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Die „parallele Logik“ für eine Dekarbonisierung der Welt

Von Uli Weber

Zunächst einmal ein großes Lob an ARD-MONITOR, nein, nicht für die einseitige MONITOR-Sendung vom 16. August 2018 unter dem Titel „Klimawandel und Sommerhitze: Die Gegner machen mobil“, in der die sogenannten Klimaskeptiker wieder einmal öffentlich vorgeführt werden sollten. Eine kritische Würdigung dieser Sendung ist hier auf EIKE zu finden.

Dieses große Lob gilt allein dem MONITOR-Forum, das gegenwärtig eine sachliche und sehr konträre Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern eines vorgeblich menschengemachten Klimawandels ermöglicht. Diese Diskussion wurde von der Redaktion zunächst mit einer Beschreibung der besagten Sendung eröffnet, also mit dem üblichen Skeptiker-Bashing. Aber dann, man lese und staune, konnten dort auf dem MONITOR-Forum konträre Ansichten völlig unzensiert ausgetauscht werden, wie es die dortigen Spielregeln versprechen, Zitat vom MONITOR-Forum:

Mitdenken. Mitreden. Mitstreiten.
Das MONITOR-Forum soll eine freie und unzensierte Plattform sein. Um Missbrauch zu verhindern wird das Forum moderiert – die Einträge werden erst nach vorheriger Kontrolle durch die Redaktion veröffentlicht. Wir bitten um Ihr Verständnis – und ggf. etwas Geduld
.“

Respekt, in diesem MONITOR-Forum werden vom Klimamainstream abweichende Meinungen tatsächlich nicht unterdrückt. Und damit kann man die Hoffnung verbinden, dass dieses Beispiel in der gesellschaftlichen Diskussion Schule machen möge. Denn man hebt eine gesellschaftliche Spaltung nicht auf, indem man einer kritischen Minderheit den Mund verbietet.

Im Verlauf dieser Diskussion auf dem MONITOR-Forum wurde aus der Vorgehensweise in der Studie “Quantifying the consensus on anthropogenic global warming in the scientific literature” von Cook at al. (2013) über einen 97%-Konsens für den vorgeblich menschengemachten Klimawandel (Anthropogenic Global Warming = AGW) eine „parallele Logik“ abgeleitet. Diese  „parallele Logik“ wurde dann als derjenige Hütchentrick entlarvt, mit dem aus einer verketteten Aussage (1)->(2)->(3) die verständnisstiftende Bezugsgröße (2) entfernt wird, um damit dann in der Öffentlichkeit eine „parallele Wahrheit“ (1)->(3) verbreiten zu können:

(1)    Zunächst wird eine Gruppe als 100%-Gesamtmenge (1) untersucht. Aus der zugrunde liegenden Fragestellung ergeben sich dann mehrere Teilmengen mit einem jeweils einheitlichen Spezifikum, die in ihrer Summe wiederum diese 100% ergeben.

(2)    Dann wird eine beliebige Teilmenge(2) mit einem ganz bestimmten Spezifikum ausgegliedert (1)->(2) und als neue 100%-Basis einer näheren Untersuchung unterzogen. Deren prozentuale Unter-Teilmengen beziehen sich dann in Summe ausschließlich auf die ausgegliederte Teilmenge (2).

(3)    Am Ende wird für eine dieser Unter-Teilmenge eine Aussage (3) abgeleitet und mit einem Prozentsatz aus der 100%-Teilmengenbasis (2) belegt, wobei der originäre Bezug (1)->(2)->(3) für den Wahrheitsgehalt dieser Aussage von entscheidender Bedeutung ist.

(4)    Die aus (1)->(2)->(3) abgeleitete Aussage bleibt also nur so lange wissenschaftlich gültig, wie die „Umetikettierung“ in Punkt (2) nicht verloren geht oder unterdrückt wird.

(5)    Und jetzt kommt der Hütchentrick der „parallelen Logik“ zum Tragen: Früher oder später wird die Aussage (1)->(2)->(3) einfach ohne die zwingende Einschränkung aus (2) direkt mit der ursprünglichen Gesamtmenge aus (1) in Beziehung gesetzt und führt zu einer ganz neuen „parallelen Wahrheit“ (1)->(3).

Vergleichen wir nun diese „parallele Logik“ mit dem Ergebnis von Cook et al. (2013):

(1)    Es wurden die Zusammenfassungen von 11.944 wissenschaftlichen Arbeiten aus der begutachteten wissenschaftlichen Literatur auf Aussagen zu AGW untersucht.

(2)    66,4 Prozent der Zusammenfassungen machten keine Angaben zu AGW und die verbleibenden 32,6 Prozent mit einer Position zu AGW wurden näher untersucht.

(3)    Von diesen 32,6% mit Aussagen zu AGW bestätigen 97,1% die AGW-Theorie.

Inzwischen wird das Ergebnis der Studie von Cook et al. (2013) aber öffentlich als 97%-Zustimmung aus der Gesamtmenge der dort untersuchten Klimaartikel und als Beweis für einen wissenschaftlichen 97%-AGW-Konsens verbreitet, so beispielsweise auch von Cook et al. (2016) selbst, wo man in der Kernaussage von allen publizierenden Klimawissenschaftlern spricht.

Die Differenz zwischen Propaganda und Wissenschaft beträgt am Beispiel von Cook et al. (2013) also genau 65,4%, nachfolgend der Beweis mittels konventioneller Logik:    

„Parallele Logik“ [%]: (1)->(3) mit 97,1% Zustimmung ohne Hinweis auf (2)

Konventionelle Logik [%]: (1)->(2)->(3) mit 97,1% Zustimmung aus 32,6% (1) = 31,7%

 [97,1% von Cook (2013) @Teilmenge(2)] – [31,7% von Cook (2013) @Gesamtmenge(1)] = 65,4%

Die mathematische Analyse verfügt genauso wenig über eine „parallele Logik“, wie sich die Wissenschaft selbst eine „höhere Wahrheit“ zuschreiben kann. Vielmehr hat sich die Wissenschaft im historischen Rückblick immer mehrheitlich mit demjenigen gesellschaftlichen System arrangiert, in dem sie tätig geworden ist. Die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Ideologie unterliegt daher jedem Einzelnen von uns selbst. Man kann also entweder selbständig nachdenken, oder man muss eben alles glauben, was einem so erzählt wird.

Merke: „Wer nichts weiß, muss alles glauben(Marie von Ebner-Eschenbach)

Das 97-Prozent-Problem war übrigens schon vor langer Zeit einmal Thema hier im KS-Blog.

 

Fritz Vahrenholts Sonnenkolumne 8/18: Ein heisser Sommer

Hier schreibt Fritz Vahrenholt seine monatliche Kolumne. In allgemeinverständlicher Form berichtet er über neue Entwicklungen aus den Klimawissenschaften – und natürlich von unserer lieben Sonne.

2. September 2018
Die Sonne im Juli 2018 und ein heisser Sommer

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser  Bericht über die Sonnenaktivität im Juli zeigt erneut, dass die Sonnenfleckenzahl mit 1,6  im langjährigen Vergleich außerordentlich schwach war. Dies gilt insgesamt für den im Dezember 2008 begonnenen und etwa noch 1 Jahr andauernden Sonnenzyklus, der seit 200 Jahren die schwächste Sonnenaktivität aufweist. Klimatisch wird das deswegen bedeutsam, weil auch der nächste Zyklus, der etwa bis 2030 andauern wird, sehr schwach zu werden droht.Die Auswirkungen werden wir erst mit einem Zeitverzug von einigen Jahren feststellen können. Aussagen über klimatische Einflüsse natürlichen oder anthropogenen Ursprungs kann man eben nur über eine Zeitdauer von 30 Jahren und mehr treffen.

Das Sommertheater im Juli

In der Hitze des nordeuropäischen Sommers hatte man einen anderen Eindruck. Da reichte schon ein heisser Juli in einer Region des Erdballs, um den letzten Beweis der Klimakatastrophe hervorzuzaubern.
“In 17 Jahren Wettervorhersage habe ich so etwas noch nicht erlebt”, echauffierte sich der Meteorologe Özden Terli im ZDF.
Das ist schlicht falsch. Im Juli 2015 war es auf der Nordhalbkugel wärmer, im Juli 2016 ebenso und auch im Juli 2017 war es wärmer. Und der Juli 2006 war in Deutschland  deutlich wärmer.

Temperaturen im Sinkflug

Entscheidend ist die globale Mitteltemperatur. Und da sind wir in 2018 im Sinkflug. Auch der August 2018 hat das eindrucksvoll belegt. Die heute bekanntgegebenen Daten der satellitengestützen UAH-Messungen für August zeigen nur noch eine um 0,19 °C  große Abweichung vom 30-jährigen Mittelwert. Ich werde mich nicht hinreißen lassen, daraus voreilige Schlüsse zu ziehen. Aber das, was sich grüne Alarmisten in  Politik, Wissenschaft und Medien an Sommertheater geleistet haben, ist nur noch zu subsumieren unter “Der Zweck heiligt die Mittel”.

Kippelemente für eine angstgeleitete Politik

Das gilt auch für  eine Arbeit, die in der Schwüle des Juli Furore machte. Eine Reihe von Wissenschaftlern um den bekannten Hans Joachim Schellnhuber ( die Arbeit wurde am 19. Juni eingereicht und am 6. Juli akzeptiert, ein neuer Sprintrekord zwischen Abgabe und Annahme) entwerfen darin eine Szenario, in dem bestimmte Kippelemente das Klima der Erde in neue, unentrinnbare heiße Gleichgewichte treiben. Das Entscheidende steht in der Schlussfolgerung : Zu vermeiden geht das nur durch eine neue “Erdsystemverwaltung”. Der Leser war gespannt auf Berechnungen, Softwarecodes, empirische Herleitungen- und findet nichts dergleichen. Reine Spekulation.Science Fiction. Hokus-Pokus.

Die Temperaturtrends bleiben konstant

Es bleibt dabei : trägt man Jahr für Jahr seit 1960 den Trend der ansteigenden Temperaturen auf, also von 1960 bis 1990, 1961 bis 1991, bis hin zu  1988 bis 2018, dann bleiben die Steigungen bei 1,6 bis 1,8 C pro Jahrhundert seit dreissig Jahren konstant. Da müsste man keine grosse Angst haben, vor dem was uns in diesem Jahrhundert erwartet. Das sagt uns die Empirie. Da braucht man Kippelemente aus der Science Fiction-Welt, um uns zu einer angstgeleiteten Politik zu verführen.

WGBU fordert Klimapass

Wie schlimm die Instrumentalisierung von Politik durch Klimawissenschaft und umgekehrt  geworden ist, zeigt eine brandneue Studie des WGBU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) Zeitgerechte Klimapolitik -Vier Intitiaven für Fairness.
Vorsitzender des Beirats ist Prof. Schellnhuber. Der Beirat berichtet direkt an die  Bundesregierung  und empfiehlt ihr Klimapässe für klimabedingte Migranten und Migrantinnen auszustellen. Der Klimapass “soll den einzelnen Menschen in die Lage versetzen, frei über seine Fortwanderung zu entscheiden”. Der WGBU geht von “Schätzungen für globale umweltbedingte Migration bis zum Jahr 2050 von 25 Mio. bis zu 1 Mrd. betroffenen Personen” aus.”Schier unerträglich ist die Vorstellung, dass Millionen Klimamigrant*innen in den kommenden Jahrzehnten auf kriminelle Schlepperorganisationen angewiesen wären”. “In einer ersten Phase sollte der Klimapass den Bevölkerungen kleiner Inselstaaten, deren Staatsgebiet durch den Klimawandel unbewohnbar werden dürfte, frühzeitige, freiwillige und humane Migrationswege eröffnen. Mittelfristig sollte der Pass auch massiv bedrohten Menschen anderer Staaten, einschließlich Binnenvertriebener, zur Verfügung stehen. Als Aufnahmeländer sollten sich Staaten mit erheblichen historischen wie heutigen Treibhausgasemissionen und somit großer Verantwortung für den Klimawandel engagieren.” Als kurzfristigen ersten Schritt schlägt der WGBU vor :” Im Rahmen der 24. Klimakonferenz in Katowice (im Dezember 2018,d.Verf.) sollte die Bundesregierung als Vorreiterin potenzieller Aufnahmeländer den Klimapass als Angebot für die Bevölkerung flacher Inselstaaten vorschlagen”.

Flächenvergrößerung in Tuvalu

Erneut geht es mehr um Science Fiction. Denn es gibt mehrere Arbeiten der jüngsten Vergangenheit, die ein “Untergehen” vieler Inselstaaten ausschließen, sondern eher eine Flächenvergrößerung feststellen.
Es lohnt sich das Politikpapier ( so nennen es die Wissenschaftler) nachzulesen, um das krude Denken derjenigen aufzuspüren, die mit allen Mitteln eine “Große Transformation” herbeisehnen. Adressat ist die Bundesregierung, die das Papier in Person der Bundesumweltministerin Schultze und dem Wissenschaftstaatsekretär Schütte brav entgegennahmen und versprachen, die Vorschläge zu prüfen.
Es ist schlimm, wie dilettantisch unsere Bundesregierung agiert, es ist schlimm,wie eindimensional sie Kommissionen besetzt und es ist schlimm, dass niemand in dieser Bundesregierung den Mut hat, Vorschläge, die auf falschen Behauptungen beruhen, als das zu bezeichnen, was es ist : politische Propaganda sich selbst überschätzender Wissenschaftler.
Niemand widerspricht. Es ist unfassbar.

Herzlichst
Ihr
Fritz Vahrenholt

 

Klimawandel in Deutschland: Die Fakten

In der noch immer turbulent geführten Klimadebatte kann man so einiges erleben. Einige der Protagonisten sind eng mit den Medien vernetzt, können ihre Thesen millionenfach im ganzen Land verbreiten. Die andere Seite kommt gegen das Alarmkartell kaum an. Mediale Torwächter achten sorgsam darauf, was das Volk zu hören, sehen und lesen bekommt. Eine nüchterne Sachdebatte findet kaum statt. Gute und schlechte Argumente gibt es dabei auf beiden Seiten. Fehler passieren hüben wie drüben. Oft würde ein Blick auf die Originaldaten helfen, um unnötigen Zank zu vermeiden.

Eine neue Webseite soll hier Abhilfe schaffen. Auf der Webplattform www.klimawandel-in-deutschland.de können Sie ab sofort die Basisfakten zu den bisher aufgetretenen klimatischen Veränderungen in Deutschland nachschlagen. Die Darstellung richtet sich an alle Interessierten: Bürger mit oder ohne Vorkenntnisse, Journalisten, Schüler, politische Entscheider, Investoren und Unternehmer. Alle Daten dieser Zusammenstellung sind gewissenhaft recherchiert und mit der Originalquelle verlinkt.

In der Klimadiskussion muss klar unterschieden werden zwischen
1) der instrumentell gemessenen und paläoklimatologisch rekonstruierten Klimaentwicklung, und
2) mit starken Unsicherheiten behafteten Zukunftsprognosen.

Die Zusammenstellung dieser Webseite konzentriert sich auf den ersten Punkt, die bekannte Klimaentwicklung der letzten Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende. Im Folgenden das Themenverzeichnis mit den direkten Links zum jeweiligen Abschnitt:

TEMPERATUREN
Durchschnittstemperaturen

…letzte 30 Jahre
…letzte 150 Jahre
…letzte 2000 Jahre
…letzte 10.000 Jahre
Sonnenscheindauer

HITZE
Hitzewellen
Dürren
Waldbrände

KÄLTE
Kältewellen
Schnee
Gletscher
Meereis
Hagel

NIEDERSCHLÄGE
Jahresniederschläge
Starkniederschläge und Hochwasser

STÜRME
Stürme
Sturmfluten
Extremwetter

MEERESSPIEGEL
Meeresspiegel in Ostsee und Nordsee

 

Ob Römer, Maya oder Khmer – das Klima beeinflusste das Schicksal vieler Kulturen zu allen Zeiten

Der Klimaalarm hat nun ein erstes Opfer gekostet. Ein argentinischer Segler ist auf fehlerhafte Prognosen einer eisfreien Nordwestpassage hereingefallen und wurde jetzt vom dichten Eis in der Arktis zerquetscht. Vielleicht sollte man seine Planungen doch nicht auf wackeligem Klimaalarm aufbauen… Das Schiff ist mittlerweile gesunken, die Besatzung konnte zum Glück gerettet werden.

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Leandra Kubiak zeigte am 9. August 2018 in der Neuen Westfälischen, dass Sie den Kern der Klimadebatte gar nicht versteht:

Warum streiten immer noch so viele Menschen den Klimawandel ab?
Die große Mehrheit der Klimaforscher ist sich einig: Der Klimawandel wurde vom Menschen verursacht. In einem gemeinsamen Aufsatz stellten die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes von der Harvard University und der australische Psychologe John Cook 2016 gemeinsam mit anderen fest, dass sich mehr als 90 Prozent der Klimaforscher darüber einig sind, dass das Phänomen ein menschengemachtes ist.

Plumpe Statements, die in keinster Weise durch die Aussagen gedeckt sind. Der IPCC formuliert vorsichtiger: Man sei sich sicher, dass mindestens die Hälfte der seit 150 Jahren beobachteten Erwärmung durch den Menschen verursacht wurde. Der Rest könne natürlichen Ursprungs haben:

It is extremely likely that more than half of the observed increase in global average surface temperature from 1951 to 2010 was caused by the anthropogenic increase in GHG concentrations and other anthropogenic forcings together.

Die junge Journalistin, die gerne fliegen können würde, tappt hier blindlings in die Falle und sollte sich in Zukunft etwas besser über die Themen informieren, über die sie schreibt.

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Spannender Artikel im Kurier am 9. August 2018:

Was der Klimawandel mit dem Ende von Hochkulturen zu tun hat

Ob Römer, Maya oder Khmer – das Klima beeinflusste das Schicksal vieler Kulturen zu allen Zeiten.

Vor 3200 Jahren ging es rund in der Mittelmeer-Region: Räuberische Nomaden-Trupps aus dem Osten setzten den Einheimischen zu. Bis heute weiß man nicht genau, wer diese marodierenden Seevölker waren und woher sie kamen. Was man neuerdings aber weiß, ist, dass eine 300 Jahre dauernde Trockenperiode diesen bronzezeitlichen Kulturen der Mykener und Hedither schwer zusetzte. Der Klimawandel dürfte Ernteausfälle, Hunger und Armut verursacht haben, die wiederum sozio-ökonomische Krisen verstärkt und vorantrieben haben.

Weiterlesen im Kurier

 

Klimawandel ist männergemachtes Problem – und braucht eine feministische Lösung

Wie kann man die Wirkung von Klimaalarm am besten steigern? Man veröffentlicht ihn am besten in einem heißen Sommer. Diesen Tip gab jedenfalls Akshat Rathi auf Quartz:

Ride the Heat Wave:
To get people talking about climate change, publish your study during a hot summer

Im Gegenzug sollten Klimaskeptiker ihr Pulver am besten bis zum Winter trocken halten…

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Johannes Kaufmann am 7. August 2018 in der Braunschweiger Zeitung:

Politik machen mit der Klimakatastrophe
„Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung allerdings führt immer wieder die totale Katastrophe ins Feld, die jede Abwägung erschlägt. Dahinter steckt die Überzeugung, dass der demokratische Prozess beim Klimawandel versage.“

Weiterlesen in der Braunschweiger Zeitung (für Abonnenten)

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Die nächste Klimaklagewelle kommt von Frauen gegen ihre Regierungen, berichtete Klimafakten am 7. August 2018:

“Klimawandel ist männergemachtes Problem – und braucht eine feministische Lösung”
Insbesondere Frauen leiden unter den Folgen der Erdüberhitzung, sagt Mary Robinson, Ex-Präsidentin der Republik Irland und ehemalige UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. Deshalb müssten ihre Interessen und Bedürfnisse stärker bei Klimaschutzmaßnahmen berücksichtigt werden – mit ihrer Kampagne “Mothers of Invention” zeigt Robinson, wie das geht

Weiterlesen auf Klimafakten

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Gute Nachrichten für alle Sumpfpflanzen: Die Klimaerwärmung verlängert ihre Vegetationsperiode, wie das Oak Ridge National Laboratory am 8. August 2018 bekanntgab:

Hotter temperatures extend growing season for peatland plants

 A futuristic experiment simulating warmer environmental conditions has shown that peatland vegetation responds to higher temperatures with an earlier and longer growth period. A study published in Naturerevealed that turning up the heat accelerates spring greening in mature trees, shrubs and mosses and delays fall color change.

The new findings, based on observational data collected at a Department of Energy experimental site, will improve predictive models of environmental change and may have implications for forests around the world. “This is the first time we’ve been able to confirm the response of vegetation to this range of temperatures, which exceed what can be found in the historical record,” coauthor Andrew Richardson of Northern Arizona University said. “We did not foresee the major role that temperature plays in extending plant activity in the fall.”

The research team used direct observation and digital repeat photography to measure plant greenness over three years at the Spruce and Peatland Responses Under Changing Environments study, a unique ecosystem-scale experiment constructed and operated by DOE’s Oak Ridge National Laboratory. Previous studies based on historical data indicated that shortened day length was the primary driver of fall changes in plants, with temperature having little impact. The team’s experimental study found, however, that elevated temperatures trigger plant activity even in the fall as exposure to sunlight declines. Plants in the warmest of several study areas, heated 16.2 degrees Fahrenheit above ambient temperature, remained green and functional up to six weeks longer. The warmest vegetation also lost its winter cold protection earlier in the spring, leaving plants vulnerable to leaf and stem damage during a late spring frost in 2016.

Located in the USDA Forest Service’s Marcell Experimental Forest in northern Minnesota, SPRUCE has 10 specially-designed enclosures set at five different temperatures and two elevated levels of carbon dioxide. The site provides scientists with a platform to explore the effects of warmer air and soil on a carbon-rich bog dominated by black spruce and tamarack trees, shrubs, and sphagnum moss. Similar forests are prevalent in northern latitudes, covering much of Canada, northern Europe and Russia. “SPRUCE has given us the opportunity to achieve a fair glimpse of alternative environmental futures that can’t be observed through historical records,” said ORNL’s Paul Hanson, SPRUCE coordinator and coauthor.

The enclosures at SPRUCE are equipped with a range of instruments, including high-resolution digital cameras on the PhenoCam Network that capture photographs of the plants every 30 minutes. Researchers at Northern Arizona University extracted the red, green, and blue color channel information from the images to calculate a greenness index. These data were compared with onsite observations collected by ORNL scientists, which showed that plants leafed out and flowered earlier in spring and dropped their leaves later in autumn. An extended growing season could affect the carbon cycle as active plants take carbon dioxide from the atmosphere to fuel photosynthesis. Ongoing research will quantify such differences in carbon use. “These SPRUCE results demonstrate the importance of direct experiments for expanding our understanding of peatland carbon cycling processes,” Hanson said.

 

Früher war alles besser? Während der Kleinen Eiszeit wüteten in Frankreich heftige Stürme

Früher war alles besser und wir leben in einer klimatisch besonders gefährlichen Zeit? Diese Sichtweise lässt sich nur aufrechterhalten, wenn man die Klimageschichte komplett ignoriert. Emmanuelle Athimon und Mohamed Maanan haben die Folgen extremer Stürme in Frankreich während der Kleinen Eiszeit zwischen den 14. und 18. Jahrhundert analysiert. Die Forscher interessierte auch, wie sich die Bevölkerung an die Gefahren anpasste. Die Arbeit erschien in Climate of the Past Discussions im Juni 2018 und kann kostenfrei als pdf heruntergeladen werden:

Vulnerability, resilience and adaptation of societies during major extreme storms during the Little Ice Age
This manuscript reviews more than 19691 French historical documents from 14 French archive centers. The results show that 101 extremes storms were recorded including 38 coastal floods. Coastal hazards have forced societies to adapt and develop some specific skills, lifestyles and coping strategies. By analysing the responses of past societies to these hazards, useful ideas may be (re)discovered by today’s communities in order to enhance the ability to adapt and develop resilience. Similarly, a thorough knowledge of past climate hazards may allow our societies to recreate a link with territory, particularly through the (re)construction of an effective memory of these phenomena.

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Welt.de am 3. August 2018:

Experten erfassen dank Niedrigwasser Hungersteine der Elbe
Das extreme Niedrigwasser der Elbe erlaubt die Erfassung sogenannter Hungersteine im sächsischen Teil des Flusses. «Die meisten liegen jetzt frei», sagte Karin Bernhardt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden. Experten der Behörde und der Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden seien derzeit unterwegs, um den aktuellen Stand zu dokumentieren und die Steine via GPS zu verorten. «Sie haben auch ein paar Neue entdeckt.» [...] Der Oberpostaer Hungerstein in der Sächsischen Schweiz hat allein 15 Einträge – von 1707 bis 2015.

Ganzen Beitrag auf welt.de lesen.

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Die größte Motivation in der Klimadiskussion ist immer noch das Geld, schön zu sehen bei den Grünen am 5. August 2018 in der WZ:

Grüne fordern Milliarden-Fonds zur Anpassung an den Klimawandel
Die Hitzewelle mit verdörrten Feldern und Weiden rückt das Thema Klimawandel deutlich wie selten ins Bewusstsein der Menschen. CO2-Sparen alleine reicht nicht mehr, sagen die Grünen: Deutschland muss sich auch anpassen an das, was kommt. Und das wird teuer.

Weiterlesen in der WZ

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Deutsche Wildtier Stiftung am 4. Juli 2018:

Windkraft im Wald: NEIN DANKE
Deutsche Wildtier Stiftung will mit neuem Aufkleber Bürgerproteste unterstützen
Viele Millionen Menschen steckten sich die Anstecker ans T-Shirt oder beklebten die Heckscheiben ihrer Autos mit der Botschaft: “Atomkraft – NEIN DANKE!” Nach dem Reaktorunfall von Fukushima (Japan) im Jahre 2011 wurden in Deutschland diese Aufkleber obsolet, denn die Bundesregierung läutete die sogenannte “Energiewende” ein und propagierte Windkraft als Allheilmittel. “Viel zu häufig wird mit einem Federstrich beim Bau von Wildkraftanlagen gegen das Wohl der Wildtiere entschieden”, kritisiert Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.

Doch der Widerstand der Bürger wächst: Weit über 1000 Bürgerinitiativen kämpfen mittlerweile gegen den Wildwuchs von Windkraftanlagen. “Gerade im Wald kollidieren wirtschaftliche Interessen der Windenergielobby mit dem Natur- und Artenschutz”, sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. In guter alter Protest-Tradition hat die Deutsche Wildtier Stiftung jetzt einen Aufkleber aufgelegt, der verkündet: “Windkraft im Wald – NEIN DANKE”.

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Mainzer Doktorarbeit scheitert an Komplexität der Klimadebatte

Im Mai 2012 promovierte Angelos Schmitt an der Uni Mainz mit dem folgenden Thema:

Zum Stand der aktuellen Diskussion des globalen Klimawandels – Versuch einer kritischen Wertung seiner Ursachen und Folgen sowie von Handlungsweisen im Licht von Wissenschaft und Öffentlichkeit

Das pdf der Doktorarbeit gibt es hier. Die Namen des Doktorvaters, des Dekan und der beiden Gutachter sind “aus Datenschutzgründen” aus dem pdf gelöscht, heißt es. Die Zusammenfassung auf Fraunhofer:

Mittels gründlicher Literaturrecherchen wird dokumentiert, wie Wissenschaft, Medien, Wirtschaft und Staatsregierungen den globalen Klimawandel seit der Industriellen Revolution bewertet haben. Dabei wird der breite wissenschaftliche Konsens über die ausschlaggebende Rolle des Treibhauseffektes dokumentiert. Kontrovers dazu werden aber auch anderslautende Meinungen über “natürliche Faktoren” im Klimasystem aufgezeigt. Bedenken des Verfassers bestehen zur Praktikabilität des Kyoto-Protokolls und zur politischen Anwendbarkeit der IPCC-Berichte, die in der Gefahr stehen, durch ihre nicht ableitbaren Wahrscheinlichkeitsaussagen eine wissenschaftliche Neutralität vermissen zu lassen. Im Blick auf die Klimaschutzpolitik kann Deutschland in der Welt als Vorreiter mit Einschränkungen angesehen werden. Die anwendungsbezogene Klimaforschung wird in Deutschland gefördert, in den USA dagegen die Grundlagenforschung, was mit der Herkunft der Klimaskeptiker einhergeht, die vorwiegend aus dem angloamerikanischen Kulturkreis stammen und kaum aus Deutschland kommen. Dies spiegelt sich als roter Faden in den Forschungsergebnissen verschiedener Medienwissenschaftler wider, wonach die US-Medien im Gegensatz zu deutschen um eine Balance zwischen anthropogenen und natürlichen Ursachen des Klimawandels bemüht sind. Ein in den USA medial präsentierter scheinbarer Dissens der Klimaforschung findet sich als Abbild in heterogenen klimaschutzpolitischen Ausrichtungen der USA auf föderaler und bundesstaatlicher Ebene wieder, wohingegen sich in Deutschland der wissenschaftliche Konsens und die mediale Berichterstattung in einer homogenen Klimaschutzpolitik niederschlagen.

Nun werden wir neugierig: Kontroverse natürliche Klimafaktoren? Herkunft der Klimaskeptiker? Verschweigen der natürlichen Klimafaktoren in der deutschen Presse? Wohl oder übel müssen wir doch in die knapp 400 Seiten starke Doktorarbeit hineinschauen. Auf Seite 77ff der Arbeit (pdf) geht es um die BGR, die vor zehn Jahren einen wichtigen Gegenpol zum PIK-Alarmismus bildete:

U. BERNER und A. HOLLERBACH als Vertreter der sogenannten „Klimaskeptiker“ bemühen sich, eine Korrelation von Sonnenaktivität und Klimawandel als Beweis gegen die Treibhauswirkung von CO2 zu verwenden, was allerdings in dieser Form nicht stichhaltig ist, da die Reaktion des Klimas gegenüber CO2-Änderungen und Sonnenschwankungen jeweils unabhängig voneinander bestimmt werden muss. Eine hohe Empfindlichkeit gegenüber der Sonne korreliert nicht zwangsläufig mit einer geringen Empfindlichkeit gegenüber CO2.

Der BGR-Beitrag kann in der Rückschau nicht hoch genug eingestuft werden (siehe “Pioniere des Klimarealismus: Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe). Wissenschaftshistoriker werden irgendwann untersuchen müssen, wie es Rahmstorf und PIK gelang, diese wichtige Stimme auszuschalten. Angelos Schmitt überrascht mit einer seltsamen Einschätzung, denn eine klimawirksamere Sonne würde in der Tat die CO2-Erwärmungswirkung zwangsläufig erniedrigen. In der Folge sät Schmitt Zweifel an der wissenschaftlichen Eignung der beiden BGR-Forscher, mit fadenscheinigen Begründungen. Im Gegensatz dazu wird Stefan Rahmstorfs Reputation hochgehalten, was angesichts der vielfach aus Fachkreisen geäußerten Kritik an seinen Thesen verwundert (Suchbegriff “Rahmstorf” hier).

Im Weiteren geht es um die klimarealistischen Arbeiten von Jan Veizer, Nir Shaviv und John Christy (S. 80ff). Ein interessates Kapitel “Der Klimaskeptizismus” beginnt auf Seite 289. Darin auch einige gute Aussagen:

Prinzipiell sind sogenannte „Klimaskeptiker“ in der Wissenschaft für die Klimaforschung als nützlich einzustufen, denn sie können einen zusätzlichen Anstoß bieten, eigene Forschungsergebnisse und Ableitungen kritisch zu hinterfragen. In wissenschaftstheoretischer Hinsicht muss stets die Frage aufgeworfen werden, ob das vorhandene Wissen ausreicht, um konkrete politische Folgerungen und Maßnahmen zu legitimieren, zumal nicht jede Maßnahme reversibel ist. Der wissenschaftliche Kenntniserwerb kann immer nur als hypothetisch und nie als absolut betrachtet werden, da er mit Fehlern behaftet sein kann. Der österreichisch-britische Philosoph SIR K. R. POPPER entwickelte 1934 in seiner „Logik der Forschung“ 1934 ein Modell der wissenschaftlichen Wissensbildung, nach dem eine wissenschaftliche Theorie nie verifiziert werden kann, so dass für die Qualitätssicherung einer wissenschaftlichen Theorie nicht die Verifikation, sondern deren Widerlegung bzw. Falsifikation im Vordergrund zu stehen habe.

Auf den Seiten 293-296 werden deutsche Klimaskeptiker aufgelistet und kurz beschrieben. Unter anderem werden Verbandelungen aufgezeigt. Aber auch Stefan Rahmstorfs Zusammenarbeit mit der MunichRe bleibt im Gegenzug nicht unerwähnt. Letztendlich führt dies aber alles zu nichts, denn es sollte bei der Klimadebatte um Inhalte und nicht Personen gehen. Dies scheint Angelos Schmitt auszublenden. Auch kann er keine Lösung für das Problem der Lagerbildung und Denkschulen anbieten. Es ist klar, dass extreme Klimawandel-Ansichten die Bedeutung des Faches in Gesellschaft, Politik und Medien unweigerlich steigern. Karrieren, Fördergelder, Institutsgründungen wurde auf dieser Grundlage gefördert. Es ist auch klar, dass Nestbeschmutzer ernsthafte Konsequenzen zu fürchten haben, seien es Karrierehemmnisse, öfftenliche mediale Verurteilung oder Fördermitteleinbußen. Insofern ist aus den Reihen der offiziellen Klimawissenschaft mit wenig Widerstand gegen den Klimaalarmismus zu rechnen. Auch hier gibt es sehr viele Skeptiker, die aber aus persönlichen Gründen lieber schweigen, um Nachteile zu vermeiden.

Die Klimawissenschaften bestehen aus einer Vielzahl von Einzeldisziplinen. Viele Skeptiker besitzen einen naturwissenschaftlichen Studienabschluss und einen gesunden Menschenverstand. Insofern ist es schon ein starkes Stück, diesen oft promovierten Naturwissenschaftkern die Befähigung zur Teilnahme an der Klimadiskussion abzusprechen. Die Tatsache, dass sie meist nicht hauptberuflich an einem Forschungsinstitut tätig sind, ist vermutlich sogar eher Vorteil als Nachteil. Denn nur so können sie unabhängig von der offiziellen Institutslinie fachlich argumentieren. Die Einschätzung von Angelos Schmitt verkennt diese Situation und geht in die Irre:

Eine Vergegenwärtigung der kurz dargestellten deutschen Klimaskeptiker offenbart, dass es sich hierbei nicht um forschende Klimatologen handelt, sondern um Techniker, Architekten, Physiker, Chemiker, Biologielehrer, Erfinder etc. Das Spektrum der Curricula Vitae der Klimaskeptiker entbehrt einer fachlichen Grundlage und beraubt die vorgenannten Klimaskeptiker dadurch im Vorfeld einer notwendigen Seriosität. In Fachzeitschriften tauchen kaum Beiträge aus dem zuvor beschriebenen Personenkreis auf, stattdessen diffundieren die klimaskeptischen Thesen in den Bildungsbereich hinein.

An dieser Stelle läuft die Doktorarbeit vollends aus dem Ruder. Zu gerne wüssten wir, wer hier Doktorvater und Gutachter waren. Was macht Angelos Schmitt heute? Im Internet verläuft sich seine Spur. Ist oder war er bei WWF, Greenpeace & Co engagiert? Gibt es Verbindungen zum PIK? Fragen über Fragen. Um sachdienliche Hinweise wird gebeten.

 

Keine langfristige Zunahme von Hitzewellen in Nordamerika

Es ist ein eingespieltes Muster: Nach dem Auftreten einer Dürre, Hitzewelle oder Überschwemmung überschlagen sich Journalisten und Klimaalarmisten mit schrillen Warnungen, dass dies ja nur der Anfang sei und man jetzt Gewissheit habe, dass der böse Klimawandel hinter dem Ereignis stecke. Wir haben es diesen Sommer (2018) mit der mitteleuropäischen Hitzewelle wieder miterlebt. Belastbare Statistiken mit der Häufigkeit von Hitzewellen während der letzten 100 und 1000 Jahre bleiben die Akteure in der Regel schuldig.

Wir helfen hier gerne aus und stellen Ihnen neueste Ergebnisse zur Entwicklung der Hitzewellen in Nordamerika vor. Wir beginnen mit einer Frühlings-Hitzewelle in den USA von 2012, die Dole & Hoerling (2014) in einen langjährigen Kontext einordneten. Die Autoren sehen einen rein natürlichen Auslöser der ungewöhnlichen Hitze:

The Making of an Extreme Event: Putting the Pieces Together
We examine how physical factors spanning climate and weather contributed to record warmth over the central and eastern United States in March 2012, when daily temperature anomalies at many locations exceeded 20°C. Over this region, approximately 1°C warming in March temperatures has occurred since 1901. This long-term regional warming is an order of magnitude smaller than temperature anomalies observed during the event, indicating that most of the extreme warmth must be explained by other factors. Several lines of evidence strongly implicate natural variations as the primary cause for the extreme event. The 2012 temperature anomalies had a close analog in an exceptionally warm U.S. March occurring over 100 years earlier, providing observational evidence that an extreme event similar to March 2012 could be produced through natural variability alone. Coupled model forecasts and simulations forced by observed sea surface temperatures (SSTs) show that forcing from anomalous SSTs increased the probability of extreme warm temperatures in March 2012 above that anticipated from the long-term warming trend. In addition, forcing associated with a strong Madden–Julian oscillation further increased the probability for extreme U.S. warmth and provided important additional predictive information on the timing and spatial pattern of temperature anomalies. The results indicate that the superposition of a strong natural variation similar to March 1910 on longterm warming of the magnitude observed would be sufficient to account for the record warm March 2012 U.S. temperatures. We conclude that the extreme warmth over the central and eastern United States in March 2012 resulted primarily from natural climate and weather variability— a substantial fraction of which was predictable.

Auch bei der Sommerhitze lohnt sich ein Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre. Die 1930er Jahre waren in den USA besonders reich an Hitzewellen, wie die offiziellen USHCN-Daten zeigen (z.B. Beiträge von Judith Curry, Steven Goddard, John Christy, Anthony Watts). Die heutige Zeit ist daher nicht extremer als die Vergangenheit, wie auch Kunkel et al. 2014 beschrieben:

Is the monthly temperature climate of the United States becoming more extreme?
A new data set of monthly temperatures, adjusted for detected inhomogeneities, was used to examine whether the monthly temperature climate of the U.S. has become more extreme. During the past two to three decades, there has been a shift toward more frequent very warm months, but less frequent very cold months. Thus, overall the monthly temperature climate has not become more extreme. Midtwentieth century including the 1930s was an earlier period of frequent very warm months, a result of very warm daytime temperatures, while nighttime temperatures were not unusual. Regionally, there is a lack of century‐scale warming in the southeast U.S. annually and in parts of the central U.S. in the summer, characterized by lack of daytime warming while there has been nighttime warming. Compared to the earlier midcentury warm period, recent decades have been more (less) extreme in the summer (winter) in the west while Midwest summers have been less extreme.

Auch sogenannte ‘Flash Droughts’ sind in den USA offenbar auf dem Rückzug, wie Mo & Lettenmaier 2015 zeigen konnten:

Heat wave flash droughts in decline
Flash drought is a term that was popularized during rapidly evolving droughts in the Central U.S. in 2012 that were associated with heat waves. We posit that there are two kinds of flash droughts, and we will focus on heat wave flash droughts, of which the 2012 events were typical. We find, based on an analysis of temperature observations and model‐reconstructed soil moisture (SM) and evapotranspiration from 1916 to 2013, that heat wave flash droughts in the conterminous U.S. (CONUS) are most likely to occur over the Midwest and the Pacific Northwest during the growing season. We also find that the number of such events across the CONUS has been decreasing over the last century but rebounded after 2011. The long‐term downward trends appear to be associated with generally increasing trends in SM resulting from increasing trends in precipitation over the areas where heat wave flash droughts are most likely to occur.

Im Mittleren Westen der USA sind die sommerlichen Extremtemperaturen gesunken, was Mueller et al. 2016 der Landwirtschaft zuschreiben:

Cooling of US Midwest summer temperature extremes from cropland intensification
High temperature extremes during the growing season can reduce agricultural production. At the same time, agricultural practices can modify temperatures by altering the surface energy budget. Here we identify centennial trends towards more favourable growing conditions in the US Midwest, including cooler summer temperature extremes and increased precipitation, and investigate the origins of these shifts. Statistically significant correspondence is found between the cooling pattern and trends in cropland intensification, as well as with trends towards greater irrigated land over a small subset of the domain. Land conversion to cropland, often considered an important influence on historical temperatures, is not significantly associated with cooling. We suggest that agricultural intensification increases the potential for evapotranspiration, leading to cooler temperatures and contributing to increased precipitation. The tendency for greater evapotranspiration on hotter days is consistent with our finding that cooling trends are greatest for the highest temperature percentiles. Temperatures over rainfed croplands show no cooling trend during drought conditions, consistent with evapotranspiration requiring adequate soil moisture, and implying that modern drought events feature greater warming as baseline cooler temperatures revert to historically high extremes.

Leary et al. 2015 wiesen an einem Beispiel aus Florida darauf hin, dass es nicht mal gegenwärtig genug Daten gibt, um eine Hitzewelle genau genug zu beschreiben. Ist das nicht seltsam: Modelle sagen genau voraus, um wieviel Hitzewellen stärker werden, aber die Grundlage heute ist nicht genug bekannt. Zitat aus der Studie:

“  This study highlights challenges in creating a general methodology to identify periods of extreme heat for Florida….For future studies, it is recommended to use a spatio-temporal model to impute missing values, leading to more precise estimates of percentiles and more accurate identification of heat waves.”

Scannell et al. 2016 analysierten Hitzewellen im Nordatlantik und Nordpazifik, sogenannte “marine heatwaves”. Einen allgemeinen Trend konnten sie für die letzten Jahrzehnte nicht feststellen:

Frequency of marine heatwaves in the North Atlantic and North Pacific since 1950
Extreme and large‐scale warming events in the ocean have been dubbed marine heatwaves, and these have been documented in both the Northern and Southern Hemispheres. This paper examines the intensity, duration, and frequency of positive sea surface temperature anomalies in the North Atlantic and North Pacific Oceans over the period 1950–2014 using an objective definition for marine heatwaves based on their probability of occurrence. Small‐area anomalies occur more frequently than large‐area anomalies, and this relationship can be characterized by a power law distribution. The relative frequency of large‐ versus small‐area anomalies, represented by the power law slope parameter, is modulated by basin‐scale modes of natural climate variability and anthropogenic warming. Findings suggest that the probability of marine heatwaves is a trade‐off between size, intensity, and duration and that region specific variability modulates the frequency of these events.

Und hier die dazugehörige Pressemitteilung der University of Washington.

 

Gesteinsverwitterung als wichtige natürliche CO2-Senke

Wir Menschen pusten derzeit große Mengen an CO2 in die Luft, was den CO2-Gehalt der Atmosphäre ansteigen lässt. Aber wie lange bleibt das CO2 eigentlich in der Atmosphäre? Würde man von heute auf morgen den CO2-Ausstoß drastisch reduzieren, wie lange würde es dauern, bis auch die Konzentration in der Atmosphäre zurückgeht?

Um Fragen dieser Art zu beantworten, muss man den Fachzweig der CO2-Senken betrachten. Eine ganz wichtige CO2-Senke stellt die Gesteinsverwitterung dar. Bei der Verwitterung wird CO2 verbraucht, was dann die Atmosphäre entlastet. Bislang hatte man hier vor allem die Verwitterung von Silikatgesteinen im Blick. Im Juli 2018 wies eine Gruppe im Zaihua Liu jedoch darauf hin, dass auch die Karbonatverwitterung eine wichtige CO2-Senke darstellt. Die Arbeit erschien im Fachblatt Earth Science Reviews:

Large and active CO2 uptake by coupled carbonate weathering
Carbonate mineral weathering coupled with aquatic photosynthesis on the continents, herein termed coupled carbonate weathering (CCW), represents a current atmospheric CO2 sink of about 0.5 Pg C/a. Because silicate mineral weathering has been considered the primary geological CO2 sink, CCW’s role in the present carbon cycle has been neglected. However, CCW may be helping to offset anthropogenic atmospheric CO2 increases as carbonate minerals weather more rapidly than silicates. Here we provide an overview of atmospheric CO2 uptake by CCW and its impact on global carbon cycling. This overview shows that CCW is linked to climate and land-use change through changes in the water cycle and water-born carbon fluxes. Projections of future changes in carbon cycling should therefore include CCW as linked to the global water cycle and land-use change.

Bereits 2015 wies das GFZ Potsdam auf die weitegehend klimaunabhängige Konstanz der Verwitterungsraten im Laufe der Erdgeschichte hin:

Konstantes Verwittern

Erstaunliche stabiles Verhalten trotz Eis- und Warmzeiten

Dass Verwitterung mit dem Wetter zu tun hat, geht bereits aus dem Wort hervor. Um so erstaunlicher ist das Forschungsergebnis einer Gruppe von Geowissenschaftlern, die feststellen konnten, dass die Unterschiede in der Verwitterung von Gestein in den letzten zwei Millionen Jahren ziemlich gleichmäßig war, trotz der ausgeprägten Kalt- und Warmzeiten, zwischen denen das Erdklima in diesem langen Zeitraum hin- und herschwankte. In Meeressedimenten, die von den Flüssen der Erde Jahr für Jahr aus der Verwitterung von Silikatgesteinen gespeist werden, stellten die Forscher einen sehr gleichmäßigen Eintrag fest: die Schwankungsbreite der Verwitterungsraten lag unter zehn Prozent.

Die Oberfläche der Erde wird ständig verändert: chemische Reaktionen zwischen Wasser und Gestein lösen Minerale auf, bilden Boden und waschen abgetragene Bestandteile als Sediment in die Ozeane. Dabei wird der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen und in den Ozeane ablagert, womit die Erdtemperatur vor dem Eingriff des Menschen über Millionen Jahre in einem für das menschliche Leben günstigen Bereich gehalten wurde.

Die Wissenschaftler erwarten eigentlich eine hohe Fluktuation zwischen den Verwitterungsraten in Kalt- und Warmzeiten. Messen Geowissenschaftler heute den Transport von verwittertem Gestein in den Flüssen der Erde, so finden sie langsamere Raten in den trockenen und kalten Regionen. In den Kaltzeiten waren die Temperaturen niedriger, die Niederschläge geringer und die Vegetationbedeckung war in vielen Erdregionen weniger dicht als in den Warmzeiten. Also sind die Verwitterungsraten in den Kaltzeiten geringer. Umgekehrt werden in den Warmzeiten beschleunigte Verwitterungsreaktionen durch mehr Niederschlag, höhere Temperaturen, mehr Vegetation und schmelzendes Gletschereis erwartet. „Anstelle dieser durch das Klima gesteuerten unterschiedlichen Verwitterungsraten von Gestein fanden wir eigentlich keine spürbaren Unterschiede in der Gesteinsverwitterung über zwei Millionen Jahre“, stellt der Geochemiker Friedhelm von Blanckenburg vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ als Hauptautor der Studie fest.

Zusammen mit seinem GFZ-Kollegen Julien Bouchez, derzeit am Institut de Physique du Globe de Paris , nutzte er eine moderne geochemische Technik, die seit wenigen Jahren am GFZ eine zentrale Funktion in der Vermessung der Geschwindigkeiten von Erdoberflächenprozessen einnimmt. Man vergleicht die Konzentration von zwei Isotopen des Elementes Beryllium (Be). Das Isotop 9Be wird in Silikatgesteinen auf der Erde gefunden; 10Be hingegen ist ein sehr seltenes radioaktives Isotop, dass durch kosmische Strahlung in der Atmosphäre erzeugt wird. von Blanckenburg: “10Be ist wie eine Uhr. Es regnet auf die Kontinente und Ozeane in mehr oder weniger konstanter Geschwindigkeit. 9Be hingegen zeigt, wieviel gelöstes Gestein von den Kontinenten in die Ozeane gewaschen wird.“

Durch die Bestimmung des Verhältnisses von 10Be zu 9Be in Sedimentschichten des Meeres konnte die vergangene Verwitterung für die letzten zwei Millionen Jahre rekonstruiert werden, mit dem überraschenden Resultat, dass es kaum Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeiten gab.

Nun berechneten die Wissenschaftler Kate Maher und Dan Ibarra von der Stanford University (USA) aus Klimamodellen den Wasserabfluss der größten Flüsse der Erde für die letzte Kaltzeit und speisten die Daten in ein mathematisches Verwitterungsmodell ein. Das Resultat war dasselbe. „Weil der globale Wasserabfluss stark von den großen tropischen Flüssen gesteuert werden, deren Wassermengen sich zwischen Warm- und Kaltzeiten kaum geändert haben, hat sich auch die globale Gesteinsverwitterung kaum geändert“, sagt von Blanckenburg.

Trotz dieser Erklärung bleiben Fragen offen: Warum hatte das Schmelzen der Gletscher und der Eintrag großer Mengen an abgemahlenem Gestein am Ende der Kaltzeiten keinen Einfluss, und warum sehen wir nicht den Einfluss der global veränderten Vegetation auf die Verwitterung?

Friedhelm von Blanckenburg, Julien Bouchez, Daniel E. Ibarra, Kate Maher: „Stable runoff and weathering fluxes into the oceans over Quaternary climate cycles”, Nature Geoscience, Advance online Publication, 08.06.2015, DOI: 10.1038/ngeo2452

https://web.archive.org/web/20160102024730/http://www.gfz-potsdam.de/pressemitteilungen/article/konstantes-verwittern/

 

Die Sonne im Juli 2018 und ein heißer Sommer

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Der Stern der Erde war (Sie ahnen, was kommt…) auch im Juli sehr unterdurchschnittlich aktiv. Die festgestellte SunSpotNumber (SSN) betrug ganze 1,6. Nur an 4 Tagen des Monats erschien überhaupt ein Fleck und zwar ausschließlich auf der Nordhemisphäre der Sonne, wenngleich (typisch für diese Zyklusphase des Minimums) alle sehr Sonnenäquator-nah.  Es war der Monat 116 im Zyklus 24, der seit Dezember 2008 gezählt wird. Rein rechnerisch bleiben noch etwa 1 ¼ Jahr bis zu seinem Ende, dann sind 11 Jahre um.

 

Abb.1: Der Verlauf des SC (für solar Cycle)  24 (rot) im Vergleich zu einem mittleren Zyklus, der aus den monatlichen Daten aller bisher systematisch beobachteten Zyklen ermittelt wurde (blau) und dem seit Jahren recht ähnlichen SC5 (schwarz).

 

Inzwischen hat sich auch die mediale Aufregung über ein „viel zu frühes Minimum“ gelegt, wie so häufig in dieser Materie eine  völlig grundlose und kurzlebige Hysterieblase. Im Vergleich zu den anderen Zyklen ergibt sich kaum noch viel Änderung in diesen Monaten:

Abb.2: Der Aktivitätsvergleich der Zyklen 1…24 untereinander. Die Werte entstehen, wenn man die monatlichen Abweichungen zwischen den dokumentierten und dem mittleren Monatswert (blau in Abb.1) über die Länge des Zyklus aufsummiert, diesmal also bis zum jeweiligen Zyklusmonat 116.

 

Deutlich zeichnet sich das Dalton- Minimum ( SC 5,6,7) ab, danach gab es gleich 4 Zyklen mit höherer Aktivität bis 1878, dann 5 Zyklen mit unterdurchschnittlicher Aktivität bis 1933 und danach schließlich 7 Zyklen bis 2008 mit erhöhter Sonnenaktivität. Den letzten Zyklus begleiteten wir hier seit 2012 monatsgenau und sehr wahrscheinlich wird auch der kommende Zyklus 25 wieder einer, der im Diagramm oben negative Anomalien ansammeln wird. Die polaren solaren Felder sind nun im Minimum sehr aussagekräftig und die deuten auf einen etwas kräftigeren Zyklus als SC24 hin, jedoch bei weitem schwächer als der vorletzte Zyklus Nummer 23. Der schwache Sonnenwind hat zur Folge, dass die Strahlungsbelastung durch die galaktische Strahlung ansteigt, wir hatten darüber im Frühjahr berichtet. Es gibt neue Daten:

 

Abb. 3: Die gemessene Strahlung in der Stratosphäre. Sie hat gegenüber dem Sonnenzyklus- Maximum um 18% zugenommen inzwischen. Quelle.

 

Bitte lassen Sie sich nicht in Angst versetzten wenn Sie ab und zu ein Flugzeug benutzen. In Reisehöhe bekommen sie zwar 10 mal mehr Strahlung ab als am Boden, dies muss man aber als über die Zeit wirkend sehen.  Ein Hin-und Rückflug in die USA belastet mit etwa 0,1 mSv (milli Sievert). Zum Vergleich:  die Belastung im Umfeld eines Kernkraftwerkes  belief sich auf deutlich weniger als 0,01 mSv. Die Belastungen in Fukushima betragen  heute etwa 0,15 mSv. Die natürliche Belastung der Bevölkerung in Deutschland  beträgt 2-3 mSv.  Ein paar Stunden im Flugzeug bedeuten also praktisch keine deutlich erhöhte Gefahr.

 

Ein heißer Sommer

Nun, da der Hochsommer wohl vorbei ist, können wir eine Rückschau halten auf das, was uns „klimatisch“ da angeboten wurde. In Deutschland und Nordeuropa  gab es recht hohe Temperaturen und vor allem große Trockenheit. „Halt!“ werden Sie rufen, das ist Wetter oder Witterung, und Recht haben Sie! Aber es wird wohl jedes Wetter als „Beweis“ einer Klimaveränderung instrumentalisiert.  Wir hörten: Die ganze Nordhalbkugel läuft heiß in diesem Sommer!  Fragt man hierzu die nackten Zahlen so wird deutlich, dass es gegenüber dem langjährigen Mittel  zu Beginn des Jahres um bis zu 3,5 zehntel Grad wärmer war als im Juli. Im Jahre 2015 war es im Juli auf der Nordhalbkugel übrigens auch wärmer, genau so war es in 2016 und 2017. „In 17 Jahren Wettervorhersage habe ich so etwas noch nicht erlebt.“ echauffiert sich ein Meteorologe vom ZDF unter der Überschrift:“ Die Nordhalbkugel ist überall zugleich heiß.“ Und ein PIK- Folgenforscher macht fleißig mit und fabuliert über den Jetstream. Hier kann man sich nur noch die Augen reiben!

Gut, werden Sie sagen, das ist Boulevard- Journalismus. Da haben Sie aber die Rechnung ohne bestimmte Vertreter der Klimawissenschaft gemacht. Am 6. August wurde der ahnungslose Radiohörer mit einer Schreckensmeldung beim Frühstück überrumpelt als Aufmacher der Nachrichten: Es wird vor der totalen Klimakatstrophe gewarnt! Die deutschsprachigen Texte in den Gazetten gehen weitgehend auf diese Pressemitteilung zurück. Was hat es damit auf sich? Es geht um eine Arbeit in PNAS ( Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America) , wir erwähnten sie hier bereits im Zusammenhang mit Fragen zum Gutachtersystem da. Sie wurde am 19. Juni eingereicht und am 6.Juli nach nur 2 Wochen akzeptiert, es könnte in dieser Beziehung ein neuer Sprintrekord zwischen Einreichung und Annahme sein, und selbstverständlich war das Futter für die Presse schon lange vorbereitet.

Die Autoren entwerfen ein Szenario, in dem bestimmte „Kippelemente“ (englisch: „Tipping Points“) nacheinander losgetreten werden und wie bei fallenden Dominosteinen in einer „Kaskade“ das Klima der Erde in neue, dann stabile, unentrinnbare heiße Gleichgewichte treiben. Für den Menschen: „over and out, doom and gloom“. Es gibt dazu nette Abbildungen wie diese:

Abb.4: Das Klima der Erde über die Zeit. Die Erde hat sich nach der letzten Eiszeit (hinten) weiterentwickelt  zum „Anthropocene“ hin.  Dieser Begriff ist keine offizielle Bezeichnung  für ein Erdzeitalter. Sie steht jetzt am Scheideweg hin zu einer „stabilisierten Erde“ oder sie gleitet unabwendbar ab ins gefräßige rote Loch mit dem Ereignishorizont „planetare Schwelle“. Zu vermeiden geht das nur durch eine „Erdsystemverwaltung“. James Bonds Gegenspieler mit Weltherrschaftsgelüsten lassen grüßen? Quelle: Fig.2 aus Steffen et.al (2018)

 

Ein solches Szenario wäre, so das Papier, auch nicht auszuschließen, wenn das 2- Gradziel für 2100 erreicht werden wird. Das sind steile Thesen und der Leser ist gespannt auf Berechnungen, Softwarecodes,  Wahrscheinlichkeits-und Fehlerbetrachtungen, die sie begründen. Er findet: Nichts von alle dem. So schreibt denn auch der studierte Geologe und Journalist Axel Bojanowski: „ Es ist keine Studie / Wissenschaftlich gibt es nichts Neues“ . Keine Studie bei PNAS?? Auch Klimawissenschaftler sind eher distanziert. Richard Betts von der Universität in Exeter warnt, man solle die Widersprüche nicht ignorieren und bekräftigt, dass das Papier nichts Neues enthält und beklagt seine übergroße mediale Aufmerksamkeit. Das ist ein wenig halbherzig, denn wir hatten gezeigt, dass z.B. das PIK  die Pressemitteilung  so verfasste, dass es nur diese Alarm-  Reaktion der Medien geben konnte.

Wir suchen nochmals in der Arbeit. Dort ist die Rede von „Kippelementen“. Wie entstand dieser Begriff im Zusammenhang mit dem Klima der Erde? Wir werden fündig in dieser Arbeit. Sie legt dar, dass der Mitautor von Steffen et.al (2018) ,der altbekannte ex- PIK Chef Hans- Joachim Schellnhuber die Formulierung „Tipping Point“ im Klimazusammenhang erstmals 2004 benutzte, und zwar nicht etwa in einem wissenschaftlichen Artikel sondern gegenüber einem BBC- Reporter. Vorher wurde sie populär als Titel eines Buches des Bestsellerautors Malcolm Gladwell, es erschien im Jahre 2000.

Es fehlt bis heute jeder Nachweis der Existenz eines „Tipping Point“ im Klima. Es ist weiter nichts als Spekulation, wenn man so will: Science Fiction oder Hokus-Pokus, wie man  alles seitens der Wissenschaft nennt, für das es  keinen Daseinsbeweis gibt. Der Gebrauch der Formulierung wurde folgerichtig schon bald nach der Verbreitung in der Wissenschaft stark kritisiert, als alarmistisch. Sie gehört in Romane, wo sie entstand. Und jetzt wirken in einer Science Fiction  -Arbeit gleich ganze Kaskaden von „Tipping Points“, die die Erde ins rote Loch treiben! Machen Sie sich Ihr eigenes Bild über die Seriösität dieser „whole in one-Studie“ und ihrer Protagonisten! Wir bleiben lieber bei Zahlen und nachvollziehbaren Fakten. Schon längere Zeit hat der Chef des „Goddard Institute for Space Studies“ (GISS) diese Darstellung als Top- Bild seines Twitter accounts:

Abb. 5: Gavin Schmidts Wiedergabe der Temperaturentwicklung der Modelle und Beobachtungen mit der Erklärung: “Claims of a substantial gap between model projections and observed temperatures are not true (2017 update edition).“ Quelle

 

Das wollen wir uns genauer ansehen.  Die Grafik lebt vom Ausreißer des El Nino in 2016-17. Fügt man den zu erwartenden Rückgang in 2018 auf das Niveau von 2014-2015 hinzu, würde  die Diskrepanz zwischen Modell und Beobachtung augenscheinlicher. Doch in der Klimawissenschaft geht es nicht um solche kurzfristigen Betrachtungen. Sie arbeitet mit Trends, mindestens der Länge von 30 Jahren. Wir stellen sie jeweils bis 2018 dar, wir benutzen die neuesten Daten: die Mittelwerte der Monate Januar bis Juli für alle Jahre seit 1960.

Einmal verwenden wir die Reihe des Hauses GISS, die Gavin Schmidt geläufig sein sollte, und die allerneuesten Modelle, indem wir das Modellmittel („model mean“) der CMIP5-Modelle verarbeiten. Wir gehen ebenso vor wie bei GISS und schauen immer auf die Mittelwerte Jan.-Juli. Wir berücksichtigen auch, dass die Modelle für Land und Wasser im Verhältnis 30%:70% gemischt (blended) werden müssen, damit sie mit den Beobachtungen fair verglichen werden können. Das Ergebnis:

Abb.6: Die Trendsteigungen  der Jahre auf der Abszisse jeweils bis 2018. Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts sehen die Modelle im Mittel einen höheren Anstieg der globalen Temperaturen voraus als tatsächlich beobachtet wird und die Schere öffnet sich beständig weiter.

 

Der letzte Trend (1989-2018 einschließlich) ist 31% steiler in der Modellwelt als beobachtet. Das ist konsistent zu den Aussagen in Lewis/Curry (2018) , wir hatten hier darüber berichtet. Und die beobachteten Trends beinhalten noch den letzten ElNino (2016) fast am Ende der erfassten Zeitspanne (vgl. Abb.5 die rote Linie) , was die Trendsteigung  durch natürliche Fluktuationen nach oben hin verfälscht. Er beinhaltet auch den ach so rekordwarmen Juli 2018.

Die Modelle zeigen zu viel Erwärmung, sie sind zu empfindlich auf die Treibhausgaserwärmung. Die modellierte Kompensation durch die abkühlende Wirkung von Aerosolen funktioniert zunehmend schlechter, wie Abb. 6 deutlich zeigt. Wir bringen Sie demnächst zu diesen Fragen detailliert auf den Stand der Dinge. Bis dahin schauen Sie vielleicht schon einmal, was wir im letzten Jahr dazu berichteten. Lassen Sie sich also nicht ins Bockshorn jagen durch Klimaprosa (im englischsprachigen Raum gibt es den bildhaften Begriff „Climate Porn“ dafür) über rote Löcher und „Nordhalbkugelheizer“ und bleiben Sie auch in einem heißen Sommer kühl im Kopf!

 

Dürre in Kapstadt: Sündenbock Klimawandel zieht nicht

Die Windkraft ist in den letzten Jahren vom Land aufs Meer gewandert, wo es weniger Störpotential für Anwohner gibt. Offshore Wind ist aber auch um etliches teurer als Windkraftanlagen an Land. Wie jede Industrieanalage, haben auch Offshore-Windfarmen eine Lebensdauer. Irgendwann wird es notwendig sein, die Anlagen wieder abzubauen. Und auch das ist ein wichtiger Kostenfaktor, den die Betreiber einplanen müssen. Das britische Behörde ‘Department for Business, Energy & Industrial Strategy’ (BEIS) hat in einem Bericht (pdf hier) nun Kostenabschätzungen für einen solchen Offshore-Wind-Rückbau vorgelegt. Für 37 Ablagen rechnen die Beamten mit bis zu dreieinhalb Milliarden Pfund Rückbaukosten, wobei die Unsicherheiten jedoch noch groß sind:

The cost model has been used to estimate a range of decommissioning costs for 37 [Offshore Wind Farms] at various stages of development (either operating, in construction or pre-construction). The total estimated decommissioning cost is £1.28bn to £3.64bn…

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Das Geomar berichtete am 17. Juli 2018 über eine neue Initiative, zum Aufbau eines digitalen Erddatensatzes:

Datenflut über unsere Erde

Neues Projekt „Digital Earth“ soll Ordnung in Forschungsdaten bringen

Jeden Tag werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unzählige Daten über den Zustand unseres Planeten erhoben – ob aus Atmosphäre, Ozean oder von Land. Die Verarbeitung der so erzeugten großen, heterogenen Datenmengen stößt jedoch an ihre Grenzen. Mit dem vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierten Verbundprojekt „Digital Earth“ sollen neue Methoden entwickelt werden, um die Daten aus atmosphärischer-, Ozean- und terrestrischer Forschung zusammenzuführen und effizienter zu nutzen. Das Projekt wird von der Helmholtz-Gemeinschaft mit fünf Millionen Euro über drei Jahre finanziert.

Das „System Erde“ ist komplex: Atmosphäre, Ozean, Landoberflächen, alles hängt miteinander zusammen. Natürliche Klimaschwankungen auf unterschiedlichen Zeitskalen sind ein Resultat, aber auch der globale Wandel durch Änderungen von Treibhausgasemissionen oder der Landnutzung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen versuchen dieses komplexe Zusammenspiel besser zu verstehen und erheben Daten. Doch sind Informationen aus verschiedensten Bereichen notwendig, die oft nur schwer verfügbar sind oder über deren Existenz die Forschenden gar keine Kenntnis haben. Im Rahmen eines großen Verbundprojektes im Forschungsbereich „Erde und Umwelt“ der Helmholtz-Gemeinschaft soll nun eine bessere Integration der Daten erreicht werden.

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Eine Königspinguinkolonie ist geschrumpft, was Alarmisten gleich als Zeichen des Klimawandels deuteten. Schaut man jedoch die Gesamtheit aller Pinguinkolonien an, so entpuppt sich der Rückgang schnell als Ausreißer. In den meisten anderen Gebieten sind die Populationen gewachsen. Benny Peiser von der GWPF hat die Fakten zusammengetragen.

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Am 6. Juli 2018 geschah etwas ganz Eigenartiges. Im ansonsten von Klimaalarm triefenden Fachblatt Nature, konnte man einen erfrischend ausgewogenen und überzeugenden Beitrag von Mike Muller lesen. Darin analysiert er die kürzlichen Dürrejahre in Kapstadt, ihre Ursachen und das lokale Wassermanagement. Muller weist zunächst darauf hin, dass es stets Serien mit mehreren aufeinanderfolgenden Dürrejahren gegeben hat, z.B. in den späten 1930er Jahren. Insofern ist die Schutzbehauptung, der Klimawandel hätte die Stadt überrascht, nicht stichhaltig. Vielmehr hat man den Staudammbau vernachlässigt, was angesichts der wachsenden Bevölkerung und des starken Wasserbedarfs der Weinbauern dringend notwendig gewesen wäre. Auszüge:

Cape Town’s drought: don’t blame climate change
People, politics and poor planning are behind most urban water shortages, argues Mike Muller. [...] Cape Town’s problems are due in large part to a turn away from management based on science and risk assessment towards a more populist approach. [...] Three consecutive dry years have occurred before, in the late 1930s and from 1970. Three dry years in 2002, 2003 and 2005 were fortunately interrupted by a wet 2004. These risks were reflected in the hydrological models. But Cape Town’s leaders did not comprehend the social and financial implications of their decisions. [...] Cape Town’s decision-makers have tried to shift the blame, with climate change an obvious target. Helen Zille, premier of the Western Cape, wrote last October that “the impact of climate change is probably the reason that climate cycles have become so unpredictable”. Yet there is little evidence of a departure from normal variability in the catchments. Although data from outside sites are cited to support climate-change theories, it was the three-year sequence of dry years that proved devastating. [...]

Ganzen Beitrag auf nature.com lesen

 

Mittelalterliche Klimaanomalie und Kleine Eiszeit in Brasilien

Pressemitteilung der Fundação de Amparo à Pesquisa do Estado de São Paulo vom 25. Juli 2018:

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Research portrays 2,000 years of rainfall history in Brazil

Between approximately 1500 and 1850, Europe was immersed in the Little Ice Age (LIA), a period when mean temperatures in the northern hemisphere were considerably lower than at present. Hitherto, the effects of colder temperatures in the global north on the climate of South America have been poorly understood, but a new study shows that in the seventeenth and eighteenth centuries, the climate of southwestern Brazil was wetter than it is now, for example, while that of the country’s Northeast region was drier. The study was based on an analysis of speleothems (cave formations) in the Brazilian states of Mato Grosso do Sul and Goiás. The same Brazilian cave records showed that the climate was drier in Brazil between 900 and 1100, during a period known as the Medieval Climate Anomaly (MCA), when the northern hemisphere’s climate was warmer than it is now. This finding is one of the first pieces of evidence to point to a correlation between climate change during the LIA and MCA in the northern hemisphere and changes in South American rainfall patterns.

The study has been published in Geophysical Research Journal by physicist Valdir Felipe Novello and geologist Francisco William Cruz, researchers at the University of São Paulo’s Geoscience Institute (IGC-USP), in collaboration with colleagues in Brazil, the United States and China. The study was part of the ongoing project “Climate research education in the Americas using tree-ring speleothem examples: PIRE-CREATE”, which was supported by FAPESP under an agreement with the US National Science Foundation (NSF) via NSF’s Partnerships for International Research and Education (PIRE) Program.

“We worked with various time scales,” Cruz said. “Most studies focus on the paleoclimate tens or hundreds of thousands of years ago. In our new study we investigated climate change in the last two millennia.” “There’s abundant evidence that the climate in the northern hemisphere was colder during the LIA,” said Novello, first author of the article. The evidence is historiographical and cultural, such as written accounts and paintings showing icy weather in seventeenth-century Europe, for example. Other evidence includes records of gas trapped for centuries in Greenland’s glaciers, isotopes preserved in lake bottom silt and clay, and analysis of tree rings.

“The problem we face when researching paleoclimates in the southern hemisphere is lack of historical and cultural data. In the Middle Ages, before the European Age of Discovery, neither the Incas nor the other indigenous peoples had writing systems. The same is true of African tribes and Australian Aboriginals,” Novello said. “Furthermore, there are no glaciers in the tropics except at the top of the Andes. So we need other methods of analysis to discover what South America’s climate was like in the past. In Professor Cruz’s group, we travel throughout Brazil collecting samples of cave rocks. The composition of oxygen isotopes in the calcium carbonate deposited over centuries and millennia to form speleothems [stalagmites and stalactites] shows whether the climate was drier or wetter in the past.”

Dry and wet season isotopes 

Novello detected dry and wet periods in the Brazilian paleoclimate by analyzing the oxygen isotopes in calcium carbonate molecules found in speleothems. Isotopes are variants of a chemical element. While all isotopes of any element have the same number of protons in each atom, different isotopes have different numbers of neutrons. For example, oxygen 16 (16O) has eight protons and eight neutrons, while oxygen 18 (18O) has eight protons and ten neutrons. “In nature there is approximately one atom of oxygen 18 for every 1,000 atoms of oxygen 16,” Novello explained. 18O is heavier than 16O, so when it starts to rain, water molecules with 18O precipitate first.

As a result, the amount of 16O in the rain cloud rises relative to the amount of 18O, which necessarily decreases since most of the original 18O precipitates as rain. “When it rains heavily, the rain’s isotope profile changes,” Novello said. To determine how changes in past rainfall regimes can be measured, Novello and Cruz analyzed records of the 16O/18O ratio preserved in speleothem calcium carbonate. Caves form during long rainy periods in regions of karst, a type of landscape comprising carbonatic rocks such as limestone. Rainwater comes into contact with carbon gas (CO2) dissolved in the air and soil. The result of this chemical reaction is slightly acidic water, which penetrates the soil until it reaches underground calcareous rock.

Calcareous rock is insoluble in water with neutral pH but dissolves in the presence of acidic water (which has a moderately low pH), leading to the formation of the natural underground voids we call caves. The researchers explained that speleothems form when calcium carbonate-loaded rainwater that has penetrated the soil reaches the cave’s roof. Slow continuous dripping over thousands of years precipitates the calcium carbonate dissolved in each drop in the form of speleothems, as stalactites suspended from the roof of the cave and as stalagmites rising from the floor.

Any calcium carbonate precipitating from the roof is deposited on the floor in layers that build up to form stalagmites. Speleothems preserve the isotope signature of the oxygen in the rain that fell at the time when each layer of calcium carbonate was deposited. “By analyzing the oxygen isotopes in speleothem calcium carbonate to find the 16O/18O ratio, we can infer whether the climate was relatively dry (more 18O) or wet (less 18O) when each layer of limestone was deposited,” Novello said. “So, in a region with heavy rainfall, for example, you tend to find speleothems with sequences of layers containing less 18O. Conversely, in regions with a dry climate, the small amount of rainfall contains more 18O. When this water penetrates the soil and dissolves calcium carbonate, it ends up creating speleothems with a relatively high level of 18O.”

Rock dating and isotope analysis

Novello collected rock samples from two stalagmites in Jaraguá Cave, near Bonito, Mato Grosso do Sul, and from stalagmites in São Bernardo Cave and São Mateus Cave, located in Terra Ronca State Park, Goiás. Two samples from two different stalagmites were collected in Jaraguá Cave. One is 13 cm long and, according to uranium-thorium dating, grew continuously for 800 years, between 1190 and 2000, a period that included the LIA. The other sample is 28 cm long and grew continuously in 442-1451, a period that included the MCA. In Goiás, Novello collected a 37 cm rock sample from São Bernardo Cave covering the period 1123-2010, which included the LIA. São Mateus Cave yielded a 17 cm sample dated to the period 264-1201, which included the MCA.

The 18O profile of the samples from Jaraguá Cave displayed declining levels of oxygen in the period 400-1400, suggesting a moderately wet climate in central Brazil during the period (which included the MCA in the northern hemisphere). Levels of 18O in the samples from Jaraguá Cave fell between 1400 and 1770, reflecting a rise in moisture during the period (which included the LIA in the northern hemisphere), but rose between 1770 and 1950, in line with falling moisture.

A similar analysis of the samples from São Bernardo Cave and São Mateus Cave in Goiás did not show any clear trend, but there were a number of long wet periods, mainly 680-780 and 1290-1350, with spikes in 1050, 1175 and 1490. On the other hand, the wet period documented by the record from the Jaraguá Cave during the LIA in 1500-1850 is consistent with the wet conditions favored by passage of the South Atlantic Convergence Zone (SACZ), a large cloud system with a northwest-southeast orientation that extends from southern Amazonia to the central South Atlantic in the summer.

“The SACZ is the cloud mass responsible for the long periods of rain that occur in Brazil’s Southeast region. The isotopes tell the full story of this wet mass and its movement across the continent,” Novello said. “As anyone familiar with São Paulo knows, it often rains there for five days nonstop,” Cruz explained. “This happens whenever the SACZ remains stalled over the area. The severe drought we had in 2014 was due to nonformation of the SACZ that year.” In a previous study using isotope records from caves in Brazil’s Northeast region (at Iraquara, Bahia), Novello had inferred that a drier climate prevailed during the LIA in that region, which is outside the SACZ.

“The data from speleothems in Bonito, associated with known paleoclimate data from Peru, show that during the LIA, the SACZ more frequently stalled further to the southwest over an area that extends from Peru to São Paulo via Mato Grosso do Sul,” he said. “On the other hand, the data from the caves in Goiás and Iraquara suggest the SACZ didn’t reach Goiás, Bahia and the Northeast during the LIA, but stayed put over the Southeast. As a result, the Northeast became drier.” Although the records from the two caves in Goiás (and three other caves) showed no significant change in the average proportion of 18O during the periods that included the MCA and LIA, they did point to strong variability on a multidecadal to centennial timescale during the period of transition from the MCA to the LIA (1100-1500).

In summary, the speleothem records investigated by Novello and Cruz show that during the MCA period, when the northern hemisphere was warmer, the climate in Brazil was drier, while during the LIA in the northern hemisphere, the climate was wetter in southwestern Brazil and drier in central Brazil and the country’s Northeast region. “When we compared our data with other isotopic data for South America, we detected other drier periods in the past. Rainfall was not evenly distributed in the past 1,600 years,” Cruz said.

Convergence zones

“There’s coherence between climate changes in South America and the climate data for the northern hemisphere,” Cruz said. “Earth’s climate is entirely interconnected. If there are anomalies in high-latitude regions, this will be reflected in the tropics.” “When we look at the paleoclimate data for the period corresponding to the LIA, we see more cold in South America, but the rainfall patterns changed,” Novello said. From this information, it can be concluded that if the climate grows colder in the northern hemisphere, it rains more in the southern hemisphere. The moisture convergence ends up moving south. Conversely, when the climate warms up in the northern hemisphere, it rains less in the southern hemisphere.

“In the equatorial regions, there’s a belt of cloud called the Inter Tropical Convergence Zone. Its location corresponds to the area where the ocean surface is warmer. This warmer region creates a low-pressure zone to which all the moisture converges, and so more rain falls.” During the LIA, when the difference between the cooler climate in the northern hemisphere and the warmer climate in the southern hemisphere was greater, the winds that converged from the northern hemisphere to the Inter Tropical Convergence Zone (ITCZ) carried more moisture than they do now. This greater moisture contributed to an increase in the volume of cloud in the ITCZ, which advanced east-west over the equator from the Atlantic to the Amazon, where it began raining torrentially. This was when all the 18O contained in the clouds precipitated.

“The cooling of the North Atlantic during the LIA intensified the northeast trade winds, which favored the transport of moisture to the Amazon. This is the opposite of what happens in years when the northeast trade winds are less intense: they tend to be drier years,” Cruz said. Once the cloud masses in the ITCZ reach the Amazon, they contribute moisture that is richer in 16O to the SACZ, which advances along a northwest-southeast axis, crossing Brazil toward the South Atlantic. When the clouds are saturated with moisture, it rains heavily along the path of the SACZ. This rain contains higher levels of 16O. The extra amount of this isotope is recorded by speleothems. During the MCA, the northern hemisphere’s warmer climate formed a low-pressure zone to which wet winds converged from the South Atlantic. “The ITCZ moved further north. All of South America became drier,” Cruz said.

The article “Two millennia of South Atlantic Convergence Zone variability reconstructed from isotopic proxies” (https://doi.org/10.1029/2017GL076838) by V. F. Novello, F. W. Cruz, J. S. Moquet, M. Vuille, M. S. de Paula, D. Nunes, R. L. Edwards, H. Cheng, I. Karmann, G. Utida, N. M. Stríkis and J. L. P. S. Campos can be retrieved from agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1029/2017GL076838.

 

Sibirische Winter sind in den letzten Jahrzehnten immer kälter geworden

In Stanford gibt es viele Unterstützer des Klimakatastrophengedankens. Daher wundert es nicht, dass von der dort ansässigen Uni jetzt eine Studie im Alarmblatt nature climate change erschien, in der mathematisch berechnet wird, wie sich eine Temperatursteigerung auf Selbstmordraten auswirkt. Die Forscher wollen dabei eine positive Korrelation gefunden haben, je heißer, desto mehr Selbsttötungen. Auch in den Social Media wollen sie einen erhöhten Anteil agressiver Sprache an wärmeren Tagen entdeckt haben. Wer sich den Artikel antun möchte, hier gehts zur Climate Horror Picture Show.

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Das Thema ‘Fake News’ beschäftigt die Medien. Alfred Brandenberger hat eine gute Übersicht über Fake News aus dem Bereich des Klimawandels zusammengetragen. Bitte hier schauen.

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Spiegel Online am 13. August 2018:

Karl-Erivan Haub Suche nach verschollenem Tengelmann-Chef verzögert sich
Seit Monaten wird Karl-Erivan Haub in den Alpen bei Zermatt vermisst. Eine neue Suche nach dem Tengelmann-Chef wird sich wohl bis mindestens Ende September verschieben -
weil zu viel Schnee liegt. In anderen Jahren wäre eine gezielte Suche schon jetzt oder Ende August möglich gewesen – weil es im vergangenen Winter aber in den Schweizer Alpen so heftig geschneit hat, könnte sich eine neue Suche nach Karl-Erivan Haub bis Ende September oder Oktober verzögern. Oberhalb von Zermatt liege der Schnee am Matterhorn weiterhin meterdick, sagte der Rettungschef von Zermatt, Anjan Truffer.

Weiterlesen auf Spiegel Online

Wie passt das eigentlich mit der Klimaerwärmung und dem Hitzesommer zusammen? Leute aufgepasst: Die besonders geringe Sonnenaktivität erhöht die Wahrscheinlichkeit einer aufziehenden globalen Abkühlung. Eine Situation, die es zu unseren Lebzeiten noch nie gegeben hat.

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Ende 2017 wurde von den Medien ein halbtoter Eisbär zu klimaalarmistischen Zwecken instrumentalisiert. Nun hat sogar National Geograohic bemerkt, dass dies kräftig in die Hose ging und hat einen Widerruf veröffentlicht:

Starving-Polar-Bear Photographer Recalls What Went Wrong
Editor’s Note: National Geographic went too far in drawing a definitive connection between climate change and a particular starving polar bear in the opening caption of our December 2017 video about the animal. We said, “This is what climate change looks like.” While science has established that there is a strong connection between melting sea ice and polar bears dying off, there is no way to know for certain why this bear was on the verge of death. Above is an updated version of the video.

Weiterlesen auf National Geographic. Siehe auch Bericht auf WUWT.

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Eos wies am 26. Juli 2018 auf eine mysteriöse Abkühlung Sibiriens hin:

Why Are Siberian Temperatures Plummeting While the Arctic Warms?
Climate change is warming the Arctic and melting sea ice, yet Siberia has experienced significantly colder and harsher winters for the past few decades. A study published yesterday in Science Advances shows that interactions between melting regional sea ice and the stratosphere—an atmospheric layer spanning about 10–50 kilometers above Earth’s surface—play a key role in creating these frigid winter conditions.

Weiterlesen auf Eos

 

Leuchtfeuer in der Dunkelheit schwammigen Denkens

Vor kurzem erhielten wir die folgende Leserzuschrift:

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Der Klima-Laie

In Sachen Klimaforschung konnte ich bislang nicht mitreden. Eines jedoch habe ich gelernt, nämlich zunächst jenen gut zuzuhören, die da reden und genau erkennen, was sie zeigen. Und vor allem: wie sie es zeigen.

Und genau da ist – wie übrigens in anderen Fachgebieten auch – viel Schrott zu erkennen. Schlimmer noch, in Sachen Klima ist es ein wertloser Schrott, der da auf abgefahrenen Geleisen bloss hin- und hergefahren wird.

Erfischend ist deshalb die umfassende Studie (Die kalte Sonne) von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt und Dr. Sebastian Lüning, die wissenschaftlich korrekt bis hin zur Konklusion zeigen, auf was wir achten sollen, wenn es um das Klima geht. Eigentlich ist dies eine Doktorarbeit, die eines summa cum laude würdig ist. Zusammen mit der aktuellen, unvoreingenommen Berichterstattung inkl. zahlreicher Querverweise in der Internet-Seite diekaltesonne.de der Autoren et al. ist dies ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit schwammigen Denkens.

Ich habe viel gelernt.

Es grüsst Sie mit Dank und Respekt

George Clement

Wenn Wissenschaftler den politischen oder wirtschaftlichen Interessen ihrer Epoche zu dienen

Seit Bonaparte in Ägypten 1798 die Dienste von Wissenschaftlern in Anspruch genommen hat, um seine Proklamation an die Ägypter zu schreiben und sich als ihr Befreier feiern zu lassen, gerieten Wissenschaftler, Künstler und ihre Arbeiten wohl oder übel immer wieder in die Lage, den politischen oder wirtschaftlichen Interessen ihrer Epoche zu dienen.

Mathias Énard in seinem Roman “Kompass

Wikipedia-Deckname ‘Neudabei’: Er kam des nachts und löschte aus Ärger einfach das Literaturverzeichnis

Von Sebastian Lüning

Hunderttausende Menschen haben eine persönliche Webseite, auf der sie sich und ihre Aktivitäten detailliert beschreiben. Nun ist eine weitere Seite dazugekommen, nämlich meine eigene. Auf luening.info können Sie sich ein Bild machen, was für ein Typ der Sebastian Lüning eigentlich ist. Bisher fand man per Google zwar bereits eine Menge von Mosaiksteinchen im Netz, das neue persönliche Profil gibt nun aber erstmals einen Komplettüberblick. Als im Zuge der Veröffentlichung unseres Buches “Die kalte Sonne” vor gut sechs Jahren plötzlich auch Wikipedia-Seiten über mich in der deutsch- und englischsprachigen Online-Enzyklopädie entstanden, war ich zunächst hocherfreut. Das musste doch bedeuten, dass ich jetzt berühmt war. Ein Haus bauen, einen Baum pflanzen und eine eigene Wikipediaseite besitzen – wichtige Ziele im Leben eines Menschen. Erst später merkte ich, dass der einzige Zweck der Wikipediaseiten war, meine wissenschaftlichen Ansichten in Frage zu stellen. Was ist nun eigentlich besser? Keine Wikipedia-Seite oder eine, die allein zu Mobbingzwecken eingerichtet wurde? Dann vermutlich eher keine.

Der Wunsch wurde erhört. Irgendwann in den letzten Monaten wurde meine englische Wikipediaseite gelöscht. Der Lüning ist zu unbekannt, löschen wir ihn einfach mal wieder. Gut so. Nun gibt es aber leider immer noch meine deutschsprachige Wikipediaseite. Auch dort wird gelegentlich angeregt, den Artikel zu löschen. Man tut sich jedoch schwer, da man das Buch dann doch zu bedeutend hält. Aus diesem Grund versucht man das Wikipediaprofil schließlich doch aktuell zu halten. Irgendwie stieß man jetzt auf meine neue persönliche Webseite und verlinkte sie. Das ist Standard bei allen Personen-Artikeln auf Wikipedia. Durch diese Ergänzung wurden jedoch offenbar einige der Aktivisten-Wikipedianer aufgeschreckt. Plötzlich gab es eine gute Alternative zur stark verzerrten Wikipedia-Sichtweise auf meine Person. Da hatte man sich jahrelang Mühe gegeben, den Lüning aus ideologischen Gründen schlecht aussehen zu lassen, und nun existierte es plötzlich eine Originalquelle, die viel umfangreicher und wahrheitsgetreuer informierte.

Man kann sich den Ärger bildlich vorstellen, der in den Aktivisten hochstieg. Was tun? Den Link zur persönlichen Webseite konnte man nicht wieder rausnehmen, da dies gegen die Wikipedia-Prinzipien verstoßen würde. Also musste man sich anderweitig rächen. Ein Aktivist mit dem Tarnnamen ‘Neudabei’ schritt zu archaischen Methoden und löschte einfach das gesamte Literaturverzeichnis aus meinem Profil, das digitale Äquivalent der Bücherverbrennung, über die Wikipedia schreibt:

Eine Bücherverbrennung ist die demonstrative Zerstörung von Büchern oder anderen Schriften durch Feuer. Es handelt sich dabei um die bekannteste Form der Bücherzerstörung. Die meist öffentlich durchgeführten Verbrennungen erfolgten wegen moralischer, politischer oder religiöser Einwände gegen den Inhalt der Schrift und kamen sowohl als staatlich inszenierte oder geduldete Maßnahme als auch als Mittel öffentlichen Protestes gegen staatliche Gewalt vor. Missliebige Bücher wurden u. a. als blasphemisch, häretisch, ketzerisch, unmoralisch, obszön, aufrührerisch und hochverräterisch sowohl symbolisch als auch tatsächlich verbrannt.

Noch im Februar 2018 enthielt meine Wikipediaseite Details zu acht Publikationen, was eine kleine Auswahl von insgesamt 41 Veröffentlichungen darstellt. Drei der genannten Publikationen stammten aus dem Bereich Klimawandel. Aktivist ‘Neudabei’ scherte das nicht und löschte alles plump. Eine perfide Taktik: Zunächst wird im Text behauptet, alles was die Person zum Thema Klimawandel geschrieben habe, sei Quatsch. Und dann werden auch noch entsprechende begutachtete Papers aktiv im Profil gelöscht, um die eigene Deutung zu untermauern. Niemand der anderen Wikipedia-Autoren schritt ein. Die fadenscheinige Löschung wurde damit stillschweigend durchgewunken.

Ein unerhörter Vorgang. Wer ist dieser ‘Neudabei’, der sich so etwas in der größten Online-Enzyklopädie leisten kann, die mittlerweile als Standardinformationsquelle sogar an den Schulen eingesetzt wird? Was qualifiziert ‘Neudabei’, beim Thema Klimawandel und anderswo an vorderster Front mitzuschreiben und zu urteilen? Ist er ausgebildeter Naturwissenschaftler, hätte also die Möglichkeit, die Materie zu verstehen, über die er auf Wikipedia schreibt? Wir schauen in das Wikipedia-Profil von ‘Neudabei’. Aber oh Schreck, dort steht ja gar nichts, nur gähnende Leere. Und auch früher hat dort nie etwas gestanden, wie die Versionsgeschichte verrät. Aktivist ‘Neudabei’ agiert also vollkommenen aus dem Verborgenen. Er könnte ein Greenpeace- oder WWF-Aktivist sein. Vielleicht ist er Blumenhändler oder sammelt gerne Briefmarken. Man weiß es nicht, denn er gibt nichts über sich preis. Wie ein Heckenschütze operiert er aus dem Busch heraus und sucht sich seine Opfer. Selber wird man ihn gut getarnt im Dickicht nie aufspüren können. Man weiß lediglich, dass sich ‘Neudabei’ im Oktober 2014 registriert hat, also eigentlich doch “nicht ganz neu dabei” ist. Er scheint relativ viel Zeit zu haben, denn er schafft etwa zwei Wikipedia-Bearbeitungen pro Tag.

Wenn man dann etwas tiefer im Netz gräbt, stößt man doch auf etwas. Im Dezember 2016 hatte ‘Neudabei’ ein Wikipedia-internes Verfahren am Hals. Es wurde der Verdacht geäußert, sein Account könnte eine Zweitidentität sein, was unter dem schönen Wikipediafachbegriff “Sockenpuppe” läuft. Das Ganze heißt “Checkuser-Anfrage”. Der Vorwurf lautete damals:

„Bei Benutzer:Neudabei wurde schon mehrfach der Verdacht geäußert, dass es sich um eine Sockenpuppe handelt. [1] [2] Derzeit agiert er sehr aggressiv rund um den Artikel Gore-Effekt. Er hat zwei LA und eine LP beantragt, die alle zurückgewiesen wurden, hat 97% des Artikeltexts gelöscht und versucht, den Begriff auch aus anderen Artikeln zu entfernen. Mit ausschweifenden Diskussionen, Reverts, Edit-Wars und VM verhindert er den Wiederaufbau des seit sieben Jahren bestehenden und nun nur noch als Stub existierenden Artikels. Dabei wird er auffällig von einer wechselnden IP-Adresse in der Range 87.15* unterstützt. Sie scheint ihm wie ein Schatten über verschiedenste Artikel- und Diskussionsseiten zu verfolgen, um immer nur kurze Zeit später Neudabei beizustehen und bei Edit-Wars, Reverts, Meinungen und VM zu helfen. Sowohl von Neudabei wie der IP kommen auffällig viele VM rund um den Artikel. Beide ähneln sich inhaltlich wie sprachlich stark. „

Das Verfahren ist in einem schwer verständlichen Wikipedia-Kauderwelsch verfasst. Hier sind Nerds wirklich unter sich, die offenbar kaum etwas anderes machen, als sich in ihrem Zweitleben Wikipedia-Scheingefechte liefern. Überlegen Sie sich gut, ob Sie so Ihre Zeit verbringen wollen. Der innere Zirkel dieser Gemeinschaft genießt sichtlich die damit einhergehende Macht, wobei sie dabei noch nicht einmal ihre wahre Identität preisgeben müssen. Gut vermummt gehen sie so in ihrer Freizeit auf die Jagd nach Abweichlern ihrer eigenen Vorstellungen und löschen und editieren alles, was ihnen nicht in den Kram passt. Das konkrete Verfahren gegen ‘Neudabei’ wurde ürbigens bereits nach wenigen Tagen durch den ‘zuständigen Checkuser-Berechtigten’ eingestellt. Niemand weiß, ob die beiden vielleicht sogar im selben Dorf leben oder zur selben Greenpeace-Ortsgruppe gehören. Transparenz wird bei Wikipedia leider sehr kleingeschrieben.

Auch auf der Profilseite von ‘Neudabei’ kann man tief im Inneren noch etwas entdecken. Wie bereits festgestellt, ist die Benutzerbeschreibung leer. Und auch im Diskussionsbereich zum Profil findet sich nichts. Nun gibt es aber noch frühere Versionen des erst am 31. Juli 2018 komplett leergeräumten Diskussionsbereichs, dazu muss man auf den Reiter “Versionsgeschichte” klicken. Sie sehen schon, dass ist alles ganz schön kompliziert. Aber hier wird man plötzlich fündig und trifft auf eine riesige Latte von Einträgen. Im November 2014 wurde von einem User vermutet, es könne sich bei ‘Neudabei’ um einen Redakteur der Süddeutschen Zeitung handeln. ‘Neudabei’ reagierte umgehend:

Das ist ganz einfach grober Unfug. Ich bin weder Journalist noch Aktivist. Damit habe ich alles dazu gesagt.

Aktivist ist er auf jeden Fall, sonst würde er sich nicht so sehr im Bereich Klimwandel auf der Alarmseite einsetzen, insbesondere auf den Wikipediaseiten zu EIKE und Horst-Joachim Lüdecke. Ob wenigstens der erste Teil seiner Aussage stimmt, dass er kein Journalist sei? Falls er einer wäre, wäre es schlau, wenn er dies zugeben würde? Er weiß ganz genau, dass sein Beruf nicht überpüft werden kann. Wenn es brenzlig würde, könnte er seinen Account einfach löschen und sich in Luft auflösen. Bereits einen Monat nach seinem Auftauchen in Wikipedia 2014, musste ‘Neudabei’ eine Sperrprüfung über sich ergehen lassen, die aber bereits vier Stunden später wieder aufgehoben wurde. Es hätten sich Benutzer für ihn eingesetzt. Sein eigenes Netzwerk, das er in Windeseile aktivierte?

Hallo, es gibt eine Sperrprüfung: [1], falls du Interesse dazu hast und hier begründen möchtest warum du sie wünschst (z.B. warum indefinite Sperre nicht berechtigt, warum kein Schaden zu erwarten ist etc.; es kann übertragen werden auf Sperrprüfung von anderen Nutzern). –Casra (Diskussion) 19:17, 8. Nov. 2014 (CET)

Moin, nachdem sich mehrere Benutzer sehr für dich eingesetzt haben, habe ich die Sperrung deines Kontos aufgehoben. Jedoch hat sich bei der Arbeit an dem Artikel eine ungute Dynamik entwickelt, deshalb möchte ich dir die Punkte hier aufzeigen. Die Wikipedia ist nicht die freie Presse, hat auch nicht die Aufgabe etwas bekannt zu machen bitte dazu WP:WWNI lesen. Unterlasse also bitte hektische, aktionistische Edits, um diese Affäre möglichst schnell, möglichst breit bekannt zu machen. Für die Wikipedia als Enzyklopädie sind Qellen für die verschiedensten Aussagen, gerade in heiklen Themenfeldern extrem wichtig. [...] Gruß –Itti 23:10, 8. Nov. 2014 (CET)

Und es hat sich leider im Laufe der Jahre nichts geändert. Noch immer fällt ‘Neudabei’ durch aktionistische Edits auf. Zwischen dem 17. und 19 August 2018 bearbeitete er meine Wikipedia-Seite gleich fünf Mal. Zum Teil liegen zwischen den nervösen Edits nur 5 Minuten, was von emotionaler Aufgewühltheit zeugt. Gut gemeinte Ratschläge von 2014 schlug ‘Neudabei’ einfach in den Wind:

Hi Neudabei. Du schreibst: « Der Grund für meine Sperrung ist für mich nicht nachvollziehbar.» Mein Rat: Schreib nicht einfach drauflos. Bedenke alles erst. Nicht, dass ich der Oberweise wäre, beileibe nicht, der Rat gilt auch für mich (und für alle eigentlich). Das Internet hat die Eigenart, so verführerisch einfach zu sein … man kann einfach so was machen, einfach so jemandem eine draufhauen, einfach so was loswerden… Schreibst du dagegen einfach so, wie du mit dem Nachbarn reden würdest – dann ist alles ok. Digitale Kommunikation ist ein Chaos – es liegt an uns, da etwas Ordnung reinzubringen. Man muss nicht bei jedem Wahnsinn mitmachen.–Andras Corvi (Diskussion) 00:21, 9. Nov. 2014 (CET)

Es wird klar: Wikipedia hat ein riesiges Transparenz-Problem. Im Laufe der Jahre haben sich hier anonyme, nerdige Autoren im System festgekrallt, über deren Motive und mögliche Interessenskonflikte wir nichts wissen. Das Konzept anonymer Bearbeitungen ist insbesondere im Bereich politisch sensibler Themen vollends gescheitert. Die einzige Lösung wäre, die vollständige Offenlegung aller Autorennamen, um das Vertrauen in das System wieder zuückzugewinnen. Genau wie bei Demonstrationen, muss nun auch bei Wikipedia endlich ein Vermummungsverbot kommen, ansonsten regiert weiter die Willkür, was letztendlich zur Unbrauchbarkeit der vormals gut gemeinten Online-Enzyklopädie führt. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

 

 

Zwischenbilanz: Was ist aus den Thesen der kalten Sonne geworden?

Vor sechseinhalb Jahren (im Februar 2012) haben wir unser Buch ‘Die kalte Sonne‘ veröffentlicht. Zeit für eine fachliche Zwischenbilanz. Es mag einige überraschen zu hören, dass sich der größte Teil der Hauptthesen im Buch mittlerweile als vollkommen richtig herausgestellt hat:

1) KLIMAWIRKUNG DER SONNE: Im Buch wird eine Vielzahl von gut dokumentierten Fallstudien aufgearbeitet, die eine deutliche Klimawirkung der Sonne auf Temperatur und Niederschläge beschreiben. Dies steht im krassen Gegensatz zum IPCC-Ansatz in den Klimamodellen, der einen fast vernachlässigbar geringen Einfluss der Sonne auf das Klima in seinen Berechnungen zugrundelegt. Ganz offensichtlich klaffen hier die rekonstruierte Klimageschichte und theoretische Klimamodellwelt krass auseinander. Seit Erscheinen des Buches ist eine große Anzahl weiterer begutachteter Fachpublikationen erschienen, die eine starke solare Beeinflussung des Klimas feststellten. Übersichten auf Google Scholar, Scopus, Maarten Blaauw. Die im Buch identifizierte Diskrepanz besteht weiterhin und gefährdet die Akzeptanz der Klimamodellierungsergebnisse.

2) OZEANZYKLEN: Im Buch wird der systematische Einfluss der 60-jährigen atlantischen und pazifischen Ozeanzyklen (AMO, NAO, PDO) auf das Klima beschrieben und in den Kontext der globalen Temperaturentwicklung der letzten 150 Jahre gesetzt. Während führende Modellierer sie zur Zeit der Buchveröffentlichung noch als unwichtiges Rauschen abtaten, haben die Ozeanzyklen in den letzten Jahren einen regelrechten Durchbruch in der Fachwelt erlebt. Die kühlenden und wärmenden Halbphasen der Ozeanzyklen sind nun anerkannte Klimafaktoren und werden jetzt sogar in vielen Mittelfristprognosen berücksichtigt (siehe z.B. Tung & Zhou 2013, Gervais 2016, Seidov et al. 2017). Die gebremste Erwärmung der letzten anderthalb Jahrzehnte ist Teil dieser Zyklik.

3) MITTELALTERLICHE WÄRMEPERIODE: Vor 1000 Jahren ereignete sich in vielen Teilen der Erde eine natürliche Wärmephase, die mit einer erhöhten Sonnenaktivität zusammenfiel. Klimamodelle können die Warmphase nicht reproduzieren, was nicht verwundert, denn der einzige aktive Wärmetreiber in den Modellen – das CO2 – war weitgehend konstant in den letzten 10.000 Jahren der vorindustriellen Zeit. Um verlässliche Zukunftsprognosen abzugeben, müssen Modelle jedoch zwingend die bekannte Vergangenheit abbilden können, ansonsten ist auch die Qualität ihrer Klimaprognosen fraglich. Der IPCC hat den im Buch bemängelten schwerwiegenden Modellierungsfehlschlag mittlerweile in seinem neuesten Klimazustandsbericht eingeräumt, wenn auch versteckt auf Seite 414 in Kapitel 5.3.5 (Arbeitsgruppe 1). Eine Erwähnung des schweren Mangels in der Zusammenfassung für Politiker unterblieb jedoch, so dass die Erkenntnis der großen Öffentlichkeit verborgen blieb. Die mangelnde Transparenz seitens des IPCC im Umgang mit unbequemen Resultaten verwundert ein ums andere Mal.

4) AEROSOL-JOKER: Im Buch wird die fragwürdige „Joker-Rolle“ der Schwefeldioxid-Schwebstoffe (SO2) in den Klimamodellen kritisiert. Als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass der Ruß viel stärker wärmt als vormals angenommen, wurde die plötzlich überschüssige Wärme in den Modellen einfach über das kühlende SO2 aufgefangen. Allein diese Maßnahme erlaubte es den Modellierern, die angesetzte starke Erwärmungswirkung des CO2 beizubehalten. Im anderen Fall hätten die in den letzten 150 Jahren beobachteten Erwärmungsraten die simulierten Raten weit unterschritten und die CO2-Klimasensitivität hätte entsprechend erniedrigt werden müssen. In den vergangenen Jahren hat sich nun jedoch gezeigt, dass die Kühlwirkung der SO2-Aerosole signifikant überschätzt wurde, was in etlichen Fachpublikationen aus dem Bereich der Aerosolforscher deutlich belegt wurde (z.B. Stevens 2015, Malavelle et al. 2017). Der schnell aus dem Ärmel gezauberte Aerosol-Joker ist damit hinfällig, wie im Buch bereits befürchtet.

5) CO2-KLIMASENSITIVITÄT: Hinsichtlich der CO2-Klimasensitivität werden Im Buch Szenarien am unteren Rand der IPCC-Spanne von 1,5-4,5°C pro CO2-Verdopplung diskutiert. Vormals hatte der IPCC einen besten Schätzwert von 3,0°C abgegeben. Eine ganze Reihe von Fachpublikationen bestätigt nun, dass der IPCC die CO2-Klimasensitivität vermutlich lange Jahre lang stark überschätzt hatte. Die Hamburger Stevens-Gruppe errechnet jetzt eine reduzierte Klimasensitivität von nur noch 2,21°C pro CO2-Verdopplung. Andere Arbeiten aus der jüngsten Zeit gehen von ähnlich niedrigen Werten aus, darunter Masters (2014) mit 2,2°C, von der Heydt et al. 2014 mit 2,26°C; Loehle 2014 mit 1,99°C, Skeie et al. 2014 mit 1,8°C, Lewis & Curry 2015 mit 1,64°C und Spencer & Braswell 2014 mit 1,3°C.

6) ENERGIEWENDE: Im Buch wird davor gewarnt, die deutsche Energiewende zu überstürzen, da dies zu einem enormen Kostenrisiko führen würde. Sechs Jahre nach Veröffentlichung dieser Kritik ist nun genau dies eingetreten und gefährdet ernsthaft die Zukunft der schlecht geplanten Energiewende. Viele Medien und Experten teilen jetzt die Sorge (z.B. Daniel Wetzel in der Welt: Kurzschluss bei der Energiewende; Justus Haucap in der FAZ: Deutschlands teurer Energie-Irrweg).

7) BIOTREIBSTOFFE: Im Buch wurde davor gewarnt, dass die Umweltbilanz von Biostreibstoffen weniger gut ausfällt als lange behauptet. In den letzten Jahren wurde dies nun bestätigt und es wurde die traurige Gewissheit erlangt, dass Biostreibstoffe nahezu kein CO2 einsparen und zudem zur Umweltzerstörung beitragen (z.B. Sterman et al. 2018, Gnansounou 2018).

 

Für eine weitere Prognose aus dem Buch „Die kalte Sonne“ ist es für ein Fazit noch zu früh. Lüning und Vahrenholt rechnen im Buch für die kommenden Jahre mit einer leichten globalen Abkühlung, da sowohl Sonnenaktivität und Ozeanzyklen in eine kühlende Phase eintreten. Da die derzeit erlahmende Sonne aufgrund der trägen Ozeane erst mit mehrjähriger Verzögerung klimatische Wirkung zeigt und vieljährige Mittelwerte zu betrachten sind, wird diese Prognose erst in einigen Jahren überprüfbar.

Zwischenzeitlich nutzten Klimaaktivistenkreise den kurzzfristigen Anstieg der globalen Temperaturen im Rahmen des El Nino 2015/16 und interpretierten dies als angebliches Indiz für das Scheitern der Prognose. Mittlerweile (Stand 2018) sind die Temperaturen jedoch wieder auf das allgemeine Temperaturplateau zurückgefallen, dass seit 2000 herrscht. Die auf Wikipedia verbreitete Graphik wurde indessen auf dem Höhepunkt des El Nino 2016 eingefroren, so dass die enorme nachfolgende Abkühlung dem Wikipdia-Leser verborgen bleibt. Aufforderungen zur Aktualisierung der Graphik blieben ergebnislos, ebenso wie die Aufforderung zur Korrektur und Ergänzung vieler anderer Details im Wikipedia-Artikel zu Sebastian Lüning. Wie in vielen politisch sensiblen Bereichen sind leider auch die Seiten zum Klimawandel auf Wikipedia fest in Aktivistenhand. Die reale globale Temperaturentwicklung laut RSS-Satellitendaten sieht um einiges wenger dramatisch aus als in der Wikipedia-Graphik suggeriert.

Abbildung: Globale Temperaturentwicklung (Anomalien in °C) laut UAH Satellitendaten (via WoodforTrees).

 

 

Cyanobakterien als Zeitzeugen: Ostsee im Mittelalter möglicherweise wärmer als heute

Am 11. August 2018 hatten wir uns an dieser Stelle über die stellenweise hysterische Medienberichterstattung zur diesjährigen mitteleuropäischen Hitzewelle beklagt. Zwischenzeitlich ist zum Glück eine weitere realistische Stimme dazugekommen. Axel Bojanowski schrieb auf Spiegel Online am 11. August 2018:

Klimastreit im Dürresommer: Überhitzt

Waldbrände, Dürre, Hitze – ist die Klimakatastrophe bereits angekommen? Zeit für eine kühle Inspektion.

Forscher sehen es als Ehre, von der Akademie der Wissenschaften der USA eingeladen zu werden, einen Aufsatz im hauseigenen Magazin “PNAS” zu verfassen. In einer sogenannten Perspective dürfen sie den Forschungsstand ihres Gebietes darstellen, ganz aus ihrer eigenen Perspektive. Diese Woche sorgte solch ein Aufsatz für Schlagzeilen. Der Beitrag war von “PNAS” ungewöhnlich schnell publiziert worden, schon 17 Tage nach Eingang in der Redaktion, normalerweise vergehen Monate bis zur Veröffentlichung. Eine Heißzeit stehe womöglich bevor, aus der es kein Zurück mehr gebe, zitierten Medien weltweit aus dem Essay, auch SPIEGEL ONLINE. Neue Erkenntnisse brachten die Autoren zwar nicht, es handelte sich um bekannte Spekulationen über sogenannte Kipppunkte des Klimas. Das heiße Zeitalter drohe zwar erst in Jahrtausenden. Gleichwohl könnte bereits eine Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten den Weg in die Heißzeit unwiderruflich bahnen, argumentieren die Autoren.

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Irgendwann reichte es den Klimaaktivisten nicht mehr, in der Fußgängerzone mit Plakaten herumzulaufen. Man wollte den Hebel vergrößern und ging dazu über, die Gegenseite einfach zu verklagen. In der ganzen Welt sprossen daher die Klimaklagen wie Pilze aus dem Boden. Die Juristen wussten erst nicht so recht damit umzugehen, ließen es eine Weile laufen. In den USA haben die Gerichte jetzt genug davon. Mehrere große Klimaklagen sind jetzt abgeschmettert worden. Nun müssen die Aktivisten schnell nach Alternative Ausschau halten. Welche Spielart des Protestes kommt wohl als nächstes?

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Am 3. August 2018 gab es wieder mal eine sehr interessante positive Überraschung vom DLF. In einem Beitrag wird über Forschungsarbeiten an  Ostsee-Sediment-Bohrkernen berichtet, die zeigen, dass es während der MWP deutlich mehr hitze-liebende Blaualgen (= Cyano-Bakterien) gab. Das könnte als bedeuten, dass es im Mittelalter im Ostseeraum wärmer gewesen war als heute, zumal es damals einen viel kleineren Dünge-Zufluss durch die Landwirtschaft gab. Hier ein Auszug aus dem DLF-Beitrag von Dagmar Röhrlich:

Gefährliche Cyanobakterien Blaualgen-Alarm in deutschen Gewässern
[...] Also haben Thorsten Bauersachs und seine Kollegen im Rahmen des IODP – des Internationalen Ocean Discovery Programs – zwischen dem Kleinen Belt und dem Bottnischen Meerbusen Bohrkerne aus dem Ostseeboden gezogen. In ihnen analysierten die Geochemiker den Gehalt an Biomolekülen, die aus den Zellmembranen der Cyanobakterien stammen. Das Ergebnis: Die Bakterien fühlen sich nicht nur heute in der Ostsee wohl: “In den letzten 8000 Jahren gab’s mindestens noch zwei weitere Phasen zusätzlich zu der Phase, die wir heute kennen, in denen Cyanobakterien vermehrt aufgetreten sind – ähnlich oder noch dominanter aufgetreten sind, als das, was wir heute beobachten.” Nach dem Ende der Eiszeit traten vor 8000 Jahren – während des Klimaoptimums im Holozän – erste Cyanobakterienblüten auf. Die zweite Phase lag in der mittelalterlichen Warmzeit. Beide Male waren die betroffenen Regionen sehr viel ausgedehnter als heute – und die Bakterienteppiche noch dichter. Und beide Male scheinen erhöhte Wassertemperaturen die Blüten ausgelöst zu haben [...]

Ganzen DLF-Beitrag hier lesen

 

Die Ostseeregion im Klimawandel der letzten 1000 Jahre

Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde vom 3. Juli 2018:
(Anmerkung: Veranstaltung leider schon vorbei, und auch die Webseite zum Vortrag wurde leider bereits wieder gelöscht. Was da wohl drauf zu lesen war?)

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Die Ostseeregion im Klimawandel der letzten 1000 Jahre

Ankündigung des ersten „Warnemünder Abends“ am 5. Juli 2018, 18.30 Uhr

Markus Meier, Leiter der Sektion „Physikalische Ozeanographie“ des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), berichtet, wie historische Befunde Aufschluss über die klimatischen Schwankungen im Ostseeraum geben und was auf Basis dieser Erkenntnisse hier für die Zukunft zu erwarten ist. Die Veranstaltungen findet im großen Vortragssaal des IOW, Seestraße 15, in Warnemünde statt. Beginn ist 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei.

In der Ostseeregion hat es in den letzten 1000 Jahren nachweislich große Klimaschwankungen gegeben. Warme und kältere Perioden wechselten sich ab, mit großen Folgen für das Leben von Pflanzen, Tiere und Menschen. Während der „mittelalterlichen Warmzeit“ zwischen 950 und 1250 n. Chr. herrschten auf der Nordhemisphäre, einschließlich der Ostseeregion, überdurchschnittlich hohe Temperaturen im Vergleich zu den Perioden davor und danach. Zu dieser Zeit wurde Grönland („Grünland“) von den Wikingern besiedelt, die dort Viehzucht und Ackerbau betrieben. Anfang des 13. Jahrhunderts brachten Zisterziensermönche sogar den Weinbau nach Mecklenburg-Vorpommern, u. a. nach Güstrow, Schwerin und Neukloster, um nur zwei historische Ereignisse zu nennen, die möglicherweise mit der Erwärmung in Verbindung stehen können. In den nachfolgenden Jahrhunderten, von 1300 bis 1900, waren die Temperaturen auf der Nordhemisphäre dagegen sehr niedrig. Daher wird dieser Zeitraum auch als „kleine Eiszeit“ beschrieben. Die klimatischen Veränderungen in den letzten 1000 Jahren, die durch historische Überlieferungen und sogenannte Proxydaten belegt sind, hatten auch Auswirkungen auf das Ökosystem der Ostsee. Es wird vermutet, dass die Ausbreitung von toten Meeresböden auf Grund von Sauerstoffmangel während der „mittelalterliche Warmzeit“ durch die hohen Temperaturen begünstigt wurde. Da wir heute in eine neue Warmzeit hineinsteuern, können diese historischen Befunde möglicherweise Aufschluss darüber geben, was wir in der Zukunft für das Ökosystem der Ostsee erwarten können. Daher wird intensiv Forschung betrieben, um die Auswirkungen von vergangenen Klimaschwankungen auf die Ostsee und andere Küstenmeere besser zu verstehen.

 

Schwerer Klimadopingverdacht gegen RSS: Satellitentemperaturen nachträglich um anderthalb Zehntel Grad angehoben

Eine Arbeit von van der Hel et al 2018 beschäftigt sich mit den in der Fachwelt kontrovers diskutierten Kipppunkten, und wie Wissenschaft und Medien hierbei interagieren. Auszug der Discussion des Papers:

Since 2005, the tipping point metaphor has been used deliberately by climate scientists to convey a warning that abrupt, irreversible and dangerous climate change is imminent. The metaphor was picked up by the news media (prior to the publication of the scientific articles) and developed into a commonly used metaphor about possible, grave dangers of on-going climate change. Here, we observe that the tipping point metaphor functions as a deliberate boundary object between science and the news media on climate change, on the one hand guiding the conceptual development within the sciences and on the other facilitating communication of abrupt climate change across the sciences and lay audiences. Typical for boundary objects, the tipping point metaphor offers a common ground for different discourses by allowing multiple interpretations of the meanings of the metaphor (Hellsten, 2000). Yet, partly due to these multiple meanings, the tipping point metaphor is also controversial, with critics pointing to the tone of alarmism that surrounds the concept (Hulme, 2008; Skrimshire, 2008), the deterministic language by which human agency appears defenceless against the risks of climate change (Nuttall, 2012), and the overly simplistic extension of the tipping point concept from the climate to the social domain (Russill, 2008; Russill & Nyssa, 2009). The tipping point phrase represents a less common example of how metaphors generally travel between the sciences and news media.

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Temperaturen können vom Boden und vom Satelliten aus gemessen werden. Bei den Satellitendaten gibt es zwei Versionen, nämlich UAH und RSS. Die Version von UAH (University of Alabama, Huntsville) macht einen soliden Eindruck. Die RSS-Version zeigt größere Abweichungen, suggeriert eine stärkere Erwärmung. Wie kommt das? Beide Datenfamilien beziehen ihre Daten doch sicher aus ähnlichen Satelliten. Des Rätsels Lösung steckt in einer “Nachbearbeitung” der Messwerte durch die RSS-Gruppe. In der untenstehenden Abbildung sieht man die alte Version in rot. Irgendwann ab Mite 2015 haben sich dann die RSS-Leute darangemacht und die Temperaturen ab 2000 händisch nach oben gedrückt. Heute findet man daher die Werte der blauen Kurve in der Datenbank. Durch diese nachträgliche Datenveränderung wurden auf die Schnelle anderthalb Zehntel Grad zusätzliche Erwärmung generiert. Klingt wenig, ist aber sehr viel, wenn man sich vor Augen führt, dass die Erwärmung im 20. Jahrhundert lediglich acht Zehntelgrad beträgt.

So ein bisschen ist das, als wenn ein Hochsprungweltrekord aus dem Jahr 2010 von 2,40 m nachträglich vom Internationalen Leichtathletikverband auf 2,45 m hochgesetzt wird. Man könnte das auch als Schreibtischdoping bezeichnen, was für die RSS-Eingriffe sicher kein schlechter Begriff wäre. Als Konsument der Wetterstatistiken fühlt es sich wie eine Ohnmacht an. Die Statistiker massieren unter dem Radar kräftig ihre Daten, ohne dass sich Medien dafür groß interessieren würden. Ein paar Jahre später werden dann überraschenderweise neue Hitzerekorde gemeldet, was aber in vielen Fällen wohl erst durch hitzefördernde Maßnahmen im Zuge des Schreibtischdopings möglich wurde. Die Veränderungen betreffen genau die Hiatus-Phase, als man es offenbar mit der Angst zu tun bekam, dass sich die Erwärmung zunächst nicht fortsetzte. Also wurden die Werte einfach angehoben. Ein klassischer Fall, bei dem die Messwerte die Modelle nicht bestätigten. Anstatt aber die Modelle zu verbessern, veränderte man einfach die Messdaten. Es gibt wohl kaum eine andere Fachdisziplin, in der in dieser Weise vorgegangen wird.

Wieder einmal wird klar, dass wir dringend Klimadopingkontrollen brauchen. Der Vertrauensschaden ist bereits passiert. Nun helfen nur noch striktere Überprüfungen und bei Verdachtsfällen Sperren entsprechender Mitarbeiter, im Wiederholungsfall sogar lebenslang. Vorschlag: Wer Klimadaten nachmacht oder verfälscht, oder nachgemachte oder verfälschte sich verschafft und in Verkehr bringt, wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft.

Abb. : Globale Temperaturentwicklung auf Basis von Satelliten. Version von RSS. Aus Climate4You Newsletter Juni 2018.