografia e Ordenamento of the University of Lisboa and now Ramon y Cajal researcher at University of Barcelona (UB). Oliva is coauthor of this study.

“The initial objective of the study was purely climatic, since we wanted to reconstruct the climate fluctuations of this region for the last 11,700 years using different proxies found in the sediments of the Byers Peninsula lakes, about 40 kilometres north of Deception Island. However, the presence of a different sediment layer in all lakes and of the same age after a thick layer of tephra surprised us,” said Sergi Pla, researcher at CREAF and coauthor of the study. “Later geochemical and biological analyses indicated us that these sediments had terrestrial origin and were deposited abruptly in the lake’s bottom. These results suggested the occurrence of a major earthquake that affected all this area; put us on the track that, perhaps, we were not facing a common earthquake but the one generated by the collapse of the caldera of the Deception Island volcano. From here on, we pulled the thread,” explained Santiago Giralt, researcher at ICTJA-CSIC and co-author of the study.

The exact date of the eruption was obtained using different geochemical, petrological and paleolimnological techniques applied on the sediment cores from 4 lakes of the Byers Peninsula from Livingston island. These sedimentary records contained several direct and indirect pieces of evidence of the volcanic event that occurred in Deception Island. “The recovered sedimentary records showed a common pattern: first the volcanic ash from Deception Island eruption, overlaid by a sediment layer almost one meter thick composed by material dragged from the lakes’ shores to their bottom due to the large earthquake and, finally, the common lake sediments, which are characterized by an alternation of clays and mosses,” explained Santiago Giralt.

One of the challenges that faced this study was to characterize the origin of the ashes produced during the volcanic eruption. For that, pressure and temperature conditions of the magmas that originated this eruption were calculated using the ashes present in the sediment cores. “Using this methodology, we were able to estimate the depth of all studied samples and to determine if they were part of the same magma and eruptive episode,” said Antonio Álvarez Valero, researcher from the University of Salamanca (USAL) and co-author of this study.

The study also estimates that the eruption had a Volcanic Explosive Index (VEI) around 6 which possibly makes it the largest known Holocene eruptive episode in the Antarctic continent. “This colossal episode of eruptive caldera collapse ejected between 30 and 60 cubic kilometres of ash, comparable in volume to the eruption of the Tambora volcano in 1815, an event that is attributed to a global temperature cooling that resulted in a series of bad harvests in Europe, in what is known as the “year without summer,” explains Adelina Geyer, ICTJA-CSIC researcher and co-author of the study.

“It is very important to be able to date this type of eruptions that allow us to understand the climatic changes caused by volcanic eruptions, in this particular case at high austral latitudes,” adds the Geyer. As suggested by this study, this eruption could have had significant climatic and ecological impacts in a large area of the southern region, although more studies and new data are needed to precisely characterize what the real effects on the climate of this large eruptive event.

Paper: Dermot Antoniades, Santiago Giralt, Adelina Geyer, Antonio M. Álvarez-Valero, Sergi Pla-Rabes, Ignacio Granados, Emma J. Liu, Manuel Toro, John L. Smellie, Marc Oliva. The timing and widespread effects of the largest Holocene volcanic eruption in Antarctica. Scientific Reports, 2018; 8 (1) DOI: 10.1038/s41598-018-35460-x

 

Ulrich Waschki: An die katholischen Leugner des Klimawandels

Droht bald die Spaltung der katholischen Kirche in Klimaskeptiker und Klimaalarmisten? Oder werden die Klimaskeptiker einfach exkommuniziert? Ulrich Waschki am 28. November 2018 auf katholisch.de:

An die katholischen Leugner des Klimawandels
Spielt der Mensch Gott, wenn er versucht, der Erderwärmung etwas entgegenzusetzen? Solche Einwände kommen von Klimawandel-Leugnern aus dem katholischen Milieu, so Ulrich Waschki. Er richtet sich an sie.

[...] Die globale Erwärmung hat Folgen, schon heute. Und doch gibt es, auch im katholischen Milieu, immer noch Menschen, die den menschengemachten Klimawandel bestreiten. Klimawandel habe es schon immer gegeben, die Erderwärmung sei ein normaler Prozess. Anmaßend nennen sie es, wenn Menschen sich einbildeten, diesem Automatismus der Schöpfung etwas entgegensetzen zu können. Der Mensch spiele Gott, wie beim Turmbau zu Babel, so ein immer wieder erhobener Vorwurf. Dabei sind weit über 90 Prozent der seriösen Wissenschaftler auf der ganzen Welt einig: Es gibt ihn, den von Menschen verursachten Wandel unseres Klimas.

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Leugner und Ungläubige. Im weiteren Verlauf skizziert Waschki die Apokalypse, die ihm wahrscheinlich jemand aus Potsdam eingeflüstert hat. Werden bald wieder  Klimahexen und Klimahexeriche auf den Marktplätze verbrannt? Lieber Ulrich Waschki, ein bisschen mehr Interesse am Thema darf man schon erwarten. Weshalb hat sich das Klima in vorindustrieller Zeit so stark geändert? Was glauben – oder besser wissen -  Sie? Die Werbung für die Aktivistenplattform Klimafakten ist grenzwertig. Die Webseite wird von der European Climate Foundation (EC) betrieben, die ihre Finanzmittel aus reichen Milliardärstiftungen bezieht. Man kann sich an den zehn Fingern ausrechnen, welche Interessen hier wirklich dahinterstecken. In der Kirche muss man Glauben. Die Klimawissenschaften hingegen sind Wissenschaft. Und hier dürfen noch immer Argumente ausgetauscht werden. Das Abkanzeln von wissenschaftlich diskutierenden Katholiken ist falsch und unredlich. Ulrich Waschki, hören Sie sich die Argumente einmal ernsthaft an, bevor sie die Klimaskeptiker in die Hölle wünschen. Willkommen im 21. Jahrhundert!

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Eigentlich wollten wir noch über die neuen 10 Gebote des Vatikans zum Klimawandel berichten. Der entsprechende Artikel auf katholisches.info ist jedoch offline, denn der Plattform fehlt das Geld.

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Im November 2018 brachte die BR-Sendung ‘quer’ einen Beitrag mit dem Titel “Keime im Trinkwasser wegen Klimawandel?”. Auch in der Kurzbeschreibung des Clips wird wieder auf den Klimawandel als Teilursache verwiesen. Wenn man sich das Video dann aber anschaut, wird schnell klar, was passiert ist: Aufgrund der Trockenheit im Sommer 2018 setzten einige Orte Milchtankwagen zum Transport von Trinkwasser ein. Und die waren wohl nicht besonders gut gereinigt… So wird aus Wetter und einer Reinigungspanne schnell ein Klimawandelschaden konstruiert:

 

 

Laut des vom Bundesumweltamt (UBA) herausgegebenen ‚Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel‘ gibt es keinen statistisch gesicherten Trend in der Entwicklung der Häufigkeit von Trockenperioden in Deutschland. Dort heißt es im Einzelnen:

Neben der Frage nach der Veränderung der Starkniederschläge ist insbesondere im Sommer auch von großer Wichtigkeit, inwieweit die Erwärmung mit einer zusätzlichen Austrocknung einhergeht. Dementsprechend soll noch die Veränderung der Häufigkeit von Trockenperioden betrachtet werden. Hierzu wird die Anzahl der Episoden mit mindestens zehn aufeinanderfolgenden Tagen ohne Niederschlag ausgewertet. Wie Abbildung 11 zeigt, ist die Anzahl solcher Trockenperioden im Flächenmittel von Deutschland seit 1951 um ca. 0,3 Ereignisse pro Jahr geringfügig angestiegen. Bereits aufgrund der Seltenheit solcher Ereignisse mit einem Mittelwert von nur 1,3 Fällen pro Jahr im klimatologischen Referenzzeitraum 1961-1990 sowie der extrem hohen Variabilität von Jahr zu Jahr ist aber auch diese Zunahme bislang statistisch keineswegs gesichert. Hinzu kommen ausgeprägte natürliche Schwankungen mit abwechselnden Phasen stärker und geringer ausgeprägter Trockenheit, die sich deutlich in der räumlichen Entwicklung der mittleren Anzahl dieser Trockenperioden abzeichnen.“