Thomas Stocker unterliegt in der Wahl zum IPCC-Chef und verlässt enttäuscht den Weltklimarat

Die Würfel sind gefallen. Der neue IPCC-Chef kommt aus Südkorea. Die Neue Zürcher Zeitung berichtete am 6. Oktober 2015 über die Wahl zum neuen Weltklimaratsvorsitzenden:

Thomas Stocker unterliegt in der Wahl zum IPCC-Chef
Der Südkoreaner Hoesung Lee ist am Dienstagabend zum neuen Vorsitzenden des Weltklimarates (IPCC) gewählt worden. Das meldete die Uno-Organisation mit Sitz in Genf in einer Twitter-Nachricht. Hoesung Lee erzielte im zweiten Wahlgang 78 Stimmen, der Belgier Jean-Pascal van Ypersele 56 Stimmen, wie es von der Universität Bern hiess. Bereits im ersten Wahlgang war der Schweizer Klimaforscher Thomas Stocker ausgeschieden – wegen zwei fehlender Stimmen.

Weiterlesen in der Neuen Zürcher Zeitung.

Was bedeutet dies für die überfällige Reform des IPCC? Kann Lee die Aufgabe schaffen? Allzuviele Hoffnungen sollte man sich nicht machen, denn Hoesung Lee ist bereits seit 2008 IPCC-Vize-Vorsitzender, gehört also seit langer Zeit zum “Club”. Trotzdem gibt es einen Schimmer Hoffnung. Der “Neue” will nämlich die Wirtschaft stärker in die Berichtserstelllung einbinden, heißt es. Hoffentlich nicht nur die Versicherungswirtschaft… Auf euractiv.de heißt es dazu:

Er verspricht in seinem Bewerbungsschreiben die Schaffung von regionalen Exzellenzzentren für Klimaforschung, Anpassung und Treibhausgasminderung. Dabei ist es ihm wichtig, Wachstumsmodelle zu finden, die eine Überwindung der Armut und die Schonung der Erdatmosphäre ermöglichen. Damit die Wirtschaft den Forschern nicht so leicht Einseitigkeit vorwerfen kann, will Hoesung sie stärker einbeziehen. Die Kommunikation soll sich künftig stärker auf regionale Bedürfnisse konzentrieren.

Der in der Wahl unterlegene Thomas Stocker zeigte sich enttäuscht und erklärte seinen Rückzug aus dem IPCC, wie das SRF am 7. Oktober 2015 meldete:

Nach Nichtwahl: Schweizer Klimaforscher verlässt Weltklimarat
[...] Bei der Wahl unterlegen ist der Berner Klimaphysiker Thomas Stocker. Dieser reagiert enttäuscht auf das Resultat. Er zieht sich aus dem IPCC zurück. [...]

SRF: Was bedeutet Ihre Nicht-Wahl für Sie?

STOCKER: Ich habe mich 17 Jahre lang im IPCC engagiert Ich glaube stark an die alte Redewendung «servir et disparaître» (dienen und verschwinden, Anm. d. Red.). Ich habe meinen Beitrag geleistet. Jetzt kommt eine neue Generation, die sicherstellt, dass in den nächsten fünf bis sieben Jahren wiederum ein ausgezeichneter Klimabericht vorliegt.

SRF: Das heisst, Ihr Engagement im IPCC ist beendet?

STOCKER: Das ist so. Ich habe jetzt viele freie Valenzen. Ich werde wieder voll in die Forschung an der Universität Bern zurückkehren. Vielleicht übernehme ich auch die eine oder andere Aufgabe ausserhalb. Ich habe aber noch keine konkreten Pläne.

Im selben Beitrag beklagt sich Stocker auch, dass er eigentlich 38 fest zugesagte Stimmen hatte, von denen aber offenbar in letzter Minute noch 8 absprangen. Eine sehr politische Wahl, bei der sich augenscheinlich die Asiaten gegen ihn verschworen hätten und schließlich ihren südkoreanischen Kandidaten auf das Treppchen hoben.

Mehr zum IPCC können Sie übrigens auf den bestens sortierten Klimaseiten von Alfred Brandenberger finden:

———————–

Die Süddeutsche “Klimaalarm-” Zeitung versorgte alle Freunde der Klimaapokalypse am 17. August 2015 mit neuem “Stoff”:

Klimawandel: Gletscher ade
Das Eis des Tian-Shan-Gebirges schwindet rapide. In den vergangenen 50 Jahren haben die Gletscher Zentralasiens etwa ein Viertel ihres Volumens verloren. In den kommenden Jahrzehnten könnte sich der Trend noch beschleunigen.[...] Die Forscher vermuten, dass die globale Erwärmung für den Schwund verantwortlich ist. Sie könnte dazu führen, dass das vorhandene Eis in Zentralasien beschleunigt schmilzt, so die Forscher. Bis 2050 könnte die Hälfte der heutigen Masse verschwinden.

Was der Artikel verschweigt ist, dass das Gletschereis in der weiteren Himalaya-Region schon immer zyklischen Schwankungen unterlegen ist. Das Tian-Shan-Gebirge liegt nur ein paar hundert Kilometer nördlich vom Tibet-Plateau. Eine Forschergruppe um Xingqi Liu unter Beteiligung von Ulrike Herzschuh und Gerhard Kuhn vom deutschen Alfred Wegener Institut in Potsdam und Bremerhaven haben die Gletscherentwicklung der letzten Jahrtausende auf dem Tibetplateau genau rekonstruiert und fanden eine beeindruckende Zyklik. Die Tibetgletscher wuchsen und schrumpften im Tausendjahrestakt, wie die Autoren im September 2014 in den Geophysical Research Letters berichteten. Schmelzphasen ähnlich jener im 20. Jahrhundert ereigneten sich während der Mittelalterlichen Wärmeperiode vor 1000 Jahren, der Römischen Wärmperiode vor 2000 Jahren und der Minoischen Wärmeperiode vor 3000 Jahren (Abbildung 1). Die Autoren erkannten zudem ein hohes Maß an Übereinstimmung mit der Klimazyklik im Nordatlantik wie sie 2001 von Bond et al. beschrieben wurde. Den Antrieb der Klimaschwankungen erkannten Bond et al. in Änderungen der Sonnenaktivität.

In der Kurzfassung schreiben Liu und Kollegen:

Late Holocene glacier variations in westernmost Tibetan Plateau were studied based on the analysis of grain size, magnetic susceptibility, and elements from an 8.3 m long distal glaciolacustrine sediment core of Kalakuli Lake. Our results show that there are four glacier expansion episodes occurring in 4200–3700 calibrated years (cal years) B.P., 2950–2300 cal years B.P., 1700–1070 cal years B.P., and 570–100 cal years B.P. and four glacier retreat periods of 3700–2950 cal years B.P., 2300–1700 cal years B.P., 1070–570 cal years B.P., and 50 cal years B.P.–present. The four glacier expansion episodes are generally in agreement with the glacier activities indicted by the moraines at Muztagh Ata and Kongur Shan, as well as with the late Holocene ice-rafting events in the North Atlantic. Over the last 2000 years, our reconstructed glacier variations are in temporal agreement with reconstructed temperature from China and the Northern Hemisphere, indicating that glacier variations at centennial time scales are very sensitive to temperature in western Tibetan Plateau.

Im Ergebnisteil des Papers wird die Synchronität zu den Bond-Zyklen näher erläutert:

Furthermore, the four glacier expansion episodes were revealed both by glaciolacustrine sediment (this study) and by moraine successions, temporally coincide with the late Holocene ice-rafting events in the North Atlantic (i.e., bond events 0 to 3) [Bond et al., 2001].

Abbildung 1: Zyklische Gletscherwachstumsphasen (grau hinterlegt) und Abschmelzphasen (weiß hinterlegt) auf dem Tibetplateau während der vergangenen 4000 Jahre. Quelle: Liu et al. 2014.

 

Bitterer Rückschlag für die Klimaalarm-Bewegung: Starbesetzte Klimawandel-Doku im TV findet wenig Zuspruch

Die Webseite Quotenmeter.de analysiert Sendungen im deutschen Fernsehen und berichtet Zuschauerquoten. Am 24. August 2015 brachte der Mediendienst eine Nachricht, die einigen Akteuren in der Vorbereitungsphase auf den Pariser Klimagipfel so gar nicht schmecken wird:

Starbesetzte Klimawandel-Doku findet auf Servus TV wenig Zuspruch
In der ersten Ausgabe der neunteiligen Doku-Reihe «Unsere Welt – Stars schlagen Alarm» besuchte Harrison Ford Indonesien. Nur wenige Zuschauer schalteten ein.

Ganzen Beitrag auf quotenmeter.de lesen.

Bei diesem Flop geht es konkret um den Streifen “Years of Living Dangerously“, der nun in deutscher Sprache als “Unsere Welt – Stars schlagen Alarm” ausgestrahlt wurde. Neben Harrison Ford blasen im Film auch Arnold Schwarzenegger, Matt Damon und Jessica Alba klimaalarmistische Trübsal. Servus TV strahlte den Streifen an einem Sonntagabend zur besten Sendezeit aus. Zuschauerinteresse: Keines. Die Doku erreichte einen Gesamtmarktanteil von verschwindend geringen 0,1 Prozent, in Worten: Nullkomma ein Prozent. Bitter.

Auch in den USA floppte der Aktivisten-Film. Dort erreichte der Streifen an den vier Sonntagabenden der Ausstrahlung lediglich 0.07%, 0.04%, 0.04% und 0.04% der Zielgruppe zwischen 18 und 49. Klimapropaganda vor leeren Zuschauerrängen. Die Leute haben mitlerweile erkannt, was Ihnen da für ein Schmarrn aufgetischt wird und stimmen mit der Fernbedienung ab.

———————–

Deutschlandradio Kultur liebt den Klimaalarm. Am 17. August 2015 gab es eine neue Folge. Diesmal soll die Namib-Wüste in Namibia bedroht sein:

Wie der Klimawandel die Wüste Namib bedroht
Sie ist ein Unesco-Weltnaturerbe, zieht sich über 2000 Kilometer und deckt die gesamte Atlantik-Küste Namibias ab: die Wüste Namib. An der einzigen Küstenwüste Afrikas kann es bis zu 50 Grad werden. Nun gefährdet der Klimawandel ihr Ökosystem. [...] Seit vielen Millionen Jahren ist die Namib-Wüste ein stabiles System. Aber der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass sich das ändert, meint der südafrikanische Biologe und Umweltwissenschaftler Dr. Joh Henschel. Der kalte Benguelastrom sorgt für ein wichtiges Phänomen der Namib: Durch ihn kondensiert die Luftfeuchtigkeit zu Wolken, die dann als Nebel ins Landesinnere wandern. Und so zumindest temporär für Abkühlung und Feuchtigkeit sorgen. Pflanzen wie die Welwitschia oder der Naras-Strauch haben sich der unwirtlichen Umgebung angepasst. Auch zahlreiche Tiere wie Elefanten, Nashörner, Wildpferde oder Gemsböcke kommen mit den bis zu 50 Grad heißen Tagen leidlich zurecht. Manche halten sogar noch mehr aus, sind sozusagen Weltmeister bei Hitzetoleranz. Doch ein Temperaturanstieg würde auch diese widerstandsfähigen Geschöpfe an ihre Grenzen bringen. Der Klimawandel bringt aber noch weitere Phänomene, die der Namib zusetzen: heftige Stürme, die Boden und Sand in Bewegung bringen und für große Zerstörungen sorgen. Weniger Niederschlag und dadurch längere Dürreperioden. Und ein steigender Meeresspiegel könnte Namib-Städte wie Walvis Bay, Swakopmund und Lüderitz bedrohen. [...]

Eine Wüste die angeblich seit “vielen Millionen Jahren” bis zu 50°C heiß wird, soll jetzt wegen einem zusätzlichen Grad plötzlich zugrunde gehen? Das klingt unlogisch. Aber stimmt es überhaupt, dass das Klima der Namibwüste und Namibias über viele Millionen Jahre konstant gewesen wäre? Ein Blick in die Fachliteratur entzaubert den Mythos. Im April 2013 veröffentlichte eine Forschergruppe um Hillary Slette von der University of Georgia im Fachmagazin Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology eine Rekonstruktion der Dürregeschichte Namibias. Basis der Untersuchung war ein Höhlentropfstein, der das Klima der letzten viereinhalb tausend Jahre aufzeichnete. Hillary Slette fand in diesem klimatischen Archiv drei ausgeprägte Feucht-/Trockenzyklen. Die Phase mit den größten Niederschlägen ereignete sich dabei zwischen 1720-1850 zu Zeiten der Kleinen Eiszeit. Eine ausgeprägte Dürreperiode suchte die Region zwischen 3300 und 1800 Jahren vor heute heim. Im Folgenden ein Auszug aus der Kurzfassung der Arbeit:

Stalagmite DP1, a speleothem 1.6 m in length from Dante Cave in northeastern Namibia, provides a paleoclimate record of a gradual transition from wetter to drier conditions from 4.6 to 3.3 ka BP [before present], a variable but pronounced dry period from 3.3 to 1.8 ka, and a wetter but variable period from 1.8 ka to the present. […] The DP1 record suggests considerable change over the past 1800 years, with at least three wet/dry cycles. The wettest conditions may have occurred relatively recently, between 230 and 100 BP (A.D. 1720 and 1850), so that early European explorers may have seen and/or heard reports of conditions among the wettest during the later Holocene in southern Africa.

Die nüchterne Wahrheit: Das Klima Namibias unterlag in den letzten Jahrtausenden steten Schwankungen, wobei feuchte und trockene Phasen wechselten. Wenn es warm war, war es trocken. Und wenn es kälter war, zog Feuchtigkeit auf. Auch andere Studien aus der Region können keine außergwöhnliche Entwicklung für das heutige Namibia belegen. Zum Beispiel konnten Therrell et al. 2006 zeigen, dass es im 19. Jahrhundert in Simbabwe viel schlimmere Dürren gegeben hat als im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. Jan-Philippe Schlüter vom Deutschlandradio Kultur hat hier seine Hörer kräftig verkohlt. Ob es jemand gemerkt hat?

 

Neues vom Svensmark-Wolken-Solarverstärker

Vor einigen Jahren beschrieb Henrik Svensmark einen Mechanismus, bei dem solare Aktivitätsschwankungen die Wolkenbedeckung verändern. War dies der gesuchte Solarverstärker? Der vorgeschlagene Prozess enthält eine Reihe von Zwischenschritten, wobei das Sonnenmagnetfeld die kosmische Strahlung mal mehr und mal weniger stark abschirmt, also moduliert. Die kleinen galaktischen Teilchen sollen dann als Kondensationskeime für Wolken dienen. Der Mechanismus leuchtet im Großen und Ganzen ein, und Svensmark konnte zunächst eine schöne Korrelation der Sonnenaktivität mit den Wolken liefern. Dann allerdings liefen die Kurven auseinander. Es war wohl doch etwas komplizierter. Der IPCC freute sich und verwarf das Modell kurzerhand. Vermutlich vorschnell, denn Stück für Stück wird nun allmählich klarer, dass man stärker differenzieren muss: Zwischen verschiedenen Breitengraden, Wolkenstockwerken, Jahreszeiten. Im Folgenden wollen wir für Sie das Neueste zum Wolken-Solarverstärker zusammenfassen.

Im November 2014 berichteten M. Kancirova und K. Kudela in Atmospheric Research über eine Studie zur Entwicklung der Wolkenbedeckung und der kosmischen Strahlen auf einem 2634 m hohen Berg in der Slovakei für den Zeitraum 1982–2010. Die Autoren fanden dabei eine stabile Korrelation zwischen Wolken und kosmischer Strahlung, wenn auch schwach ausgeprägt. Hier der Abstract:

Cloud cover and cosmic ray variations at Lomnický štít high altitude observing site
We studied the relation of cloud cover and cosmic rays during the period 1982–2010 measured at Lomnický štít (2634 m above sea level, in the direction of 49.40°N, 20.22°E, geomagnetic vertical cut-off rigidity for cosmic ray ~ 3.85 GV). Daily means are used. It is seen that the correlations are insignificant for averaging shorter than about one year. We have found weak positive correlation for longer averaging times. Difference in distributions of cosmic ray intensity between the days with cloudless and overcast sky level at α = 0.05 is found in the data. In addition to the experiments and clarification of physical mechanisms behind the relations studied here, longer time intervals and analysis at different sites with respect to cut-off rigidity and sea/continents along with the satellite data are important for progress in understanding the cosmic ray–cloud relation questions, at least from the point of view of empirical description of the dependencies.

Im Januar 2015 legten Badruddin & Aslam dann im Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics nach. Sie studierten den Einfluss der kosmischen Strahlung auf den Indischen Sommermonsun. Und sie wurde fündig: Dürrephasen ereigneten sich überwiegend wenn die kosmische Strahlung abnahm, während feuchte Phasen mit zunehmender kosmischer Strahlung gepaart waren. Zudem fanden sie einen Zusammenhang mit der Temperatur. Hier die Kurzfassung:

Influence of cosmic-ray variability on the monsoon rainfall and temperature
We study the role of galactic cosmic ray (GCR) variability in influencing the rainfall variability in Indian Summer Monsoon Rainfall (ISMR) season.
We find that on an average during ‘drought’ (low ISMR) periods in India, GCR flux is decreasing, and during ‘flood’ (high ISMR) periods, GCR flux is increasing. The results of our analysis suggest for a possibility that the decreasing GCR flux during the summer monsoon season in India may suppress the rainfall. On the other hand, increasing GCR flux may enhance the rainfall. We suspect that in addition to real environmental conditions, significant levitation/dispersion of low clouds and hence reduced possibility of collision/coalescence to form raindrops suppresses the rainfall during decreasing GCR flux in monsoon season. On the other hand, enhanced collision/coalescence efficiency during increasing GCR flux due to electrical effects may contribute to enhancing the rainfall. Based on the observations, we put forward the idea that, under suitable environmental conditions, changing GCR flux may influence precipitation by suppressing/enhancing it, depending upon the decreasing/increasing nature of GCR flux variability during monsoon season in India, at least. We further note that the rainfall variability is inversely related to the temperature variation during ISMR season. We suggest an explanation, although speculative, how a decreasing/increasing GCR flux can influence the rainfall and the temperature. We speculate that the proposed hypothesis, based on the Indian climate data can be extended to whole tropical and sub-tropical belt, and that it may contribute to global temperature in a significant way. If correct, our hypothesis has important implication for the sun – climate link.

Weiterhin erwähnenswert ist eine Arbeit von L.Z. Biktash im Dezember 2014 in Advances in Space Research. In dieser Studie geht es ebenfalls um die kosmische Strahlung und ihr Bezug zur globalen Temperatur. Für die Phase 1965–2012 sollen sich die Temperaturmaxima während der Minima der kosmischen Strahlung ereignet haben. Hier die Kurzfassung:

Evolution of Dst index, cosmic rays and global temperature during solar cycles 20–23
We have studied conditions in interplanetary space, which can have an influence on galactic cosmic ray (CR) and climate change. In this connection the solar wind and interplanetary magnetic field parameters and cosmic ray variations have been compared with geomagnetic activity represented by the equatorial Dst index from the beginning 1965 to the end of 2012. Dst index is commonly used as the solar wind–magnetosphere–ionosphere interaction characteristic. The important drivers in interplanetary medium which have effect on cosmic rays as CMEs (coronal mass ejections) and CIRs (corotating interaction regions) undergo very strong changes during their propagation to the Earth. Because of this CMEs, coronal holes and the solar spot numbers (SSN) do not adequately reflect peculiarities concerned with the solar wind arrival to 1 AU. Therefore, the geomagnetic indices have some inestimable advantage as continuous series other the irregular solar wind measurements. We have compared the yearly average variations of Dst index and the solar wind parameters with cosmic ray data from Moscow, Climax, and Haleakala neutron monitors during the solar cycles 20–23. The descending phases of these solar cycles (CSs) had the long-lasting solar wind high speed streams occurred frequently and were the primary contributors to the recurrent Dst variations. They also had effects on cosmic rays variations. We show that long-term Dst variations in these solar cycles were correlated with the cosmic ray count rate and can be used for study of CR variations. Global temperature variations in connection with evolution of Dst index and CR variations is discussed.

Im Text der Arbeit heißt es:

We demonstrate that the detrended annual means of global surface air temperature in 1965–2012 show the maxima during CRs [Cosmic Rays] and Dst index [of the solar wind] minima. It proves that CRs [Cosmic Rays] play essential role in climate change and main part of climate variations can be explained by Pudovkin and Raspopov’s (1992) mechanism of action CRs [Cosmic Rays] modulated by the solar activity on the state of lower atmosphere and meteorological parameters. Following this we have to seek for another ways of looking for global warming reason, first of all, as a man impact on climate.”

Eine Gruppe um Nicolas Huneeus überraschte im Mai 2014 im Journal of Geophysical Research mit einer etwas versteckten Bestätigung des Sonne-Wolken-Bezugs. Im Rahmen von Modellierungen fanden sie eine bedeutende Beeinflussung der Wolken durch solare Aktivitätsschwankungen. Lesen Sie selbst im Abstract:

Forcings and feedbacks in the GeoMIP ensemble for a reduction in solar irradiance and increase in CO2
The effective radiative forcings (including rapid adjustments) and feedbacks associated with an instantaneous quadrupling of the preindustrial CO2 concentration and a counterbalancing reduction of the solar constant are investigated in the context of the Geoengineering Model Intercomparison Project (GeoMIP). The forcing and feedback parameters of the net energy flux, as well as its different components at the top-of-atmosphere (TOA) and surface, were examined in 10 Earth System Models to better understand the impact of solar radiation management on the energy budget. In spite of their very different nature, the feedback parameter and its components at the TOA and surface are almost identical for the two forcing mechanisms, not only in the global mean but also in their geographical distributions. This conclusion holds for each of the individual models despite intermodel differences in how feedbacks affect the energy budget. This indicates that the climate sensitivity parameter is independent of the forcing (when measured as an effective radiative forcing). We also show the existence of a large contribution of the cloudy-sky component to the shortwave effective radiative forcing at the TOA suggesting rapid cloud adjustments to a change in solar irradiance. In addition, the models present significant diversity in the spatial distribution of the shortwave feedback parameter in cloudy regions, indicating persistent uncertainties in cloud feedback mechanisms.

Hochinteressant auch die Studie einer Forscherguppe um Mai Mai Lam, die ihre Ergebnisse im September 2014 in den Geophysical Research Letters publizierte. (weiterlesen …)

Neues vom stratosphärischen Solarverstärker

Eines des großen ungelösten Rätsel der Klimawissenschaften ist die Frage, auf welchem Wege solare Aktivitätsschwankungen zu klimatischen Veränderungen führen. Eine Vielzahl von geologisch-paläoklimatologischen Untersuchungen belegt einwandfrei, dass es einen solaren Einfluss auf das Klima gibt. Allerdings wird hierzu ein solarer Verstärkermechanismus benötigt, da die Sonne-Schwankungen im sichtbaren Strahlungsbereich des Lichtes wohl zu gering sind, um den beobachteten Effekt zu erzeugen. In unserem Buch „Die kalte Sonne“ haben wir die beiden wahrscheinlichsten Verstärker-Kandidaten vorgestellt. Zum einen wäre hier der Svensmark-Wolkeneffekt zu nennen, wobei von der Sonne modulierte galaktische Strahlung Keime für Wolken bilden könnte. Zum anderen geht es um die UV-Strahlung, die viel stärker schwankt als der sichtbare Lichtanteil der Sonne. Das UV erzeugt in der Stratosphäre, Ozon. Mittlerweile gibt es sich verdichtenede Hinweise darauf, dass sich das Geschehen in der Stratosphäre auch in die tieferen Atmosphärenstockwerke durchpaust, wo das Wettergeschehen stattfindet. Im Folgenden wollen einen Streifzug durch die neuere Literatur unternehmen. Was gibt es Neues vom stratosphärischen Solarverstärker?

Im November 2012 wartete eine Gruppe um David Thompson in Nature mit einer großen Überraschung auf: Die Forscher hatten einen neuen Datensatz zur Temperaturentwicklung der mittleren und oberen Stratosphäre ermittelt, der sich signifikant von früheren Temperaturkurven unterschied. Hierdurch wurde nun alles durcheinandergewirbelt. Offenbar stimmten die früheren Modelle zur Entwicklung hinten und vorne nicht. Auch Modelle mussten nun plötzlich auf den Prüfstand, die nur die veraltete Temperaturkurve nachvollziehen konnten, nicht jedoch die neue. Dies ist insbesondere bedenklich, da hier Emissionen von CO2 und ozonzerstörenden Gasen eine Rolle spielen. Hier der Abstract der Arbeit:

The mystery of recent stratospheric temperature trends
A new data set of middle- and upper-stratospheric temperatures based on reprocessing of satellite radiances provides a view of stratospheric climate change during the period 1979–2005 that is strikingly different from that provided by earlier data sets. The new data call into question our understanding of observed stratospheric temperature trends and our ability to test simulations of the stratospheric response to emissions of greenhouse gases and ozone-depleting substances. Here we highlight the important issues raised by the new data and suggest how the climate science community can resolve them.

Auch Katja Matthes vom Kieler Geomar ist zusammen mit Kollegen an der Erforschung des stratosphärischen Solarverstärkers beteiligt. Hier gelangten in den letzten Jahren gleich drei Arbeiten zur Publikation, die wir hier vorstellen möchten. So erschien im September 2012 im Journal of Geophysical Research ein Paper, das von Christof Petrick angeführt wurde. In der Studie geht es um solare UV-Schwankungen, die stratosphärische Veränderungen hervorrufen, die sich über Ozeanzyklen in die Ozeane fortpflanzen. Die Matthes-Gruppe nennt dies „Top-Down-Mechanismus“. Hier der Abstract:

Impact of the solar cycle and the QBO on the atmosphere and the ocean
The Solar Cycle and the Quasi-Biennial Oscillation are two major components of natural climate variability. Their direct and indirect influences in the stratosphere and troposphere are subject of a number of studies. The so-called “top-down’ mechanism describes how solar UV changes can lead to a significant enhancement of the small initial signal and corresponding changes in stratospheric dynamics. How the signal then propagates to the surface is still under investigation. We continue the “top-down’ analysis further down to the ocean and show the dynamical ocean response with respect to the solar cycle and the QBO. For this we use two 110-year chemistry climate model experiments from NCAR’s Whole Atmosphere Community Climate Model (WACCM), one with a time varying solar cycle only and one with an additionally nudged QBO, to force an ocean general circulation model, GFZ’s Ocean Model for Circulation and Tides (OMCT). We find a significant ocean response to the solar cycle only in combination with a prescribed QBO. Especially in the Southern Hemisphere we find the tendency to positive Southern Annular Mode (SAM) like pattern in the surface pressure and associated wind anomalies during solar maximum conditions. These atmospheric anomalies propagate into the ocean and induce deviations in ocean currents down into deeper layers, inducing an integrated sea surface height signal. Finally, limitations of this study are discussed and it is concluded that comprehensive climate model studies require a middle atmosphere as well as a coupled ocean to investigate and understand natural climate variability.

Im April 2013 publizierte die Matthes-Gruppe mit Ermolli et al 2013 im Fachblatt Atmospheric Chemistry and Physics eine weitere Studie zum Thema. Die Hauptnachricht: Klimamodelle unterschätzten bislang die UV-Schwankungen um einen Faktor von 4-6. Das ist enorm. In Wirklichkeit waren die UV-Schwankungen also im Mittel 5 mal so hoch wie angenommen. Ermolli und Kollegen prognostizieren, dass auch die atmosphärischen Effekte entsprechend viel größer sind als zuvor modelliert. Hier der Abstract:

Recent variability of the solar spectral irradiance and its impact on climate modelling
The lack of long and reliable time series of solar spectral irradiance (SSI) measurements makes an accurate quantification of solar contributions to recent climate change difficult.
Whereas earlier SSI observations and models provided a qualitatively consistent picture of the SSI variability, recent measurements by the SORCE (SOlar Radiation and Climate Experiment) satellite suggest a significantly stronger variability in the ultraviolet (UV) spectral range and changes in the visible and near-infrared (NIR) bands in anti-phase with the solar cycle. A number of recent chemistry-climate model (CCM) simulations have shown that this might have significant implications on the Earth’s atmosphere. Motivated by these results, we summarize here our current knowledge of SSI variability and its impact on Earth’s climate.
We present a detailed overview of existing SSI measurements and provide thorough comparison of models available to date. SSI changes influence the Earth’s atmosphere, both directly, through changes in shortwave (SW) heating and therefore, temperature and ozone distributions in the stratosphere, and indirectly, through dynamical feedbacks. We investigate these direct and indirect effects using several state-of-the art CCM simulations forced with measured and modelled SSI changes. A unique asset of this study is the use of a common comprehensive approach for an issue that is usually addressed separately by different communities.
We show that the SORCE measurements are difficult to reconcile with earlier observations and with SSI models. Of the five SSI models discussed here, specifically NRLSSI (Naval Research Laboratory Solar Spectral Irradiance), SATIRE-S (Spectral And Total Irradiance REconstructions for the Satellite era), COSI (COde for Solar Irradiance), SRPM (Solar Radiation Physical Modelling), and OAR (Osservatorio Astronomico di Roma), only one shows a behaviour of the UV and visible irradiance qualitatively resembling that of the recent SORCE measurements. However, the integral of the SSI computed with this model over the entire spectral range does not reproduce the measured cyclical changes of the total solar irradiance, which is an essential requisite for realistic evaluations of solar effects on the Earth’s climate in CCMs.
We show that within the range provided by the recent SSI observations and semi-empirical models discussed here, the NRLSSI model and SORCE observations represent the lower and upper limits in the magnitude of the SSI solar cycle variation.
The results of the CCM simulations, forced with the SSI solar cycle variations estimated from the NRLSSI model and from SORCE measurements, show that the direct solar response in the stratosphere is larger for the SORCE than for the NRLSSI data. Correspondingly, larger UV forcing also leads to a larger surface response.
Finally, we discuss the reliability of the available data and we propose additional coordinated work, first to build composite SSI data sets out of scattered observations and to refine current SSI models, and second, to run coordinated CCM experiments.

In unserer Monatskolumne “Die Sonne im August 2015“ hatten wir bereits eine weitere aktuelle Matthes-Arbeit besprochen, Thiéblemont et al., die im September 2015 in Nature Communications erschien. Laut der Arbeit ist die Nordatlantische Oszillation mit einer Verzögerung von 1-2 Jahren an die Sonnenaktivität gekoppelt. Die Forscher benutzten ein Klimamodell, das die Atmosphäre bis zu einer Höhe von 140 km modelliert  und somit die Wirkung der UV-Strahlung auf die Chemie der Stratosphäre, etwa der Ozonbildung, besser berücksichtigen kann. Hier der Abstract:

Solar forcing synchronizes decadal North Atlantic climate variability
Quasi-decadal variability in solar irradiance has been suggested to exert a substantial effect on Earth’s regional climate. In the North Atlantic sector, the 11-year solar signal has been proposed to project onto a pattern resembling the North Atlantic Oscillation (NAO), with a lag of a few years due to ocean-atmosphere interactions. The solar/NAO relationship is, however, highly misrepresented in climate model simulations with realistic observed forcings. In addition, its detection is particularly complicated since NAO quasi-decadal fluctuations can be intrinsically generated by the coupled ocean-atmosphere system. Here we compare two multi-decadal ocean-atmosphere chemistry-climate simulations with and without solar forcing variability. While the experiment including solar variability simulates a 1–2-year lagged solar/NAO relationship, comparison of both experiments suggests that the 11-year solar cycle synchronizes quasi-decadal NAO variability intrinsic to the model. The synchronization is consistent with the downward propagation of the solar signal from the stratosphere to the surface.

Mithilfe eines Klimamodells, das auch die Stratosphäre berücksichtigt, konnte ein Forscherteam um Lon Hood einen Einfluss des 11-Jahres-Sonnenzyklus in der winterlichen Temperaturentwicklung des Pazifiks nachweisen. Das macht Hoffnung. Die Arbeit erschien im Oktober 2013 im Journal of Climate. Hier der Abstract: (weiterlesen …)

Wer stoppt die einseitige Klimadarstellung an deutschen Schulen?

In unseren Klimanews haben wir schon mehrmals über die Indoktrination an Schulen berichtet:

Leider bleibt der Aufschrei in den Medien aus. Institutioneller Klimaalarmismus wird hier offenbar auf die leichte Schulter genommen. Bei der Finanzhilfe/Griechenland wird besser hingesehen, wie Spiegel Online am 14. August 2015 berichtete:

Eurokrise in der Schule: Kinder, die Griechen sind selbst schuld

In Schulbüchern kommt die Eurokrise kaum vor. Umso umtriebiger versuchen private Initiativen ihr Unterrichtsmaterial in die Klassen zu bekommen. Eine Auswertung zeigt nun: Die darin vermittelte ökonomische Sichtweise ist extrem einseitig.

Was ist da los in Griechenland? Die Schuldenkrise beherrscht die Schlagzeilen, auch in dieser Woche, und sie ist nicht immer leicht zu verstehen. Viele Wirtschaft- oder Sozialkundelehrer dürften sich schwer damit tun, die Eurokrise zum Unterrichtsthema zu machen. In Schulbüchern stehen nämlich kaum Informationen zu Hilfspaketen, Rettungsgipfeln und Schuldenschnitt-Debatten. Wie gut, dass es im Internet passendes Lehrmaterial gibt. “Die Ursachen der Euro-Schuldenkrise”, heißt zum Beispiel ein Hintergrundtext, der sich auf der Seite “Wirtschaft und Schule” findet.

Weiterlesen auf Spiegel Online.

Es wäre schön, wenn auch mal das Material von BUND, Greenpeace, PIK und Umweltbundesamt so durchgesehen, bewertet und dann auch darüber berichtet würde. Wir machen schonmal einen Anfang:

Der BUND schreibt auf seiner Webseite:

Auch wenn andere Themen den Klimawandel in der öffentlichen Debatte verdrängt haben – es gibt ihn immer noch. An manchen Orten der Welt ist er schon spür- und sichtbar; zum Beispiel in Honduras, wo die Verschiebung der Jahreszeiten die landwirtschaftlichen Abläufe durcheinanderbringt [...]

In einer Analyse der Fundacion Vida wird der Klimawandel in Honduras näher spezifiziert:

During these three past decades, rainfall has had a trend to diminish in the western part of Central America and an increase of temperature between 0.7 and 1 °C has been registered.

Verringerung der Niederschläge, Zunahme der Temperatur – in den letzten 30 Jahren. Ist dies außergewöhnlich, noch nie dagewesen? Ein Blick in die Paläoklimatologie hilft. Dürrephasen sind in Zentralamerika bereits in der Vergangenheit aufgetreten, haben vermutlich die Maya-Kultur ausgelöscht, wie eine Forschergruppe um Sheryl Luzzadder-Beach 2012 in PNAS publizierte. Sinkende Niederschläge in Honduras sind daher leider nichts Neues, sondern Teil der natürlichen Klimavariabilität, die seit Jahrtausenden herrscht. Auch kann man davon ausgehen, dass die Temperaturen zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode mindestens das gleiche Niveau hatten wie heute. Weiter heißt es beim BUND:

[...] oder in der Arktis, wo jeden Sommer größere Flächen Eis schmelzen.

Wieder irreführend: Schmelzendes arktisches Meereis hat es bereits vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode gegeben, als das Nordpolarmeer im Sommer nahezu eisfrei war. Weiter heißt es beim BUND:

Und auch bei uns nehmen extreme Wetterereignisse und Dürren zu.

Falsch. Es gibt imer noch keine Belege für mehr Extremwetter in Deutschland. Weiter heißt es beim BUND:

Die globale Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche stieg bereits um 0,74 Grad Celsius.

Was der BUND hier verschweigt: Mindestens die Hälfte dieser Erwärmung ist die Rückkehr von extremer Kälte der Kleinen Eiszeit auf ein Normaltemperaturniveau. Der Nullpunkt der 0,74 Grad ist daher gar nicht als Referenzpunkt geeignet. Unerwähnt bleibt auch: Heute haben wir wieder die Temperaturen von vor 1000 Jahren erreicht. Weiter heißt es beim BUND:

Je wärmer es wird, desto höher ist das Risiko unumkehrbarer Folgen.

Der Begriff “unumkehrbar” soll Druck aufbauen, um vorgeschlagene Maßnahmen unter einem Angsthintergrund durchzusetzen. Aus wissenschaftlicher Sicht ist “unumkehrbar” jedoch Unsinn. Das Klima hat sich in den letzten 10.000 Jahren stark zyklisch entwicklelt, man spricht auch von Millenniumszyklen, da hier Rhythmen von 1000-1500 Jahren gefunden wurden. Siehe hier. Wer “Unumkehrbarkeit” behauptet, kennt diese Zyklen nicht.

Daher ist die Verminderung des menschengemachten CO2-Austoßes für den BUND ein zentrales Anliegen. Da 41 Prozent der CO2-Emissionen auf den Energiesektor zurückzuführen sind, steht die Energiewende für uns hierbei an erster Stelle. Aber auch den Verkehrssektor, der mit 16 Prozent zu den deutschen Emissionen beiträgt, die Industrie, die zwölf Prozent der Emissionen verantwortet und die privaten Haushalte, die immerhin noch neun Prozent beitragen, haben wir im Blick.

Erst liefert der BUND eine Begründung, die bei näherem Hinsehen löchrig, irreführend und zum Teil grundlegend falsch ist, und dann werden auf dieser Basis weitreichende politische Forderungen aufgebaut. Der absolute Irrsinn.

 

Dramatischer Klimawandel auf dem Mars: Kommt jetzt der interplanetare Zertifikatehandel?

Der Klimawandel nimmt immer schlimmere Formen an. Mittlerweile hat er jetzt auch auf einen unserer Nachbarplaneten übergegriffen. Auf dem Mars haben Wissenschaftler jetzt Anzeichen für katastrophale klimatische Änderungen festgestellt, wie Die Welt berichtete:

Marsfotos belegen dramatischen Klimawandel
Forscher wollen mit neuen Modellen vom Klimawandel auf dem Mars Rückschlüsse auf die Entwicklung auf der Erde ziehen. Doch ist das möglich? Klar ist: Das Klima auf dem Mars hat sich extrem verändert.

Weiterlesen auf welt.de.

Die Politik ist angesichts dieser neuen Erkenntnisse besorgt. Ist dies ein indirekter Beweis für die Existenz einer Marsbevölkerung die emissionstechnisch über die Strenge geschlagen hat? Die Suche nach Leben auf dem Mars wird daher immer wichtiger. Auch Marsmenschen haben keinen Freifahrschein in Punkto CO2-Emissionen. Sollten wir den Mann vom roten Planet nun endlich ausfindig machen, so drohen ihm hohe Emissionsvertragsstrafen. Nur ein beherztes Eingreifen kann nun noch das Planetensystem retten. Helfen Sie mit und stoppen Sie die interplanetare CO2-Verseuchung. Sachdienliche Hinweise auf CO2-intensives Leben auf dem Mars nehmen wir gerne unter info@kaltesonne.de entgegen.

Kampf um die IPCC-Führung: Anfang Oktober 2015 wird in Dubrovnik der neue Chef des Weltklimarats gewählt

Um den IPCC-Chefsessel ist ein Kampf entbrannt. Fünf Kandidaten streiten sich um die Leiterrolle, wie der Klimaretter berichtet:

Fünf profilierte Klimawissenschaftler bewerben sich um den Vorsitz des Weltklimarates. Der neue IPCC-Chef soll im Oktober [5.-8.10.2015] in Dubrovnik in Kroatien gewählt werden. Während vier Bewerber seit Jahren im Vorstand des wissenschaftlichen Gremiums tätig sind und ähnliche Ziele erfolgen, will ein Außenseiter frischen Wind in die Arbeitsweise des IPCC bringen.

Mittlerweile ist sogar noch ein sechster Kandidat dazugekommen. Um welche “profilierten” Klimawissenschaftler handelt es sich? Bringen sie mehr Fachwissen mit als der unehrenhaft entlassene Eisenbahningenieur Rajendra Pachauri, der die (Miss-) Geschicke der Organisation lange Jahre lenkte? Hier die Kandidaten:

Hoesung Lee (Südkorea): Wirtschaftswissenschaftler und IPCC-Vizechef. Der Klimaretter nennt die Schwerpunkte von Lee:

Er will stärker Wissenschaftler aus Entwicklungsländern einbinden und die Informationsbasis der Berichte auf die Wirtschaft, die Industrie und das Finanzwesen ausweiten. Besonderes Augenmerk will der Koreaner mit seiner Kandidatur auf die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Gesundheit, den Zugang zu Energie und den Abbau von Armut legen.

Alles tolle Ziele. Aber hat Herr Lee da nicht etwas vergessen? Geht es nicht um das Verständnis des Klimasystems, die Erklärung von ungelösten Punkten? Ganz oben auf der Liste: Weshalb können die Klimamodelle die Mittelalterliche Wärmeperiode nicht reproduzieren? Das räumt der IPCC sogar selber in seinem letzten Bericht kleinlaut ein. Dieselben Modelle, die hier versagen, werden dann ohne mit der Wimper zu zucken für Klimamodellierungen bis 2100 verwendet. Werden die Wissenschaftler aus den Entwicklungsländern dieses Thema endlich anpacken? Oder geht es um die Schaffung von Arbeitsplätzen von Klimawissenschaftlern? Gesundheitskarte für alle Bürger der Erde? Gute Idee, hat aber nichts mit dem Klima zu tun. Zugang zu Energie? Mit Solarkraft allerdings nur tagsüber.

Chris Field  (USA): derzeit Vorsitz der IPCC-Arbeitsgruppe 2. Er will die Sachstandsberichte schärfen. Was auch immer das heißen soll.

Jean-Pascal Ypersele (Belgien): Der Belgier findet nichts Schlimmes daran, von Greenpeace Geld für Studien anzunehmen und gleichzeitig als IPCC-Offizieller tätig zu sein. Mit Interessenskonflikten hatte bereits ex-Chef Pachauri zu kämpfen. Die enge Verflechtung führender Klimaforscher mit Ökoaktivistengruppen wird immer mehr zum Problem für den IPCC. So es hatte der WWF geschafft, eine ganze Reihe von Vertretern in die Autorenschaft des Klimaberichts einzuschleusen. Eigentlich war der IPCC urprünglich als unabhängiges “Schiedsrichtergremium” gebildet worden, was durch die Aktivistenbeteiligung letztendlich ad absurdum geführt wurde.

Thomas Stocker (Schweiz): Stocker verschwendet in der Regel keine Zeit mit der Diskussion unbequemer Fakten (siehe “IPCC-Berichts-Chef Thomas Stocker zeigt im Weltwoche-Interview unerklärliche Gedächtnislücken: Die Gesprächsanalyse“) und hat für Pannen stets Sündenböcke parat (siehe “IPCC-Berichts-Chef Thomas Stocker gibt Klimaskeptikern die Schuld an missglücktem IPCC-Berichts-Launch“). Damit passt Stocker vermutlich genau auf die Stellenbeschreibung.

Nebojša Nakićenović (Montenegro): Will frischen Wind in den IPCC bringen. Aber aus welcher Richtung?

Ogunlade Davidson (Sierra Leone): Kam noch ganz zum Schluss als Kandidat dazu. Ogunlade wurde durch das Ministry of Transport und Aviation von Sierra Leone nominiert. Als ehemaliger Minister für Energie braucht Davidson jetzt dringend einen neuen Job.

Die aktuelle Liste der Nominierungen kann man auf der IPCC-Webseite einsehen. Dort findet sich auch eine riesige Liste anderer Kandidaten für weitere IPCC-Stellen, deren Namen jedoch ziemlich unbekannt sind.

 

Lobbyisten am Werke: Klimawandelartikel auf Wikipedia mit durchschnittlich 110 Wortänderungen pro Tag

Nach den Sieben Zwergen hinter den sieben Bergen kommt hier das neueste Märchen, am 17. Juli 2015 von Greenpeace erzählt:

Sieben Klimalügen der Ölindustrie
Seit beinahe 30 Jahren wissen die großen Ölkonzerne vom Klimawandel und versuchen systematisch, die Gefahren zu verschleiern. Eine neue US-Studie dokumentiert sieben besonders dreiste Fälle.
Die kritische US-Wissenschaftlerorganisation Union of Concerned Scientists dokumentiert in den Climate Deception Dossiers („Klima-Verschleierungs-Dossiers“) sieben Punkte, in denen Ölkonzerne wie ExxonMobil, Shell, BP, Chevron und Peabody Energy den Klimawandel strategisch und manipulierend geleugnet haben sollen. [...]
1. Gekaufte Wissenschaftler
Zwischen 2001 und 2012 hat der Klimaforscher Willie Soon von der berühmten Smithsonian Institution Projektmittel von der Ölindustrie und von Kohle-Lobbyisten erhalten. Insgesamt 1,2 Millionen US-Dollar (1,1 Millionen Euro) nahm der eigentlich unabhängige Wissenschaftler von Firmen wie ExxonMobil und dem American Petroleum Institute an. Willie Soon veröffentlichte Publikationen, in denen er die Erderwärmung lediglich mit den Schwankungen der Sonneneinstrahlung erklärte und den Einfluss von CO2-Emissionen ausschloss. Von seinen wissenschaftlichen Kollegen wurde er dafür stark kritisiert, die Republikaner hingegen nutzten seine Ergebnisse als Grundlage für ihre „Klimapolitik“.

Was für ein Schauermärchen: Angeblich gekaufte Arbeiten zur Klimakraft der Sonne. Wie wir in unserer kürzlichen Serie von Arbeiten zur Klimawirkung der Sonne bestens wissen, handelt es sich keinesfalls um ein Hirngespinnst, sondern es gibt handfeste Beweise, dass es einen großen solaren Klimaeinfluss gibt. Eine Vielzahl von Arbeiten zeigt es ganz deutlich. Er lässt sich einfach nicht mehr leugnen, auch wenn Greenpeace es hier wieder einmal versucht. Verschwörungstheorien bringen nicht weiter, allein die wissenschaftlichen Fakten dürfen zählen. Wir werden in Kürze die führenden deutschen Klimainstitute mit der Faktenlage konfrontieren und höflich um Aufklärung bitten. Man darf gespannt sein.

Die Frage von Industriesponsoring ist eine ganz andere. Falls dies nicht gestattet ist, dürfte auch das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) keine nichtstaatlichen Drittmittel annehmen. Hat es aber im großen Stil. Siehe “Hilfswerk Misereor überweist PIK-Klimainstitut € 520,000 an Spendengeldern für fragwürdige Klimastudie“.

———————–

Im August 2015 erschien im Fachblatt PLOS One eine Studie von Adam Wilson und Gene Likens. Darin geht es um politisch sensitive Wissenschaftsbereiche wie den Klimawandel und ihre Darstellung in der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Die Autoren der Studie untersuchten die Änderungshistorie dieser Seiten und stellten eine ungewöhnlich hohe Volatilität fest. Die untersuchte Klimawandelseite erfuhr dabei eine unglaubliche Änderungsrate von 110 Wörtern pro Tag! Es darf vermutet werden, dass die Seiten fest in IPCC-Hand sind und sämtliche Änderungen anderer Autoren anschließend auf IPCC-Kompatibität nachgetrimmt wird. Diese Vorgänge sind sowohl für den deutschscprachigen Bereich Wikipedias (siehe “Unglaublich aber wahr: Politikdoktorand und ehemaliger Greenpeace-Aktivist trimmt Wikipedia-Klimaartikel auf IPCC-Linie“) als auch für die englischpsrachige Version (siehe “Klima-Fälscher Connolley: Der Mann, der unser Weltbild umschrieb“) bestens dokumentiert.

Hier der Abstract der neuen Studie:

Content Volatility of Scientific Topics in Wikipedia: A Cautionary Tale
Wikipedia has quickly become one of the most frequently accessed encyclopedic references, despite the ease with which content can be changed and the potential for ‘edit wars’ surrounding controversial topics. Little is known about how this potential for controversy affects the accuracy and stability of information on scientific topics, especially those with associated political controversy. Here we present an analysis of the Wikipedia edit histories for seven scientific articles and show that topics we consider politically but not scientifically “controversial” (such as evolution and global warming) experience more frequent edits with more words changed per day than pages we consider “noncontroversial” (such as the standard model in physics or heliocentrism). For example, over the period we analyzed, the global warming page was edited on average (geometric mean ±SD) 1.9±2.7 times resulting in 110.9±10.3 words changed per day, while the standard model in physics was only edited 0.2±1.4 times resulting in 9.4±5.0 words changed per day. The high rate of change observed in these pages makes it difficult for experts to monitor accuracy and contribute time-consuming corrections, to the possible detriment of scientific accuracy. As our society turns to Wikipedia as a primary source of scientific information, it is vital we read it critically and with the understanding that the content is dynamic and vulnerable to vandalism and other shenanigans.

Lesen Sie hierzu auch den folgenden Beitrag des Cary Institutes of Ecosystem Studies vom 14. August 2015:

On Wikipedia, politically controversial science topics are vulnerable to information sabotage (weiterlesen …)

Wenn Klimaaktivisten die Fachargumente ausgehen: “Über Statistiken und Klimaforschung muss natürlich diskutiert werden. Aber das tue ich ohne Sie”

Einer Gruppe von IPCC-nahen Klimawissenschaftlern sind kürzlich die Fachargumente ausgegangen. Daher baten sie nun US-Präsident Obama in einem Brief darum, andersdenkende Klimawissenschaftler juristisch zu belangen. Nur so könne man sie zum Schweigen bringen. In dem Brief heißt es:

Dear President Obama, Attorney General Lynch, and OSTP Director Holdren,

[...] We appreciate that you are making aggressive and imaginative use of the limited tools available to you in the face of a recalcitrant Congress. One additional tool – recently proposed by Senator Sheldon Whitehouse – is a RICO (Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act) investigation of corporations and other organizations that have knowingly deceived the American people about the risks of climate change, as a means to forestall America’s response to climate change. The actions of these organizations have been extensively documented in peer- reviewed academic research (Brulle, 2013) and in recent books including: Doubt is their Product (Michaels, 2008), Climate Cover-Up (Hoggan & Littlemore, 2009), Merchants of Doubt (Oreskes & Conway, 2010), The Climate War (Pooley, 2010), and in The Climate Deception Dossiers (Union of Concerned Scientists, 2015). We strongly endorse Senator Whitehouse’s call for a RICO investigation. The methods of these organizations are quite similar to those used earlier by the tobacco industry. [...]

Eine seltsame Art und Weise, einen wissenschaftlichen Disput zu entscheiden. Kleines Gedankenspiel: Was wäre eigentlich, wenn die Klimaalarmisten falsch lägen, also der untere Rand der vom IPCC angegebenen CO2-Klimasensitivität von 1,5°C pro CO2-Verdopplung zuträfe? Müssten dann vielleicht vielmehr die Klimaalarmisten aufgrund des RICO-Aktes hinter Schloss und Riegel, weil sie das amerikanische Volk und den Rest der Erde mit übertriebenen Warnungen getäuscht haben? Es gibt einen guten Grund, weslhalb die wissenschaftliche Wahrheit nicht vor Gericht verhandelt, sondern in Fachzeitschriften diskutiert wird. Wenn die Argumente knapp werden, scheint sich auf der Alarmistenseiten nun die Verzweiflung breit machen.

Einen ähnlichen Eindruck bekommt man in der direkten Diskussion mit Anhängern der Klimakatatsrophenideologie. Alarmisten brechen regelmäßig den Dialog ab, wenn es für sie fachlich eng wird. Ein schönes Beispiel kann man auf klimaretter.info finden. Dort bat Kalte-Sonne-Coautor Sebastian Lüning einen Kommentatur um eine fachliche Untermauerung der Argumente:

Lüning: Herr [xyz], hätten Sie eventuell auch noch fachlich etwas beizutragen? Sie machen sich das etwas zu einfach…

Der werte Herr antwortete:

Herr xyz: Nein, das sind genau die wichtigen Informationen angesichts der Kampagne gegen den Klimaschutz, die Sie mit Ihrer Website führen. Über Statistiken und Klimaforschung muss natürlich diskutiert werden. Aber das tue ich ohne Sie.

Ganz offensichtlich lautet die Devise: Keine Diskussion mit Andersdenkenden. Eine fragwürdige Einstellung. Angst vor ihaltlicher Enttarnung? Eine andere Aktivistin springt im selben Thread ihrem überforderten Kollegen zur Hilfe:

Frau abc: Das Buch “die kalte Sonne” erwähnt ja wohl kaum an prominenter Stelle, wenn überhaupt, dass der Einfluss der Sonne praktisch vernachlässigbar ist und der Einfluss des Menschen Hauptursache. Oder irre ich mich da? Bitte um Aufklärung, wieso das Buch noch immer im Handel erhältlich ist, trotz dieser schwerwiegenden Inhaltlichen Fehler. Durch Ihr Weigern werden viele Entscheidungsträger verunsichert und Entscheidungen die nötig wären nicht getroffen oder falsch entschieden. Es gibt keine Debatte um den Klimawandel mehr. Es ist Zeit für Sie, das Buch und ihre Lobbyarbeit ruhen zu lassen.

Welchen schwerwiegenden inhaltlichen Fehler meint die Dame? Der Einfluss der Sonne vernachlässigbar? Dieses Märchen scheint eine der Grundlagen des fehlgeleiteten Klimaaktivismus zu sein. Der Blick in die Literatur beweist das genaue Gegenteil: Solare Aktivitätsschwankungen hatten stets einen bedeutenden Einfluss auf das Klima und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass diese Verbindung heute plötzlich aufgehört haben könnte. Siehe Artikel hier. Hardcore-Aktivisten glauben tatsächlich, dass die wissenschaftliche Klimadiskussion abgeschlossen wäre, ein fataler Fehlschluß. Auf diese Weise wird Fachinformation schnell als Lobbyarbeit fehlinterpretiert. Das ungeliebte Buch würde die Aktivistin am liebsten verbrennen lassen. Eine Verunsicherung ist wohl eher auf der Aktivistenseite auszumachen. Immer mehr Entscheidungsträger sehen das klimaalarmistische Treiben mittlerweile immer kritischer und verbitten sich eine Einmischung der Aktivisten und Klimakatastrophenlobbyisten in ihre Arbeit.

———————–

Schließlich hätten wir heute noch eine Buchempfehlung für Sie. Im August 2015 erschien das Taschenbuch “Der heutige Klimawandel: Eine kritische Analyse des Modells von der menschlich verursachten globalen Erwärmung” von Klaus-Peter Dahm, Detlef Laves und Wolfgang Merbach. Hier die Inhaltsangabe:

Der heutige Klimawandel: Eine kritische Analyse des Modells von der menschlich verursachten globalen Erwärmung
Der vorliegende Band 27 der Mitteilungen Agrarwissenschaften befasst sich mit dem heutigen Klimawandel und greift damit ein sehr aktuelles Thema auf. In der öffentlichen Diskussion wird die derzeitige Klimaerwärmung – auf der Grundlage des vom Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change –IPCC) vertretenen AGW-Modells (Anthropogenic Global Warming Model) – fast ausschließlich den menschlichen Aktivitäten und dabei insbesondere der Emission von Kohlendioxid (CO2) angelastet. Kritik an dieser Hypothese findet weit weniger Beachtung und wird vielfach ausgesprochen negativ bewertet. Das vorliegende Heft enthält eine solche kritische Analyse. Die Autoren zeigen an Hand der Klimageschichte der Erde, dass der heutige Klimawandel weder dramatisch noch beispiellos ist. Es handelt sich vielmehr um eine ganz normale Erscheinung in unserer Holozän-Warmzeit innerhalb der Eiszeitperiode des Quartärs, die sich genauso wie alle vergangenen Klimawandel-Ereignisse auf natürliche Ursachen (insbesondere die Sonnenaktivität in Verbindung mit der Hydrosphäre) zurückführen lässt. (weiterlesen …)

Zweieinhalb Jahre später: Klage gegen Umweltbundesamt wegen fragwürdiger Klimabroschüre kommt jetzt endlich zur Verhandlung

Mitte Mai 2013 hatte das Umweltbundesamt (UBA) eine layout-technisch professionell durchgestylte Broschüre mit dem Titel “Und sie erwärmt sich doch” herausgegeben, in der die Behörde mit Journalisten und Wissenschaftlern abrechnet, die einen menschengemachten katastrophalen Klimawandel für nicht erwiesen halten (siehe unseren logartikel “Dubiose Klimabroschüre des Umweltbundesamtes geht nach hinten los“). Das Echo auf die wissenschaftlich unausgewogene UBA-Broschüre fiel für das UBA unerwartet bitter aus: Fach- und Medienwelt waren entsetzt. Auch die Kalte-Sonne-Autoren Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning wurden attackiert. Vahrenholt suchte den Dialog mit der Behörde (siehe unseren Blogartikel “Fritz Vahrenholt mit einem offenen Brief an UBA-Präsident Flasbarth“). Antwort: Keine.

Ebenfalls betroffen waren die Journalisten Michael Miersch und Dirk Maxeiner, die das UBA daraufhin verklagten, da man ihnen vorwarf, falsch zu berichten. Nach zweieinhalb Jahren kommt es nun endlich zum mündlichen Verhandlungstermin. Michael Miersch schreibt hierzu auf seiner Facbookseite (via ScienceSkepticalBlog):

Liebe Kollegen und Freunde,

zweieinhalb Jahre nachdem Dirk Maxeiner und ich das Umweltbundesamt (UBA) verklagt haben, findet nur endlich der mündliche Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht in Halle statt.

Mittwoch 18. November um 13:15 Uhr
Erste Kammer des Verwaltungsgerichts Halle
Sitzungssaal 1.063
Thüringer Straße 16
06122 Halle

Es geht in dem Verfahren darum, ob eine Bundesbehörde das Recht besitzt, Journalisten zu bezichtigen, sie würden falsch berichten.

Zur Erinnerung: 2013 brachte das UBA eine Broschüre mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ heraus. Darin wurde erklärt, dass es bedauerlicherweise Wissenschaftler und Journalisten gibt, die Unwahrheiten über den Klimawandel verbreiten. Neben einigen anderen wurden Dirk Maxeiner und ich (damals Ressortleiter „Wissen“ beim FOCUS) genannt.

Dies führte zu einer Welle der Berichterstattung. Zu meiner Freude vertraten die meisten Medien (unabhängig von ihrer Position in der Klimadebatte) die Auffassung, es stehe einer Behörde nicht zu, Journalisten zu denunzieren.

Der Deutsche Journalistenverband beschwerte sich beim obersten Dienstherren des UBA, dem damaligen Umweltminister Altmaier. Im Bundestag kritisierten mehrere Abgeordnete das Umweltministerium für die beleidigende Broschüre. Martin Schneider, Vorsitzender der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) erklärte: „Es ist nicht Aufgabe einer staatlichen Institution festzulegen, welche Meinungen geäußert werden dürfen und welche nicht. Journalisten dürfen und müssen unterschiedliche Positionen vertreten, und sie dürfen und müssen immer wieder auch etablierte Wissenschaftler in Frage stellen.“ Im Übrigen könne es nicht Aufgabe einer Behörde sein, bestimmte wissenschaftliche Positionen quasi amtlich als wahr zu beurkunden.

Hier eine kleine Auswahl aus dem damaligen Medienecho:

http://www.zeit.de/…/klimastreit-erderwaermung-umweltbundes…

http://www.djv.de/…/de…/article/amt-brandmarkt-kritiker.html

http://www.sueddeutsche.de/…/umweltbundesamt-warnt-vor-jour…

http://www.spiegel.de/…/fleischhauer-kolumne-kennen-sie-auc…

http://www.fr-online.de/…/debatte-um-klimawandel-umweltamt-…

http://www.welt.de/…/article116398120/Staatspropaganda.html…

Nun kommt es also endlich zur Verhandlung. Bitte merken Sie/merkt euch den Termin vor und kommen Sie/kommt dorthin, um zuzuhören und zu berichten. Die Frage, ob eine Bundesbehörde Journalisten in gute und schlechte einteilen darf, geht alle an.

Sollte das UBA mit seiner Position durchkommen, brauchen Maxeiner und ich dringend Unterstützung, weil dann hohe Prozesskosten auf uns zukommen.

Zum Inhalt des Vorwurfs der „falschen“ Berichterstattung über Klimafragen möchte ich anmerken: Ich habe niemals eine Prognose über die Klimaentwicklung abgegeben und vertrete auch keinen wissenschaftlichen Standpunkt. Gleiches gilt für Dirk Maxeiner. Auch habe ich nie in Zweifel gezogen, dass das Klima sich wandelt (das tut es, seit die Welt existiert). Meine „Schandtat“, die vom UBA angeprangert wird, bestand darin, dass ich in Artikeln Wissenschaftler zu Wort kommen ließ, die Zweifel an den Prognosen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und des PIK (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) äußern.

Dabei ging es um die Fragen: Wie gut sind Computermodelle, die eine massive Erderwärmung für die Zukunft voraussagen? Wie stark wirkt das Kohlendioxid auf das Klima, im Verhältnis zu anderen Faktoren? Und: Wäre ein wärmeres Klima nur katastrophal für Mensch und Natur, oder hätte es auch Vorteile?

Zu allen drei Fragen gibt es wissenschaftliche Debatten, die es wert sind, publizistisch begleitet zu werden.

Dies sollte auch künftig möglich sein, ohne von einer Bundesbehörde als „Leugner“ abgestempelt zu werden.

Eine zusätzliche Brisanz erhält dieser Streit dadurch, dass der Hauptautor der Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“, der UBA-Fachbereichsleiter Harry Lehmann, dem „Verein der Freunde und Förderer des Potsdam-Instituts“ angehört. Laut Satzung soll der Verein das Potsdam-Institut „vor allem durch Beschaffung von Mitteln“ unterstützen.

Bitte helfen Sie/helft mit, gegen solche amtlichen Übergriffe vorzugehen, und verbreiten Sie/verbreitet diesen Text.

Danke
Michael Miersch