Potsdamer Erinnerungslücken bei der Klimageschichte

Der Deutschlandfunk arbeitet eng mit Vertretern der alarmistischen Klimalinie zusammen, so auch in einem Beitrag vom 29. März 2019, in dem der PIK-Mann Stefan Rahmstorf erklärt:

 „Da werden dann Dinge behauptet, dass es im Holozän, also in den letzten 10.000 Jahren schon mal global mehrere Grad wärmer gewesen sein soll als heute. Was einfach wissenschaftlich falsch ist. Und wenn man nach den Belegen fragt, kommen Standardbehauptungen der Klimaskeptiker, die schlichtweg falsch sind.“

Wer sich ein wenig in der Klimageschichte auskennt, muss bei dieser Rahmstorf-Aussage schmunzeln. Denn das sogenannte ‘Holozäne Thermische Maximum’ (HTM) vor 8000 Jahren war eine sehr warme Phase während der es an vielen Orten der Erde um ein oder mehr Grad wärmer war als heute. Die belegen eine Vielzahl von Fallstudien aus aller Welt. Eine globale Synthese hingegen gibt es noch nicht. Diese Lücke nutzt Rahmstorf geschickt und zitiert daher indirekt eine viel kritisierte Studie von Marcott et al. 2013, die eine nur geringe Erwärmung im HTM suggeriert. Jene Autoren wählten jedoch vor allem Studien aus den Meeresgebieten, während sie das Land weitgehend aussparten. Insofern ist Rahmatorfs Argument nicht stichhaltig, die Grundlage nicht belastbar.

Auszug aus der Informationsseite “Klimawandel in Deutschland“:

[Betrachtet] man den Referenzzeitraum auf die letzten 10.000 Jahre, so wird klar, dass es eine ganze Reihe von Warm- und Kältephasen in vorindustrieller Zeit gegeben hat. In der Wissenschaft wird hier von klimatischen Millenniumszyklen gesprochen, da sich die Änderungen im Takt von 1000-2000 Jahren ereigneten. Die Zyklen sind aus allen Erdteilen beschrieben worden und könnten zumindest einen Teil ihres Antrieb aus der schwankenden Sonnenaktivität beziehen. Andere Forscher nehmen einen klimasysteminternen Puls an.

Eine derartige Millenniumszyklik wurde auch in der sauerländischen Bunkerhöhle von einer Gruppe um Jens Fohlmeister nachgewiesen. Rhythmische Änderungen in den Sauerstoffisotopen in Tropfsteinen zeigen über die vergangenen 11.000 Jahre einen fortlaufenden natürlichen Klimawandel, bei dem das System zwischen warm/feucht und kalt/trocken schwankte (Abb. 1). Der Wechsel zwischen der Kältephase der Völkerwanderungszeit, MWP und Moderner Wärmeperiode ist in der Höhlenrekonstruktion gut erkennbar.

Eine besonders warme Phase stellte das sogenannte Holozäne Thermische Maximum (HTM) dar, das sich in der Zeit 8000-5500 Jahre vor heute ereignete. Kühl & Moschen 2012 rekonstruierten die Temperaturen dieser Klimaepisode für das Dürre Maar anhand von Pollen. Es zeigte sich, dass die Temperaturen in der Eifel damals um mehr als ein Grad über dem heutigen Wärmeniveau lagen (1990-2017, Abb. 1), bzw. fast zwei Grad, wenn man das kühlere Referenzintervall 1961-1990 zum Maßstab nimmt.

Die Juli-Temperaturen der Eifel lagen während des HTM bei 18,0-18,5°C, wohingegen an der nächstgelegenen Wetterstation Manderscheid im DWD-Referenzintervall 1961-1990 ein Juli-Durchschnittswert von 16,3°C gemessen wurde (Kühl & Moschen 2012). Temperaturen ähnlich dem heutigen Niveau wurden auch in einer Tropfsteinstudie aus der Hölloch Höhle in den Bayerischen Alpen für HTM und Mittelalterliche Wärmeperiode (MWP) nachgewiesen (Wurth et al. 2004).

Der Antrieb der bedeutenden vorindustriellen Temperaturschwankungen in Deutschland und anderen Teilen der Erde wird in der Wissenschaft noch diskutiert. Vieles deutet auf eine Beteiligung der Sonne sowie Ozeanzyklen hin. Hierfür spricht auch eine Studie des Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) zum Meerfelder Maar in der Eifel. Bei ihrer Analyse stießen die Forscher auf eine abrupte Klimaverschlechterung die vor knapp 2800 Jahren begann und fast 200 Jahre andauerte. Die Wissenschaftlergruppe um Celia Martin-Puertas konnte in ihrer Arbeit zeigen, dass die Abkühlungsphase zeitgleich zu einer solaren Schwächephase verlief.

 

Abbildung 1: Natürliche Klimaschwankungen im Sauerland während der vergangenen 11.000 Jahre, rekonstruiert auf Basis von Sauerstoffisotopenschwankungen (δ18O) von Tropfsteinen der Bunkerhöhle. Einheit in Promille der Sauerstoffisotope. CWP=Moderne Wärmeperiode (Current Warm Period), MWP=Mittelalterliche Wärmeperiode, DACP=Kälteperiode der Völkerwanderungszeit (Dark Ages Cold Period), RWP=Römische Wärmeperiode. Alterskala zeigt Jahre vor 1950 (Years BP, before ‚present‘=1950). Daten von Fohlmeister et al. 2012, heruntergeladen von https://www.ncdc.noaa.gov/paleo/study/20589

 

Gletscherschwund: Hätten Sie’s gemerkt?

Von Uli Weber

In der öffentlichen Klimadebatte arbeiten Wissenschaft und Medien offenbar eng zusammen. Ihre individuellen Beiträge sind zunächst eher harmlos und entwickeln ihre klimareligiöse Wirkung erst gemeinsam beim interessierten Betrachter, wenn vorsichtige wissenschaftliche Formulierungen auf steile Überschriften treffen. Die „Fridays for Future“-Schülerdemonstrationen erhalten nicht nur eine hohe mediale und öffentliche Aufmerksamkeit, sondern sie werden auch begleitet von immer neuen alarmierenden Berichten über Gletscherschwund und Meeresspiegelanstieg. Im Teletext von RTL wurde beispielsweise am 8. April 2019 gemeldet, „Gletscherschwund nimmt stark zu“:

 

Abbildung: Screenshot vom RTL Teletext am 8. April 2019 um 22:48 Uhr

 

Ein zunehmender Gletscherschwund ist zunächst eine sehr aufrüttelnde wissenschaftliche Aussage. Und diese Aussage ruft bei einem interessierten und wohlinformierten Bundesbürger sofort Assoziationen von schneefreien Hochgebirgen und überschwemmten Pazifikinseln hervor. Schließlich hat ja jeder von uns bereits in Medienberichten die unterschiedlichsten Bilder von abschmelzenden Gletschern und Überschwemmungskatastrophen gesehen, manch einer hat solche Ergebnisse oder Ereignisse sogar schon einmal selber direkt vor Ort miterlebt. Und wenn wir uns jetzt genügend gegruselt haben, dann schauen wir uns einmal die hier vermittelte Faktenlage etwas genauer an:

Aussage: Gletscherschwund nimmt stark zu

Meeresspiegelanstieg: 1 Millimeter / Jahr

Gletscherschwund: 335 Milliarden Tonnen Eis / Jahr

Überschlagsrechnung: Die Erdoberfläche ist zu 70,7 Prozent mit Wasser bedeckt, das sind etwa 361 Millionen Quadratkilometer, von denen allein etwa 321 Millionen Quadratkilometer auf die Ozeane entfallen. Und auf dieser Fläche steigt das Wasser nun um 1 Millimeter pro Jahr. Die Fläche von 321 Mio. qkm multipliziert mit 1mm Meeresspiegelanstieg ergibt ein jährliches Volumen von 321 Milliarden Kubikmetern, was bei 1Tonne (=1.000kg) pro Kubikmeter in etwa dem dort angegebenen jährlichen Gletscherschwund entspricht.

Das war’s auch schon, wenn also 335 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr abschmelzen, steigt der Meeresspiegel global um einen Millimeter, basta! Wie gerade gezeigt wurde, ist diese Berechnung zwar richtig, aber völlig trivial. Es fehlt hier also jeglicher Beweis für die Kernaussage der obigen Horrormeldung, nämlich für einen stark zunehmenden Gletscherschwund.  

Aber es kommt noch viel schlimmer: Denn der natürliche Meeresspiegelanstieg wird üblicherweise mit knapp 2 mm /Jahr angegeben, Wikipedia nennt beispielsweise 1,7 mm/Jahr für den Zeitraum zwischen 1901 und 2010 und durchschnittlich 3,2 mm pro Jahr im Zeitraum von 1993 bis 2010. Die Angabe eines deutlich höheren 17-jährigen Durchschnitts zum Ende der Messperiode für einen 109-jährigen Durchschnittswert, der ja bereits denselben Zeitraum mit überdeckt, weist zunächst einmal auf einen vorliegenden Datenkonflikt hin.
Eine aktuelle Abbildung für den Meeresspiegelanstieg findet sich dann beispielsweise auf EIKE:

Abbildung zum Meeresspiegelanstieg aus dem Artikel „‚Klima-Status-Bericht-2018/19‘ : Klima-Alarmisten in Nöten !“ von Klaus-Eckart Puls am 9. April 2019 auf EIKE

 

Und nun wird auch klar, warum auf Wikipedia zwei Durchschnittswerte für den globalen Meeresspiegelanstieg angegeben werden, nämlich einerseits Pegelmessungen für den Zeitraum zwischen 1901 und 2010 und andererseits Satellitenmessungen für den Zeitraum von 1993 bis 2010; allerdings hatte man dort einfach „vergessen“, explizit auf den messtechnischen Unterschied zwischen diesen beiden Datensätze hinzuweisen und sich stillschweigend eines Äpfel&Birnen-Vergleichs bedient.
Dramatisch ist hier aber allein die Tatsache, dass die Wissenschaft seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht in der Lage gewesen sein soll, die Diskrepanz zwischen Pegel- und Satellitendaten abschließend auszuräumen. Es wäre ein Zeichen von allerhöchster wissenschaftstechnischer Inkompetenz, wenn diese Differenz der Satellitenmessungen von etwa 100 Prozent gegenüber den langjährigen Pegelmessungen tatsächlich noch immer nicht aufgeklärt worden sein sollte. Und als einziger Grund dafür bietet sich die Vermutung an, dass der kürzere Datensatz systembedingt fehlerbehaftet ist; aber offenbar sind diese Satellitendaten mit 3,2 mm/Jahr so schön alarmierend, dass man eine solche Illusion für den zu missionierenden Durchschnittsbürger unbedingt aufrechterhalten muss…

Anmerkung: Der Autor hatte den Eindruck gewonnen, dass offenbar bei der Satellitenaltimetrie zur Meeresspiegelermittlung die Daten von zwei getrennten Meßsystemen zunächst addiert werden, was bei der Übertragung einer solchen Datenmenge zunächst ja auch Sinn machen würde, weil dadurch der Datenstrom halbiert wird. Allerdings müssten diese Daten an irgendeiner Stelle des weiteren Bearbeitungsweges dann noch durch „2“ geteilt werden, was aber anscheinend unterbleibt. Es könnte sich bei dieser Diskrepanz zu den Pegelmessungen also um einen ganz einfachen Bearbeitungsfehler aus der Frühzeit der Satellitenmessungen handeln, von dem man sich aus alarmistischen Gründen jetzt nicht mehr ohne Gesichtsverlust lösen kann. Dagegen kommt Thomas Wysmuller in seinem Vortrag auf der 12. Internationale EIKE-Klima- und Energiekonferenz (IKEK-12) am 23. und 24. November 2018 zu dem Ergebnis, dass in den Berechnungsmodellen für die Meeresspiegelermittlung aus Satellitendaten die glaziale isostatische Korrektur (GIA) mit einem falschen Vorzeichen angebracht wird und sich dadurch der Schmelzwassereffekt verdoppelt. Aber wie dem auch sei, eine korrekte Bearbeitung der globalen Satellitenmessungen würde in beiden Fällen deren aktuelle Ergebnisse zum globalen Meeresspiegelanstieg in etwa halbieren und damit auf die Größenordnung der langjährigen Pegelmessungen zurückführen.

Zwischenergebnis: Mit den Fakten aus der fraglichen RTL Teletext-Nachricht vom 8. April 2019 hätte sich der globale Meeresspiegelanstieg also aktuell halbiert oder gar gedrittelt, was die zugrunde liegende Veröffentlichung der „Forscher aus Zürich“ aber sicherlich so nicht vermitteln wollte.

Nach einiger Recherche konnte schließlich die Originalquelle für die Aussage aus dem RTL Teletext ermittelt werden. Es handelt sich offenbar um den NATURE- Artikel  von Zemp et al. (2019) „Global glacier mass changes and their contributions to sea-level rise from 1961 to 2016”. Dort heißt es im Abstract, Zitat mit Hervorhebungen:

Here we use an extrapolation of glaciological and geodetic observations to show that glaciers contributed 27 ± 22 millimetres to global mean sea-level rise from 1961 to 2016. Regional specific-mass-change rates for 2006–2016 range from −0.1 metres to −1.2 metres of water equivalent per year, resulting in a global sea-level contribution of 335 ± 144 gigatonnes, or 0.92 ± 0.39 millimetres, per year.”

Damit werden die Informationen aus der RTL Teletext-Nachricht vom 8. April 2019 zunächst einmal bestätigt, allerdings nur durch das 10-jährige Mittel im Zeitraum 2006–2016. Die Gletscherschmelze zwischen 1961 und 2016 soll dagegen einen Beitrag von 27 ± 22 Millimeter zum globalen Meeresspiegelanstieg geliefert haben; das wären für diesen Datensatz rein rechnerisch also 0,49mm jährlich, allerdings wegen eines verstärkten Anstiegs 2006–2016 mit einer deutlichen Tendenz zu noch geringeren Werten für den Zeitraum bis 2006 sowie einer völlig unsinnigen Fehlerschwankung.

Auffällig sind hier zunächst zwei völlig unterschiedlich lange Datensätze mit gleichem Enddatum, wie wir das ja bereits aus Wikipedia kennen. Zemp et al. (2019) wollen also einen Anstieg der Gletscherschmelze für den Zeitraum 2006-2016 gegenüber 1961-2016 ermittelt haben und bleiben dabei ausgerechnet den ihre Argumentation stützenden niedrigeren jährlichen Vergleichswert für den Zeitraum 1961 bis 2016 schuldig. Üblicherweise ist echte Wissenschaft immer bestrebt, eindeutig nachvollziehbare Beweise für eine konkrete Aussage beizubringen, und dazu gehören in diesem Fall nun einmal direkt vergleichbare Jahreswerte. Und anstatt die beiden benutzten Zeitreihen direkt auf einander abgestimmt zu haben und daraus dann ihre Argumentation schlüssig und reproduzierbar abzuleiten, heißt es bei Zemp et al. (2019), Zitat mit Hervorhebungen:

Although statistical uncertainty ranges overlap, our conclusions suggest that glacier mass loss may be larger than previously reported. The present glacier mass loss is equivalent to the sea-level contribution of the Greenland Ice Sheet, clearly exceeds the loss from the Antarctic Ice Shee, and accounts for 25 to 30 per cent of the total observed sea-level rise.”

Die Formulierung „our conclusions suggest“ heißt übersetzt „unsere Schlussfolgerungen schlagen vor (besser: legen nahe)“, und selbst die nachfolgende Kernaussage von Zemp et al. (2019) zur konkreten Gletscherschmelze bleibt dann noch im Konjunktiv. Im Bergbaumilieu würde man eine solch überschwere sprachliche Sicherheitsausrüstung als „zugebundene Hose plus Gürtel und Hosenträger“ bezeichnen. Nicht etwa die „vorgelegten Daten beweisen“ oder „weisen (wenigstens) darauf hin“, sondern persönliche „Schlussfolgerungen schlagen (eine Möglichkeit) vor“.

Am Ende stellt die Forschergruppe um Zemp also fest, ihre Schlussfolgerungen legen nahe, der Gletscherschwund könne größer sein als bisher berichtet – also ausdrücklich nicht, dass ihre Daten tatsächlich die medial verbreitete Schlagzeile beweisen, dass der momentane Gletscherschwund größer ist als bisher berichtet wurde.

Von daher ist den Nachrichtenmachern von RTL Teletext der Konjunktiv im Schlußsatz ihrer Meldung vom 8. April 2019 hoch anzurechnen, denn sie hatten die Kernaussage von Zemp et al. (2019) offenbar richtig verstanden – aber wer von den Lesern hat’s wohl überhaupt bemerkt oder gar zutreffend eingeordnet?

Abschlussfrage: Was unterscheidet seriöse Journalisten und Wissenschaftler von käuflichen Mietmäulern?

Antwort: !vitknujnoK reD  (<= hier bitte von rechts mit dem Lesen beginnen)

Am Ende dieser Analyse muss man nämlich feststellen, dass sowohl die Nachrichtenmacher als auch die betreffenden Wissenschaftler der interessierten Öffentlichkeit eine haarsträubend falsche Schreckensmeldung korrekt im Konjunktiv vermittelt hatten. Beide können also überhaupt nichts dafür, wenn ein alarmierter Betrachter zu der völlig irrigen Annahme kommen sollte, der globale Gletscherschwund würde tatsächlich stark zunehmen.

 

Vom Entstehen der Klimareligion

Lesenswerter Beitrag von Thomas Spahn am 7. April 2019 auf Tichys Einblick:

Es begann nicht mit Thunberg: Vom Entstehen der Klimareligion

Das Entstehen einer neuen Religion begann in einer Zivilisation, die aufgrund der moralischen Brüche ihrer Geschichte alle Voraussetzungen in sich trug, die neue Religion begierig in sich aufzunehmen.

Noch wirkt es eher satirisch, wenn Kritiker den Kult um die schwedische Autistin Greta Thunberg mit Heiligenverehrung vergleichen, wenn eine Scheinheilige wie Kathrin Göring-Eckardt Thunberg zu einer Prophetin verklärt und Skeptiker von einer „Klimareligion“ sprechen, der sich vor allem junge Menschen unreflektiert anschließen, dafür mit Vorsatz und als Zeichen ihres Widerstandes gegen was auch immer mit Segen ihrer Eltern ihre Ausbildung schwänzen.

Anhänger des neuen Kultes reagieren daher auch überaus gereizt, werden sie auf diese Entwicklung angesprochen. Dem Hinweis darauf, dass das Diktat der Klimarettung sich auf der metaphysischen Ebene religiöser Heilserwartungen bewege, wird mit Hinweis auf die vorgebliche Wissenschaftlichkeit der Klimaanalytiker begegnet. Nichts habe der Einsatz für den „Klimaschutz“ zu tun mit irrationalen Weltvorstellungen – alles hingegen mit einer wissenschaftlich-sachlichen Betrachtung der Wirklichkeit.

Weiterlesen auf Tichys Einblick

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Anfang Oktober 2018 stellte der IPCC seinen neuen Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel vor. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass die Gutachterprotokolle und Antworten der Autoren gleichzeitig veröffentlicht werden, um die Qualitätssicherung des Berichts zu dokumentieren. Nicht so beim IPCC. Der ließ zunächst einmal genüsslich die Medienlawine abrollen. Selbst ein halbes Jahr nach Veröffentlichung des Berichts sind die Gutachterprotokolle noch immer nicht online, schauen Sie selbst (Stand 10.4.2019. Wir berichteten bereits hier an dieser Stelle.

Auch anderen ist dieser Transparenz-Mangel bereits aufgefallen. Am 3. April 2019 berichtete Izuru in seinem Blog über den Fall:

Half a Year

I’m a couple days early with this, but I wanted to get this posted so I don’t forget. Half a year ago (on October 7th, I believe), the IPCC announced the publication of its Special Report on Global Warming of 1.5°C. Along with this announcement was a major media blitz to get people to look at the report. In response to this, I asked a natural question, when would the IPCC release the draft versions of the report and the reviewer comments on those drafts? The IPCC had said it’d release that material when it published the report, but in response to my question, the IPCC said:

[...]

It’s now been about four more months, half a year since the IPCC engaged in its media blitz about the publication of this report, and the IPCC still hasn’t released any of the material it said it’d release when it published the report. Is the IPCC ever going to publish this material? If it doesn’t, would anyone care? I’m not sure. Nobody seems to care the IPCC blatantly lied during its media campaign.

*The changes go far beyond simple copy-editing, with entire paragraphs being changed, deleted or even created from scratch. Not only was this fact hidden from the public, no explanation has been provided as to how such changes are reviewed since there was no opportunity for outside reviewers to comment on them.

Ganzen Beitrag hier lesen.

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Beitrag von Winfried Wolf am 5. April 2019 auf den Nachdenkseiten:

Lassen Sie uns doch mal über Verkehr reden – Teil 3: Sackgasse Elektromobilität
Die Weltautobranche erlebte in jüngerer Zeit mehrere ökonomische und Glaubwürdigkeitskrisen. Ein Ausweg bot dabei immer: eine neue Reformidee. Katalysator. SwatchCar. Biosprit. Und jetzt das Elektro-Auto. Allen diesen „inneren Reformen“ der Autogesellschaft gemein ist: Am Ende wurden die Zahl der Autos auf dem Planeten erhöht, die Auto-Dichte in den Metropolen gesteigert, die Umwelt, das Klima und die Gesundheit von Hunderten Millionen Menschen stärker belastet. Dabei sind gerade die Versprechungen der „Elektromobilität“ tönern. Sie werden in zehn Jahren ebenso Schall und Rauch sein wie bei den Versprechungen, die es bei den vorangegangenen Reformideen gab.

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Mittlere globale Temperaturen steigen logarithmisch mit den CO2-Konzentrationen – nicht linear, wie vom IPCC behauptet

Von Otto Glinzer

Zuverlässige Extrapolationen in die Zukunft, ein wesentliches Anliegen der derzeitigen Klimaforschung, basieren auf der Fähigkeit, die bisherigen CO2-Konzentrations-bedingten Temperaturerhöhungen genau beschreiben und von natürlichen tempe­ratur­ver­än­dern­den Einflußgrößen wie Multidekaden-Oszillationen der Ozeane (im 20. Jahrhundert vor allem der AMO-Schwingung) unterscheiden zu können. Solche Überlegungen fehlen im IPCC-Report „Climate Change 2013 – The Physical Science Basis“ trotz seines Umfangs von 1550 Seiten. Auf Seite 60 wird der AMO-Einfluß abgetan mit den Worten the AMO is assessed with high confidence to have made little contribution to the GMST trend between 1951 and 2010 (considerably less than 0.1°C)“, und auf Seite 27 wird behauptet „Cumulative total emissions of CO2 and global mean surface temperature (GMST) response are approximately linearly related“.

Der IPCC setzt sowohl bei der Beschreibung der Gegenwart als auch bei seinen Zukunftsprognosen auf Simulationen, die er „model experiments“ (S. 79) nennt, obwohl für Dritte kaum nachvollziehbare Berechnungen aus Simulations-Modellen nichts mit echten physikalischen Experimenten und ihrer Aussagekraft zu tun haben. Nachvollziehbar und ohne Simulationen läßt sich aus den öffentlich zugänglichen Daten zu CO2-Emissionen, -Konzentrationen und mittleren globalen Oberflächen-Temperaturen herleiten, daß die globale Erwärmung nicht linear, sondern logarithmisch mit der atmosphärischen CO2-Konzentration (bzw. kumulativen CO2-Emissionen) zusammen­hängt.

 

Bild (a) zeigt, daß die mittleren globalen Temperaturen T um den vom IPCC behaupteten Zusammenhang T = m/1600 (m=kumulative CO2-Emissionen bis zum betrachteten Jahr) schwingen. Bild (b) verdeutlicht diese Schwingung durch Differenzbildung. Die Schwin­gung hat eine Periode von ca. 68 Jahren, schwingt aber nicht um die Null-Linie, sondern um eine schräg liegende Gerade, die durch gleitende Mittelwerte über die Periode der Schwingung erzeugt wurde.

In Bild (c) wurde die IPCC-Funktion T = m/1600 durch die logarithmische Funktion

(1) T = 3,1*ln(C/C0) (°C)

ersetzt, die 2017 ebenfalls den Wert 1°C angenommen hat (C=407 ppm, C0=295 ppm), als die kumulativen CO2-Emissionen 1600 Gt erreichten. Die dadurch erzeugte Multidekaden-Oszillation schwingt um die Null-Linie, und zwar vollkommen synchron zur „Atlantischen Multidekaden-Oszillation“ (AMO). Der AMO-FAQ-Seite der NOAA AOML Physical Oceanography Division kann man entnehmen, daß die AMO die globale Erwärmung überlagert, so wie es in Bild (c) verdeutlicht wird (grüne Kurve). Sie ist natürlichen Ursprungs und in Baumringen und Eisbohrkernen bis zu 1000 Jahre in der Vergangenheit beobachtbar.

Sowohl in Bild (b) als auch in Bild (c) ist zu erkennen, daß die Mittelwerte über je eine Schwingungsperiode von 68 Jahren (d.h. +-34 Jahre) – die bei einer gleichmäßigen Schwingung den Wert 0 haben müssen – ab ca. 1973 immer mehr ins Negative gehen. Darin kommt zum Ausdruck, daß neben der AMO auch die „Pazifische Dekaden-Oszillation“ (PDO) die globalen Temperaturen beeinflußt. In den 1990er Jahren ging der temperaturerhöhende Einfluß der AMO allmählich zurück, und die in einer negativen Phase befindliche PDO wurde dominant – siehe Publikation Steinman et al. (2015), in der die Erwärmungspause Anfang der 2000er Jahre ebenfalls auf die plötzliche Dominanz der PDO nach ca. 100 Jahren AMO-Dominanz in Zusammenhang gebracht wurde. Die rote Kurve der Perioden-Mittelwerte der in Bild (c) gelb dargestellten Multidekaden-Oszillation liegt zwischen ca. 1927 und 1973 exakt auf der Null-Linie; d.h. zwischen ca. 1895 und 2005 wurden die Temperaturmeßwerte von einer sehr gleichmäßigen Schwingung überlagert. Mittelwertbildung von Temperaturmeßwerten über je 68 Jahre eliminiert die überlagerte Schwingung, so daß man auf der Ebene dieser Periodenmittelwerte berechnen kann, welche Funktion mit welchen Parametern die globale Erwärmung optimal beschreibt: Es ist eindeutig der logarithmische Zusammenhang ln(C/C0) mit dem Faktor 3,1 +- 0,05 °c. Genaueres dazu findet man unter der Adresse cdatac.de.

Bild (d) zeigt das Ergebnis: Der von AMO und (ab 1995) PDO überlagerte logarithmische Zusammenhang beschreibt die mittleren globalen Temperaturen von 1855 bis heute sehr genau.

Formel (1) kann verwendet werden, um CO2-Konzentrationen Temperaturen zuzuordnen, die auf der Basis von Szenarien mit Hilfe des Bern Carbon Cycle Modells berechnet wurden. Das IPCC-Szenario RCP6.0 nimmt gleichbleibende Pro-Kopf-Emissionen von ca. 5 t CO2/Jahr an (den Wert, der seit ca. 1970 nahezu konstant blieb), beschränkt aber den Bevölkerungszuwachs bis 2100 auf 10 Milliarden. Unter diesen Umständen würde ca. 2045 die 1,5°-Grenze bei einer kumulierten CO2-Emission von ca. m=2750 Gt erreicht werden, und erst 2080 würde die 2°-Grenze bei m=4300 Gt geschnitten werden. Wenn man hingegen annimmt, daß weiterhin – wie seit 1970 – alle 12 Jahre eine Milliarde mehr Menschen auf der Erde leben, würde sich die Bevölkerungszahl bis 2100 fast auf 14,5 Mrd verdoppeln. Die 1,5°-Grenze würde weiterhin im Jahr 2045 bei m=2750 Gt erreicht werden, aber bereits 2070 würden 2°C globale Erwärmung gemessen werden (bei m=4200 Gt).

Der langsamere Temperaturanstieg infolge des logarithmischen Zusammenhangs verhindert also nicht das Überschreiten der in Paris propagierten 2°-Grenze; aber es bleibt mehr Zeit, sowohl für Gegenmaßnahmen als auch für Anpassungen an wärmeres Klima. Es besteht kein Grund zu Alarmismus und unüberlegtem Aktionismus.

„Klimaschutz“-Maßnahmen (wie der teure Verzicht auf CO2-Emissionen bei Energie-Gewinnung, Heizung, Verkehr usw.) haben eine ähnliche Problematik wie (einseitige) Abrüstung: Wenn nicht alle mitmachen, schwächt sich derjenige selbst, der in Vorleistung tritt, stärkt damit andere, verdrängt Emissionen in andere Länder, und für die Welt ist nichts gewonnen. Im Unterschied zum Abrüstungs-Dilemma gibt es jedoch eine Alternative: Verzicht auf CO2-Emissionen nicht als planwirtschaftlich durchgesetzte (Zwangs-)Maßnahme für einzelne Länder – was nichts bringt, weil fossile Energien dadurch für die Länder, die nicht mitmachen, konkurrenzlos günstig würden -, sondern als Folge einer Verdrängung vom Markt durch die Entwicklung billigerer und emissionsfreier Energiegewinnungsverfahren. Der Einsatz finanzieller Mittel für solche Entwicklungen wäre weitaus sinnvoller als die Finanzierung letztlich wirkungslosen und schädlichen Verzichts.

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Zuerst erschienen auf Climate Data Check

 

Die Greta-Frage: Sebastian Lüning im Interview bei JF-TV

Klimakrise oder Panikmache? Wieviel Klima macht der Mensch? Über diese “Gretchen-Frage” in der Klimadebatte führte Anfang April 2019 der JF-TV Filmemacher Marco Pino ein Interview mit dem Geowissenschaftler Sebastian Lüning, das passenderweise direkt vor dem Berliner Reichstagsgebäude stattfand. Hier das Interview:

 

 

Wenn Ihnen der Film gefallen hat, unterstützen Sie bitte den Filmemacher mit einer Spende via Paypal, denn das Thema bleibt spannend. Vielleicht in Zukunft mehr davon?

 

Aus Respekt vor den Schülerprotesten: Freitags alle Kohlekraftwerke abschalten!

Von Uli Weber

Hier bei uns verstopft der Kohlestrom das Stromnetz und deshalb kann dieses Netz nicht genügend alternative Energien speichern. Dadurch fällt wiederum die bereits fest eingepreiste CO2-Einsparung unserer EEG-Energiewende flach und Deutschland verfehlt seinen zwingend notwendigen Beitrag für das globale 1,5-Grad-Klimaziel. Nach Aussage der „Scientists for Future“ reichen die derzeitigen Maßnahmen zum Klima-, Arten-, Wald-, Meeres- und Bodenschutz bei Weitem nicht aus, um eine katastrophale Veränderung des 30-jährigen globalen Wetterdurchschnitts (= Klima) zu verhindern.

Und weil die Erwachsenen in den westlichen Industrienationen beim Klimaschutz völlig versagt haben, demonstrieren hier die Schüler jetzt jeden Freitag ganz spontan für eine klimagerechte Welt. Alle übrigen Schüler dieser Welt lernen inzwischen fleißig weiter, damit es ihnen später auch einmal so gut geht, wie diesen Schülern in den westlichen Industrienationen.

Also, liebe Kohlekommission, aus Respekt vor den „Fridays for Future“-Schülerprotesten sollten zukünftig an jedem Freitag die deutschen  Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, denn dadurch können wir alle nur dazulernen:

 

 

 

 

Der Beipackzettel zu „RESPEKT am Freitag“:

Martin Rhonheimer, Professor für Ethik: Hört nicht auf die Klimapopulisten!

Ethikprofessor Martin Rhonheimer analysierte am 7. April 2019 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung den Schülerklimastreik sowie die fragwürdige Verbandelung mit aktivistischen Klimawissenschaftlern. Absolut lesenswert:

Hört nicht auf die Klimapopulisten!

In der Klimafrage werden ständig Wissenschaft und Politik vermischt. Das ist gefährlich. Der Nobelpreis für Greta Thunberg wäre lächerlich. So sagt es Hans-Joachim Schellnhuber, Gründer des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: Mit den Schülerstreiks für das Klima sei eine neue Epoche angebrochen. Es gebe nun zur Verhinderung, dass unser Planet gegen die Wand gefahren werde, einen „Schulterschluss zwischen der Wissenschaft und den Kindern, den Jugendlichen“.

[...]

Klimaforscher Schellnhuber erweist sich damit als politischer Agitator und das Ganze als eine sich selbst verstärkende Blase. Wenn, wie in den letzten Wochen geschehen, mehr 20000 Wissenschaftler – so viele Klimaspezialisten kann es allerdings gar nicht geben – sich mit dem Aufruf der Schülerin Greta Thunberg und der von ihr initiierten Klimastreik-Bewegung „Fridays For Future“ solidarisieren: dann ist das nicht nur ein absurder Tanz in einer gigantischen Blase, die immer mehr die öffentliche Meinung ergreift und, durch die Medien rückgekoppelt, sich dauernd selbst verstärkt. Es ist auch eine besonders bedenkliche Form von Populismus.

[...]

Verwerflich ist dieser Klimapopulismus, weil er Kinder und Jugendliche instrumentalisiert, die wie die meisten Bürger gar nicht imstande sind, die Zusammenhänge und Wahrscheinlichkeiten auch nur annähernd zu beurteilen. Sie werden von Wissenschaftlern aber dazu benutzt, um die in der Öffentlichkeit immer noch umstrittene und von vielen angezweifelte Behauptung eines weitgehend menschengemachten Klimawandels und einer durch die Politik zu verhindernden Klimakatastrophe einer weiteren öffentlichen Diskussion zu entziehen. Das ist der Wissenschaft unwürdig.

Leseempfehlung! Ganzen Artikel in der FAS lesen.

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Ebenfalls sehr gelungen ist ein Artikel von Wolfang Meins auf Achgut vom 6. April 2019:

Mit dem Panikorchester Richtung Eisberg

Dem Autor dieser Zeilen geht es ähnlich wie Greta Thunberg: Der Klimawandel lässt ihn einfach nicht los. Aber weder wartet auf ihn die Goldene Kamera noch gar der Friedensnobelpreis, was auch an den Fragen liegen mag, um die es hier geht.

Wie werden künftige Historikergenerationen das Phänomen Greta einordnen? Wie werden sie überhaupt den ganzen alarmistischen Rummel um Klimawandel, Klimakatastrophe und Klimarettung bewerten? Werden sie eine überzeugende Antwort auf die sich möglicherweise stellende Frage finden, wie es dazu kam, dass Deutschland ohne jeden äußeren militärischen Zwang und nicht etwa bloß freiwillig, sondern geradezu mit Begeisterung seine Energieversorgung und industrielle Basis ruinierte und schließlich mangels finanzieller Masse – verschärft durch vorhersehbare demographische Veränderungen, unkontrollierte Migration und Probleme, deren Existenz wir gegenwärtig noch nicht einmal erahnen – auch den Rundum-sorglos-Sozialstaat weitgehend abschaffen musste. Man wird sich dann gegebenenfalls fragen, welches Ereignis der point of no return war oder wann genau man in Berlin den Zug in Richtung Caracas bestiegen hat. 

Man wird sich auch fragen, wieso denn die zahllosen wissenschaftlichen Befunde und Alltagsbeobachtungen ignoriert, ja geleugnet wurden, die doch deutlich darauf hinwiesen, dass der Klimawandel sehr wahrscheinlich bei weitem nicht das ursprünglich befürchtete Ausmaß haben würde und der menschengemachte Anteil daran zwar vorhanden ist, aber in letztlich nicht maßgeblicher Größenordnung. Also, Fragen über Fragen und damit Zeit für zumindest einige Antworten. 

Historiker könnten später als mildernden Umstand anführen, dass Planen oder Prognostizieren von komplexen Situationen des Menschen Stärke eben nicht ist. Auch wenn das zweifelsohne zutrifft, ist dieses Argument stark zu relativieren. Denn wenn ein systematischer Knick in der Optik vorliegt, man alles durch die ideologische Brille wahrnimmt, helfen auch keine ansonsten noch so ausgefeilten prognostischen Anstrengungen, wie man anhand eines aktuellen Beispiels hier eindrücklich nachlesen kann.

Weiterlesen auf Achgut

 

Hans von Storch: “Selbst heute steht noch nicht fest, wie hoch genau der Temperaturanstieg ausfallen wird”

Das Drehbuch war so schön einfach gestrickt: Wissenschaftler, Fernsehmoderatoren und sogar die Bundeskanzlerin verbrüdern sich mit den klimastreikenden Schülern und sollten damit auch die letzten Zweifler an der großen gesellschaftlichen Klimatransformation überzeugen. Die plumpe Überzeichnung der Kampagne hat die meisten Bürger jedoch eher hellhörig gemacht: Erleben wir gerade eine der größten Hysteriewellen des noch jungen Jahrtausends? Da die Schüler selber noch gar nicht die Qualifikation für eine eigene wissenschaftliche Bewertung der Fakten besitzen, werden sie von außen beeinflusst und letztendlich gesteuert. Könnte es sein, dass wir eine Neuauflage des bekannten Märchens “Rattenfänger von Hameln” erleben?

Was wir nun brauchen, sind keine emotionalisierenden Latifs, Leschs oder Rahmstorfs, sondern vielmehr eine ausgewogene und nüchterne wissenschaftliche Darstellung der Fakten. Der Spiegel hat die Lücke erkannt und brachte bereits am 22. März 2019 ein hochinteressantes Interview mit dem Klimaforscher Bjorn Stevens, in dem er die großen verbleibenden Unsicherheiten der Klimamodelle beschreibt. Am 6. April 2019 hat der Spiegel in seiner Printausgabe nachgelegt und druckte ein ausgezeichnetes Interview mit dem Klimawissenschaftler Hans von Storch ab. Der Online-Text ist nur für Abonnenten zugänglich, der Gang zum Kiosk lohnt. Einige Auszüge:

Interview mit Klimaforscher Hans von Storch
“Die Welt wird deswegen nicht untergehen”

Die globale Erwärmung führt zu Alarmismus bei Forschern, sagt der Klimaexperte Hans von Storch.

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VON STORCH: [...] selbst heute steht noch nicht fest, wie hoch genau der Temperaturanstieg ausfallen wird. Die Unsicherheiten sind nach wie vor beträchtlich. [...] Damals [in den Achtziger Jaren] ahnte man allenfalls, was auf die Menschheit zukommen könnte, aber es gab einander widersprechende Hypothesen zur Klimaentwicklung. Vergessen Sie nicht: Noch in den Siebzigern warnten viele Geologen eher vor einer neuen Eiszeit. Wahr ist, dass wir den Treibhauseffekt in der Theorie schon seit mehr als 100 Jahren kennen, doch galt er lange Zeit als vernachlässigbar. Denn Kohlendioxid allein macht ja gar keine große Erwärmung. Erst durch die verstärkende Rückkopplung mit dem Wasserdampf kommt es zu einem deutlichen Temperaturanstieg.

[...]

SPIEGEL: Sollten die Schüler, die derzeit freitags gegen den Klimawandel auf die Straße gehen, Grund zur Panik haben?

Storch: Nein. Wenn man das Problem lösen will, ist Angst ein schlechter Ratgeber. Gefüttert werden die Ohnmachtsgefühle leider auch durch jene Klimaforscher, die als Wahrheitsverkünder auftreten und vor der Apokalypse warnen. Solche Leute tun der Wissenschaft keinen Gefallen, weil sie die kritische Distanz zu ihrem Forschungsgegenstand aufgeben. Ein Forscher sollte seine Erkenntnisse stets als vorläufig präsentieren und muss bereit sein, sie auch über den Haufen zu werfen, wenn widersprechende Daten bekannt werden.

SPIEGEL: Gehen einige Forscher zu weit?

Storch: Ja. Ich habe den Eindruck, dass manche Kollegen den Politikern am liebsten haarklein vorschreiben würden, was sie zu tun und zu lassen haben, um die Welt zu retten. Das liefe auf eine Herrschaft der Experten hinaus und wäre vollkommen undemokratisch. Eine Gelehrtendiktatur würde zudem nicht zu besseren Lösungen führen, denn die meisten guten Wissenschaftler sind per se Fachidioten.

Ganzes Interview im Spiegel lesen.

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Für mehr Augenmaß in der Klimapolitik und eine stärkere Berücksichtigung der verbeibenden Modellunsicherheiten warb auch Sebastian Lüning am 3. April 2019 bei einem öffentlichen Fachgespräch vor dem Umweltausschuss des Bundestags. Lünings schriftliche Stellungnahme können Sie hier herunterladen (pdf hier).

 

 

Einen weiteren Video-Zusammenschnitt von Lünings Bundestags-Statements gibt es auf FMD’s TV Channel.

 

 

Prima Klima am Flughafen Genf

Bei der Forschung zum Klimawandel fallen oftmals „nebenbei“ Dinge auf, die, für sich allein genommen, meist nicht veröffentlicht werden. Dennoch sind sie interessant und lassen einen Blick „hinter die Kulissen“ zu. Dazu gehört z.B. die Erkenntnis, dass in den offiziellen (meist staatlichen) meteorologischen Institutionen auch nur mit Wasser gekocht wird. Will sagen, es ist interessant zu sehen, wie z.B. Klimadaten überhaupt zustande kommen. Und da fallen Dinge auf, die zum grübeln Anlass geben können. Hier gelangen Sie zu einem Beitrag von Hans-J. Dammschneider über die Messstation Genf/Schweiz: “Prima Klima am Flughafen Genf“.

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Die Hockeystick-Verwirrung sowie ClimateGate sind nun schon etliche Jahre her. Das Buch “The Hockeystick Illusion” von Andrew Montford ist Pflichtlektüre für jeden Kritiker des Klimaalarmismus. Wer es noch nicht getan hat, bitte unbedingt auf den Lesestapel legen.

Vor kurzem ist im Rahmen juristischer Informationsanfragen wieder ein ganzer Schwung an Klimaemail-Korrespondenz veröffentlicht worden. Aber so richtig großer Enthusiasmus will nicht aufkommen. Wer hat schon Lust, sich durch hunderte von alten Emails zu wühlen. Der Hockeystick ist sowieso schon tot und durch neuere Temperaturkurven abgelöst. Es ist zur Genüge bekannt, dass die bekannten Aktivistenwissenschaftler sich bemüht hatten, die vorindustriellen Wärmephasen kleinzurechnen. What’s new?

Wer trotzdem in die Korrespondenz von Michael Mann und Co-Autor Malcolm Hughes hineinschauen möchte, dem sei zunächst ein Artikel von David Schnare auf WUWT vom 10. Dezember 2018 empfohlen. Um es gleich vorwegzunehmen, bei Hughes handelt es sich um einen grundsoliden Wissenschaftler, wie Schnare feststellt. Insofern lohnt es sich eher beim damals jungen Kollegen Michael Mann hinzuschauen, der zur Zeit des Hockeysticks Doktorand war. Thema unter anderem “Hide The decline”. Hierzu passend der folgende Song:

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Eine gute Frage: Wie sollen Arbeitgeber mit kriminellen Klimaaktivisten umgehen, die sich über Gesetze hinwegsetzen und mit der Polizei in Konflikt geraten sind? (siehe Beitrag auf WUWT).

Möglichkeit A: Wohlwollend darüber hinwegsehen. Die Gesetzesverstöße wurden ja begangen, um die Welt zu verbessern

Möglichkeit B: Disziplinarische Maßnahmen, bis hin zur Kündigung, im Falle besonders starker Gesetzesverstöße.

Was meinen Sie dazu?

 

Verbleibende Unsicherheiten in der frühen Sonnenfleckenhistorie

In der Frühphase der Sonnenfleckenbeobachtung gab es leider einige Datenlücken, so dass der genaue Verlauf etwas unsicher ist. Das Southwest Research Institute untersucht diese Lücken und gab hierzu am 10. Dezember 2018 die folgende Pressemitteilung heraus:

Solar activity research provides insight into sun’s past, future

Andrés Muñoz-Jaramillo of Southwest Research Institute and José Manuel Vaquero of University of Extremadura have developed a new technique for looking at historic solar data to distinguish trustworthy observations from those that should be used with care. This work is critical to understanding the Sun’s past and future as well as whether solar activity plays a role in climate change.

“Scientists have been monitoring solar activity since Galileo made the first drawings in 1612 by counting sunspots and groups of sunspots,” said SwRI’s Muñoz-Jaramillo, a senior research scientist who is first author of a paper in Nature Astronomy outlining the research. “However, putting all observations in perspective is quite challenging due to wide-ranging observation techniques and telescope magnifications used. We see much more now and our understanding of what we see changes the way we count spots.” 

The team created a technique that takes all historic data gathered and digitized thus far and combines them visually, to provide a complete picture of the data we have and where are we missing information. Roughly every 11 years, the magnetic structure and activity of the Sun cycle between periods known as solar minimum and solar maximum. During solar maximum, the Sun emits high levels of solar radiation, ejects large amounts solar material and displays large numbers of intense sunspots, flares and other phenomena. During solar minimum, this activity is muted. Changes on the Sun cause effects in space, in the atmosphere and on Earth’s surface. 

The Sun also experiences century-long variations, including periods of abnormally low solar activity called grand minima. Maunder Minimum refers to a 70-year period between 1645 and 1715 when observations revealed thousands of days without sunspots. The term was the title of a 1976 paper that first identified these longer cycles, named for a husband-wife team of solar astronomers from the late 17th century. In contrast, modern observations typically record hundreds of days without sunspots over similar periods of time. 

“Scientists are investigating whether Maunder Minimum could serve as archetype of a grand minimum in magnetic activity for the Sun and other stars,” Muñoz said. However, data prior to, during and after the Maunder Minimum, is less reliable and lacks the precision and coverage of today’s measurements. Recent reevaluations of sunspot observations have yielded a conflicted view on the evolution of solar activity over the last 400 years.  

“Due to our lack coverage we don’t know if the Sun took decades to recover from the Maunder Minimum to the levels of solar activity we see today, or if it was quick as if a switch had been turned on,” Munoz said. “There is currently a team of experts from all over the world working hard to find the best way of combining these data. In the meantime, one has to be very careful when using historic sunspot data to study potential links between the Sun and changes in terrestrial climate, given that these effects would be complex and subtle. Our work uses historical data to provide context to users of these estimates that may not be aware of their limitations.”

“Visualization of the challenges and limitations of the long-term sunspot number record” was published Dec. 10 in Nature Astronomy. This work is part of an international effort to reconstruct solar activity levels during the last 400 years, led by the SILSO World Data Center and funded by the NASA Grand Challenge and Living with a Star programs, and other Spanish institutions.

Eine Diskussion der verschiedenen Sonnenflecken-Rekonstruktionen können Sie auch bei Nir Shaviv finden, mit Kommentierung von Willis Eschenbach.