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Broder, der Klimawandel und die Skeptiker

Von Hans-J. Dammschneider

Sie kennen Henryk M. Broder. Nicht persönlich, vermutlich. Aber natürlich wissen Sie, worum es nur gehen kann, wenn vom „BRODER“ gesprochen wird. ´Humor geht mit Wissen´ … das ist er! Ein Mann (ich hoffe, diese Aussage ist gendergerecht zulässig), der in ACHGUT schreibt. Nicht nur, aber vor allem – wenn ich das mal so betonen darf. Ein Satiriker, ein Kolumnist, ein Journalist und ein Mensch der nachdenkt. Und jemand der ausspricht, was manche nur hinter vorgehaltener Hand zu flüstern wagen. Wenn überhaupt.

Broder traut sich etwas … neulich war er sogar auf Einladung der AfD im Abgeordnetenhaus in Berlin. Er hat vorgetragen. Für die AfD war das teils unbequem. Aber BRODER sagt Wahrheiten, denen man sich (eigentlich) nicht entziehen kann. Dennoch, oder gerade deshalb, hat er auch ein paar Gegner. Aber bestimmt nur wenige, oder? Zu den Wenigen gehören ein paar Menschen, die es keineswegs lustig finden, wenn z.B. über den Klimawandel ohne „richtigen“ Ernst gesprochen wird. Denn dazu ist ihnen das Thema zu wichtig. Ehrlich, find ich auch, aber für mich bitte ohne „zu“. Denn ich bin Skeptiker!

Es ist wahr, am Klimawandel könnte die Welt kaputtgehen. Das „könnte“ muss selbst ich anerkennen. Genauer gesagt ist es das CO2, welches uns zum Ende führt. Vielleicht. Meint, die Erde könnte sich eventuell quasi selbst zerstören! Durch zu viel Klimagas nämlich … das ist echt ätzend, das alles. „Alles sofort anhalten!“ rufen da die Alarmisten, „Alles genau prüfen …“ fordern die Skeptiker, „Alles, aber nur so oder so“ sagt der Realist.

BRODER ist Realist und, wie die meisten Menschen, der Meinung, dass es einen Wandel des Klimas gibt. Nur versteht er das anders als z.B. die Mehrzahl der deutschen Politiker oder seiner Kollegen im Öffentlich-Rechtlichen (zum Beispiel). Er ist nämlich der Überzeugung, dass es ´Klimawandel´ schon immer gab. Potz und Blitz!

Worauf stützt er sich da? Schellnhuber oder Rahmstorf vom PIK (zur Erklärung: Das ist Frau Merkels persönliche Klimaabteilung) können es nicht sein, für die ist Klimawandel allein eine Erscheinung der Neuzeit. Also ein Phänomen, das erst auftritt, seit der Mensch die Maschine und die Braunkohle erfunden hat. Vorher gab es keinen Klimawandel. Jedenfalls keinen „richtigen“. Und auch Mojib Latif, der Dritte im Alarmistentrio, predigt eher den baldigen Weltuntergang als den Glauben an eine erträgliche Zukunft … die Menschheit erzeugt zwar richtig viel CO2, hat aber offenbar immer noch nicht genug davon.

Früher sagte man „die Hoffnung stirbt zuletzt“, diese Einstellung hat man, zumindest, in Deutschland jedoch überwunden. In Schland gibt es wichtigere Traditionen zu bewahren: Glaube an den Staat (mit seinen verbeamteten Professoren, siehe oben)  ist eine davon. In der BRD weiß man seit Kaisers Zeiten, dass von oben die Weisheit kommt. Immer. Also fast immer. Letztlich hörte ich, dass beim Diesel-Thema zumindest in Stuttgart einige Bürger anderer Meinung sind. Aber da kann ich mich auch irren, von gelben Westen verstehe ich nichts.

Schlimm, die Leute. Dabei ist alles – meint vor allem die richtige Einstellung zum Klimawandel – so offensichtlich und leicht erreichbar. Jeder nämlich kann „ES“, das Böse im Klima, sehen, wenn er sich nur einmal die Temperaturgrafik Deutschlands vor Augen hält: Das CO2 steigt seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Worauf offenbar die Temperaturen in der Republik (und in Österreich und in der Schweiz und …) in Schwingungen mal mehr aufwärts, aber auch mal im leichten Sinkflug, meint abwärts (… „runter kommen sie immer“, ha ha) verlaufen. Wie, sie haben das jetzt nicht verstanden? Es ist so: Seit 1850 wird es tatsächlich immer wärmer. Auch in Deutschland (und in Österreich und in der Schweiz und …).

Davor, wir müssen es aussprechen, hatten wir allerdings auch eine „kleine Eiszeit“. Aus diesem Tief wollte das Erd-System offenbar wieder raus. Hat auch funktioniert. Es wäre ja auch arg gewesen, hätten die Temperaturen seither nicht wieder zugelegt. Dann hätte der SPIEGEL aus dem Jahr 1970 doch Recht behalten mit seiner Befürchtung, Deutschland könne im Eis versinken. Bisher aber: Glück gehabt! War nur eine Delle in den 60er Jahren. Die Temperaturen steigen seither wieder an … nur nicht überall und nicht immer fortlaufend. Und schon gar nicht so wie das CO2. Aber das sind Petitessen. Sagen Schellnhuber, Rahmstorf und Latif. Und auch Frau Merkel (Sie wissen schon, das ist die „schwarze Null“ im Kanzleramt) meint, dass es reicht, wenn man die Physik der Atmosphäre (vulgo Meteorologie) in so Weit verstanden hat, dass daraus Klima kommt. Eines, das immerfort die Temperaturen ansteigen lässt. Quasi ein Kletterklima.

Und wir sind schuld! Ja, ich, Du und Sie auch. Wir emittieren zu viel. Wir fahren Auto, zum Beispiel. Das ist ganz schlecht für´s Klima. Denn da kommt hinten CO2 raus, beim Auto mein ich. Neben anderen schlimmen Sachen. Diesel vor allem sind Klimawandler, sozusagen. Als es noch Kutschen und Pferde gab, hatten wir auch keinen Klimawandel. Da sehen Sie es. Damals wurde es nur periodisch mal wärmer und mal kälter, so alle 60 Jahre im Mittel … mal 30 Jahre etwas rauf, mal 30 Jahre etwas runter mit den Temperaturen. Und mittelfristig sogar auch mal noch mehr „hoch“, z.B. während der mittelalterlichen Warmzeit, da war´s so heiß wie heute. Oder „tiefer“, z.B. während der Kleinen Eiszeit, da hat BREUGEL z.B. seine Schlittschuhbilder in Holland gemalt.

Das mit der richtigen Einstellung zum Klimawandel hat aber heute auch wirklich jeder selbst in der Hand. Seien Sie ehrlich, wie oft trinken Sie ´caffee to go´ (das ist Kaffee zum weggehen) aus einem Pappbecher? Pappe ist Müll. Falscher Müll. Falsch deshalb, weil er nicht nachhaltig ist, also der Müll, aber letztlich auch der Kaffee. Denn Pappe vergammelt und macht mehr CO2 … oder so ähnlich. Fazit: Unser Klima bräuchte sich nicht mehr so zu wandeln, wenn sie bereit wären, keinen Papp-Kaffee mehr zu trinken. Das ist so einfach!

Der schlimme Finger ist das CO2. Blöd nur, dass gerade das Ökogemüse auf CO2 angewiesen ist! Kohlendioxid, so nennt sich CO2 auf Deutsch, ist ein Wachstumsbeschleuniger für Pflanzen. Millionen von Menschen müssten zusätzlich Hunger leiden, wenn es weniger CO2 gäbe! Wachstum, nicht nur aber vor allem auch bei allem Grünzeug, durch Klimagas. Ehrlich, ist so. „Trotzdem“ sagte bereits auf einer Anhörung ein Umweltbewegter zu mir, als ich als Gutachter (damals in Gorleben) feststellte, dass man die Auswirkungen der Atomstrahlen nur deshalb nicht erkennen könne (zumindest auf der Präsentationsfolie), weil sie in der vorgelegten Grafik unterhalb der nur möglichen Strichstärke lagen. „Trotzdem“ … die Welt wird eines Tages untergehen.

Nur wegen zu viel CO2? Vielleicht auch. Aber eigentlich, jeder kennt es aus seiner Alltagserfahrung, ist es nie nur ein „Ding“, das da Verantwortung trägt. Nahezu immer ist es ein bunter Strauß an Ursachen. Nein, nein, ich will nicht verharmlosen. Schließlich sagen uns die Bildhauer (Verzeihung, die Modellierer, also jene, die das Klima auf dem Gross-PC vorherspielen) grundsätzlich die Wahrheit zum Klima. Jedenfalls nach Meinung des IPCC.

IPCC? Ja, das ist jener Verein, der staatlich alimentiert die Meinungen derer zusammenfasst, die Klimawissenschaft als das betrachten, was den Ländern der Südsee (wg. Untergang im Meer) oder Afrikas (wg. Temperaturflucht) argumentativ zur Seite stehen soll. Wobei viele da was verwechseln, überwiegend meinen sie weniger das Reden als unser Geld. Aber zurück zu den numerischen Modellen: Das sind die in Blechdosen beheimateten Algorithmen, welche wie weiland Kassandra meinen, in die Zukunft blicken zu können … bei Kassandra allerdings gab´s da nachweislich Probleme (*).

Wie auch immer, Jedenfalls denkt (?) diese moderne Kassandra-Maschinerie, dass wir demnächst den Hitzetod sterben werden. Oder – wegen des steigenden Meeresspiegels – am Strand ertrinken könnten. Jedenfalls dann sterben werden, wenn wir nicht innehalten mit dem CO2-Ausstoss … wobei, welchen Tod möchte ich eigentlich lieber haben? Den natürlichen oder den durch CO2? Egal, er kommt so oder so. Überlassen wir das daher mal unserem Wohnort: Die in der Nordseemarsch saufen irgendwann ab (in ein paar hundert Jahren, wenn sie so alt werden), während jene, die im Oberrheingraben leben müssen (Freiburg i.Br. z.B.), dann bereits einem Hitzschlag erlegen sind. Aber immer auch dran denken: Der Letzte macht das Licht aus, soviel Ordnung muss sein … auch im Klima-Siechtum.

Liest BRODER eigentlich in einem der skeptischen Blogs, jenem der KALTE SONNE vielleicht, wenn er was zum Klima recherchiert?! Ob er es tut oder nicht oder ob er eher tagtäglich in SPON oder der SÜDDEUTSCHEN über das langfristige Wetter (pardon, das Klimageschehen und seine Kapriolen) studiert: Jedenfalls weiß der realistische Optimist Broder, dass es „mit der Rettung der Welt vor dem Klimawandel klappen wird. Da herrscht in der deutschen Politik eine große Glaubensfestigkeit.“ Darüber hinaus ist für BRODER jedoch auch klar, dass „nur die sogenannten Klimaleugner, also Menschen, die nicht glauben, dass sich der seit Urzeiten vollziehende Klimawandel durch einen deutschen Kohleausstieg nennenswert beeindrucken ließe, diese Glaubensgemeinschaft stören. Um deren destruktiven Geist hinreichend zu beschreiben, gibt es kaum die richtigen Worte. Oder vielleicht doch?“ (nach und in ACHGUT vom 4.2.2019).

Tja lieber Henryk M., auch wir Klimaskeptiker ringen tagtäglich mit dem Thema. Und, so meinen wir, es gibt sehr wohl die richtigen Worte. Vielleicht nicht über uns, aber bestimmt von uns. Wir sind mal so arrogant … . Denn wir sind vom Glauben zum Wissen konvertiert, so wie es Hamed Abdel-Samad, ein Kumpel von Broder, auch für sich reklamiert. Wenn wir sprechen, dann stellen wir dabei Fakten in den Mittelpunkt. Diese bestehen neben den verbindenden Worten vor allem auch aus nachprüfbaren Daten. Da sind wir kleinlich. Und, das ist dann das tolle, unsere Berichte über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse werden auch gelesen! Sogar im GEOMAR in Kiel, Sie wissen, da sitzt Mojib L.. Aber nur heimlich übers Internetz … der KS-blog ist da sozusagen Bückware. Das war aber schon in der DDR das Beste, was man bekommen konnte.

Sind wir wirklich „Leugner“? Welch niederschmetternder Gedanke! Die herrschende Meinung meint so was. Aber „Nein“ und zur Beruhigung … gewiss nicht. Wir sind nur kritisch. Wir halten und stellen fest, dass die Welt weder nur schwarz noch ausschließlich weiß angemalt ist. Wir sehen nämlich und beispielsweise, dass die Erde rund ist und eine mögliche Energiewende mit der Abschaltung von Kohlekraftwerken nicht nur Deutschland betrifft. Das ist übrigens mal ein schönes Beispiel für Gerechtigkeit. Allerdings auch für ´Elend über alle in Europa´. Jedenfalls wenn´s schief geht … blackout´s funktionieren hervorragend länderübergreifend. Der EU in Brüssel ist Gemeinsamkeit ja wichtig. Manchmal hat Frankreich zwar andere Vorstellungen, aber Kernenergie ist doch so was von gestern, da müssen wir in Schland nicht mal dran denken. Wenn jedoch die Dunkelflaute einkehrt, wäre es schön, wenn Herr Macron uns helfen könnte?

Nun wissen wir dummerweise, dass China ein Vielfaches an und in Kohle investiert, um die deutsche Rettung der Welt zu konterkarieren. Meint, das läuft nicht wirklich gut, dass mit den Chinesen (und den Indern und den anderen). Was denken die sich eigentlich dabei! Schlitzohren …oder hab ich da ein Wahrnehmungsorgan verwechselt? Klar, wir sagten es schon  … die Erde ist rund. Und was die einen, z.B. in Deutschland, an Emissionen einsparen, können die anderen sozusagen als CO2 nachschießen, ohne dass es im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen dafür gibt. Die Chinesen jedenfalls haben das verstanden. Und tun was. Ach ja, es gibt ja einen Klimapakt und den Vertrag von Paris. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, sagt der Volksmund. Es ist wirklich ein Elend, dass mal wieder einige nicht richtig mitspielen wollen. Der böse TRUMP vor allem. Der weiß ja nicht einmal, dass es Klima überhaupt gibt. Keine Ahnung von nichts, dieser Rabauke.

Daher ja auch und zu Recht der Einwurf, die Skeptiker würden aus der Reihe tanzen. Aber „Im Gleichschritt marsch“ ist nicht unsere Gangart, wir bleiben lieber beweglich kritisch. Und wenn dann, mal wieder, ein Großteil der Medien den Untergang der Welt voraussieht, weil „wir alle“ so viel CO2 emittieren, dann rufen wir auch noch dazu auf, die Daten ohne Scheuklappen anzuschauen. Das ist doch nicht zu glauben, ein „Aber“-Witz sozusagen. Bilden wir uns das nur ein oder sehen wir wirklich als einzige, das das Wohlbefinden unseres Globus nicht nur vom „Klimagas“ CO2 abhängt? Sondern auch von ganz, ganz vielen anderen Faktoren bestimmt wird? Hatte ich aber schon gesagt … .

Bei uns Skeptikern, und da verweise ich mal wieder explizit auf einen blog wie den der KS (für Nichtinsider, es ist die KALTE SONNE), hören und lesen Sie viele aktuelle wissenschaftliche Informationen (und das aus nahezu allen renommierten Quellen, die die Welt so zu bieten hat). Warum tun sich die Freunde von ARD oder ZDF, um nur zwei große Propagandainstitute zu nennen, das nicht auch mal an? Skeptiker sind ebenso nur Menschen mit einem Gefühl für Wetter, oder? Das Leben ist kurz, innerhalb der ´alive´-Spanne sollte man wenigstens etwas Spaß haben! Wenn man uns Skeptikern schon nicht traut, dann kann man sie doch wenigstens nicht ignorieren. Mh, das was jetzt irgendwie … .  Die Gemeinschaft der Klimawandelgläubigen könnte doch genauso mal über die Rolle der AMO, der PDO, der NAO, der SONNE und ganz, ganz vielen andern Klima-Einflussgrößen reflektieren. Nur mal so, ganz unverbindlich. Aber eben doch mal kritisch. Die Kürzel hinterlassen jedenfalls sämtlichst deutliche Spuren in den globalen (und regionalen) Temperaturverläufen. Ehrlich! Und unsere Atmosphäre bewegen sie im wahrsten Sinne des Wortes.

Ja, das war jetzt fies, wer von euch Lesern kann sich schon etwas unter AMO oder PDO vorstellen. Ich mach´s kurz:  Das sind ozeanische Zyklen, die es nachweislich seit Jahrhunderten gibt und die klar und deutlich bei unserem Klima mitmachen … mal im Zyklus „rauf“ (dann ist´s auch bei uns wärmer), mal im Zyklus wieder „runter“ (dann haben wir vorübergehend kühlere Füße). Ursache + Wirkung = Möglichkeit.

Und nur, damit es auch wirklich alle verstehen: Skeptiker leugnen den Klimawandel gar nicht! Das ist eine Lüge. Ganz im Gegenteil verfolgen wir ihn aufmerksam. Aber wir fangen nicht erst im Jahr 1850 damit an. Unser (skeptische) Blick reicht zurück über die „kleine Eiszeit“ und die „Mittelalterliche Wärmeperiode“ und die ungemütliche Zeit der  Völkerwanderung bis (mindestens) zur „römischen Warmzeit“ … Sie wissen schon, das war, als Hannibal mit seinen Elefanten über die Alpen marschierte, weil es weniger Schnee und nur kurze Gletscher gab. So ähnlich wie heute. Wobei: Wenn ICH hier (im weißen Winter 2018/19) aus dem Fenster schaue, sehe ich alles in Weiß. Und davon ganz viel. Wie soll ich jetzt mit dem Dackel zum Gassi rauskommen? Wenn man den Klimawandel mal wirklich braucht, ist er nicht da.

Skeptiker, das sagt der Begriff schon, möchten nicht (nur) glauben. Wir sind so hinterhältig, dass wir Hintergründe beleuchten und Wissen sammeln. Nachvollziehbare Fakten eben. Denen vertrauen wir. Daher prüfen wir fortlaufend, welche, auch wechselnden, Auffassungen es zum Klimawandel gibt. Wir vergleichen. Der Einsatz von naturwissenschaftlichem Verstand und nüchterner Überlegung ist geradezu unser Markenzeichen. Heute heißt sowas ´label´ oder ´brand´, isn´t it?

Kommen wir zum Schluss: Vielleicht hat Henryk M.Broder ja mal Lust auf eine Diskussion mit uns. Und mit den Alarmisten. Mit einem broderschen Vortrag als Einleitung. Am besten kontrovers, denn er ist ja Realist. Bei der AfD hat er schließlich auch schon gesprochen, da wären Klima-Skeptiker und -Alarmisten doch die nächste logische Variante. Wir laden ihn ein. Aber, große Bitte an alle Mitwirkenden im Klimazirkus, wir möchten dann auch wirklich und unbedingt Parität haben. Denn eine Diskussion  lohnt doch nur richtig, wenn es auch drei Meinungen hat: Unsere, Eure und die von Broder.

Aufruf an alle Freunde des Klimawandels: Setzen wir uns doch mal in eine Runde … !

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(*) Kassandra gilt in der antiken Mythologie als tragische Heldin. Meint, sie  war ein Problemfall. Denn leider  sah sie zwar  immer das Unheil voraus, aber gehört hat keiner auf sie. Kassandrarufe eben. So versteht der IPCC die numerischen Modelle auch … .

 

Ökonomisch bereinigte Hurrikanschäden in den USA während der letzten 120 Jahre ohne Langzeittrend

Hurrikane richten in Nordamerika alljährlich große Verwüstungen an. Eine Forschergruppe um Jessica Weinkle hat die Entwicklung der Schadenssumen in den USA für die letzten knapp 120 Jahre untersucht und hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung bereinigt. Dadurch wurden Schäden z.B. zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergleichbar mit modernen Schäden. Einen Langzeittrend fanden die Forscher nicht, weder Steigerung noch Abschwächung. Hier der Abstract des Papers, das am 26. November 2018 in nature sustainability erschien:

Normalized hurricane damage in the continental United States 1900–2017
Direct economic losses result when a hurricane encounters an exposed, vulnerable society. A normalization estimates direct economic losses from a historical extreme event if that same event was to occur under contemporary societal conditions. Under the global indicator framework of United Nations Sustainable Development Goals, the reduction of direct economic losses as a proportion of total economic activity is identified as a key indicator of progress in the mitigation of disaster impacts. Understanding loss trends in the context of development can therefore aid in assessing sustainable development. This analysis provides a major update to the leading dataset on normalized US hurricane losses in the continental United States from 1900 to 2017. Over this period, 197 hurricanes resulted in 206 landfalls with about US$2 trillion in normalized (2018) damage, or just under US$17 billion annually. Consistent with observed trends in the frequency and intensity of hurricane landfalls along the continental United States since 1900, the updated normalized loss estimates also show no trend. A more detailed comparison of trends in hurricanes and normalized losses over various periods in the twentieth century to 2017 demonstrates a very high degree of consistency.

Gefährliches Gruppendenken

Ende Oktober 2018 erschien in Nature eine Studie von Resplandy et al. zur Ozeanwärme. Schnell entdeckte Nic Lewis Fehler in den Berechnungen (wir berichteten hier im Blog). Die Autoren räumten den Fehler ein und arbeiten nun an einer verbesserten Version. Auf der Verlagsseite wurde ein entsprechender Hinweis ergänzt:

19 November 2018: Editor’s Note: We would like to alert readers that the authors have informed us of errors in the paper. An implication of the errors is that the uncertainties in ocean heat content are substantially underestimated. We are working with the authors to establish the quantitative impact of the errors on the published results, at which point in time we will provide a further update.

So funktioniert Wissenschaft.  Ein gutes Beispiel, wie man professionell mit einem Fehler umgeht. Die BBC berichtete über den Vorfall in transparenter Weise. Die deutsche Presse hingegen zog sich lieber in ihr Schneckenhaus zurück und verschwieg den Vorfall lieber.

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Schneearme Winter sind ein Zeichen für den fortschreitenden Klimawandel, das leuchtet ein. Seit neuestem sind aber auch schneereiche Winter ein Indiz für die Klimaerwärmung. Tony Heller hat das Enigma in einem Video beleuchtet:

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Gute Nachrichten: Der Rückgang der Großtiere in Afrika während der letzten Jahrmillionen ist wohl doch nicht dem Menschen anzulasten, wie die BBC am 22. November 2018 meldete:

Humans ‘off the hook’ for African mammal extinction

New research has disputed a longstanding view that early humans helped wipe out many of the large mammals that once roamed Africa.

Today, Africa broadly has five species of massive, plant-eating mammal; but millions of years ago there were many more types of giant herbivore. Why so many types vanished is not known, but many experts have blamed our tool-using, meat-eating ancestors. Now, researchers say the mammal decline began long before humans appeared. Writing in the journal Science, Tyler Faith, from the Natural History Museum of Utah, and colleagues argue that long-term environmental change drove the extinctions. This mainly took the form of an expansion of grasslands, in response to falling atmospheric carbon dioxide (CO₂) levels. “Despite decades of literature asserting that early hominins (human relatives) impacted ancient African faunas, there have been few attempts to actually test this scenario or to explore alternatives,” said Dr Faith.

Weiterlesen bei der BBC.

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“Groupthink” (Gruppendenken) ist ein in vielen Disziplinen verbreitetes Phänomen. Wikipedia schreibt:

Gruppendenken ist ein Prozess, bei dem eine Gruppe von an sich kompetenten Personen schlechtere oder realitätsfernere Entscheidungen als möglich trifft, weil jede beteiligte Person ihre eigene Meinung an die erwartete Gruppenmeinung anpasst. Daraus können Situationen entstehen, bei denen die Gruppe Handlungen oder Kompromissen zustimmt, die jedes einzelne Gruppenmitglied unter anderen Umständen ablehnen würde.

Von diesem Phänomen sind auch die Klimawissenschaften betroffen, wie Stammleser unseres Blogs bereits wissen. Zudem machen sich nun die Teilchenphysiker Sorgen, Opfer dieser Denkblockade geworden zu sein, wie das Blog Backreaction im Dezember 2018 suggeriert:

The present phase of stagnation in the foundations of physics is not normal
Nothing is moving in the foundations of physics. One experiment after the other is returning null results: No new particles, no new dimensions, no new symmetries. Sure, there are some anomalies in the data here and there, and maybe one of them will turn out to be real news. But experimentalists are just poking in the dark. They have no clue where new physics may be to find. And their colleagues in theory development are of no help.

Weiterlesen im Blog Backreaction

 

Verbrecher hassen die Kälte

Die Sonne nähert sich dem Tiefpunkt ihres 11-Jahreszyklus. Wie üblich kühlt die obere Atmosphäre dabei spürbar ab. Spaceweatherarchive am 27. September 2018:

The Chill of Solar Minimum
The sun is entering one of the deepest Solar Minima of the Space Age. Sunspots have been absent for most of 2018, and the sun’s ultraviolet output has sharply dropped. New research shows that Earth’s upper atmosphere is responding. “We see a cooling trend,” says Martin Mlynczak of NASA’s Langley Research Center. “High above Earth’s surface, near the edge of space, our atmosphere is losing heat energy. If current trends continue, it could soon set a Space Age record for cold.” These results come from the SABER instrument onboard NASA’s TIMED satellite. SABER monitors infrared emissions from carbon dioxide (CO2) and nitric oxide (NO), two substances that play a key role in the energy balance of air 100 to 300 kilometers above our planet’s surface. By measuring the infrared glow of these molecules, SABER can assess the thermal state of gas at the very top of the atmosphere–a layer researchers call “the thermosphere.” “The thermosphere always cools off during Solar Minimum. It’s one of the most important ways the solar cycle affects our planet,” explains Mlynczak, who is the associate principal investigator for SABER.

Weiterlesen auf Spaceweatherarchive

Siehe auch amüsante Verwechslungsgeschichte dazu auf WUWT.

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Ann Gibbons am 15. November 2018 in Science:

Why 536 was ‘the worst year to be alive’
Ask medieval historian Michael McCormick what year was the worst to be alive, and he’s got an answer: “536.” Not 1349, when the Black Death wiped out half of Europe. Not 1918, when the flu killed 50 million to 100 million people, mostly young adults. But 536. In Europe, “It was the beginning of one of the worst periods to be alive, if not the worst year,” says McCormick, a historian and archaeologist who chairs the Harvard University Initiative for the Science of the Human Past.

A mysterious fog plunged Europe, the Middle East, and parts of Asia into darkness, day and night—for 18 months. “For the sun gave forth its light without brightness, like the moon, during the whole year,” wrote Byzantine historian Procopius. Temperatures in the summer of 536 fell 1.5°C to 2.5°C, initiating the coldest decade in the past 2300 years. Snow fell that summer in China; crops failed; people starved. The Irish chronicles record “a failure of bread from the years 536–539.” Then, in 541, bubonic plague struck the Roman port of Pelusium, in Egypt. What came to be called the Plague of Justinian spread rapidly, wiping out one-third to one-half of the population of the eastern Roman Empire and hastening its collapse, McCormick says.

Weiterlesen in Science

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Verbrecher liebens heiß – oder hassen die Kälte. Das meldete die AGU am 13. November 2018 im Rahmen einer Pressemitteilung:

Warmer winter temperatures linked to increased crime, study finds

Milder winter weather increased regional crime rates in the United States over the past several decades, according to new research that suggests crime is related to temperature’s effect on daily activities.

A new study published in GeoHealth, a journal of the American Geophysical Union, finds U.S. crime rates are linked to warmer temperatures, and this relationship follows a seasonal pattern. The findings support the theory that three major ingredients come together to bring about crime: a motivated offender, a suitable target, and the absence of a guardian to prevent a violation of the law. During certain seasons, namely winter, milder weather conditions increase the likelihood these three elements come together, and that violent and property crimes will take place, according to the new study. Unexpectedly, warmer summer temperatures were not linked with higher crime rates.

The new research abates existing theories that hot temperatures drive aggressive motivation and behavior, according to the study’s authors. Instead, the new research suggests crime is related to the way climate alters people’s daily activities. “We were expecting to find a more consistent relationship between temperature and crime, but we weren’t really expecting that relationship to be changing over the course of the year,” said Ryan Harp, lead author of the study and a doctoral candidate in the Department of Atmospheric and Oceanic Sciences at the University of Colorado Boulder. “That ended up being a pretty big revelation for us.”

Understanding how climate affects crime rates could expand the boundaries of what scientists would consider to be a climate and health connection, Harp said. “Ultimately, it’s a health impact,” he said. “The relationship between climate, human interaction, and crime that we’ve unveiled is something that will have an impact on people’s wellbeing.”

Regional climate affects human interaction

Previous studies have found a link between temperature and the incidence of crime, but none have looked at the relationship on a regional level and only some have controlled for underlying seasonal changes, allowing researchers to identify the potential underlying mechanism. In the new study, Harp and his co-author conducted a systematic investigation into the relationship between large-scale climate variability and regionally-aggregated crime rates, using a technique that allowed them to group together detailed spatial data on seasonal temperature and crime rates from across the United States.

They compared crime and climate data from the Federal Bureau of Investigation’s Uniform Crime Reporting (UCR) Program and the National Oceanic and Atmospheric Administration’s North American Regional Reanalysis (NARR). The data encompassed 16,000 cities across five defined US regions—Northeast, Southeast, South Central, West, and Midwest—from 1979 to 2016. Their finding that violent crime is almost always more prevalent when temperatures are warmer in the winter months was especially notable in areas with the strongest winters, like the Midwest and Northeast, according to the researchers.

The new findings showing that increasing temperatures matter more in the winter than in the summer is interesting, said Marshall Burke, assistant professor of Earth System Science at Stanford University, who was not involved with the new study. “The authors rightly suggest that this is more consistent with warmer temperatures altering people’s patterns of activity, like going outside more, than a physiological story about temperature and aggression,” he said.

Paper: Harp & Karnauskas 2018

Ob die Verbrecher vor Gericht jetzt mildernde Umstände geltend machen können? “Herr Richter, der durch den anthropogenen Klimawandel milde Winter hat mich zu der Tat verleitet.” Oder “Ohne Klimawandel wäre ich ein braver Bürger geblieben”. Die Story passt jedenfalls gut in den Zeitgeist. Alles was warm ist, ist schlecht. Schon bald werden uns heißer Tee und flambiertes Eis madig gemacht. Dann bleibt nur noch kalte Küche.

 

Argumentationstricks Klimadebatte – am Ende verfällt Stöcker ins Weinerliche

Christian Stöcker am 3. Februar 2019 auf Spiegel Online mit einer teils treffenden, gegen Ende jedoch sehr merkwürdigen Argumentation:

Argumentationstricks Klimadebatte – so entlarven Sie die Schwätzer
Im Trend liegen: nachweislich unsinnige Argumente, um von der Klimakatastrophe abzulenken. Diese vier Debattierkniffe sollten Sie kennen.

Weiterlesen auf SPON.

Es ist gut, die Argumentationsmuster zu verstehen. Ganz wichtig: Letztendlich sollte es völlig egal sein, WER ein Argument vorträgt. Allein Inhalt und seine Plausibilität zählen, unabhänig davon, wer es anführt. Das kann sogar dazu führen, dass man seinem schlimmsten “Feind” einmal zustimmen muss. Na und? Dann ist es in dieser bestimmten Sache einfach so. Nur so ist ein vernünftiger Fachdialog überhaupt möglich. Wir sind ja nicht beim Fußball, wo das Beklatschen einer gelungene Aktion der gegnerischen Mannschaft mit bösen Blicken und Mittelfingern bestraft wird.

Am Ende verfällt aber auch Stöcker ins Weinerliche, wenn er die verlorenen kommenden Generationen hervorkramt, die aufgrund der Klimakatastrophe angeblich ihrer Zukunft beraubt würden. Lieber Herr Stöcker: Die Mittelalterliche Wärmeperiode kam, und sie ging. Die Kleine Eiszeit kam, und sie ging. Die Moderne Wärmeperiode kam, und….

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Wikipedia ist bekanntlich von Aktivisten unterwandert, die politisch sensible Artikel in der Online-Enzyklopädie nach Belieben verzerren. Da die Schreiber nur unter Decknamen operieren, ist ihnen auch mit zivilen Mitteln schlecht beizukommen. Aus diesem Grund ergreifen Geschädigte nun immer öfter die Initiative und erstellen eine eigene persönliche und autorisierte Webeite. Falls Sie ein wenig stöbern wollen, hier die Webseiten von Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning  und Horst-Joachim Lüdecke.

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Maurice Newman in The Australian Ende 2018 (via GWPF):

After 50 Years Of Failed Predictions, Science Is In Crisis
Whom or what to believe? After 50 years of failed predictions, people are reasoning that something other than science is behind this alarmism.

Last September the usual media suspects got wind of yet another Intergovernmental Panel on Climate Change report. To those familiar, it was obvious from the “fire and brimstone” headlines. No matter how inconsequential, no heatwave, drought, hurricane or flood was missed. This is the customary softening-up period, intended to ensure that when a scary IPCC report lands, politicians will be pushed into taking even more drastic action on “climate change”. And so it came to pass. Last month, the world’s “leading climate scientists” confirmed we had only 12 years left to keep global warming to a maximum of 1.5C above pre-industrial levels.

Debra Roberts, a co-chairwoman of the working group on impacts, says: “It’s a line in the sand and what it says to our species is that this is the moment and we must act now.” Even half a degree more would significantly worsen the risk of drought, floods, extreme heat and poverty for hundreds of millions of people. Crikey! It’s only three years since Paris, when we were assured 2C could save the planet. What’s next? At least it’s 10 years longer than Prince Charles gave us. He warned in 2008 that “the world faces a series of natural disasters within 18 months, unless urgent action is taken to save the rainforests”. A decade later, in testimony before the US congress, Roger Pielke Jr, professor of environmental studies in the Centre for Science and Technology Policy Research, University of Colorado, contradicted Charles, saying it was “misleading, and just plain incorrect, to claim that disasters associated with hurricanes, tornadoes, floods or droughts have increased on climate timescales”.

Weiterlesen bei der GWPF

 

Quatsch mit Quaschning während des Fasching

Es wäre schön, wenn es für strittige Themen einfache Beweise gäbe. Beispiel Gottesbeweis, zu dem Wikipedia schreibt:

Der Ausdruck Gottesbeweis bezeichnet in neuzeitlicher Terminologie den Versuch, mit Hilfe der Vernunft die Existenz (eines) Gottes zu beweisen. Dieser Terminus wurde rückwirkend auf verschiedenste philosophische Konzepte angewendet, die die Existenz von Göttern bzw. eines Gottes glaubhaft machen wollten. Im Gegensatz dazu gibt es den religiösen Irrationalismus, dessen Vertreter vernunftgeleitete Erörterungen der Existenz Gottes ablehnen.

Vielversprechender ist da vielleicht der mathematische Beweis. Wikipedia:

Ein Beweis ist in der Mathematik die als fehlerfrei anerkannte Herleitung der Richtigkeit bzw. der Unrichtigkeit einer Aussage aus einer Menge von Axiomen, die als wahr vorausgesetzt werden, und anderen Aussagen, die bereits bewiesen sind. Man spricht daher auch von axiomatischen Beweisen.

Wie sieht es nun mit dem Beweis aus, dass CO2 erwärmend wirkt? Hier scheiden sich bekanntlich die Geister. Begabte Physiker und Mathematiker rechnen sich hier gegenseitig die Finger wund und kommen zu gänzlich anderen Ergebnissen. Dabei beschimpfen sich die beiden Lager heftig. Außenstehende Normalmenschen haben keine Chance, den Formel-Streit nachzuvollziehen. Wenn man sich die Korrelation zwischen CO2 und globaler Temperatur anschaut, passt das in den letzten 150 Jahren ganz gut, davor aber überhaupt nicht. Nicht gerade sehr beruhigend. Die Attribution der modernen Erwärmung leidet unter Overconfidence Bias. Wie schön wäre es, wenn es einen Beweis zur Erwärmungswirkung des CO2 gäbe.

Prof. Dr. Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin versuchte sich an einem solchen Beweis. Dabei leitete er CO2 unter eine Glaskuppel, die mit einer Glühlampe von aussen bestrahlt wird. Die Wärmeänderung nach 15 Minunten verglich er mit der gleichen Versuchsapparatur ohne eingeleitetes CO2. Er kommt bei CO2 auf eine deutliche Erhöhung der Temperatur. Das ist sein Beweis für den direkten Einfluss von CO2 auf unser Klima. Schauen Sie selbst (ab Minute 4:29 im Video):

 

 

Einfach nett, wie der Professor mit dem mal grünen und mal roten Hemd das macht. So ein bisschen imitiert er da wohl den Lesch nach und hofft vilelicht insgeheim auf einen Anruf vom Fernsehen wegen einer eigenen Wissenschaftsshow. Allerdings kassierte sein Video 250 Daumen-runter-Bewertungen. Wie kann das sein, wo doch Qaschning hier endlich den lang ersehnten Beweis für die Erwärmungswirkung des CO2 liefert?

Des Rätsels Lösung: Wie alle diese Versuche ist auch dieser nicht geeignet, die Wirkungskette des Treibhauseffektes abzubilden. Der Versuch ist zwar schön einfach, aber zu einfach. Schon der Beginn ist fragwürdig wenn Quaschning erklärt, CO2 absorbiere infrarote Strahlung. Vielmehr beruht der Effekt auf Streuung (scatter). Wenn das Quaschning-Experiment funktionieren würde, wäre es schon längst Standard beim IPCC. Es fehlt zunächst ein Kontrollthermometer für die Raumtemperatur, denn es könnte ja sein, dass diese bei beiden Experimenten unterschiedlich war. Die Starttemperaturen der beiden Experimente war jedenfalls nicht identisch.

Zunächst wurde das Experiment OHNE CO2 durchgeführt, danach jenes MIT CO2. Würde es auch andersherum funktionieren? Außerdem war irritierend, dass Quaschning den Schlauch von der CO2-Erzeugungsflasche nicht abgenommen hat. Im Ergebnis könnte bei diesem 2. Experiment somit ein Überdruck entstanden sein und die Temperaturerhöhung würde dann ganz einfach der barometrischen Formel folgen.

Ünerhaupt hat der Versuch wohl eher wenig mit dem Treibhauseffekt zu tun zu haben. Die Wärmeleitfähigkeit von CO2 ist deutlich schlechter als die von Luft, daher kann das Thermometer die eingestrahlte Wärme schlechter abgeben und heizt sich auf. Insofern hat das Experiment wenig mit der Klimawissenschaft zu tun, sondern ist schlecht gemachte PR. Der Vollständigkeit halber soll erwähnt sein, dass auch die andere Seite bereits Experimente  durchgeführt hat, siehe z.B. biocarb.org und Prof. Jan-Erik Solheim (siehe auch hier).

Die thermische Wirkung eines Gases, das in solch geringer Konzentration in der Atmosphäre vorhanden ist, mit schulischen Mitteln zu untersuchen, ist sicher kaum möglich. Das würde größere Laborausrüstungen und sehr empfindliche Messgeräte erfordern. Das wäre etwa so, als ob man die Wirkung der Gezeiten in der Badewanne nachprüfen wollte – was nicht geht, geht eben nicht. Selbst die Absorptionswirkung einer Schicht von CO2-Gas, eingeschlossen etwa zwischen zwei Glasplatten, auf langwellige IR-Strahlung würde wohl den schulischen Gerätepark überfordern, obwohl man bei höheren Konzentrationen des Gases vermutlich eine Wirkung nachweisen und dann herunterrechnen könnte. Aber die Erde selbst ist ja ein Experimentierfeld mit wechselnden CO2- und Temperaturwerten in der Vergangenheit. Vielleicht sollte man den Schülern lieber die entsprechenden Werte und Kurven zeigen und sie daraus Schlüsse ziehen lassen.

 

Wenig überraschend: Dresdener Sommerumfrage identifizert Sommerhitze als Problem

In Dresden gab es eine Bürgerumfrage zum Klimawandel. Bekanntmachung auf Dresden.de:

Der Ausschuss für Umwelt und Kommunalwirtschaft der Landeshauptstadt Dresden beschloss im März 2017, eine Meinungsumfrage zum “Klimawandel in Dresden” durchzuführen mit dem Ziel, ein repräsentatives Meinungsbild zum Thema Klimawandel, Hitzeempfinden, gesundheitliche Belastungen durch hohe Temperaturen und zur Zufriedenheit mit dem Angebot, der Erreichbarkeit und dem Pflegezustand öffentlicher Grünflächen in Dresden zu erhalten. Vom 5. August bis 30. September 2017 waren 12 500 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit Hauptwohnsitz in Dresden aufgerufen, an der Umfrage teilzunehmen. Bis zum Ende der Befragung am 30. September 2017 gingen 4.345 gültige Fragebögen ein. Dies entspricht einem Rücklauf von 34,7 Prozent.

Eine Meinungsumfrage zum Klimawandel, eine interessante Idee. Aber warum wurde sie mitten in der heißen Sommerzeit durchgeführt? Es liegt auf der Hand, dass sich die Bürger in der Umfrage vor allem über Sommerhitze beklagen würden. Hätte man die Befragung nicht auch im Herbst, Winter oder Frühling durchführen können? In einer Pressemitteilung gab das Umweltamt die Umfrageergebnisse bekannt:

Ist Dresden ein heißes Pflaster? Ja sagten die Dresdner in der Bürgerumfrage zum Klimawandel
Mit einer repräsentativen Umfrage im Sommer 2017 haben die Fachleute im Dresdner Umweltamt ermittelt, wie es den Bürgerinnen und Bürgern mit der Klimaentwicklung in ihrer Stadt geht. Nun liegt ein detailliertes Meinungsbild vor. „Die Ergebnisse der Umfrage haben gezeigt, dass etwa zwei Drittel der Menschen in Dresden unter der sommerlichen Hitze in der Innenstadt leiden.

Wie zu erwarten. Vielleicht sollte man die Umfrage nochmal im Winter wiederholen und die Ergebnisse dann vergleichen. Das pdf des 87-seitigen Umfrageberichts gibt es hier. Aus dem Inhaltsverzeichnis geht hervor, dass es bei der Umfrage eigentlich fast ausschließlich um Hitze ging. Warum wurde nicht auch das Thema “Kälte” ausführlich behandelt? Erst kurz vor Schluss wurden die Bürger zu Hochwasser, Starkregen, Hagel und Sturm befragt. Mehrs als drei Viertel aller Befragten hatte noch nie derartige Extremwetterschäden zu beklagen.

Auf Seite 65 werden die Antworten auf die Frage “Der Klimawandel wird vom Menschen verursacht” dargestellt. Antwortmöglichkeiten reichten von “stimme voll und ganz zu” bis “stimme überhaupt nicht zu”. Aber ist die Frage überhaupt richtig gestellt? Eigentlich hätte präzisiert werden müssen, ob damit “vollständig” oder “größtenteils” oder “teilweise” vom menschen verursacht gemeint ist. Im Prinzip ist das Ergebnis durch die ungenaue Formulierung der Frage unbrauchbar, genauso unbrauchbar wie die oft zitierten 97% einer anderen Umfrage, die sich auf “teilweise vom Menschen verursacht” bezog, so dass fast jeder sie bejahen konnte, selbst ein Großteil der Klimaskeptiker.

 

Abb.: Einschätzungen der Dresdner Bürger zur Aussage “”Der Klimawandel wird vom Menschen verursacht”. Quelle: Umfragebericht Seite 65 im pdf

 

Unter den abschließenden Stimmen auch diese:

„Ich glaube nicht an den Klimawandel! Dieses Thema wird gezielt instrumentalisiert, um die Bevölkerung in eine bestimmte Richtung zu lenken und zu verdummen! Der Klimawandel ist ein einziger großer Schwindel, der die Deindustrialisierung immer mehr in Deutschland und Eu-ropa vorantreiben soll, gelenkt von den Menschen, die die Regierungen als ihre Marionetten betrachten”.

Ganz am Ende des pdf kann man dann die Fragen selber einsehen, die den Bürgern gestellt worden sind. Fazit: Eine Sommerumfrage zur Sommerhitze mit etlichen Suggestivfragen. Wenig aussagekräftig.

 

Risiko Energiewende

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Grünen-Politiker Ralf Fücks: Verzicht und Verbot sind der falsche Weg einer zivilisierten Klimapolitik

Grünen-Politiker Ralf Fücks in der Welt am 24. Februar 2019:

Die Logik der Restriktion scheint zwingend – und ist doch falsch

Weniger Flugurlaub! Weniger Fleischkonsum! Im Kampf gegen Artensterben und Klimawandel sollen wir vor allem eines: verzichten. Andernfalls drohen Verbote. Aber wird das die Welt retten? Der Grünen-Politiker Ralf Fücks bezweifelt das.

Die Auseinandersetzung über den Klimawandel ist in eine neue Phase getreten. Sie trägt alle Merkmale eines Kulturkampfs. Je deutlicher die Gefährdung unserer ökologischen Lebensgrundlagen zutage tritt, desto lauter ertönt der Ruf: „Du musst dein Leben ändern!“ Für die Verfechter eines neuen, kontraktiven Lebensstils ist der Klimawandel die Folge der expansiven Lebensweise von einer Milliarde Menschen, die alle Segnungen der Moderne ohne Rücksicht auf die Folgen genießen. Das private Auto, der Flugurlaub, die große Wohnung, die permanente Online-Kommunikation, die jährlich wechselnden Moden, die jahreszeitunabhängige Ernährung mit Lebensmitteln aus der ganzen Welt und speziell der hohe Fleischkonsum gelten als ökologischer Sündenfall.

Weiterlesen in der Welt

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Ist die Wissenschaft wirklich so unfehlbar, wie sie immer vorgibt? Forbes erinnerte kürzlich an einige prominente Wissenschaftsirrtümer:

These Scientific Theories Were Accepted Once, But Were Later Proven Wrong
Perhaps the best known example of a debunked ‘theory’ among physics students is the aether, once thought to be the medium which light propagated through. This theory seemed logical in the late 1800s with the newly developed understanding that light was an electromagnetic wave and the prior knowledge that all other waves propagate through a medium. The aether was famously disproved by the Michelson–Morley experiment.

Weiterlesen auf Forbes

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SRF am 13. November 2019:

Neue Klimaszenarien – So sieht der Schweizer Sommer 2060 aus
Forscher haben so genaue Prognosen des Klimas der Zukunft berechnet wie noch nie. Erfreulich ist der Ausblick nicht.

Weiterlesen auf SRF.ch.

Fällt Ihnen auch etwas auf? SRF behauptet, Reto Knutti und Kollegen hätten nun Prognosen abgeliefert, die so genau sind, wie noch nie zuvor. Was bedeutet “genau” eigentlich? Wir schlagen auf Wikipedia nach:

Genauigkeit ist ein Begriff, der in sämtlichen Wissenschaften eine zentrale Rolle spielt. Genauigkeit bedeutet Sorgfalt, Gründlichkeit, Richtigkeit, Zielgerichtetheit, Übereinstimmung.

“Genaue” Prognosen sind also Prognosen, die sich als richtig erwiesen haben, eine gute Übereinstimmung mit der Realität zeigen. Die Knutti-Prognosen für 2060 sind jedoch so weit in der Zukunft, dass sie auf lange Zeit noch gar nicht überprüfbar sind. Insofern kann man auch nicht sagen, sie wären “genau”. Eine klassische Fehlleistung von SRF…

 

Worauf Journalisten bei Handreichungen der Aktivistenplattform Klimafakten achten sollten

Das klimaaktivistische Webseitenangebot Klimafakten.de besteht seit 2011 und ist ein von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation (ECF) initiiertes und finanziertes Projekt. Die Stiftung Mercator wurde 1996 von der reichen Handelsfamilie Schmidt-Ruthenbeck aus Duisburg gegründet und kämpft mit viel Geld gegen Kohle in Deutschland. Laut Wikipedia hält die Unternehmerfamilie einen gewichtigen Anteil am deutschen Handelskonzern Metro AG. Die ECF wiederum ist eine sogenannte “Durchreichestiftung” die ihre Gelder von wohlhabenen Milliardärsstiftungen aus den USA und einigen anderen Ländern bezieht. Ziel aller Partner ist die Dekarbonisierung Deutschlands und der Welt. Es liegt nahe zu vermuten, dass zumindest einige der reichen Stifter im Hintergrund gute Geschäfte auf dem Rücken der hochsubventionierten Energiewende machen.

Am 13. November 2018 brachte die Aktivistenseite Klimafakten Tipps für Journalisten, wie sie die Klimakatastrophe noch effektiver bewerben könnten:

Handreichung: Worauf Journalisten bei Berichten über Extremwetter und Klimawandel achten sollten
Bei Hitzewellen, Starkregen oder Stürmen möchten viele wissen: Ist das schon der Klimawandel? Doch die Frage ist schwierig zu beantworten, das Thema komplex. Frank Böttcher, langjähriger Wetterjournalist und Vorstandsmitglied der Deutschen Meteorologoischen Gesellschaft erklärt, was man bei Berichten über Extremwetter und Klimawandel vermeiden sollte – und wie man es besser macht.

Ein legitimes Thema: Ist es gestattet, bei jeder Hitzewelle gleich den Klimawandel dafür verantwortlich zu machen? In der Vergangenheit lautete die Strategie: Nein, aber es passt gut ins Bild. Dann kam eine Augenbrauen-gepiercte deutsche Attributions-Forscherin aus Oxford, die vorgab, diese Frage von nun an rechnerisch entscheiden zu können. Der IPCC war hellauf begeistert. Klimafakten fragte bei Frank Böttcher nach. Der ist langjähriger Organisator des Extremwetterkongresses in Hamburg, mit freundlicher Unterstützung der interessierten Versicherungsbranche. Mehr Klimaangst bedeutet auch mehr Umsatz, Sie wissen schon. Auch der WWF ist mit dabei, natürlich. Sind wir also gespannt, was Frank Böttcher zu sagen hat. Auf Klimafakten lesen wir:

“An einem einzelnen meteorologischen Phänomen kann ich den Klimawandel weder beweisen noch widerlegen”, erläutert Frank Böttcher. Weder ist beispielweise ein zu heißer Sommer der Beweis für den Klimawandel noch ist ein kalter Winter der Gegenbeweis.

Sehr gute Aussage. Weiter auf Klimafakten:

Bei der Berichterstattung über Ereignisse wie diese empfiehlt es sich zu fragen: Treten Stürme dieser Größenordnung und Strukur aufgrund des Klimawandels in Europa häufiger oder seltener auf? Beziehungsweise: Werden Wetterereignisse dieser Schwere wahrscheinlicher oder unwahrscheinlicher?

Sehr gute Fragen. Dann jedoch verweist Böttcher auf Wahrscheinlichkeiten aus der fragwürdigen Attributionsforschung, anstatt auf längerfristige klimatische paläoklimatische Datenreihen zu bestehen. Eine vertane Chance. Weiter auf Klimafakten:

Seit rund vier Jahrzehnten nehmen die Schäden durch Unwetter in Deutschland zu, etwa an Wohngebieten, Straßen- oder Stromnetzen. Versicherungsunternehmen führen darüber Buch (und rechnen dabei sorgfältig zum Beispiel den Effekt durch die allgemeine Preissteigerung heraus). Doch es wäre falsch, von den zunehmenden Schadenshöhen auf eine steigende Zahl von Gewitterstürmen zu schließen. Klimaforscher können noch nicht mit Sicherheit sagen, dass Unwetter in Deutschland bereits häufiger geworden sind (siehe Punkt 5). Warum Gewitter immer mehr Schäden verursachen, liegt eher an ihrer jeweiligen Intensität.

In der Tat lässt sich aus steigenden Schadenssummen nicht auf immer extremeres Wetter schließen. Gute Aussage. Die Erklärung ist dann aber wieder Unsinn. Böttcher hätte hier zwingend die notwendige Normierung der Schadenszahlen anführen müssen. Die versicherten Werte steigen wegen fortschreitender Inflation und möglicherweise steigender Anzahl der Versicherungsnehmer ebenfalls. Diese Effekte müssen selbstverständlich wieder herausgerechnet werden. Hat Böttcher diesen wichtigen Schritt vielleicht mit Rücksicht auf seine Konferenzsponsoren aus der Versicherungsbranche verschwiegen? Wenn man das macht, ist keine Steigerung der Katastrophenschäden erkennbar. Hier können Sie nachlesen wie es richtig gemacht wird:

Neue Arbeit von Roger Pielke Jr.: Anstieg der globalen Extremwetterversicherungsschäden basiert fast vollständig auf sozioökonomischen Gründen. –Rückgang der BIP-bereinigten globalen Katastrophenschäden in den letzten 25 Jahren

Im Übrigen gibt es für Deutschland auch keinen Langzeittrend bei den Stürmen. Das PIK Potsdam wertete Satellitendaten aus und stellte für die vergangenen 35 Jahre eine signifikante Abnahme der Sturmaktivität während des Sommers in den mittleren Breiten der nördlichen Hemisphäre fest, darunter auch in Deutschland. Winterstürme über dem Nordatlantik und Nordwesteuropa zeigen jedoch starke, jahrzehntelange Schwankungen, wobei derzeit kein Langzeittrend sichtbar ist, wie ein Team um Frauke Feser vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht dokumentierte. Erkennbar sind eine Verringerung der Sturmaktivität seit den 1880ern bis Mitte der 1960er Jahre und ein darauf folgender Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre. Ab Mitte der 1990er Jahre verringert sich dann wiederum die Sturmaktivität. Ähnliches fand ein Wissenschaftlerteam um Sönke Dangendorf von der Universität Siegen. Die Forscher untersuchten die Sturmgeschichte der Nordsee für die vergangenen 170 Jahre und konnten ebenfalls keinen Langzeittrend bei Stürmen und Sturmfluten feststellen. Noch weiter zurückreichende Sturmrekonstruktionen aus dem mitteleuropäischen Raum zeigen zudem, dass die Kleine Eiszeit generell sogar stürmischer als heute war.

Lesen wir weiter in der “Handreichung” von Klimafakten:

Ziemlich klar ist der Einfluss des Klimawandels auf die Intensität beispielsweise von Starkregen, erklärt Frank Böttcher – und der Mechanismus dahinter ist relativ simpel: “Eine Atmosphäre, die wärmer ist, kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Feuchtigkeit muss dann auch wieder heraus, und das passiert im Sommer auch durch stärkere Gewitter. Das ist reine Physik.” Für die Experten steht deshalb fest, dass in Deutschland das Risiko für Sachschäden im Sommer durch die Zunahme stärkerer Unwetter zunimmt.

Wieder führt Böttcher die Journalisten auf den Holzweg. Fakt ist: Seit 1951 hat sich die Häufigkeit von Starkniederschlag von mehr als 30 mm nur geringfügig erhöht. Die Veränderung ist aus statistischer Sicht jedoch insignifikant, so dass kein belastbarer Langzeittrend ausgemacht werden kann. Die Zeitreihe moderner Radardaten zum Starkregen ist leider noch zu kurz, um aussagekräftige Trends interpretieren zu können. Auch das Umweltbundesamt konnte in seinem Monitoringbericht 2015 zum Klimawandel keine belastbaren Trends zu Starkniederschlägen in Deutschland finden. Die Zahl der Tage mit einer Niederschlagssumme von 20 mm und mehr im Sommer ist seit 1951 nahezu unverändert geblieben. Im Winter ist der entsprechende Index (Flächenmittel der maximalen 5-Tagessumme der Niederschläge) zwar leicht angestiegen, wobei der Anstieg aufgrund der starken Variabilität von Jahr zu Jahr statistisch nicht signifikant ist.

Klimarekonstruktionen dokumentieren eine hohe natürliche Variabilität der Hochwasserhäufigkeit in Deutschland während der vergangenen Jahrhunderte. Studien zeigen, dass Hochwasser in Mitteleuropa in den vergangenen 500 Jahren nicht häufiger geworden zu sein scheinen. Dasselbe gilt auch auf Europa-Gesamtebene und die letzten 50 Jahre. Auf der 7. Deutschen Klimatagung im Oktober 2006 stellten Manfred Mudelsee und Gerd Tetzlaff Studienergebnisse vor, die auch für Deutschland keine Zunahme der Hochwasserereignisse sahen. Weil immer mehr Menschen an die Ufer zogen, stiegen aber die Schäden durch Hochwasser. Zieht man diesen Wertzuwachs-Effekt ab, zeigt sich Berechnungen zufolge keine ungewöhnliche Zunahme in den vergangenen vier Jahrzehnten. Weiter auf Klimafakten:

3. WAS JOURNALISTEN OFT FALSCH MACHEN: Allgemeine Schlüsse aus (zu) kurzen Zeiträumen ziehen

Ein wirklich gutes Thema. Könnte direkt aus dem Kalte-Sonne-Blog stammen. Wir sind gespannt, was Böttcher draus macht:

Man kann in den Langzeit-Daten zur Erderwärmung zahlreiche kurze Zeitabschnitte finden, in denen die globale Lufttemperatur nicht gestiegen ist. Doch daraus lässt sich keinesfalls schließen, der Klimawandel mache eine Pause, so Frank Böttcher. “Es ist wichtig zu verstehen, dass es erhebliche Schwankungen im Klimasystem geben kann”, erläutert er. “So kann die globale Lufttemperatur als Ergebnis der natürlichen Variabilität auch mal ein paar Jahre lang stagnieren oder sogar sinken.”

Anstatt nun endlich auch frühere natürliche Warmphasen wie das Mittelalter und die Römerzeit einzubeziehen, geht es Böttcher allein um das Wegdiskutieren des berühmten Hiatus, der aus globaler Sicht seit dem El Nino 2015/16 einem Slowdown gewichen ist. Weiter auf Klimafakten:

Mittlerweile gelingt es den Forschern immer besser, eine Verbindung von Extremwetter und Klimawandel nachzuweisen. Doch wie die Verhältnisse in 80 Jahren aussehen werden, hängt zum Beispiel stark davon ab, inwieweit es den Menschen gelingt, den Ausstoß des Klimagases CO2 zu reduzieren. Klimamodelle sind daher immer Szenarien, die auf Annahmen menschlichen Verhaltens basieren und dürfen deshalb nie mit Prognosen gleichgestellt werden.

WIE ES BESSER GEHT: Unsicherheiten benennen

“Ein wesentlicher Faktor für Glaubwürdigkeit besteht darin, die Unsicherheit zu benennen”, sagt Klimaexperte Böttcher. “Wir wissen nicht, ob der Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts exakt 1,5 oder sogar 2,4 Grad Celsius betragen wird. Klar ist aber, dass er niedriger ausfällt, wenn die Menschheit entsprechende Maßnahmen ergreift –  und dass es auf der Erde heißer wird, wenn wir weitermachen wie bisher.”

Natürlich hängt der Erwärmungsbetrag auch am CO2-Ausstoß, der für die Zukunft heute nicht genau bekannt sein kann. Aber Böttcher verschweigt wieder die andere Hälfte der Wahrheit: Auch die Erwärmungswirkung des CO2 ist nur sehr ungenau bekannt. Der IPCC verortet sie irgendwo im Spektrum von 1,5-4,5°C Erwärmung pro CO2-Verdopplung. Das ist eine enorme Unsicherheitsspanne von Faktor 3. Das Auslassen dieser Unsicherheit konnte man bereits beim WWF-Online-Klimakurs beobachten und ist unredlich (Siehe: Fragen ins Leere: WWF-Klimakurs enttäuscht).

Das soll für heute reichen. Es dürfte klar geworden sein, wie selektiv und zum Teil sogar falsch die Aktivistenplattform mit dem irreführenden Namen “Klimafakten” informiert. Aus der “Handreichung” für Journalisten wurde kurzerhand klimaaktivistischer Gospel. Letztendlich fallen die Qualitätsmängel auch auf den wissenschaftlichen Beirat von Klimafakten zurück. Und dort sitzen pikanterweise die wichtigen Strippenzieher der deutschen Klimaszene: IPCC-Autoren wie Wolfgang Cramer, Peter Lemke, Daniela Jacob; wissenschaftliche Vollblut-Klimaaktivisten wie Mojib Latif, Stephan Lewandowsky und Stefan Rahmstorf. Au weia.

 

Lesetipp: Klimawandel in Deutschand

 

 

Höheres Lawinenrisiko während Kaltzeiten: Mehr Schnee und weniger schützende Bäume

In Nature Communications erschien am  7. Februar 2019 ein Paper von Bhatia et al., in dem die Autoren darlegen, dass tropische Wirbelstürme sich heute schneller beschleunigen als früher. Der Meteorologe Jörg Kachelmann kommentierte auf Twitter:

Echte Wissenschaft statt täglich-kassandreske potsdämliche Sirenenklänge und Golfstrom-Räubergeschichten: Eine grössere Zahl oder stärkere Hurrikane bisher nicht nachweisbar, aber die Geschwindigkeit der Intensivierung ist neu und ein Zusammenhang mit dem Klimawandel liegt nahe.

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Spektrum der Wissenschaft betreibt eine Blog-Familie mit dem Namen SciLogs. Unter dieser Adresse gibt es auch das Blog eines bekannten Potsdamer Wissenschaftlers, das aber heute ausnahmsweise nicht Thema sein soll. Viel erfreulicher ist das SciLog-Blog “Geschichte der Geologie” des Geologen David Bressan. Am 14. Januar 2019 ging es bei Bressan um Trends bei Lawinen und die Frage, ob sie in kälterem oder wärmerem Klima häufiger sind. Auszug aus dem Blogartikel:

Was Moore uns über Klimawandel und Lawinenrisiko in den Alpen verraten können
[...] Die Auswirkungen des derzeitigen Klimawandels auf das Lawinenrisiko sind aufgrund der vielen Faktoren die berücksichtigt werden müssen schwer abzuschätzen. Die derzeitigen Prognosen gehen davon aus das Schneefall später im Jahr erfolgt und im Frühjahr der Schnee früher schmilzt, das Lawinenrisiko sollte daher insgesamt sinken. Um diese Hypothese zu testen, müsste man die Anzahl der Lawinenabgänge während einer klimatisch wärmeren, mit der Anzahl während einer klimatisch kälteren Klimaphase vergleichen. Historische Dokumente reichen nur einige hundert Jahre zurück. Moorablagerungen reichen dagegen einige tausend Jahre zurück. Dank der Baumpollen, die in den Mooren konserviert wurden, konnte das Klimageschehen in den Alpen rekonstruiert werden. Die Alpen erlebten in den letzten 10.000 Jahren mehrere Zyklen wo sich das Klima nach längeren warmen Phasen deutlich abkühlte. Die Moore konservieren im Laufe der Zeit auch Baumstämme, die durch einen Lawinenabgang mitgerissen wurden und während der Schneeschmelze im Moor versanken.

Forscher untersuchten 177 Baumstämme die auf 2.150 Meter Seehöhe in einem Moor mitten in den Zillertaler Alpen gefunden wurden. Durch Baumringanalyse konnte das genaue Jahr und sogar die Jahreszeit bestimmt werden, wenn der Baum abstarb. Bäume, die im Winterhalbjahr plötzlich abstarben, wurden wahrscheinlich durch eine Lawine entwurzelt. Insgesamt konnten 21 sehr große Lawinen nachgewiesen werden. Die älteste Lawine ging vor mehr als 8.000 Jahre vom darüberliegenden Hang ab, die jüngste erfolgte im Winter 1285. Besonders viele Lawinen gingen im Zeitraum von 4.000 bis 3000 v.Chr. und um 200 bis 500 n.Chr. ab. Diese Alter stimmen ungefähr mit Gletschervorstößen in den Alpen überein. Während einer kalten Klimaphase gab es genügend Schnee für die Lawinen. Aber auch in warmen Klimaphasen, die mit einem starken Abschmelzen der Gletscher zusammenfallen, gab es laut Studie einige große Lawinen.

Ganzen Artikel im Blog “Geschichte der Geologie” lesen.

Der Blogartikel nimmt Bezug auf eine Arbeit von Luzian et al. 2011 (pdf hier). In den Schlussfolgerungen heißt es dort unter anderem:

Erwärmung bewirkt besseres Waldwachstum und ein Höhersteigen der Waldgrenze. Damit wird die absolute Zahl potenzieller Lawinenanbruchgebiete verringert, bei gleichzeitig stark positiver Wirkung auf den Gebietsabfluss (GUGGENBERGER H. 1980, KRONFUSS H. 1997, MARKART G. et al. 2006, WIESER G. et al. 2008, MATYSSEK R. et al. 2009). Das Naturgefahrenrisiko kann daher, potenziell, in vielen alpinen Bereichen abnehmen.

 

Klimakabarett: Eroberung Amerikas soll Kleine Eiszeit ausgelöst haben

Beitrag von Alfons Baier, GeoZentrum Nordbayern:

Von Wolkenschichten, Wärmespeichern und Vulkanen (einige Aspekte zur “Klimakatastrophe”)
Die Grundlage für die politische Diskussion bezüglich der “drohenden Klimakatastrophe” bilden verschiedene Hochrechnungen, welche hauptsächlich auf der Auswertung jüngerer Klimadaten und der Analyse von Energierohstoff-Nutzungen beruhen. Hieraus ergab sich, daß bereits ab dem letzten Jahrhundert bis heute eine chemische Veränderung der Spurengas-Konzentrationen in der Erdatmosphäre stattfand. Ursachen hierfür waren die schnell anwachsende Weltbevölkerung und somit ein rapide ansteigender Energieverbrauch — vorwiegend durch fossile Brennstoffe — sowie eine rasch zunehmende Industriealisierung und Intensivierung der Landwirtschaft.

Nach den wenigen vorliegenden Meßreihen erhöhte sich zwischen 1850 und heute der Anteil des Kohlendioxids (CO2) in der Erdatmosphäre von 0,029 auf etwa 0,039 Volumenprozent. Sollte dieser Trend — der Anstieg beträgt im Mittel etwa 2,9 ppm pro Jahr — weiter anhalten, könnte der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre bis zum Jahre 2100 auf etwa das 2,2-fache oder auf den mehr als doppelten vorindustriellen Wert ansteigen.

[...]

“Die entscheidenden Fragestellungen sind, ob und wie sich das Klima in seinen zeitlichen und räumlichen Verlauf unter dem Einfluß einer zunehmenden Spurengas-Konzentration entwickeln wird. Obwohl der durch meteorologische Messungen belegte Zeitraum viel zu kurz ist, um Klimaschwankungen verschiedener Länge und Dauer richtig beurteilen zu können, prognostizieren heutige Computermodelle, daß durch “Treibhausgase” (v.a. CO2) in den kommenden 50 bis 75 Jahren eine durchschnittliche globale Erwärmung zwischen ein und vier Grad Celsius verursacht wird.

Die Computersimulationen bilden das natürliche, äußerst komplexe Geschehen in der Atmosphäre und den Ozeanen nur in stark vereinfachter Weise ab. Sie können deshalb nicht beweisen, ob und wie die Treibhausgase das zukünftige Klima markant verändern werden. Die Ursachen hierfür liegen u.a. in der noch nicht ausreichenden Kenntnis aller Klima-Unterkomponenten und derer Verknüpfungen sowie in der noch viel zu geringen Auflösung der Modelle.

Ganzen Beitrag auf uni-erlangen.de lesen.

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Der Klimaalarmismus treibt immer buntere Blüten. Die Kälte der Kleinen Eiszeit wird neuerdings mit der Eroberung Amerikas begründet. Bitte am besten zuhause lesen, da Sie möglicherweise in lautes Gelächter ausbrechen werden, was im Großraumbüro sicher unpassend ist. Christoph von Eichhorn am 11. Februar 2019 in der Süddeutschen Zeitung:

Demnach führte der Zusammenbruch der indianischen Kulturen in Nord- und Südamerika dazu, dass sich das Klima über Jahrhunderte merklich abkühlte. Das Szenario, das die Forscher im Fachblatt Quaternary Science Reviews zeichnen, beginnt mit dem “Großen Sterben” der indianischen Völker. Die Forscher schätzen, dass eingeschleppte Seuchen innerhalb eines Jahrhunderts 90 Prozent der damaligen amerikanischen Bevölkerung dahinrafften. Anschließend brach die Landwirtschaft zusammen: Weniger Menschen bewirtschafteten Felder, weniger Menschen mussten ernährt werden. Die brachliegenden Ackerflächen eroberten sich Bäume und Sträucher zurück, die Vegetation wurde über das 16. Jahrhundert hinweg immer dichter. Diese neuen Pflanzen nahmen mehr Kohlendioxid aus der Luft auf, sodass der Gehalt des Treibhausgases in der Atmosphäre sank und es auf der Erde kühler wurde.

Ganzen Beitrag in der SZ lesen.

Es geht um diesen Fachartikel von Koch et al. (2019), der sich irgendwie durch das Peer Review gemogelt hat:

Earth system impacts of the European arrival and Great Dying in the Americas after 1492
Human impacts prior to the Industrial Revolution are not well constrained. We investigate whether the decline in global atmospheric CO2 concentration by 7–10 ppm in the late 1500s and early 1600s which globally lowered surface air temperatures by 0.15C, were generated by natural forcing or were a result of the large-scale depopulation of the Americas after European arrival, subsequent land use change and secondary succession. We quantitatively review the evidence for (i) the pre-Columbian population size, (ii) their per capita land use, (iii) the post-1492 population loss, (iv) the resulting carbon uptake of the abandoned anthropogenic landscapes, and then compare these to potential natural drivers of global carbon declines of 7–10 ppm. From 119 published regional population estimates we calculate a pre-1492 CE population of 60.5 million (interquartile range, IQR 44.8–78.2 million), utilizing 1.04 ha land per capita (IQR 0.98–1.11). European epidemics removed 90% (IQR 87–92%) of the indigenous population over the next century. This resulted in secondary succession of 55.8 Mha (IQR 39.0–78.4 Mha) of abandoned land, sequestering 7.4 Pg C (IQR 4.9–10.8 Pg C), equivalent to a decline in atmospheric CO2 of 3.5 ppm (IQR 2.3–5.1 ppm CO2). Accounting for carbon cycle feedbacks plus LUC outside the Americas gives a total 5 ppm CO2 additional uptake into the land surface in the 1500s compared to the 1400s, 47–67% of the atmospheric CO2 decline. Furthermore, we show that the global carbon budget of the 1500s cannot be balanced until large-scale vegetation regeneration in the Americas is included. The Great Dying of the Indigenous Peoples of the Americas resulted in a human-driven global impact on the Earth System in the two centuries prior to the Industrial Revolution.

Ein tolles Konstrukt. Ist es wirklich nur ein Zufall, dass die Sonnenaktivität während der Kleinen Eiszeit besonders gering war? Führen wir den Gedanken weiter: Die geringe Sonnenaktivität führt zu einer globalen Abkühlung. Die Weltozeane kühlen ab. Kälteres Wasser kann mehr CO2 aufnehmen als warmes Wasser, so dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre sinkt. Genau wie es seit etlichen hunderttausend Jahren im Wechsel von Eiszeiten und Interglazialen passiert. Nichts Neues. Es gibt nur ein Problem: Mit dieser simplen und plausiblen Argumentation bekommt man heutzutage kein Paper mehr durch. Schon gar nicht in den Quaternary Science Reviews, ein Journal das dem Kalte-Sonne-Team bestens bekannt ist…

 

Quelle: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=969067

 

Dem Leitautor der Studie, Alexander Koch, wird das Klimaalarm-Paper sicher einen kräftigen Karriereschub geben. Es ist offenbar das allererste Paper überhaupt des Doktoranden vom Londoner University College, der 2007-2010 Geographie an der Uni Marburg studierte. Bereits 2011 zeigte sich Koch interessiert an klimapolitischen Fragen und absolvierte ein Praktikum bei der Climate Alliance, bei dem es um CO2-Zertifikate ging. Ein Klimaaktivist?

 

Weihnachtsmarktfrage: Wie hoch ist der CO2-Anteil in der Luft?

Facebook-Posting von Seegespräche am 16. Dezember 2018:

CO2-NACHGEFRAGT!
Kein Witz, Realität!!!

Robert Imberger – Studium der Reaktorphysik und Thermohydraulik an der FH Ulm:

“Letzten Sonntag war ich auf einem örtlichen Weihnachtsmarkt. Dort gab es einen Stand zum Thema “Klimaschutz”. Ich wurde als „Vorbeilaufender“ auf die CO2-Problematik auf unserer Welt angesprochen.
Ich dachte so bei mir… da bist Du gerade an den Richtigen gekommen.
Meine Frage an den Klima-Vertreter (ca. 28.-30J):

„Wie hoch ist denn der CO2-Anteil in der Luft?“
Seine Antwort: „Hoch! Sehr hoch! Viel zu hoch!“

Ich: „Wie hoch denn?“ – „Wie viel Prozent?“
Er: „Weiß ich nicht!“

Aha, dachte ich… ein wahrer Kenner!

Ich fragte also weiter: „Was ist denn sonst noch in der Luft?“
Er: „Sauerstoff!!!“
Ich: „Richtig! Und wie viel Prozent?“
„Weiß ich nicht!“ war seine Antwort.
Ich erklärte ihm, dass es wohl so um die 21% sind. Es erschien ihm plausibel.

Ich weiter: „Welche Gase sind denn sonst noch in der Luft enthalten?“
Kopfschütteln…. Schulterzucken…
Ich: „Edelgase! Argon, Xenon, Neon, Krypton…! Schon mal gehört? Die machen aber in Summe nur ein knappes Prozent aus!“
Nachdenkliches Staunen.

Ich wiederholte meine letzte Frage…
Wieder (inzwischen genervtes) Schulterzucken und Augenverdrehen…
Ich: „Schon mal was von Stickstoff gehört?“
„Ach ja, stimmt… Stickstoff!!! Ja, den haben wir auch in der Luft!“
Ich: „Und? Wie viel Prozent?“
Er: Wieder Schulterzucken. Ich spürte, dass er genug hatte von mir. Ich ließ aber nicht locker, erläuterte ihm, dass es ca. 78% wären. Seine in der linken Hand gehaltenen Flyer sanken immer tiefer.
Er, nach kurzem Kopfrechnen (gefühlte 60s) : „Das kann nicht stimmen, das glaube ich Ihnen nicht, weil dann ja für CO2 nichts mehr übrig bleibt!!!“

Ich: „Eben! Sie haben Recht! Zumindest fast!!! Es sind nämlich nur 0,04% CO2 in unserer Atemluft!”

Das glaubte er mir einfach nicht und ließ mich stehen.

Wer weiter rechnen möchte:
Wir haben 0,04% CO2 in der Luft. Davon produziert die Natur selbst etwa 96%.
Den Rest, also 4%, der Mensch. Das sind 4% von 0,04%, also 0,0016%.
Der Anteil von Deutschland ist hieran 3,1%.
Somit beeinflusst Deutschland mit 0,0000496% das CO2 in der Luft.

Damit wollen wir die Führungsrolle in der Welt übernehmen, was uns jährlich an Steuern und Belastungen etwa 50 Milliarden Euro kostet.

Einfach mal drüber nachdenken!!!

Hinweis: Berechnung durch dkS-Redaktion nachkorrigert.

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Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg gab 2019 in einem Spiegel-Interview die Prüfung der von ihr verfassten Reden durch Klimatologen wie Kevin Anderson und Glen Peters auf Richtigkeit und Präzision an. Wikipedia schreibt über Kevin Anderson:

Anderson hat die Projektionen des Weltklimarats zur zukünftigen globalen Erwärmung analysiert und hält sie für grob überoptimistisch. [...] Er hält die Aussagen des Weltklimarats für unrealistisch, dass die Bemühungen, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten, das Wirtschaftswachstum nicht wesentlich beeinflussen. Wohlhabende Individuen mit hohen CO2-Emissionen werden seiner Einschätzung nach ihren Energieverbrauch und Konsum materieller Güter erheblich einschränken und sofortige und fundamentale Änderungen ihres Lebensstils akzeptieren müssen – zumindest bis die Transformation weg von fossilen Energien komplett vollzogen ist. Anderson ist nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2004 nicht mehr mit dem Flugzeug geflogen.

An internationalen Tagungen oder Treffen kann er dann ja wohl nicht mehr teilgenommen haben. Im November 2017 trat Anderson auf einem Seiten-Event der Bonner Klimakonferenz zusammen mit anderen klimaalarmistischen Kollegen wie Schellnhuber und Rockström auf. Nicht fehlen durfte auch Christiana Figueres, die die Klimaangst mittlerweile in den Buddhismus getrieben hat. Mittendrin: Zwei Klimaaktivistische Stiftungen. Mehr Aktivistennähe geht nicht.

Zu Glen Peters schreibt Wikipedia:

Peters bringt sich umfassend in die öffentliche Diskussion um Auswege aus der Klimakrise ein.

Beide sind mehr Aktivisten denn Wissenschaftler. Als Berater für „Richtigkeit und Präzision“ scheinen sie jedenfalls nicht so gut geeignet … .

 

Österreichische Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Antriebe in Klimamodellen noch nicht einwandfrei verstanden

Am 8. Februar 2019 hielt Fritz Vahrenholt den Vortrag „Fallen Kosteneffizienz und Umweltschutz der Energiepolitik zum Opfer?“ bei den Kadener Gesprächen der Stiftung Marktwirtschaft. Die Powerpointfolien können Sie auf vahrenholt.net herunterladen.

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Am 22. Oktober 2018 wagte die NOAA eine Prognose: Der nordamerikanische Winter 2018/19 würde wohl besonders mild ausfallen. Das Gegenteil davon ist eingetreten, nämlich einer der kältesten Winter der jüngeren Geschichte. Prognosen sind heikel, besonders wenn sie die Zukunft betreffen…

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In der Wissenschaft gehören kontroverse Debatten zur Tagesordnung. Und das ist auch gut so, denn dadurch werden Modelle auf Herz und Nieren getestet. Allerdings gibt es einen Wissenschaftszweig, für den das nicht gilt. In den Klimawissenschaften nämlich herrscht bekanntlich ein 97%-iger Konses zu allen Themen. Die restlichen 3% sind Verrückte. Denn wer dem “Konsens” offen widerspricht, kann seine Karriere vergessen. Er wird ausgegrenzt und von Projektfördermöglichkeiten ausgeschlossen. Also lieber Klappe halten. Umso mehr verwundert die kritische Beschäftigung der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mit dem Thema Klimawandel. Auf der Webseite der ZAMG diskutieren die Wiener Wissenschaftler wichtige Kritikpunkte:

KRITIK

Zukünftige natürliche Klimaantriebe nicht berücksichtigt

Wenn der Anteil der einzelnen Klimaantriebe an der Entwicklung der globalen Temperatur von den Klimamodellen falsch eingeschätzt würde, auch wenn sie in Summe bisher ein realistisches Ergebnis geliefert haben, wären Zukunftssimulationen verfälscht. Darüber hinaus sind andere Klimaantriebe als der anthropogene in Zukunftsszenarien gar nicht berücksichtigt – sie lassen sich nicht vorhersagen.

Ein Problem der globalen Klimamodelle ist die Fokussierung der Modellgüte auf die Wiedergabe der gemessenen globalen Mitteltemperatur. Obwohl diese relativ gut simuliert wird, gibt es Bedenken, ob die Sensitivität der Modelle auf die unterschiedlichen Klimaantriebe (Sonnenaktivität, vulkanische Aerosole, Treibhausgase usw.) der Realität entspricht. Hinzu kommt, dass die Antriebe selbst mit ihrer erwärmenden bzw. abkühlenden Wirkung noch nicht einwandfrei verstanden sind. So ist es also möglich, dass ein Klimamodell die mittlere globale Temperatur richtig simuliert, jedoch aufgrund einer falschen Sensitivität des Modells bezüglich seiner Antriebe.

Anthropogener Klimaantrieb überbewertet?

Im 4. Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC (Solomon u.a. 2007) wird festgestellt, dass die Erwärmung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts „sehr wahrscheinlich“ durch den Anstieg der anthropogenen Treibhausgaskonzentration verursacht worden ist. Diese Aussage stützt sich auf die Simulationen einer Vielzahl an globalen Klimamodellen. Kritiker meinen, dass die Modelle eine zu starke Sensitivität für den Klimaantrieb CO2 aufweisen und beispielsweise den Einfluss der Sonne unterschätzen.

[...]

Stärken-Schwächen-Analyse hilfreich

Es wird noch einige Zeit an Entwicklung brauchen, um die Balance der Antriebe in den Klimamodellen richtig wiederzugeben. Fundamentalkritik an der Leistung von Klimamodellen kommt jedoch Realitätsverweigerung gleich. Entscheidend bleibt, klar zu unterscheiden, welche Ergebnisse Klimamodelle mit einiger Sicherheit liefern können (vgl. Artikel zu Stärken) und welche noch nicht (vgl. Artikel zu Schwächen).

Ganzen Artikel auf der Webseite der ZAMG lesen.

 

PIK-Studie: Bewohner der Malediven sehen sich nicht als Klimaflüchtlinge

Der El Nino 2015/16 ließ die globalen Temperaturen nach oben schießen. Seitdem kühlt sich der Planet wieder ab (Abb. 1). Der Gradient zeigt mit einer Abkühlungsrate von mehr als 0,6°C pro Jahrzehnt steil nach unten… Das neue Jahr (2019) ist bereits zweieinhalb Monate alt und es stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Die GWPF veranstaltet einen Vorhersagewettbewerb. Wer mit seinem Tip dem wahren Endwert für 2019 am nächsten kommt kann tolle Preise gewinnen. Hier geht es zur Tippabgabe.

Abbildung 1: Globale Temperaturentwicklung seit 2015 (rote Kurve, HadCRUT-Daten), mit linearem Trend (grüne Linie). Quelle: Woodfortrees.

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Immer wieder hören wir von Millionen von Klimaflüchtlingen, die bereits auf gepackten Koffern sitzen. Grüne wollen großzügig Klimapässe verteilen. Aber wie stimmig ist das Konzept “Klimaflucht” überhaupt? Könnte es vielleicht auch andere Gründe geben, deretwegen viele Menschen ihrer Heimat den Rücken kehren? Eine Forschergruppe um Ilan Kelman hat Interviews mit der Bevölkerung der Malediven geführt und die Ergebnisse jetzt im Fachblatt Climatic Change veröffentlicht. Das überraschende Fazit: In den wenigsten Fällen führten die Befragten den Klimawandel als Migrationsgrund an. Vielmehr ging es um einen verbesserten Lebensstandard und bessere Jobmöglichkeiten. Es sind vor allem ausländische “Experten” die den Inselbewohnern erklären, sie wären einer Klimagefahr ausgesetzt. Die Bevölkerung selber teilt diese Bedenken aber offenbar nicht, obwohl sie heutzutage Zugang zu Medieninformationen hat. Hier der Abstract der Studie:

Does climate change influence people’s migration decisions in Maldives?
The influence of climate change and perceptions of it on people’s migration decisions has received significant prominence, especially for people living on low-lying islands. To contribute to this literature, this paper uses Maldives as a case study for exploring the research question: How does climate change influence or not influence people’s migration decisions in Maldives? Previous work tends to start from a disciplinary climate change perspective, while this study combines migration, mobility, and island studies perspectives, within which climate change sits. As well, rather than focusing on the area around the capital, Malé, as with many previous studies, the 113 interviews here were conducted in eight islands across three atolls. The method was qualitative, semi-structured, face-to-face interviews using purposive sampling of ordinary people. Contrary to a view of islanders preparing to flee their islands as “climate change refugees”, the interviewees provided nuanced and varied responses. They rarely identified the potential of future impacts due to climate change as influencing their migration-related decisions. When migration was considered, it was chiefly internal movement seeking a better standard of living via improved services, better living conditions, and more job opportunities. If migration related to potential climate change impacts might happen, then it was assumed to be in the future for decisions then. This lack of influence of climate change-related perceptions on Maldivians’ migration decisions fits well within island mobilities studies, from which climate change perspectives could adopt wider contexts.

Aus der Zusammenfassung:

“Thus, this paper’s research question is answered: at the moment, the potential for future impacts due to climate change does not provide much influence on people’s migration decisions in Maldives…Thus, perhaps the main responsibility of policy- and decision-makers might be to make material available through multiple conduits rather than pushing information, recommendations, and decisions onto the people, often under the presumption that external or élite “experts” inevitably know better than the people.”

Klimaflucht – eine Erfindung von ausländischen “Experten” und Eliten? Unter den Autoren ist übrigens auch eine Mitarbeiterin des PIK, Frau Himani Upadhyay. Die Arbeit erschien in Climatic Change am 6. Februar 2019 im open access format, kann also kostenlos heruntergeladen werden. Eine Pressemitteilung zur Arbeit verkniff sich das PIK aus verständlichen Gründen.

 

Die Sonne im Januar 2019 und eine Klima-Hitzewelle (?)

Von Frank Bosse und Fritz Vahrenholt

Unser (nahezu) einziger Energielieferant im Zentrum unseres Planetensystems war auch im Januar sehr schwach, auch wenn uns bewusst ist, dass wir uns in diesen Monaten im Minimum der Fleckenaktivität befinden. Die festgestellte SSN (für Sun Spot Number) von 7,8 erreichte nur 24% des Mittelwertes im Monat 122 aller bisher berücksichtigten 23 Zyklen seit 1755. Hier muss man allerdings hinzufügen, dass eine ganze Reihe von Zyklen im jeweiligen laufenden  Monat 122 seit Beginn bereits beendet war.

An 16 Tagen war die Sonne gänzlich fleckenlos, alle Aktivität an den übrigen Tagen spielte sich vorrangig durch eine Fleckengruppe des Zyklus 24 auf der Nordhemisphäre der Sonne ab. Der neue langsam sich entwickelnde Zyklus machte sich erst wieder im Februar 2019 mit entsprechend umgekehrt gepolten Magnetfeldern von winzigen Flecken bemerkbar. Der Januar gehörte also gänzlich dem vergehenden SC  (für Solar Cycle) 24.

Abb.1: Der Verlauf des SC24 (rot) im Vergleich zu einem errechneten monatlichen Mittelwert der Zyklen 1-23 (blau) und dem seit 2013 sehr ähnlichen SC 5 (schwarz).

 

Weiterhin „dümpelt“ die Sonnenaktivität auf sehr niedrigem Niveau, deutlich geringer als im Mittel (Abb. 2).

Abb. 2: Die Aktivität der einzelnen Zyklen im Vergleich.  Die Zahlen entstehen durch das Aufaddieren der monatlichen Differenzen zum Mittelwert (blau in Abb.1) bis zum jeweiligen Monat 122 der Zyklen, so diese noch andauerten.

 

Das einzig spannende bleibt: wie lange verharrt der Zyklus im Minimum und wann „zündet“ der neue SC25? Bisher gibt es dafür keine Anzeichen. Es kann dauern, zumal schwache Zyklen öfter länger brauchen ehe sie endgültig vorüber sind.

 

Hitzewelle im adriatischen Raum: der anthropogene Klimawandel begünstigte ihn (?)

Eine interessante Arbeit erschien recht aktuell.  Die Autoren um Sarah Kew vom niederländischen  KNMI untersuchten die Hitzewelle im August 2017. Sie benutzten verschiedene Datenquellen um dieses Ereignis zu bewerten: War es Klimawandel und wie stark wirkte er sich aus: Wie viel  öfter haben wir mit solchen Ereignissen zu rechnen durch die anthropogene Erwärmung? Der Schauplatz wird in Abb. 1b der Arbeit dargelegt:

Abb.3: Die Lokalisation der Hitzewelle Anfang August 2017 mit den Temperatur-Abweichungen vom langjährigen Mittelwert dieser Tage. Das schwarz gezeigte Viereck ist das Untersuchungsfeld. Quelle: Abb.1b von Kew et al. (2019).

 

Solche Hitzewellen kommen vor in dieser Gegend, davon kann der Mitautor (FB) dieses Artikels ein Lied singen, wenn er im Sommer die griechischen Gestade segelnd befährt. Entsprechend hoch sind für diese Tage dann auch die Abweichungen vom mittleren Temperaturwert, eben weil die heißen Tage „ausgemittelt“ werden bei 30 betrachteten Jahren. Mit regionalen und globalen Klimamodellen forschten die Autoren nach dem menschgemachten Anteil am gegebenen Ereignis. Bei sich generell erhöhenden Temperaturen werden wohl auch Hitzewellen heißer. Das Ergebnis der Arbeit: so einfach ist es nicht! Die Autoren stellen fest, dass die benutzten Modelle  nicht ausreichen, einen soliden Zusammenhang zu etablieren. Sie schreiben:

„A formal attribution to anthropogenic climate change is therefore not possible but is very plausible given the attributed rise in seasonal mean temperatures“

Dann geben sie sogar Zahlen an, mit der genau  diese Hitzewelle durch den Klimawandel heutzutage öfter vorkommen wird als um 1950: etwa 5 fach häufiger!  Wie machen sie das? Sie erzeugen einen Zusammenhang mit der globalen Temperaturanomalie und der Amplitude der Tmax (maximale Tagestemperatur) sowie mit der Rückkehrwahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses. Wer will kann dies mithilfe von Abb.2 in der Arbeit nachvollziehen. Der Schluss ist also: es wurde global wärmer und das führt zu einer 5-fache erhöhten Wahrscheinlichkeit für sehr heiße Tage im Sommer in diesem Raum. Wir halten diese Aussage für nicht haltbar und wollen dies begründen.

Wenn man lokale Extremereignisse untersucht, so sollte man sich vergewissern, dass man zumindest alle großskaligen dort wirkenden Einflüsse berücksichtigt. Es ist lange bekannt, dass die Sommertemperaturen in Europa auch von der atlantischen multidekadischen Oszillation (AMO) beeinflusst werden. Erst unlängst erschein hierzu eine hoch interessante Arbeit von einem Team unter Bo Wu vom Institut für Atmosphärenphysik in Bejing sowie auch zwei Wissenschaftler vom MPI Hamburg und vom Deutschen Wetterdienst DWD. Sie suchen Wege, die dekadischen Vorhersagen der sommerlichen Landtemperaturen der Extratropen der Nordhalbkugel zu verbessern, was u.a. auch für die Landwirtschaft von großer Wichtigkeit ist. Diese Vorhersagen waren bisher von eher schlechter Qualität und daher ist das Ziel der Arbeit nachvollziehbar. Was wirken da für Faktoren? Es sind zwei, die bestimmend sind: Eine Langzeiterwärmung vor allem durch den anthropogenen Antrieb, so die Autoren, und die AMO. Mit ausgeklügelten statistischen Werkzeugen berechnen die Wissenschaftler die relative Stärke der Einflüsse und zeigen das in ihrem Bild 2b der Arbeit. Wir haben das Gebiet (vgl. Abb.3) vergrößert:

Abb. 4: Der Einfluss der AMO , je mehr rot desto stärker, in der Spitze etwa 25%, recht genau in dem Gebiet, das von der Hitzewelle 2017 betroffen war. Quelle: aus Abb. 2b, Wo et al. (2019)

 

Die Wirkung der Langzeiterwärmung geht zu ca. 45% ein, folgt man Wu et al.(2019). Der Rest ist Wetter. Die Einflüsse der AMO (manche nennen sie auch AMV für –Variabilität) auf die Sommertemperaturen in Europa sind schon sehr lange bekannt und oft bestätigt, es gibt dutzende Arbeiten hierzu und auch wir hatten dazu schon 2016 berichtet. Umso mehr muss es verwundern, dass in einer Arbeit über Sommerereignisse in Europa (Kew  et al.) das Wort AMO oder AMV nicht ein einziges Mal erwähnt wird! Es gibt diesen nachgewiesenen natürlichen Einfluss schlicht in der Studie nicht. Wenn man natürliche Einflüsse „vergisst“ wird jede Veränderung dem anthropogene Antrieb zugeschlagen.

Zumindest ein Mit-Autor hätte es wohl wissen sollen: G.-J.-v. Oldenborgh schrieb 2009 eine Arbeit, in der er einen später oft benutzten AMO-Index entwickelte. Nun, wir können aushelfen. Wir haben die Methode der Arbeit nachvollzogen. Sie bildet zunächst 3-tägige Mittelwerte der Tmax in dem Gebiet, die von einer europäischen meteorologischen Reihe des KNMI stammen.  Alsdann suchten wir die Maximaltemperaturen der einzelnen Jahre (Hitzewellen) und trugen diese auf. Das gleiche mit der AMO nach dieser Arbeit.

 

Abb. 5: Die heißesten Tage des Jahres im Gebiet definiert in Abb. 3 und die AMO, beides leicht 5-jährig geglättet.

 

Der Zusammenhang ist nicht nur offensichtlich sondern auch statistisch hoch signifikant, R²=0,18; p=0,00026, und damit sind die Ergebnisse aus Wu et al. (2019)-Abb.4- bestätigt. Wir haben das Verfahren auch erprobt, indem wir noch die Dauer von Hitzewellen über 30°C einfließen ließen, es ist das gleiche Ergebnis. Den Hitzerekord hält tatsächlich 2017 mit 34,6°C, es folgt 2007 mit 34,2°C und mit auf dem Podest steht 1950 (!) mit 33,9°C. Donnerwetter: 2017 war 0,7°C in der Spitze wärmer als 1950!

Die AMO hatte ihr Maximum  vor 1950 in den 30er und  40 er Jahren, zumindest bis dahin zurück sollte man die europäischen  Hitzewellen  also untersuchen, um irgendeine Aussage zu treffen, die hier notwendigerweise die Berücksichtigung der AMO erfordert. Für Nordamerika ist das jedenfalls in der Literatur auch gut bekannt: 30% mehr Hitzewellen in warmen AMO-Phasen. Es ist wie so häufig: Natürliche Einflüsse werden in solchen „Attributierungs-Arbeiten“ oft vernachlässigt, hier ist es total unverständlich. Dadurch wird der anthropogene Anteil übertrieben dargestellt.

Wir möchten uns hier nicht die Mühe machen, den Einfluss der AMO auf die konkrete Hitzewelle in 2017 bestimmen zu wollen. Vermutlich ist das auch nicht möglich, da zu viel „Wetter“ einfließt. Den Autoren hätten wir als Editoren jedoch die Arbeit zurück geschickt mit dem Hinweis, dass die Vernachlässigung der natürlichen  AMO die Ergebnisse ihrer Arbeit stark infrage stellt. Warum die vielen Fachleute unter den Autoren selbst und die lange Liste der Editoren (5 Personen!) dies nicht erkannten, darüber kann nur gemutmaßt werden. Sollte also in einigen Medien alsbald die These vertreten werden: „5 mal so viele Hitzewellen durch den Klimawandel in Europa!“ dann wissen Sie, dass das auf einer Arbeit beruht, die fundamental korrigiert gehört.

 

Außertropische Vulkane beeinflussen das Klima stärker als vermutet

Pressemitteilung des Geomar vom 28. Januar 2019:

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Außertropische Vulkane beeinflussen das Klima stärker als vermutet:
Studie zeigt überraschend starke Abkühlung nach Eruptionen in hohen und mittleren Breiten

Der Ausbruch des Pinatubos im Jahr 1991 hatte erhebliche Auswirkungen auf das Klima und senkte die globale Durchschnittstemperatur um etwa 0,5 Grad. Wie die berühmten Eruptionen des Krakatau (1883) und Tambora (1815) liegt der Pinatubo in den Tropen. Das wurde bislang als wichtiger Faktor für den starken Klimaeinfluss angesehen. Eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel hat heute jedoch eine Studie in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht, die zeigt, dass auch explosive Eruptionen außerhalb der Tropen einen starken Einfluss auf das Klima haben können.

In den vergangenen Jahrzehnten haben mehrere Vulkaneruptionen außerhalb der Tropen Schwefel bis in die untere Stratosphäre transportiert. Dazu gehören beispielsweise der Ausbruch des Kasatochi (Alaska, USA, 2008) und des Sarychev (Kurilen, Russland, 2009). Die Auswirkungen auf das Klima waren jedoch schwach und kurzlebig. Bisher ist die Wissenschaft davon ausgegangen, dass dies einer allgemeinen Regel entspricht: Vulkanausbrüche außerhalb der Tropen haben einen schwächeren Einfluss auf das Klima als ihre tropischen Pendants. Forscherinnen und Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, der Universität Oslo, des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg sowie Kollegen aus der Schweiz, Großbritannien und den USA widersprechen dieser Annahme nun in einer Studie, die heute in der internationalen Fachzeitschrift Nature Geoscience erscheint.

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele extratropische Vulkanausbrüche in den letzten 1250 Jahren zu einer ausgeprägten Oberflächenabkühlung auf der Nordhalbkugel geführt haben. Tatsächlich sind extratropische Ausbrüche sogar effizienter als tropische, wenn man die Abkühlung auf der jeweiligen Halbkugel im Verhältnis zur ausgestoßenen Schwefelmenge sieht”, sagt Dr. Matthew Toohey von GEOMAR, Erstautor der aktuellen Studie.

Eine großräumige Abkühlung nach Vulkanausbrüchen erfolgt, wenn diese große Mengen an Schwefelgasen in die Stratosphäre transportieren. Sie ist die zweitniedrigste Schicht der Atmosphäre und beginnt etwa bei 15 Kilometern Höhe. Dort erzeugen die Gase einen schwefelhaltigen Aerosolschleier, der über Monate oder Jahre anhält. Die Aerosole reflektieren einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung, der die unteren Schichten der Atmosphäre und die Erdoberfläche nicht mehr erreichen kann.

Bisher wurde angenommen, dass Aerosole aus Vulkanausbrüchen in den Tropen eine längere Lebensdauer in der Stratosphäre haben, da sie erst in mittlere oder hohe Breiten wandern müssen, bevor sie wieder aus der Stratosphäre entfernt werden. Dadurch hätten sie einen größeren Einfluss auf das Klima. Aerosole aus Eruptionen in höheren Breitengraden würden dagegen schneller aus der Atmosphäre entfernt.

Die jüngsten Ausbrüche außerhalb der Tropen, die minimale, aber messbare Auswirkungen auf das Klima hatten, passen in dieses Bild. Diese Ausbrüche waren jedoch viel schwächer als der des in den Tropen liegenden Pinatubo 1991. Um die Klimaauswirkungen von extratropischen und tropischen Eruptionen besser einschätzen zu können, verglichen Dr. Toohey und seine Kolleginnen und Kollegen neue, auf Eiskernanalysen beruhende Langzeitrekonstruktionen des vulkanischen Schwefeleintrags in die Stratosphäre mit drei Rekonstruktionen der Sommertemperatur der nördlichen Hemisphäre aus Baumringen, die bis 750 n. Chr. zurückreichen. Überraschenderweise fanden sie heraus, dass explosive extratropische Eruptionen im Verhältnis zu ihrer geschätzten Schwefelfreisetzung eine viel stärkere Abkühlung auf der jeweiligen Erdhalbkugel erzeugten als tropische Eruptionen.

Um diese Ergebnisse besser zu verstehen, führte das Team Simulationen von Vulkanausbrüchen in mittleren bis hohen Breitengraden durch. Sie nutzten virtuelle Schwefelmengen und Eintragshöhen in die Stratosphäre, die denen des Pinatubo entsprachen. So fanden sie heraus, dass die Lebensdauer des Aerosols aus diesen explosiven Ausbrüchen außerhalb der Tropen nur geringfügig geringer war als bei Eruptionen in den Tropen. Darüber hinaus verteilte sich das Aerosol nicht weltweit, sondern nur über der Erdhalbkugel des Ausbruchs, was die Klimaauswirkungen innerhalb dieser Hemisphäre verstärkte.

Die Studie zeigt weiterhin die Bedeutung der Höhe des Schwefel-Eintrags in die Stratosphäre für die Klimaauswirkungen. „Kommen die Schwefelgase nur in die untersten Schichten der außertropischen Stratosphäre, sind die Aerosole sehr kurzlebig. Erreichen sie jedoch Höhen wie bei den großen tropischen Eruptionen, entspricht die Lebensdauer der Aerosole in etwa denen der tropischen Eruptionen“, sagt Co-Autorin Prof. Dr. Kirstin Krüger von der Universität Oslo.

Die Ergebnisse werden helfen, die Auswirkungen von Vulkanausbrüchen auf vergangene Klimaschwankung besser zu verstehen. Sie deuten auch darauf hin, dass das zukünftige Klima von explosiven extratropischen Ausbrüchen beeinflusst wird. „In den vergangenen Jahrhunderten gab es in den mittleren und hohen Breiten im Vergleich zu den Tropen relativ wenige große explosive Eruptionen. Aber sie passieren definitiv“, sagt Dr. Toohey. Die stärkste Abkühlungsepisode der vergangenen 2500 Jahre auf der Nordhalbkugel begann mit einem extratropischen Vulkanausbruch im Jahr 536 n. Chr. Die neue Studie hilft zu erklären, wie diese Eruption zu einer so starken Abkühlung geführt haben könnte.

Originalarbeit:
Toohey, M., K. Krüger, H. Schmidt, C. Timmreck, M. Sigl, M. Stoffel, R. Wilson (2019):  Disproportionately strong climate forcing from extratropical explosive volcanic eruptions. Nature Geoscience, https://doi.org/10.1038/s41561-018-0286-2

 

Die übernächste Generation wickelt gerade ihre Zukunft ab

Von Uli Weber

Schule schwänzen für Klimagerechtigkeit, welch ein genialer Einfall – da wären wir damals nie drauf gekommen. Denn damals war dieses Land noch das der Dichter und Denker und gerade dabei, sich mit einem sogenannten „Wirtschaftswunder“ aus selbstverschuldeten Trümmern zu erheben. Dieses Wirtschaftswunder ist wiederum untrennbar mit der Sozialen Marktwirtschaft von Ludwig Ehrhard verknüpft, der die Kräfte des freien Marktes zu stärkten suchte und dabei gleichzeitig eine soziale Teilhabe an dem dadurch erwirtschafteten Wachstum förderte – also das genaue Gegenteil von Planwirtschaft in Gang setzte.

Heute protestieren wohlalimentierte Schüler in ihrer Unterrichtszeit für einen sofortigen Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung und für die globale Klimagerechtigkeit. Bei näherer Betrachtung scheint es sich dabei aber gar nicht wirklich um eine spontane Graswurzelaktion zu handeln. Vielmehr beschafft sich eine menschenverachtende Klimaideologie mit dieser Instrumentalisierung von Schutzbefohlenen offenbar die gesellschaftliche Rechtfertigung für ihre globale ökologische Transformation. Und indem sie diejenigen Technologiefelder, die aus klimapolitischen Gründen erwünscht sind, mit Subventionen gegen den freien Markt herbeizaubern will, errichtet sie eine neue Planwirtschaft. Denn Marktwirtschaft beruht auf dem Gewinnstreben von eigenverantwortlichen Unternehmern, und wenn mit einer gesellschaftspolitisch erwünschten Technologie keine Gewinne zu erzielen sind, dann muss man dafür halt eine Zwangsalimentierung einführen. Dass die erforderlichen Subventionsmittel aber wiederum nur durch die unerwünschte fossil betriebene Industrie erwirtschaftet werden können, ist offenbar noch keinem derjenigen Politiker aufgefallen, die durch ihr Mandat ja meist nicht aus der produktiven Wertschöpfungskette unseres Landes gerissen wurden, sondern die bis dahin bereits mit Steuergeldern alimentiert worden waren. Am Ende einer solchen planwirtschaftlichen Hans-im-Glück Wirkungskette steht dann ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, wie ihn uns die sozialistischen Staaten Ende der 1980-er Jahre vorexerziert hatten.

Da Schüler ja noch Lernende sind und sich möglicherweise auch noch keinen vollständigen Überblick über die Kulturgeschichte der Menschheit verschafft haben, folgt hier ein kurzer Rückblick auf die kulturelle Evolution, die am Ende zu den Segnungen unseres Industriezeitalters geführt hatte. Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge hatte sich in mehreren revolutionären Schritten drastisch erhöht, und alle diese Übergänge hatten sich in freier marktwirtschaftlicher Konkurrenz zu dem jeweils vorher bestehenden System entwickelt:

  • Steinzeit (= kleine dörfliche Gemeinschaften von Jägern und Sammlern): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 3 bis 6-fache des menschlichen Grundbedarfs.
  • Zeitalter von Ackerbau und Viehzucht (=fortgeschrittene regionale Kulturen): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge betrug etwa das 18 bis 24-fache des menschlichen Grundbedarfs.
  • Industriezeitalter (=globalisierte Welt): Die verfügbare pro-Kopf Energiemenge beträgt heute etwa das 70 bis 80-fache des menschlichen Grundbedarfs.

Erst der industrielle Gebrauch von fossilen Energieträgern seit Beginn der Industrialisierung hat dann unseren Lebensstandard, die Verfügbarkeit und die Qualität von Lebensmitteln, die tägliche Arbeitszeit, das freie Wochenende, den jährlichen Urlaubsanspruch, das Gesundheitswesen, die individuelle Lebenserwartung, das Transportwesen, die Kommunikation und den allgemeinen technologischen Standard auf unser heute als „ganz normal“ empfundenes Niveau angehoben. Wir alle leben heute nämlich so, wie sich das vor zweitausend Jahren nur die römischen Kaiser leisten konnten, und zwar dank fossiler Energieträger, modernster Technologien und jederzeit verfügbarer Energie. Im Umkehrschluss heißt das, unser gegenwärtiger Lebensstandard – und auch unser gegenwärtiger Sozialstaat – beruhen zwingend auf der Nutzung fossiler Energieträger. Die geplanten ideologischen Wenden, also Energiewende, Verkehrswende und Agrarwende, sind im wahrsten Sinne sozialistische Planwirtschaft und können im ökonomischen Sinne keinen Mehrwert erzielen; der erzeugte Mehrwert ist vielmehr rein emotional.
Meine Generation hatte sich erst Ende der 1960-er Jahre von den überkommenen autokratischen Dogmen einer totalitär geprägten Gesellschaft befreit. Die folgende Grenzwertanalyse mag diesen Prozess für die indoktrinierten Schülergarden etwas beschleunigen:

Der Grenzwert für eine subventionierte Planwirtschaft: Eine subventionierte Planwirtschaft unterliegt keinerlei Erwerbsstreben im Wettbewerb alternativer Lösungen um eine positive Kaufentscheidung des Kunden. Vielmehr wird dort eine vorgegebene Lösung durch Subventionen vorangetrieben, weil der Zwangsabnehmer ja gar keine alternative Wahl hat. Weil aber durch ebendiese Subventionen der Konkurs als ökonomisches Regulativ ausgeschaltet wird, müssen alle Fehlentscheidungen und Fehlplanungen zukünftig ebenfalls durch Subventionen ausgeglichen werden. Ein Abbau solcher Subventionen ist also systembedingt gar nicht möglich, weil ein planwirtschaftliches Produkt im wahrsten Sinne des Wortes alternativlos ist. Vielmehr führt eine subventionierte Planwirtschaft à la Ostblock auch zu einer entsprechenden Verringerung von Angebot, Qualität und Innovation – und kann schließlich die Nachfrage nicht mehr befriedigen.

Der Grenzwert für einen emotionalen Mehrwert: Die Zwei-Erden-Argumentation verlangt Verzicht von allen Klimagläubigen, um dadurch unsere natürliche Umwelt und das Weltklima für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Eine aktive Teilnahme an der Umsetzung dieses hohen ökologischen Zieles verschafft allen aktiv Beteiligten neben wirtschaftlicher Sicherheit emotionale Glücksgefühle und eine Bestätigung ihres religiös überhöhten Selbstbildes. Diese Überhöhung lässt es schließlich auch nicht mehr zu, sich mit Andersdenkenden über Alternativen auseinanderzusetzen und muss somit über einen „gestaltenden Staat“ direkt in einen ökologischen Totalitarismus führen.

Synthese dieser beiden Grenzwerte:  Eine subventionierte Planwirtschaft muss zwingend in einer sozialistischen Mangelwirtschaft konvergieren, weil das ökonomische Regulativ eines freien Wettbewerbs fehlt. Damit schlägt dann die Zwei-Erden-Argumentation in ihr Gegenteil um, denn für eine ökologisch korrekte Ernährung der gesamten Weltbevölkerung wären dann ebenfalls zwei Erden erforderlich. Der erhöhte Flächenverbrauch für die glaubensgerechte Erzeugung von Nahrung und Energie muss daher zwingend in einer ökonomischen Versorgungskatastrophe enden. Und weil der menschliche Überlebenswille nun einmal stärker ist als jeder Umweltschutzgedanke, bricht dadurch wiederum der Ökototalitarismus zusammen; und die Überlebenden werden schließlich die ökologischen Ressourcen unseres Planeten erbarmungslos ausplündern.

Fazit: Die Dekarbonisierung der Welt stellt also nicht etwa einen kulturellen Fortschritt für die Menschheit dar, sondern führt direkt zurück in ein ökologisches Mittelalter mit einer verfügbaren pro-Kopf Energiemenge von etwa dem 18 bis 24-fachen des menschlichen Grundbedarfs. Wenn diese Analyse die verführten Lernenden nicht als Motivation zu selbständigem und kritischem Denken anregen sollte, dann sei ihnen eine Klassenfahrt in die Sahelzone anzuraten, wo man sich dann gerne vor Ort bei Menschen im täglichen Überlebenskampf über aktiven Umweltschutz informieren kann.

Abschlussfrage an die übernächste Generation: Wovon wollt Ihr denn eigentlich nach 2038 leben?

 

Geomar: Nordatlantische Tiefenwasserbildung in Modellen fehlerhaft

Pressemitteilung des Geomar vom 31. Januar 2019:

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Neue Erkenntnisse zu Tiefenwasserbildung und Meeresströmungen im Atlantik
- Langzeitbeobachtungen widersprechen bisherigen Auffassungen -

Für die globale Ozeanzirkulation spielt der subpolare Nordatlantik eine entscheidende Rolle. Durch oberflächennahe Abkühlung wird warmes Wasser in kaltes und schweres Tiefenwasser umgewandelt, das in der Tiefe äquatorwärts strömt. Gestützt auf Modelldaten ging man bisher davon aus, dass der Hauptanteil des Tiefenwassers in der Labradorsee gebildet wird. Langzeitbeobachtungen eines internationalen Konsortiums mit Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen nun erstmals, dass der wesentliche Beitrag der Umwälzzirkulation im östlichen Nordatlantik stattfindet. Die Ergebnisse wurden jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Meeresströmungen werden hauptsächlich durch den Wind und durch Unterschiede in der Dichte des Meerwassers hervorgerufen. Für die Strömungen im Nordatlantik sind beide Prozesse von großer Bedeutung. Über den Golfstrom und seine Ausläufer wird warmes und salzreiches Wasser weit nach Norden transportiert. Dabei wird das Wasser abgekühlt, was zu einem Anstieg der Dichte des Meerwassers führt und daher ein Absinken bewirkt. Das dichte Tiefenwasser strömt dann wieder Richtung Äquator. Dieses Strömungssystem wird auch als Atlantische Umwälzzirkulation bezeichnet. Es ist für das Klima, insbesondere für die vergleichsweise milden Winter in Nordeuropa, von großer Bedeutung. In bestimmten Regionen, allen voran der Labradorsee, kann es zum Absinken des Oberflächenwassers bis in die Tiefsee kommen. Die Zufuhr von Süßwasser, etwa durch Abschmelzen von Landeismassen als Folge der globale Erderwärmung, reduziert die Dichte des Oberflächenwassers. Ein Versiegen der Tiefenwasserbildung und damit der Umwälzzirkulation hätte direkte Auswirkungen auf das Klima in Europa. Nicht zuletzt deshalb ist die Atlantische Umwälzzirkulation Gegenstand intensiver Forschung.

„Die Atlantischen Umwälzzirkulation ist ein komplexes Ineinandergreifen vieler Prozesse. Direkte Beobachtungen sind daher rar und viele Zusammenhänge sind bisher nur aus Modellstudien abgeleitet“, erläutert Dr. Johannes Karstensen vom GEOMAR, einer der Ko-Autoren einer Studie, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde. Um diese theoretischen Erkenntnisse aus Modellen auch mit Beobachtungen zu verifizieren, wurde 2014 mit Beteiligung von sieben Ländern die erste komplette Vermessung der subpolaren Umwälzzirkulation des Atlantiks unter dem Namen „OSNAP“ (Overturning in the Subpolar North Atlantic Program) gestartet. Das Beobachtungssystem OSNAP teilt sich in zwei Abschnitte auf: quer über die Labradorsee, von Kanada zur Südspitze Grönlands, und über den östlichen subpolaren Nordatlantik, von der Südspitze Grönlands bis Schottland. Eine Vielzahl an permanenten Messstationen (Verankerungen) stellen das Rückgrat des Systems dar. An den Stationen werden kontinuierlich Strömungsdaten aber auch Temperaturen und Salzgehalte des Wassers aufgezeichnet.

„In der 21 Monate überdeckenden Zeitserie der Umwälzzirkulation aus den OSNAP Messungen sehen wir eine erstaunlich hohe Variabilität. Das im Moment überraschendste Ergebnis ist aber, dass die Labradorsee, die wir immer als wichtigste Tiefenwasserbildungsregion angesehen haben, nur etwa 15 Prozent zur Umwälzzirkulation beiträgt“, erläutert Dr. Karstensen. „Wir müssen nun überlegen, wie wir das Konzept von Tiefenwasserformation und Umwälzzirkulation anpassen. Dazu gilt es die Prozesse, die für die Schwankungen in der OSNAP-Zeitreihe verantwortlich sind, genauer zu identifizieren“, so Dr. Karstensen.

„Beispielsweise ist es möglich dass der OSNAP Messzeitraum von 2014 bis 2016 nur einen speziellen Zustand der Umwälzzirkulation erfasst hat. Eine Frage die sich nur durch längere Messreihen ermitteln lässt“, so Dr. Karstensen. Im Sommer 2018 waren die OSNAP-Teams aus Europa, den USA, Kanada und China wieder mit den Forschungsschiffen im Subpolaren Nordatlantik unterwegs. Zurzeit werden die Daten analysiert, und es wird erwartet, dass die OSNAP-Zeitserie der Atlantischen Umwälzzirkulation in Kürze um zwei weitere Jahre verlängert sein wird. „Diese Region ist eine der empfindlichsten Stellschrauben unsere Klimasystems. Hier können durch relativ kleine und rasche Veränderungen globale und langzeitliche Auswirkungen auf das Klima ausgelöst werden. Deshalb ist ein umfassendes Verständnis der Prozesse in dieser Region so wichtig“, argumentiert Dr. Karstensen.

Zudem fließen die von dem internationalen Team zusammengetragenen Daten auch in die Berichte des Weltklimarates (IPCC) ein, dessen nächster Bericht in wenigen Jahren erstellt wird und die Basis für Handlungsempfehlungen zum Klimaschutz darstellt.

Originalarbeit:
Lozier, M.S., F. Li, S. Bacon, F. Bahr, A. Bower, S. Cunningham, F. de Jong, L. de Steur, B. DeYoung, J. Fischer, S. Gary, B. Greenan, N.P., Holliday, A. Houk, L. Houpert, M. Inall, W. Johns, H. Johnson, C. Johnson, J. Karstensen, G. Koman, I. LeBras, X. Lin, N. Mackay, D. Marshall, H. Mercier, M. Oltmanns, R.S. Pickart, A. Ramsey, D. Rayner, F. Straneo, V. Thierry, D.J. Torres, R.G. Williams, C. Wilson, J. Yang, I. Yashayaev, J. Zhao, 2019: A sea change in our view of overturning – first results from the Overturning in the Subpolar North Atlantic Program. Science, http://science.sciencemag.org/content/363/6426/516.abstract

Influence of solar activity on European rainfall

Press Release of the Institute of Hydrography, Geoecology and Climate Sciences (IFHGK), 15 February 2019, www.ifhgk.org

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Influence of solar activity on European rainfall

A balanced level of precipitation provides the basis for a wide range of economic and social activities in Europe. Particularly agriculture, drinking water supply and inland waterway transport are directly affected. However, the amount of rain fluctuates strongly from year to year. While it may pour torrentially in one year, rain may remain absent for weeks in another year. The population is used to this variability and knows how to deal with it.

The chance discovery by an agricultural scientist from Münster, Germany, now suggests that in certain months rain over Germany and other parts of Europe follows a pattern that up to now has remained undetected. As part of agricultural consultation, Ludger Laurenz analyzed decades of rainfall records of his home weather station in Münster and noticed a constant up and down that followed an 11-year rhythm – especially in February. After detailed examination it was clear that this rhythm correlated closely with the activity of the sun: the well-documented 11-year sunspot cycle.

Laurenz next teamed up with two colleagues to examine the extent to which the observed pattern from Münster is reproducible in other parts of Germany and Europe, and whether the phenomenon also exists for the other months of the year. Horst-Joachim Lüdecke from the HTW University of Applied Sciences in Saarland gathered the precipitation data collected in Europe since the beginning of the 20th century. The physicist emeritus then developed a computer algorithm to determine the similarity of changes in rainfall and solar activity. All 39 European countries and every one of the 12 months of the year were quantified over a total of 115 years using mathematical correlations.

In order to include possible delay effects, the data series of rain and sunspots were systematically checked for shifts. For this purpose, the time series were gradually shifted in time against each other like combs and the respective change of the correlation quality was noted. The multidimensional data obtained in this way were evaluated for systematic trends by geoscientist Sebastian Lüning and visualized cartographically. Lüning is associated with the Swiss Institute of Hydrography, Geoecology and Climate Sciences (IFHGK) and is specialized in the research of solar climate effects.

The mapped out results show that the link between February precipitation and solar activity originally discovered in Münster is valid for large parts of Central and Northern Europe and has good statistical significance there. Towards southern Europe, however, the correlation weakens significantly.

The statistical investigation was also able to demonstrate systematic phase shifts across the continent. In Germany and neighboring countries, February precipitation was particularly low when the sun was very strong four years earlier. The delay seems to be due to the slow deep circulation of the Atlantic, as earlier work had already suggested. On the basis of the statistically-empirically determined correlation, February 2018 in Germany with particularly low precipitation can now also be explained, which followed a particularly high intensity peak of solar activity at the beginning of 2014.

Similar relationships between rainfall and solar activity have been observed in other months, although somewhat weaker, especially in April, June and July, which account for a large part of the vegetation period in Central Europe. The result was a complex interplay of sun and rain in Europe, which showed clear trends over 1000 km and varied strongly from month to month.

The study thus confirms the concept of a solar participation in the European hydroclimatic development, which had already been indicated by a whole series of local case studies of other authors. The exact mechanism by which the solar signal influences precipitation is still largely unclear and requires further research.

The solar precipitation effect now mapped out across Europe for the first time opens up new possibilities for improved medium-term precipitation forecasts. Agriculture in particular, but also protection measures against extreme weather damage in connection with heavy rainfall and droughts could benefit from this. The next step in refining the forecasting methodology is a more precise quantification of the effects of Atlantic Ocean cycles, which also play an important role in rainfall, especially in Western Europe.

 

Original publication:

Laurenz, L., H.-J. Lüdecke, S. Lüning (2019): Influence of solar activity on European rainfall. J. Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 185: 29-42, doi: 10.1016/j.jastp.2019.01.012

The pdf version can be downloaded free of charge at the following link until early March: https://authors.elsevier.com/a/1YXWZ4sIlkiVhv