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Frühe Arktis-Wärme unerklärt: In Franz Josef Land war es in den frühen 1930er Jahren mehrere Grad wärmer als heute

Im Januar 2019 erschien im Fachblatt Theoretical and Applied Climatology eine Arbeit von Andrzej Araźny und Kollegen, in der die Forscher die Wetterdaten von vier wissenschaftlichen Expeditionen in das arktische Franz Josef Land auswerteten. Dabei stieß das Araźny-Team auch auf eine ungewöhnliche Wärme, die während einer Fahrt 1930/31 registriert wurde als es 4,6 °C wärmer war als der moderne Durchschnitt 1981–2010. Die Autoren erläutern, dass es in der Arktis in den letzten 140 Jahren zwei Wärmephasen gegeben hat. Die erste reichte von 1920-1938 die zweite begann in den 1980er oder 90er Jahren. Beide Wärmphasen weisen einen ähnlichen Verlauf auf, so dass der Anteil natürlicher gegenüber anthropogener Klimaantriebe ungeklärt ist. Araźny und Kollegen fordern, das die Klimamodelle sich dieser Frage verstärkt annehmen, um die großen Verständnislücken im arktischen Klimasystem – auch hinsichtlich der Attribution – endlich zu schließen. Hier der Abstract der Studie, deren pdf kostenfrei heruntergeladen werden kann:

A comparison of bioclimatic conditions on Franz Josef Land (the Arctic) between the turn of the nineteenth to twentieth century and present day
The paper presents the variability of meteorological conditions: air temperature, wind speed and relative air humidity; and biometeorological indices: wind chill temperature, predicted clothing insulation and accepted level of physical activity on Franz Josef Land (in Teplitz Bay and Calm Bay) in the years 1899–1931. It employs meteorological measurements taken during four scientific expeditions to the study area. The analysis mainly covered the period October–April, for which the most complete data set is available. For that period of the year, which includes the part of the year with the Franz Josef Land’s coldest air temperatures, the range and nature of changes in meteorological and biometeorological conditions between historical periods and the modern period (1981–2010) were studied. The data analysis revealed that during the three oldest expeditions (which took place in the years 1899–1914), the biometeorological conditions in the study area were more harsh to humans than in the modern period (1981–2010) or similarly harsh. In contrast, during the 1930/1931 expedition, which represents the Early Twentieth Century Warming (ETCW), conditions were clearly more favourable (including predicted clothing insulation being 0.3 clo lower and 4.0 °C higher wind chill temperature than conditions observed nowadays).

In der Diskussion gehen die Autoren detailliert auf das arktische Wärmephänomen der 1930er Jahre ein:

In approximately the last 140 years, there have been two periods of significant temperature increases in the Arctic. The first began in around 1918–1920 and lasted until 1938 and has been called the ‘1930s warming’ (Bengtsson et al. 2004). Other works have referred to this period as the ‘Early Twentieth Century Warming’ (ETCW, Brönnimann 2009) or the ‘Early Twentieth Century Arctic Warming’ (ETCAW, Wegmann et al. 2017, 2018). Our results confirm the observations for the last expedition from the historical study period in 1930/1931. These years covered the warmest part of the ETCW (Table 3, Fig. 4). In turn, the second increased warming of the Arctic began around 1980 (Johannessen et al. 2004) or according to Przybylak (2007) in about the mid-1990s. Changes in overall atmospheric circulation have long been believed to have been the cause of the ETCW (e.g. Scherhag 1937). As the modern climate warming (since 1975) has progressed in a largely similar manner to the progression of the ETCW (Wood and Overland 2010; Semenov and Latif 2012), there has been renewed interest in the insufficiently well-explained causes of the ETCW using the latest research methods, including, primarily, climate models. An analysis of the literature shows that the cause of such a significant warming in the present period is still not clear. There is even controversy over whether the main factors in the process are natural or anthropogenic, although the decided majority of researchers assign a greater role to natural factors (Bengtsson et al. 2004; Semenov and Latif 2012). It would appear that the greatest differences of opinion on the causes of the ETCW are to be found in works presenting climate models (see, e.g. Shiogama et al. 2006; Suo et al. 2013), which is an excellent illustration of the still insufficient knowledge of the mechanisms governing the Arctic Climate System.

In den Conclusions vergleichen die Autoren die Wärme der 1930er Jahre mit den heutigen Werten:

…during the 1930/31 expedition it was 4.6 °C warmer than the years 1981–2010.

 

Der Niedergang der seriösen Wissenschaft bedeutet auch das Ende unserer Industriegesellschaft

Von Uli Weber

Heute glauben öffentlich alimentierte Gutmenschen in allen möglichen nationalen und internationalen politischen oder wissenschaftlichen Gremien der westlichen Industrienationen, das digitale Geld sei schon immer da gewesen und müsse nur noch von einer vollelektrisch-selbstfahrenden Notenbank ausgedruckt werden, um es dann mit vollen Händen verschenken zu können. Sowohl der Glaube an einen aus sich selbst heraus entstehenden Überfluss wirtschaftlicher Ressourcen als auch dessen rituelle Opferung für ein höheres Ziel läuten eine Epoche der Antiaufklärung in den westlichen Industrienationen ein.

Ein solches Verhaltensmuster stellt Parallelen zu religiös begründeten Übersprunghandlungen steinzeitlich geprägter Bevölkerungsgruppen her, wie sie beispielsweise mit dem rituell-ruinösen Schenken an der nordwestlichen Pazifikküste Nordamerikas (Potlatch) oder einer automateriellen Weltsicht in Neuguinea (Cargo-Kult) bekannt geworden sind. Vom Jahre 2020 an belieben die westlichen Industrienationen, jährlich 100 Milliarden US-Dollar an den Rest der Welt zu verschenken und hoffen gleichzeitig, ihren eigenen Lebensstandard durch „erneuerbare“ Energien, eine „Verkehrswende“ und eine „Agrarwende“ ohne fossile Energieträger sicherstellen zu können, um so das globale Klima zu besänftigen.
Beides zusammengesetzt ergibt den neuzeitlichen Kult von der globalen Dekarbonisierung bis zum Jahre 2100 als einen unerschöpflichen cargoistischen Potlatch des Gebens und Nehmens aus dem Nichts – und auch die vollalimentierten Wissenschaften geben sich dieser guten Sache zu Diensten…

KalteSonne hatte gerade über eine aktuellen Arbeit von Zemp et al. (2019) zu Gletscherschwund und Meeresspiegelanstieg berichtet, in der die Autoren im Abstract das emotionale Erlebnis getanzt hatten, ihre Schlussfolgerungen würden nahelegen, der Gletscherschwund könne größer sein als bisher berichtet wurde. Offenbar wird in dieser Arbeit der Versuch unternommen, mit wissenschaftlicher Mimikry eine gesellschaftspolitische Ideologie zu stützen. Aber vielleicht sollte man solchen Klimaalchimisten sehr viel mehr Empathie entgegenbringen, weil sie ja eigentlich nur eine gute Sache unterstützen wollten und am Ende feststellen mussten, dass ihre Ergebnisse das genaue Gegenteil beweisen.

Und möglicherweise gibt es ja auch noch ganz andere Gründe für ein solches wissenschaftliches Fehlverhalten. Es bietet sich beispielsweise an, das sogenannte Wissenschaftssponsoring einmal näher zu betrachten. Denn in einer Zeit, wo das Einwerben von Fremdmitteln eine wesentliche Aufgabe von institutioneller Wissenschaft darstellt, mögen sich daraus wiederum ganz neue „wissenschafts-politische“ Abhängigkeiten ergeben. Auf der Internetpräsens des „Department of Geography“ der Universität Zürich findet man unter „Featured papers“ eine Mitteilung „Melting Glaciers” vom 9. April 2019 über die ominöse Studie von Zemp et al. (2019), in der auch unterstützende Organisationen benannt werden, Zitat:

The study was supported by the following organizations: Federal Office of Meteorology and Climatology MeteoSwiss within the framework of GCOS Switzerland, Cryospheric Commission of the Swiss Academy of Science, Irstea Grenoble as part of LabEx OSUG@2020, Copernicus Climate Change Service (C3S) implemented by ECMWF on behalf of the European Commission, ESA projects Glaciers_cci (4000109873/14/I-NB) and Sea level closure CCI (4000119910/17/I-NB).”

Dort greifen wir uns dort einmal den “Copernicus Climate Change Service (C3S)“ heraus, dessen wahre Dimension dem Autor bisher völlig unbekannt gewesen ist:

Abbildung: Copernikus von https://climate.copernicus.eu/about-us

 

Dieser “Copernicus Climate Change Service (C3S)“ ist offenbar eng mit der EU verknüpft und unterstützt anscheinend die internationale Klimaforschung. Dieses EU-Projekt stellt wiederum eine Verbindung zu etwa 200 Firmen und Organisationen her. Die folgende Auflistung zeigt Verbindung von “Copernicus Climate Change Service (C3S)“ zu etwa 200 Firmen und Organisationen (Mehrfachnennungen sind möglich):

Barcelona Supercomputing Center – BSC  Project Quality Assurance for Multi-model Seasonal Forecast Products  Country Spain Subcontractors * Predictia (ES) * University of Exeter (UK) * University of Leeds (UK) * MeteoSwiss (CH) * Instituto de Fisica de Cantabria (ES) *  BIRA-IASB – Royal Belgian Institute for Space Aeronomy  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Ozone (C3S_312a Lot 4) Country Belgium Subcontractors * Science & Technology Facilities Council (UK) * LATMOS Laboratoire Atmosphères, Milieux, Observations Spatiales (FR) * Laboratoire Atmosphères, Milieux, Observations Spatiales (FR)  * DLR German Aerospace Center (DE)  * KNMI The Royal Netherlands Meteorological Institute (NL) * Telespazio (IT) *  CEA – Alternative energies and Atomic Energy Commission  Project Service providing climate change indicators tailored for the energy sector  Country France Subcontractors * CNRS – National Centre for Scientific Research (FR) – National Centre for Scientific Research (FR)  * Barcelona Supercomputing Centre (ES) * Finnish Meteorological Institute (FI) * Met Office (UK) * Météo France (FR) * Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SE) * Helmholtz-Zentrum Geesthacht, HZG (DE) * German Climate Service Center (DE)  CLS – Collecte Localisation Satellites  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Sea Level (C3S_312a Lot 2) Country France Subcontractors * Laboratoire d’Etudes en Géophysique et Océanographie Spatiales (FR)  DLR German Aerospace Center  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Aerosols (C3S_312a Lot 5) Country Germany Subcontractors * Finnish Meteorological Institute (FI)  * ICARE Data and Services Center (FR) * Norwegian Meteorological Institute (NO) * RAL – Rutherford Appleton Laboratory (UK) l * Université Libre de Bruxelles (BE) * Royal Belgian Institute for Space Aeronomy (BE) * Le Laboratoire de Météorologie Dynamique (FR) * Institut für Umweltphysik (DE) * Swansea University (UK) Earth Observation Data Centre for Water Resources Monitoring  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Soil Moisture (C3S_312a Lot 7) Country Austria Subcontractors * AWST (AT) * TU WIEN Department of Geodesy and Geoinformation (AT) * VanderSat (NL)  Finnish Meteorological Institute  Project Data Evaluation for Climate Models  Country Finland Subcontractors * University of Helsinki (FI) * Climate Service Centre Germany (DE) * Danmarks Meteorologiske Institut (DK) * Norwegian Meteorological Institute (NO) * Országos Meteorológiai Szolgálat (HU) * CSC – Tieteen tietotekniikan keskus Oy (FI) * Institut für Umweltphysik  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Greenhouse Gases (C3S_312a Lot6) Country Germany Subcontractors * Le Laboratoire de Météorologie Dynamique (FR) * Netherlands Institute for space Research (NL) l * University of Leicester (UK) *  Institute for Environmental Analytics  Project Sector Engagement for C3S: Translating European User Requirements  Country UK Subcontractors * Telespazio VEGA UK (UK) * University of Reading (UK) * Alterra (NL) * CMCC, Centro Euro-Mediterraneo sui Cambiamenti Climatici (IT) * ISGLOBAL (ES) * Tecnalia (ES) * Tec Conseil (FR) Met Office  Project Copernicus Roadmap for European Climate Projections  Country UK Subcontractors * CNRS – National Centre for Scientific Research (FR) * IPSL – Institute Pierre Simon Laplace (FR) National University of Ireland Maynooth – NUIM  Project Global Land and Marine Observations Database (C3S_311a Lot 2)  Country Ireland Subcontractors * Met Office (UK) * Science & Technology Facilities Council – STFC (UK) * National Oceanography Centre – NERC-NOC (UK) * NOAAs National Centers for Environmental Information – NOAA NCEI (US)  Natural Environment Research Council’s Centre for Ecology & Hydrology  Project End-to-end demonstrator for improved decision making in the water sector in Europe  Country UK Subcontractors * Environment agency (UK) * CETAQUA (ES) * MENBO (ES)  HCER (DE) * Climate Partnership LLC (USA) * NVE (NO) Royal Netherlands Meteorological Institute (Koninklijk Nederlands Meteorologisch Instituut – KNMI)  Project Development of C3S software for data analysis from climate models  Country The Netherlands Subcontractors  * Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DE) * Institute of Atmospheric Sciences and Climate (IT) * Netherlands eScience Center (NL) * University of Reading (UK) * Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SE)  SMHI – Swedish Meteorological and Hydrological Institute  Project Operational service for the water sector (C3S_424)  Country Sweden Subcontractors * WUR (NL) logo WUR (NL)  SMHI – Swedish Meteorological and Hydrological Institute  Project Global users in the Copernicus Climate Change Service (C3S_422 Lot1)  Country Sweden Subcontractors * CAS (NL) logo CAS (NL)  * German Climate Service Center (DE) * WUR (NL) l * AGRHYMET (West Africa) * Bureau of Meteorology (AU) * CIIFEN (West South America) * isardSAT (ES) * METEODAT (CH)  * Melnikov Permafrost Institute – MPI (RU) * NAWAPI (VN) * NCWQR (US) * UCR (CR) * UKZN (ZA) Swedish Meteorological and Hydrological Institut (SMHI)  Project Climate Information for European Cities – UrbanSIS  Country Sweden Subcontractors * UmeÃ¥ universitet (SE) logo UmeÃ¥ universitet (SE)  * Veryday (UK) * WSP (Canada) * Arpa Emilia Romagna (IT) * University of Bologna (IT)  Swedish Meteorological and Hydrological Institut (SMHI)  Project Service for water indicators in climate change adaptation  Country Sweden Subcontractors * Bundesanstalt für Gewässerkunde (DE) * GECOsistema (IT) * Günter Humer GmbH (AT) * isardSAT (ES) * Universitat Politècnica de València (ES) * Alterra – Wageningen UR (NL) * MicroStep-MIS (SK) * Technische Universität Dortmund (DE) * Wageningen University (NL) * EMVIS (GR) logo EMVIS (GR)  * Ilmatieteen Laitos (FI) Swedish Meteorological and Hydrological Institut (SMHI)  Project Copernicus Climate Change Service regional reanalysis for Europe  Country Sweden Subcontractors * Météo France (FR) * Norwegian Meteorological Institute (NO) Telespazio VEGA  Project Agricultural Climate Advisory Services – AgriCLASS  Country United Kingdom Subcontractors * e-GEOS (IT) * Università degli studi del Molise (IT) Telespazio VEGA UK  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: See Surface Temperature (C3S_312a Lot 3) Country UK Subcontractors * Brockmann Consult (DE) * Centre for Environmental Data Analysis (UK) * Science & Technology Facilities Council (UK) * The Danish Meteorological Institute  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Sea Ice (C3S_312a Lot 1) Country Denmark Subcontractors * Norwegian Meteorological Institute (NO) * Alfred Wegener Institute (DE) * Nansen Environmental and Remote Sensing Center (NO) University of East Anglia  Project European Climatic Energy Mixes  Country UK Subcontractors * EDF (FR) * ENEA (IT) * ARMINES (FR) * Met Office (UK) * University of Reading (UK)  University of Zurich  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Glaciers (C3S_312a Lot 8) Country Switzerland Subcontractors * Gamma Remote Sensing (CH) * World glacier monitoring service (CH) * University of Oslo (NO) * National Snow and Ice Data Center (US) VITO  Project Production of ECV Datasets based on Earth Observations: Albedo, LAI, FAPAR (C3S_312a Lot 9) Country Belgium Subcontractors * CREAF (ES) logo CREAF (ES)  * EOLAB Earth Observation Laboratory (ES) * HYGEOS (FR) logo HYGEOS (FR) 

Es handelt sich also um ein sehr umfangreiches Netzwerk der Europäischen Klimaforschung, über dessen Finanzierung bei einer groben Internetsuche keinerlei Angaben zu finden sind. Lediglich im englischsprachigen Wikipedia heißt es, „The Copernicus Programme is managed by the European Commission“. Unter „About us“ wird vom „Climate Change Service“ des Copernikus Programms dann ausführt, Zitat mit Hervorhebungen:

The Copernicus Climate Change Service (C3S) supports society by providing authoritative information about the past, present and future climate in Europe and the rest of the World.”

Das Adjektiv “authoritative” hat die Bedeutung von „zuverlässig, verlässlich oder amtlich“. Man tut also Gutes und gibt vor, die (Zivil-)Gesellschaft mit zuverlässigen Informationen über die globale Klimaentwicklung zu versorgen, unterstützt dort aber gleichzeitig zielgerichtete klimaalarmistische Spekulationen wie die von Zemp et al. (2019). Und wenn dann mehr als 26.000 Wissenschaftler spontan eine tiefgläubige Wissenschaftsferne hofieren, reibt man sich zunächst einmal verwundert die Augen. Aber andererseits drängt sich die Frage auf, wie viele dieser 26.000 Wissenschaftler wohl direkt oder indirekt von EU-Steuermitteln abhängig sind und mit ihrer Unterschrift lediglich die Wichtigkeit ihres wohldotierten Arbeitsplatzes bestätigt haben mögen.

Die engen Verbindungen zwischen  wissenschaftlicher Forschung und mutmaßlich steuergespeisten politiknahen Organisationen legen nahe, dass eine unabhängige und kritische Wissenschaft im Sinne Alexander von Humboldts ihren Widerstand gegen eine zielgerichtete gesellschaftspolitische Alimentierung offenbar schon längst aufgegeben hat und zu einer Art Cargo-Kult-Wissenschaft verkommen ist.

Nun mag das IPCC (The Intergovernmental Panel on Climate Change) als vorgeblicher „Weltklimarat“ mit seiner internationalen wissenschaftlichen Korona für die Alimentierung eines unproduktiven globalen Wissenschaftprekariats noch immer nicht ganz ausreichen. Denn jetzt steht auch noch ein „Weltartenschutzrat“ (The Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services – IPBES)  in den Startlöchern, um uns mit zusätzlichen Horrormeldungen zu beglücken. Tatsächlich bieten sich hier als Fokus insbesondere die Folgen der Energiewende für unsere Tier- und Pflanzenwelt an, sodass die beiden genannten zwischenstaatlichen Institutionen in Zukunft sehr lebendige und kostspielige gegenseitige Abhängigkeiten entwickeln könnten. Es mag also gerade ein weiterer weltumspannender UN-Krake entstehen, der gut mit Steuergeldern gefüttert werden will, um politische Vorgaben in wissenschaftliche Wahrheiten zu verwandelt…

Inzwischen gilt wohl auch in der Wissenschaft der Phillip von Mazedonien zugeschriebene Spruch, es gäbe keine Mauer, die nicht von einem goldbeladenen Esel überstiegen werden könne.

 

DLR-Modellrechnung: Jährlich werden 1,2 Billionen Insekten von Windkraft-Rotoren in Deutschland getroffen

Es erschien alles so einfach: Wir nutzen einfach die Kraft der Natur, so eine Art perpetuum mobile, und alles wird gut. Wie so oft im Leben, gibt es aber kein kostenloses Mittagessen: There ain’t no such thing as a free lunch. Das gilt auch für die riesigen Windkraftanlagen, die Energie aus dem Wind “fischen” sollen, die ansonsten ungenutzt bliebe. Ein paar Nachteile gibt es bei der “Windfischerei” jedoch zu ertragen. Zum einen muss man die hohen Türme in der Landschaft ertragen. Kein schöner Anblick. Der Infraschall stellt für einige Menschen eine schlimme medizinische Belastung dar. Zudem wirken die großen Rotorblätter wie kreisende Messer, töten Vögel und Insekten – alles was sich ihnen in den Weg stellt. Ein hoher ökologischer Preis, den es zu zahlen gilt, wenn man es mit der Windkraft ernst meint. Nach Jahren des Windkraft-Aufbaus, stehen nun allmählich Zahlen zur Verfügung. Und diese könnten Anlass zur Besorgnis geben, wie Spektrum der Wissenschaft am 17. April 2019 berichtete:

Insektensterben: Sorgt die Windkraft für ein Insektensterben?

Einer Modellrechnung zufolge könnten zahlreiche Insekten an den Rotoren von Windkraftanlagen ums Leben kommen. In der Praxis sind dieses Phänomen und seine Folgen bisher aber kaum untersucht - und viele ziehen zu weit reichende Schlüsse aus der Studie.

Seit das Insektensterben in aller Munde ist, bekommt auch die Suche nach den Ursachen entsprechend viel Aufmerksamkeit. Wenn diese dann noch mit einem anderen »Aufreger«-Thema verbunden ist wie der Windkraft, sind Diskussionen vorprogrammiert. So erging es einer Studie, in der Franz Trieb vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Insektenschwund und dem Bau von Windparks ins Gespräch bringt. Die Ergebnisse haben zu heftigen Diskussionen zwischen Befürwortern und Gegnern der Windenergie geführt. Und mancher wollte auch herauslesen, dass der Schwarze Peter in Sachen Insektensterben nun bei den Windrädern liege und nicht mehr bei der Landwirtschaft. Dabei lassen sich solche weit reichenden Schlüsse aus der DLR-Studie gar nicht ziehen.

Franz Trieb ist von der Beobachtung ausgegangen, dass an den Rotorblättern von Windrädern oft jede Menge tote Insekten kleben. Einigen Untersuchungen zufolge kann dadurch die Leistungsfähigkeit der Anlagen massiv abnehmen. So berichteten Gustave Corten vom niederländischen Forschungszentrum für erneuerbare Energien (ECN) und Herman Veldkamp vom dänischen Windkraftanlagenhersteller NEG Micon im Jahr 2001 von einem bis dahin rätselhaften Effekt.

Weiterlesen bei Spektrum der Wissenschaft

Hier die dazugehörige Pressemitteilung der DLR vom 26. März 2019:

DLR-Studie zu Wechselwirkungen von Fluginsekten und Windparks

In einer Studie haben Forscher des DLR die Wechselwirkungen von Fluginsekten und Windparks untersucht. Die in der Studie angestellte Modellrechnung gibt Hinweis darauf, dass die Größenordnung der betroffenen Fluginsekten relevant für die Stabilität der Fluginsektenpopulation sein und damit den Artenschutz und die Nahrungskette beeinflussen könnte. Die Studie zieht weder den Schluss, dass die Windenergie Hauptverursacher des Insektenschwunds ist, noch dass sie daran unbeteiligt ist. Die Studie empfiehlt eine empirische Überprüfung der in der Studie theoretisch berechneten Verluste, um die Zusammenhänge von Insektenmigration und Windparkbetrieb besser verstehen und zeitnah Maßnahmen zur Überwachung und Vermeidung von Insektenschlag entwickeln und umsetzen zu können.

Seit 25 Jahren arbeitet Dr. Franz Trieb in der Energiesystemanalyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die gleichnamige Abteilung des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik in Stuttgart untersucht Energietechnologien mit dem Gedanken einer umfassenden Nachhaltigkeit, die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Faktoren berücksichtigt und hat damit maßgeblich zum Erfolg erneuerbarer Energien in Deutschland und international beigetragen. Das Ziel von Franz Trieb und seinen Kollegen ist es, ein sachliches Bild zu entwerfen, um Diskussionen und Entscheidungsfindungsprozesse zu unterstützen. Mit seiner gesamten Energieforschung engagiert sich das DLR dafür, Technologien und Szenarien für ein nachhaltiges Energiesystem zu entwickeln, das den Energiebedarf von Wirtschaft und Gesellschaft deckt.

Herr Dr. Trieb, wie kommt man auf das Thema, die Auswirkung von Windparks auf Fluginsekten zu untersuchen?

DR. FRANZ TRIEB: Bei einer umfassenden Bewertung deutscher Energieszenarien auf Basis einer Vielzahl von Indikatoren, die wir im Jahr 2017 durchgeführt haben(1), zeigte sich als eine noch offene Zukunftsfrage, wieweit Windparks und Fluginsekten während ihrer Migration zu neuen Brutplätzen miteinander verträglich sind. Erste Recherchen ergaben, dass Überreste von Fluginsekten an Rotorblättern zu hohen Verlusten beim Wirkungsgrad der Windkraftanlagen führen können und den weltweiten Aufbau einer Reinigungsindustrie für Rotorblätter motiviert haben. Deshalb haben wir eine Studie zu dem Thema durchgeführt und dafür interdisziplinäre Expertise aus den Bereichen Insektenkunde, Atmosphärenphysik, Windenergie, Aerodynamik und DNA-Barcoding – einer Methode zur Artenbestimmung anhand der DNA-Sequenz – hinzugezogen.

Was war die Ausgangslage für Ihre Studie?

TRIEB: Heute existiert umfassende Fachliteratur dazu, dass Fluginsekten in großen Schwärmen auch hohe, schnelle Luftströmungen aufsuchen. Sie lassen sich vom Wind zu entfernten Brutplätzen tragen. Beobachtungen und Messungen konnten weltweit hohe Insektenkonzentrationen in jenen Höhenbereichen zwischen 20 und 220 Metern über Grund feststellen, die auch Rotoren von Windkraftanlagen nutzen. Das Phänomen des sogenannten Insektenschlags kann die Leistung von Windkraftanlagen um bis zu 50 Prozent verringern – das ist in Theorie und Praxis intensiv untersucht. Bisher wurde allerdings nicht untersucht, welche Folgen der Insektenschlag an Windrotoren für die Insektenpopulation und das Ökosystem haben könnte.

Was war der Ansatz Ihrer Studie? Wie sind Sie vorgegangen?

TRIEB: Wir haben zuerst umfassend recherchiert, bereits vorliegende wissenschaftliche Daten gesammelt und ausgewertet. Auf Basis dieser Daten haben wir dann eine eigene Modellrechnung erstellt. Diese Modellrechnung basiert zum einen auf einer durchschnittlichen Insektendichte von rund drei Tieren pro 1000 Kubikmeter Luft in Höhe der Windrotoren. Grundlage dieser Zahl waren regelmäßige Fangflüge durch Insektenkundler, die zwischen 1998 und 2004 über Schleswig Holstein stattgefunden haben(2). Zum anderen haben wir für unsere Modellrechnung den Volumenstrom, also den “Luftdurchsatz” aller in Deutschland betriebenen Windparks hochgerechnet: Insgesamt stehen in Deutschland rund 30.000 Windräder mit einer Rotorfläche von insgesamt circa 160 Quadratkilometern, die bei einer nominalen Windgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern durchschnittlich 1000 nominale Volllaststunden während der Insektenflugperiode von April bis Oktober erreichen. Durch einfache Multiplikation dieser Zahlen haben wir einen saisonalen Luftdurchsatz von etwa 8 Millionen Kubikkilometern berechnet – das ist mehr als das Zehnfache des gesamten deutschen Luftraums bis in eine Höhe von zwei Kilometern. Multipliziert man Insektendichte und Luftdurchsatz, dann durchfliegen rund 24.000 Milliarden Insekten pro Jahr zusammen mit der Luft die Rotoren in Deutschland.

Eine einfache Näherung dabei entstehender Schäden kann aus Studien zur Verschmutzung von Rotorblättern durch Fluginsekten abgeleitet werden. Dafür werden vier Faktoren miteinander multipliziert: das Verhältnis (5 Prozent) der aus Windrichtung sichtbaren Blattfläche zu der von den Rotorblättern überstrichenen kreisrunden Rotorfläche, der durchschnittliche Anteil der verschmutzten Blattfläche auf beiden Seiten der Rotorblätter von zusammen rund 80 Prozent bezogen auf die sichtbare Blattfläche, der sogenannte Sammelwirkungsgrad der Rotorblätter für Fluginsekten von durchschnittlich 40 Prozent und das Verhältnis der mittleren relativen Blattgeschwindigkeit (circa 45 Meter pro Sekunde an der Blattmitte) zur nominalen Windgeschwindigkeit (14 Meter pro Sekunde) von etwa 3,2. Demnach werden durchschnittlich etwa 5 Prozent der Tiere getroffen, die einen laufenden Rotor durchfliegen. Das sind rund 1200 Milliarden Insekten pro Jahr. Diese Zahlen berücksichtigen nur Tiere, die sichtbare Rückstände auf den Rotorblättern hinterlassen.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der von Ihnen angestellten Modellrechnung?

TRIEB: Unsere Modellrechnung gibt Hinweis auf einen noch nicht umfassend erforschten Aspekt der Windenergie: Rund 1200 Milliarden Fluginsekten werden beim Durchfliegen der Rotoren von Windparks in Deutschland pro Jahr getroffen. Diese Größenordnung der betroffenen Fluginsekten könnte ein relevanter Faktor für die Stabilität der Fluginsektenpopulation sein und damit den Artenschutz und die Nahrungskette beeinflussen.

Welche Schlüsse erlaubt die Modellrechnung ausdrücklich nicht? Sprich, wo brauchen Sie als Forscher noch weitere Daten und Untersuchungen?

TRIEB: Wir können keine belastbaren Aussagen darüber treffen, welchen Anteil die in der Studie berechneten Verluste von rund 1.200 Milliarden Fluginsekten am Insektenschwund haben. Der Grund dafür ist: Wir wissen schlichtweg nicht, wie groß die Gesamtpopulation beziehungsweise der Insektenschwund in konkreten Zahlen ist. Außerdem gibt es bisher keine absoluten Zahlen zu anderen negativen Auswirkungen auf die Insektenpopulation beispielsweise durch Pestizide, intensive Landwirtschaft, Klimawandel oder Urbanisierung, sodass wir unsere Zahlen nicht mit anderen Einflüssen vergleichen können.

Welches weitere Vorgehen würden Sie auf Basis der Studienergebnisse vorschlagen?

TRIEB: Aus den aktuell zur Verfügung stehenden Zahlen und der DLR-Modellrechnung kann man weder ableiten, dass die Windenergie eine nennenswerte Rolle beim Insektenschwund spielt, noch dass sie daran unbeteiligt ist. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre eine empirische Überprüfung der in unserer Studie theoretisch berechneten Verluste als nächster Schritt sehr sinnvoll. Ziel muss es dabei sein, die Zusammenhänge von Insektenmigration und Windparkbetrieb besser zu verstehen. Mit der Studie bieten wir unser Wissen und Know-how aus einer einjährigen Recherche an, damit Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam mit Industrie, Betreibern und Politik Maßnahmen entwickeln und umsetzen können, um potenzielle Umweltschäden durch Windparks in Zukunft zu verringern.

Eine Idee wäre zum Beispiel ein automatisches Schwarmerkennungssystem, das die Rotoren von Windkraftanlagen entsprechend steuert. Eine einfache Maßnahme, um betroffene Arten zu identifizieren, wäre eine regelmäßige DNA-Analyse der Insektenrückstände auf Rotorblättern. Eine bisher nicht untersuchte potenzielle Schadensquelle ohne sichtbare Rückstände ist das Durchfliegen des Unterdrucks auf der Saugseite der Rotorblätter. Die Auswirkungen des entsprechenden Barotraumas auf den Atmungsapparat und andere Organe sollten geprüft werden.

Download der englischen Originalstudie: Interference of Flying Insects and Wind Parks (FliWip)

Deutsche Kurzfassung und Faktencheck.

(1) Trieb, Franz/Hess, Dennis: Wege zur regenerativen Stromversorgung II – Auswirkungen und Kosten, in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen Heft 12, 2017, S.56 ff und Trieb, Franz: Wege zur regenerativen Stromversorgung III – Elemente und Ausgestaltung, in: Energiewirtschaftliche Tagesfragen Heft 6, 2018, Tabelle auf S. 60.

(2) Weidel, H.: Die Verteilung des Aeroplanktons über Schleswig-Holstein, Dissertation, Christian-Albrechts-Universität Kiel, 2008, https://d-nb.info/1019553197/34.

 

 

Harald Lesch: Wir brauchen vor allen Dingen eine tatsächliche Umverteilung von Vermögen

Klimawarner wollen die großen verbleibenden Lücken im Klimaverständnis nicht wahrhaben. Ganz besonders krass ist der klimareligiöse Astrophysiker (nicht Klimawissenschaftler) Harald Lesch, der gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) zum Jahreswechsel 2018/19 frech behauptete:

“Der Klimawandel ist längst ausgeforscht”

Aus einem Interview im religiösen Sonntagsblatt vom 5. Januar 2019 erkennt man, dass Lesch im Grunde den Kapitalismus abschaffen möchte:

FRAGE: Die Fakten sind bekannt, trotzdem wird zu wenig getan. Was erwarten Sie von den politischen Entscheidungsträgern?

LESCH: Wir brauchen den sofortigen Kohleausstieg und die erneuerbaren Energien müssen ausgebaut werden. Wir brauchen eine Mobilitätsoffensive in Richtung öffentlicher Nahverkehr. Die Elektromobilität ist auch keine Lösung, weil dort Ressourcen aus anderen Erdteilen verwendet werden. Wir sollten mehr über Genossenschaften nachdenken: Ich bin kein Freund davon, Energiekonzerne zu privatisieren. Wasser, Land und Luft sollten bei den Stadt- und Gemeindewerken bleiben.

FRAGE: Sind solche Veränderungen ohne grundlegende Eingriffe in das Wirtschaftssystem denkbar?  

LESCH: Anstatt dass Unternehmen ihre Gewinne an Aktionäre ausschütten, sollten sie in saubere Innovationen reinvestiert werden. Die Gewinne der deutschen Kapitalgesellschaften haben sich zwischen 1991 und 2016 verdreifacht. Die Nettoinvestitionen sind von 85 auf 20 Milliarden gesunken. Wollen die die reichsten Leichen auf dem Friedhof werden oder was machen die mit dem Geld? Wir brauchen vor allen Dingen – das mag vielen nicht gefallen – eine tatsächliche Umverteilung von Vermögen. Wir könnten das Geld besser in der Wirklichkeit gebrauchen als auf irgendwelchen Konten. Ich bin überzeugt, dass wir in Deutschland weniger Probleme hätten, wenn wir wieder mehr Genossenschaftsbanken hätten.

Die Leute sollen mehr Fahrradfahren, Fahrgemeinschaften bilden, nicht mit dem Flugzeug verreisen, weniger Fleisch essen. Wir lieben es, wenn uns ein Fernsehprofessor vorschreibt wie wir zu leben haben. Am Ende des Interviews wird es dann vollends verworren:

LESCH: [...] Alle Religionen sind aufgefordert, sich stärker für die Frage der Schöpfungsverantwortung einzusetzen, sie ist die Bedingung der Möglichkeit, überhaupt als Lebewesen auf diesem Planeten zu sein. Und wer weiß, wenn große Katastrophen eintreten, vielleicht kommen noch ganz andere politische Bewegungen an die Regierungsstellen, als wir das je für möglich gehalten haben.

Ganzes Interview im Sonntagsblatt lesen.

 

6 Fragen an Professor Knutti

Der schweizerische Klimaforscher Reto Knutti beantwortet Bürgerfragen zum Klimawandel per Email, wie die Basler Zeitung am 20. April 2019 meldete. Auch wir haben Fragen an Prof. Knutti und schrieben ihm am 24. April 2019:

Sehr geehrter Herr Professor Dr. Knutti,

Wie ich einem Artikel der Basler Zeitung entnahm (“Der zuverlässige Faktenlieferant”), beantworten Sie Bürgerfragen zum Klimawandel. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie den Lesern unseres Blogs kaltesonne.de Antworten auf die untenstehenden Fragen geben könnten. Vielen Dank im voraus für Ihre Zeit!

Mit besten Grüßen

Dr. habil. Sebastian Lüning

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1. Der IPCC erklärte in seinem 5. Bericht von 2013, dass  gängige Klimamodelle die empirisch aus vielen Teilen der Erde gut belegte Mittelalterliche Wärmephase vor 1000 Jahren nicht reproduzieren können (Kapitel 5.3.5 in „The Physical Science Basis“). Ähnlich verhält es sich beim Holocene Thermal Maximum. Inwieweit können paläoklimatologisch schlecht kalibrierte Modelle überhaupt für Zukunftsmodellierungen eingesetzt werden?

2. Der 5. IPCC-Bericht sowie der CH2018-Bericht räumen ein, dass bis zu 50% der Erwärmung der letzten 150 Jahre natürlichen Ursprungs sein könnten (AR5: deutschsprachige Berichtszusammenfassung, Abschnitt D.3). In der Tabelle der Klimafaktoren tauchen jedoch lediglich solare Aktivitätsschwankungen mit einer vernachlässigbaren klimatischen Wirkung auf. Wie passt dies zusammen und welche Schlüsse sind aus dieser offensichtlichen Diskrepanz zu ziehen? Wie kam es in vorindustrieller Zeit zu enormen natürlichen Klimaschwankungen, obwohl die Modelle dafür kaum einen Mechanismus anbieten?

3. Wie bewerten Sie die zahlreichen Studien, die besagen, dass es eine starke klimatische Wirkung solarer Aktivitätsschwankungen in den letzten 10.000 Jahren gab? Siehe Publikationen z.B. hier: http://www.chrono.qub.ac.uk/blaauw/cds.html

4. Wie schätzen Sie vor dem Hintergrund dieser Studien die aktuelle klimatische Wirkung solarer Aktivitätsschwankungen ein?

5. Inwieweit können Sie ausschließen, dass der Einfluss der solaren Aktivitätsschwankungen bei der Klimaerwärmung des 20. Jahrhunderts nicht höher liegt als bisher angenommen?

6. Das Jahr 1850 wird in politischen Diskussionen oftmals als Bezugspunkt von Betrachtungen zum Klimawandel verwendet. Inwiefern halten Sie diesen Bezugspunkt für geeignet, berücksichtigend, dass es sich um die Schlussphase der sogenannten ‚Kleinen Eiszeit‘ handelt, einer natürlichen Kälteperiode, die eine kalte Extrementwicklung in der Klimageschichte der letzten 10.000 Jahre darstellt?

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Reto Knutti antwortete am 1. Mai 2019:

Die Aussagen oben sagen einfach, dass die Rekonstruktionen in einigen Aspekten von den Modellen abweichen. Sie sagen weder a) dass sie in der Vergangenheit inkonsistent sind (Werte können abweichen aber innerhalb der Unsicherheiten konsistent sein), noch (falls dem so wäre) b) dass das Problem bei den Modellen ist, noch c) dass das Implikationen hat auf die Simulation der Zukunft. Sie implizieren in Ihrer Aussage dass die Modelle unbrauchbar sind für die Zukunft, aber das steht weder in diesem Kapitel noch ist es durch die Studien unterstützt die Sie zitieren. Und überhaupt werden die Modelle am Paläoklima nicht kalibriert, sie werden höchstens evaluiert, das ist keine Kalibrations- und Extrapolationsübung.

Lesen wir doch einmal etwas mehr im Kapitel 5.3.5 (my emphasis):

“The fundamental limitations for deriving past temperature variability at global/hemispheric scales are the relatively short instrumental period and the number, temporal and geographical distribution, reliability and climate signal of proxy records (Jones et al., 2009). The database of high-resolution proxies has been expanded since AR4 (Mann et al., 2008; Wahl et al., 2010; Neukom and Gergis, 2011; PAGES 2k Consortium, 2013), but data are still sparse in the tropics, SH and over the oceans (see new developments in Section 5.5). Integration of low-resolution records (e.g., marine or some lake sediment cores and some speleothem records) with high-resolution tree-ring, ice core and coral records in global/hemispheric reconstructions is still challenging.

“Two further sources of uncertainty have been only partially considered in the published literature. First, some studies have used multiple statistical models (Mann et al., 2008) or generated ensembles of reconstructions by sampling parameter space (Frank et al., 2010b), but this type of structural and parameter uncertainty needs further  examination (Christiansen et al., 2009; Smerdon et al., 2011). Second, proxy-temperature relationships may change over time

Limitations in proxy data and reconstruction methods suggest that published uncertainties will underestimate the full range of uncertain­ties of large-scale temperature reconstructions”

“Simulated NH temperatures during the last millennium lie mostly within the uncertainties of the available reconstructions (Figure 5.8a). This agreement between GCM simulations and reconstructions provides neither strong constraints on forcings nor on model sensitiv­ities because internal variability and uncertainties in the forcings and reconstructions are considerable factors.

Also, Folgerungen aus IPCC 2013, und auch meine Position bezüglich Paläodaten (und damit die generelle Antwort auf Ihre Fragen):

1)      Die Modelle sind in der Vergangenheit weitgehend konsistent mit den Beobachtungen wenn man die Unsicherheiten im Strahlungsantrieb, in den Rekonstruktionen und in insbesondere der regionalen internen Variabilität sauber berücksichtigt (was selten gemacht wird).

2)      Wo es Abweichungen gibt, ist es unklar ob die Probleme in den Forcings oder den Rekonstruktionen (zu schwache regionale Abdeckung, unklare oder sich ändernde Relationen zwischen Proxies und Temperaturen, unterschätzte Unsicherheiten, nicht berücksichtigte Unsicherheiten bei der Aggregation von mehreren Proxies) liegen oder in der Physik der Modelle.

3)      Der Vergleich mit Proxy Daten ist in einigen (nicht allen) Fällen hilfreich um Modelle zu evaluieren und um Probleme in Rekonstruktionen zu finden, aber ist weder ein Beweis dass die Modelle richtig sind noch gibt er klare Hinweise dass die Modelle für Projektionen der Zukunft nicht geeignet sind.

4)      Den solare Einfluss auf das Klima bestreitet niemand, aber im 20. Jh ist der solare Beitrag zur Erwärmung klein, und in den letzten Jahrzehnten nimmt die Einstrahlung von der Sonne ab und nicht zu, d.h. man hätte sogar eine Abkühlung erwartet. (und die von Ihnen prognostizierte solare Abkühlung ist ausgeblieben, https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Vahrenholt#/media/File:Comparison_real_temperature_data_vs.Vahrenholt_andL%C3%BCnings_2012_prognosis.png)

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Wir danken Reto Knutti für diese Antworten. Er räumt Diskrepanzen zwischen Simulationen (Modellen) und Rekonstruktionen (empirischen Daten) ein, misst diesen jedoch keine große Beudetung zu. Weiterhin räumt Knutti ein, dass die Sonne in vorindustrieller Zeit eine spürbare Klimawirkung hatte, argumentiert aber, dass die Sonne ab 1950 wenig Einfluss hätte. Der geneigte Leser kann sich selber eine Meinung bilden, ob die Antwort von Reto Knutti zufriedenstellen kann. Die Fragen 2 und 6 ließ Knutti leider unbeantwortet.

 

Starke natürliche Variabilität bei den Wintertemperaturen in den deutschen Mittelgebirgen

Günther Aigner analysiert in einem neuen Vortragsvideo die Entwicklung der Wintertemperaturen an vier deutschen Mittelgebirgsstationen über 1000 m Höhenlage: Feldberg, Brocken, Fichtelberg und Großer Arber. Er arbeitet deutlich die starke Variabilität der Temperaturen heraus. Das Video können Sie auf dem Youtube-Kanal “Zukunft Skisport Academy” anschauen (oder auch auf FMD’s TV-Channel):

 

 

Interessant wäre auch ein Vergleich der Wintervariabilität mit den Ozeanzyklen, vor allem der AMO und NAO. Wenn Sie Aigners Arbeit unterstützen wollen, dann finden Sie am Ende des Videos ein Spendenkonto. Es gibt noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, und Aigners Ansatz, die Daten für sich selber sprechen zu lassen, ist der richtige Weg.

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Lesetipp:

Josef Reichholf: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends

 

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Der monatliche Wetterrückblick des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für April 2019 macht Schlagzeilen:

Klimawandel live: 13 zu warme Monate in Folge – neuer Rekord seit 1881

Auch der April 2019 ist in Deutschland verglichen mit dem vieljährigen Durchschnitt zu warm ausgefallen. Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des Deutschen Wetterdienstes: „Wir können jetzt den Klimawandel live erleben. Der April 2019 ist hierzulande der 13. zu warme Monat in Folge. Das hat es in Deutschland seit 1881 noch nie gegeben.“ Im April dominierte in Mitteleuropa meist Hochdruckeinfluss. Überwiegend gelangten dabei mit östlicher oder südlicher Strömung warme kontinentale Luftmassen nach Deutschland, die die Temperatur auf ein frühlingshaftes, teils auch schon frühsommerliches Niveau steigen ließen. Insgesamt verlief der April nicht nur zu mild, sondern auch sehr sonnig und niederschlagsarm. Das meldet der nationale Wetterdienst nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Oft frühsommerlich warm, nur kurzzeitig winterlich
Mit 9,6 Grad Celsius (°C) lag im April der Temperaturdurchschnitt um 2,2 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der wärmeren Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die positive Abweichung 1,3 Grad. Im April dominierte lange das Skandinavien-Hoch „Katharina“: Zur Monatsmitte bescherte es Deutschland vielerorts Maxima nur knapp über dem Gefrierpunkt, über Ostern bis zur Mitte der letzten Dekade dagegen frühsommerliche Werte. Hierbei wurde in Kitzingen, südöstlich von Würzburg, sowie in München-Stadt am 25. mit jeweils 28,1°C die bundesweit höchste Temperatur gemessen. Außerdem traten in Waghäusel-Kirrlach, südöstlich von Speyer, Worms am Rhein sowie Kahl am Main, nordwestlich von Aschaffenburg, insgesamt bereits sechs Sommertage auf. Den deutschlandweit tiefsten Wert registrierte Carlsfeld im westlichen Erzgebirge am 12. mit -7,4 °C.

April zu warm – Rekord! Das bleibt beim Leser haften. Das wollen wir genauer wissen. Zunächst einmal fällt auf, dass die Referenzperiode 1961-1990 ziemlich weit zurück liegt. Da ist es kein Kunststück, dass die heutigen Monate allesamt wärmer ausfallen. Schon fast trivial. Wir haben die deutschen Aprilwerte der letzten 100 Jahre aufgetragen, wobei wir die offiziellen DWD-Temperaturen verwenden (Abbildung 1). Die Graphik zeigt deutlich: Der April 2019 stellt keinen neuen Rekord auf. Insgesamt gab es 15 Aprils, die wärmer waren, darunter 8 vor 1965. Die dicke Linie in der Graphik zeigt eine 17-jährige Loess-Glättung. In den letzten 10 Jahren stagnierten die April-Tempraturen auf einem hohen Niveau.

 

Abbildung 1: Entwicklung der Apriltemperaturen in Deutschland während der letzten 100 Jahre. Man sieht schön die wellige die Wirkung der AMO. Daten: DWD.

 

Kommen wir nun zu zweiten Aussage: Laut DWD waren die letzten 13 Monate alle wärmer als das Mittel. Das stimmt (Abb. 2).  Aber: 2007 war sogar noch ein wenig wärmer, vor 12 Jahren… Man fragt sich: Warum nicht 14 Monate? Der März 2018 war recht kalt. Und warum nicht 12 Monate, wie ansonsten üblich? Weil dann der tatsächlich rekordwarme April 2018 (vgl. Abb. 1 mit 12,3°C) nicht mit eingegangen wäre. Tricksen mit Statistik. Weltrekordhalter im 113 m-Lauf…

 

Abbildung 2: Entwicklung des 13-monatigen Temperatur-Mittels in Deutschland während der letzten 100 Jahre. Daten: DWD.

 

Anastasios Tsonis: Wir müssen zunächst die natürliche Klimavariabilität verstehen, bevor wir den anthropogenen Anteil am Klimawandel einschätzen können

Die Vergangenheit ist der Schlüssel für die Zukunft. Wenn wir die vorindustrielle Klimageschichte und ihre natürlichen Antriebe verstehen, können wir auch die Klimazukunft besser prognostizieren. Willis Eschenbach hat auf WUWT einen Blick auf die Klimageschichte Grönlands während der vergangenen 12.000 Jahre geworfen. In seinem lesenswerten Kurzbeitrag erinnert er daran, dass die Durchschnittstemperaturen dort im Zeitraum von 8300-800 v. Chr. – also mehr als sieben Jahrtausende lang – oberhalb der Mitteltemperatur von 1960-1980 lag. Und selbst wenn wir die modernen Temperaturen aus dem 21. Jahrhundert verwenden, bleibt noch immer eine lange vorindustrielle Periode, während der es in Grönland wärmer war als heute. Hatten Sie das gewusst? Hier geht es zum WUWT-Grönlandartikel.

Abbildung: Temperaturentwicklung des grönlandischen Eisschildes auf Basis von Eiskerndaten (Renland and Agassiz, Vinter et al. 2009). Abilldung: Eschenbach/WUWT.

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Anastasios Tsonis ist ein Klimaforscher, der im Laufe seiner Karriere über 130 begutachtete Fachartikel  schrieb sowie neun Bücher verfasste. Nun ist er pensioniert. Das heißt auch, dass er nun nicht mehr den Zwängen des offiziellen Wissenschaftsbetriebs unterliegt und frei sprechen kann. Und genau dies tat er am 2. Januar 2019 in einem ausgezeichneten Meinungsbeitrag der Washington Times:

The overblown and misleading issue of global warming

Very often, when I talk to the public or the media about global warming (a low-frequency positive trend in global temperature in the last 120 years or so), they ask me the unfortunate question if I “believe” in global warming. And I say “unfortunate” because when we are dealing with a scientific problem “believing” has no place. In science, we either prove or disprove. We “believe” only when we cannot possibly prove a truth. For example, we may “believe” in reincarnation or an afterlife but we cannot prove either.

[...]

Nobody argues that the temperature of the planet is not increasing in the last 120 years or so. Yes, the temperature is increasing overall. But there are a lot of questions regarding why that is.

In the current state of affairs regarding global warming, opinion is divided into two major factions. A large portion of climate scientists argues that most, if not all, of the recent warming is due to anthropogenic effects, which originate largely from carbon dioxide emissions from the burning of fossil fuels. Another portion is on the other extreme: Those who argue that humans have nothing to do with global warming and that all this fuss is a conspiracy to bring the industrial world down. The latter group calls the former group “the catastrophists” or “the alarmists,” whereas the former group calls the latter group “the deniers.” This childish division is complemented by another group, the “skeptics,” which includes those like me who question the extreme beliefs and try to look at all scientific evidence before we form an opinion (by the way, the former group also considers skeptics to be deniers).

[...]

The fact that scientists who show results not aligned with the mainstream are labeled deniers is the backward mentality. We don’t live in the medieval times, when Galileo had to admit to something that he knew was wrong to save his life. Science is all about proving, not believing. In that regard, I am a skeptic not just about global warming but also about many other aspects of science.

All scientists should be skeptics. Climate is too complicated to attribute its variability to one cause. We first need to understand the natural climate variability (which we clearly don’t; I can debate anybody on this issue). Only then we can assess the magnitude and reasons of climate change. Science would have never advanced if it were not for the skeptics. All model projections made for the 21st century failed to predict the slowdown of the planet’s warming despite the fact that carbon dioxide emissions kept on increasing. Science is never settled. If science were settled, then we should pack things up and go home.

Ganzen Beitrag in der Washington Times lesen.

 

Mehr Innereien essen, um das Klima zu schützen

Daily Mail am 4. Januar 2019:

The ‘Little Ice Age’ hundreds of years ago is STILL cooling the bottom of Pacific, researchers find

–The Little Ice Age brought colder-than-average temps around the 17th century

–Researchers say temperatures in deep Pacific lag behind those at the surface

–As a result, parts of the deep Pacific is now cooling from long ago Little Ice Age

As much of the ocean responds to the rising temperatures of today’s world, the deep, dark waters at the bottom of the Pacific Ocean appear to be doing the exact opposite. A Harvard study has found that parts of the deep Pacific may be getting cooler as the result of a climate phenomenon that occurred hundreds of years ago. Around the 17th century, Earth experienced a prolonged cooling period dubbed the Little Ice Age that brought chillier-than-average temperatures to much of the Northern Hemisphere. Though it’s been centuries since this all played out, researchers say the deep Pacific appears to lag behind the waters closer to the surface, and is still responding to the Little Ice Age.

Weiterlesen in der Daily Mail

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CFACT am 30. Dezember 2018:

Let’s do follow the climate money!

The climate crisis industry incessantly claims that fossil fuel emissions are causing unprecedented temperature, climate and weather changes that pose existential threats to human civilization and our planet. The only solution, Climate Crisis, Inc. insists, is to eliminate the oil, coal and natural gas that provide 80% of the energy that makes US and global economies, health and living standards possible. Failing that, CCI demands steadily increasing taxes on carbon-based fuels and carbon dioxide emissions.

However, as France’s Yellow Vest protests and the latest climate confab in Poland demonstrated, the world is not prepared to go down that dark path. Countries worldwide are expanding their reliable fossil fuel use, and families do not want to reduce their living standards or their aspirations for better lives. Moreover, climate computer model forecasts are completely out of touch with real-world observations. There is no evidence to support claims that the slight temperature, climate and weather changes we’ve experienced are dangerous, unprecedented or caused by humans, instead of by the powerful solar, oceanic and other natural forces that have driven similar or far more serious changes throughout history.

[...]

How do CCI alarmists respond to these points? They don’t. They refuse to engage in or even permit civil discussion. They rant that anyone “who denies climate change science” is on the fossil fuel industry payroll, thus has a blatant conflict of interest and no credibility, and therefore should be ignored. “Rebuttals” to my recent “We are still IN” article cited Greenpeace and DeSmogBlog as their “reliable sources” and claimed: I’m “associated with” several “right-wing think tanks that are skeptical of man-made climate change.” One of them “received $582,000 from ExxonMobil” over a 14-year period, another got “$5,716,325 from Koch foundations” over 18 years, and the Koch Brothers gave “at least $100,343,292 to 84 groups denying climate change science” in 20 years, my detractors claimed. These multi-year contributions work out to $41,571 annually; $317,574 per year; and $59,728 per organization per year, respectively – to pay salaries and overhead at think tanks that are engaged in multiple social, tax, education, medical and other issues … not just energy and climate change. But let’s assume for a moment that money – especially funding from any organization that has any kind of financial, regulatory or other “special interest” in the outcome of this ongoing energy and economic battle – renders a researcher incapable of analyzing facts fairly and honestly.

Then apply those zero-tolerance, zero-credibility Greenpeace-DeSmogBlog-CCI standards to those very same climate alarmists and their allies – who are determined to shut down debate and impose their wind, solar and biofuel policies on the world. Where do they get their money, and how much do they get? Billionaire and potential presidential candidate Michael Bloomberg gave the Sierra Club $110 million in a six-year period to fund its campaign against coal-generated electricity. Chesapeake Energy gave the Club $26 million in three years to promote natural gas and attack coal. Ten wealthy liberal foundations gave another $51 million over eight years to the Club and other environmentalist groups to battle coal. Over a 12-year period, the Environmental Protection Agency gave its 15 Clean Air Scientific Advisory Committee members $181 million in grants – and in exchange received quick rubberstamp approvals of various air quality rules. It paid the American Lung Association $20 million to support its regulations.

Weiterlesen auf CFACT

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Der Präsident der Weltbank hat gewechselt. Der von Barak Obama eingesetzte Klimaaktivist Jim Yong Kim tat sich mit PIK und Greenpeace-Ableger Climate Analytics zusammen, um die Klimakatastrophe mithilfe von Berichten zu befeuern. Andere viel drängendere Probleme der Welt gerieten ins Hintertreffen.

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Klimawandel total. Wir sollen nicht mehr ins entfernte Ausland in die Ferien, andere Kulturen kennenlernen. Jeder der ein Flugzeug besteigt oder Urlaubsfotos postet, sollte sich schämen. Wir können nicht mehr alles essen, wie uns der Stern am 24. April 2019 nahelegte:

Schlecht für die Umwelt: Diese Produkte sollten Sie beim nächsten Einkauf links liegen lassen
Unser Einkaufsverhalten hat einen Einfluss auf die Umwelt. Man muss nicht gleich vegan leben, um etwas gegen den Klimawandel zu tun. Aber es gibt bereits einfache Möglichkeiten, wie man im Supermarkt einen Beitrag zum Klima leisten kann.

Und was sollen wir konkret machen?

Natürlich ist es daher am naheliegendsten, auf tierische Produkte wie Fleisch und Wurst zu verzichten. Eine neue Studie um den chinesischen Wissenschaftler Gang Liu von der chinesischen Akademie der Wissenschaften hat sich die Fleischversorgung ganz Deutschlands angesehen. Wer hierzulande seinen Fleischkonsum erheblich reduzieren würde, könnte einen großen Anteil zum Klimaschutz beitragen. Dazu muss man nicht gleich vegan werden, sondern es würden sich bereits Effekte zeigen, wenn man das ganze Tier isst, anstatt nur Edelteile wie Filets. Lesen Sie mehr dazu hier.

Ab sofort werden also auch Innereien und exotische Fleischteile auf dem Teller landen: Niere, Blindarm, Nase, Augen. Lecker, lecker.

 

The-never-ending-story: Das Kohlenstoffdioxid und der natürliche Klimawandel

Von Uli Weber

Kohlenstoffdioxid als alleiniger „natürlicher“ Paläoklima-Antrieb ist in der Klimawissenschaft ein echter Wiedergänger, der nur durch eine Nachfrage bei Radio Jerewan angemessen gewürdigt werden kann: „Ist Kohlenstoffdioxid wirklich der natürliche Paläoklima-Antrieb?“ –  Antwort von Radio Jerewan: „Im Prinzip nein, aber es wird immer wieder versucht, den Genossen dafür verantwortlich zu machen.“ Dabei macht den Klimawissenschaftlern offenbar bereits der anthropogen induzierte CO2-Klima-Antrieb ausreichend zu schaffen. Denn inzwischen gibt es erste Anzeichen dafür, dass die aktuell stark verbesserten IPCC-Klimamodelle trotz weiter gesteigerter Rechenleistung der Computer deutlich schlechtere Ergebnisse liefern als die vorherige Modellgeneration, Zitat:

Die Klimafachleute tappen vollkommen im Dunkeln. Angeblich genauere Klimamodelle liefern vollkommen unrealistische Ergebnisse. Das kommt auch dem IPCC nicht mehr ganz geheuer vor. Eine Folge scheint bereits jetzt absehbar: Der nächste IPCC-Bericht werde sich wahrscheinlich nicht so stark auf Klimamodelle stützen wie frühere Berichte. Das sagt jedenfalls laut Science Thorsten Mauritsen, Klimawissenschaftler an der Universität Stockholm und ebenfalls IPCC-Autor.“

Aber warum sind die Klimamodelle eigentlich grundsätzlich nicht in der Lage, die globalen Klimaschwankungen in ihrem zeitlichen Verlauf richtig abzubilden? Insbesondere die gesicherte Klimahistorie wie „Kleine Eiszeit“ und „Mittelalterliche Warmzeit“ stellen für Klimamodelle unüberwindbare Hindernisse dar und hatten in der Vergangenheit bereits zu wohlmeinendenWunschanpassungen“ von grundlegenden Klimadaten geführt. Der natürliche, also vorindustrielle, Klimawandel hat mit dem industriellen CO2-Ausstoß des Menschen nämlich zunächst einmal überhaupt nichts zu tun, denn dieser natürliche Klimawandel findet ja weiterhin statt. Wenn man die Aussage des IPCC ernst nimmt, der anthropogene CO2-Ausstoß sei zu mehr als der Hälfte die Ursache der gegenwärtigen Klimaerwärmung seit 1950, dann beträgt nämlich im Umkehrschluss der natürliche Klimaeinfluss immer noch knapp die Hälfte dieser Erwärmung. Und daher bleibt es ein echtes Problem für die Klimawissenschaft, die natürlichen Klimaschwankungen und den vorgeblich menschengemachten Klimawandel korrekt zusammen abzubilden.

Nun gibt es für diesen natürlichen Klimaantrieb bereits seit fast 100 Jahren ein klar definiertes Modell. In der Einleitung zu ihrem Buch “Die Klimate der geologischen Vorzeit” (Bornträger 1924) schreiben Wladimir Köppen und Alfred Wegener auf den Seiten 3 und 4, Zitat mit Hervorhebungen und eingefügten Internetlinks:

„… Unter diesen Voraussetzungen gewinnt die Kurve der sommerlichen Strahlungsmengen für die letzten 6500 000 Jahre [Anm.: Die entsprechende Abbildung ist unten angefügt] den Charakter einer absoluten Chronologie des Eiszeitalters. Ihre Einzelheiten stimmen, wie gezeigt werden wird, in weitgehendem Maße mit den Annahmen der hervorragendsten Eiszeitforscher überein, so daß es unnötig erscheint, nach weiteren Ursachen für Klimaänderungen in dieser Zeit zu suchen.

Von den zahlreichen sonstigen Hypothesen, die zur Erklärung von Klimaänderungen aufgestellt worden sind, wird daher in diesem Buche nicht die Rede sein. Insbesondere erblicken wir in dem System der fossilen Klimazeugen keinen empirischen Anhalt für die Annahme, daß die von der Sonne ausgehende Strahlung sich im Laufe der Erdgeschichte geändert habe. Desgleichen fehlt es an Tatsachen, welche durch Änderung der Durchstrahlbarkeit der Atmosphäre (Arrhenius) oder des Weltalls (Nölke) zu erklären wären; …“

 

Abbildung: Sonnenstrahlung des Sommerhalbjahres in höheren Breiten im Quartär seit 650.000 Jahren (W. Köppen & A. Wegener, Berechnungen M. Milanković). Abbildung via Wikipedia

 

Wurde also der „natürliche Klimaantrieb“ durch Schwankungen der solaren Einstrahlung bereits vor knapp 100 Jahren von Köppen und Wegener korrekt beschrieben? – Die einen sagen „ja“ und die andern versuchen verzweifelt, das Gegenteil zu beweisen, indem sie dem Kohlenstoffdioxid (CO2) neben der Verantwortung für den befürchteten menschengemachten Klimawandel auch noch den natürlichen Klimaantrieb anhängen wollen. Aktuell versuchen sich Willeit et al. (2019) mit ihrer Veröffentlichung „Mid-Pleistocene transition in glacial cycles explained by declining CO2 and regolith removal” gerade wieder an einem monokausalen CO2-Klimaantrieb, wobei sie zu dem Ergebnis kommen, Zitat:

Our transient modeling results demonstrate that both previously proposed mechanisms—regolith removal and gradual lowering of CO2—are essential to reproduce the realistic evolution of climate variability during the Quaternary, and their combination controls the timing of regime changes of climate variability.”

Nach Willeit et al. (2019) soll also eine Kombination aus Regolith-Abtrag und einer allmählichen Absenkung des atmosphärischen CO2-Gehalts die Klimaentwicklung des Quartärs bestimmt haben. Ihre unten abgebildeten „Transient modeling results“ erstrecken sich über 3 Millionen Jahre und können, insbesondere beim CO2-Gehalt in Abbildung 2(D), den tatsächlichen Verlauf der betreffenden Paläodaten nicht so ganz richtig nachbilden.

 

Abbildung: Fig. 2 von Willeit et al. (2019): Transient modeling results. Results of model simulations driven by orbital forcing, optimal regolith removal scenario, and optimal volcanic outgassing scenario. In all panels, observations are shown in black and model results are shown as colored lines. (A) Benthic δ18O compared to the stack of (3). (B) Relative sea level compared to (49). (C) Calving from the Laurentide ice sheet into the North Atlantic compared to a proxy for ice-rafted debris at site U1313 (30). (D) Atmospheric CO2 concentration compared to ice core data (solid line) (50) and other proxies [circles: (16); squares: (18); *: (51); + and ×: (19); diamonds: (52); black box: (15); dotted lines: (17)]. (E) SST anomalies compared to the stack of (18). (F) Global annual surface air temperature compared to reconstructions (53). (G) Southern Ocean dust deposition compared to data (54). Anmerkung: Die jeweiligen (Zahlen) beziehen sich auf das Literaturverzeichnis  von Willeit et al. (2019)

 

Aus dieser Abbildung 2(D) von Willeit et al. (2019) ergibt sich für die dort benutzten Daten des CO2–Gehalts der Paläoatmosphäre von 1 bis 3 Millionen Jahren eher eine mittlere Verteilung zwischen 200 und 300 ppm, und davon entfernt sich deren Transientenmodell mit ansteigender Zeitachse immer weiter. Umgekehrt gibt es daher im zeitlichen Verlauf der datenbasierten CO2-Konzentration durch das Quartär hindurch also auch gar nichts abzusenken, wie das in Abbildung 2(F) bei der Temperatur zunächst deutlich zu werden scheint. Allerdings wird wiederum der Temperaturverlauf in Abbildung 2(F) nur bis 2 Millionen Jahre (2Ma) durch Proxydaten gestützt, obwohl deutlich längere Temperaturreihen verfügbar sind. Ein Abgleich mit solchen Zeitreihen macht deutlich, dass die Temperaturproxys ab 2Ma weiterhin ansteigen und sich damit zunehmend vom Transientenmodell von Willeit et al. (2019) entfernen. Offenbar ist das Fehlen von Proxydaten ab 2Ma in Abbildung 2(F) als eine reine Notfallmaßnahme zur Stützung des dort vorgestellten Modells zu verstehen. Und daher stellt sich unmittelbar die Frage nach dem konkreten Warum für ein solches Vorgehen.

Schaunmeralsomal: Das generelle Problem für einen alleinigen „natürlichen“ CO2-Klimaantrieb ist die Tatsache, dass CO2 seine immer wieder vergebens postulierte vorindustrielle Klimawirkung selbst unter den maximalen IPCC-Annahmen gar nicht aufbringen kann. Schauen wir uns dazu einmal die Proxy-Daten an, die aus den Voskok-Eisbohrkernen abgeleitet worden sind, und die immerhin etwa 420.000 Jahre Klimageschichte überdecken. In der Abbildung unten wurde der theoretisch erforderliche CO2-Gehalt der Paläoatmosphäre für einen primären CO2-Klimaantrieb aus den Vostok-Temperaturproxies von PETIT et al. (2001) abgeleitet (blaue Kurve). Dazu wurde für CO2 die maximale Klimasensitivität des IPCC von 4,5 °C (IPCC 2013: 1.5°C to 4.5°C @ high confidence) für die Verdoppelung des atmosphärischen CO2-Gehaltes zugrunde gelegt, beginnend bei einer Temperaturdifferenz von 0 °C mit dem vorindustriellen CO2-Gehalt von 280 ppm. Die rote Kurve zeigt dann die tatsächlichen CO2-Messwerte für die Paläoatmosphäre aus den Vostok Eiskernen von BARNOLA et al. (2003).

 

Abbildung: Erforderlicher  theoretischer CO2-Antrieb für die Vostok-Temperatur-Proxies (blau) und tatsächlich gemessener paläo-atmosphärischer CO2-Gehalt aus den Vostok Eisbohrkernen (rot). Abbildung aus Weber 2016, dort sind auch die entsprechenden Literaturzitate zu finden. Anmerkung: Die Berechnung des theoretischen CO2-Antriebs erfolgte mit der maximalen IPCC-Klimasensitivität für eine Verdoppelung seines atmosphärischen CO2-Anteils von 4,5°C [@2xCO2]

 

Ein natürlicher CO2-Antrieb für den Temperaturverlauf des Paläoklimas der vergangenen 420.000 Jahre hätte nach den IPCC-Vorgaben also mindestens eine Schwankung des atmosphärischen CO2-Gehaltes zwischen etwa 65 und 460 ppm erfordert, was aber die gemessenen CO2-Gehalte der Paläoatmosphäre mit etwa 180 bis 300 ppm CO2 gar nicht abbilden. Aktuelle Werte für die CO2-Klimasensitivität kleiner als 4,5°C [@2xCO2] würden die erforderliche Schwankungsbreite für einen rechnerischen CO2-Klimaantrieb sogar noch einmal deutlich erhöhen. Und das ist noch nicht einmal alles, denn wenn man die gemessenen Vostok-CO2-Werte (etwa 18o bis 3oo ppm) und die Vostok Temperaturproxys (–9.39 to +3.23 °C) über die originale IPCC-Formel für die CO2-Klimasensitivität verknüpft, ergibt sich für deren direkte Wechselwirkung als alleiniger natürlicher Paläo-Klimaantrieb rechnerisch eine zweistellige CO2-Klimasensitivität, die weit außerhalb des vom IPCC veröffentlichten Vertrauensbereiches (IPCC 2013: 1.5°C to 4.5°C @ high confidence) liegt. Und damit ist der Nachweis erbracht, dass es sich bei CO2 nicht um den alleinigen natürlichen Paläo-Klimaantrieb handeln kann.

Die zwingende Anforderung an einen alleinigen CO2-Klimaantrieb, die entsprechenden Paläo-Proxys korrekt abzubilden, gilt natürlich auch für Willeit et al. (2019), deren atmosphärischer Paläo-CO2-Gehalt in etwa zwischen 200 und 300 ppm CO2 schwankt und damit im Wesentlichen der Schwankungsbreite der Vostok-CO2-Daten folgt. Das Regolith-CO2-Modell von Willeit et al. (2019) versucht diese Problematik zu umgehen, indem dort die Transientenantwort für den paläo-atmosphärischen CO2-Gehalt (Abb. 2D) deutlich überzeichnet dargestellt wird, der zugehörige Transienten-Temperaturverlauf (Abb. 2F) gegenüber den Paläotemperaturen dagegen stark reduziert ist. Mit einem mittleren paläo-atmosphärischen CO2-Gehalt um ca. 280 ppm bei einem DT größer 2°C, wie es die Paläodaten für 3 Millionen Jahre aber tatsächlich nahelegen, ist ein „natürlicher“ CO2-Paläoantrieb dagegen völlig unmöglich.

Damit ist zum wiederholten Male ein aktiver Versuch gescheitert, die vordergründige Korrelation von CO2 und Temperaturveränderung aus dem Industriezeitalter auf das Paläoklima zu übertragen.

Abschließend stellt sich natürlich die Frage, was die oben zitierte Aussage, „Angeblich genauere Klimamodelle liefern vollkommen unrealistische Ergebnisse“, zu bedeuten hat. Zunächst einmal wäre die Frage zu beantworten, was eigentlich an den neuen IPCC-Klimamodellen gegenüber der vorherigen Generation verändert worden ist. Der oben erwähnte Thorsten Mauritsen ist Lead-Autor der Veröffentlichung „Developments in the MPI‐M Earth System Model version 1.2 (MPI‐ESM1.2) and Its Response to Increasing CO2” (Mauritsen et al. 2019), Zitat aus dem Abstract:

The development focused on correcting errors in and improving the physical processes representation, as well as improving the computational performance, versatility, and overall user friendliness. In addition to new radiation and aerosol parameterizations of the atmosphere, several relatively large, but partly compensating, coding errors in the model’s cloud, convection, and turbulence parameterizations were corrected. The representation of land processes was refined by introducing a multilayer soil hydrology scheme, extending the land biogeochemistry to include the nitrogen cycle, replacing the soil and litter decomposition model and improving the representation of wildfires. The ocean biogeochemistry now represents cyanobacteria prognostically in order to capture the response of nitrogen fixation to changing climate conditions and further includes improved detritus settling and numerous other refinements.”

Und dann steht da ja auch noch die Frage im Raum, was eigentlich „vollkommen unrealistische Ergebnisse“ sind. Es gibt nämlich die beiden Möglichkeiten, dass diese Modelle entweder an der gemessenen Realität scheitern oder dass sie die Erwartungen der Klimaforscher nicht bestätigen können. Und da Klimamodelle den Verlauf der gemessenen Realität bisher niemals zufriedenstellend abgebildet hatten, bleibt hier also nur die Vermutung, dass die Erwartungen der Klimaforscher nicht erfüllt werden konnten.

Denken wir also einmal positiv: Vielleicht sind ja die aktuellen IPCC-Klimamodelle durch viele kleine Verbesserungen, hoffentlich inzwischen auch unter Berücksichtigung von solaren und ozeanischen Zyklen, schließlich in der Klimarealität angekommen. Und dann sind sie möglicherweise nur deshalb „schlechter geworden“, weil sie inzwischen zusätzlich auch die vom IPCC mit knapp 50% angegebene Wirkung des natürlichen Klimaantriebs abbilden. Für deutlich bessere Ergebnisse müsste man dann eigentlich nur noch die übersteigerte CO2-Klimawirkung dieser Modelle auf ein vernünftiges Maß reduzieren…

Es wird schließlich Zeit, dass Wladimir Köppen, Alfred Wegener und Milutin Milanković nach fast 100 Jahren endlich die ihnen gebührende Anerkennung in der Klimawissenschaft finden.

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Anmerkung der Redaktion:

Um Missverständnissen vorzubeugen: Sowohl Willeit et al. (2019) als auch Köppen und Wegener (1924) berücksichtigen das orbitale Forcing gemäß der Milankovic-Zyklik. Dies wird in den Arbeiten üblicherweise als Veränderung der “Insolation” dargestellt, die zu Beginn des Holozäns ein Maximum erreicht. Allerdings reicht die “Insolation” nicht aus, um die beobachteten Temperaturveränderungen vollständig zu erklären. Im aktuellen Beitrag von Uli Weber geht es um die Ursache dieser Diskrepanz von Modellen und empirisch beobachteten Werten (“Rekonstruktionen”). PIK und andere Klimawarner-Organisationen favorisieren einen starken Beitrag des CO2 im Maßstab von zehntausenden von Jahren. Die Belege hierfür sind allerdings dünn.

 

Und täglich grüßt der Klima-Fake

Die Wüste lebt in Deutschland bald… so tönte es aus vielen Medien ab dem 23.4.2019. Grundlage: Die Presseerklärung des DWD, in der im Kern stand:

„Wir haben ein hydrologisches Defizit in Deutschland, noch herrührend vom trockenen Sommer 2018, und falls der nächste Sommer auch trocken wird kann sich das noch verstärken.“

Schon die erste Zwischenüberschrift ist sinnfrei daran:

„Hält die Trockenheit an, droht der nächste Dürresommer in Deutschland“

denn bei anhaltender Trockenheit „droht“ keine Dürre, sondern ist gewiss. Kein Wunder, dass Agenturen und Medien daraus etwas ganz anderes machten:  „Droht uns ein Sahara-Sommer?“ und die „Bild“ war sich ganz sicher:

 

Das ist alles fachlich totaler Unsinn! Kein Meteorologe dieser Welt kann sagen, ob der nächste Sommer ebenfalls wieder zu trocken werden wird. Wenn es so kommt ist es nicht gut für den Wasserhaushalt, das ist die reale Aussage. Aber damit kann man keinen zündenden Klimaalarm machen. Mit den Meldungen, wie sie zitiert wurden, schon. Annalena Baerbock (MdB, die Grünen) nahm die Steilvorlage dankend an und sie sagte der „Süddeutschen Zeitung“ am 24.4.:

„Neue Dürrewarnungen zeigen an, dass die Klimakrise sich dramatisch verschärft”.

Jede, vor allem jede unseriöse Meldung zum Wetter wird in den Klimakontext gerückt und schamlos politisch ausgenutzt. Alarm um jeden Preis, von Wissenschaft weit entfernt, vielmehr ekelhafte Stimmungsmache mit einem Fake. Kaum waren seit dem Geschmiere in vielen Medien 3 Tage vergangen wird der Radiohörer bei „Radio eins“ des RBB schon am Morgen kalt erwischt: Die Pinguine flüchten vor dem Klimawandel und wir müssen alles tun, ihn aufzuhalten“ so die sinngemäße Aussage des Moderators. Es ging auch anderswo rund: „Riesige Pinguin- Kolonie bricht zusammen!“ Gleich nach dem Titel wird man aufgeklärt: „Traurige Folge des Klimawandels.“

In der Arbeit, auf die sich diese Meldungen angeblich bezogen, findet man diese Ursache nicht! Da ist die Rede von El Nino, von Winden durch eine (natürliche) antarktische Oszillation , die das Brüten erschwerte in einer bestimmten Kolonie an den Gestaden der Weddell-See in der Antarktis. Die betroffenen Tiere zogen einfach weiter, zu einer 50 km entfernten anderen Kolonie. 50 km genügten, um der katastrophalen Erwärmung in der Antarktis zu entkommen?

Allerdings wird öfters das Wort „beispiellos“ benutzt, um der Arbeit einen gewissen Pepp zu geben, da sie (rein zufällig natürlich) passend zum „Weltpinguin-Tag“ erschien. Hierzu muss man wissen, dass sich das auf die (sehr kurze) Datenlage ab 2009 bezieht. Ein kritischeres Review hätte das verhindert, der Bias beginnt oft schon in den Redaktionen der wissenschaftlichen Journale.  Einen Zusammenhang zum Klimawandel findet man jedoch im Artikel nicht. Der wäre auch schwer zu zeigen, die Eisbedeckung in der Weddel-See ist seit den 80ern ohne Trend.

Was wir erleben, ist eine zunehmende Verklapsung der Öffentlichkeit mit gefakten Klimazusammenhängen. Über die Ursachen kann nur spekuliert werden. Sind es eifrige Redakteure, selbst vielleicht Anhänger der Grünen, die sich da zu schaffen machen? Über den Vorteil, die diese davon haben, wird hier in der FAZ jedenfalls nachgedacht.

Oder klickt es einfach nur gut, wie Jörg Kachelmann vermutet? Wir fragen uns allerdings, wer was wovon hat. Das ständige Eintrommeln auf den unbeleckten Leser mit Klimafakes wird über kurz oder lang eher den umgekehrten Effekt haben: Die Leute werden es leid sein, verkohlt geworden zu sein. Wenn die Meldungen besonders spektakulär klingen, sind sie meist besonders spektakulär gefakt.

 

Hans von Storch: “Dummerweise lässt sich der Nachweis eben nicht führen, dass alle Katastrophen klimabedingt sind. Kriege entstehen aufgrund sozialer Ursachen.”

In der Weltwoche erschien am 10. April 2019 ein Interview mit Hans von Storch. Hier einige Auszüge:

WELTWOCHE: Das Thema Klimawandel lag doch für sie auf der Strasse. Man hat den Eindruck, als gäbe es kein anderes Thema mehr, ja als sei der Klimawandel die Ursache aller Probleme – Krieg, Armut, Ungerechtigkeit, schlechtes Wetter.

VON STORCH: Das ist das populäre Narrativ hier in Nordeuropa, aber es ist nicht zutreffend. Dass die Menschen in weiten Teilen Afrikas keine Stromversorgung haben, hat nichts mit dem Klimawandel zu tun. Der Konflikt in Syrien hat etwas mit französisch-britischer Diplomatie vor hundert Jahren zu tun. Der Klimawandel ist eine wunderbare Entschuldigung: Es waren nicht die willkürlichen Grenzen, die Imperialisten und Kolonialisten in den Sand gezogen haben, es war der Klimawandel.

WELTWOCHE: Ganz freisprechen können sich die Europäer nicht, schliesslich gelten wir als Hauptschuldige am Klimawandel.

VON STORCH: Das ist eine andere Art von Schuld. Sicher haben wir den grössten Anteil an historischen Emissionen. Aber dummerweise lässt sich der Nachweis eben nicht führen, dass alle Katastrophen klimabedingt sind. Kriege entstehen aufgrund sozialer Ursachen.

[...]

WELTWOCHE: Welche Rolle spielt die Politik? Sie scheint oft zu übertreiben, wenn es um den Klimawandel geht.

VON STORCH: Das ist völlig legitim. Politik übertreibt immer, sie spitzt zu. Das gehört zu den Spielregeln. Aber es ist keine Entschuldigung für Wissenschaftler, auch zu übertreiben. Die Wissenschaft hat eine andere gesellschaftliche Funktion. Sie soll Fragen beantworten in ihrem jeweiligen Wissensbereich: Was passiert, wenn der Bürger tut, was er tut? Aber man erwartet von der Wissenschaft keine Anweisung, was getan werden soll. Das kann Wissenschaft auch nicht. Als Wissenschaftler kann ich sagen: Wenn du dies tust, dann kriegst du das im Bereich Klima. Wenn du das nicht willst, musst du dir überlegen, was du tun willst. Ich gebe keine Handlungsanleitung. Das ist Aufgabe der Politik, und da bin ich als Klimaforscher in der Beurteilung des gesellschaftlichen Gesamtproblems und der Optionen des Umgangs mit dem Klimawandel genauso geeignet wie jeder Friseur, jeder Politiker oder jeder Journalist.

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Stern am 22. Dezember 2018:

Rockefeller-Erbin gegen Öl-Gigant Exxon: Ihr erstaunlicher Umgang mit der Familientradition
Eine Frau legt sich mit Amerikas Energie-Giganten an. Der sei mit schuldig am Klimawandel und leugne dies wider besseres Wissen. Es ist nicht irgendeine Frau – sondern ein Spross der weltberühmten Öl-Dynastie.

Die Rockefellers haben offenbar ein schlechtes Gewissen, stecken große Summen in die klimaalarmistische Lobbyismusarbeit. Über die European Climate Foundation (ECF) gelangt das Geld auch nach Deutschland, wo es dann an die operativ tätigen Aktivistengruppierungen wie Germanwatch, WWF, Greenpeace und Climate Analytics weiterverteilt wird. Weiter im Stern:

Wenn die Rockefellers das Unternehmen nicht mögen würden, sollten sie doch einfach ihre Anteile verkaufen, hieß es von Seiten Exxon Mobils. Doch die Firma hatte nicht verstanden, dass es der Familie um mehr ging. Die Stiftung der Rockefellers finanzierte Recherchen von Journalisten an der Columbia Universität. Sie sollten der Frage nachgehen: Was wusste Exxon über den Klimawandel? Sie fanden heraus: ziemlich viel. Ein Exxon-Wissenschaftler trug einmal der Führungsriege des Unternehmens vor: “Es gibt eine generelle wissenschaftliche Übereinstimmung, dass die Menschheit das globale Klima durch Kohlendioxid beeinflusst, das sie durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen freisetzt.” Das war 1977.

Ziemlich lächerlich. In den 1970er Jahren gab es noch keinen IPCC. Die eine Hälfte der Klimawissenschaftler prognostizierte eine globale Abkühlung, die andere eine Erwärmung. Niemand kannte damals die Wahrheit, so wie die CO2-Klimasensitivität auch heute noch weitgehend unbekannt ist. Da ist es putzig zu behaupten, Exxon hätte damals schon alles gewusst. Man hatte lediglich die eine Hälfte der Klimawissenschaftler zitiert. Die Rockefellers waren wohl eher ärgerlich, dass Exxon sie ignorierte, starteten daraufhin ihre fragwürdige Aktvismuskampagne. Als Wirtschaftsprofessorin hat Neva Goodwin Rockefeller wohl eher wenig Erfahrung mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, hört möglicherweise auf die falschen, aktivistisch veranlagten Berater.

Vorschlag: Weshalb finanziert die Rockefeller-Stiftung nicht ein großangelegtes Programm zur Erforschung der Mittelalterlichen Klimaanomalie und des mittelholozänen thermischen Maximums? Hier fehlen noch dringend wichtige Daten, bevor diese natürlichen Wärmephasen global flächig auskartiert werden können. Ein solches Programm würde wertvolle Kalibrierungsdaten für die Klimamodelle liefern, die diese Warmperioden leider noch immer nicht theoretisch reproduzieren können. Sollten die Rockefellers nicht ein Interesse daran haben, diesen “elephant in the room” endlich aufzuklären? Das Angebot steht!

 

Klimaforscher wird vorgeworfen, seine Verlobte an den Haaren durch die Wohnung geschleift zu haben: Wikipedia schweigt

MDR aktuell am 27. Dezember 2018:

Wie hoch ist die globale Durchschnittstemperatur?
Klimaskeptiker bezweifeln, dass die Erderwärmung menschengemacht ist – und argumentieren so gegen das Ziel, sie auf zwei Grad zu begrenzen. Sie fragen, von welcher Durchschnittstemperatur überhaupt ausgegangen werde. Tatsächlich ist die globale Durchschnittstemperatur schwer zu ermitteln. Für die Auswirkungen des Klimawandels ist dieser Wert aber sowieso unerheblich.

Einmal falsch, einmal richtig. Falsch ist, dass Klimaskeptiker prinzipiell bezweifeln, dass CO2 erwärmend wirkt. Ein großer Teil der Kritiker räumt diesen Effekt ein, hinterfragt jedoch die vom IPCC angegebene Höhe der CO2-Klimasensitivität. Vieles deutet darauf hin, dass CO2 nur bis zur Hälfte der in den letzten 150 Jahren registrierten Erwärmung verursacht hat, nicht 100% wie der IPCC es behauptet.

Und einmal richtig: Die absolute globale Durchschnittstemperatur ist in der Tat schwer zu ermitteln und stark von Definitionen und gewählten Basisniveaus abhängig. Ein Vergleich verschiedener absoluter Werte macht  daher nur wenig Sinn, da die Bezugsgrößen oft unterschiedlich sind. Daher sollte man hier Veränderungen (Anomalien) betrachten, keine Absolutzahlen. Siehe auch unseren Beitrag “Streitpunkt ‘absolute globale Mitteltemperatur’: Viel Wirbel um nichts“.

Siehe auch Bob Tisdale’s Beitrag ““…it is the change in temperature compared to what we’ve been used to that matters.” auf WUWT.

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Aaron Doering ist Klimawissenschaftler an der University of Minnesota und informiert die Öffentlichkeit über die drohende Klimakatastrophe. Im Privatleben setzt Doering jedoch andere Akzente. Laut einem Bericht der New York Post vom 28. Dezember 2018 hat der Klimawissenschaftler offenbar seine Verlobte an den Haaren durch die gemeinsame Wohnung gezerrt und stranguliert:

Climate change expert Aaron Doering charged with choking his fiancée

A well-known climate change expert and professor at the University of Minnesota choked and brutally assaulted his fiancée, who told cops she fears he will kill her, according to a criminal complaint.

Aaron Herbert Doering, a 47-year-old tenured professor and the director of the Minneapolis university’s Learning Technologies Media Lab, was charged Thursday with two felony counts of domestic assault by strangulation in Hennepin County District Court, the Star Tribune reports. [...] The woman, who had bruises on her neck and red marks on her forehead, told police Doering had dragged her through the apartment by her hair before beating her and choking her to the point that she thought she would lose consciousness, the complaint shows.

Weiterlesen in der New York Post

Am 1. Februar 2019 meldete kstp.com, dass sich zwei weitere Frauen gemeldet haben, die Doering bezichtigen, ihnen Gewalt angetan zu haben.

Wie geht Wikipedia mit diesen Vorwürfen um? Die Online-Enzyklopädie ist bekanntlich fest in Aktivistenhand, wobei die Aktivisten kein Interesse daran haben können, einen Verfechter der Klimakatastrophe in schlechtem Licht zu präsentieren. Ein Blick auf Doerings Wikipedia-Profil bringt Aufklärung: Der Vorfall wird totgeschwiegen – auf Wikpedia hat der Vorfall nicht stattgefunden. In der Veränderungshistorie sieht man, dass es dort offenbar einen “Edit-War” gibt, wobei das Profil immer wieder für Änderungen gesperrt wurde. Wieder ein schönes Beispiel, dass man Wikipedia nicht trauen kann, wenn es un sensible Themen geht.

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Ein Forscher der Universität Cambridge erhielt eine üppige Finanzierung zur Entwicklung von Windenergie-Turbinen. Allerdings steckte sich der Wissenschaftler eine Millionen Pfund dafür selber in die Tasche, um private Immobiliengeschäfte und Sportwagen zu finanzieren. Letztendlich wurde der Forscher am Flughafen Heathrow festgenommen, als er versuchte, 100.000 Pfund in einer Schokoladenpackung außer Landes zu schmuggeln. Der Windenergie-Entwickler wurde nun zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Details siehe WUWT.

 

Unguter Interessenskonflikt: Fridays for Future mit Aufsichtsratsvorsitzendem der DESERTEC-Stiftung verbandelt

Es ist wirklich schwer, Fehler zuzugeben. Dies betrifft insbesondere gesellschaftspolitisch sensible Themen wie den Klimawandel. Man erinnert sich an den November 2018, als eine fehlerhafte Studie zur Ozeanwärme Schlagzeilen machte. Kurz vor dem Jahreswechsel zog die Daily Mail Konsequenzen und löschte einen hierauf basierenden Artikel von ihrer Webplattform:

Clarifications and corrections
On 10th December we published an article with the headline ‘Is global warming WORSE than we thought?’ which included the results of a study published in the journal Nature that concluded the oceans have absorbed 60% more energy over the last 25 years than had been thought. The authors of this study have acknowledged that they cannot necessarily make that claim after errors in the data were found which means there is a much larger margin of error in the findings. The article has been removed, and we are happy to set the record straight.

So viel Ehrlichkeit würde man sich auch von deutschen Zeitungsverlagen wünschen…

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Jetzt brauchen wir ganz viele Psychologen. Eine ganze Jugend-Generation wurde zunächst in den Schulen mit Klimaalarm indoktriniert, jetzt wundert man sich, dass die Jugend voller Angst auf die Strasse geht und um ihr Klimaleben fürchtet. Einige der Jugendlichen weigern sich, mit ihren Eltern in die Sommerferien zu fliegen. Andere wiederum haben sich geschworen, niemals einen Führerschein machen zu wollen. Wiederum andere fordern die Ein-Kind-Politik in Deutschland einzuführen.

Zwischenzeitlich wurde nun bekannt, dass die angeblich so unabhängige Fridays for Future-Bewegung mit einer Stiftung verbandelt ist, nämlich der Plant-for-the-Planet Foundation. Sie sammelt Spenden für die Freitagsbewegung ein, die selber nicht steuerbefreit ist. Vorstand der Plant-for-the-Planet Foundation ist der Unternehmer Frithjof Finkbeiner. Er ist im Club of Rome engagiert und ist gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der DESERTEC Foundation. Ein handfester Interessenskonflikt, denn Finkbeiners Dekarbonisierungs-Kampf bringt seiner grünen Stiftung große Vorteile. Werden die Jugendlichen hier letztendlich nur zu eigenen Zwecken von Erwachsenen instrumentalisiert? Übrigens: Der Klimaforscher Mojib Latif ist Präsident des deutschen Ablegers des Club of Rome. Es ist schwer zu verstehen, wie dies mit einem neutralen staatlichen Forschungsauftrag zu vereinbaren ist.

Übrigens: Pferde müssen wohl demnächst abgeschafft werden, denn sie sind ganz besonders schlimme Klimasünder. Süddeutsche Zeitung am 1. Januar 2019:

Das Pferd als Klimasünder

Ein Schweizer Unternehmen hat die Ökobilanzen verschiedener Haustiere untersucht. Dazu zählen etwa Fütterung, Behausung und Anschaffungen für das Tier. Besonders schlecht ist demnach die Umweltbilanz von Pferden. Die Haltung eines Pferds über ein Jahr entspreche der Umweltbelastung einer 21 500 Kilometer langen Autofahrt.

Artikel in der SZ lesen.

Das wird interessant, wenn bald die Cowboys zu Fuß durch die amerikanische Weite wandern müssen. Springreiter müssen demnächst selber über die Hindernisse hüpfen. Bei Kutschfahrten müssen die Fahrgäste dann reihum vorne anschnallen und ziehen. Die neue Kimawelt wird einfach großartig.

Das bringt uns zurück zu Frage, weshalb die Jugend so anfällig gegenüber den Klimapredigern ist. Vielleicht ist es der Niedergang der Kirche. Die jungen Leute wollen an etwas glauben, sich ein bisschen geißeln. Mal sehen, wie lange sie daran Gefallen finden. Spätestens wenn Sie nach Familiengründung samt 2 Kindern den Wocheneinkauf bei strömendem Regen per Lastenfahrrad transportieren müssen, werden vielleicht einige von ihnen in der Realität ankommen… Geben wir ihnen noch ein wenig Zeit, um diese Erfahrungen selber zu machen.

 

Stefan Aust: Grüne dürfen träumen. Doch wenn der Rest der politischen Klasse mit träumt wird es ernst

In der Welt am Sonntag erschien am 21. April 2019 ein Meinungsbeitrag von Stefan Aust, dem Herausgeber von WeltN24, in dem er den grassierenden Klimakatastrophismus kritisiert und eine realistischere Behandlung des Themas fordert. Welt-Abonnenten können den ausgezeichneten Beitrag hier lesen. Es lohnt sich. Im Folgenden bringen wir einige Auszüge aus dem Artikel, mit freundlicher Genehmigung des Autors:

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Klimawandel und Illusionen:
Grüne dürfen träumen

Von Stefan Aust

Sie sind die Vertreter des Guten auf dieser Welt und die Vertretung der Guten. Ihre Hymne, die bei allen Auftritten mitschwingt ist von John Lennon und heißt „Imagine“: Stell dir vor, er gibt eine Welt, die allen gehört… keine Gier, keinen Hunger, … du kannst mich einen Träumer nennen, aber ich bin nicht der einzige und ich hoffe, dass du eines Tages auch dazu gehörten wirst…

Nun gehören sie fast alle dazu, auch wenn Lennon damals noch nicht erträumen konnte, welche Hoffnungen und Ängste in den nächsten Jahrzehnten die Regie auf der apokalyptischen Horrorbühne übernehmen würden. Vom drohenden Weltuntergang durch den von Menschen gemachten Klimawandel hatte der gute John noch keine Ahnung, sonst hätte er die Abschaffung des CO2 vermutlich in seinen Song mit aufgenommen.

Alles eben zu seiner Zeit; vom „Töpfern für den Frieden“ über das „Lesen ohne Atomstrom“ bis zum „Stricken ohne Angst“ haben wir ja schon so einiges miterlebt. Aber ohne das große „End is at Hand“ – der Untergang naht, wir werden alle sterben – ist noch keine religiöse und politische Erweckungsbewegung ausgekommen. Jetzt haben die Schreckensträumer auch noch eine Ikone, die sechzehnjährige Greta, die gegen den Weltuntergang im menschengemachten Treibhaus konsequent freitags die Schule schwänzt und den guten Teil Europas in ihren Sitzblockadebann zieht.

[...]

Grün ist die Hoffnung, die Hoffnung auf eine bessere Welt. 

Niemand, der heute nicht Grün sein will. Auch die sogenannten etablierten Parteien stimmen ein in den Chor der Weltenretter. Weil aber Rettung nur angesichts des Unterganges ihre sinnstiftende Wirkung entfalten kann, muss zunächst die globale Katastrophe ausgerufen werden. Klimaforscher, die das Wetter nicht über mehr als fünf Tage einigermaßen sicher voraussagen können, sind sich bei größeren Zeitabständen von 20 bis 150 Jahren bombensicher. Langfristige Prognosen sind ja auch kurzfristig kaum zu widerlegen.

Ihre Klimamodelle funktionieren rückwärtsgewandt weniger genau, was kein Wunder ist. Hauptgrund für den weltmörderischen CO2–Anstieg ist ja auch die Industrialisierung – da müssen frühere Klimawandlungen logischerweise andere Gründe gehabt haben. Dass die Wikinger bei der Besiedelung von Grönland im 12. Jahrhundert weder mit klimaschädlichen Flugzeugen, Kreuzfahrtschiffen und Diesel-SUVs anreisten, ist ja historisch erwiesen. Insofern muss die Wärmeperiode (ca. um 1000  n.Chr.), die sie dazu veranlasste, ausgerechnet nach Grönland auszuwandern durch andere Faktoren hervorgerufen worden sein. Klimaforscher in Potsdam und anderswo sind heute todsicher, dass es sich dabei lediglich um eine regionale Besonderheit handelte. Weltweit sei es nicht wärmer gewesen als heute – was in gewissen Sinne sogar stimmt: die damalige Wärmeperiode war ähnlich wie die heutige, wenn auch ohne CO2.

Nun mag es unerfreulicherweise so sein, dass CO2, in Massen erzeugt durch das Verbrennen fossiler Energien seit der Industrialisierung, den Anteil von CO2 in der Atmosphäre von 0,03 auf 0,04 % gesteigert hat. Ob das einen globalen Temperaturanstieg von  ein, zwei, drei oder auch 10 Grad verursachen wird, hängt vom jeweiligen Klimamodell und den Zutaten ab, die Experten in ihre Computer einfüttern. Ob die Ergebnisse dann den drohenden Weltuntergang ankündigen oder nicht ist vor allem eine Frage des Glaubens an die eigenen Modelle. Was man vorne hineintippt, kommt meistens hinten wieder heraus.

Aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge, vor allem wenn er scheinbar wissenschaftlich untermalt ist. Dass auch die unterschiedlichen Aktivitäten der Sonne ihren Anteil am Klimawandel haben könnten, passt nicht ins Bild und wird eher verdrängt. Es muss der sündige Mensch sein, der die Strafe des Klimagottes auf sich zieht, so wie die Geißler im 13. Jahrhundert angesichts der Pest eine spirituelle Massenbewegung kreierten, um die Welt vor dem Zorn Gottes zu retten.

Dennoch: Es ist ja besser, das richtige aus den falschen Gründen zu tun als das falsche aus den richtigen Gründen. Dass fossile Energien begrenzt sind, ist klar. Deshalb ist das Einsparen von Kohle, Gas und Öl richtig und notwendig. Und wenn die steigenden Preise manchem nicht ausreichen, seinen Konsum zu drosseln, dann soll ihm gern der Glaube an die Apokalypse beim Sparen helfen. Es macht die Sache aber auch nicht besser, wenn aus den richtigen Gründen das falsche getan wird. Ein Blick auf die offiziellen Zahlen hilft manchmal. Entscheidene Größe ist der Jahresverbrauch an Primärenergie, und der sieht in Deutschland (berechnet in dem Vergleichsmaßstab Petajoule) für 2018 so aus:

Mineralöl: 34,3 Prozent – weg damit, am besten durch Abschaffen des Autos. Öl aus Ländern mit zweifelhaften Regierungen und veralteten Geschlechterrollen zu importieren ist ebenfalls zu unterbinden. Genauso wie schmutziges Öl aus den Teersänden von Kanada.

Erdgas: 23,7 Prozent – jeder Kauf von Erdgas stützt Putin – also durch Liquid Gas aus den USA ersetzen, das allerdings nicht durch Fracking gewonnen werden darf.

Steinkohle: 10,0 Prozent – Ausstieg ist schon beschlossene Sache.

Braunkohle: 11,3 Prozent – Ausstieg ebenfalls beschlossen.

Kernenergie: 6,4 Prozent – Auslaufmodell.

Andere: 1,8 Prozent

Erneuerbare: 14,0 Prozent – die Zukunft!

Die große grüne Fantasie der sauberen Energieversorgung ist zum flächendeckenden Geschäftsmodell des gigantischen Abzockens von Subventionen geworden. Und diese werden vom Verbraucher bezahlt. Kein Wunder, dass Deutschland beim Strompreis europaweit ganz vorn liegt. Die Effektivität der Windräder ist dafür eher lau, hochbezuschusst und hochineffizient.

Windenergie trägt mit gerade mal 3,1 Prozent (2018, gegenüber 2,8 Prozent 2017) zum Primärenergieverbrauch bei. Dazu sind heute knapp 30 000 Windmühlen nötig. Bei einer Gesamtfläche der Bundesrepublik Deutschland von 357.386 Quadratkilometern kommt damit heute schon eine Mühle auf knapp 12 Quadratkilometer. Und nicht immer drehen diese sich – dafür muss eine gewaltige Reservearmee an konventionellen Kraftwerken in Bereitschaft gehalten werden. Oder man muss eben den Atomstrom aus Frankreich oder Tschechien importieren. Eine echte Luftnummer, bezahlt durch Mondpreise für Strom.

Wollte man – bei heutiger Technik – den Anteil der Windenergie etwa verzehnfachen, bräuchte man 300 000 Windräder, bei 100 Prozent Windenergie also etwa eine Million. Das wären dann auf jedem Quadratkilometer Bodenfläche in Deutschland knapp drei Windräder; in den landwirtschaftlichen Gebieten, den Wäldern, Bergen, Seen und Städten, überall. Bezogen auf die Bevölkerungszahl von gut 80 Millionen Bundesbürgern würde dann für jeweils 80 von Ihnen ein Windrad die Energie liefern.

[...]

Sicher aber ist: die Bürger und die Industrie werden jetzt im Wochenrythmus ermahnt, „endlich zu liefern“. Was, ist nicht ganz klar. Es wird nur teuer. So wie die Energiewende ja ohnehin ein Freudenfeuer des Geldverbrennens ist, wobei  zum Glück kein neues CO2 freigesetzt wird, denn man fackelt ja keine Geldscheine ab, sondern nur Buchgeld. Das geht auch deutlich schneller.

Währenddessen haben die 120 größten Kohlekonzerne der Welt gerade knapp 1.400  Kohlekraftwerke in 59 Ländern in Planung oder sogar schon im Bau. Weltweit sollen 83 neue Kernkraftwerke geplant sein. Von all diesen kann Deutschland dann ja irgendwann seine saubere Energie beziehen – Hauptsache der schöne Schein wird bewahrt – und man glaubt fest daran.

Grüne dürfen träumen, das gehört zu ihrer DNA. Sie dürfen sich auch in apokalyptischen Visionen gruseln. Doch wenn der Rest der politischen Klasse mit träumt wird es ernst. Und Gretas ansteckende Panik wird unser Problem.

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Ganzen Beitrag von Stefan Aust in der Welt hier lesen.

 

Klimaforschung muss endlich seriöser mit Interessenskonflikten umgehen

Peter Heller am 22. März 2019 auf Achgut:

Klimaschutz ist das erfolgloseste Konzept der Gegenwart

Seit drei Jahrzehnten steht der Klimaschutz ganz oben auf der politischen Agenda. Fünf umfangreiche Sachstandsberichte und viele weitere kleinere Studien hat der eng mit der UN-Bürokratie verflochtene „Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen“ IPCC in dieser Zeit erarbeitet. Auf zahllosen Konferenzen und Kongressen tobte sich die globale Klimadiplomatie aus. Mit der Klimarahmenkonvention, der Agenda 21, dem Kyoto-Protokoll und dem Pariser Abkommen wurden internationale Verträge geschlossen, in denen sich nahezu alle Staaten der Welt zu substantiellen Verringerungen ihres Treibhausgasausstoßes verpflichteten. 

Parallel bildete sich ein mächtiges Netzwerk aus Politikern, Wissenschafts- und Umweltaktivisten, Medien und Lobbyisten bestimmter Wirtschaftsbranchen, das die Meinungsführerschaft im Diskurs erlangte. Erfolgreich hämmerte man der Bevölkerung Emissionsminderungen als unabdingbar zur Vermeidung einer weltweiten Katastrophe ein. Skeptiker sehen sich an den Rand gedrängt, gar als „Leugner“ verunglimpft und neuerdings des Rechtsextremismus verdächtig. Was ermöglicht, ihre Argumente ungeachtet des Inhalts grundsätzlich zu ächten. Entsprechend wenig Gehör finden konträre Ansichten in der Öffentlichkeit, entsprechend gering ist ihr Widerhall in einer in großen Teilen trägen und uninteressierten Gesellschaft, die den Klimaschutz mehrheitlich vor allem deswegen gutheißt, weil nahezu alle Multiplikatoren ihr das einreden.

Hierzulande beispielsweise wehren sich die Wähler schon längst nicht mehr gegen ein Parlament, in dem eine übergroße Koalition aus Union, SPD, Grünen, Linken und FDP den erarbeiteten Wohlstand in planwirtschaftlichen Energie-, Verkehrs- und Agrarwenden versenkt. Man streitet dort mittlerweile nicht mehr darüber, ob man den Deutschen das Fliegen oder das Autofahren verbieten soll, sondern nur noch, wie es am effektivsten gelingt. Man fragt nicht mehr, ob eine Deindustrialisierung klug ist, sondern nur noch, ob diese mit einer Kohlendioxid-Steuer, mit einem Regime stetig verschärfter Grenzwerte oder besser mit einer forcierten Verteuerung und Begrenzung von Emissionsrechten beschleunigt werden kann. Man diskutiert nicht mehr, ob die Bürger Verzicht üben und Freiheitseinschränkungen hinnehmen müssen, sondern nur noch das Ausmaß und die Reihenfolge der dazu dienenden Regulierungen. Und Deutschland ist in dieser Hinsicht kein Einzelfall.

Weiterlesen auf auf Achgut

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Roger Pielke Jr. tritt für faire Regeln in der Klimadebatte ein, wie Western Wire am 6. Dezember 2018 berichtete. Finanzielle Verbandelungen mit der Industrie der Erneuerbaren Energien oder Aktivistengruppierungen sollten genauso offengelegt werden, wie Verbindungen in die konventionelle Energiebranche. Hier ein Auszug aus dem sehr lesenwerten Artikel:

University of Colorado Researcher Raises Questions Surrounding Conflicts of Interest in Climate Research

Lax standards of conflict of interest disclosures among climate scientists create “unnecessary vulnerabilities” and should be avoided, according to University of Colorado, Boulder professor and political scientist Roger Pielke, Jr. “You certainly don’t want advisors—scientific advisors—to have the perception, at a minimum that they’re receiving funding from those that they’re providing advice to,” Pielke told Western Wire.

[...]

Pielke pointed to Prof. Katharine Hayhoe, one of the lead authors of the just-released Fourth National Climate Assessment, who published an opinion piece in the Washington Post outlining the five myths about climate change she hears most frequently.  In her first point, Hayhoe took issue with comments that climate scientists are “driven by the money they receive” by former Senator Rick Santorum (R-Pa.) on CNN’s State of the Union. Hayhoe said she would work in a different industry if money were a primary concern but stated that she does for-profit “climate-focused consulting” while she is not teaching. She is the Founder and CEO of ATMOS Research & Consulting, whose listed clients include the Union of Concerned Scientists, Environmental Protection Agency, U.S. Fish & Wildlife Service, and Federal Highway Administration. Hayhoe did not immediately return a Western Wire email seeking comment.

[...]

The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) did not have a policy in place until 2011, after concerns were raised about undisclosed business ties of former IPCC Chairman Rajendra K. Pachauri.  News reports at the time documented a variety of board posts and advising positions held by Pachauri in the banking, energy and sustainable investing sectors while he was acting chairman and oversaw the release of IPCC’s 2007 report.  Pachauri maintains that he did not reap direct financial benefit from these services, as payments went to the Energy and Resources Institute, a research organization he founded.

[...]

Pielke also says that there is an underlying sentiment that one side of the debate is inherently “good” while those questioning aspects of research and pushing for more stringent disclosure standards are “bad.” “There are good conflicts and bad conflicts so if you’re getting money from oil and gas you’re obviously conflicted. If you’re getting money from wind and solar you’re not. But that’s not how it works,” Pielke said.

Ganzen Artikel in Western Wire lesen.

Die Nature Fachpublikationsgruppe hat nun zum Glück die Daumenschrauben etwas fester angezogen. Autoren von Fachartikeln müssen seit Februar 2018 noch genauer ihre persönlichen Verflechungen angeben:

Nature journals tighten rules on non-financial conflicts

Authors will be asked to declare any interests that might cloud objectivity.

What makes a conflict of interest in science? Definitions differ, but broadly agree on one thing: an influence that can cloud a researcher’s objectivity. For some people, that influence can be money. But there are other influences that can interfere, such as institutional loyalty, personal beliefs and ambition.

Nature and the other Nature Research journals (including the Nature research and reviews journals, Nature Communications, Scientific Reports, Scientific Data, the Nature Partner Journals and the Communications journals) are taking into account some of these non-financial sources of possible tension and conflict. From February, authors of research articles, reviews, commentaries and research analyses will be asked (and expected) to disclose them (see go.nature.com/2ddg12z).

Weiterlesen auf nature.com.

Wenn gewisse deutsche Forscher also bei Veranstaltungen der Grünen auftreten, muss dies möglicherweise demnächst in einer Erklärung zu Fachartikeln eingeräumt werden. Nur so wird klar, welche versteckte Ziele ein Forscher möglicherweise verfolgt. In Berlin gibt es beispielsweise ein Institut, das sich Climate Analytics nennt. Hier wurden wichtige Papers zur Rechtfertigung des 1,5-Gradziels verfasst. Was ist das für eine Gruppe? Wenn man die Liste der Mitarbeiter durchgeht, findet man etliche personelle Greenpeace-Verflechtungen. Und siehe da, bei den Sponsoren ist sogar  Greenpeace explizit genannt. Amerikanisches Aktivistengeld scheint über die European Climate Foundation hereinzufließen.

Machen wir die Probe. Am 6. Juni 2018 erschien in Nature dieses Paper:

The many possible climates from the Paris Agreement’s aim of 1.5 °C warming

Am Paper als Coautoren beteiligt waren auch Friedrich Schleussner (Climate Analytics, kofinanziert von der European Climate Foundation und Greenpeace) und Ove Hoegh-Guldberg (vormals bei WWF und Greenpeace beschäftigt). Trotz notwendiger Lobbyismus-Offenlegung geben die Autoren vor, unabhängig  von Lobbyorganisationen zu sein. Im Abschnitt “Competing interests” erklären die Autoren:

“The authors declare no competing interests.”

Aktivisten-Wissenschaftler fliegen weiterhin unterhalb des Lobby-Radars und niemand stoppt sie. Die KalteSonne-Redaktion hat bereits zweimal den Editor von Nature daraufhin angeschrieben – ohne jemals eine Antwort erhalten zu haben.

 

Ifo-Institut München: CO2-Ausstoß batterieelektrischer Autos liegt über dem von Dieselmotoren

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Nun hat doch tatsächlich eine Forschergruppe errechnet, dass Bitcoins ganz alleine das Pariser Klimaziel verfehlen lassen, ganz ohne Autos, Flugzeuge und Kohle. Irre. Hier die Arbeit von Mora et al. 2018 aus Nature Climate Change:

Bitcoin emissions alone could push global warming above 2°C
Bitcoin is a power-hungry cryptocurrency that is increasingly used as an investment and payment system. Here we show that projected Bitcoin usage, should it follow the rate of adoption of other broadly adopted technologies, could alone produce enough CO2 emissions to push warming above 2 °C within less than three decades.

Kommen bald Montagsdemonstrationen gegen Bitcoins?

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Stuttgarter Zeitung am 17. April 2019:

Studie aus Deutschland: Forscher sehen Elektroauto als Klimasünder
Elektroautos sollen einen deutlich höheren CO2-Ausstoß haben als Dieselfahrzeuge, sagt eine neue deutsche Studie. Der Tesla schneidet dabei besonders schlecht ab.

Elektroautos entlasten die deutsche Klimabilanz nach einer Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal nur auf dem Papier – in Wirklichkeit erhöhten sie den CO2-Ausstoß sogar. Sobald der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien und der deutsche Strommix in der Rechnung berücksichtigt werde, belaste ein E-Auto das Klima um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Dieselauto, heißt es in der am Mittwoch vom Ifo-Institut in München veröffentlichten Studie. Lithium, Kobalt und Mangan für die Batterien würden mit hohem Energieeinsatz gewonnen und verarbeitet. Eine Batterie für einen Tesla Model 3 belaste das Klima mit 11 bis 15 Tonnen CO2. Bei einer Haltbarkeit des Akkus von zehn Jahren und einer Fahrleistung von 15 000 Kilometern im Jahr bedeute allein das schon 73 bis 98 Gramm CO2 je Kilometer, rechneten die Studienautoren Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn vor.

Weiterlesen in der Stuttgarter Zeitung

Hier die dazugehörige Pressemitteilung des ifo-Instituts:

Elektroautos kein Allheilmittel für den Klimaschutz

Elektroautos werden in den nächsten Jahren kaum einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2-Emissionen leisten, da die Einführung der Elektroautos nicht per se zu einer Reduktion des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr führt. Mit Erdgas betriebene Verbrennungsmotoren sind eine ideale Übergangstechnologie zu langfristig mit Wasserstoff oder “grünem Methan” betriebenen Autos.

Berücksichtigt man den heutigen Energiemix Deutschlands und den Energieaufwand bei der Batterieproduktion, liegt der CO2-Ausstoß batterieelektrischer Autos nur im günstigsten Fall knapp über dem eines Dieselmotors, ansonsten aber weit darüber. Das bestätigt eine neue Studie von Christoph Buchal, Physikprofessor an der Universität zu Köln, dem langjährigen ifo-Energieexperten Hans-Dieter Karl und ifo-Präsident a.D. Hans-Werner Sinn, emeritierter Professor der Universität München. Ihre detaillierten Berechnungen haben die Wissenschaftler anhand konkreter Beispiele eines modernen Elektroautos und eines modernen Dieselfahrzeugs durchgeführt. Neben dem CO2-Ausstoß der Batteriefertigung berücksichtigen die Autoren alternative Energiequellen für den Strom, um die Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß der Elektroautors zu berechnen. Die Forscher zeigen, dass bei einem mit Erdgas betriebenen Verbrennungsmotor die Gesamtemissionen schon heute um ein knappes Drittel niedriger liegen als selbst beim Dieselmotor. „Langfristig gesehen bietet die Wasserstoff-Methan-Technologie einen weiteren Vorteil: Sie ermöglicht die Speicherung der überschießenden Stromspitzen des Wind- und Sonnenstroms, die bei einem steigenden Anteil dieses regenerativen Stroms stark zunehmen werden“, erklärt Professor Buchal.

Die Autoren kritisieren in ihrer Studie, dass der EU-Gesetzgeber die CO2-Emissionen von Elektroautos mit einem Wert von „null“ in die Berechnungen der Flottenemissionen einfließen lässt. Dies suggeriert, dass Elektroautos keine Emissionen verursachen. Neben dem CO2-Ausstoß bei der Fertigung ergeben sich aber in fast allen EU-Ländern erhebliche CO2-Emissionen durch die Beladung der Akkus mit Hilfe des Stroms aus dem jeweiligen nationalen Produktionsmix. Auch die Diskussion um die Elektroautos in Deutschland sehen die Autoren kritisch, da sich diese sehr stark auf batteriebetriebene Fahrzeuge konzentriert. Ein großes Potenzial haben aber auch andere Technologien, wie mit Wasserstroff betriebene Elektroautos oder mit “grünem” Methan betriebene Autos mit Verbrennungsmotoren. „Die Methantechnologie ist eine ideale Brückentechnologie von Erdgasautos, die mit konventionellen Motoren fahren, hin zu Motoren, die eines Tages mit Methan aus CO2-freien Energiequellen fahren können. Insofern kann man der Bundesregierung nur raten, im Sinn einer Technologieoffenheit auch die Wasserstoff- und Methantechnologie zu fördern“, betont Professor Sinn.

Publikation: Buchal, Christoph, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn, “Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz?”, ifo Schnelldienst 72 (08), 2019 | Details | PDF Download

 

Die politische Klimawissenschaft: „Illi omnia experti“

Von Uli Weber

Bereits im Januar 2019 war hier auf KalteSonne unter dem Titel „Faktenwäsche?“ eine sehr eigenartige wissenschaftliche Veröffentlichung zur angeblich zunehmenden Gletscherschmelze thematisiert worden, und zwar mit dem völlig gegenteiligen

Ergebnis: Aus den Diagrammen A bis D von Bevis et al. (2019) lässt sich ableiten, dass sich der Masseverlust des Grönlandeises entgegen dem vorausberechneten Trend seit 2013 erheblich vermindert hat.“

Dort war nämlich ein eigenartiger Sprung in der Zeitachse von Diagramm „D“ zur Stützung der betreffenden alarmistischen Aussage aufgefallen, Zitat:

In Diagramm „D“ fällt weiterhin auf, dass die Residuen auf einer verkürzten Zeitskala lediglich bis Mitte 2014 dargestellt werden, anstatt dort den vollständigen Datensatz bis Mitte 2015 abzubilden.

Die fragwürdige Abbildung sieht folgendermaßen aus, man achte insbesondere auf die schwarzen Pfeile zwischen den Abbildungen (B) und (D) im Bereich der Zeitachse von (B):

 

Abbildung: Diagramme B bis D aus Fig. 1 von Bevis et al. (2019). Quelle: Michael Bevis et al.: Accelerating changes in ice mass within Greenland, and the ice sheet’s sensitivity to atmospheric forcing, PNAS published ahead of print January 22, 2019 https://doi.org/10.1073/pnas.1806562116 (Open access article distributed under Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives License 4.0 (CC BY-NC-ND))

 

Weiter hatten wir damals festgestellt: „Bei den Residuen in Diagramm „D“ fehlt also ein ganzes Jahr, obwohl die entsprechenden Daten für den Zeitraum von Mitte 2014 bis Mitte 2015 ja bereits in Diagramm „B“ abgebildet worden sind. Dieser Umstand wurde dadurch ausgeglichen, dass die Zeitachse in Diagramm „D“ auf die Zeitachse von Diagramm „B“ gestreckt und der Zeitsprung zwischen beiden Diagrammen von etwa einem Jahr durch schwarze Pfeile gekennzeichnet wurde.“

Es ist schon eine sehr eigenartige Situation, wenn eine fehlerhafte und höchst manipulative Abbildung zwar zur nichtkommerziellen Wiedergabe freigegeben ist, daran aber keine Veränderungen erlaubt sind, um sie korrekt darzustellen. Allerdings bietet moderne Software heute Funktionalitäten an, mit denen solche Probleme überwunden werden können, beispielsweise mit einem eigenen Overlay über der unveränderten Originalabbildung.

Wenn man nun einmal die Zeitskala der Residuen (D) auf die der Enteisungskurve (B) skaliert und die dort fehlenden Daten in einem separaten Overlay ergänzt, ergibt sich für den Zeitraum 2013/2014 keine „Pause“, sondern vielmehr seit 2013 eine eindeutige Massenzunahme für das angeblich immer stärker abschmelzende Gletschereis:

 

Abbildung: Overlay des Autors plus Originaldiagramm (D) aus Fig. 1 von Bevis et al. (2019) https://doi.org/10.1073/pnas.1806562116 (Merely changing the format never creates a derivative). Anmerkung: Das rote umrandete Overlay ist eine eigene Arbeit des Autors, die die fehlenden Daten aus Diagramm (B) von Bevis et al. (2019) lediglich graphisch wiedergeben

 

Die willkürliche Verkürzung einer vergleichenden Zeitreihe bei gleichzeitiger Dehnung der betreffenden Zeitskala, aus der dann eine entscheidende argumentative Schlussfolgerung abgeleitet wird, stellt kein zufälliges fachliches Versehen dar. Es konnte hier also eindeutig eine zielgerichtete Datenmanipulation zur Stützung einer alarmierenden Aussage nachgewiesen werden, die sich bei korrekter Darstellung der zugrunde liegenden Daten in ihr genaues Gegenteil verkehrt. Dem abschließenden Ergebnis aus „‚Faktenwäsche‘?“ ist demnach nichts hinzuzufügen:

Entwarnung, die Eisschmelze auf Grönland hat sich seit 2013 deutlich verlangsamt.“

Fazit: Das bekannte „illi omnia experti“ aus Caesars „De bello Gallico” bedeutet nicht etwa, dass die dort Genannten alle Experten gewesen wären, sondern vielmehr, dass jene lediglich alles versucht hatten. Und genau so ist das auch mit den klimapolitischen „Experti“, denn sie versuchen alles, um einer globalen Klimareligion zum Durchbruch zu verhelfen. Es handelt sich also gar nicht um Klimawissenschaftler, sondern um klimareligiöse Missionare – und sie missbrauchen die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft geschickt als Vehikel zur Verbreitung ihrer Klimaideologie. Denn ausgerechnet die modernen Naturwissenschaften waren einstmals ein wesentliches Instrument der Aufklärung, die uns schließlich von einem streng religiös geprägten Absolutismus befreit hatte…

 

Wie viel Klimastaat?

In den Klimawissenschaften passieren Fehler, so wie überall. Eine neue Arbeit von Rasmus Benestad und Kollegen untersuchte jetzt, was die Zunft aus den Fehlern der Vergangenheit lernen könnte. Und gleich im ersten Satz unterläuft den Autoren offenbar ein blöder Rechenfehler…:

Learning from mistakes in climate research
Among papers stating a position on anthropogenic global warming (AGW), 97 % endorse AGW. What is happening with the 2 % of papers that reject AGW?

Den Rest des Abstracts ersparen wir ihnen, weil es sich um ein lupenreines Aktivistenpaper unter Beteiligung von bekannten Protagonisten wie Dana Nuccitelli und Stephan Lewandowsky handelt.

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Jasper von Altenbockum am 10. April 2019 in der FAZ:

Wie viel Klimastaat?
Ist der Klimawandel tatsächlich der Grund für neue Regeln – oder fungiert er nur als Vehikel für altbekannte Regelungswut? Im Poesiealbum des „Klimakabinetts“ sollte jedenfalls ein bestimmter Spruch zu finden sein.

Es ist in der Klimapolitik nicht immer ganz klar, was Henne, was Ei ist. Hat der Klimawandel dazu geführt, dass sich ganz bestimmte ordnungspolitische Vorstellungen durchsetzen? Oder sind es diese Vorstellungen, die den Klimawandel nur als Vehikel benutzen, um sich durchsetzen zu können? Der Klimawandel eignet sich deshalb so gut als Vehikel, weil er keine Nische unserer Existenz in Ruhe lässt. Das Netz der Politik, das ihn aufhalten soll, reicht von der Energiepolitik über die Landwirtschaft bis in die Gesellschaftspolitik, ja stellt sogar demokratische Willensbildung zur Disposition. Gut geeignet ist der Klimawandel auch deshalb, weil mit seiner Hilfe Untergangsvisionen heraufbeschworen werden können, die Skepsis, Widerspruch und Kompromisse als fahrlässig und unverantwortlich erscheinen lassen – siehe die Schüler-Demonstrationen. Gerechtfertigt ist angesichts des drohenden Weltuntergangs vielmehr alles.

Weiterlesen auf faz.net

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Die Basler Zeitung berichtete am 31. März 2019 über eine Schmährede von Roger Köppel über den Klimahype:

[...] Roger Köppel trat ans Rednerpult und thematisierte den Klimawandel. Das Thema stand nicht auf der Liste der geplanten Referate. Doch Köppels spontane Worte begeisterten die Massen: Rhetorisch geschickt machte er sich zuerst über den Klima-Hype lustig, um dann gleich anzuhängen, dass die SVP nicht gegen Umweltschutz sei. Man sei nur gegen jene, die den Klimawandel missbrauchten. «Gegen den Missbrauch der Kinder durch ihre links-grünen Lehrer», zum Beispiel. Schliesslich brachte Köppel den Schenkelklopfer vom SVP-Logo. Es sei das einzige grüne Logo, bei dem nicht rot zum Vorschein komme, wenn man daran kratze. Das sass. Tosender Applaus. Mit seiner Schmährede gegen den Klima-Hype sprach Journalist Köppel offenkundig vielen Parteigängern aus dem Herzen.

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Axel Burkart bespricht in Videos den Klimaalarmismus:

 

 

WWF liegt falsch: In Wirklichkeit lieben es Rentiere warm und hassen die Kälte

Immer wieder liest man, dass der Klimawandel die armen Länder am härtesten betrifft. Bob Tisdale hat auf WUWT die armen mit den reichen Ländern bzw. der Temperaturentwicklung verglichen. Das Fazit: Die Temperaturen haben sich in den armen Ländern in der Regel weniger stark geändert als in den reichen Ländern. Hier mit vielen Kurvenabbildungen nachzulesen. So richtig überraschend kommt dies nicht, da viele reichere Länder in mittleren Breiten liegen, wo die Erwärmung wegen der “polaren Amplifikation” stärker ausfällt als in den niederen Breiten…

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Bjorn Lomborg Ende November 2018 auf Shine:

Where’s the beef? Ask green campaigners

Christiana Figueres, the former United Nations official responsible for the 2015 Paris climate agreement, has a startling vision for restaurants of the future: Anyone who wants a steak should be banished. “How about restaurants in 10-15 years start treating carnivores the same way that smokers are treated?” Figueres suggested during a recent conference. “If they want to eat meat, they can do it outside the restaurant.” In case you have missed this development: Eating meat is fast becoming as repellant as smoking to many green campaigners. It is behavior to be discouraged or even banned.

That’s because your hamburger is being blamed for climate change. Meat production — especially raising cattle — emits methane and requires carbon-dioxide-intensive inputs. In the breathless language of recent reporting, a “huge reduction in meat-eating is essential” to avoid “climate breakdown.” I have been a vegetarian my entire adult life because I don’t want to kill animals, so I can empathize with the interest in promoting less meat in our diets. But I want to make sure the science is right. When you look beyond the headlines, those arguing for banishing meat-eaters from restaurants and calling on everyone to change their diets are often cherry-picking the data while ignoring basic facts.

Weiterlesen auf Shine

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Paz-online.de am 19. Dezember 2018:

Wilderer und der Klimawandel bedrohen wilde Rentiere
Die Zahl der wilden Rentiere sinkt. In den vergangenen Jahren ist ihre Zahl auf weltweit 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Den Rentieren machen Wilderei und der Klimawandel zu schaffen. [...] Die weltweite wildlebende Rentier-Population ist in den vergangenen 25 Jahren auf etwa 2,9 Millionen Tiere geschrumpft. Das teilt die Umweltstiftung WWF in ihrem neuen Rentier-Report mit. [...] Es gebe wahre Rentier-Massaker, sagt Eva Klebelsberg, Referentin für die Russische Arktis beim WWF Deutschland. „Die Geweihe werden zu Pulver verarbeitet und vor allem in China als Heilmittel verkauft. Zungen sind als Delikatesse gefragt.

Das wollen wir genauer wissen. Welcher Klimaparameter macht den Rentieren – neben den Wilderern – hier angeblich zu schaffen? Paz-online schreibt unter Berufung auf den WWF:

Darüber hinaus macht den Tieren der Klimawandel zu schaffen. Im arktischen Frühjahr ziehen die Rentiere mit ihren frisch geborenen Kälbern aus der waldreichen Taiga nach Norden in die baumlose Tundra. Viele Kälber sterben, wenn sie die eiskalten Flüsse durchschwimmen müssen – anstatt wie früher über das zugefrorene Wasser laufen zu können. An den Flüssen lauern zudem auch die Wilderer. Eisdecken auf dem Schnee (durch gefrorenen Regen) machen es den Rentiere schwer, Futter zu finden. Der WWF fordert daher auch im Sinne der Rentiere einen ambitionierten Klimaschutz, der das 1,5-Grad-Ziel einhalten kann.

Rentiere lieben die Wärme und hassen die Kälte, suggeriert der WWF. Aber stimmt das? Wir schauen in die vorindustrielle Vergangenheit und staunen: Das Gegenteil ist der Fall. Die Rentiere im arktischen Franz Josef Land hatten ihre größte Population dort vor einigen Jahrtausenden im Mittelholozän, als es dort etwa 1°C wärmer war als heute. Eine darauffolgende Kältephase löschte die Rentierpopulation damals aus. Nachzulesen bei Forman et al. 2000:

The Holocene occurrence of reindeer on Franz Josef Land, Russia
Reindeer are absent historically on the high Arctic islands of Franz Josef Land, Russia. However, shed antlers are common on unglaciated forelands on Hooker, Scot Keltie and Alexandra Land Islands in the archipelago. Radiocarbon dating of 19 new antler remains combined with seven ages reported previously demonstrate the presence of reindeer between c. >6400 and 1300 cal. BP. Reindeer probably occupied Franz Josef Land for much of the Holocene reflecting sufficient forage associated with summer air temperatures 1°C warmer than today and retracted glaciers and snowfields. A prominent neoglacial advance at c. 1000 cal. BP is coincident with inferred extinction of reindeer. Late twentieth-century warming and associated glacier retraction may provide environmental conditions for the immigration of reindeer to Franz Josef Land and other high Arctic areas, similar to earlier in the Holocene.

 

Alexander von Humboldt: Was würde er wohl zur heutigen Klimadebatte sagen?

Beitrag im schweizerischen Tagesanzeiger vom 15. März 2019:

Der erste Klimaschützer
Alexander von Humboldt hat unser Verständnis von der Welt revolutioniert. Ein Trip auf einen Vulkan in den Anden, wo er sich Erkenntnisse qualvoll erwanderte.

Alexander von Humboldt war einer der großen Naturforscher, das ist klar. Aber wie kommt der Autor des Berichts darauf, dass von Humboldt ein “Klimaschützer” gewesen sein könnte? Hat er bereits damals vor den Treibhausgasen gewarnt? Nein. Offensichtlich liegt hier eine gewollte Verwechslung vor, denn von Humboldt war viel eher Naturfreund, Umweltschützer und Naturforscher. Alexander von Humboldt wurde vor 250 Jahren geboren, da wird man noch mehr von ihm dieser Tage lesen. Aber ist es gerechtfertigt, ihn vor den aktuellen Klimahysteriekarren zu spannen? Der Autor des Beitrags tut letztendlich genau das, was schon andere vor ihm getan haben, nämlich von Humboldt für seine persönlichen Zwecke zu instrumentalisieren. Im Artikel heißt es:

Dort, wo [A. v. Humboldt] im 20. Jahrhundert überhaupt eine Rolle spielte, hat man ihn so umgedeutet, wie man ihn brauchte. Die Nationalsozialisten versuchten, ihn als Welteroberer und Herrenmenschen zu instrumentalisieren. In der DDR wurde er zum Vordenker des Sozialismus stilisiert. In Westdeutschland haben ihn viele als abenteuerlustigen Kräutersammler verkannt, dort stand er im Schatten seines staatstragenden Bruders und Bildungsreformers Wilhelm.

Der geistige Kurzschluss im Artikel könnte durch von Humboldts Gletscherforschung in Südamerika verursacht worden sein. Im Jahr 1802 untersuchte er z.B. Antisana-Gletscher in den ecuadorianischen Anden, zu dem es im Artikel heißt

Der Antisana-Gletscher ist allein in den vergangenen 20 Jahren um 350 Meter geschmolzen. Am Ende des Schneefelds stand die Berggruppe plötzlich vor einer fast senkrechten Wand, die es unmöglich machte weiterzugehen. Bevor Humboldt umdrehte, stellte er noch einmal seine Geräte auf. Das Quecksilber im Barometer zeigte 14 Zoll, 11 Linien an, er befand sich folglich auf 5407 Metern über dem Meeresspiegel.

Muss jeder Gletscherforscher automatisch ein Vertreter der Klimaalarmlinie sein? Nein. Denn die Rekonstruktionen der Andengletscher belegen auch bedeutende Rückzugsphasen in vorindustrieller Zeit, zuletzt vor 1000 Jahren zur Zeit der Mittelalterlichen Wärmeperiode. Nachzulesen z.B. in einer Klimakartierung von Lüning et al. 2019. Das pdf der Arbeit können Sie kostenlos hier herunterladen (frei verfügbar bis 30. Mai 2019).    

Der Artikel im Schweizerischen Tagesanzeiger schließt in einem schrägen Aktivistentonfall, den sich Alexander von Humboldt sicher verbeten hätte, wenn man ihn heute noch hätte fragen können:

In Zeiten, in denen weder der Multilateralismus noch der Multikulturalismus mehr selbstverständlich erscheint, steht der radikale Multilateralist und Multikulturalist Alexander von Humboldt plötzlich wie ein Prophet da. Und wenn selbst der Präsident der Vereinigten Staaten den menschengemachten Klimawandel leugnet, obwohl wir längst auf einen Klimanotstand zusteuern, dann wirken die zwei Jahrhunderte alten Schriften Humboldts auf alarmierende Weise aktuell.

In die Welt gesetzt wurde diese alberne Idee durch ein Buch der Historikerin Andrea Wulf, welches wie folgt im Wikipedia-Artikel über Humboldt zitiert wird:

„Durch Abholzungen war das Land dort unfruchtbar geworden, der Wasserstand des Sees war gefallen, und nach dem Verschwinden des Buschwerks hatten heftige Regenfälle die Böden von den umliegenden Berghängen gewaschen. Als Erster wies Humboldt darauf hin, dass der Wald die Atmosphäre mit Feuchtigkeit anreichern und kühlen könne – und sprach von der großen Bedeutung der Bäume für die Wasserspeicherung und den Schutz vor Bodenerosion.“

Er habe davor gewarnt, dass Menschen sich mit unvorhersehbaren Folgen für „kommende Geschlechter“ in die Natur einmischen. (Wulf 2016, S. 24.) Diese schwache Begründung für einen angeblichen “Klimaschützer” Humboldt wurde vor dem Tagesanzeiger schon von einigen anderen Publikationen aufgegriffen, z.B. der Welt und Bild.

Übrigens müssen die an diesen Artikeln beteiligten Journalisten durchaus realisiert haben, wie wenig überzeugend diese Charakterisierung von Humboldt begründet werden kann, und haben in allen drei Texten darauf verzichtet, genauer zu erklären, warum Humboldt der erste Klimaschützer gewesen sein soll. Ihnen genügte das Generieren einer reißerischen und irreführenden Überschrift, mit der sie billig ihre tagtägliche “Klimaalarm-Propaganda-Pflicht” erfüllen konnten.