News und Termine

Dunkelflaute: Deutschlands teurer Energie-Irrweg

Die Energiewende läuft nicht rund. Daniel Wetzel zog Ende Juli 2017 in der Welt eine ernüchternde Zwischenbilanz:

Kurzschluss bei der Energiewende
Die Energiewende verändert Natur und Landschaft, verteilt Milliarden um und verheißt Rettung vor dem Klimawandel. Doch ein Blick auf das bislang Erreichte ernüchtert: Die zentralen Versprechungen der Ökostrom-Revolution wurden noch nicht eingelöst. Die Politik ist ratlos. Eine Zwischenbilanz.

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Bereits Mitte Mai 2017 warnte Otto Schily in der Basler Zeitung, es den Deutschen nachzutun:

«Energiepolitischer Fehler»

Otto Schily, der frühere deutsche Innenminister, warnt vor ökologischen und sozialen Folgen des Energiegesetzes.

Der Mann ist eigentlich ein Grüner. 1980 war Otto Schily einer der Gründer dieser neuen Partei in Deutschland. Später trat er in die SPD über und wurde deutscher Innenminister – und zwar genau dann, als Deutschland den Weg einschlug, über den in der Schweiz am Sonntag abgestimmt wird.

Umso erstaunlicher die Sätze, mit denen Schily nun in einem Brief an Christoph Blocher die deutsche Energiepolitik kritisiert. Die Energiewende hält er «sowohl unter wirtschaftlichen, finanziellen, ökologischen, sozialen und klimapolitischen Vorzeichen für ein Desaster». Er würde es bedauern, wenn die Schweiz am kommenden Sonntag für ein ähnliches Modell entscheiden würde.

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Kritik am naiven hemischen Energieaktionismus auch am 26. Juni 2017 in der FAZ von Justus Haucap:

Deutschlands teurer Energie-Irrweg

Die milliardenschwere Förderung „grünen“ Stroms in Deutschland hat praktisch null Klimaschutzwirkung, führt aber zu einem gefährlich steigenden Strompreis.

Deutschland geht international einen energiepolitischen Sonderweg. Neben dem doch sehr abrupten Ausstieg aus der Kernenergie, den die Merkel-Regierung im Juni 2011 beschloss, wird der Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind in einem Ausmaß finanziell gefördert wie in keinem anderen Land der Erde. Das reine Subventionsvolumen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beträgt mittlerweile mehr als 25 Milliarden Euro im Jahr, also mehr als 300 Euro je Bürger jährlich.

Weiterlesen in der FAZ

Das Ausland beobachtet das deutsche Energieexperiment zunehmend amüsiert. Die Financial Times nennt das Grundproblem der Erneuerbaren Energien, nämlich die geringe Produktivität. Wenn man tausend Murmeln einen Berg hinaufbringen möchte, kann man sie entweder alle einzeln hinauftragen, oder sie in einem großen Eimer mit dem Auto hochfahren. Man hat stets die Wahl. Hier der FT-Artikel vom 9. Juli 2017:

A green economy is possible, but at what cost?
The problem with renewables lies not in capability, but in low productivity

Some US scientists have recently been conducting a rather heated argument about whether it is possible to have an economy that is powered 100 per cent by renewable (or non-fossil) energy sources. The answer, obviously, is yes. Such economies have previously existed, and not so very long ago. Go back to 17th century Europe, and pretty much all energy production centred on the cultivation of fields, management of woodland and animal husbandry. It meant that a great deal of physical land was needed to support a population a fraction of today’s global billions. The question is not so much whether you could recreate that sort of society. It is really whether you would want to, and that comes down to the issue of acceptable cost.

Weiterlesen in der Financial Times

Im Juni 2017 erschien von Frank Hennig ein neues Buch zur Energiewende: Dunkelflaute: oder Warum Energie sich nicht wenden lässt. Aus der Buchbeschreibung:

Täglich werden wir mit Begriffen konfrontiert, die im Ergebnis einer als alternativlos gepriesenen Energiewende verwendet werden oder durch sie erst entstanden sind. Zunehmend gehen Bezeichnungen der allgemeinen Vergrünung in den Alltagsgebrauch über. Wissen wir immer, wie und worüber wir eigentlich reden? Wissen und Glauben bilden Denken und Meinung. Der Trend geht zum Glauben.

Frank Hennig greift Bezeichnungen auf und kommentiert – in nichtalphabetischer Reihenfolge. Locker lesbar, zuweilen zugespitzt und – zum Verdruss der Anhänger der Energiewendeprosa – angereichert und gut durchgeschüttelt mit Fakten, Daten und Zahlen. Eine kritische Auseinandersetzung mit oberflächlichem Schwarz-Weiß-Denken, unhaltbaren Visionen und Klimapopulismus. Technischphysikalisch fundiert nimmt er die Begriffe beim Wort und deckt auf, dass sie oft mehr verbergen als erklären – denn es geht längst nicht mehr um die Erzeugung alternativer, sanfter Energie, sondern um Wege, an die öffentlichen Subventionstöpfe und schließlich an die Portemonnaies der Verbraucher zu gelangen. Eine Anregung für mündige Bürger zum Mit- und Weiterdenken, für Energieinteressierte, aber auch alle anderen. Mit einem Beitrag des international renommierten Dirigenten und glühenden Umweltschützers Enoch zu Guttenberg.

 

Im Juni 2017 veröffentlichte die Denkfabrik ‚Agora Energiewende’ eine Studie zur Zukunft der Energiewende. Die Studie wurde in der Presse vielfach zitiert.Björn Peters befasste sich in seiner wöchentlichen Kolumne für den Deutschen Arbeitgeberverband mit der Studie. Dabei stellt er fest:

„dass viele grundlegende naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge sowie verfassungsrechtliche Problematiken weder erwähnt noch berücksichtigt werden.  Wir hätten uns von so renommierten Autoren mehr Mut gewünscht, die Voraussetzungen der Energiewende gründlicher zu hinterfragen und zu durchdenken.  Insofern ist die Agora-Studie als politischer Wegweiser gefährlich, kann sie doch trotz zahlreicher korrekter Beobachtungen und zielführender Einzelmaßnahmen insgesamt in die Irre führen.”

Björn Peters kompletten Beitrag können Sie hier lesen.

Peta Credlin holte die Träumer am 17. Juni 2017 in The Daily Telegraph auf den Boden der Wirklichkeit zurück: Erneuerbare Energie ist nicht billig, hier sollte man sich keine Illusionen machen:

Climate change zealots need to get real
WELL, now we know. The biggest deniers in the whole climate change debate are those who think we can have affordable power, lower emissions and a reliable network. We can’t.

Weiterlesen in The Daily Telegraph. Siehe auch Beitrag auf WUWT.

Deutschland spielt eine wichtige Rolle in der Welt. Trotzdem stellen wir nur 1% der Weltbevölkerung und sogar lediglich 2 Promille der Landoberfläche. Insofer ist es gewagt, die Probleme der Erde mit deutschen Alleingängen lösen zu wollen. Beispiel Kohlekraftwerke. Hier wird in Deutschland um jedes einzelne heftig gerungen. Wird der Planet wirklich besser, wenn wir ein weiteres Kraftwerk zuhause einstampfen, unter enormen Anstrengungen? Dazu sollten wir auf den weltweiten Kontext schauen. Derzeit befinden sich weltweit momentan 1600 Kohlekraftwerke im Bau oder in Planung. Die deutsche Kohlediskussion ist somit ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein bisschen mehr Realismus und weniger Größenwahn könnten hier nicht schaden.

In den USA ist man sich der Probleme bewusst. Eine Studie der University of California San Diego erinnerte jetzt die Planer daran, dass eine Vollversorgung durch Erneuerbare Energien auf eine Vielzahl von Energieträger verteilt werden muss. Wind, Sonne und Wasser allein werden es nicht schaffen. Hier die Pressemitteilung der Uni vom 19. Juni 2017:

Fighting Global Warming and Climate Change Requires a Broad Energy Portfolio

Can the continental United States make a rapid, reliable and low-cost transition to an energy system that relies almost exclusively on wind, solar and hydroelectric power? While there is growing excitement for this vision, a new study in the Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) by 21 of the nation’s leading energy experts, including David G. Victor and George R. Tynan from the University of California San Diego, describes a more complicated reality.

These researchers argue that achieving net-zero carbon emissions requires the incorporation of a much broader suite of energy sources and approaches.

The paper published by PNAS the week of June 19, 2017, with Christopher Clack as first author, provides a rigorous analysis that corrects a 2015 research roadmap indicating that the continental U.S. could be reliably powered at low cost, in as little as 35 to 40 years, relying on just solar, wind, and hydroelectric power. The researchers write that the conclusions in the 2015 paper are not supported by adequate and realistic analysis and do not provide a reliable guide to whether and at what cost such a transition might be achieved.

“Wind, solar and hydroelectric power can, and will, be important parts of any moves to decarbonize our energy system and therefore combat climate change, but given today’s technical challenges and infrastructure realities, renewables won’t be the only solution,” said Victor, an energy expert at the UC San Diego School of Global Policy and Strategy. (weiterlesen …)

Klimaspuren der Bäume: Strahlungsschwankungen der Sonne als Impulsgeber

Heute wollen wir Ihnen ein neues, spannendes Buch empfehlen. Burghart Schmidt und Wolfgang Gruhle sind Dendrochronologen, das heißt, sie rekonstruieren das Klima der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende anhand von Baumringen. Dabei stießen sie offenbar auf interessante Klimamuster, die sich im Takte der Sonnenaktivität veränderten. Hochspannend. Das Buch “Klimaspuren der Bäume: Strahlungsschwankungen der Sonne als Impulsgeber” erschien im August 2017 im Nünnerich-Asmus Verlag. Einen Flyer zum Buch gibt es auf der Verlagswebseite (pdf). Dort können Sie es auch für € 24,90 online bestellen, oder natürlich bei Amazon. Hier die Buchbeschreibung:

Bäume lügen nicht – Ihre Berichte zum Klimawandel

Jahrringe von Bäumen als historisches Archiv zum Klimawandel

Den Klimawandel in den Jahrringen von Bäumen gelesen, haben die Autoren des Bandes „Klimaspuren der Bäume – Strahlungsschwankungen der Sonne als Impulsgeber“, Burghart  Schmidt und Wolfgang Gruhle.

Da die Jahrringe von Bäumen Ausdruck des lokalen und regionalen Klimageschehens sind, denn ihre Breite wird durch die jährlich unterschiedliche Witterung bestimmt, haben die beiden Autoren die Wuchsmuster von Bäumen in Europa, Amerika, Asien und Neuseeland erfasst und in einer Kurve über 8000 Jahre zurückverfolgt. Diese 8000-jährige Kurve weist ähnlich verlaufende Marker wie die Temperatur- und Niederschlagskurven sowie die Sonnenfleckendaten auf, und kann damit auch klimatisch interpretiert werden. Auf der Suche nach den Ursachen für die zeitlichen Schwankungen zwischen feuchten und trockenen Klimaphasen während der letzten 8000 Jahre fanden die Autoren die Strahlungsschwankungen der Sonne als Taktgeber.

 

 

Die dunkle Seite der Windkraft: Vogel-Massengrab, Rotorenschrott, fragwürdige nationale Alleingänge

Bereits vor einigen Jahrhunderten fingen die Menschen den Wind ein, um anstrengende Arbeitsgänge wie das Mahlen von Getreide oder das Schöpfen von Wasser aus tiefen Brunnen erledigen zu lassen. Später übernahmen vielseitiger einsetzbare Motoren die Arbeit dieser Windmühlen. In den letzten Jahren haben wir den Wind wiederentdeckt. Gerne erinnerten wir uns an die Vorteile dieses vermeintlich kostenlos aus der Luft zu erntenden Energieträgers. Es setzte eine enorme Entwicklung ein, wobei tausende Windkraftanlagen wie Spargel aus dem Boden schossen, mit freundlicher finanzieller Untertützung der Politik. Gerne verdrängte man die Nachteile des Energiesystems, an die man sich nicht mehr erinnerte, vielleicht nicht mehr erinnern wollte? Volatiliät, Flächenfraß, Anwohnerbelästigung, Gefahr für die Flugfauna.

Der VGB hat nun eine wichtige Übersicht zur Windkraft in Deutschland und Europa vorgelegt. Der VGB ist als internationaler Fachverband für die Erzeugung und Speicherung von Strom und Wärme eine non-profit-Organisation und ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen der Kraftwerksbetreiber und -hersteller. Thomas Linnemann und Guido Vallana beleuchteten darin Status quo, Potenziale und Herausforderungen in der Grundversorgung mit Elektrizität, sowie die Entwicklungen in Deutschland seit dem Jahr 2010. Hier die Zusammenfassung von der VGB-Webseite, wo auch das pdf des Komplettberichts abgerufen werden kann:

Die installierte Nennleistung sämtlicher Windenergieanlagen in Deutschland hat sich in den letzten 16 Jahren, von Anfang 2001 bis Ende 2016, auf 50.000 Megawatt (MW) verachtfacht. In 18 betrachteten europäischen Ländern, die Windenergie heute nutzen, erhöhte sich die Nennleistung im gleichen Zeitraum um das Zwölffache auf mehr als 150.000 MW.

Eine wesentliche physikalische Eigenschaft der Windenergie ist ihre starke raumzeitliche Variation aufgrund der Fluktuationen der Windgeschwindigkeit. Meteorologisch betrachtet wird die aus Windenergieanlagen eingespeiste elektrische Leistung durch Wetterlagen mit typischen Korrelationslängen von mehreren hundert Kilometern bestimmt. Im Ergebnis ist die aufsummierte eingespeiste Leistung der europaweit über mehrere tausend Kilometer sowohl in Nord-Süd-als auch Ost-West-Richtung verteilten Windenergieanlagen hoch volatil, gekennzeichnet durch ein breites Leistungsspektrum.

Die intuitive Erwartung einer deutlichen Glättung der Gesamtleistung in einem Maße, das einen Verzicht auf Backup-Kraftwerksleistung ermöglichen würde, tritt allerdings nicht ein. Das Gegenteil ist der Fall, nicht nur für ein einzelnes Land, sondern auch für die große Leistungsspitzen und -minima zeigende Summenzeitreihe der Windstromproduktion 18 europäischer Länder. Für das Jahr 2016 weist die entsprechende Zeitreihe (Stundenwerte) einen Mittelwert von 33.000 MW und ein Minimum von weniger als 6.500 MW auf. Dies entspricht trotz der europaweit verteilten Windparkstandorte gerade einmal 4 % der in den betrachteten 18 Ländern insgesamt installierten Nennleistung. Windenergie trägt damit praktisch nicht zur Versorgungssicherheit bei und erfordert 100 % planbare Backup-Systeme nach heutigem Stand der Technik.

Im derzeit in der Vorbereitung befindlichen Teil 2 der Studie wird die gesamteuropäische Situation analysiert.

Ein nüchterner Artikel, der die Windkraft in Deutschland in realistischer Weise darstellt: Windenergiekapazität 50 000 MW, gesicherte Leistung 100 MW. 37 mal im Jahr ist Dunkelflaute.

Die Gewinner der Windkraft sind klar: Die Besitzer und Investoren der Anlagen, die sich Bau und Betrieb fürstlich bezahlen lassen. Der Hinweis auf die große Bedeutung in der “ökologischen” Transformation erstickt jegliche Kritik im Keim. Aber wie ökologisch und naturnah ist diese Energiegewinnung wirklich? Einen Hinweis darauf finden wir in einer Pressemitteilung der Deutschen Wildtierstiftung vom 23. Juni 2017:

Neues Bundesnaturschutzgesetz legalisiert Tötung von Wildtieren
Deutsche Wildtier Stiftung kritisiert: Bauvorhaben und Windkraft stehen künftig über Artenschutz

Wenn Windkraftanlagen ohne Rücksicht auf geschützte Arten wie Fledermäuse und Rotmilan errichtet werden, kommen sie unter die Räder. Denn Natur- und Artenschutz stören häufig, wenn es um wirtschaftliche Interessen geht. Mit der gestern am späten Abend beschlossenen Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes hat die Bundesregierung kurz vor der parlamentarischen Sommerpause Tatsachen geschaffen: Auf Betreiben des Bundesumweltministeriums wurde eine Neuregelung beschlossen, die bei Baumaßnahmen wie z.B. von Windkraftanlagen geltendes Gesetz zum Schutz von Arten aufweicht. Viele Arten stehen aufgrund der intensiven Landnutzung in Deutschland ohnehin schon enorm unter Druck – nun verschärft sich die Situation weiter. Tote Adler unter Windenergieanlagen, Feldhamster unter Beton eingeschlossen – in Zukunft kaum mehr ein Problem.

“Wie rücksichtlos diese Ziele verfolgt werden, zeigt die Neuregelung im Rahmen des Paragraph 44 des Bundesnaturschutzgesetzes: “Es wurde mit einem Federstrich gegen Natur- und Artenschutz entschieden”, kritisiert Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung. Fakt ist: Es ist jetzt legal, wenn z.B. durch den Betrieb von Windkraftanlagen Wildtiere getötet werden! Besonders der neue Ausdruck der “Signifikanz” ist problematisch. Erst ab dieser undefinierten Schwelle soll das bisherige Tötungsverbot wirken. Doch wer entscheidet, wie viele tote Tiere signifikant sind? Das geltende EU-Recht für geschützte Arten kennt diesen Begriff ebenfalls nicht.

“Im Interesse der Windkraftlobby setzen sich Bundesregierung und Bundestag mit dieser Entscheidung über das Tötungs- und Verletzungsverbot von Wildtieren hinweg”, bedauert Professor Dr. Vahrenholt. Über 25.000 Windenergieanlagen drehen mittlerweile in Deutschland ihre Rotoren. Der Raum wird knapp. Besonders im windarmen Süden Deutschlands werden die Anlagen daher zunehmend auch in Wäldern gebaut, wo der ökologische Schaden oft beträchtlich ist. Der Tod von Schwarzstorch, Wespenbussard und seltenen Fledermäusen wird nun als unvermeidbar dargestellt und damit quasi legalisiert.

“Wir können nur hoffen, dass dieser ungeheuerliche Angriff auf den Naturschutz in der nächsten Legislaturperiode wieder rückgängig gemacht wird und protestieren aufs Schärfste”, sagt Professor Dr. Fritz Vahrenholt, Alleinvorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.

Die Änderung des Naturschutzgesetzes im Wortlaut

“….Zudem kann auch für Vorhaben privater Träger die Ausnahmevorschrift des § 45 Absatz 7 Satz 1 Nummer 5 in Anspruch genommen werden, wenn zugleich hinreichend gewichtige öffentliche Belange ihre Realisierung erfordern. Zu diesen Belangen gehört der Ausbau der Erneuerbaren Energien.”

Siehe auch Beitrag von Dirk Maxeiner auf achgut.com “Die große Koalition macht Tiere töten leicht” (englisch hier). Im August 2017 veröffentlichte Fritz Vahrenholt dazu auch in der Welt einen Beitrag:

Tierschützer warnt: Bis kein Storch mehr fliegt

Tausende Vögel werden Opfer von Windrädern. Investoren zerstören sogar Nester geschützter Arten, die dem Geschäft im Wege stehen. Dagegen hilft ein Mittel, das schon gegen die Mafia erfolgreich war.

Die Entwicklung der Artenvielfalt in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass Tiere, die durch Jagd und industrielle Verschmutzung bedroht waren, zurückkehren. Jagdverbote und der Umweltschutz zeigen Erfolg. Zu diesen Rückkehrern gehören viele prominente Vogelarten: Seeadler, Fischadler, Wanderfalke, Uhu, Schwarzstorch, Kranich.

Jetzt droht diese positive Tendenz bei den Greifvögeln wieder zu kippen. Schuld daran ist das Ausufern der Energiewende in die größte Landschaftsveränderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Greifvögel geraten in die Zange von 28.000 Windkraftanlagen, davon mittlerweile 1200 in Wäldern. Mais-Monokulturen wachsen auf 2,5 Millionen Hektar, einer Fläche so groß wie Sizilien.

Weiterlesen in der Welt.

Die Freie Welt griff das Thema am 9. August 2017 auf:

Schattenseite der Ökopolitik: Windkraft wird zunehmend zum Massengrab beliebter Vogelarten

Die Umweltpolitik der Grünen erweist sich als ökonomisches und paradoxerweise auch als ökologisches Desaster

Eine Partei, die in den 80er-Jahren angetreten war, um die Natur zu retten, wandelte sich zur Sachwalterin großflächiger Naturzerstörung“, heißt es zusammenfassend in einem Artikel von Fritz Vahrenholt, der in der ‘Welt’ unter dem Titel: „Bis kein Storch mehr fliegt“ erschienen ist.

Prof. Dr. Fritz Vahrenholt war einst Umweltsenator in Hamburg und hatte mit ‚Seveso ist überall’ eines der wirkmächtigsten Bücher der damals neu aufkommenden Umweltbewegung geschrieben. Nun warnt er eindringlich vor einem massiven Vogelsterben durch einen weiteren Ausbau der Windenergie und berichtet von zunehmendem Widerstand.

Weiterlesen in der Freien Welt

Kenneth Richard besprach auf Notrickszone zwei neue Papers, die das Müllproblem ausgedienter Altanlagen analysieren:

Unsustainable: 43 Million Tonnes Of Wind Turbine Blade Waste By 2050
Despite an explosion in installed wind capacity since 1990, wind power had achieved just 0.39%of the world’s total energy consumption as of 2013. Germany has assumed a leading role in promoting the consumption of renewable energy.  And yet even in Germany the share of energy consumption from wind power reached only 2.1% in 2016. Despite its extremely limited infiltration as a world energy source, it is assumed that a rapid expansion of wind power will ultimately be environmentally advantageous both due to its reputation as a “clean” energy and because of the potential to contribute to reduced CO2 emissions. Recently, however, the austere environmental impacts and health risks associated with expanding wind energy have received more attention. For example, scientists have asserted that wind turbines are now the leading cause of multiple mortality events in bats, with 3 to 5 million bats killed by wind turbines every year.   Migratory bats in North America may face the risk of extinction in the next few decades due to wind turbine-related fatalities.

Zitate aus Ramirez-Tejeda et al. (2017):

“If the industry cannot come up with more sustainable manufacturing and disposal processes, public acceptance of wind energy would decline if the public becomes aware of these issues”

Ganzen Artikel auf Notrickszone lesen.

Die Volatiliät ist ein großes Problem der Windkraft. Nationale Alleingänge machen dabei wenig Sinn, fand eine Studie der ETH Zürich vom 17. Juli 2017 (Pressemitteilung):

Einseitige Planung verschärft Schwankungen

Würden die Länder Europas bei der Windenergie besser zusammenarbeiten, würde die Windstromproduktion weniger stark schwanken. Das sagt eine Gruppe von Energie- und Klimaforschern der ETH Zürich und des Imperial College London, die für Europa erstmals Grosswetterlagen mit Stromproduktionszahlen kombiniert untersuchten.

Der Ausbau erneuerbarer Energien steht wegen der wetterabhängigen Stromproduktion massiv in der Kritik. Eine neue Studie zeigt, dass das weniger am Wetter als an mangelnder Berücksichtigung der gesamteuropäischen Wetterverhältnisse in der Planung liegt. Denn etliche Länder Europas folgen für den Ausbau der Windenergiekapazitäten einseitig ihren nationalen Strategien, ohne über ihren eigenen Gartenzaun zu schauen.

Besser wäre es aber, die Länder würden zusammenarbeiten und auch den Ausbau der Kapazitäten in anderen Regionen Europas fördern, wo Windkraft derzeit kaum genutzt wird. Denn nur so liessen sich die extremen Schwankungen, die heute aufgrund der wechselnden Wetterverhältnisse in der Windstromproduktion auftreten, auf einem vergleichsweise tiefen Niveau halten. Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe von Klima- und Energieforschern der ETH Zürich und des Imperial College London in ihrer neusten Studie, die soeben in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» erschienen ist. (weiterlesen …)

Klima gefährdet Schneeleoparden – seit vielen Jahrtausenden

Rührende Tiergeschichte am 27. August 2017 auf heute.de, basierend auf einem von Adriane Lochner (dpa) angelieferten Text:

Konferenz in Kirgistan: Klima gefährdet Schneeleoparden

Der Klimawandel gefährde den Schneeleopard, und die gesamte Menschheit gefährde das Klima. Wir alle sind schuldig. Es gäbe nur eine Lösung aller Probleme: Das Pariser Klimaabkommen:

“Heute sind es nicht mehr einzelne Individuen, die die größte Gefahr für den Schneeleoparden darstellen, sondern die gesamte Menschheit“, sagte Matthias Fiechter vom Snow Leopard Trust (SLT), einer Nichtregierungsorganisation aus den USA. Auf der Liste der Bedrohungen sei die Wilderei nach unten gerückt, oben stehe nun die Zerstörung der Lebensräume durch Überweidung, Umweltverschmutzung, Bergbau und vor allem durch den Klimawandel. Denn Hochgebirge wie etwa Himalaya, Karakorum oder Pamir reagierten besonders empfindlich auf die Erderwärmung, erläutert Ryan Bartlett, Klimaexperte beim World Wide Fund for Nature (WWF). Gletscher ziehen sich rasch zurück, saisonabhängige Niederschlagsmuster verschieben sich. [...] Bartlett zufolge lässt sich das Problem langfristig nur lösen, wenn sich die gesamte Welt an das Klimaabkommen von Paris hält – jenen Vertrag, aus dem die USA gerade ausgestiegen sind.

Ganzen Artikel auf heute.de lesen.

Der Heute/dpa-Beitrag lässt keinen Zweifel daran, dass der Klimawandel Hauptschuldiger an der Misere sei. Es werden Gletscherschwund und Veränderungen in den Niederschlägen angeführt. Es fällt allerdings auf, dass nur Aktivistengruppierungen zitiert werden. Wissenschaftler wurden offenbar nicht befragt, was stutzig macht. Wie robust sind die Fakten in diesem Artikel wirklich? Wir machen uns auf wissenschaftliche Spurensuche. Wichtigste Frage: Wie hat sich das Klima im Verbreitungsgebiet des Schneeleoparden (Kirgisistan, Afghanistan, China, Indien, Nepal, Pakistan, Russland) in den letzten 150 Jahren entwickelt und wie stellt sich dieser moderne Klimawandel im Lichte des vorindustriellen Kontext der letzten Jahrtausende dar?

Kirgisistan liegt im Hochgebirge des Tianshans-Gebirges. Teile Tadschikistans befinden sich im Pamir-Gebirge. Die Gletscher der beiden Gebirge waren dabei stets starken natürlichen Schwankungen ausgesetzt. Diese Schwankungen wurden offenbar von Sonnenaktivitätsänderungen ausgelöst, wie wir bereits im Mai 2012 an dieser Stelle berichteten:

Oasen der chinesischen Taklamakan-Wüste erblühten im Takt der solaren Millenniumszyklen

Die Taklamakan-Wüste ist nach der Rub el-Khali Wüste in Saudi Arabien die zweitgrößte Sandwüste der Erde. Ein chinesisch-australisches Forscherteam um Keliang Zhao von der chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking untersuchte nun ein Bodenprofil einer Oase am Rand der Taklamakan-Wüste, anhand dessen sie auf Basis von Pollen die Klimageschichte der vergangenen 4000 Jahre rekonstruierten. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse Im März 2012 in der Fachzeitschrift Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology.

Die Taklamakan-Wüste ist von hohen Gebirgszügen umgeben, darunter der Tienshan, der Pamir und das Kunlun Gebirge. Die Taklamakan-Oasen reagieren äußerst sensibel auf Klimaschwankungen, da sie ihr Wasser aus den umliegenden Bergregionen beziehen, sowohl durch Grundwasser- als auch Oberflächenwasser-Zufluss. Schwankungen in der Wasser-Zufuhr machen sich umgehend in der immer durstigen Oasenvegetation bemerkbar, deren Pollen die Forscher untersuchten.

Für ihre Untersuchung legten Zhao und Kollegen ein 8,50 m tiefes Profil der Sedimentablagerungen in einer Oase frei. Die Sedimente bestanden aus Schmelzwassersanden sowie Windablagerungen. Insgesamt analysierten die Forscher die Pollenzusammensetzung von 105 Proben, die sie im Abstand von 5-10 cm entlang des Bodenprofils nahmen. Anhand der Pollen rekonstruierten sie die Entwicklung der Feuchtigkeit und Vegetationsdichte der letzten 4000 Jahre in der Oase.

Die Forscher fanden drei Zeitabschnitte, in denen die Oase bei feuchteren klimatischen Bedingungen wuchs und gedieh: Diese Zeiten ereigneten sich 4000-2620 Jahre vor heute, 1750–1260 Jahre vor heute und 550-390 Jahre vor heute (Abbildung 1). Diese fallen interessanterweise genau mit Kaltphasen im Nordatlantik zusammen, wie sie von Bond et al. (2001) beschrieben wurden, den sogenannten Bond-Zyklen. Gerard Bond konnte damals zeigen, dass sich die nordatlantischen Kaltphasen zu Zeiten geringerer Sonnenaktivität ereigneten, also durch solar Aktivitätsschwankungen verursacht worden sind. Im chinesischen Untersuchungsgebiet äußerten sich die solaren Schwächephasen jeweils als Feuchtperiode. Die letzte Feuchtphase entspricht dabei der Kleinen Eiszeit. Während eines Großteils der Mittelalterlichen Wärmeperiode hingegen herrschten warme, trockene Bedingungen. 

Das Forscherteam vermutet, dass während der nassen Phasen die feuchtigkeitsbringenden Westwinde nach Süden in Richtung Untersuchungsgebiet verlagert und damit verstärkt hätten. Dies hätte dann zu vermehrten Niederschlägen in Form von Schneefall in den umliegenden Gebirgszügen geführt. Die Gebirgsgletscher haben sich durch die höheren Schneemengen und globale Abkühlung ausgedehnt. Entsprechend hätte sich zu diesen Zeiten auch die sommerliche Schmelzwasserzufuhr in Richtung Taklamakan-Oasen verstärkt, was dann die Feuchtphasen ausgelöst hätte. Die Westwinde in der Region beziehen ihre Feuchtigkeit vor allem aus dem Atlantik, Mittelmeer, Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer.

Die natürliche Klimadynamik ist Adriane Lochner offenbar gar nicht bekannt. Zwischenzeitlich hat auch unser Kartierprojekt zur Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) gute Fortschritte gemacht. Die Klimageschichte Kirgisistans wurde von einer ganzen Reihe von Studien beackert, die charakteristische natürliche Klimamuster in vorindustrieller Zeit zeigt (Abb. 1).

Abb. 1:Klimarekonstruktionen aus Kirgisistan. Klick auf die Studienpunkte öffnet ein Datenblatt zur jeweiligenm Studie. Rote Punkte zeigen Klimaerwärmung vor 1000 Jahren an, blau=Abkühlung, grün=feuchter, gelb=trockener. Quelle: MWP-Projekt

 

Wir wollen nur einmal eine Studie herausgreifen. Eine Gruppe um Jan Esper untersuchte Baumringe in der Region und fand ein warmes Mittelalter (7501270 n.Chr.), gefolgt von einer kalten Kleinen Eiszeit und der nachfolgenden modernen Wiedererwärmung auf ähnliche Werte wie vor 1000 Jahren (Abb. 2).

Abb. 2: Klimarekonstruktion aus dem Tien Shan (Kirgisistan) und Karakorum (Pakistan) auf Basis von Baumringen. Ausschlag nach oben in blauer Kurve (a) entspricht Erwärmung, Ausschlag nach unten Abkühlung. Quelle: Esper et al. 2007.  

 

Weshalb verschweigen Adriane Lochner und die Schneeleoparden-Aktivisten diesen wichtigen Kontext? Offensichtlich hatte der Schneeleopard stetst mit Klimaschwankungen zu kämpfen. Das heutige Geschehen reiht sich dabei nahtlos in die Klimageschichte der letzten Jahrtausende ein. Der Bereich der Schwankungsbreite der natürlichen Klimavariabilität ist noch immer nicht verlassen. Alarmisische Ansätze sind daher unangebracht, vielmehr werden pragmatische und realistische Ansätze benötigt.

Mit wenigen Google-Klicks findet sich ein Profil von Frau Lochner, die als freie Journalistin durch die Weltgeschichte reist. Angesichts der Nähe zu Aktivistengruppen im besprochenen Artikel wundert es kaum, dass sie als Biologin über Biotreibstoffe promoviert hat. Damit ist sie fest auf der Seite der Energiewendenfürsprecher verankert, die an einer dramatischen Darstellung des Klimawandels höchstes Interesse hat. Eine neutrale und ausgewogene Berichterstattung zum Thema Klima ist daher von Adriane Lochner nicht zu erwarten, da persönliche Interessenskonflikte nicht ausgeschlossen werden können.

 

China: Wärmephase des 20. Jahrhunderts war im Kontext der letzten 2000 Jahre nicht einzigartig

Fast wöchentlich erscheinen neue Arbeiten zur Klimageschichte Chinas. Dabei wird stets klar, dass das Klima der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende bedeutenden natürlichen Schwankungen unterworfen war. Am 8. August 2017 gab die Chinesische Akademie der Wissenschaften nun eine bemerkenswerte Pressemitteilung heraus. Die wichtigste Nachricht steckten die Forscher gleich in die Überschrift: Das warme Klima der letzten Jahrzehnte stellt im Kontext der letzten 2000 Jahre in China keinen Einzelfall dar. Bereits in vorindustrieller Zeit konnten die Wissenschaftler ähnlich warme Phasen ausmachen:

Warm Periods in the 20th Century Not Unprecedented during the Last 2000 Years

A great deal of evidence relating to ancient climate variation is preserved in proxy data such as tree rings, lake sediments, ice cores, stalagmites, corals and historical documents, and these sources carry great significance in evaluating the 20th century warming in the context of the last two millennia.

Prof. GE Quansheng and his group from the Institute of Geographic Sciences and Natural Resources Research of the Chinese Academy of Sciences, collected a large number of proxies and reconstructed a 2000-year temperature series in China with a 10-year resolution, enabling them to quantitatively reveal the characteristics of temperature change in China over a common era.

“We found four warm epochs, which were AD 1 to AD 200, AD 550 to AD 760, AD 950 to AD 1300, and the 20th century. Cold periods occurred between AD 210 and AD 350, AD 420 and AD 530, AD 780 and AD 940, and AD 1320 and AD 1900. The temperature amplitude between the warmest and coldest decades was 1.3°C,” said Prof. GE.

The team found that the most rapid warming in China occurred over AD 1870–2000, at a rate of 0.56 ± 0.42°C (100 yr)−1; however, temperatures recorded in the 20th century may not be unprecedented in the last 2000 years, as reconstruction showed records for the period from 981 to 1100, and again from 1201 to 1270, were comparable to those of the present warm period, but with an uncertainty of ±0.28°C to ±0.42°C at the 95% confidence interval. Since 1000 CE—the period covering the Medieval Climate Anomaly, Little Ice Age, and the present warm period—temperature variations over China have typically been in phase with those of the Northern Hemisphere as a whole.

They also detected some interactions between temperature variation and precipitation change. The ensemble means of dryness/wetness spatial patterns in eastern China across all centennial warm periods illustrate a tripole pattern: dry south of 25°N; wet from 25°–30°N; and dry to the north of 30°N. For all cold periods, the ensemble mean drought/flood spatial patterns showed an east to west distribution, with flooding east of 115°E and drought dominant west of 115°E, with the exception of flooding between approximately110°E and 105°E.

The general characteristics of the impacts of climatic change historically were negative in the cold periods and positive in the warm periods. For example, 25 of the 31 most prosperous periods in imperial China during the past 2000 years occurred during periods of warmth or warming. A cooling trend at the centennial scale and social economic decline run hand-in-hand. The rapid development supported by better resources and a better environment in warm periods could lead to an increase in social vulnerability when the climate turns once more to being relatively colder.

“Throughout China’s history,” Prof. GE added, “both rulers and the ruled have adopted strategies and policies to cope with climate change, as permitted by the prevailing geography and circumstances of the time.”

Figure: 2000-year temperature reconstruction in China (Image by GE Quansheng)

 

Schweizer Forscher: Sinkende Sonnenstrahlung könnte die Klimaerwärmung um bis zu 0,5°C abschwächen

Ist die Sonne klimatisch doch potenter als lange angenommen? Laut Werner Schmutz, dem Direktor des Physikalisch-Meteorologischen Observatoriums Davos, könnte sinkende Sonnenstrahlung die Klimaerwärmung um bis zu 0,5 Grad Celsius abschwächen. Schauen Sie selbst den 3SAT-nano-Bericht “Sonne zur Abkühlung”.

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Bereits im November 2015 erschien in Earth Science Reviews ein interessantes Paper von Willie Soon und Kollegen, in dem die wissenschaftliche Kontroverse des solaren Klimaeinflusses diskutiert wird. Dabei erklären die Autoren, dass wichtige solare Datensätze ignoriert wurden, die eine ziemlich gute Übereinstimmung zur Temperaturentwicklung zeigen.

Re-evaluating the role of solar variability on Northern Hemisphere temperature trends since the 19th century

Debate over what influence (if any) solar variability has had on surface air temperature trends since the 19th century has been controversial. In this paper, we consider two factors which may have contributed to this controversy:

1. Several different solar variability datasets exist. While each of these datasets is constructed on plausible grounds, they often imply contradictory estimates for the trends in solar activity since the 19th century.

2. Although attempts have been made to account for non-climatic biases in previous estimates of surface air temperature trends, recent research by two of the authors has shown that current estimates are likely still affected by non-climatic biases, particularly urbanization bias.

With these points in mind, we first review the debate over solar variability. We summarise the points of general agreement between most groups and the aspects which still remain controversial. We discuss possible future research which may help resolve the controversy of these aspects. Then, in order to account for the problem of urbanization bias, we compile a new estimate of Northern Hemisphere surface air temperature trends since 1881, using records from predominantly rural stations in the monthly Global Historical Climatology Network dataset. Like previous weather station-based estimates, our new estimate suggests that surface air temperatures warmed during the 1880s–1940s and 1980s–2000s. However, this new estimate suggests these two warming periods were separated by a pronounced cooling period during the 1950s–1970s and that the relative warmth of the mid-20th century warm period was comparable to the recent warm period.

We then compare our weather station-based temperature trend estimate to several other independent estimates. This new record is found to be consistent with estimates of Northern Hemisphere Sea Surface Temperature (SST) trends, as well as temperature proxy-based estimates derived from glacier length records and from tree ring widths. However, the multi-model means of the recent Coupled Model Intercomparison Project Phase 5 (CMIP5) climate model hindcasts were unable to adequately reproduce the new estimate — although the modelling of certain volcanic eruptions did seem to be reasonably well reproduced.

Finally, we compare our new composite to one of the solar variability datasets not considered by the CMIP5 climate models, i.e., Scafetta and Willson, 2014′s update to the Hoyt and Schatten, 1993 dataset. A strong correlation is found between these two datasets, implying that solar variability has been the dominant influence on Northern Hemisphere temperature trends since at least 1881. We discuss the significance of this apparent correlation, and its implications for previous studies which have instead suggested that increasing atmospheric carbon dioxide has been the dominant influence.

 

Klimaerwärmung durch Tellerleeressen

Renee Hannon berichtete in einem LinkedIn-Artikel eine spannende Geschichte: Der Temperaturverlauf zweier historischer Warmzeiten (Interglaziale) gleicht sich überraschend gut. Vielleicht lässt sich daraus auch etwas für unsere aktuelle holozäne Warmzeit ableiten?

The Predictability of Past Warm Periods

Did you know two of the past Warm periods have nearly identical patterns?

Graphs of the EPICA Dome C isotope ratios and temperature show bimodal patterns for Warm Periods at 129 kyr (Warm II) and 334 kyr (Warm IV) that are strikingly similar (Figure 1).   In fact, I double checked to make sure I wasn’t plotting the same data twice. The main difference is Warm IV’s period is compressed by approximately 6 kyrs as shown in Figure 1.  These warm periods are approximately 200 kyrs apart.

Weiterlesen auf LinkedIn

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Am 1. März 2017 erschien im Fachblatt Energy & Environment ein Paper von Harold Blaauw, das die natürlichen Klimafaktoren in den Fokus rückt. Blaauw zitiert darin unter anderem unser Klimaverstärker-Konzept, das wir 2012 im Buch “Die kalte Sonne” eingeführt hatten:

Global warming: Sun and water
This paper demonstrates that global warming can be explained without recourse to the greenhouse theory. This explanation is based on a simple model of the Earth’s climate system consisting of three layers: the surface, a lower and an upper atmospheric layer. The distinction between the atmospheric layers rests on the assumption that the latent heat from the surface is set free in the lower atmospheric layer only. The varying solar irradiation constitutes the sole input driving the changes in the system’s energy transfers. All variations in the energy exchanges can be expressed in terms of the temperature variations of the layers by means of an energy transfer matrix. It turns out that the latent heat transfer as a function of the temperatures of the surface and the lower layer makes this matrix next to singular. The near singularity reveals a considerable negative feedback in the model which can be identified as the ‘Klimaverstärker’ presumed by Vahrenholt and Lüning. By a suitable, yet realistic choice of the parameters appearing in the energy transfer matrix and of the effective heat capacities of the layers, the model reproduces the global warming: the calculated trend in the surface temperature agrees well with the observational data from AD 1750 up to AD 2000.

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Die Band OneRepublic hat einen faktenfreien Song zum Klimawandel gemacht. Das Video zum Stück “Truth to Power” versumpft in klimaalarmistischen Cliché. Darin wird jedes erdenkliche Übel der Welt dem Klimawandel angelastet, die aktuelle Völkerwanderungsproblematik eingeschlossen. Am besten einmal anschauen und dann wieder schnell vergessen:

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Ein bisschen Spaß zum heutigen Abschluss. LZ.de am 19. Juli 2017:

Kabarettist erklärt beim Sommertreff den wahren Grund für den Klimawandel
[...] Die große Zahl adipöser Jugendlicher und den Klimawandel führte er darauf zurück, dass seit Generationen darauf gedrängt wird: Teller leer essen, damit die Sonne scheint. [...]

 

Helfen Weltuntergangs-Szenarien dem Klimaschutz?

Das Klimaestablishment hat sich jahrelang bequem eingerichtet. Mithilfe des Klimaalarms wurde politischer Druck aufgebaut, der eigene Bereich erhöht und Fördermittel abgegriffen. Niemand konnte ein Interesse daran haben, dieses praktische und einträgliche System zu verlassen. Es macht daher Sinn, den klimatischen Status Quo durch unabhängige, unbelastete Forscher prüfen zu lassen. Dies ist ein klassischer “Red Team”-Ansatz, der in großen Firmen gelebt wird. In den USA werden nun die Rufe nach solch einem Climate Red Team lauter. Judith Curry hat den aktuellen Stand in ihrem Blog kürzlich zusammengefasst.

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Lustiger Artikel im Handelsblatt vom 6. Juli 2017:

Klimaforscher fordern ernsthaften Umgang mit Fakten
[...] Kritiker betonen gern, dass es über Jahrtausende einen natürlichen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten gegeben hat. Das bestreitet auch Latif nicht, sagt aber, dass die derzeit beobachtbare schnelle Erwärmung in nur etwa 150 Jahren eine völlig neue Entwicklung sei. Der Vergleich mit früheren Warmzeiten sei unzulässig. Werde nicht gegengesteuert, drohten schwerwiegende weitverbreitete und irreversible Folgen für Menschen und Ökosysteme. [...]

Falsch. Offenbar hat Mojib Latif seine Hausaufgaben nicht gemacht. Richtig ist vielmehr, dass es auch in der Vergangenheit ähnlich schnelle Klimawechsel wie heute gegeben hat. Beispiel: “Neue Studie der Universität Erlangen-Nürnberg entzaubert Klimawandel-Mythos: Erderwärmung schritt in der Vergangenheit genauso schnell voran wie heute“.

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Der kontroverse wissenschaftliche Disput ist für den Fortschritt unabdinglich. In den modernen Klimawissenschaften scheinen die lange etablierten Prinzipien der fachlichen Diskussion jedoch nicht zu gelten. Wer dem Mainstream widerspricht, wird an den Pranger gestellt und karrieretechnisch “kalt” gemacht. In den USA ist nun ein Forscher sogar noch weiter gegangen: Er hat seinen Kritiker einfach verklagt. The Daily Caller berichtete am 18. Juli 2017:

Disgruntled Climate Scientist Threatens Legal Action Against Researchers Who Criticized Him

A Stanford University professor indicated he was ready to take legal action against NOAA researchers who published a recent study critical of his work on green energy.

Emails obtained by National Review’s Robert Bryce show Stanford’s Mark Jacobson hired lawyers “to address the falsification of claims” about his work. Jacobson has not yet filed a lawsuit. Jacobson sent a June email to Chris Clack , a National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) mathematician who helped debunk his widely-cited 2015 research claimed the U.S. could run on 100 percent green energy. Clack and 20 other researchers published a retort to Jacobson’s study in the Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), concluding its “work used invalid modeling tools, contained modeling errors, and made implausible and inadequately supported assumptions.” “It’s unprecedented for a scientist to do that,” Chris Clack, told The National Review. “We have not attacked him. All the vitriol has come from his side. We have only talked about the substance of the paper.”

Weiterlesen auf The Daily Caller

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Christopher Schrader von der Süddeutschen Zeitung (SZ) kommt offenbar ins Grübeln. Am 20. Juli 2017 diskutierte er in der SZ,  ob extremer Klimaalarm vielleicht doch nicht so wirksam ist, wie lange angenommen. Wie nachhaltig sind Alarmszenarien, die dann nicht eintreten, jedoch die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt haben? Hier ein Auszug aus dem lesenwerten Artikel:

Helfen Weltuntergangs-Szenarien dem Klimaschutz?

Dürfen Wissenschaftler die Apokalypse ausmalen, um vor der Erderwärmung zu warnen? Kritiker von derlei “Klima-Porno” warnen: Das führt erst recht zu Resignation und Zweifeln.[...] In diese gute Stimmung platzte jedoch in der vergangenen Woche eine Titelgeschichte des US-Magazins New York. “Die unbewohnbare Erde”, hieß sie; der Autor David Wallace-Wells beschrieb darin, welche extremen Folgen des Klimawandels Forscher für möglich – wenn auch für ziemlich unwahrscheinlich – halten. Dafür fütterte er den Drachen auch noch mit Aufputschmitteln. Er setzte nicht nur voraus, dass die Freisetzung von Treibhausgasen ungebremst weitergeht. Sondern der Klimawandel verstärke sich sogar noch, weil die Permafrostregionen der Erde auftauen und große Mengen Methan freisetzen. “Das Ökosystem der Erde wird brodeln”, heißt es im Artikel. Die Erde könne sich um sechs, acht oder gar zwölf Grad Celsius erwärmen; Naturkatastrophen würden alltäglich. Die Ozeane vergifteten sich selbst. Viele Regionen würden unbewohnbar, weil es die Menschen draußen wegen Hitze und Feuchtigkeit nicht mehr aushalten, geschweige denn arbeiten können. Die Produktion von Lebensmitteln bräche ein, die Weltwirtschaft könne auf die Hälfte schrumpfen, permanente Kriege stürzten die Völker weiter ins Elend.

[...]

Ein Forscher nannte den Artikel einen “Klima-Porno”, und meinte damit wohl die ungefilterte und brutale Zurschaustellung von Extremen. Manche kritisierten sachliche Fehler: Die aus dem Permafrost drohende Gefahr sei längst nicht so dramatisch, der Zusammenhang von Klimawandel und Krieg nicht so klar – und sollte es tatsächlich zu einer globalen Rezession kommen, könne man nicht zugleich annehmen, dass die Emissionen weiter ins Unermessliche steigen. “Viel gelesen und wenig verstanden”, urteilt der Max-Planck-Forscher Jochem Marotzke. Die meisten Kritiker aber wenden sich grundsätzlich gegen Wallace-Wells’ Aufrüttelungsansatz: Mit Untergangsszenarien, meinen sie, erreiche man keine Veränderung. “Die Beweise, dass der Klimawandel eine ernsthafte Herausforderung ist, sind sehr klar”, schrieb etwa der prominente Klimaforscher Michael Mann von der Pennsylvania State University in der Washington Post. “Es ist nicht nötig zu übertreiben, besonders wenn das eine lähmende Geschichte von Verderben und Hoffnungslosigkeit nährt.”

Ganzen Artikel hier lesen.

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Georg Keckl hat sich den historischen Verlauf der Waldsterben-Diskussion angeschaut und in einem interessanten Bericht zusammengestellt. Das pdf gibt es hier.

 

Extrem sauerstoffarme Wirbel im Atlantik produzieren Treibhausgase

Pressemitteilung des Geomar vom 7. Juli 2017:

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Extrem sauerstoffarme Wirbel im Atlantik produzieren Treibhausgase

Internationales Forschungsteam entdeckt bisher unbekannte Prozesse im Atlantik

Im Jahr 2014 hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Kieler Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel erstmals nahezu sauerstofffreie Wirbel im Atlantik detailliert untersuchen können. Bei der Auswertung der Daten konnten die Beteiligten Prozesse nachweisen, die aus dem Atlantik bisher nicht bekannt waren. Dazu gehört auch die natürliche Produktion erheblicher Mengen von Treibhausgasen, wie ein Autorenteam jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Sauerstoff ist im Meer nicht nur lebenswichtig für die meisten Organismen. Sein Vorhandensein oder seine Abwesenheit beeinflusst ebenso die Chemie des Ozeans und die der Atmosphäre darüber. Beispielsweise entweichen in Regionen mit sehr wenig Sauerstoff aus dem Meer aufgrund biochemischer Prozesse große Mengen des potenten Treibhausgases Distickstoffmonoxid, auch Lachgas genannt.

Der tropische und subtropische Atlantik war dafür bisher nicht bekannt. Es gibt an seinem Ostrand zwar eine natürliche Sauerstoffminimumzone, sie ist jedoch bei weitem nicht so ausgeprägt wie ähnliche Zonen im Indik oder Pazifik. Dieses Bild muss jetzt allerdings korrigiert werden, wie ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Kieler Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel gestern in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichte.

„Der Grund, warum die extrem sauerstoffarmen Regionen im Atlantik der Forschung bisher entgangen waren, ist einfach: Sie sind im Gegensatz zu den großen, stationären Sauerstoffminimumzonen nur sehr kleinräumig und zusätzlich räumlich sehr variabel“, erklärt Dr. Damian Grundle vom Bermuda Institute of Ocean Sciences, Erstautor der aktuellen Studie und bis vor Kurzem noch Wissenschaftler am GEOMAR. Extreme Sauerstoffarmut entsteht im Atlantik in großen Ozeanwirbeln von bis zu 100 Kilometern Durchmesser, die von der Westafrikanischen Küste westwärts durch den Ozean wandern. Solche Wirbel sind mit konventionellen Beobachtungsmethoden nur schwer zu erkennen, geschweige denn detailliert zu untersuchen.

Doch im Jahr 2010 streifte ein Wirbel das Cape Verde Ocean Observatory, eine vor der kapverdischen Insel São Vicente fest im Meer verankerte Beobachtungsstation. „Damit hatten wir einen ersten Hinweis auf die Existenz dieser speziellen Wirbel, aber noch keine genauen Informationen aus ihrem Inneren“, berichtet der Meereschemiker Dr. Björn Fiedler vom GEOMAR, der das Projekt geleitet hat.

Mit finanzieller Unterstützung des Kieler Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“ legten sich die Meeresforscherinnen und Meeresforscher auf die Lauer. 2014 war es so weit: Mit Hilfe eines Satelliten entdeckten sie einen potentiellen Ozeanwirbel, der sich vor der Küste Mauretaniens bildete und Richtung Kapverden wanderte. Von dort schickte das Team ihm autonome Messdrohnen, sogenannte Gleiter, entgegen. Als sich der Wirbel den Inseln näherte, konnten sie mit dem kapverdischen Forschungsschiff ISLANDIA erstmalig auch Wasserproben direkt aus seinem Zentrum nehmen.

„Auch der Zufall half uns, denn zu dieser Zeit befand sich das deutsche Forschungsschiff METEOR für eine lange geplante Expedition des Kieler Sonderforschungsbereichs 754 vor den Kapverden. So konnten wir die Kollegen rasch überzeugen, auch den Wirbel zu beproben“, sagt Dr. Fiedler und ergänzt: „Ohne die gute Infrastruktur auf den Kapverden und die langjährige Zusammenarbeit mit den dortigen Kolleginnen und Kollegen wäre diese Messkampagne nicht möglich gewesen.“

Die gewonnenen Daten und Wasserproben wurden anschließend physikalisch, biogeochemisch und biologisch ausgewertet. „In einer ganzen Reihe von Publikationen konnten wir spannende neue Erkenntnisse über dieses bisher unbekannte Phänomen im Atlantik gewinnen“ so Dr. Fiedler.

Die jetzt in den Scientific Reports erschienene Studie schließt die Forschungen zu dem 2014er Wirbel in gewisser Weise ab. „Im Kern des Wirbels gab es in nur 100 Meter Wassertiefe die höchsten Lachgaswerte, die jemals im offenen Atlantik gemessen worden waren. Dies ist auf Prozesse zurückzuführen, die dem Ozean den Pflanzennährstoff Stickstoff entziehen können und dabei unter anderem Lachgas in großen Mengen produzieren“, fasst Dr. Grundle die Erkenntnisse zusammen. „Wir müssen unser Verständnis der Stoffkreisläufe im Atlantik jetzt diesbezüglich anpassen“.

Originalarbeiten:
Grundle, D.S., C.R. Löscher, G. Krahmann, M.A. Altabet, H.W. Bange, J. Karstensen, A. Körtzinger, B. Fiedler (2017): Low oxygen eddies in the eastern tropical North Atlantic: 2 Implications for N2O cycling. Scientific Reports, http://dx.doi.org/10.1038/s41598-017-04745-y

 

Der ideale Klimaschützer: Kinderlos, Vegetarier, ohne Auto, ohne Haus, mit ökologischer Flugangst

Ein britischer Universitätsprofessor beklagte sich kürzlich, dass es immer schwieriger werden, kontroverse Themen an der Hochschule anzusprechen. Zu stark sei die Lobby, die den Disput auf den Mainstream eingrenzt.

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Wie kann man den Klimawandel effektiv bekämpfen? Weniger fliegen und weniger Kinder kriegen. Wenn dann das letzte hoffentlich kinderlose Paar gestorben ist, wäre der Planet endlich menschenfrei, und das Klima kann sich erholen. Amen.

Der Westen.de am 20. Juli 2017:

Klima-Studie: Warum Babys die größten Klima-Killer sind

Laut einer Studie gelten nicht mehr nur Autos und Fabriken als Klimakiller, sondern auch Kinder. Forscher haben provokative Vorschläge.

Berlin.  Wer es mit dem Klimawandel ernst meint, muss seinen Lebenswandel überdenken: Sollte ich alte Glühbirnen austauschen? Sollte ich lieber mit dem Rad fahren? Sollte ich überhaupt Kinder bekommen? Ja, richtig gelesen. Eine neue Studie zum Klimaschutz empfiehlt, dass Menschen in Europa, Amerika und Australien ein Kind weniger bekommen sollten.

Wer gedacht hatte, dass sich der Appell vor allem an kinderreiche Familien in Afrika wendet würde, sah sich eines anderen belehrt. Nein, es sollen die Kleinfamilien in Europa weiter schrumpfen. Einfach weil der pro-Kopf-Austoß von CO2 dort höher ist. Verrückte Welt. WUWT dazu:

No kids,

no cars,

no meat,

no flying!

Auch der Besitz von Eigentum ist übrigens klimaschädlich und muss daher abgeschafft werden. Willkommen im neuen Klimakommunismus.

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Pressemitteilung der Uni Bern vom 11. Juli 2017:

Umfassendste Datenbank zu Klimawandel in der Vergangenheit ist online

Eine neue Online-Datenbank ermöglicht es Klimaforschenden, nun noch genauer die Muster und Ursachen von globalen Klimaschwankungen zu untersuchen. Sie wurde von einem grossen internationalen Forschungsteam zusammengestellt, das von PAGES (Past Global Changes) koordiniert wurde, einer klimawissenschaftlichen Organisation an der Universität Bern.

Die Kenntnis von globalen Temperaturen vor den eigentlichen Wettermessungen beruht auf sogenannten «Proxydaten» aus biologischen oder geologischen Proben, die indirekte Informationen über vergangene Temperaturen enthalten. Baumringe etwa wachsen dicker in wärmeren Jahren und ermöglichen so indirekte Schätzungen über Temperaturschwankungen während der Lebenszeit des Baumes.

Die neue PAGES2k Datenbank enthält Proxydaten aus einer Vielzahl von Quellen wie Baumringe, Eisbohrkerne, Korallen, Meeres- und Seesedimentproben sowie historische Dokumente. Dieses grundlegende Werkzeug für Klimarekonstruktionen und Klimamodelle wurde nun online im «Nature»-Journal «Scientific data» publiziert. Die Datenbank ist die bisher transparenteste und vollständigste Datensammlung zum Klimawandel der letzten 2000 Jahre.

Past Global Changes (PAGES) ist eine internationale Klimawissenschafts-Organisation mit Hauptsitz an der Universität Bern. Die PAGES2k Datenbank wurde mit der Hilfe von Klimatologinnen und Klimatologen aus der ganzen Welt erstellt und von Bern aus koordiniert. Sie enthält 692 Einträge aus 648 Orten und umfasst alle Kontinente und Ozeane. Die Daten wurden gemeinsam vom PAGES2k Konsortium ausgewählt und geprüft und anschliessend nach einheitlichen und transparenten Kriterien zusammengeführt. Als «Open Data» können sie nun von allen Interessierten heruntergeladen und verwendet werden. Die Daten sind so aufbereitet, dass sie für Expertinnen und Experten als auch für «Citizen-scientists» gleichermassen zugänglich sind.

Eine Berner Initiative

Das PAGES2k-Projekt wurde von Berner Forschenden ins Leben gerufen. An der Datenbank sind aktuell sechs Berner Klimatologinnen und Klimatologen beteiligt. Sie haben vor allem Daten von der Südhalbkugel beigetragen: «Da wir zahlreiche Projekte in Südamerika, Australien und im südlichen Afrika haben, stammt der Anteil der Daten aus der südlichen Hemisphäre grösstenteils von der Arbeit, die wir in diesen Regionen leisten», sagt Raphael Neukom, einer der Projektleiter und Ko-Autor der publizierten Datenbank. Die Kontakte, die dabei seit Jahren mit Forschenden in der Südhemisphäre bestehen, waren für diese Arbeit sehr wichtig: «Es braucht viel Vertrauen und langjährige Zusammenarbeit, um die besten Datensätze für ein solches globales Projekt zu erhalten», sagt Neukom – vor allem, weil im Süden viel weniger Daten verfügbar seien als im Norden. «Wichtig an unserem Beitrag ist unter anderem, dass wir die Perspektive des Südens einbringen. Nur so können Resultate erzielt werden, die global aussagekräftig und konsistent sind», betont Neukom. Die Universität Bern war eine der wenigen Institutionen, die in allen Teilen des Projekts involviert war, also beim Zusammentragen, Konsolidieren und Aufbereiten der Daten ebenso wie bei der Auswertung und Koordination der Arbeiten.

Martin Grosjean, Direktor des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung an der Universität Bern, sagt, Bern könne stolz auf die Datenbank und den Beitrag zur Paläowissenschaft sein: «Dank PAGES und den Büros des Weltklimarats IPCC, die sich auch hier befanden, hat sich die Universität Bern zu einem international renommierten Klima-Hub entwickelt.»

Eine erste Zusammenfassung der globalen Temperaturgeschichte mit der vollständigen PAGES2k-Datenbank zeigt eine langfristige Abkühlung bis zum 19. Jahrhundert, der dann ein starker Erwärmungstrend folgt. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit einem grossen Teil der aktuellen Klimaforschung. Sie zeigen auch, dass diese Trends mit den regionalen Temperaturmustern übereinstimmen, die aus einer früheren, begrenzten Version der PAGES2k-Datenbank (veröffentlicht 2013) rekonstruiert wurden.

Hier geht es zur Datenbank.

 

Spiel mit der Sonne

Am 3. Juli 2017 gab das Kieler Geomar bekannt, dass es nun eine neue solare Aktivitätskurve gäbe, die in den Klimamodellen als Referenz verwendet werden wird:

Sonnenschwankungen in Klimamodellen besser berücksichtigt

Neuer Referenzdatensatz für Vergleichsstudien veröffentlicht

Bei zukünftigen Vergleichsstudien zur Klimaentwicklung können Forscher nun auf einen neuen, deutlich verbesserten Datensatz der solaren Einstrahlung zurückgreifen. Ein internationales Forscherteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC) in Granada (Spanien) publizierte jetzt in der Fachzeitschrift Geoscientific Model Development die Details der neuen Rekonstruktion des Referenzdatensatzes. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erwarten dadurch insbesondere in der Stratosphäre einen deutlich stärkeren Einfluss der solaren Strahlung.

Wieviel Einfluss haben die Schwankungen der solaren Einstrahlung auf unser Klimasystem? Könnten zukünftig die steigenden Erdtemperaturen durch eine abnehmende Sonnenaktivität abgeschwächt werden? Mit solchen Fragen befasst sich die Klimaforschung schon seit längerem. Um unter anderem diese Fragen möglichst genau beantworten zu können, ist es wichtig, die Schwankungen der solaren Einstrahlung mit dem 11-jährigen Sonnenfleckenzyklus möglichst gut zu kennen und diese als Eingangsparameter in Klimamodellsimulationen zu nutzen. Ein internationales Forscherteam unter Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC) in Granada (Spanien)  hat nun einen neuen Datensatz veröffentlicht, der als Basis für zukünftige Modellvergleiche genutzt und in den nächsten Klimazustandsbericht des Weltklimarates (IPCC) einfließen wird.

„Für die solare Einstrahlung haben wir im wesentlichen zwei Datensätzen, einen von unseren amerikanischen Kolleginnen und einen vom Max-Planck Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen kombiniert“, erläutert die Erstautorin Prof. Dr. Katja Matthes vom GEOMAR. „In diesem neuen Datensatz ist die Variabilität im kurzwelligen Teil des Sonnenspektrums, dem sogenannten UV-Bereich stärker als bisher. Das führt im Maximum der Sonnenaktivität zu einer Erwärmung der Stratosphäre und erhöhter Ozonproduktion“, so Matthes weiter. Davon versprechen sich die Forscher insbesondere im Bereich der Stratosphäre zwischen 15 und 50 Kilometern Höhe, deutlichere Signale, die über komplizierte Wechselwirkungsmechanismen auch das Klima am Erdboden beeinflussen. Weitere Neuerungen sind ein neuer Referenzwert für die sogenannte “Solarkonstante”, die mittlere Einstrahlung am Außenrand der Atmosphäre, die mit 1361 Watt pro Quadratmeter etwas niedriger ausfällt, sowie die Berücksichtigung von Teilchenstrahlung.

Der neue Datensatz wird in den kommenden Jahren als Referenz für den sechsten Zyklus von international koordinierten Vergleichsrechnungen mit gekoppelten Ozean-Atmosphäre Modellen verwendet. Die sogenannten CMIP (Coupled Model Intercomparison Project)-Experimente gibt es schon seit Jahrzehnten. Sie stellen einen wichtigen Qualitätscheck für Klimamodelle dar und  sind die Grundlage für den Klimazustandsbericht des IPCC.

Was erwarten die Wissenschaftler von dem neuen Datensatz? „In unserem Zukunftsszenario für CMIP6 haben wir eine bessere Abschätzung der zukünftigen Entwicklung der solaren Aktivität nach 2015 gemacht“, erläutert Dr. Bernd Funke, Co-Autor vom CSIC. „Bis 2070 ist demnach eine Abnahme der mittleren Sonnenaktivität zu einem kleineren solaren Minimum zu erwarten. Dies wirkt dem anthropogenen Klimawandel entgegen, wird aber auf die Entwicklung der globalen Temperatur keinen spürbaren Einfluss haben“, erwartet Dr. Funke.  Nicht zu unterschätzen seien allerdings die regionalen Auswirkungen. Außerdem wird es erstmals möglich sein, die solaren Strahlungseffekte und die Effekte von energetischen Teilchen zu quantifizieren.

An der Erstellung des neuen Datensatzes hat ein großes, interdisziplinäres Team von Sonnenphysikern über Teilchenexperten bis hin zu Klimamodellierern mitgearbeitet. Diese Arbeit wurde im Rahmen eines internationalen Modellvergleichsprojektes (http://solarisheppa.geomar.de/) des Weltklimaforschungsprogrammes durchgeführt. Unter der Leitung von Katja Matthes und Bernd Funke konnte so die weltweit vorhandene Expertise zu diesem Thema gebündelt werden, um die bestmögliche Abschätzung der solaren Variabilität der Vergangenheit und Zukunft zu erstellen.

„Der neue Datensatz wird dazu beitragen, unser Verständnis der natürlichen dekadischen Klimavariabilität weiter zu verbessern und von anthropogenen Prozessen klarer abzugrenzen“, so Prof. Matthes abschließend.

Originalarbeit:

Matthes, K, B. Funke, M. E. Andersson, L. Barnard, J. Beer, P. Charbonneau, M. A. Clilverd, T. Dudok de Wit, M. Haberreiter, A. Hendry, C. H. Jackman, M. Kretzschmar, T. Kruschke, M. Kunze, U. Langematz, D. R. Marsh, A. C. Maycock, S. Misios, C. J. Rodger, A. A. Scaife, A. Seppälä, M. Shangguan, M. Sinnhuber, K. Tourpali, I. Usoskin, M. van de Kamp, P. T. Verronen, and S. Versick, 2017: Solar forcing for CMIP6 (v3.2). Geosci. Model Dev., 10, 2247–2302, https://doi.org/10.5194/gmd-10-2247-2017 

Der UV-Ansatz ist gut, die Erwartung regionaler Klimaeffekte durch solare Aktivitätsschwankungen ebenfalls. Aber ist die neue Kurve wirklich realistischer geworden?Das Geomar hat die Kurve als Graphik beigefügt (Abb. 1). Im Gegensatz zur Vorgängerkurve hat man seltsamerweise die Sonnenaktivität in den 1960er Jahren deutlich nach oben gesetzt. Das ist seltsam, denn Rekonstruktionen über die kosmische Strahlung geben dies nicht her. Offenbar wurden hier die Sonnenflecken stärker in den Fokus gerückt, was fragwürdig ist. In der früheren Version erreichte die Sonnenaktivität gegen Ende des 20. Jahrhunderts ein Maximum, was politisch vermutlich schlecht vermittelbar war, da ja auch die globale Erwärmung zeitgleich kulminierte. Ein Schelm, der hier einen Zusammenhang ahnt.

 

Abbildung 1: Rekonstruktionen der solaren Einstrahlung. Bisherige Rekonstruktion: gelb, neue Rekonstruktion: schwarz, Beobachtungen: grau schattiert. Quelle: GEOMAR. 

 

In einer neuen Arbeit von Egeland et al. 2016  ist das Verhältnis genau andersherum:

Abb. 2: Entwicklung der solaren Aktivität während der letzten 100 Jahre. Graphik: Egeland et al. 2016.

 

Bedauernswerterweise beginnt die neue solare Kurve erst bei 1850, also gegen Ende der Kleinen Eiszeit. Wichtig wäre jedoch eine Forschreibung in die Vergangenheit gewesen, so dass auch frühere Wärmephasen wie die Mittelalterliche Wärmeperiode mit der Sonnenkurve verglichen werden können. Im Rahmen des offiziellen Begutachtungsverfahrens zum Papers hat Sebastian Lüning diese Kritik angebracht (siehe hier). Die Leitautorin des Papers antwortete, dass ja auch die Klimamodelle erst um 1850 anfangen. Dies scheint das Hauptproblem zu sein, dass sich die Modellierer bewusst nicht an die Zeit vor der Kleinen Eiszeit heranwagen. Dort würde schnell klar werden, welchen geringen Wert die Modelle haben. Zwar arbeite man auch an längerfristigen solaren Rekonstruktionen, vermeidet hier aber bewusst (!) die Interpretation von Langzeittrends (siehe hier). Weshalb nur?

 

PLOS: Zustand der Meere während der letzten 5 Jahren relativ stabil

Der Deutsche Arbeitgeberverband stellt die richtigen Fragen. Am 3. Juli 2017 schrieb dort Björn Peters:

Welche Erkenntnisse der Klimaforschung sind gesichert?

[...] Die Klimaforscher stehen nicht nur beim Thema Wasserdampf-Verstärkung des Treibhauseffektes vor einem Rätsel.  Ganz offensichtlich werden wesentliche physikalische Prozesse in der Atmosphäre nicht verstanden.  Wenn zu verschiedenen Klimaparametern die Modelle mit dem tatsächlichen Geschehen verglichen werden, gibt es viele weitere Fälle, in denen fast alle Modelle weit neben den Daten liegen.  Im Fünften Sachstandsbericht des IPCC von 2013 sind dies beispielsweise die Erwärmungspause zwischen 1998 und 2012 (S. 771), die Eisbedeckung in der Antarktis (S. 789), Schneebedeckung auf der Nordhalbkugel (S. 790), Aerosol-Belastung der Atmosphäre (S. 794) und das quantitative Verständnis der El Niño-Zyklen (S. 804 ff.). 

Besonders groß sind die Verständnislücken bei der Wolkenbildung.  Wolken haben eine helle Oberfläche und strahlen daher einen Teil der solaren Einstrahlung ins Weltall zurück.  Dieser sog. “Albedo-Effekt” sorgt für eine Kühlung des Planeten.  Andererseits halten Wolken die Wärme, die sich tagsüber auf dem Boden gebildet hat, zurück, und halten die Temperaturen hoch.  Dies ist der Grund, warum über der extrem trockenen arabischen Halbinsel große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gemessen werden, während die Temperaturen in Indien, das ein feuchtwarmes Klima hat, zwischen Tag und Nacht kaum schwanken.  Im Durchschnitt aller Klimamodelle (!) gibt es Regionen auf der Erde, an denen die Klimawissenschaftler die Strahlungswirkung von Wolken um bis zu 40 W/m² über- oder unterschätzen.  Hierzu zählen gerade äquatoriale Regionen und die Gebiete um die Antarktis, also wesentliche Wetterküchen, die das Klima der Erde insgesamt stark beeinflussen (8).  Während sonst unter Klimaforschern über Strahlungsparameter im Bereich von Zehnteln W/m² gestritten wird, sind die systematischen Unsicherheiten in Bezug auf die Klimawirkung von Wolken noch gewaltig.  Ein anerkannter Strahlungsphysiker wie Prof. Michael Wendisch (Leipzig) ließ sich im ‚Spiegel’ jüngst sogar mit den Worten zitieren, dass er die gängigen (Wolken-) Modelle der Klimaforscher für die Arktis für “pure Phantasie” hält, da sie einige der wichtigsten Eigenschaften jener Himmelsgebilde ignorierten, etwa die Größe der Tröpfchen und ihren Gehalt an Eis (9).

Stand des Wissens

Fassen wir zusammen:  Der Anspruch, dass die Klimaphysik heute bereits in der Lage sei, aussagefähige Modelle der Atmosphäre zu erstellen, wird durch die Klimaforscher an vielen einzelnen Stellen im ausführlichen physikalischen Sachstandsbericht widerlegt.  Wesentliche physikalische und chemische Einflussfaktoren auf das Klima sind immer noch so gut wie unbekannt, und dadurch können die Klimamodelle vergangene Witterung nicht reproduzieren, obwohl alle externen Einflussgrößen bekannt sind.  Zu diesen zählen die Sonnenaktivität, Vulkanausbrüche und die Ausrichtung der Erdbahn.  Die Aussage, dass die Klimamodelle geeignet seien, langfristige Klimatrends zu verstehen, auch wenn sie kurzfristigere Trends im Bereich von Jahrzehnten übersehen, kann daher nicht aufrechterhalten werden, auch wenn dies in der Zusammenfassung für Politiker so beschrieben wird.  Wie wird der Planet also auf eine wahrscheinliche Verdoppelung des Kohlendioxid-Gehalts der Atmosphäre im Verhältnis zum “vor-industriellen” Niveau (10) reagieren?  Ich weiß es nicht, aber es gibt auch niemanden sonst, der dies mit den heutigen Mitteln der Atmosphärenphysik seriös voraussagen kann.

Ganzen Artikel beim Deutschen Arbeitgeberverband lesen.

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In den letzten Jahren führten Algenblüten in der kalifornischen Bucht von Monterey immer wieder zu Massensterben. Im August 2015 warnte der Scientific American davor, dass dies mit dem Klimawandel zusammenhängen könnte und sich die Situation in Zukunft daher noch weiter verschlimmern könnte:

Massive Toxic Algae Blooms May Prove a Sign of Climate Change to Come
The blooms off the U.S. West Coast may become more frequen
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Am 5. Juni 2017 erschien nun in den Geopysical Research Letters eine Arbeit von Ryan und Kollegen, die dem Phänomen gründlich nachgingen. Das Resultat: Nicht der Klimawandel, sondern Prozesse in der Auftriebszone (upwelling zone) waren für die Algenblüte verantwortlich:

Causality of an extreme harmful algal bloom in Monterey Bay, California, during the 2014–2016 northeast Pacific warm anomaly
An ecologically and economically disruptive harmful algal bloom (HAB) affected much of the northeast Pacific margin in 2015, during a prolonged oceanic warm anomaly. Caused by diatoms of the genus Pseudo-nitzschia, this HAB produced the highest particulate concentrations of the biotoxin domoic acid (DA) ever recorded in Monterey Bay, California. Bloom inception followed strong upwelling during the spring transition, which introduced nutrients and eliminated the warm anomaly locally. Subsequently, moderate and intermittent upwelling created favorable conditions for growth and accumulation of HAB biomass, which was dominated by a highly toxigenic species, P. australis. High cellular DA concentrations were associated with available nitrogen for DA synthesis coincident with silicate exhaustion. This nutrient influence resulted from two factors: (1) disproportionate depletion of silicate in upwelling source waters during the warm anomaly, the most severe depletion observed in 24 years, and (2) silicate uptake by the dense diatom bloom.

Die Mercury News brachte eine allgemeinverständliche Zusammenfassung des Artikels:

Cause of 2015 toxic algal bloom in Monterey Bay identified

Upwelling caused the toxic algal bloom that poisoned large numbers of marine animals and led to the closure of commercial fisheries in Monterey Bay in 2015, but a research paper published Monday shows an imbalance between two nutrients may have caused high toxicity levels.

The bloom, considered the most toxic ever observed in the bay, happened in late spring 2015, when scientists from Monterey Bay Aquarium Research Institute, UC Santa Cruz, Moss Landing Marine Laboratories and the National Oceanic and Atmospheric Administration were conducting a large-scale biology experiment in the bay called Ecology and Oceanography of Harmful Algal Blooms.

Weiterlesen in den Mercury News

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Das Weltuntergangsgeschäft ist ein großes. Prediger wandern durchs Land und sagen das Ende des Klimas, der Ozeane und der Menschheit voraus. Verängstigt und beeindruckt kleben die Leute den Predigern an den Lippen. Was muss ich tun, Meister, damit ich diese große Prüfung überlebe? Wem muss ich spenden?

Umso erfrischender ist es, wenn dann seriöse Wissenschaftler den Zustand unserer Ölkosysteme in realistischerer Weise dokumentieren. In PLOS erschien im Juli 2017 eine Studie von Halpern und Kollegen, die den Weltozeanen eine stabile Gesundheit attestierte. Hier die dazugehörige Pressemitteilung (via Science Daily):

Global ocean health relatively stable over past five years

Harvest, fisheries management, protected areas may affect ocean health near some countries

While global ocean health has remained relatively stable over the past five years, individual countries have seen changes, according to a study published July 5, 2017 in the open-access journal PLOS ONE by Benjamin Halpern from University of California Santa Barbara, USA and colleagues.

The Ocean Health Index has been used to assess ocean health on the local and regional scale, measuring factors such as biodiversity, coastal protection, and clean waters to help inform regional policies. In this study, Halpern and colleagues analyzed five years’ worth of Ocean Health Index data for 220 countries, seeking potential drivers and implications for the changes that they observed.

As expected, global ocean health has been fairly stable over the past five years, since the health of the world’s oceans cannot change rapidly over a relatively short time period. However, there were notable changes in individual countries. For example, the authors found declines in overall ocean health in many Arctic and sub-Arctic countries, possibly because the rapid loss of sea ice has resulted in reduced coastal protection. The researchers suggest that improvements in wild-caught fishery management, the creation of marine protected areas, and decreases in harvesting of fish and other natural products may have stabilized ocean health scores in other regions.

While the Ocean Health Index was capable of predicting short term changes in global ocean health, the authors suggest that investment in additional resources for measuring changes on a global scale would greatly help with management and protection of ocean health now and in the future.

“One of the things that’s so powerful about the Ocean Health Index is that it allows you to compare the health of oceans any place on the planet, over time, with a directly comparable measure,” says Benjamin Halpern. “You can ask some of the most basic yet most important questions about the state of our planet: how are the oceans doing, and what factors are driving changes in ocean health. We can finally start answering those questions.”

Paper: Benjamin S. Halpern, Melanie Frazier, Jamie Afflerbach, Casey O’Hara, Steven Katona, Julia S. Stewart Lowndes, Ning Jiang, Erich Pacheco, Courtney Scarborough, Johanna Polsenberg. Drivers and implications of change in global ocean health over the past five years. PLOS ONE, 2017; 12 (7): e0178267 DOI: 10.1371/journal.pone.0178267

 

Der Mai macht was der Atlantik will

Der Deutsche Wetterdienst machte sich kürzlich Sorgen über die Eisheiligen:

Eisheilige machen kaum noch Angst – Ist der Klimawandel schuld?
Spielen die Eisheiligen im Wettergeschehen des Monats Mai eigentlich noch eine Rolle? Jedes Jahr fragt man sich, kommen sie pünktlich, kommen sie überhaupt? Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia und haben uns früher oft den Frühling verhagelt. Die Eisheiligen, das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai, in dem nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis Mitte des 19. Jahrhunderts fast regelmäßig Kaltlufteinbrüche beobachtet wurden. [...] In den letzten Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu „Schweißheiligen“. Neuere Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass die Häufigkeit von Kaltlufteinbrüchen Mitte Mai vor allem im süddeutschen Raum deutlich unter 50 Prozent liegt. Insofern ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen u. a. auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus. Die bisherigen und mögliche zukünftige Änderungen der Mitteltemperatur des Monats Mai, der Anzahl der jährlichen Frosttage und vieler anderer Größen zeigt der Deutsche Klimaatlas auf einen Blick.

Ganzen Artikel beim DWD lesen.

Konkrete Graphiken fügt der DWD der Meldung leider nicht bei. Josef Kowatsch brachte auf EIKE die Graphen einiger Einzelstationen, aber auch hier fehlen bundesweite Kurven. Der Verweis des DWD auf den Deutschen Klimaatlas ist interessant. Dort kann man leider nur Monatstemperatur eingeben, nicht die konkreten Daten der Eisheiligen Periode. Hier also die Temperaturentwicklung Deutschlands für den Mai während der vergangenen 130 Jahre:

Abb. 1: Temperaturentwicklung des Monats Mai in Deutschland während der vergangenen 130 Jahre. Graphik: DWD, Deutscher Klimaatlas.

 

Plötzlich wird klar, weshalb der DWD keine Graphiken bringt. Der Mai ist nämlich in den letzten 100 Jahren gar nicht wärmer geworden. Vielmehr ist eine deutliche Zyklik zu erkennen, mit Wärmephasen 1915-1950 und seit 1985. Der Verlauf folgt übrigens recht genau dem NAO-Ozeanzyklus. Da ist es schon kurios, dass der DWD die Eisheiligen zum Klimawandelopfer stilisiert. Ein bisschen mehr Realismus und Transparenz würden wir uns vom DWD schon wünschen.

NACHTRAG, 20.8.2017, 22:07 Uhr: Josef Kowatsch hat dankenswerterweise noch eine Mai-Kurve für ganz Deutschland ab 1917 erstellt, die ein ähnliches Ozeanzyklenmuster zeigt wie die DWD Graphik:

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Der Merkur berichtete am 1. Juli 2017 über eine kuriose Aktion:

„Make the planet green again“: EU-Botschafter demonstrieren auf Vulkangletscher gegen Klimawandel
[...] In eisiger Höhe hielten sie am Freitag (Ortszeit) an der Wetterstation des mehr als 5700 Meter hohen Vulkans ein Plakat mit der Aufschrift „Make the Planet green again“ (etwa: Lasst uns den Planeten wieder grün machen) hoch. Ihr „Protest“-Ausflug fand im Rahmen der europäischen Tage zur Klimadiplomatie statt, die international bis Freitag stattfanden.

Ganzen Artikel im Merkur lesen.

Auf dem Gipfel des ecuadorianischen Vulkans gibt es einen derzeit schrumpfenden Gletscher. Wenn dieser schmilzt, kann das Ziel der EU-Botschafter vielleicht erreicht werden, da sich dann die Vegetation auf dem vom Eis freigewordenen Boden ausdehnen und diesen begrünen kann. Haha, sehr lustig. Aber Spaß beiseite. Ob den EU-Botschafter die Klimageschichte der Anden voll bewusst ist? Stansell et al. 2013a untersuchte die Laguna Queshquecocha in der peruanischen Cordillera Blanca und dockumentierte eine bedeutende Warmphase vor 1000 Jahren, während der die Andengletscher stark abgeschmolzen waren. Im entsprechenden Eintrag unserer MWP-Karte heißt es:

RESULTS: Major glacier retreat 1000-1300 AD shrinking the glacier to Holocene record low values due to warm temperatures and reduced precipitation (snowfall). From text: „Proxy climate records from the southern tropical Andes are generally consistent and suggest that conditions were relatively arid and likely warmer during the MCA [Medieval Climate Optimum] compared to the rest of the Holocene. […] glaciers advanced starting at [1400 AD] and retreated in the latter stages of the LIA. The ice core record from the Quelccaya ice cap indicates that there was a cold and wet phase from [1500 AD to 1800 AD]“.

Offenbar haben die Damen und Herren Botschafter nichts aus der Klimageschichte gelernt, interessieren sich vermutlich nicht einmal für den historischen Kontext. Diese Kurzsicht könnte sich irgendwann rächen, wenn das Klima einen ganz anderen Verlauf nimmt, als angenommen.

Ein Update zu unserem MWP-Projekt finden Sie hier.

 

Uni Bergen prognostiziert für die kommenden Jahre Abkühlung und Zunahme des arktischen Meereises

Interessanter Artikel in der Huffington Post vom 29. Juni 2017:

Ein Umweltaktivist erklärt, warum Plastikmüll eine größere Bedrohung als der Klimawandel ist
Weltweit gehen eine Million Plastikflaschen über den Verkaufstresen – jede Minute. Und damit nicht genug: Bis ins Jahr 2021 soll die Zahl um ganze 20 Prozent zunehmen, berichtet die britische Zeitung “The Guardian”. Für jeden Umweltschützer ist das eine Hiobsbotschaft. So auch für Hugo Tagholm. Der Aktivist der Gruppe “Surfers Against Sewage” (Surfer gegen den Müll) erklärt gegenüber der britischen Zeitung, das Plastik-Problem sei für die Umwelt und die Menschheit mittlerweile eine größere Bedrohung als der Klimawandel.

Weiterlesen in der Huffington Post

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Vor 5 Jahren erklärten wir in unserem Buch “Die kalte Sonne“, dass die globalen Temperaturen stark von den Ozeanzyklen abhängen. Das Klimaestablishment strafte uns damals hart für diese Idee, erklärte uns für verrückt. Das Blatt hat sich mittlerweile 180° gewendet, die Bedeutung der Ozeanzyklen ist von der Wissenschaft nun vollständig anerkannt. Jeden Monat erscheint ein Paper zu dieser “Neu-Entdeckung”. Was bleibt ist Schmunzeln, Genugtuung. Unser Fehler: Wir waren unserer Zeit voraus. Dafür möchten wir uns entschuldigen.Wir konnten ja nicht ahnen, dass die Einführung der Ozeanzyklen in die Klimawissenschaften erst für später geplant war.

Die neueste Studie zum Thema stammt aus Norwegen. Die Universität Bergen gab am 21. Juni 2017 per Pressemitteilung bekannt, dass man die Ozeanzyklen in der Arktis für die Klimaprognostik einsetzen kann. Die Forscher rechnen mit einer Abkühlung in den kommenden Jahren. Außerdem soll das arktische Meereis wachsen:

The ocean predicts future Arctic climate

The ocean predicts future northwestern European and Arctic climate, finds a new study in Nature Communications.

A new study in the journal Nature Communications by researchers from Geophysical Institute, University of Bergen and Bjerknes Centre for Climate Research, Norway, and University of Oxford, UK, demonstrates that there is a clear potential for practical and useful predictions of northwestern European and Arctic climate based on the state of the ocean. “We particularly predict that Norwegian air temperature will decrease over the coming years, although staying above the long-term (1981–2010) average. Winter Arctic sea ice extent will remain low but with a general increase toward 2020“, lead author Marius Årthun says.

Time lag of 7-10 years

Time series of observed sea surface temperature along the North Atlantic Current and its poleward extension, the Norwegian Atlantic Current, show that anomalies progress poleward from the subpolar North Atlantic to the Nordic Seas with a time lag of 7-10 years. Higher Nordic Seas temperatures are furthermore associated with higher surface air temperatures and precipitation over Norway, and a reduced Arctic winter sea ice cover. Årthun et al. shows that a significant part of northwestern European and Arctic climate can be predicted by statistically exploiting the predictability arising from the poleward propagation of oceanic anomalies along the Gulf Stream and the strong co-variability between these oceanic anomalies and climate.

The ocean influence the climate 

Climate forecasts are essential for many societal applications and bridges the scientific gap that currently exists between the established fields of weather forecasting and projections of future climate change. It is commonly understood that the ocean, due to its large thermal inertia, is a major source of climate variability and predictability. However, several open questions exist on how and to what extent the ocean influences climate over land. This study detail a key aspect of climate predictability, and offers compelling evidence that oceanic variability exerts a strong influence on climate in the North Atlantic-Arctic region.

Citation: Årthun, M. et al. Skillful prediction of northern climate provided by the ocean. Nat. Commun. 8, 15875 doi: 10.1038/ncomms15875 (2017).

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Die Bestände von Hummern in Australien und Neuseeland schwanken stark im Takte der Ozeanzyklen. Das berichtete nun eine Forschergruppe um Ivan Hinojosa im Fachblatt Fisheries Oceanography. Diese Anpassungsfähigkeit macht die Hummer dann insgesamt auch robust gegen den Klimawandel.

Differing environmental drivers of settlement across the range of southern rock lobster (Jasus edwardsii) suggest resilience of the fishery to climate change
Temporal and spatial trends in settlement of the southern rock lobster, Jasus edwardsii, were examined to identify the influence of environmental variables over different spatial scales. Settlement data were collected from 1994 to 2011 along the Southern Australian and New Zealand coasts. We identified common settlement trends at a regional scale (100–500 km): the magnitude of settlement at sites from South Australia (SA) and Victoria (VIC) were similar, but different to sites in Tasmania (TAS). In New Zealand, three spatial regions were identified: northern (NNZ), middle (MNZ) and southern regions (SNZ). Higher settlement in SA, VIC and MNZ occurred in years with higher rainfall and storms in spring and El Niño conditions. In TAS and SNZ, higher settlement occurred during La Niña conditions. These results suggest that settlement over regional scales is modulated by oceanic processes, but outcomes vary between regions. At a local scale, a higher wave period and wind relaxation were relatively more important than the sea surface temperature (SST) in SA and VIC. In TAS, the current velocity also influenced the strength of settlement. However, much of the local settlement variability was not explained by the models suggesting that settlement in J. edwardsii is a complex process where larval behaviour, biological factors and oceanographic processes interact over different scales. The apparently complex processes affecting settlement showed that environmental conditions that reduced settlement strength in one region of the fishery often increased settlement strength in other regions. This could provide resilience to climate change at the stock level.

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Roger Köppel von der Weltwoche brachte im Juni 2017 ein lesenwertes Editorial:

Der heimlifeisse Pariser ­Hinterzimmer-Klimaschwindel fliegt auf. Gut so.

Die Maya, ein mittelamerikanisches Indianervolk, das in der frühen Neuzeit wegen anhaltender Dürre infolge Temperatur­anstiegs unterging, huldigten mit Fleiss und Akribie dem Sonnengott. Ich habe keine Ahnung, wie die Maya ihre Gottheit nannten, aber sie opferten ihr lebende Tiere und Menschen, weil ihnen ihre Medizinmänner erzählten, nur so sei der Zorn der Sonne zu besänftigen.

Die armen Maya wussten nicht, ob ihre ­Opfer dem Gott gefallen würden, aber sie ­opferten und huldigten ihm bis in den Untergang. Es wäre vermutlich schlauer gewesen, sie hätten ihre Ressourcen in eine Reform der landwirtschaftlichen Anbaumethoden investiert.

Wir sind heute wieder an einem ähnlichen Punkt. Die Sonne ist böse geworden und heizt die Atmosphäre auf. Die Menschen befragen ihre Medizinmänner, die ihnen drohend neue Opfer empfehlen. Keine Tiere oder Menschen diesmal, die Leute sollen Geld und Wohlstand auf die Altäre legen, gefragt sind Selbstkasteiung und Verzicht. Auch die Heutigen wissen nicht, ob ihre Darbringungen den Sonnen­göttern Freude machen, aber, ihren Medizinmännern vertrauend, hoffen sie, dass die Opfer irgendwann, vielleicht in 100 Jahren, Früchte tragen werden.

Klimapolitik ist Voodoo, Sonnenreligion, magisches Denken, auch eine Art Ablasshandel, an dem viele mitverdienen. Die Vorstellung, dass die Menschheit in einer konzertierten Aktion an Kongressen und Konferenzen die Durchschnittstemperaturen auf diesem Planeten steuern kann, ist so verrückt, dass sie schon fast wieder faszinierend ist. Die gleichen Leute, die seit Jahrzehnten erfolglos versuchen, die Staatsschulden zu senken, blühen vor den Mikrofonen auf, wenn sie den Leuten draussen erzählen können, wie sie mit ihren Konzepten den mutmasslichen weltweiten Temperaturanstieg begrenzen werden. Endlich eine Grenze, die sie sichern können.

Weiterlesen in der Weltwoche

 

Der unerklärliche Slowdown: Veröffentlichung in Nature Geoscience kritisiert unzulängliche Klimamodelle

Die gebremste Erwärmung der letzten 20 Jahre bereitet immer noch vielen Klimawissenschaftlern Kopfschmerzen. Während einige Forscher die Realität schlichtweg leugnen, machen sich andere Gedanken über die Ursachen. Am 19. Juni 2017 erschien in Nature Geoscience ein Paper einer Gruppe um Benjamin Santer, die einen Teil der fehlenden Erwärmung in den Ozeanzyklen sieht, einen Faktor, den man offenbar in den Modellen unterschätzt hatte. Trotzdem bleibt aber immer noch ein Rest unrealisierter Wärme, deren Ursache unklar ist. Die Autoren nehmen daher an, dass die Klimantriebe in den Modellgleichungen systematische Schwächen aufweisen. Bemerkenswert. Hier der Abstract:

Causes of differences in model and satellite tropospheric warming rates
In the early twenty-first century, satellite-derived tropospheric warming trends were generally smaller than trends estimated from a large multi-model ensemble. Because observations and coupled model simulations do not have the same phasing of natural internal variability, such decadal differences in simulated and observed warming rates invariably occur. Here we analyse global-mean tropospheric temperatures from satellites and climate model simulations to examine whether warming rate differences over the satellite era can be explained by internal climate variability alone. We find that in the last two decades of the twentieth century, differences between modelled and observed tropospheric temperature trends are broadly consistent with internal variability. Over most of the early twenty-first century, however, model tropospheric warming is substantially larger than observed; warming rate differences are generally outside the range of trends arising from internal variability. The probability that multi-decadal internal variability fully explains the asymmetry between the late twentieth and early twenty-first century results is low (between zero and about 9%). It is also unlikely that this asymmetry is due to the combined effects of internal variability and a model error in climate sensitivity. We conclude that model overestimation of tropospheric warming in the early twenty-first century is partly due to systematic deficiencies in some of the post-2000 external forcings used in the model simulations.

Siehe auch Beitrag in The Australian (via GWPF).

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Das österreichische Industriemagazin brachte am 28. Juni 2017 bösen Klimaalarm, vermutlich einen der schlechtesten Artikel zum Thema seit langem. Michael Donhauser von dpa behauptet darin, dass fast alle Probleme Alaskas auf den Klimawandel zurückgehen: Alkoholismus, triste Siedlungen, Krebs, Bakterien. Der Artikel suggeriert, dass durch den Klimawandel der Permafrostboden auftaut, aus dem dann unbekannte Bakterien emporsteigen und die Walrösser und Menschen krank machen. Früher wäre alles gut gewesen, tausende von Jahren lang:

Wer an den Klimawandel nicht glaubt, sollte nach Alaska reisen
Während die Industrie jenseits der immerwährenden Jagd nach mehr Wachstum und mehr Produktion keine Lösung erkennen kann, schlägt der vom Menschen verursachte Klimawandel auf dem ganzen Planeten immer stärker durch. Besonders drastisch sind schon heute die Auswirkungen in dem hoch im Norden gelegenen amerikanischen Bundesstaat Alaska. [...] Die Polarregion ist wie keine andere auf der Welt von dem betroffen, was Donald Trump noch immer nicht wahrhaben will – die Temperatur steigt bedrohlich. Wenn es noch wärmer wird, sagen Einheimische, haben sie bald nichts mehr zu essen. Vor allem die Ureinwohner, die zur Wahrung der Würde ihrer Völker nur ungern auf Nahrungsimporte zurückgreifen wollen, leiden schon jetzt. In Savoonga, einer der wohl isoliertesten Siedlungen Alaskas auf der St.-Lorenz-Insel in der Bering-Straße haben die Einheimischen vor ein paar Jahren noch 500 Walrosse gefangen. Im vergangenen Winter waren es fünf, erzählt Vi Waghivi, eine Einheimische, die inzwischen in Anchorage lebt. [...] Bernadette Dementieff ist heute Mitglied des Steuerkreises. Die 40-Jährige stammt aus Fort Yukon. Wie Tausende andere aus den Dörfern Alaskas hat sie ihre Heimat nach dem Schulabschluss verlassen und lebt jetzt in der Stadt. Die Lage ihrer Landsleute sieht sie wegen des Klimawandels als dramatisch an. “Wir haben da oben Tausende Jahre überlebt”, sagt sie. “Jetzt werden die Menschen krank, weil die Tiere krank sind.” Der zurückgehende Permafrost gebe Bakterien frei, die jahrhundertelang im Eis eingeschlossen waren. Jetzt gelangen sie ins Meer und von dort in die menschliche Nahrungskette. “Alaska hat eine irrwitzig hohe Krebsrate“, beklagt Dementieff. “Das Wasser gefriert nicht mehr, die Fischeier werden mit Bakterien verseucht – wir haben ernsthaft ein Problem.”

Ganzen Artikel im Industriemagazin lesen.

Das hört sich alles ziemlich wundersam an, was uns Michael Donhauser da erzählt. Daher hier ein Faktencheck, der die Thesen aus dem Artikel näher unter die Lupe nimmt:

1) Temperaturentwicklung: Laut NOAA-Daten folgte auf eine Abkühlung von 1920-1970 eine Wiedererwärmung (Abb. 1). Die Idee, dass das Klima in  Alaska stets konstant war und erst in den letzten Jahrzehnten nach oben schnellte, ist eindeutig falsch.

 

 

Abb. 1: Temperaturentwicklung Alaskas seit 1925. Graphik: NOAA.

 

2) Ebenso falsch ist die Vorstellung, dass das Klima jahrtausendelang in Alaska konstant und angenehm war. Bereits vor 1000 Jahren gab es dort eine ähnliche Wärmephase wie heute. Klicken Sie einmal auf die Punkte in Alaska auf unserer MWP-Karte. Hier ein Beispiel der historischen Temperaturentwicklung aus Nordalaska für die vergangenen 6000 Jahre. Die Zeitskala gibt “Jahre vor heute” an.

Abb. 2: Temperaturentwicklung von Kurupa Lake, Alaska. Abbildung aus Boldt et al. 2015.

 

Gut zu erkennen: In Alaska kam es in den letzten 6 Jahrtausenden immer wieder zu Warmphasen, die zum Teil sogar die heutigen Temperaturen überschritten.

3) Schließlich ist auch noch die Verknüpfung der Walroßpopulation mit dem Klimawandel großer Quatsch. Richtig ist vielmehr: Heute leben in der pazifischen Region Alaskas wohl etwa 200.000 Walrosse, etwa doppelt so viele wie in den 1950er Jahren. Offensichtlich geht es den Walrossen heute besser als noch vor 60 Jahren, trotz Klimaerwärmung um ein halbes Grad. Da macht es dann einfach keinen Sinn, den Klimawandel als Gefahr für die Walrosspopulation darzustellen. Siehe auch unseren Beitrag “Klimatische Walross-Katastrophe des WWF in Alaska entpuppt sich als Ente: Ähnliche Treffen hat es bereits früher gegeben, unabhängig von der Meereisbedeckung“.

Fazit: Der Autor Michael Donhauser erzählt hier riesengroßen Schmarrn, ein lupenreines Aktivistenstück. Von der nüchternen Faktenrecherche hält Donhauser offenbar nichts, schreibt lieber munter von der Leber weg. Ein Muster ohne Wert, schade. Übrigens: Bereits im Februar 2017 gab es offenbar Ärger um einen fragwürdigen Artikel von Michael Donhauser, wie in der Jerusalem Post nachzulesen ist.

 

 

Munich Re wundert sich: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr 2017 dramatisch zurückgegangen

Die Basler Zeitung analysierte am 9. August 2017 einen Besuch der schweizerischen Bundespräsidentin Doris Leuthard in Grönland, die dabei vermutlich 100 Tonnen CO2 produzierte:

«Grönland schmilzt» – oder doch nicht

Bundespräsidentin Doris Leuthard fliegt für eine PR-Aktion ins grönländische Eis – SRF liefert die Begleitmusik.

Dank der «Tagesschau» von SRF sind wir ganz nahe dabei. Wir dürfen zuschauen, wie Konrad Steffen, Klimaforscher an der bundeseigenen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, für Doris Leuthard ein «Gstältli» kauft, einen Klettergurt, mit dem er die Bundespräsidentin bei ihrem Besuch im «Swiss Camp» in Grönland am Seil sichern will, falls sie im Eis von Grönland «es Stückli abechlättere» möchte.

Die Szene ist der Auftakt eines «Tagesschau»-Beitrags vom Montag über eine politische PR-Aktion. Schon bei der Anmoderation haben wir von Katja Stauber erfahren, dass Grönland das Gebiet sei, «in dem sich der Klimawandel in seinem ganzen erschütternden Ausmass zeigt». Damit ist der Rahmen vorgegeben, und er wird nicht mehr hinterfragt. Der Klimawandel ist schnell, gefährlich und ohne jeden Zweifel vom Menschen gemacht. Bundespräsidentin Leuthard schaut sich das nun an, um uns anschliessend zu sagen, was wir zu tun haben. Kritische Fragen zu Steffens Aussagen gehören nicht dazu. «Grönland schmilzt», kann der Klimaforscher deshalb sagen, ohne es belegen zu müssen.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

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Eine der am häufigsten genannten Folgen des Klimawandels ist die prognostizierte Zunahme von Extremwetterschäden. Nicht zuletzt waren es die Versicherungen, die penetrant davor warnten und damit im Stillen einen fruchbaren Boden für die Kundenakquise und Preissteigerungen schafften. Ein kleines Problem jedoch gibt es: Die Natur will sich offenbar partout nicht an die Vorgabe des Klimaestablishments halten. Die Bayerische Staatszeitung berichtete am 18. Juli 2017 über die neueste Entwicklung:

Weniger Schäden durch Naturkatastrophen

Im ersten Halbjahr ging es auf dem Planeten vergleichsweise ruhig zu

Die Erde ist in der ersten Jahreshälfte weniger von schweren Naturkatastrophen in Mitleidenschaft gezogen worden als im langjährigen Durchschnitt. Die weltweiten Schäden summierten sich von Anfang Januar bis Ende Juni nach Daten des Rückversicherungskonzerns Munich Re auf die vergleichsweise geringe Summe von 41 Milliarden US-Dollar (aktuell rund 35,7 Mrd Euro). Das war weniger als die Hälfte der 111 Milliarden Dollar durch Naturkatastrophenschäden, die in der ersten Jahreshälfte 2016 angefallen waren.

Weiterlesen in der Bayerischen Staatszeitung

Ähnliches war bereits in den Vorjahren verzeichnet worden:

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Das Alfred Wegener Institut (AWI) brachte am 19. Juni 2017 eine dramatische Pressemitteilung zum beliebten Alarmthema “Kipppunkte”:

Wie sich das Klima an Kipppunkten in kurzer Zeit ändert

Neue Studie zeigt: Graduelle Veränderungen der CO2-Konzentration in der Atmosphäre können abrupte Klimaschwankungen auslösen

Während der letzten Eiszeit konnte der Einfluss von atmosphärischem CO2 auf den Nordatlantikstrom innerhalb weniger Jahrzehnte in Grönland einen Anstieg der Temperatur um bis zu 10 Grad Celsius verursachen. Das zeigen neue Klimaberechnungen von Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts und der Universität Cardiff. Erstmals konnte damit nachgewiesen werden, dass es in der jüngeren Erdgeschichte Situationen gab, in denen graduell steigende CO2-Konzentrationen an sogenannten Kipppunkten abrupte Ozeanzirkulations- und Klimaänderungen ausgelöst haben. Diese abrupten Übergänge wurden in grönländischen Eiskernen beobachtet und sind als Dansgaard-Oeschger-Ereignisse bekannt. Die Ergebnisse der Studie sind nun in dem Fachjournal Nature Geoscience erschienen.

Während vergangener Eiszeiten kam es immer wieder zu abrupten Klimaänderungen in hohen Breitengraden der Nordhalbkugel. Wodurch diese Phänomene ausgelöst werden, ist allerdings bislang noch weitgehend ungeklärt. Um den Einfluss von CO2 auf solche abrupten Änderungen zu verstehen, haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) nun eine Reihe von Experimenten in einem gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Meereismodell durchgeführt.

Erstautor Xu Zhang: „Mit unserer Studie konnten wir zum ersten Mal zeigen, wie ein allmählicher Anstieg von CO2 eine rasante Erwärmung auslöste.“ Dieser Temperaturanstieg geht auf eine Wechselwirkung zwischen Ozeanströmungen und der Atmosphäre zurück, die die Wissenschaftler in dem Klimamodell untersucht haben. Der CO2-Anstieg stärkt demnach die Passatwinde über Zentralamerika, indem sich der Ostpazifik stärker erwärmt als der Westatlantik. Hierdurch kommt es zu einem stärkeren Feuchtigkeitstransport aus dem Atlantik, wodurch sich Salzgehalt und Dichte des Oberflächengewässers erhöhen. Dieser Effekt löst schließlich einen abrupten Anstieg der Zirkulationsstärke aus. „Unsere Simulationen zeigen, dass bereits kleine Veränderungen der CO2-Konzentration ausreichen, um einen Wechsel der Zirkulationsmuster hervorzurufen. Diese können dann einen raschen Temperaturanstieg auslösen“, sagt Xu Zhang.

Die Verfasser der Studie zeigen außerdem, dass der CO2-Anstieg Hauptverursacher für veränderte Ozeanströmungen während des Übergangs von einer Eiszeit zur Warmzeit ist. „Ob der CO2-Anstieg in Zukunft ähnliche Effekte hervorrufen wird, können wir mit den Ergebnissen nicht zwingend vorhersagen, weil sich die Rahmenbedingungen heute von denen während einer Eiszeit unterscheiden. Allerdings können wir zeigen, dass es in der Erdgeschichte definitiv abrupte Klimaänderungen gegeben hat, die auf kontinuierlich steigende CO2-Konzentrationen zurückzuführen sind“, betont Klimawissenschaftler Gerrit Lohmann.

Die Arbeiten zu dieser Studie sind im Rahmen eines größeren Verbundvorhabens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Paläoklimamodellierung (PalMod) unterstützt worden.

Paper in Nature Geoscience: Xu Zhang, Gregor Knorr, Gerrit Lohmann, Stephen Barker: „Abrupt North Atlantic circulation changes in response to gradual CO2 forcing in a glacial climate state“ DOI: 10.1038/NGEO2974

Es handelt sich um eine Geschichte aus der letzten Eiszeit. Damals herrschte eine starke Zyklizität, die zu den im Artikel genannten Dansgaard-Oeschger-Ereignissen (DO-Ereignissen) führte. Der Antrieb der DO-Zyklen ist noch immer nicht richtig verstanden. Stefan Rahmstorf hatte früher sogar einmal solare Aktivitätsschwankungen ins Spiel gebracht. Die AWI-Forscher lasten die Klimavariabilität nun dem CO2 an. Eine waghalsige These die nur durch fragwürdige Klimamodelle ermöglicht wird, die eine übersteigerte Erwärmungswirkung für das CO2 annehmen. In Wahrheit sieht die Zeitlichkeit zwischen CO2 und Temperatur genau andersherum aus: Zunächst steigt die Temperatur, dann das CO2. Letzteres gast bei Erwärmung des Wassers aus den Ozeanen aus. Das Phänomen wurde bereits vielfach dokumentiert. Weshalb das AWI diese Zusammenhänge nun ignoriert bleibt ein Rätsel. Siehe:

 

“Ich stand auf Larsen C in der Antarktis – dass dieser Eisberg abbrach, hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun”

Vor kurzem stellten wir an dieser Stelle ein neues Forschungsförderprogramm der französischen Regierung zum Klimawandel. Nun gibt es dazu auch ein Zwillingsprogramm der deutschen Regierung. Am 13. Juli 2017 gab die deutsche Bundesregierung via BMBF bekannt:

Deutsch-Französisches Fellowship-Programm für Klima-, Energie- und Erdsystemforschung im Rahmen der französischen Initiative „Make our Planet great again”

Das Pariser Klimaabkommen stellt die Wissenschaft vor außergewöhnliche Herausforderungen, da die Vertragsparteien „die Notwendigkeit einer effektiven und zukunftsorientierten Reaktion auf das drängende Problem des Klimawandels auf der Grundlage der bestmöglichen verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse“ anerkannt haben.

Deutschland und Frankreich setzen sich gemeinsam für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ein. Mit einem gemeinsamen Fellowship-Programm zur Förderung der Forschung in den Bereichen Klima-, Energie- und Erdsystemforschung gehen beide Länder mit gutem Beispiel voran. Im Rahmen der französischen Initiative „Make our planet great again” laden Deutschland und Frankreich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ein, gemeinsam mit deutschen und französischen Partnern die Forschung in folgenden Bereichen der Nachhaltigkeitswissenschaften voranzutreiben:

Weiterlesen auf fona.de.

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Im Frühling 2017 diskutierten Frank Bosse und Fritz Vahrenholt hier im KS-Blog antarktische Blütenträume. Dominik Feusi griff das Thema am 18. Juli 2017 in der Basler Zeitung auf und stellte es einer großen Leserschaft vor. Lesenswert!

Wie die Antarktis «grün» geschrieben wurde

Eine britische Studie über Moose scheint den Klimawandel zu bestätigen, worauf sie trotz Lücken verbreitet wird. Die News zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird.

Der Spiegel berichtete, die Zeit, der Österreichische Rundfunk (ORF) und in der Schweiz der Blick, die Tribunes de Genève oder die Lausanner 24heures: Die Antarktis, der riesige, mehrheitlich von Eis bedeckte Kontinent um den Südpol, werde, so die Meldung von Mitte Mai, «immer grüner». Es habe ein «nie da gewesenes Wachstum von Pflanzen» gegeben. Der früher «rein weisse» Kontinent, so hiess es in einer Meldung, ändere nun seine Farbe.

Schuld daran sei der Klimawandel. Ein Team um den Forscher Matthew Amesbury von der Universität Exeter in Grossbritannien habe herausgefunden, dass sich das Wachstum von Moos in den vergangenen 50 Jahren deutlich beschleunigt habe. Das sei eine «dramatische Auswirkung» des Klimawandels. Grüne und Linke sahen sich wieder einmal bestätigt: Den Klimawandel gibt es, er wird vom Menschen verursacht und er verändert die ganze Erde, sogar die Antarktis.

Missbrauch von Wissenschaft

Ein Team um den deutschen Chemiker und Naturschützer Fritz Vahrenholt wollte genauer wissen, was es mit der Nachricht auf sich hat und wie sie den Weg in die Medien gefunden hatte. Und mit jeder genaueren Information fiel die Meldung vom ungeheuerlichen Pflanzenwachstum, wo früher bloss Schnee und Eis regierten, mehr in sich zusammen. Die Rückverfolgung dieser News auf die tatsächliche Untersuchung in der Antarktis zeigt, wie heute Wissenschaft manipuliert und für politische Zwecke eingesetzt wird.

Weiterlesen in der Basler Zeitung

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Die Rhetorik der Klimadebatte ist relativ vorhersehbar und besitzt viele wiederholende Elemente. So drängen stets die Klimawandelwarner an die Mikrofone, wenn in den Polargebieten ein größerer Eisberg kalb. Dass das Gletscherkalben an sich ein ganz normaler Prozess ist, wird dabei geflisentlich verdrängt. Seriösen Forschern wird diese Alarmsucht mittlerweile zu bunt. Es regt sich Widerstand. Beispiel Adrian Luckman am 18. Juli 2017 auf krautreporter.de:

Ich stand auf Larsen C in der Antarktis – dass dieser Eisberg abbrach, hat nicht direkt mit dem Klimawandel zu tun
Mit meinem Team erforsche ich seit Jahren das Schelfeis in der Antarktis. Ich war erstaunt über die einseitigen Erklärungen, warum der Eisberg gekalbt hat. Als Professor für Gletscherkunde an der Swansea-Universität in Wales weiß ich nur eines sicher: Das Ereignis wird die Region von Grund auf verändern. [...] Was uns überrascht, ist das große Interesse an diesem zwar seltenen, aber durchaus natürlichen Vorkommnis. Denn trotz aller medialen und öffentlichen Begeisterung: Der Riss in Larsen C und das sogenannte Kalben des Eisbergs ist kein unmittelbares Warnzeichen für einen Anstieg des Meeresspiegels, und es besteht keineswegs ein direkter Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Weiterlesen auf krautreporter.de. Den ursprünglichen englischsprachigen Artikel gibt es in voller Länge hier bei Project MIDAS. In Eos wird auf ähnliche Eisschelf-Kollaps-Ereignisse vor 2000 Jahren hingewiesen:

Underlying warm seawater may have caused an ice shelf collapse deep in the past as well. At the 2016 American Geophysical Union Fall Meeting in San Francisco, scientists presented research indicating that warm water helped fuel ice loss in Antarctica’s Amundsen Sea 2000 years ago.

 

Drohendes Sardinenfangverbot: Welche Rolle spielen die atlantischen Ozeanzyklen?

Am 31. Juli 2017 berichtete Die Welt über eine Sardinenkrise in Portugal:

Sardinen: Portugals Fischern droht 15-jähriges Fangverbot
In jeder Sekunde werden in Portugal 13 Sardinen gekauft. Doch da die Bestände eingebrochen sind, fordern Experten ein jahrelanges Fangmoratorium. Portugal ist entsetzt – hat aber eine Hoffnung. [...] Bislang ist die Sardine – das Kilo ist im Laden für fünf bis sechs Euro zu haben – so etwas wie die Nahrung des Volkes. Bald aber könnte sie zum Luxusgut werden. Denn das in Dänemark beheimatete International Council for the Exploration of the Sea, kurz ICES, fordert wegen der Überfischung ein Fangmoratorium. Und das soll nicht nur vorrübergehend, sondern für mindestens fünfzehn Jahre gelten. Die Bestände seien so drastisch gesunken, dass sie jetzt einen langen Zeitraum bräuchten, um sich erholen zu können, sagen die Experten des ICES, der als Beratergremium für die EU-Kommission fungiert. [...] Während bei Bier keinerlei Knappheit zu verzeichnen ist, sind die Sardinenbestände in den vergangenen Jahren um mehr als 50 Prozent geschrumpft. Auch die Fangmengen brachen kräftig ein. Wurden 2013 noch 28.000 Tonnen aus dem Meer gefischt, waren es 2015 nur noch 13.729 Tonnen. [...] Portugiesische Politiker gehen schon mal auf die Barrikaden. Man habe in den letzten Jahren die Fangquoten stets reduziert und darauf geachtet, dass nur ausgewachsene Sardinen mit 11 cm Länge an Land gebracht würden, sagte José Apolinário, Staatssekretär für Fischerei in Lissabon. Nicht die Überfischung sei für die schwindenden Bestände verantwortlich, sondern der Klimawandel. [...]

Überfischung, Klimawandel. Über die Gründe wird im Artikel nur spekuliert, handfeste Informationen fehlen leider. Die Portugiesen beteuern, dass sie die Sardinenfischerei nachhaltig betreiben, und trotzdem brechen die Bestände ein. Ob der Verweis auf den Klimawandel hilft? Und welchen Klimwandel, den natürlichen oder anthropogenen? Gibt es jetzt Klimaausgleichszahlungen für die portugiesischen Fischer aus dem 100-Milliarden-Dollar schweren Klimatopf?

Aus anderen Regionen der Welt ist bekannt, dass die Ozeanzyklen einen großen Einfluss auf die Sardinenbestände haben können. Trift dies auch auf die Sardinen im Atlantik zu? Mit ein paar Google-Klicks stoßen wir auf ein Paper von Jürgen Alheit und Kollegen aus dem Jahr 2014:

Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO) modulates dynamics of small pelagic fishes and ecosystem regime shifts in the eastern North and Central Atlantic
Dynamics of abundance and migrations of populations of small pelagic clupeoid fish such as anchovy (Engraulis encrasicolus), sardine (Sardina pilchardus), sardinella (Sardinella aurita), sprat (Sprattus sprattus) and herring (Clupea harengus) in the eastern North and Central Atlantic between Senegal and Norway vary in synchrony with the warm and cool phases of the Atlantic Multidecadal Oscillation (AMO). This is shown by compiling retrospective data on fish catches and anecdotal observations, which in some cases date back to the mid-19th century. The AMO is defined as the de-trended mean of North Atlantic (0–60°N) sea surface temperature anomalies. However, it is not primarily the temperature which drives the dynamics of the small pelagic fish populations. Instead, the AMO seems to be a proxy for complex processes in the coupled atmosphere–ocean system of the North Atlantic. This is manifested in large-scale changes in strength and direction of the current system that move water masses around the North Atlantic and likely involves the North Atlantic Oscillation (NAO), the Atlantic Meridional Overturning Circulation (AMOC), the Mediterranean Overflow Water (MOW) and the subpolar gyre (SPG). The contractions and expansions of the SPG apparently play a key role. This was particularly obvious in the mid-1990s, when the SPG abruptly contracted with the result that warm subtropical water masses moved to the north and east. Small pelagic fish populations in the eastern North and Central Atlantic, including those in the Mediterranean responded quickly by changing abundances and migrating northwards. It seems that the complex ocean–atmosphere changes in the mid-1990s, which are described in the text in detail, caused a regime shift in the ecosystems of the eastern North and Central Atlantic and the small pelagic clupeoid fish populations are the sentinels of this shift.

Im Haupttext wird erläutert, dass die Sardinen in Nordwest Afrika (und daher wohl auch in Südwest Europa) stark vom Ozeanzyklus der Antlantischen Multidekadenoszillation (AMO) abhängen:

Population fluctuations and long-term abundance trends of sardine off NW Africa are difficult to interpret because of (i) climatically induced expansions and contractions of distribution ranges,(ii) historically different beginnings for the various national fisheries and (iii) movements of the fisheries’ fleets (Zeeberg et al., 2008). Kifani (1998) gives a good description of changes of the northern stock between Cape Spartel and Agadir Bay observed from the 1960s to the 1990s. Catches were low during the warm AMO period from 1936 until the 1960s, then started to increase with the beginning of the cold AMO period, peaked in the mid-1970s and were low again from the early 1990s on.

Dazu werfen wir einen Blick auf die AMO-Kurve (Abb. 1). Die warme AMO-Phase reduziert die Sardinenpopulation, wohingegen die kalte AMO-Phase die Sardinen fördert. Und da wir uns momentan wieder in der warmen AMO-Phase befinden, wundert es kaum, dass die Sardinenzahl abgenommen hat.

 Abb. 1: Verlauf des AMO-Ozeanzyklus während der letzten 150 Jahre. Quelle: NOAA.

 

Fünfzehn Jahre Fangmoratorium werden gefordert. Wann kühlt die AMO ab, wann ist mit einer natürlichen Erholung der Bestände zu rechnen? Schreibt man den 60-Jahreszkyklus der AMO fort, dann wird die AMO wohl in der Tat in den kommenden anderthalb Jahrzehnten in der positiven Phase bleiben (Abb. 2), was den Sardinen so gar nicht behagt. Eine reduzierte Fangquote könnte daher durchaus Sinn machen, um die Zeit zu überbrücken, bis die Wassertemperaturen wieder absacken.

 

 Abb. 2: AMO-Prognose. Aus unserem Buch “Die kalte Sonne”.

 

Nun spielen aber offenbar auch der andere atlantische Ozeanzyklus, die NAO, eine Rolle (z.B. Ottersen et al. 2001). Auf jeden Fall lohnt es sich, die Literatur etwas genauer anzuschauen, bevor hinsichtlich der Sardinenfangquoten weitreichende Entscheidungen getroffen werden.

 

Wohin führt uns der aktuelle Zeitgeist?

Von Uli Weber

Seit der Christianisierung Mitteleuropas hat die Religion das Denken der Menschen als Angstglauben beherrscht und damit deren Handeln zwangsgesteuert, Zitat aus Wikipedia:

Religion kann Wertvorstellungen normativ beeinflussen, menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen, und in diesem Zusammenhang eine Reihe von ökonomischen, politischen und psychologischen Funktionen erfüllen. Diese umfassenden Eigenschaften von Religion bergen in sich das Risiko der Bildung religiöser Ideologien.“

Im ausgehenden Mittelalter begann sich der Mensch dann Kraft seiner Intelligenz und Logik langsam von dieser religiösen Ideologie zu emanzipieren, Zitat aus Wikipedia:

Mit Logik … oder auch Folgerichtigkeit wird im Allgemeinen das vernünftige Schlussfolgern und im Besonderen dessen Lehre – die Schlussfolgerungslehre oder auch Denklehre – bezeichnet. In der Logik wird die Struktur von Argumenten im Hinblick auf ihre Gültigkeit untersucht, unabhängig vom Inhalt der Aussagen.“

Diese Emanzipation mündete in das Zeitalter der Aufklärung, Zitat aus Wikipedia:

Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien „auch gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht“ befreien will … Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht.“

Mit der Aufklärung befreite sich die Wissenschaft schließlich vom Korsett des Aberglaubens und schuf eine eigene Weltsicht, Zitat aus Wikipedia:

Die Wissenschaft ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Maßbestimmungen, Gesetzen, Theorien und Hypothesen fixiert wird.“

Die Erkenntnisse der Wissenschaft führten dann schließlich zur Industrialisierung, Zitat aus Wikipedia:

Industrialisierung bezeichnet technisch-wirtschaftliche Prozesse des Übergangs von agrarischen zu industriellen Produktionsweisen, in denen sich die maschinelle Erzeugung von Gütern und Dienstleistungen durchsetzt. Das Gegenteil ist die Deindustrialisierung.“

Dieser Weg wird auch durch die individuelle wirtschaftliche Entwicklung nachgezeichnet. Im Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht betrug die durchschnittlich verfügbare pro-Kopf Energiemenge etwa das 18 bis 24-fache des menschlichen Grundbedarfs. Und in unserem heutigen Industriezeitalter beträgt diese verfügbare pro-Kopf Energiemenge etwa das 70 bis 80-fache dieses Grundbedarfs. Jeder Einzelne von uns verfügt also etwa über das 3 bis 4-fache derjenigen Ressourcen, die einem vorindustriellen Menschen  im Mittelalter zur Verfügung gestanden hatten. Und diese wirtschaftlichen Ressourcen manifestieren sich in unserem technischen Lebensstandard, in der Verfügbarkeit und Qualität von Lebensmitteln, in Information und Kommunikation, Transportwesen und Logistik, unserem Gesundheitswesen und damit auch in unserer individuellen Lebenserwartung.

 

Wir müssen uns das hier wirklich noch einmal ganz klar vor Augen führen:

Es geht bei der Entwicklung des allgemeinen Lebensstandards ganz allein um die individuell verfügbare Energiemenge. Nahrung ist Energie und fossile Treibstoffe sind auch Energie – und beides steht uns heute fast unbegrenzt zur Verfügung, jedem Einzelnen von uns jeden Tag. Die Beschränkung des mittelalterlichen Menschen auf jahreszeitlich verfügbare Nahrung, Brennholz und ein wenig Wind- und Wasserkraft wird auch zutreffend als Mangelwirtschaft beschrieben. Und bereits diese ökologisch-vorindustrielle Gesellschaft hatte ihre Zukunftsängste um die begrenzt verfügbaren Ressourcen, Zitat aus Wikipedia:

Ängste vor einer Holznot markieren zeitgleich mit dem „Naturkult“ der Waldromantik zu Zeiten der Aufklärung den Beginn der modernen Umweltbewegung. Die Holznot im 18. Jahrhundert ist ebenso im Umfeld volksaufklärerischer und moralisierender Bemühungen zu sehen. Dabei wurden zum Beispiel Ideenwettbewerbe veranstaltet, bei denen Akademien und gelehrte Gesellschaften die Holznot auch im Themenspektrum Philosophie, Theologie und Ästhetik bis hin zu ökonomischen und staatstheoretischen Fragen besprachen.“

Menschlicher Erfindungsgeist hatte zu allen Zeiten der Endlichkeit unserer natürlichen Ressourcen abgeholfen. Auf die Holznot im 18. Jahrhundert folgte die technische Nutzung der Kohle – und später  dann der Gebrauch von Erdöl und Kernenergie. Im Unterschied zum ausgehenden Mittelalter basiert unser heutiger Lebensstandard also allein auf der technisch-industriellen Nutzung frei verfügbarer Energieträger sowie fossiler Derivate und der industrialisierten Landwirtschaft.

Wir könnten also eigentlich ganz zufrieden mit diesem komfortablen Leben in unserem hochindustrialisierten Paradies sein – aber wir sind es leider nicht.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat vielmehr ein sehr schlechtes Gewissen, weil es uns so gut geht. Und wir möchten das gerne ändern – also das schlechte Gewissen – natürlich bei gleichbleibendem Lebensstandard. Hierbei helfen uns diverse Ideologien, indem sie uns eine Vielzahl von Glaubenssätzen liefern, um kohlenstoff-basierte Technologien zu diffamieren. Die Generation Golf, die heute ihre Kinder mit dem SUV zu Schule fährt, ignoriert beispielsweise das Ergebnis von 5 Jahrzehnten Umweltschutz und skandalisiert verbliebene Restbelastungen, die oft überhaupt nur durch moderne Analyseverfahren nachweisbar sind, unter dem Mäntelchen einer moralischen Vorsorgereligion in ihr Gegenteil.

Und weil wir unser selbständiges Denken in die Clouds von Mietmäulern und Erziehungsmedien ausgelagert haben, glauben wir auch sonst wirklich alles, was man uns skandalisierend vorträgt:

  • Glyphosat schädigt angeblich Insekten und Vögel und gehört verboten: Aber Mais-Monokulturen für Biogasanlagen und windbetriebene ökologische EEG-Gebetsmühlen sind offenbar gut für Natur und Artenvielfalt und schädigen keinesfalls unsere Mitmenschen, Insekten, Vögel und Fledermäuse – mal ganz abgesehen vom Landschaftsverbrauch…
  • Das eigentliche Problem der deutschen Energiewende ist angeblich, dass die Kohlekraftwerke einfach nicht abgeschaltet werden: Aber ohne diese Kohlekraftwerke gäbe es in Deutschland zwangsläufig die ständige Gefahr von massiven Blackouts. Dagegen haben wir im europäischen Stromverbund mit unserem planwirtschaftlichen Zufallsstrom bereits die relativ sauberen Gaskraftwerke in den Ruin getrieben und die umweltfreundlichen  Wasserkraftwerke wirtschaftlich schwer geschädigt.
  • Viele Flüchtlinge, die in unser Land strömen, sind angeblich bereits Klimaflüchtlinge: Dagegen haben die menschenverachtende Umwandlung von Nahrungsmitteln in „klimaschonende“ Ökotreibstoffe und das damit verbundene „Land-Grabbing“ in der Dritten Welt mit möglichen Fluchtursachen offenbar überhaupt nichts zu tun – die Ursache ist vielmehr allein der vorgeblich menschengemachte Klimawandel…

Die Wissenschaft vom menschengemachten Klimawandel basiert auf dem weit verbreiteten Aberglauben an die menschliche Erbsünde vom verlorenen Paradies und weist erstaunliche Parallelen zur Holznot des 18. Jahrhunderts auf.
Schon das 97-Prozent Argument macht jedem aufgeklärten Menschen klar, dass es sich hierbei um eine quasireligiöse Ideologie handeln muss. Das postulierte „Ende der wissenschaftlichen Diskussion“ reicht dann historisch noch einen Schritt weiter in den Absolutismus zurück und gesteht den Adepten einer mittelalterlichen Glaubensmanifestation die Entscheidung über eine vorgeblich absolute Wahrheit zu. Mit einer solchen Argumentation hätte sich dieselbe Wissenschaft aber gar nicht erst entwickeln können, weil eine solche Haltung zu einem früheren Zeitpunkt jede Weiterentwicklung von vorn herein ausgeschlossen hätte.
Schließlich wird auch noch verbreitet, diese „wissenschaftliche Wahrheit“ über den Klimawandel sei viel zu komplex, als dass sie ein Einzelner überhaupt verstehen könne. Den gleichen Unsinn haben sicherlich auch katholische Priester über die lateinische Bibel verbreitet, bevor Luther sie dann schließlich ins Deutsche übersetzt hat …

Am Ende werden klimawissenschaftlich aufgepeppte Diffamierungen unserer industriellen Kultur wiederum von ökologischen Glaubensgemeinschaften benutzt, um uns den Weg zurück in ein neues Glaubensparadies schmackhaft zu machen. In diesem Paradies einer malthusianischen  Nachhaltigkeit wird eine reduzierte Weltbevölkerung am Ende ihre Nahrung wieder vollökologisch im Schweiße ihres Angesichtes erzeugen und ihren dringendsten Energiebedarf nur noch sporadisch durch Sonnenenergie und Wind zu decken vermögen. Wir folgen also schließlich dem medialen Trommelfeuer einer ideologischen Endzeitreligion kritiklos in eine mittelalterliche Reconquista:

Gott = Die gütige Mutter Gaia

Höllenfeuer = Der menschengemachte CO2-Treibhauseffekt

Religiöse Gebote = Das 2-Grad Ziel und die CO2-Vermeidung

Ablasszahlung = Die ökonomischen und ökologischen Kosten durch unwirksame planwirtschaftliche Subventionen und destruktive Maßnahmen wie den Ausstieg aus fossilen Energien (= Deindustrialisierung) und die Zerstörung der industriellen Landwirtschaft (= Ökologisierung)

Heilsversprechen = Das globale dekarbonisierte Paradies bis zum Jahre 2100

In allen Lebensbereichen treten heute selbsternannte Priester als die neuen Heilsbringer der Menschheit auf und verbergen die Realität ihrer technologiefeindlichen Ideologien hinter fraktierten Fakten. Und die unkritische schweigende Mehrheit lässt sich das ohne jeden individuellen Rest von logischem Verstand und historischem Bewusstsein gefallen.

Inzwischen befinden wir uns also schon längst wieder inmitten eines neureligiösen Angstglaubens, diesmal um eine vorgeblich durch den industriellen CO2-Ausstoß des Menschen verursachte Klimakatastrophe zu vermeiden. Und in vorauseilendem religiösem Gehorsam wird von der Menschheit verlangt, den Gebrauch der verfügbaren fossilen Ressourcen freiwillig einzustellen. Der Mensch wird sich am Ende dieser globalen Dekarbonisierung also in den Reservationen eines deindustrialisierten Ökoparadieses wiederfinden und diesen Planeten einer heiliggesprochenen Natur überlassen.

Unsere Wohlstandsgesellschaft hat offenbar vergessen was es heißt, wirklich arm zu sein und im Überlebenskampf den Status-Quo täglich neu aushandeln zu müssen; wir sehen unseren Lebensstandard vielmehr als gottgegeben an. Wenn wir also heute, aus einem infantilisierten Weltblick heraus, fortlaufend unsere demokratische Kultur, unsere wertschöpfende Industrie und unsere effektive Landwirtschaft denunzieren und Stück für Stück der Zerstörung durch selbsternannte Moralapostel preisgeben, dann reduzieren wir damit auch sehr nachhaltig den künftigen Lebensstandard nachfolgender Generationen.

Denn die Mittel für eine funktionierende öffentliche Verwaltung, öffentliche Infrastruktur, Bildung, Gesundheits- und Sozialleistungen, Umweltschutz und Entwicklungshilfe sind eben nicht gottgegeben, sondern müssen als gemeinschaftlicher Mehrwert über das individuell Überlebensnotwendige hinaus permanent neu erwirtschaftet werden. Und aus dieser fossil betriebenen Wirtschaft müssen außerdem die weiterhin steigenden Subventionen für alternative Heilstechnologien aufgebracht werden, die aus sich selbst heraus gar keine Wertschöpfung erzielen können. Kurz gesagt, in der Sahelzone werden Sie weder öffentliche Bücherhallen noch Genderaktivisten oder gar aktiven Umweltschutz finden, das alles sind reine Luxusphänomene; substantielle Transferleistungen in soziale, gesellschaftliche oder ökologische Projekte können sich nämlich nur fossil-basierte Industrienationen leisten.

Die Phase der Aufklärung zu eigenverantwortlichen Menschen in hochindustrialisierten Demokratien war offenbar nur eine sehr kurze Episode in der kulturellen Evolution. Nach dem Erreichen des „Point-of-no-Return“ für eine endgültige Zerstörung unseres fossil betriebenen technischen Paradieses werden wir also alle im gleichen dekarbonisierten Boot sitzen. Und für eine desinteressierte schweigende Mehrheit von Mitläufern gilt dann nicht etwa die historische Standardausrede, von alledem nichts gewusst haben zu wollen, sondern der harsche vorindustrielle Spruch „mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“. Denn die zum selbständigen Denken erforderlichem Qualifikationen und Kenntnisse werden allen Menschen in unserem Lande per gesetzlicher Schulpflicht kostenfrei zwangsvermittelt…

Aber vielleicht handelt es sich bei dieser Endzeitpsychose einer globalen Dekarbonisierung  ja auch um eine untätigkeitsbedingte Übersprunghandlung. Medizinische Erkenntnisse legen beispielsweise nahe, dass die steigende Zahl von Allergikern mit den modernen hygienischen Lebensumständen einher geht. Kurz gesagt, je dreckiger die Umwelt ist, umso mehr hat unsere körpereigene Abwehr zweckbestimmt zu leisten – wenn sie allerdings nicht genug zu tun hat, kommt sie offenbar auf selbstzerstörerische Gedanken. Diese Erkenntnis könnte man im übertragenen Sinne ja auch auf unsere Endzeitpsychose einer von der menschengemachten Klimakatastrophe  anwenden: Je weniger unser Überlebenswille in einer hochindustrialisierten Wohlstandsgesellschaft gefordert ist, umso eher kommt er auf selbstzerstörerische Gedanken…

Sei es wie es sei – das traurige Fazit lautet jedenfalls: Offenbar haben die Klimawissenschaften heimlich vom verbotenen Baum der religiösen Erkenntnis genascht. Der durch den Klimavertrag von Paris politisch vorgezeichnete Weg in eine globale Dekarbonisierung wird die Menschheit aus diesem fossil betriebenen Paradies vertreiben und in eine ungewisse vorindustrielle Zukunft führen.

 

Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies. Michelangelo [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

Unerträglicher Klimaalarm: Wie ihm entgegentreten?

Fast täglich lesen wir in der Zeitung Klimaalarm. Wie soll man darauf reagieren? Einfach ignorieren? Einen Leserbrief schreiben, der vermutlich nicht veröffentlicht wird? Dem Redakteur oder Chefredakteur persönlich schreiben? Alle seine Freunde und Kollegen über den fehlerhaften Artikel per Rundschreiben informieren? Alles sehr gute Ansätze, die jedoch meist wenig Effekt haben. In einigen Fällen wird sich der Redakteur einige Gedanken machen. Meistens wird er den Brief einfach ignorieren, da nicht mit seiner ideologischen Einstellung kompatibel. Kritik unerwünscht. Man kann viel Zeit hineinstecken. Aber im Prinzip wiederholt sich der Alarm. Hier drei Beispiele.

Erster Fall. Auf nrz.de gab es am 24. Juni 2017 den folgenden Beitrag von Märle Häring:

Der Klimawandel ist am Niederrhein angekommen

Der Klimawandel ist in xyz angekommen. Das ist so eine Phrase, die sich wie Unkraut verbreitet hat. Was soll sie bedeuten? Aus wissenschaftlicher Sicht müsste der Schreiber zunächst einmal systematisch belegen, dass die aktuelle Entwicklung aus der Schwankungsbreite der natürlichen Klimavariabilität heraussticht. Dies unterbleibt in der Regel, so dass es bei einer unbelegten Behauptung bleibt. Schauen wir in den Artikel hinein: Was genau ist am Niederrhein passiert, dass der menschengemachte Klimawandel nun offensichtlich wurde?

Der Frühling beginnt früher, starker Regen oder große Trockenheit, Hagel und Unwetter: Auch am Niederrhein müssen sich die Menschen vorbereiten.

Der Frühling war bereits einmal vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode (MWP) zeitlich vorgerückt. Nichts Neues. Beim Starkregen gibt es keinen Trend, ebensowenig wie bei Dürren, Hagel und Unwetter. Einige Belege hier:

Kann man mit Fakten etwas gegen solch verkorkste Artikel anschreiben? Nein! Wir leben in einer postfaktischen Zeit, da interessieren Fakten kaum noch. Märle Häring wird einfach weitermachen, keine Frage.

 

Zweites Beispiel, vom 23. Juni 2017 auf bluewin.ch:

Forscher schlagen Alarm: Rekordtemperaturen im Mittelmeer

Forscher schlagen Alarm. Dramatische Ausmasse. Schon oft gehört und gelesen. Echte Alarmisten halt. Was für ein Rekord ist es denn, der da im Mittelmeer angeblich verzeichnet wurde? Noch nie so heiß wie heute? Wann war es das letzte mal so heiß?

Der Klimawandel und seine Folgen nehmen im Mittelmeer dramatische Ausmasse an. Wie Forscher des ligurischen Meteorologie-Verbands mitteilten, liegen die Temperaturen im Ligurischen Meer bei 25 Grad, fünf Grad über dem Durchschnitt in der zweiten Juni-Dekade.

5°C über einem Durchschnitt. Was für ein Durchschnitt überhaupt? Der letzten 100 Jahre oder 1000 Jahre oder was? Ein bisschen genauer wäre toll. Steht aber nicht im Beitrag. Schade. Die WMO hat einige Details. Vermutlich handelt es sich um eine Hitzewelle. Hätte man erwähnen sollen. Vor 400 Jahren war das Mittelmeer kalt, Stichwort Kleine Eiszeit. Und vor 1000 Jahren war es dort sehr warm,ähnlich wie heute. Klicken Sie einfach mal auf die roten Punkte auf unserer MWP-Karte.

 

Drittes und letztes Beispiel, Südtirol News vom 25. Juni 2017:

Trockenheit: Po-Ebene ruft Notstand aus
[...] Umweltminister Galletti machte den Klimawandel für die dramatische Lage verantwortlich: Hitze und Trockenheit würden dadurch langsam zur Normalität werden.

Einen Wechsel zwischen Trockenheit und Feuchtklima hat es in Norditalien und im Mittelmeerraum schon immer mal gegeben. Schwankungen der Sonnenaktivität scheinen eine wichtige Rolle zu spielen: